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Abbé Barruel Teil 7

Aus Freimaurer-Wiki

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Inhaltsverzeichnis

Abbé Barruel Teil 7

Bearbeitung von Roland Müller


Abbé Barruel: Denkwürdigkeiten

Teilstück VII: Die Freimaurerei und die französische Revolution

Denkwürdigkeiten zur Geschichte des Jakobinismus (frz. 1797-1798; dt. 1800-1803) Zweyter Theil

Vierzehntes Kapitel.

Sechster Grad der Verschwörung gegen die Könige. Vereinigung der Philosophen und der Freymaurer.

Seiten 409-461

Die mehresten Freymaurer erweisen heutiges Tages den Schotten die Ehre, ihre große Loge, als die Wiege aller übrigen zu betrachten.

Da war es, sagen sie uns, wo die Tempelherren zur Aufbewahrung ihrer Mysterien, sich wieder vereinigten; von daher ging die Freymaurerey nach England, nach Frankreich, nach Teutschland und in alle andere Reiche über. Nicht ohne Wahrscheinlichkeit ist diese Meinung in Absicht auf die Form, und den dermahligen Gang der Mysterien (29); aber von welcher Seite her sie auch in Europa sich verbreitet haben, so ist wenigstens gewiß, daß im Anfange des Jahrhunderts worin wir leben, Maurer-Logen in Frankreich und fast in allen andern Reichen existiret haben.

(29) In Absicht auf die jetzige Form der Logen sage ich. nicht in Absicht auf die Substanz der Mysterien. Denn lange Zeit hat es Freymaurer in England gegeben, die weder von den Tempelherren, noch von der großen schottischen Loge abzustammen behauptet haben; welches aus einem zweyhundert und sechszig Jahr alten in der Bodleyschen Bibliothek zu Oxford aufbewahrten Manuscript erhellet. Dieses Manuscript ist die Abschrift gewisser, ohngefähr noch hundert Jahr früher, von der Hand Heinrich des Sechsten geschriebener Fragen. Das Original datiret also jetzt ohngefähr von dreyhundert und dreißig Jahren, weil Heinrich der Sechste 1471 gestorben ist. (Siehe Briefe von Locke über dieses Manuscript. Illustr. of Macon by Will. Prest.)

Zwey wichtige Anmerkungen sind bey dieser Schrift zu machen. Die erste, daß der über den Ursprung der Maurerey befragte Adepte, kein Wort von den Tempelherren sagt. Er antwortet im Gegentheil, daß alle seine wichtigen Geheimnisse, von Venetianischen aus dem Orient zurückgekommnen Kaufleuten nach Europa gebracht wären. (Comed ffyrste fromme the este ynn Venetia.) Locke muthmaßet hier, daß in diesen Zeiten Mönchscher Unwissenheit, die Maurer vielleicht, Venetianer mit Phöniciern verwechselt haben könnten.

Locke konnte zu einer solchen Muthmaßung seine Zeit nicht leicht schlechter wählen. Die Maurer, so wie ganz Europa, und die Mönche insbesondere, hatten derozeit mehr wie jemahls Gelegenheit gehabt, durch die Kreutzzüge, die Phönicier von den Venetianern zu unterscheiden, und vorzüglich Tyr von Venedig. Ganz einfach ist die Antwort des Maurers an Heinrich den Sechsten, daß seine Mysterien von den Venetianern aus dem Orient gebracht wären. Alle Maurer gestehen ja ein, daß die Tempelherren sie im Orient erlernt haben. Sehr natürlich ists also, daß die, durch ihre Züge und ihren Handel nach dem Orient, damahls so berüchtigte Venetianer, diese Mysterien, mit den Tempelherren, deren Geschichte noch nicht in allen Maurer-Logen aufgenommen war, aus einer Quelle geschöpft haben können.

Immer werden wir nun aber wieder zu der Wiege des Manes, und in die Gegenden zurückgeführet, von woher die Sekte und ihre Mysterien, bekanntlich nach Europa sich verbreitet haben.

Die zweyte Anmerkung, die ich bey jenem alten Manuscript zu machen habe, ist, daß daraus erhellet, die Freymaurerey habe derozeit, selbst in England, alle Systeme der Kabale, der Sterndeuterey, der Wahrsagerey (Wissenschaften die insgesammt auf das doppelte Principium des Manes sich gründen) umfasset. Noch erblicke ich darin auch die Kunst, ohne Hofnung und ohne Furcht zu leben, wohin Manes, so wie alle Gottlosen, vorzüglich streben; die Kunst, die Vollkommenheit, die wahre Freyheit darin bestehen zu machen, daß man von einem künftigen Zustande, der die Hofnung des Gerechten nähren, den Bösewicht aber schrecken kann, nichts glaubet; und alles dieses in der allgemeinen Sprache der Freymaurer ausgedrückt.


The art of wunderwerckinge and of foresaynge, thynge tocome the Skylle of becomminge gude and parfygkte [orig. parfyghte] Wythouten, the holpynges of fere and hope; and the universal langage [orig. Longage] of Maconnes.


Unter allen Belobungen der Freymaurerey, findet das Gesagte sich in dem Monumente, worauf die Maurer so eifersüchtig sind, und sich so viel zu gute thun. Der nachdenkende Leser wird gewiß darin den Beweis alles dessen, was sie von der vorgeblichen Unschuld ihrer Geheimnisse uns sagen, nicht finden.

Im Jahre 1748 wurden sie durch ein Edict der Generalstaaten in Holland verbothen; zwey Jahre nachher verboth sie Ludwig der Sechszehnte gleichfalls in Frankreich; und 1738 erließ Clemens der Zwölfte, die bekannte Excommunicationsbulle, gegen sie, welche Benoit der Vierzehnte erneuerte.

Im Jahre 1748 wurden die Freymaurer auch vom großen Rathe zu Bern, in der Schweiz geächtet.

Nach der Beschaffenheit ihrer Mysterien selbst, konnte die Gesellschaft den Bannstralen lange widerstehen. Menschen von jeher zur Verborgenheit angewiesen, brauchten nur das gewöhnliche Aufsehen, weiches zahlreiche Gesellschaften machen, zu vermeiden, um allen Nachforschungen zu entgehen. In der Natur ihrer Lehren selbst fand sich derozeit das größeste Verbreitungshinderniß. England hatte zwar gegen eine Freyheit und Gleichheit, deren Folgen, durch die lange angehaltene Greuel der Lollards (30) Anabaptisten und Presbiterianer, ihr fühlbar geworden, einen Abscheu gefaßt; und daher ihr maurerisches Spielwerk von allem was auf einen Umsturz der Staaten hinweisen oder gedeutet werden konnte, gereinigt; aber es blieben dennoch Adepten übrig, welche die, die Ordnung der Dinge aufhebende Grundsatze, den alten Mysterien anhangend erhielten.



Eine Ketzersekte unter Eduard dem Dritten und Heinrich dem Fünften.




Und diese Gattung von Adepten war es insbesondere, welche den Verbreitungseifer aufrecht erhielt; sie waren es, die, begierig Voltaire in ihre Parthey zu ziehen, durch Thiriot, derozeit in England, ihm hatten schreiben lassen, daß, des Gleichheits- und Freyheits-Titels ohngeachtet, den er seinen Briefen gegeben, er doch nicht zum Werke schreite.

Zum Unglück für Frankreich und für Europa überhaupt, trug die Gattung von Adepten auch das mehreste zur Propagation der Mysterien bey. Die Vernichtungsgrundsätze waren Voltairen anfangs schwer eingegangen; ungleich mehr muste es noch den jungen Leuten und der Menge von Staatsbürgern kosten, sie anzunehmen, bey denen die Religion den Geist der Unabhängigkeit, und selbst den Geist der Neugierde und des Heißhungers nach einem Geheimnisse, wozu nur mit Hülfe eines Eides, der zum Meineide werden konnte, zu gelangen war, noch unterdrückte.

In Frankreich vorzüglich muste es Menschen schwer fallen, die noch nicht an Declamation gegen die Regenten und Staaten gewöhnet waren, Mysterien Beyfall zu geben, deren äusserstes oder höchstes Geheimnis in Unglauben und in Empörung bestand.

Zuerst durch die Staatsklugheit der Adepten, und nächstdem durch die Progressen der Sophisten in Frankreich, wurden diese Hindernisse weggeräumet. Die Freymaurer hatten, ihrer Gewohnheit nach, gesucht bey einem Manne Eingang zu finden, dessen Schutz sie gegen die Ungnade des Souveräns sicher stellen konnte. Mit dem Maurerschutz, bothen sie dem Prinzen Conti, den Titel eines Großmeisters der französischen Logen an. Der Prinz willigte in seine Aufnahme; die Mysterien waren für ihn, was sie für alle die sind, deren Denkungsart zu bekannt ist, um einer Freyheit und Gleichheit gegen sie zu erwähnen, welche ihren Rang und ihre ganze Größe verschwinden machen würde.

Viele Prinzen und verschiedene Regenten machten denselbigen Fehltritt. Der Kayser Franz der Erste wollte auch Maurer seyn, und nahm die Brüder in Schutz, die ihm niemahls mehr sagten, als was ihnen beliebte, ihm zu entdecken. Der König von Preußen Friedrich der Zweite ward gleichfalls Maurer. Die Adepten theilten ihm alle ihre Geheimnisse gegen Christum mit; sie hüteten sich aber wohl, ihre Gleichheit und Freyheit den Gerechtsamen eines Zepters entgegenzustellen, auf deren Erhaltung er so eifersüchtig war.

Auch Fürstinnen hat die Staatsklugheit der Brüder Maurer, zu Beschützerinnen anzuwerben gewust, indem sie dieselben den kleinen Mysterien der Brüderschaft eingeweihet haben. Marie Charlotte, jetzt Königin von Neapel, in der Meinung, ohne Zweifel, in ihnen nur treue Unterthanen zu protegiren, bat um Begnadigung verbanneter Brüder, die selbst am Leben gestraft zu werden Gefahr liefen.

Eine zum Andenken dieser ausgezeichneten Wohlthat geschlagene Medaille, und die Gesundheit der Königin, welche, bey den maurerischen Gastmahlen, der des Großmeisters hinzugefüget ward, schienen ein untrügliches Merkmal der Erkenntlichkeit der Brüder zu seyn.

Sie vermehrten sich unter dem Schatten ihrer Flügel. Beym Ausbruche der Conspiration in Neapel, haben gleichwohl die beschützten Brüder, als verschworne Jakobiner sich bewiesen. In den Logen war das Complot geschmiedet, und auf den Kopf der beschützenden Königin war es zuerst gemünzet. Eine große Zahl der angesehnsten Herren und adelicher Maurer hatten in den Logen zu der Conspiration sich gesellet, und der Hof hat nächstdem ein Hinterhalts-Complot entdecket, kraft dessen die adelichen Freymaurer-Jakobiner, sammt allen übrigen Adelichen, gleich nach der königlichen Familie, von den unadelichen Brüdern Freymaurern gleichen Standes, haben umgebracht werden sollen.

Wenn ich in der Erzählung dieser Thatsachen, welche die künftigen Geschichtschreiber der Revolution zu entwickeln haben werden, vorgreife; so ist meine Absicht nur auf die Politik gerichtet, welche so viele große Herren betrogen hat. Die Hinterhalts-Maurer bewarben sich um sie, communicirten ihnen auch den Theil ihrer Mysterien ganz, welcher nur die Religion bedrohet. Die Zugesellung derselben wachte die Regenten sicher, die keine Complots gegen die Krone in Logen vermutheten, welche von den natürlichen Freunden, und in gewisser Maaße alliirten der Throne besucht wurden.

