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Österreich 2017: 300 Jahre Freimaurerei

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Österreich 2017: 300 Jahre Freimaurerei

Wie in vielen Ländern wurde dieses Jubiläum auch in Österreich gefeiert.
Genau genommen bezieht es sich nicht auf 300 Jahre Freimaurerei, diese ist ja älter, sondern auf die erste Großloge der Welt, deren Gründung 1717 in London eingeleitet wurde. Von Rudi Rabe.

In Österreich gab es dazu in Wien eine Freimaurer-Ausstellung in der Nationalbibliothek und eine interne Festarbeit der Großloge von Österreich im Festsaal der Wiener Hofburg.

2017 gehörten zur Großloge von Österreich 78 Logen mit etwa 3.600 Mitgliedern. An der für die Freimaurer historisch einmaligen Veranstaltung in der Hofburg nahmen an die 1.500 Brüder der Großloge teil: fast jeder zweite.

Die Festarbeit wurde von Großmeister Georg Semler geleitet.


Der große Festsaal in der Wiener Hofburg. Er wurde in den letzten Jahren der Habsburgermonarchie begonnen und hätte ein Thronsaal werden sollen. Doch als er nach dem Ersten Weltkrieg vollendet wurde, hatte der Kaiser abgedankt und Österreich war eine Republik.
Die Festarbeit, gezeichnet von Siegfried Hermann, Architekt und Künstler, Freimaurer seit 1994 (Loge Concordia in Wien).
Wenn Siegfried Hermann eine Tempelarbeit besucht, ist er oft mit Block und Stiften bewaffnet. Wie ein Gerichtssaalzeichner bringt er dann das Geschehen zu Papier. Dafür muss er nicht nur zeichnen können, sondern darüberhinaus auch noch die Gabe haben, den Augenblick festzuhalten.


Hier die Ansprache des Großmeisters an die eineinhalbtausend versammelten Brüder:

„Meine Brüder – Im Namen der Großloge von Österreich begrüße ich Euch, die Ihr in Eurer Gesamtheit diese Großloge bildet; und ich tue das aus einem für unsere Lebenszeit wirklich einmaligen Anlass. Noch nie in der Geschichte der österreichischen Freimaurerei haben sich so viele Brüder unserer Kette zum selben Zeitpunkt an einem Ort versammelt. Das macht diesen Tag zu einer Kundgebung, die in ihrer Bedeutung weit über andere Festarbeiten hinausreicht.

Wenn die Mitglieder aller freimaurerischen Oriente der Republik Österreich zusammentreten, dann ist das einem Gedenktag geschuldet, der sich jedem von uns schon in der Lehrlingszeit eingeprägt hat, nämlich dem Jubiläum der Gründung der ersten Großloge der Welt, die sich genau heute vor dreihundert Jahren in einem Londoner Gasthaus zugetragen hat.

Auf allen Kontinenten finden heute ähnliche Feiern statt, doch für uns österreichische Freimaurer hat diese Festarbeit eine besondere Bewandtnis. Unsere maurerischen Vorfahren konnten nämlich weder die hundertste noch die zweihundertste Wiederkehr dieses Gründungstages feierlich begehen: 1817 war die Freimaurerei in Österreich verboten, und 1917 war sie nicht nur das, sondern auch seit Jahrzehnten im ungarischen Exil, und es war schon das dritte Jahr Krieg. Das heutige Jubiläum hingegen begehen wir als freie Männer von gutem Ruf in einem freien Land, und das möge in alle Zukunft so bleiben.

Dass wir uns zu dieser Feier an einem Ort treffen, den man in der Sprache der Freimaurer als profan bezeichnet, das hat nicht nur mit den räumlichen Verhältnissen des Großlogenhauses zu tun. Es ist vielmehr ein sichtbares Zeichen dafür, dass die Freimaurerei mit der Gesellschaft in untrennbarer Verbindung steht. Denn wozu sonst würden wir uns in jeder Arbeit dazu bekennen, Toleranz und Humanität zu fördern, und zwar nicht nur in unserem Kreis, sondern ausdrücklich im Leben durch die Tat? Wir stellen ja die Ziele der Selbsterkenntnis, der Selbstbeherrschung und der Selbstveredelung nicht nur zu unserer eigenen persönlichen Entwicklung auf, sondern in erster Linie dafür, dass der Freimaurer Toleranz und Humanität dort praktiziert, wo es darauf ankommt: in seinem beruflichen Lebenskreis ebenso wie in seinem privaten. Das war und ist das Geschenk der Freimaurerei an die Gesellschaft, an die Politik ebenso wie an die Kultur oder die Wirtschaft.

Und das, meine Brüder, ist ein Punkt, den wir heute nicht übersehen wollen – an dem Tag, an dem wir der Versammlung in einem Londoner Gasthaus gedenken, von der aus vor dreihundert Jahren eine Bewegung ihren Weg in die Welt genommen hat, den damals keiner der Gründungsbrüder hat voraussehen können. Wir aber wollen in ihrem Geist mutig in das vierte Jahrhundert eintreten. - Helft alle dabei mit!“




Die vom Großmeister erwähnten geschichtlichen Brüche, welche der Freimaurerei in Österreich widerfuhren (oben: dritter Absatz), wurden in einer Karikatur anschaulich dargestellt, welche das Magazin ‚LogenLeben’ der Großloge von Österreich im Frühjahr 2017 publizierte. Diese drei Bilder bringen es auf den Punkt:

  • 1817: Hundert Jahre nach der Londoner Gründung war die Freimaurerbewegung in Österreich verboten (von 1795 bis 1918).
  • 1917: Sie war immer noch verboten. Außerdem stand Europa im Ersten Weltkrieg, an Feiern war jedenfalls im Habsburgerreich nicht zu denken.
  • 2017: Österreich kann zum ersten Mal mitfeiern.


Drei Jahrestage im Wandel von Österreichs "Gezeiten": 1817 - 1917 - 2017
Illustration: Jost Strnat, Freimaurer seit 1982 (Loge Mozart in Wien).


Während die Festarbeit nur intern und ohne Medienbeteiligung ablief, war vor allem die Freimaurer-Ausstellung in der Nationalbibliothek für viele Medien der Anlass, nicht nur über die Ausstellung, sondern über die Freimaurerei an sich zu berichten – eine für die österreichischen Freimaurer eher ungewohnt Situation. Anders als etwa in Deutschland präsentieren sich die Logen hier kaum nach außen. Die dominierende Großloge von Österreich ebenso wie die kleineren Großlogen unterhalten zwar Websites, doch die Medien beschäftigen sich nur sehr selten mit der Freimaurerei. Durch die Ausstellung in der Nationalbibliothek war das plötzlich anders, wobei die meisten Zeitungen und der ORF dies zum Anlass nahmen, nicht nur über die Ausstellung selbst zu berichten, sondern auch über die Freimaurerei ganz allgemein.
Hier ein Pressespiegel: Ein Medien-Hype.

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