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Achtort

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Achtort

Achtort
Achtort - ein guter Ratgeber für die harmonische Darstellung von Winkelmaß und Zirkel (und eine Antwort auf die Frage in welchem Winkelgrad die Schenkel des Zirkels geöffnet sein sollen, und in welchem Maß diese über das Winkelmaß hinausragen).

Ein Achtort ist ein Proportionsschlüssel aus der Gotik. Das Achtort besteht aus einem Kreis und zwei innenliegenden, um 45 Grad gedrehten Quadraten mit ihren Achs- und Diagonallinien. Das Achtort wurde vor allem in den mittelalterlichen Bauhütten verwendet. Das Stammwort Ort bedeutet in der mittelalterlichen Sprache der Steinmetze „Eck“; also ist ein Achtort ein Schlüssel mit acht Ecken, der aus den Quadraten gebildet wird. Dieser Schlüssel dürfte hauptsächlich der Gestaltung des Maßwerkes der Fenster oder Portale zugrunde gelegen haben.

Es gibt hierfür auch die Bezeichnung Oktogramm, die allerdings auch für den Achterstern verwendet wird.

Es gibt noch weitere Bauteile – beispielsweise Türme oder Dachreiter –, die einen achteckigen Grundriss aufweisen. Auch diesen liegt der gotische Proportionsschlüssel zugrunde.

Beim oktogonalen Zentralbau – wie zum Beispiel in der Aachener Pfalzkapelle –, der schon im byzantinischen Kirchenbau angewendet wurde, dürfte bei der Gestaltung des Grundrisses das ähnliche Proportionsprinzip des Achtersterns zugrunde liegen.

Sechsort

Das Sechsort ist wie das Achtort ein Proportionsschlüssel für die gotische Baukunst. Das Sechsort besteht aus einem Kreis und zwei innliegenden, sich schneidenden gleichseitigen Dreiecken. Das Sechsort wurde vor allem in den mittelalterlichen Bauhütten verwendet. Das Stammwort „Ort“ bedeutet in der alten mittelalterlichen Sprache der Steinmetze „Eck“. Also bedeutet Sechsort einen Schlüssel mit sechs Ecken (Sechseck), der aus den Dreiecken gebildet wird. Diese haben Ähnlichkeit mit dem Davidstern (Typ 1), ohne allerdings zwangsläufig in dem Kontext zu stehen. Im Maßwerk gotischer Fenster ist das nicht selten. Dort werden solche Fenster auch Sechspass genannt. Außerdem gibt es auch die Bezeichnung Hexagramm. Es gibt auch Sechsorte, bei denen die sich durch die Überschneidung der Dreiecke ergebenden Parallelen senkrecht stehen (Typ 2), wie zum Beispiel in den Maßwerken der Fenster des Längsschiffes und des Ostchores der Kathedrale in Reims. Es gibt auch Türme u.a. bei Wehrbauten mit einem sechseckigen Grundriss.

Triangulatur

Die Triangulatur („dreieckig machen“, von lat. Triangulum, „Dreieck“), auch Triangulation, war eine historische Methode zur Bestimmung von Proportionen von Bauwerken, dem innewohnenden Verhältnis der Längen-, Breiten- und Höhenmaße eines Bauwerks, einer Fassade oder eines Bauteils zueinander, wurde in der Romantik bis zum heutigen Tage angenommen.

Die Triangulatur soll vor allem von den Baumeistern zumeist unter Anwendung eines gleichschenkeligen Dreiecks zu Bauwerkskonstruktionen in der Gotik verwendet worden sein. Dabei soll die Festlegung bzw. Konstruktion eines Baus oder einzelner seiner Teile mit Hilfe von Seilen, Richtscheit und Zirkel erfolgt sein.

In der einfachsten Form soll dieses Verfahren folgendermaßen angewendet worden sein: Um die Breite und Höhe eines Bauwerks festzulegen, wurde zunächst die Breite durch die Punkte A und B festgelegt. Diese Strecke ist als Schenkel definiert und wenn die identisch lange Strecke AB vom Punkt A und B zu einem Punkt C verbunden wird, entsteht ein gleichschenkeliges Dreieck. Die Senkrechte auf der Streckenhalbierende AB ist zum einen die halbe Länge des Bauwerks und zum anderen das Höhenmaß des Baus. Wird parallel zu AB durch C eine Strecke verschoben, ergibt sich die Strecke DE, die das gleiche Längenmaß von AB hat. Bei einer dreischiffigen Basilika haben die Seitenschiffe die viertel Länge und das Hauptschiff die halbe Länge von AB. Wird der Punkt D und E mit der Mitte von AB verbunden, entstehen Schnittpunkte, das die Länge des Bauwerks vierteln. Dieses einfache Verfahren nennt man Triangulatur. Es sind elf Methoden der Triangulatur bekannt.

Sekundärliteratur

  • 1897, Dr. G. Drach: „Das Hüttengeheimnis vom Gerechten Steinmetz-Grund in seiner Entwicklung und Bedeutung für die kirchliche Baukunst des Mittelalters, dargelegt durch Triangulatur-Studien aus Hessen und den Nachbargebieten“
  • 1987, Paulgerd Jesberg: „Vom Bauen zwischen Gesetz und Freiheit“
  • 2003, Wolfgang Kamke: „Pentagramm, Hexagramm und Achtort bei Kirchen der Zisterzienser und anderen Kirchen“

Siehe auch

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