Diese Politik der Hinterhalts-Maurer begünstigte den Fortgang ihrer Anschläge nicht wenig. Der angenommene Name der allergetreuesten Diener der Könige, dienete zur Bedeckung der listigen Nachstellungen, die in den höchsten Mysterien verborgen lagen; und der Name des Prinzen Conti konnte Ludwig den Sechszehnten leicht überzeugen, daß er von den Freymaurern nichts zu besorgen habe.

Die Pariser Polizey stellete ihre Nachforschungen ein; man duldete die Logen. Die Sophisten und die Fortschritte der Gottlosigkeit verschaften ihnen noch kräftigere und wirksamere Mittel sich zu vervielfältigen, oder zu vermehren. So wie die Schriften, womit Voltaire und der Holbachsche Club Europa überschwemmten, sich verbreiteten, musten natürlicherweise die Eroberungen der Hinterhalts-Logen zunehmen. Nun ward es auch den Philosophen leicht, sich bey Leuten Gehör zu verschaffen, die schon durch diese antichristliche und antiroyalistische Produkte, zu den Mysterien vorbereitet waren, und ihnen ein Verlangen nach einer neuen Ordnung der Dinge, wovon in den Logen Kenntniß zu erlangen sey, einzuflößen. Die Neugierde, von der Gottlosigkeit unterstüzt, verschafte alle Tage neue Adepten, und die befriedigte Gottlosigkeit gab dem Geiste und den Wünschen dieser Logen immer mehreren Vorschub; das war der große Dienst, welchen sie den Sophisten des Seculums zu verdanken hatte.

Die Sophisten der Gottlosigkeit und der Rebellion sahen bald ein, wie sehr die Freymaurer mit ihrer ganzen Philosophie übereinstimmten. Sie wollten wissen, was die Mysterien zu bedeuten hätten, deren bestunterrichtete Adepten, ihre eifrigste Schüler waren. Bald wurden also alle französische Philosophen Maurer. Mehrere Jahre vor der Revolution war es schwer, in Paris einen Sophisten zu finden, der nicht einer oder der andern Freymaurer-Loge angehöret hätte. Voltaire alleine war nicht eingeweihet.

Die Brüder hatten ihm inzwischen zu viele Verbindlichkeiten, und verdankten ihm eine zu große Zahl Adepten, als daß sie ihm nicht vor seinem Absterben ein Opfer der Erkenntlichkeit hätten bringen sollen. Kaum war der achtzigjährige Gottlose nach Paris zurückgekommen, so bereiteten sie eines der prächtigsten Feste, zu seiner Zulassung zu den Mysterien. Achtzig Jahr alt sahe Voltaire das Licht. Nach abgelegtem Eide, war ihm das schmeichelhafte Geheimniß, zu erfahren, daß die Adepten forthin seine Brüder, seit langer Zeit seine eifrigsten Schüler waren; und daß ihr Geheimniß ganz und gar in der Gleichheit und in der Freyheit bestehe, die er selbst so oft gegen den Gott des Evangeliums und gegen die vorgeblichen Tyrannen geprediget hatte. Die Loge erschallete an diesem Tage von so vielen Beyfallsbezeugungen, die Adepten huldigten dem neuen Bruder so viel, und er fühlete so gut, wodurch er dieses alles sich erworben hatte, daß er, in dem Augenblicke wenigstens, die Wünsche seines Hochmuths und seines Hasses erfüllet glaubte, und in die Lästerung ausbrach: Dieser Triumph ist wohl so gut, als der des Nazareners. Die geheiligte Formel der Mysterien ward ihm so werth, daß, als der alte Adepte Franklin die Niederträchtigkeit beging, seine Kinder zur Einsegnung ihm darzustellen, er nur die Worte Gleichheit und Freyheit, über sie aussprach. (S. das Leben Voltairens.)

Wenn, nach allen den beygebrachten Beweisen von dem Sinn dieser Worte, bey den tiefeingeweiheten Adepten, jemand nicht sehen sollte, was sie gegen den Christ und gegen die Könige andeuten; der erinnere sich doch, wie Voltaire selbst den Genfern sie deutete, und welche Ausdehnung er ihnen zu geben wuste, zumahl als er unter die gleichen und freyen Brüder aufgenommen war. Er stelle sich diese Einweihung vor Augen, sehe den gekrönten Adepten, und alle die ihn krönen, und alle die an diesem Tage ihn umgeben.

Man bedarf in der Folge keines anderen Beweises mehr, als die Liste der Brüder, um den Vorwurf ihrer Mysterien zu erkennen. In gleicher Linie finden sich da die Sophisten und die Maurer; vornehmlich alle die, welche den Sturz des Altars und des Throns durch ihre Schriften herbeygerufen haben, alle welche durch ihre Decrete dafür gestimmet haben, alle die, welche durch ihre Frevelthaten ihn vollends zu Stande gebracht haben.

Da stehen in einer Reihe und unter dem Brudernamen, die Gottlosen, Voltaire, Condorcet, Lalande, Dupuy [orig. Dupui], Bonneville, Volney, alle die alten und die neuen Gotteslästerer. Da stehen ferner Fauchet[,] Bailly, Guillotin, Lafayette, Menou, Chapellier, Mirabeau und Sieyes [orig. Syeyes]; alle die berüchtigten Mitverschworne; da treffen in einer und derselben Loge, die Adepten von Holbach und von Philipp-Egalité zusammen.

Woher kommt diese große Uebereinstimmung, und was für ein Gegenstand kann so viele Gottlose, so viele aufrührerische Brüder in einer Loge vereinigen, wenn es nicht die Gleichheit des Geheimnisses in ihren Mysterien ist. Und warum drängen sich die Sophisten zu den Maurer-Logen, wenn nicht die Sophisten und die Maurer wechselseitige Hülfe sich leisten sollen?

Um die Thronen zu stürzen, genügte es den Helden der Encyclopädie nicht, gegen Christum, die Gottlosen des Hofes, der Städte und aller Klassen auf ihrer Seite zu haben. In den der Religion getreuen Franzosen, blieben noch eben so viele dem Könige getreue Unterthanen übrig; unter den Gottlosen der Aristocratie selbst gab es Männer, die ihr Glücksstand, der Ehrgeiz und die Gewohnheit, die einen der Person des Souveräns ergeben machten, den andern eine Anhänglichkeit an die Monarchie einflößten. Eine öffentliche Gewalt war vorhanden, welche Pflicht oder eignes Interesse der Befehlshaber, den Complots entgegenstellen konnten; und es gab eine Menge Staatsbürger, die gegen die Verschworne aufstehen konnten.

So zahlreich auch die Discipel der Gottlosigkeit waren, so hatten doch der Thron und die Altäre die Menge noch für sich. Die Sophisten sahen, daß ihr Sieg über die öffentliche Meinung noch nicht vollständig genug war, und fühleten, daß ihnen Gewalt nöthig that.

Geübt in den Betrachtungen über den Aufruhr, sahen sie bald, welchen Nutzen sie eines Tages von den Maurer-Logen würden ziehen können. Von dem Augenblicke ihrer Einweihung an, entstand eine Revolution in den Mysterien, welche aus den französischen Maurern, Kinder oder blinde Anhänger der Encyclopedie machte. Die Martinisten alleine, und einige Logen der Kabale, hatten noch die Gottlosigkeiten des kurbischen Sklaven mit den des Voltaire nicht vertauscht.

Die wahre Quelle der Mysterien fand sich wiederum in den Formen; aber grade in dieser Epoque muß man alles zusammenstellen, was sie am schweresten erkennen lässet. Die Vereinigung der Maurer mit den Sophisten, brachte die Verwandlung der duellistischen Hinterhalts-Maurer in atheistische, deistische oder pantheistische Maurer hervor; und eben zu der Zeit, wurden den alten Graden die hinzugesetzt, wo man in den Sonnenrittern und den Druiden nur die Sophisten unserer Tage erblickt.

Gleichviel ob es Kinder des Manes oder der Encyclopedie waren, in den Hinterhalts-Logen subsistirte immer derselbige Haß gegen den Christ, derselbige Haß gegen die Regenten, und dieselbige Verschwörung. Um die des Holbachschen Clubs triumphiren zu machen, bedurften die Sophisten nur noch der Piquen und der Arme [les piques & les bras], die die Maurer- Logen ihnen verschaffen konnten. An der Spitze derselben war in Frankreich ein General-Bureau, unter dem Namen von großen Orient, und unter den anscheinenden Befehlen des Großmeisters; aber in der That führeten die den höchsten Mysterien eingweihete Adepten das Regiment. Es war zugleich das Tribunal der letzten Instanz in allen maurerischen Zwisten oder Processen, und das öberste Gericht, dessen Befehle nicht konnten verletzt oder eludiret werden, ohne in die Strafe des Meineides zu verfallen.

Bey diesem Tribunal hielten sich Abgeordnete der in den verschiedenen Städten zerstreueten Logen auf, die beauftraget waren, die Befehle desselben zu übermachen, und deren Befolgung anzuzeigen. Eine jede Loge hatte ihren Präsidenten, Venerable [Vénérable] genannt, dem oblag, die Gesetze des großen Orients zu promulgiren, und die Brüder zu denen, die kommen würden, vorzubereiten.

Alle Instructionen wurden entweder in einer räthselhaften Sprache abgefaßt, oder in einen besondern Chiffre gesetzt, oder durch geheime Wege übersandt. Aus Furcht, daß etwa ein falscher Bruder, oder ein fremder Maurer, unter die wahren Adepten sich einschleiche, ohne von ihnen gekannt zu seyn, hatte man ein absonderliches Merkzeichenwort, daß alle halbe Jahr gewechselt und von dem großen Orient einer jeden Loge seiner Inspection zugesandt wurde.

Eine jede Loge entrichtete alle halbe Jahr ihren Beytrag, zum Unterhalt dieses Tribunals. Die Logen, welche nicht zu der Inspection des großen Orients gehöreten, befolgten nichts destoweniger dieselbige Ordnung unter einer Mutter-Loge, die auch einen Großmeister hatte und eine gleiche Correspondenz unterhielt.

Dieser Theil der maurerischen Constitution war jedem Bruder ohngefähr bekannt; aber oft habe ich schon wiederholet, daß es sich mit den äussersten oder höchsten Geheimnissen nicht so verhalte. Man sahe inzwischen dem Zeitpunkte entgegen, da der neuaufgenommene Adepte nicht weniger eifrig für die Revolution sich bezeigen sollte, als der Vollendete.

Zu dem Ende musten die ersten Logen mit jungen unbesonnenen Leuten aller Art, mit unwissenden Bürgern, oder auch mit groben Handwerkern angefüllet werden, welche die Gottlosen tagtäglich verführeten; oder auch mit solchen Menschen, welche die Declamationen, die Verläumdungen, und alle Arten, gegen die Geistlichkeit, gegen den Souverän, und gegen die Reichen und Mächtigen gerichteter Verführungen, hinrissen.

