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August Horneffer: „Eine Aussprache“ Teil I

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Quelle: "Freimaurer auf dem Weg zum Nationalsozialismus". Salier-Verlag

August Horneffer: „Eine Aussprache“ Teil I

Von Arnold Grunwald

(Am rauhen Stein 1924, Heft 1)

August Horneffer schrieb unter dem Titel „Wohin des Weges?“ einleitende Worte. Er teilte mit, dass der Antrag, die Großloge auf die christlich-religiöse und die streng nationale Grundlage zu stellen, die Gemüter mächtig erregt habe. Er forderte auf: „Es ist unbedingt nötig, meine gel. Brüder, dass wir uns über diese Bedenken und überhaupt über die ganze durch den Münchener Antrag aufgeworfene Frage offen aus- sprechen.“ (S. 2)

Er machte keinen Hehl daraus, dass er den „Münchener Antrag“ für richtig halte. Er führte aus: „Die Annahme des sogenannten ‹christlichen Prinzips› ist keine Neuerung. Durch die wird lediglich ein Zustand wiederhergestellt, der in unserer Großloge bis zum Jahre 1872 bestanden hat.“ (S. 3)

Dann gab er folgende persönliche Stellungnahme ab: „Ich möchte die Mitarbeit unserer jüdischen Mitbürger auf so vielen Gebieten nicht missen und wünsche ihre Rechte nicht verkürzt zu sehen. Die Roheiten, deren man sich heute vielfach gegen sie schuldig macht, verletzen mein freimaurerisches und menschliches Gewissen. Aber ich halte es trotzdem unter den heutigen Umständen für besser, dass unsere Großloge den Rahmen enger spannt.

Ich glaube, dass sie auf diese Weise unserem Vaterlande und auch indirekt unseren jüdischen Mitbürgern bessere Dienste leisten kann. Es versteht sich von selber, dass diejenigen, die sich in unseren Reihen befinden, und die wir als echte Freunde und Brüder liebgewonnen haben, ihre wohlerworbenen Rechte ungeschmälert behalten werden.“ (S. 4)

Es folgte ein Beitrag von Julius Jaeckle (Berlin) unter dem Titel „Die Freimaurerei am Scheidewege“. Jaeckle sprach aus, was die Änderung bedeutete: „Das christliche Prinzip wollen wir annehmen? Das heißt doch, weniger verschämt ausgedrückt: Juden ausschließen! Meine Brüder! Das ist der Weg nicht, der zur Menschheit Höhen weist, jemanden nicht teilhaben lassen. (…) Wir sollten, selbst wenn wir Antisemiten sind, keine Rassen in die Loge aufnehmen, sondern Menschen, ganze, starke, strebende, ewigkeitseingestellte. (…) Die deutsche Freimaurerei steht vor einem Scheideweg, vielleicht vor einer Krise. Nationalismus und Antisemitismus ist die Strömung des Tages.“ (S. 6)

Der nächste Beitrag von Bruder Johannsen (Jena) mit dem Titel „Der deutsche Humanitätsbegriff “ war ein Votum für den Münchener Antrag. Er schrieb: „Nur im Volkstum wird die Menschheit ihre Darstellung finden können. Humanität ist also die Synthese von Volkstumsziel und Menschheitsziel. Ein echter Maurer muss in seinem Volkstum gründen und wurzeln. (…) Deutscher Maurer sein heißt, aus echtem deutschen Geist heraus am Bau eines National-Idealismus schaffen.“ (S. 9)

Der Beitrag von Trommsdorff (Göttingen) „Die Forderung der Zeit“ war eine Analyse der historischen Beziehung zwischen Juden und Freimaurern. Er wandte sich gegen den Ausschluss von Juden. Er beschrieb die bestehende Situation: „In ihr (der Freimaurerei, A. G.) vollzog sich genau derselbe Prozess, wie in allen Gruppen und Zweigen der Gesellschaft und des Wirtschaftslebens.

Das Hervorquellen der Judenfrage in der Gegenwart findet seinen Grund in der Seelenstimmung des ganzen Volkes. (…) Der jüdische Bestandteil unseres Volkes macht etwa 1,3 Prozent aus. Dabei sind z. B. etwa 60 Prozent der Universitätslehrer Deutschlands jüdischer Abstammung. Und nur die heftigsten Abwehrbewegungen haben ein gleich starkes Vordringen der Juden in anderen höheren Berufen zu verhindern gewusst. Trotzdem sind die Zahlenverhältnisse im Bankberuf, Kaufmannsberuf und den anderen freien Berufen nicht anders. (…) Zwei Probleme liefern hier die Unterströmung: Einmal das Gefühl der Unterlegenheit gegenüber der zielbewussten Arbeit der Juden. Sodann das Rassenproblem, dessen Auswirkung in der Vermischung und Vererbung ihren Ausdruck findet. (…) Während die germanische Jugend in der Zeit der Geschlechtsreife meist mehr als ein Jahrzehnt ihres Lebens nur mit einem Bruchteil ihrer Kraft sich einer objektiven Zielsetzung und den Kulturaufgaben widmet, weiß die jüdische Jugend ihre Ziele im Auge zu behalten. (…) Ich glaube, mit Ausschließungsbeschlüssen werden wir die jüdische Frage nicht lösen. Nein, wir müssen lernen, tüchtiger zu werden.“ (S. 9-10)

Oskar Jänisch (Hamburg) stellte in seinem Beitrag „Christlich – National“ zehn allgemeine Thesen zum christlichen Prinzip und vier Thesen zum nationalen Prinzip auf. Er ver- zichtete auf eine Schlussfolgerung und überließ das Urteil dem Leser. Indirekt war sein Beitrag eine Unterstützung des Münchener Antrags. (S. 12-13)

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