Mit Brüdern solcher Gattung, konnte man der Hinterhalts-Mysterien entbehren. Ohne ihnen weiter etwas zu sagen, war es hinlänglich, die Worte Gleichheit und Freyheit ihnen zuzurufen. Mehr bedurfte es nicht, um ihren Enthusiasmus anzufachen, und ihre Arme zu dirigiren. Ein Anführer in jeder Loge, oder auch eine kleine Zahl Adepten, die mit dem Mittelpunkte der Verschwornen in gewöhnlichen Briefwechsel standen, konnten von dem Tage und dem Augenblicke unterrichtet seyn, wo die Gemüther zum Aufstande geneigt waren, und so auch von den Gegenständen und von den Personen, wider welche er gerichtet seyn sollte. Unmöglich war es gleichfalls nicht, Straßenräuberhölen [des Loges de brigands] in Maurer-Logen umzuschaffen, und die Rollen der Soldaten und selbst der Henkersknechte der Revolution im Voraus auszutheilen. Aus diesen aller Orten hervorgehenden Logen, die in den Städten sich vervielfältigten, und in die Flecken, ja, in die Dörfer sich verbreiteten, konnten eben das Regiment, und die Befehle des Centralausschusses, an einem und demselbigen Tage, und in einem und demselbigen Augenblicke, alle die Schwärme von Adepten auftreten machen, die zum Kampfe für die Gleichheit und Freyheit geneigt und angereizt, gleich mit Bajonnetten, Piquen, Feuerbränden und Hacken versehen waren, um schleunig aller Orten und zu gleicher Zeit, Schrecken und Unglück zu verbreiten; denen die hinzurichtende Schlachtopfer, die zu verbrennende Schlösser, und die zum Triumph der Gleichheit und Freyheit, abzuhauende Köpfe, im voraus schon bekannt waren; die selbst in der Verwirrung des Aufstandes, doch den Einklang der Verwüstungen beobachteten; die zugleich die Justitz und die öffentliche Gewalt lähmten, alles zerstörten, alles umkehrten; und die im selbst einen Standpunkt in dem neuen Reiche sich zu schaffen, nur die unterirdischen Logen in Jakobinerklubs verwandelten, und die Adepten in Municipalen [en Municipes]; und die endlich von dem Augenblicke an, da die Revolution anhebe, sie als unwiderstehlich vollendet, und unabwendbar darstelleten, ehe man nur den Gedanken gefaßt, sie aufzuhalten.

Indem ich von den Hülfsquellen rede, welche die Verwaltung und die Finsternisse des maurerischen Geheimnisses, den Complots der Sophisten darbothen, bezeichne ich nur im voraus den Weg, den sie nachher einschlugen, um endlich ihre Revolution herbeyzuführen und zu gesichern. Vom Jahre 1776 an, gab der Centralausschuß oder das Generalbureau, seinen Abgeordneten auf, die Brüder zur Empörung zu disponiren, die Logen in ganz Frankreich zu besuchen und zu visitiren, kraft und vermöge des maurerischen Eides, sie anzutreiben und aufzufordern, und ihnen zu verkündigen, daß es endlich Zeit sey, durch den Tod der Tyrannen ihn in Erfüllung gehen zu lassen.

Derjenige der großen Adepten, dem zu seiner Mission die nördlichen Provinzen angewiesen worden, war ein Infanterie-Officier, Namens Sinetti [orig Sinetty]. Seine Revolutions-Streifzüge führeten ihn nach Lille. Das Regiment la Sarre lag derozeit daselbst in Garnison. Den Verschwornen war hauptsächlich daran gelegen, der militärischen Brüder sich zu versichern; die Mission des Sinetti hatte nichts weniger, als den erwarteten Succeß; aber die Art, wie er sich dabey benahm, ist zu unserm Zweck hinreichend.

Um sie bekannt zu machen, will ich blos die Erzählung wiederholen, die ein Augen zeuge, damahls Officier im Regiment de la Sarre, mir davon gemacht hat, den Sinetti, nebst mehreren andern vom selbigen Regiment, ausersehen hatte, um ihnen den Vorwurf seines Apostolats zu eröfnen.

„Wir hatten, sagte mir dieser würdige Krieger, unsere Maurer-Loge; sie war für uns, wie für die mehresten andern Regimenter, ein wahres Spielwerk; die Prüfungen der Neuangekommenen dieneten uns zur Belustigung; unsere maurerischen Repas fülleten unsere müssige Zeit auf eine angenehme Art aus, und gaben uns Erholung von unsern Arbeiten. Sie werden wohl einsehen, daß unsere Freyheit und Gleichheit, nichts weniger waren, als die Freyheit und Gleichheit der Jakobiner. Die größeste Anzahl der Officiere, und beynahe alle ohne Ausnahme haben dieses zu zeigen gewust, als die Revolution anhob.

Wir waren entfernt an eine solche Resolution zu denken, als ein Infanterie-Officier mit Namen Sinetti [eine umständliche Korrektur dazu im 3. Band, S.8-10], ein berüchtigter Freymaurer, unserer Loge sich darstellete, er ward brüderlich aufgenommen. Gleich anfangs ließ er gar keine, der unserigen zuwiderlaufende Stimmung blicken. Aber wenige Tage nachher ließ er zwanzig unserer Officiere zu einer absonderlichen Versammlung einladen. Wir glaubten, er wollte uns nur ein Festin wieder geben, wie wir ihn gegeben hatten. Seiner Einladung gemäß, fanden wir uns in einer Schenke, die Nouvelle Avanture [orig. la Nouvelle-Aventure] benahmt, ein.

Wir erwarteten nichts weiter, als eine maurerische Mahlzeit, und siehe da, er nahm das Wort als ein Redner, der wichtige Geheimnisse von wegen des großen Orients, uns zu entdecken habe. Wir hören zu, aber stellen Sie unsere Ueberraschung sich vor, als er auf einmahl einen nachdrücklichen und enthusiastischen Ton annimmt, um zu sagen, es sey endlich Zeit, daß die mit Würde gefaßte und so lange überlegte Projekte der wahren Freymaurer in Erfüllung gehen; daß die Welt endlich ihrer Fesseln entlediget werde; daß die, Könige genannte, Tyrannen überwunden werden; daß aller religiöser Aberglaube dem Lichte Platz machen müsse; daß die Freyheit und Gleichheit, die Sklaverey, worin die Welt seufze, verdränge, und daß der Mensch endlich wieder zu seinen Rechten gelange."

„Unterdessen, daß unser Redner diesen Declamationen sich überließ, sahen wir uns einander an, als ob wir uns sagen wollten: was will doch dieser Narre vorstellen? Länger als eine Stunde höreten wir ihm jedoch zu, und behielten uns vor, nachher ohne Rückhalt seiner zu spotten. Was uns am ausschweifendsten vorkam, war der zuversichtliche Ton, mit welchem er verkündigte, daß in der Folge die Könige oder Tyrannen umsonst den großen Projekten sich widersetzen würden; daß die Revolution unfehlbar sey und nahe bevorstehe; und daß die Throne und Altäre fallen würden."

„Zweifelsohne ward er inne, daß wir nicht Maurer seiner Gattung wären, er verließ uns, um andere Logen zu visitiren. Nachdem wir uns einige Zeit über das lustig gemacht hatten, was wir für Ausbrüche eines verwirreten Gehirns hielten, vergaßen wir diesen ganzen Auftritt, bis die erfolgte Revolution uns belehrete, daß wir geirret hatten."


Indem ich diese Begebenheit publicire, fühle ich ganz die Nothwendigkeit, solche durch die namentliche Angabe dessen zu bekräftigen, von dem ich die umständliche Nachricht davon erhatten habe; aber es fühlet sich auch, daß er Gründe haben könne, von den Brüdern nicht als einer, der die Geheimnisse der Logen ausgeplaudert habe, angesehen werden zu wollen.

Glücklicherweise sind noch andere Zeugen darüber vorhanden. Vor Kurzem befanden sich [im Orig, noch eingeschoben: M. le comte de Martange,] Mr. de Bertrix und Mr. Ie Chev. de Myon, beide vorhin Officiere des Regiments Ia Sarre, in London. Obgleich ich nicht die Ehre habe sie zu kennen, und sie ein wenig verwundert seyn werden, hier ihre Namen zu finden; so. fürchte ich doch nicht von ihnen Lügen gestraft zu werden, wenn ich auf ihr Zeugniß über die Mission des Sinetti, und über die Art, wie er sich dabey benommen, mich berufe, und hinzufüge, daß ihre Ergebenheit gegen den König selbst, sie derozeit in diesem vermeintlich unklugen Menschen sich irren machte.

Sie waren von allem Geiste des Aufruhrs so weit entfernt; sie kannten so gut die Stimmung der andern französischen Officiere; sie glaubten die Autorität des Königs so gesichert zu seyn, daß alles dieses sie bewog, den Sinetti für einen Narren, und alles was er ihnen von wegen der Mutter-Loge vortrug, für Hirngespinst zu halten. Jetzt, nachdem die Revolution die Täuschung weggenommen hat. überlasse ich dem Geschichtschreiber und dem Leser, über die wichtige Begebenheit nachzudenken.

Die Folgen davon zeigen sich von selbst, sie sagen uns alles, was die Brüder Sophisten und Maurer in dem Centralausschusse zu Paris vereiniget, derozeit, von den auserwählten Adepten, und deren Sendung an alle Logen, um zum Aufstande sie vorzubereiten, sich versprachen.

Sehr bald fanden Condorcet und Sieyes sich in Stand gesetzt, im Centro der Freymaurerey, ein größeres Apostelamt [un apostolat plus général] anzuordnen, dessen Gegenstand nicht mehr auf die Jakobinisirung der französischen Logen alleine sich beschrankte, sondern den ganzen Erdkreis umfaßte.

Der Condorcet, der so eifersüchtig bemühet, sich gezeiget hat, seine Brüder bey den Albigensern, Patarinen oder Catharern, bey allen Jakobinern des Mittelalters aufzufinden, hatte, ohne Zweifel auch die von ihnen angewandte Mittel ausfindig gemacht. Was die Geschichte erzählet, um Verachtung und Abscheu gegen ihre Arglisten einzuflößen, wählet Condorcet aus, um sie nachzuahmen, ja zu übertreffen (31).

(31) Wie viel Uebereinstimmendes zwischen den Jakobinern des Mittelalters, und den der französischen Revolution, ich auch gezeiget habe; so muß ich doch hier ein, wenig bekanntes, aber wichtiges, historisches Denkmahl anführen. Es ist dieses ein 1243 an den Erzbischof Gerald von Bourdeaux [orig. Bordeaux] von einem Namens Yvon de Narbonne geschriebener, und von Mathieu [Matthieu] Paris, einem gleichzeitigen Schriftsteller, in seinem ganzen Umfange beygebrachter Brief. In diesem Briefe erzählet Yvon, daß er, angeklagt den Irrthümern der Patariner ergeben zu seyn, sein Heil in der Flucht suchen zu müssen geglaubet habe. Wie er zu Come in Italien ankommt, findet er daselbst Patariner, wendet sich an sie. als ein um ihrer Lehre willen Verfolgter. Sie nehmen ihn freundlich auf, behandeln ihn als einen wahren Bruder, und entdecken ihm folgendes:
„Seit drey Monathen," sagt er, „befand ich mich unter ihnen auf das beste und wollüstigste genähret und behandelt, und hörete täglich viele Irrthümer, oder Abscheulichkeit vielmehr, gegen den christlichen Glauben, den ich beyzupflichten mich stellete. Durch gehäufte Wohlthaten brachten sie mich endlich dahin, ihnen zu versprechen, daß ich in der Folge, so wie ich Gelegenheit haben würde mit Christen mich zu unterhalten, sie zu überreden mich bemühen wolle, daß der Glaube Petri niemanden selig mache.

Sobald sie diesen Eid mir abgedrungen hatten, fingen sie an, ihre Geheimnisse mir zu offenbaren. Unter andern sagten sie mir, daß sie sich angelegen seyn liessen, aus verschiedenen Städten von Toscanien, und fast aus allen Städten der Lombardey, gelehrige Schüler nach Paris zu schicken, die daselbst mit allen Spitzfindigkeiten der Logik und der theologischen Fragen sich recht bekannt machen sollten, um ihrer nachher zur Unterstützung ihrer Irrthümer, und zur Bekämpfung des apostolischen Glaubens sich zu bedienen.

Noch haben sie eine große Anzahl Kaufleute an der Hand, die sie auf die Messen und Märkte umherschicken, in der Absicht, auch die reichen Layen, und alle die, mit welchen sie Gelegenheit haben zu essen, oder sich zu unterhalten, zu verführen. So bereichern sie sich an der einen Seite mit dem Gelde anderer Leute durch die verschiedenen Zweige ihres Handels, und führen auf der andern Seite die Seelen ins Verderben."

Hier ist also unbezweifelt, eine recht ausgezeichnete geheime Gesellschaft und eine Propagande. Wenn man nun weiß, daß diese Gesellschaft ganz aus Manichäern bestand, die behaupteten, daß, alle Menschen gleich und frey wären, sie auch weder einer geistlichen noch weltlichen Macht gehorsamen müsten: So fällt es schwer, nicht eine jakobinische Maurergesellschaft darin zu erkennen. Man kann sich dessen noch weniger erwehren, wenn man in diesem Briefe wahrnimmt, wie der Adepte von Cremone nach Mayland, nach Venedig und bis nach Wien reiset, immer von den Brüdern wohl aufgenommen und tractiret, die ihn nicht kennen, und den er auch nicht weiter sich zu erkennen giebt, als durch die Zeichen, die ihm jedesmahl insgeheim gegeben werden. Semper in recessu accepi ab aliis, ad alios inter signa, (Math. Paris hist. Ang. an. 1243.)

Dieser Brief ist zwar von einem reuigen Adepten, der über das verstellte Verleugnen seines Glaubens sich betrübet, die Greuel beklaget, deren er mit den Brüdern sich schuldig gemacht, und nur damit sich tröstet, daß er endlich das Glück gehabt, mehrere abzurathen, und aus freyen Stücken seine Annahme zur Buße nachgesucht habe. Aber eben diese Umstände reden seiner Aufrichtigkeit das Wort, und zeigen desto deutlicher die Ähnlichkeit der geheimen Gesellschaft der Abkömmlinge des Manes, ächte Jakobiner-Maurer des Mittelalters, mit den Jakobiner-Maurern unserer Zeit.


Der gewöhnliche Elfer der Adepten scheinet ihm nicht brennend, nicht wirksam genug zu seyn, er vereinigt sich mit Sieyes; um in der Maurerey eine Gesellschaft wahrer Jakobineravostel [une vraie société d’apôtres Jacobins] zu begründen.

Die Loge, welche in der Straße Coq-héron zu Paris, unter dem Vorsitz des Duc de Rochefoucauld [Duc de la Rochefoucault] sich versammlete, war vorzüglich die der großen oder vollendeten Maurer geworden. Nach dem Centralausschusse des großen Orients, wurden da die geheimsten Berathschlagungen gehalten; da war es insbesondere, wo Sieyes und Condorcet mit denjenigen Brüdern, deren Eifer am bekanntesten war, sich zusammenthaten. Hier wurde auch das neue Apostelamt, Propagande genannt, zur Geburt gebracht.

Herr Girtanner [orig. Girtaner] ist derjenige Schriftsteller, der dieses Etablissement am besten gekannt hat. Er lebte zu Paris, mitten unter den Sophisten und den Maurern; und lebte nachher mitten unter den Jakobinern, hörete, sahe und beobachtete alles auf das genaueste. Seine Eigenschaft als auswärtiger Gelehrter und Mediciner machten ihn weniger verdächtig, und verschaffeten ihm, vor vielen andern, Gelegenheit zur Vertraulichkeit der Brüder. Was man hier von der Propagande lesen wird, ist fast ganz aus den Denkwürdigkelten dieses Autors über die französische Revolution, genommen.

„Der Club der Propagande ist von dem Club der Jakobiner sehr unterschieden, wenn gleich beide oft sich zusammenthun. Der Club der Jakobiner ist das große Triebrad der Nationalversammlung. Der der Propagande will das Triebrad des menschlichen Geschlechts seyn. Dieser letztere war schon 1786 vorhanden; die Häupter davon sind, der Duc de Rochefoucauld, Condorcet und Sieyes."

Zur Ehre des unglücklichen Duc de Rochefoucauld wollen wir jedoch keinen Augenblick anstehen zu bemerken, daß die Revolution ihn wenigstens zur Erkenniniß seines Irrthums gebracht hat. Er war Großmeister verschiedner Logen, und das Werkzeug von Condorcet und Sieyes, die insbesondere sein Geld zu der großen Entreprise benutzten. Als er die Zerrüttung von Frankreich, als Folge des Regiments der ersten Constituenten gewahr ward, erkaltete sein Eifer für die Propagande. Er that selbst Verzicht darauf, und Condorcet und Sieyes blieben alleine die Häupter davon.

„Der große Gegenstand des Propagande-Clubs ist, eine über die Meinungen des menschlichen Geschlechts herrschende philosophische Ordnung einzuführen. Um Zutritt zu dieser Gesellschaft zu erlangen, muß man Anhänger der modernen Philosophie seyn, ist zu sagen des dogmatischen Atheismus, oder man muß ehrsüchtig und mit der Staatsverfassung unzufrieden seyn. Das erste Requisitum bey der Einweihung, ist ein Versprechen der Verschwiegenheit. Dann wird dem Aspiranten gesagt. daß die Zahl der Adepten unermeßlich sey; daß sie über die ganze Erde sich verbreiteten; daß alle unablässig mit Aufsuchung falscher Brüder beschäftigt wären, um sich ihrer zu entledigen, und von den Verräthern des Geheimnisses sich loszumachen. Der Aspirant muß versprechen, den Brüdern nichts zu verheimlichen, das Volk immer gegen das Gouvernement zu vertheidigen, allen willkührlichen Befehlen beständig zu widerstreben, und alles, was von ihm abhägnt [besser: abhängt], anzuwenden. um eine allgemeine Duldung aller Religionen einzuführen."

„Es giebt in dieser Gesellschaft zweierley Arten von Mitgliedern, contribuable und nichts bezahlende. Die ersten geben wenigstens jährlich drey Louisd'or, und die Reichen contribuiren doppelt, die Anzahl der Zahlenden beläuft sich beynahe auf 5 000; alle übrige verpflichten sich, die Grundsätze der Societät aller Orten zu verbreiten, und immer ihrem Zwecke beförderlich zu seyn. Dieser letzteren sind wenigstens 50 000."

„Im Jahre 1790 waren in der Generalkasse des Ordens, zwanzig Millionen Livres baar vorräthig, und nach den Rechnungsüberschlägen, müssen vor dem Ablauf des Jahrs 1791 zehn Millionen mehr eingeflossen seyn."

„Die Propagandisten haben zwey Grade, den der Aspiranten, und den der Eingeweiheten. Die Grundlagen ihrer ganzen Doctrin sind: das Bedürfniß und die Meinung sind die Triebfedern aller menschlichen Handlungen; macht das Bedürfniß entstehen, oder die Meinung herrschen, und ihr werdet alle Systeme der Welt wankend machen, selbst die am vestesten stehen.“

„Es stehet nicht zu leugnen, sagen sie ferner, daß der Druck, unter welchem die Menschen leben, gewaltig barbarisch ist."

„Dem Lichte der Philosophie stehet es zu, die Geister aufzuwecken, damit sie gegen die Unterdrücker Lerm schlagen. Wenn das einmahl geschehen ist, so ist nichts weiter nöthig, als den günstigen Augenblick abzuwarten, den, da die Gemüther überall geneigt seyn werden, das neue System anzunehmen, welches alsdann auf einmahl in ganz Europa gepredigt werden muß. Wenn Widersprecher sich finden, so muß man sie durch Ueberzeugung oder durch das Bedürfniß gewinnen. Wenn sie bey ihrer Widersetzlichkeit beharren, so muß man sie behandeln als die Juden, und ihnen aller Orten das Bürgerrecht versagen."

Ein sehr merkwürdiger Artikel dieser Lehren (der ohne Zweifel den ersten fehlgeschlagenen Versuchen zuzuschreiben ist) ermahnet die Brüder, nicht eher mit ihrem Projekte hervorzugehen, als bis sie völlig versichert seyn würden, das Bedürfniß oder die Noth entstehen gemacht zu haben. Er macht ihnen zugleich bemerklich, daß allenfalls weit besser sey, funfzig Jahre zu warten, als das Ziel durch zu große Uebereilung zu verfehlen.

„In Holland hatte die Propagande Mühe Fuß zu fassen, es gelang ihr nur durch die Ueberredung, daß die Bewegung allgemein seyn, und daß Holland, so wie die übrigen Völker doch am Ende mit hineingezogen werden würde. Dermahlen ziehet sie große Geldsummen für ihre Kasse aus allen holländischen Provinzen." (Girtanner, 3. Theil S. 470 bis 474.)

So lauten die umständlichen Nachrichten, die Herr Girtanner schon im Monath Februar 1791 ertheilete; und ein Brief vom 1. September 1792 aus Paris datirt, bestätigt sie insgesammt mit dem Zusatze:

„Sie können versichert seyn, daß alles, was ich von der Propagande Ihnen geschrieben, die vollkommenste Richtigkeit habe. Höchstens sind in den Zlefern einige unbedeutende Irrthümer, wie in allen runden Zahlen, die für ohngfähr anzunehmen sind. Die Propagande ist jetzt in ihrer ganzen Thätigkeit, wovon Sie die Folgen bald wahrnehmen werden."

Als Herr Girtanner diese Worte schrieb, war es nicht mehr schwer, den ganzen Umfang des Successes, den die Brüder von ihrem Apostolat erwarteten, zu spüren. Der Redner des Clubs des Amis du peuple in Brüssel hatte darin schon folgende Worte verlauten lassen: „Allerwärts schmiedet man Ketten für das Volk, aber die Reihe wird an die Philosophie und an die Vernunft kommen, und der Tag wird erscheinen, an welchem der erhabene Alleinbeherrscher des ottomanischen Reichs, als Despote sich schlafen legen, und beym Erwachen ein simpler Bürger seyn wird." (Ibid.)

Zur Bekräftigung dieser Umstände erinnere man sich an das, was ich von dem Adepten erzählet habe, der, nachdem er lange in guter Zuversicht, Maurer gewesen, nicht zu dem höchsten Mysterien gelangte, als bis er endlich in den Kadoschgrade ausgenommen, dann würdig geachtet wurde, den Propagandisten zugezählet zu werden, und, nach eigner Wahl, entweder nach Brüssel, London, aber auch nach Constantinopel zu gehen, um die Grundsätze der französischen Revolution zu verbreiten, der künftig zu erwartenden Unterstützung aus dem Schatze der Brüder, und der Wiederherstellung seiner zerrütteten Glücks-Umstände völlig versichert.

So hat die Maurerey durch das Genie der Sophisten der Gottlosigkeit, mit neuen Graden sich bereichert, und gewissermaaßen mit einer Societät, deren Bestimmung ist, die Systeme der Gleichheit und Freyheit des Alterthums, in der ganzen Welt umherzutragen, und triumphirend zu machen. Mit der Propagande hatte sie denselben selbst die Menge ihrer Adepten zu verdanken; oder der Geist der Philosophie hatte vielmehr, indem er die Gottlosigkeit so sehr überhandnehmen gemacht, dieses System so acereditiret, daß es beynahe nicht weiter nöthig war zu den höchsten Mysterien zugelassen zu werden, um bey der großen Verschwörung Eingang zu finden.

Es gab derozeit fast gar keine Novizen mehr, insbesondere nicht in den großen Logen des Orients und des Contract-Social.

Die Revolution ward darin so öffentlich vorbereitet und betrieben, daß es dem Hofe nicht verschwiegen bleiben konnte. Unter den zahlreichen Adepten, musten welche sich finden, die diese Revolution als eine große Geissel ansahen; und in der That fanden sich deren mehrere. Mit vollkommner Gewißheit kann ich zu dieser Zahl den vornehmen französischen Herren rechnen, dessen ich bereits gedacht habe, bey der Erwehnung des von Alphonse le Roi [orig. Alfonce le Roi] ihm adreßirten Briefes.

Als dieser Herr befragt wurde, ob er bey den Maurern nichts die französische Revolution bezielendes wahr, genommen habe, antwortete er, wie folget: „Ich bin Redner verschiedner Logen gewesen, und war bis zu einem ziemlich weit vorgerückten Grade gelanget. Ich hatte bis dahin nichts in der Maurerey gesehen, wovon ich Gefahr für den Staat hätte besorgen können. Lange war ich aber in ihren Versammlungen nicht erschienen, als 1786 ein Mitbruder in Paris mir aufstieß. Er machte mir Vorwürfe über mein Zurückbleiben, drang sehr in mich, daß ich wiederkommen, und insbesondere einer Versammlung beywohnen mögte, die sehr interessant seyn würde. Ich willigte ein und erschien am bemerkten Tage. Ich ward wohl aufgenommen, und sehr fetiret [très-fêté].

Ich hörete Dinge die ich Ihnen nicht sagen kann, aber die mich so aufbrachten, daß ich mich gleich zu dem Minister begab. Nur eine Frage habe ich ihnen Ihnen [besser: nur einmal] vorzulegen. Mein Herr, sagte ich, deren ganzes Gewicht ich fühle, sammt den Folgen die sie haben kann. Aber sollte sie mich in die Bastille führen, so muß ich Sie fragen, weil ich glaube daß die Sicherheit des Königs und die Ruhe des Staats dabey interessiret sind, ob Sie die Augen über die Freymaurerey offen haben, ob Sie wissen was in den Logen vorgehet? der Minister drehete sich auf einem Fuße herum, und antwortete: Seyn Sie ruhig, Sie sollen nicht in die Bastille wandern, und die Freymaurer sollen den Staat nicht in Unruhe bringen."

Von dem Minister, der diese Antwort gab, ist keinesweges zu vermuthen, oder zu argwöhnen, daß er im mindesten die Revolution begünstiget habe; ohnfehlbar hielt er auch jeden Anschlag auf den Umsturz der Monarchie für eine thörigte Grille, und dachte, wie der Graf Vergennes, daß mit einer Armee von 200 000 Mann eine Revolution wenig zu fürchten sey.

Ludwig der Sechszehnte selbst, von der seinem Throne drohenden Gefahr benachrichtiget, blieb dennoch in einer Sorglosigkeit, deren Täuschung er allererst nach der Zurückkunft von Varennes einsahe. Warum habe ich nicht geglaubet, sagte er dann zu einem Vertrauten, warum habe ich vor eilf Jahren nicht geglaubet, was ich nun sehe? Schon derozeit hatte man mir alles dieses vorher verkündigt.

In der That, wenn irgend jemand Anschläge gegen seine Person, oder seinen Thron bezweifeln konnte, so war es der unglückliche Ludwig der Sechszehnte. Er, der mit aufrichtigem Herzen nur das Glück seiner Unterthanen beabsichtigte, der keine Ungerechtigkeit sich vorzuwerfen hatte, der nur darauf bedacht war, seinem Volke Aufopferungen zu machen, und nur zu verdienen wünschte, von demselben geliebt zu werden, wie hätte der sich überreden mögen, daß man es dahin würde bringen, ihn für einen Tyrannen auszugeben und gelten zu machen?

Ludwig der Sechszehnte hatte keines von den Lastern an sich, die die Monarchen verhaßt machen. Als der gerechteste Fürst, und der rechtschaffenste Mann seines Reichs allgemein berufen, war er unglücklicherweise auch der schwächste der Könige.

Aber wenn jemahls Staats-Ministers eine Revolution vorbereiteten, so waren es fast alle die, in welche er Vertrauen setzte. Gleich anfangs hatte er sich der Vormundschaft des Grafen Maurepas überlassen; und die Unthätigkeit und Sorglosigkeit dieses ersten Ministers, den nur große Erschütterungen und Stürme schreckten, sahe allen den, die nach seiner Zeit ausbrechen würden und in der Anlage waren, ruhig zu.

Der Sophiste Turgot erschien nur auf kurze Zeit, um einen Versuch mit Systemen zu machen, die insgeheim die Monarchie untergruben. Die filzigen Erscheinungen von St. Germain entkräfteten den Monarchen durch die Entfernung seiner redlichsten Anhänger. Der Charlatan Necker verstand nichts weiter, als den öffentlichen Schatz oder die Staatskasse, durch seine Anleihe zu ruiniren, und Calonne zu beschuldigen, daß er ihn durch seine Verschwendungen erschöpfe. Unter dem Grafen Vergennes, erweckte die falsche Politik, welche auswärts alle Revolutionen anfachte, den Revolutionsgeist im Innern. Zudringliche Höflinge ermüdeten den König durch ihre Intriguen, machten das Volk durch das Aergerniß das sie ihm gaben, abwendig, verdarben es durch ihre Gottlosigkeit, und erbitterten es durch ihren Luxus. Die Versammlung der Notablen schien bestimmt zu seyn, große Fehler, auf Kosten der Geistlichkeit und des Adels wieder gut zu machen, man konnte sich inzwischen nicht versprechen, daß auch große Aufopferungen zu etwas weiter dienen würden, als zu großen Plünderungen.

Die Mißverständnisse zwischen dem Hofe und der hohen Obrigkeit waren dem Ausbruche wieder nahe. Brienne muste auftreten um alles vollends zu verderben, indem er alle die Verachtung, alle den Haß, den er selbst verdiente, auf die höchste Gewalt fallen machte, und kein einziger Minister suchte den Geist der Gottlosigkeit und des Aufruhrs zu dämpfen; kein einziger fühlte, was die Gesetze einem Volke sind, das seine Oberherren hasset oder verachtet, und das den Zaum seiner Religion abgeschüttelt hat. Die Holbachschen Sophisten, die Maurer-Sophisten, die Unzufriedene aller Classen, der Adel und der Pöbel hatten fast nichts weiter zu thun, um das Verlangen nach einer Revolution rege zu machen. Das war der Zeitpunkt, den die Verschwörer erwarteten, um die ihrige zu fixiren und zu beschleunigen. Das war, was die Propagandisten nannten, das Bedürfniß entstehen machen.

In diesem selbigen Jahre 1787, wo Calonne sich beeiferte, der Verwirrung, die Necker in die Finanzen gebracht hatte, ein Ziel zu setzen und die Notablen zusammenberief, etablirte sich zu Parts in der Straße Croix des petits Champs, in dem Hotel von Lussan, eine für neugehaltene Gesellschaft, unter dem Namen des Amis des Noirs (Freunde der Schwarzen), Blos der Name war gleichwohl neu. Alle alte und neue Freyheitssektirer, alle Klassen der Sophisten, und der aufrührerischen Maurer hatten diesen Namen Ami des Noirs nur angenommen, um den wichtigsten und verborgensten Zweck ihrer Complots, unter dem Schleyer der Menschenliebe sogar, zu verhüllen. Indem sie Europa mit der hingeworfenen Frage über die Sklaverey der Negern in Amerika beschäftigten, gedachten sie selbst nur mit der so lange im Schilde geführten Revolution sich zu beschäftigen, um die Völker in Europa und auf der ganzen Erde, von der vorgeschützten Sklaverey der Gesetze und von der vorgeblichen Tyranney der Regenten zu befreyen. Ihre Maurer-Logen konnten durch tägliche Versammlungen verdächtig werden, und sie wollten doch keinen Augenblick mehr, den großen Gegenstand ihres Complots aus dem Gesichte verlieren.

Die Adepten waren in ihren Meinungen, über die Art und Weise der Revolution, und über die, denen der Monarchen, zu substituirende Gesetze, getheilt. Alle stimmeten für die Gleichheit und Freyheit, welche das große Geheimniß ihrer Mysterien ausmacht; alle kamen darin überein, daß keine Freyheit und Gleichheit bey einem Volke sich finde, das nicht souverän, nicht Selbstherrscher ist, das nicht selbst seine Gesetze macht, das sie nicht widerrufen oder abändern kann; und insbesondere, nicht bey einem an Monarchen und Obrigkeiten gebunden Volke, die unwiderruflich über dasselbe herrschen, und etwas anders sind, als die Agenten und Ausrichter seines Willens, mit welchen in jedem Augenblick, so wie mit dem Willen selbst, eine Veränderung vorgenommen werden kann.

Aber unter diesen Adepten waren Sophisten, die die Freyheit und Gleichheit nach ihrem Interesse, nach ihren Gewohnheiten, nach ihrem Range oder nach ihren Glücksumständen, modificirten. In gewisser Maasse gab es unter ihnen, Jakobiner der Aristocratie, Grafen, Marquis, Herzöge, Chevaliers und reiche Bürger. Diese verlangten bey der neuen Gleichheit, von ihren Glücksgütern, von ihrem Range nichts einzubüßen; oder auch wohl alle das Ansehn und den Einfluß an sich zu bringen, dessen sie den Monarchen zu berauben gedachten.

Einen König, gleich dem der ersten jakobineschen Gesetzgeber, wollten sie haben, einen von ihnen zu beherrschenden König, und der sie nicht beherrschen könnte. Andere begehrten, eine Gleichheit in der Freyheit der Großen und Reichen, durch die Gleichheit in der Freyheit des Pöbels und ein gemeinschaftliches Oberhaupt, ins Gleichgewicht gebracht. Das war die Gleichheit der Monarchisten, die in der Folge an dem Verbrechen der Rebellion unschuldig zu seyn gewähnet haben, weil sie den von ihnen beabsichtigten Gang nicht genommen, hat.

Noch andere wollten endlich weder von einem constitutionellen Könige, noch von Monarchisten etwas wissen. Ein jeder König war in ihren Augen ein Tyranne, und ein jeder Tyranne sollte weggeschaft, alle Aristocratie sollte vertilget, und alle Ungleichheit, bestehend in Titeln, Rang und Gewalt, sollte geebnet werden. Diese letztere alleine wusten um die tiefsten Geheimnisse der Revolution. Sie begriffen, daß man nur stuffenweise dazu gelangen könne; daß man erst über die Mittel, alles umzustoßen, sich vereinigen müsse, und von der Zeit und von den Umstanden die Mittel erwarten, alles, ins Werk zu richten, was sie vorhatten.

In dieser Hinsicht brachten Brissot, Sieyes und Condorcet, unter dem Namen einer Gesellschaft von Freunden der Schwarzen oder Negern, die allgemeine Vereinigung aller Adepten, ihr System über die Revolution mögte beschaffen seyn wie es wollte, in Vorschlag. Ja, es ward beschlossen, einen jeden einzuladen, sich einschreiben zu lassen, von dem man in Erfahrung brächte, daß er mit dem Hofe unzufrieden genug sey, um zu glauben, daß er der Zahl der Revolutionisten zugesellet werden könne.

So bildeten sie sich ein, nur einen von ihren Grundsätzen eingenommenen Mann anzuwerben, als sie den Marquis de Beaupoil de St. Aulaire zu ihren Versammlungen einluden. Sie irreten sich aber gar sehr, Mr. de Beaupoil hatte über die Minister sich zu beschweren gehabt, aber niemand verstand besser als er, die Sache der Könige von der, der Mißbräuche und Ungerechtigkeiten der Minister, zu unterscheiden.

Dieser Irrthum war wenigstens ein glücklicher Umstand für die Geschichte. In dem, was ich von dieser Gesellschaft der Freunde der Schwarzen erzählen werde, hat der Herr Marquis de Beaupoil mir erlaubt, auf sein Zeugniß mich zu berufen. Umsonst würde man einen, des öffentlichen Vertrauens würdigern Gewährsmann aufsuchen.

Dem Wunsche und Zwecke der Stifter gemäß, war die Gesellschaft der Freunde der Schwarzen, aus allen den Grundsätzen der modernen Philosophie zugethanen, und fast insgesammt den Mysterien der Freymaurerey eingeweiheten, Adepten zusammengesetzt. Unter der Menge der Brüder fanden sich mehrere Tausend hinters Licht Geführter, die alle eifrig und bereit waren die Revolution zu befördern, und sie alle kommen zu sehen wünschten. Jedes Mitglied bezahlte zwey Louisd'or durch Subscription, und hatte ein Recht den Deliberationen beyzuwohnen. Damit diese mit desto mehrerer Ueberlegung geschehen mögten, bestellten sie ein Directions- oder Leitungs-Comité, bestehend aus folgenden Personen: Condorcet, Mirabeau den älteren, Sieyes, Brissot, Carra, dem Herrn Duc de la Rochefoucault, Claviere, Pelletier de St. Fargeau, Valadi, Lafayette und einigen andern.

Wenn ich auch die französische Revolution noch nicht genannt hätte, so würden die Namen dieser Männer alleine die großen Helden derselben schon angedeutet haben. Was kann der Zweck einer Gesellschaft seyn, die damit anfängt, grade alle die zu Lettern oder Dirigenten sich zu erwählen, die nächstdem im Laufe der Revolution, offenbar als die Fähnchenführer und Stützen derselben [comme ses arc-boutans] sich ausgezeichnet haben? Einen Condorcet zuerst, dieses gehässige Wesen, welches die ganze Welt in Feuer erblickt, und dazu gelächelt haben würde, wenn nur aus der Asche weder ein Priester noch ein König hätte wieder hervorgehen können. Einen Mirabeau, der der Gottlosigkeit, dem Ehrgeitze, und allen Lastern eines wahren Catilina, nur einen Zug hinzuzufügen übrig ließ, den nemlich, daß er feiger, obgleich ein eben so großer Bösewicht war.

Wenn die Geschichte Sieyes wird abmalen wollen, so muß sie mit den Eigenschaften einer Schlange den Anfang machen. Blos der Kunst sich zu verstecken, indem er seinen Gift umhersprudelt, hat dieser Elende den Ruf eines tiefdenkenden Genies zu verdanken. Gleich Mirabeau, spürete er lange den Revolutionen nach. Er überließ jenem die Aufsehn machende Verbrechen, und reservirte sich allen Genuß der verborgen sich haltenden Bösewichter, welche den Spitzbuben die zu begehende Frevelthaten zeigen, und dann hinter ihre Bundesgenossen sich verkriechen.

Mit allem Verlangen nach einer philosophischen Revolution, und als weit sehender Politikus sie leiten zu können, wagete Brissot noch nicht weiter als in der zweiten Ordnung hervorzutreten; aber sein Plan zur Republik war schon angelegt, und sein Philosophismus sollte vor den Greuelthaten nicht erschrecken, als bis die Beile, deren er sich bedienet hatte, den Thron umzuhauen, seinem Kopfe drohen würden.

Claviere, ein gieriger und kalter Mäckler [agioteur], kam aus dem Lande des Neckers, den Parisern die Kunst der Revolutionen zu verkaufen, welche er in seinem Vaterlande geübet hatte. Mit der Sprache der Mässigung, die er selbst dann führete, wenn er die treulosesten und verruchtesten Mittel an Hand gab, schien er gar hinter Sieyes sich verkrochen zu haben, um zu lernen, seine Zöglinge zu bilden.

Mit genauer Noth dem Galgen entronnen, erschien Carra die Gesetze dafür zu bestrafen, daß sie aller seiner Diebstähle ohngeachtet, die Freyheit ihm geschenkt hatten. Er bediente sich ihrer blos, seinen Gott und die Könige, als ein vom Teufel Besessener, zu lästern.

Wer nicht weiß, was auf einen beschränkten Geist der Weyrauch der Philosophen zu wirken vermag, wird sich wundern, den Namen Rochefoucault unter Wesen dieser Art wieder anzutreffen. Condorcet hatte ein Stichblatt nöthig; so lange als er dieses unglücklichen Ducs sich bedienen konnte, führete er ihn aller Orten hin, in die Logen, in die Clubs, in die Versammlung, und machte ihn glauben, daß er auf dem Wege der Tugend, ihm zum Führer diene.

An der Spitze der Aufrührer-Horden, bildete Lafayette sich ein, auf dem Wege des Ruhms und der Ehre zu wandeln; Held der Hallen, glaubte er Washington zu seyn.

Glücklich mag er sich preisen. wenn sein Unglück ihn hat klug machen, und daneben Schaam und Schmerz ihm einflößen können, so lange die Spielpuppe [le pantin] der Sophisten und Banditen gewesen zu seyn.

Endlich ward auch der Advokat Bergasse dem Leitungs- oder Directionsrathe zugesellet, der zwar weder so einfältig war, als Lafayette, noch so boshaft als Condorcet. Aber er war auch der aufrührerischen Freyheit und Gleichheit zugethan, so wie den Träumern, die ihn für den wahren Messias hielten; er erwartete eine Rolle zu spielen. Als in den ersten Tagen der Nationalversammlung, er den Auftrag erhielt, die Constitution der Gleichheit und Freyheit zu entwerfen, war er darüber betroffen, daß man ihm Mounier und einige andere Collegen zugab.
Ihm alleine, glaubte er, komme es zu, das Volk gleich und frey zu machen, und über den Despotismus zu triumphiren. Nicht hervorstechenden Talenten, noch weniger seinem Rufe der Redlichkeit, sondern einzig und allein seinen überspannten Ideen, seinem Enthusiasmus für eine neue Ordnung der Dinge, hatte er die ihn getroffene Wahl des neuen Clubs zuzuschreiben. Zu seinem Glücke entfernte ihn das, was ihn von den neuen Gesetzgebern entfernte, auch von den Verschwornen. Sieyes und Condorcet, Mirabeau und die übrige dirigirende Bösewichter erhielten inzwischen dadurch desto freyere Hände.

Wie der Marquis de Beaupoil eingeladen ward, der Liste dieser Gesellschaft sich einschreiben zu lassen, glaubte er in der That, daß sie sich mit, schöner Seelen würdigen, Fragen beschäftige, mit, dem Könige vorzuschlagenden Mitteln, das Schicksal der Negern zu erleichtern, oder auch die Sklaverey ganz aufzuheben. Er brauchte aber nicht lange Zelt, seines Irrthums inne zu werden. Die Freyheit und Gleichheit wieder herzustellen, und die Rechte des Menschen zu bestimmen, waren die ersten Aufgaben zu den Ueberlegungen. Die drohendsten Folgen dieses vorgeblichen Rechte für die Regenten, leuchteten, ohnbezweifelt, oder ohne den mindesten Rückhalt hervor.

„Meines nicht geringen Widerwillens vor dergleichen Meinungen ohngeachtet, sagt der Marquis de Beaupoil, hatte ich die Standhaftigkeit, den Sitzungen des Clubs beyzuwohnen, bis daß ich den Sinn und die Entwürfe desselben vollkommen eingenommen hatte. Ich bemerkte, daß alle Glieder der Gesellschaft der Schwarzen, auch von allen Maurer-Logen waren, und insbesondere von der Versammlung, die ein und derselbige Geist regierte, die der Philantropen genannt. Ich nahm wahr, daß von damahliger Zeit an, eine fortgesetzte Correspondenz mit den Societäten gleicher Art in Europa und Amerika unterhalten ward. Man sprach schon derozeit in diesen Schlupfwinkeln von einer ohnfehlbaren und nahen Revolution."

Diejenigen Brüder, die nicht zu dem regulirenden Comité gehörten, trugen demselben ihr Geld zu, mit den Wünschen für den Fortgang seiner wichtigen Arbeiten. Dann zerstreueten sie sich in die Logen, und in die Clubs mancherley Benennung, die im Grunde zu gleichen Principien sich bekannten.

Das regulirende oder dirigirende Comité konnte nur deswegen über alle diese Banden verschiedener Namen sich etwas herausnehmen, weil es aus ihren ftevelhaftesten Mitgliedern zusammengesetzt war.

„Nachdem ich den großen Gegenstand kannte, hätte ich mehr von den projektirten Mitteln erfahren, und in alle Vertraulichkeiten dringen können. Die Verstellung, deren ich bedurft haben würde, um länger in dieser Höhle der Verschwornen zu verweilen, widerstand aber meiner Seele. Voll Unwillens erhob ich mich endlich mit Kraft gegen alle die Complots; ich verlangte, daß mein Name aus der Liste gestrichen werden sollte, strich ihn selbst, und verließ ihre Höhle für immer."

Ich hätte sollen, jetzt erkenne ichs, unverzüglich das Gouvernement, von den Lehrsätzen und Projecten dieser Association benachrichtigen; aber eine Gesellschaft denunciiren, die zu ihren Mysterien mich zugelassen hatte, faßte einen Begriff von Treulosigkeit in sich, die ich würde verworfen haben, wenn sie mir in die Gedanken gekommen wäre. Ich schränkte mich darauf ein, daß ich eine Art von Gegengift drucken ließ, unter dem Titel: Einheit der monarchischen Gewalt (Unité du pouvolr Monarchique).

Einige Zeit nachher gab ich ein Werk heraus, betitelt: Von der Republik und der Monarchie (de la Republique et de la Monarchie), um den König und die Nation, von den Folgen die eine Revolution würde haben müssen, zu avertiren. So viel hätte es nicht bedurft, um der Rachsucht der Verschwornen mich auszusetzen. Ich habe derozeit erfahren, daß gleich den folgenden Tag nach meiner Abdankung die Sitzung mit den zu erwählenden Mitteln sich beschäftigte, meine Treulosigkeit, wie sie es nannten, zu bestrafen. Die Rathschläge waren heftig; Mirabeau stimmte vor der Hand nur, für alle Mittel durch Verläumdung mich anzuschwärzen, und als einen gefährlichen Menschen mich zu verschreyen, auf dessen Treue und Glauben man nicht fußen könne.

„Carra und Gorsas übernahmen diese Commission, ihre Feder würzte die Calomnie mit den heftigsten Ausfällen gegen mich. Als die Zeit der Proscriptionen erschien, fand sich mein Name obenan in allen Listen der zu massakrirenden Menschen.[„]

Wenn die Ehrlichkeit und Aufrichkeit des Marquis de Beaupoil ihm nicht erlaubten, länger in der Mitte der Verschwornen zu bleiben; so siehet man doch aus den angeführten Umständen, daß er sie genugsam kennen gelernt hatte, um über den großen Vorwurf ihrer Mysterien den mindesten Zweifel weiter zu hegen. Ich glaube dem Publiko verkündigen zu können, daß eine Zeit kommen werde, wo auch die allergeheimsten Berathschlagungen dieser Höhle aller Höhlen [de ce dernier des antres de la conjuration] werden klar und entdecket werden.

Nachdem die eingetretene Revolution ihre großen Acteurs dispensiret hatte, unter dem Namen der Freunde der Schwarzen sich zu verstecken, schien diese Societät aufgehoben zu seyn. Das regulirende oder dirigirende Comité blieb, kroch aber immer tiefer in die Finsterniß, um mit desto größerer Sicherheit alle Pariser Clubs, alle Sektionen, alle Petitionen, alle revolutionirende Societäten, mit Inbegriff des, absonderlich der der Jakobiner benahmten Clubs, zu leiten. Wenn Gobet (32), der nur zu berüchtigte in ein Kirchenamt zu Paris eingedrungene Gobet, nicht ein Mitglied davon ward, so war er doch wenigstens von dem, was darin vorgieng, unterrichtet; mehr als einmal muß ihm auch der Zutritt verstattet worden seyn.

(32) Jetzt kann ichs wohl sagen, nachdem der unglückliche Gobet das Opfer seines feigen Schreckens und seiner schändlichen Abtrünnigkeit geworden ist. Er ists, den ich in der Geschichte des Clerus, während der Revolution, nicht nennen wollte, als ich der constitutionellen Bischöfe erwähnte, die widerrufen wollten. Gobet stand an ihrer Spitze; verschiedentlich verlangte er mit mir sich zu unterreden, und wir hatten drey Unterhaltungen, eine jede von zwey Stunden. Alles war eingerichtet; der Pabst hatte auf die Versprechungen von Gobet mit aller möglichen Güte geantwortet. Sein Widerruf war in sechs Briefe gefasset, die schon ganz fertig, und an den Pabst, an den König, an den Erzbischof, an den Clerus, an das Departement und an die Municipalität von Paris gerichtet waren. Aber der Unglückliche wollte erst Frankreich verlassen, um vor den Jakobinern sich zu sichern: Das Vorhaben seiner Flucht ward kund, er fürchtete sich, blieb, und Robespierre lies ihn guillotiniren.


Mit wenigerer Zuversicht würde er sonst von dem, was da angezettelt ward, gegen mich sich geäußert haben, zu der Zeit, als dieser unglückliche Abtrünnige einige geheime Unterhaltungen mit mir begehrte, um seine Rückkehr zur Kirche zu vermitteln. Ich bin jetzt überzeugt, daß die Furcht vor dem Comité ihn abgehalten hat, seine Zusage, das gegebene entsetzliche Aergerniß, durch einen öffentlichen Widerruf gut zu machen, zu erfüllen. Zwar nur in allgemeinen Ausdrücken sprach er gegen mich von dem Comité, aber mit einem solchen Schauer, der die ganze Abscheulichkeit der Beschlüsse mir fühlbar machte. „Nein, Ihr wisset nicht, Ihr begreifet nicht, Ihr würdet euch nicht vorstellen können, sagte er mir derozeit, wie weit sie zu gehen willens sind, was für Entwürfe, was für Mittel sie im Schilde führen."

Und doch waren wir damals im April des dritten Jahrs der Revolution; Greuel genug waren schon vorgegangen.

Schon vor diesem Zeitpunkte kannte ich einen Adepten Freymaurer und vollendeten Deisten, der gleichwohl die Räubereyen und die Blutbäder verabscheuete. Er hätte eine philosophische, mit mehrerer Ordnung und weniger Gewaltthätigkeiten geleitete Revolution gewünscht. Er war auch Mitglied des regulirenden Comité geworden. Ich vergesse nicht, was er eines Tages im Vertrauen zu mir sagte, und woraus ich alles das hätte abnehmen können, was von da an gegen den Clerus, den Adel und den König im Anschlage war. Er sprach von diesem Comité in eben dem Sinne als Gobet.

„Ich gehe hin, setzte er hinzu, aber mit Schrecken, und um dem, was in ihren Projekten abscheulich ist, zu widerstreben. Man wird dereinst erfahren, alles was darin vorgehet, alles was diese verwilderte Gemüther der Revolution hinzusetzen. Man wird es erfahren, aber nach meinem Tode, denn ich werde mich hüten, bey meinem Leben es bekannt zu machen; ich weiß gar zu gut, wozu sie fähig sind."

Ich will aus meiner Imagination den Umständen nichts hinzufügen, welche diese vertraulichen Eröffnungen über das Comité vermuthen lassen, das in der Folge, aus allen unter den Maurern und Sophisten befindlichen allergrausamsten Widersachern des Altars und des Throns zusammengesetzt war; aber sagen werde ich doch, was ich aus den Erzählungen verschiedener Adepten weiß, und was der Epoche der Conspiration am mehrsten angehöret, zu welcher dieser Band uns geführet hat.

Unter allen von den Dirigenten ersonnenen Mitteln war keines, das mehr beytrug, die große Menge der Arme, deren sie benöthigt waren, vorzubereiten, als die Correspondenz mit den, von der Zeit an, gewaltig vielen, in ganz Frankreich verbreiteten Maurer-Logen. In Paris waren deren über 150, verhältnißmäßig eben so viel, ja mehr in den andern Städten, und in den kleinsten Flecken.

Die Beschlüsse des regulirenden oder dirigirenden Comité wurden dem Central-Comité des großen Orients zugesandt, von da ab giengen sie in alle Provinzen unter der Addresse des Venerable oder Präsidenten einer jeden Loge. Gleich von dem Jahre an, da das regulirende Comité etablirt ward, erhielten sehr viele dieser Venerables ihre Instructionen mit einem in nachstehendem Sinn abgefaßten Briefe begleitet:

„Sobald Sie das hier angelegte Paquet werden erhalten haben, ist der Empfang von Ihnen anzuzeigen. Sie haben eine eidliche Versicherung hinzuzufügen, daß Sie alle, auf gleiche Weise Ihnen zukommende Befehle, getreulich und pünktlich erfüllen wollen, ohne sich Mühe zu geben, zu erfahren, von welcher Hand, und wie sie an Sie gelangen. Wenn Sie den Eid verweigern, oder nicht erfüllen, so werden Sie angesehen, als hätten Sie den gebrochen, den Sie beym Eintritt in den Orden der Brüder abgelegt haben. Erinnern Sie sich an das Aqua Tophana (das stärkste der Gifte). Erinnern Sie sich der Dolche, die die Verräther erwarten."

Ungefähr in diesen Ausdrücken war der von einem vormahligen eifrigen Maurer empfangene Brief geschrieben, durch den ich weiß, daß gleiche Befehle an die übrigen Präsidenten der Maurer-Logen ergangen sind. Seit ungefähr zwey Jahren befinde ich mich im Besitz einer Nachricht, die mich in Stand setzen würde, einige von den Venerablen zu nennen, die solche Instructionen erhalten und treulich erfüllet haben.

Unter diesen befindet sich insbesondere der Herr Lacoste, ein Mediciner von Montignac-le Comte, in Perigord, zuerst Stifter der in dieser Stadt etablirten Loge, nächstdem Deputirter bey der zweyten National-Versammlung, und für den Tod des Königs Stimmender in der dritten.

Ich kann noch den Procurator Herrn Gairaux nennen, der nicht weniger Eifer für die Revolution gezeiget hat. Dieser war damahls noch nicht gleich Venerable seiner Loge, als die ersten Instructionen eintrafen. Das Paquet ward ihm von dem Herrn Chevalier de la Calpade [orig. Calprade] zugestellet, der derozeit in der Maurer-Loge zu Sarlat den Hammer führte, der aber, da er merkte, wohin diese ersten Schriften ihn führen könnten, den Auftrag abzulehnen wuste, indem er Gairaux seinen Platz als Venerable überließ. (33)

(33) Ich hatte über diesen Gegenstand noch eine andere Nachricht, die ich zu meinem Leidwesen verlegt habe.
Es war die Geschichte eines Edelmannes, der, weil er sich weigerte, die Zuschrift des maurerischen Central-Comité zu befolgen, durch den selbst, welchem er sie übergeben hatte, dafür bestraft wurde. In den ersten Augenblicken der Revolution ward er als ein Aristokrate bezeichnet, gefänglich eingezogen. Es kam Befehl, ihn frey zu lassen. Der Municipal, gewordene Venerable, änderte den Befehl dahin ab, daß ihm vergönnet seyn solle, auf einer sehr hohen Terrasse spatzieren zu gehen. Die Schildwache war befehligt, ein gutes Tempo wahrzunehmen, um ihn herunter zu stürzen, und dieser Befehl ward vollführet. Der französische Chevalier starb indessen nicht davon; ich glaube er ist jetzt in Spanien.


Ich führe alle dergleichen Umstände an, well ich vorhersehe, daß die Geschichte ihrer bedürfen wird, um eine so tief angelegte Conspiration ans Licht zu ziehen, um vorzüglich zu erklären, wie die Millionen Arme in demselbigen Moment für sie, in allen Theilen Frankreichs berechnet, sich haben finden lassend.

Aus Furcht, daß die Menge dieser Arme noch nicht groß genug seyn mögte, ward unter andern auch im regulirenden Comité beschlossen, künftig den kleinen Mysterien der Freymäurer, Classen von Menschen zuzulassen, die seit geraumer Zeit wenigstens davon ausgeschlossen waren; die, der gröbesten Handwerker und der Tagelöhner; selbst die, der Leute, von denen man nicht weiß. woher und wer sie sind, der Banditen. Diesen Leuten war nicht nöthig, durch die Hinterhalts-Logen, die ersten Worte Gleichheit und Freyheit auslegen zu lassen. Den Adepten fiel es nicht schwer, durch diese Worte allein, ihnen alle die aufrührerischen Bewegungen einzuflößen.

Den Freymaurern höherer Stufen war es anfangs zuwider, mit solchen Brüdern in der Loge sich zu finden. Man muste eine gewisse Anzahl aus den Provinzen kommen lassen, die Vorstädte St. Antoine und Marceau waren bald zu Freymaurern gemacht.

Schon mehrere Jahre vor der Existenz des regulirenden Comité, schrieben die am besten unterrichtete Adepten, daß die Anzahl der Freymaurer unvergleichbar weit größer in Frankreich als in England sey, daß, bis auf die Peruquenmacher und Bediente, alle Stände mit Brüdern der Art angefüllet wären. (S. über die alten und neuen Mysterien, bey Friedr. Maurer 1782.) Es wird also keine Uebertreibung seyn, wenn man vermahlen die Zahl dieser Brüder-Maurer wenigstens zu 600 000 in Anschlag bringt; und wir sind nicht mehr in der Zeit, da man sagen konnte, daß unter dieser unermeßlichen Menge, dem großen Haufen der Zweck der Hinterhalts- Adepten fremd sey. Die Gottlosigkeit und die Declamationen der Sophisten traten in die Stelle der höchsten Mysterien. Die ersten Ordnungen begehrten auch ihre Gleichheit und Freyheits-Revolution.

Wenn man nun annimmt, daß 100 000 dieser Brüder solche Grundsätze nicht eingesogen hatten, das ist alles was der Geschichtschreiber zu Gunsten der jungen Leute thun kann, die dem alten Geiste der Franzosen noch treu geblieben waren. Der regulirende Club rechnete wenigstens schon auf 500 000 für die Revolution eifernder in allen Theilen von Frankreich zerstreueter Brüder, die alle bereit waren, auf das erste Signal des Aufstandes, sich zu erheben, und den größesten Theil des Volks mit fortzureißen. Die Sophisten sagten auch von der Zeit an laut genug, daß es nicht leicht sey, über drey Millionen Arme zu triumphiren.

Auf die Weise entstand, auf die Weise ward nach und nach durch die anhaltende Verwendung der Verschwornen, die Revolutionsgewalt veranstaltet, die Sophisten hatten der Meinung den Weg gebahnt. Die Hölen einer zu jeder Zeit gegen das Christenthum und die Regenten feindselig gesinnten Sekte, hatten sich wieder eröffnet und erweitert; die Adepten der Hinterhalts-Mysterien hatten sich vervielfältiget; die alten Grundsätze der Gottlosigkeit und der Rebellion hatten, in de« neuen Logen, mit allen den des modernen Philosophismus sich vereinigt.

Die Meinung hatte die Herzen gewonnen, die Complots, die verborgene Kunstgriffe, die geheimen Einverständnisse verknüpften die Arme miteinander.

Nie würde in Frankreich weder von den Notablen, noch von Deficit, noch von Necker oder Brienne die Rede gewesen seyn, wenn Ludwig der XIV. auf dem Throne gesessen hätte. Wenn aber das regulirende oder dirigirende Comité und der Central-Club der Maurerey ihre unterirdische Gewalt bereitet hätten, würde auch Ludwig der XIV. die Revolution nicht verhindert haben. Er würde Anführer auf seiner Seite gehabt haben; die Meinung würde dem Aufruhr deren viele verschaffet, und den Allergetreuesten nur wenige Soldaten gelassen haben. Auf das Geschrey von Freyheit und Gleichheit hätte er seine Heere auseinandergehen und den Fahnen der Aufrührer zulaufen gesehen.

Hätte Ludwig der XVI. die Generalstände nicht versammlet, so würde das regulirende Comité die National-Convention zusammen berufen haben, und 100 000 Adepten hätten für die Convention die Waffen ergriffen; und das verführte Volk wäre zu den Wahlen herbeygeströmet.

So war es mit den Progressen der doppelten Conspiration beschaffen, bey dem Herzunahen der Generalstände. Die versteckten Sophisten der Freymaurer und die verschwägerte Sophisten des Holbacher-Clubs sahen ein, daß ihnen nur noch ein Anführer fehle, um denselben vorschreitend zu machen, und mit seinem Schilde sich zu decken.

Er muste mächtig seyn, dieser Anführer, um alle die Frevelthaten, die sie ausübten, zu unterstützen; er muste grausam seyn, um vor der Menge der Schlachtopfer, welche diese Frevelthaten nach sich ziehen würden, nicht zu erschrecken. Er muste zwar nicht den Verstand von Cromwell, aber alle seine Laster haben. Die Verschwornen fanden Philipp von Orleans; der Würgengel [l’ange exterminateur] hatte ihn für sie zugerichtet.

Philipp führte selbst eine Conspiration im Schilde, wie sie die ihrige. Mehr böse als ehrgeizig hätte er wohl Lust gehabt zu regieren; aber dem Teufel gleich, der wenigstens nach Verderben trachtet, wenn er sich nicht in die Höhe schwingen kann, hatte Philipp geschworen, den Thron zu besteigen, oder ihn umzustürzen, wenn er auch selbst durch den Fall zermalmet werden sollte. Seit langer Zeit, hatte dieses, selbst in der Reihe der Bösewichter abgesonderte Wesen, weder mit Gewissensbissen noch mit der Ehre mehr zu kämpfen. Mit einer ehernen Stirn, war seine Seele gewohnt über Verachtung und Achtung, über den Haß der Menschen und über den Zorn des Himmels sich hinwegzusetzen.

Eine in Ausschweifungen verlebte Jugend hatte sein Herz verderbet. Alles, sogar in seinen Spielen, verrieth die Niederträchtigkeit seiner Seele. Arglist half dem Glücke nach, um sich zu bereichern. Das Publikum beschuldigt ihn, daß er, in dem Alter, da man das Verlangen, Schätze zu sammeln, kaum kennet, den jungen Prinzen de Lamballe nur in der Absicht zu seinen Gelagen gezogen habe, um der sehr reichen Erbschaft sich zu versichern, indem er ihm, durch den übermäßigen Freudengenuß, einen frühzeitigen Tod zuwege gebracht habe; und es ist kein einziger Zug in seinem Leben, der eine solche abscheuliche Treulosigkeit unglaublich machet. Das zunehmende Alter bewieß vielmehr, daß er deren fähig sey.

Er war zugleich feig und rachgierig, ehrsüchtig und kriechend, verschwenderisch und ein Wucherer; stolz auf seinen Namen und auf seinen Rang unter den Prinzen, und bereit dem niedrigsten Pöbel sich gleich zu stellen; hitzig und heftig gegen seine Vertraute, kalt und verstellt gegen die, die er ins Verderben stürzen wollte; stumpf für das Gute, wenn er nicht ein Mittel zum Bösen darin erblickte; niemals hatte er schwärzere und grausamere Projekte im Sinne, als wenn es ihm einfiel, den Wohlthätigen zu spielen. Selbst wenig gemacht für gewagte Verbrechen, aber boshaft und reich genug um sie zu wollen und zu bezahlen, gefühlvoll sich stellend, und bereit alles aufzuopfern, Ströme von Blut fließen zu sehen, und bereit selbst umzukommen, wenn er nur werde gerächet werden: war sein Herz ein Abgrund aller Laster und aller Leidenschaften. Es fehlete ihm nur noch die Gelegenheit, alle MIssethaten daraus hervorgehen zu lassen. Dieses Ungeheuer war das Haupt, das die Hölle für die Verschworne bereitete.

In den Uneinigkeiten zwischen dem Hofe und den Parlamenten stand Philipp schon im Bündniß mit einigen obrigkeitlichen Personen, die würdiger waren neben den Verschwornen des regulirenden Clubs zu sitzen, als im ersten Gerichtshofe des Reichs. Sie bedienten sich seiner weniger, um ihn Brienne entgegen zu stellen, als, um die Majestät des Königs, bis in dem Heiligthum der Gesetze zu schmähen. (Histoire de la Conjurat. du Duc d'Orleans.)

Zum erstenmahl hatte Ludwig der Sechszehnte sich entschliessen können. Beweise seiner Empfindlichkeit ihm zu geben. Er hatte ihn nach seinem Schlosse von Villers-Coleret [Villers-Coteret] verwiesen; dieses war der Funke, der in dem Herzen von Philipp Orleans alles Feuer der Rache in Flammen setzte. Er hassete Ludwig den Sechszehnten schon, weil er König war; er hassete Marie Antoinette, weil sie Königin war; er schwur sie ins Verderben zu bringen; er schwur es in der Heftigkeit seiner Wuth und seiner Raserey.

Die Ruhe kehrte nicht wieder in sein Herz zurück, als um auf die Mittel, seinen Schwur zu erfüllen, zu denken. Er fing damit an, alles was Frankreich an vollendeten Bösewichtern in sich faßte, um sich her zu versammlen. Er rief den Laclos zu sich, dessen Genie das zu seyn schien, den die Hölle aufgetragen hat, den Missethaten ihren krummen unterirdischen Weg vorzuzeichnen.

Mirabeau und Sieyes eilten herbey, und es war denselben leicht, ihm begreiflich zu machen, was für Hülfsquellen die Maurer-Logen, deren Ehrenoberhaupt er schon war, ihm darbothen. Die Höllengeister [les démons] vereinigen sich bald, wenn es darauf ankommt zu schaden. Das Bündniß ward in den wenigen Tagen, die Philipp in seinem Exil blieb, geschlossen. Von der Zeit an, waren die Schranken der Mysterien, worin die Adepten, Menschen seines Rangs, je nachdem sie es gut fanden, hielten, für ihn weggeräumt.

Gewiß ist es wenigstens, daß um die Zeit, das Comité der Brüder, ihn für grausam genug erkannt hatte, um den letzten Prüfungen ihn zuzulassen. Die, welche in der Höhle der Kadosch, einen zu erstechenden König ihm zeigte, war ein wollüstiger Versuch für ihn. Indem er die Worte aussprach: Haß dem Gottesdienste, Haß den Königen, fühlte Philipp zwar ganz die Hindernisse, die dieser Schwur seinen weitern Absichten auf den Thron Ludwig des Sechzehnten in den Weg legen dürfte; aber vor allen Dingen wollte er gerächet seyn. Er hatte gesagte ich will es seyn, sollte mirs auch alle meine Haabe und, Gut, ja mein Leben selbst kosten. Die Rachsucht überwog den Ehrgeiz. Er willigte ein, meineidig zu werden, wenn die Conspiration ihn auf den Thron setzte. Er wünschte sich Glück, Menschen gefunden zu haben, die da schwuren, alle Könige zu stürzen, wenn sie nur mit dem seinigen den Anfang machten.

Als er diesen Wunsch vom Munde gab, eröfnete sich vor seinen Augen eine unermeßliche Laufbahn von Frevelthaten, aber keine einzige schreckte ihn, er sehnte sich nach der Zeit; sie ganz zu durchlaufen. Ein Geständniß von Brissot benachrichtiget uns, daß Philipp augenblicklich sich hineingestürzt haben würde, wenn er nicht den Hof noch zu mächtig geglaubet hätte; und daß er derzeit nur nach England gegangen sey, um der Revolution Zeit zu lassen, reif zu werden. (Ich habe dieses Geständniß in den Nachrichten des Marquis de Beaupoil gefunden, der es aus dem Munde des Brissots selbst gehöret hatte.)

Der von den Dirigenten bestimmte Zeitpunkt war übrigens noch nicht eingetreten; sie erwarteten die Zusammenberufung der Generalstände. Ihre Eingebungen und ihre Clubs, und der ganze Schwarm ihrer Schriftsteller hatten das Verlangen darnach fast allgemein gemacht. Das Parlament von Paris forderte sie. Frankreich glaubte in ihnen, den großen Hebel seiner Wiedergeburt zu erblicken.

Ich habe noch nicht alle Complots, alle Sekten genannt, die blos in der Absicht sie herbey riefen, um der Monarchie und allen Gesetzen das Grab durch sie zu eröfnen.

In diesen verschiedenen Complots hatten die Sophisten der Encyclopedie, indem sie alle Wege zur Freyheit und Gleichheit der Rechte, wider den Altar gebahnet, von selbst dem Hasse wider den Thron sich überlassen. Die dunkeln Logen der Maurerey, die alten Mysterien des curbischen Sklaven hatten den Zöglingen des Voltaire und Diderot nur zur Zuflucht gedienet, um desto heimlicher den Haß gegen den Christ und die Könige zu nähren.

Die Sophisten der Gottlosigkeit und die Sophisten der Rebellion hatten ihre Complots in den Logen, oder vielmehr in den Höhlen vermischt, zusammengeschmolzen, die schon bereit waren ihre Heere von Adepten, von Banditen, von bewafneten Enthusiasten auszuspeyen, um ihre Gleichheit, ihre Freyheit, durch den Ruin der Altäre und des Throns, einzuführen. Die abscheuliche Propagande hatte ihre Schätze und ihre Apostel; das Centralcomité, das regulirende Comité hatten ihre geheimen Einverständnisse, ihren Rath und ihr Oberhaupt; alle Kräfte der Rebellion und der Gottlosigkeit waren gespannet. Das war aber noch nicht alle Plage die über Frankreich kommen, und das Unglück der Revolution ihm zuführen sollte.

Unter dem Namen von Illuminaten, hatte eine Horde Verschworner den Encyclopedisten und Maurern sich zugesellet, die noch versteckter, noch geschickter in der Kunst Complots zu schmieden, mehr umfassend in ihren Verheerungsentwürfen war; die mehr im Verborgenen, und weit tiefer die feuerspeyende Minen anlegte; die nicht zufrieden mit dem Hasse gegen die christlichen Altäre, und die Thronen der Könige, zugleich allen Göttern, allen Gesetzen, allen Regierungen, allen Gesellschaften und allen gesellschaftlichen Verträgen, Haß schwuren; und um zu den gesellschaftlichen Verträgen weder eine Grundlage, noch Vorwand übrig zu lassen, das mein und dein verbannet wissen, und keine andere Gleichheit und Freyheit anerkennen wollten, als die auf die gänzliche, unbeschränkte und allgemeine Hinwegräumung alles Eigenthums, gebauet.

Daß eine solche Sekte habe existiren, daß sie so mächtig, so furchtbar habe werden können, daß sie heutiges Tages existire, und daß sie die ärgste Revolutionsgeissel zu nennen sey; dazu werden ohnfehlbar, um Glauben bey dem Leser zu finden, Beweise der augenscheinlichsten Gewißheit erforderlich seyn. Sie werden den Gegenstand des dritten Bandes dieser Denkwürdigkeiten ausmachen.

Wenn wir dann solchergestalt nach und nach, die Conspiration der Sophisten der Anarchie enthüllet haben; so wird es uns leicht werden, das Unglück zu zeigen, was die französische Revolution einer jeden dieser Conspiration zu verdanken hat; und endlich auch darzuthun, daß die Jakobiner aller Klassen, das ungeheure Resultat der dreyfachen Conspiration und der dreyfachen Sekte sind.

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Ausgearbeitet von Dr. phil. Roland Müller, Switzerland / Copyright © by Mueller Science 2001-2015 / All rights reserved - ESOTERIK von Dr. phil. Roland Müller

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