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August Horneffer: „Eine Aussprache“ Teil II

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Quelle: "Freimaurer auf dem Weg zum Nationalsozialismus". Salier-Verlag

August Horneffer: „Eine Aussprache“ Teil II

Von Arnold Grunwald

(Am rauhen Stein 1924, Heft 2)

Horneffer schrieb in einer „Vorbemerkung“ zu Teil II der „Aussprache“: „Die Aussprache über die zurzeit wichtigste Angelegenheit unserer Großloge, mit der wir im Januarheft begonnen haben, hat eine außerordentlich rege Anteilnahme von Seiten der Leser erfahren.“ (S. 17)

Er berichtete, dass einige gewünscht hätten, dass er eingangs selbst den Fragenkomplex deutlicher hätte erklären sollen oder jeden Beitrag mit einem Kommentar hätte verse- hen mögen. Das habe er aber bewusst unterlassen: „Ich will den Brüdern nicht ins Wort fallen, auch wenn ich ganz anderer Meinung als sie bin.“ (S. 17)

Dann stellte er klar: „Die Gegner des Münchener Antrags sprechen im Sinne einer Zeitepoche, die vorüber ist. Eine neue Zeit ist angebrochen, und diese neue Zeit fordert gebieterisch von uns, dass wir Farbe bekennen! Mit Kompromissen ist da nichts getan. Mutig und wahr müssen wir sein. Der Wahrheitsmut aber zwingt uns nach meiner festen Überzeugung, dem Münchener Antrag stattzugeben, auch wenn es manchem Bruder noch so weh tut. Die große Mehrheit hat sich bereits in diesem Sinne entschieden. Eine Annahme des Antrags ist nach menschlichem Ermessen gesichert.“ (S. 18)

Alfred Belian (Eilenburg) wandte sich in seinem Beitrag unter dem Titel „Zum Systemwechsel unsrer Großloge“ gegen die geplante Umorientierung. Er bedauerte den Verlust von Brüdern nichtchristlichen Glaubens und sah darin einen Verlust der Gewissensfreiheit. Er warnte vor den Gefahren einer politisch ausgerichteten Freimaurerei in deutsch-völkischer Richtung: „Verlässt unsere Großloge den Posten, auf den sie verdienstvolle und weitblickende Brüder früherer Geschlechter gestellt haben, so gibt sie nicht nur sich selbst, sondern auch ihre Mission im deutschen Logenleben auf.“ (S. 21)

A. Börner (Berlin) forderte in seinem kurzen Beitrag mit dem Titel „Opferwille“ eine noch stärkere Hinwendung zur nationalen und christlichen Ausrichtung: „Die Bestrebungen der Freimaurerei um ihrer selbst willen decken sich m. E. nicht ganz mit dem Kampfziel des deutschen Volkes.“ (S. 21) National und christlich seien ihm lieber als „dieses schmachbedeckte Leben“. (S. 22)

Hans Samter (Charlottenburg) wies unter dem Titel „Am Scheidewege?“ auf die Folgen für die jüdischen Mitbrüder bei Annahme des Münchener Antrags hin: „Was bezweckt also darüber hinaus der Münchener Antrag eigentlich? (An die Mohammedaner, von denen ich einige im Verzeichnis unserer Berliner Logen finde, hat anscheinend niemand gedacht.) Es handelt sich offenbar lediglich darum, künftig Suchende, die nicht auch äußerlich einer der christlichen Konfession angehören, also in der Hauptsache Juden, nicht mehr aufzunehmen und – das ist m. E. die notwendige Konsequenz – die zurzeit zu uns gehörigen jüdischen Brüder entweder auszuschließen oder ihnen doch den Austritt nahezulegen. Denn dass sie sich, wie Br. Horneffer das annimmt, gleichsam als geduldete Brüder zweiter Klasse in unserem Kreise wohlfühlen werden, ist nicht wahrscheinlich.“ (S. 23)

Hermann Vesper (Hamburg) unterstützte in seinem Beitrag „Der rechte Weg“ die Forderungen nach einem christlichen und nationalen Prinzip. Er schrieb: „Es ist also nichts im Wege, dass unsere Großloge und mit ihr die Tochterlogen das christliche und nationale Prinzip annehmen und damit aus ihrem engeren Kreise alle diejenigen ausschließen, die anderen Sinnes und anderer Religion sind.“ (S. 24)

Er sah eine heftige Abneigung überall im Volke gegenüber allem was jüdisch ist und folgerte: „Das kommt daher, weil die Ansicht weit verbreitet ist, dass unser ganzes nationales Unglück: Unterliegen und Zerrissenheit, Lähmung und Missmut, Geldnot, Wucher und Protzentum von den Juden verschuldet, genährt und gemehrt ist. Ob diese Ansicht richtig ist, darauf kommt es nicht an! Um aber meine Stellungnahme nicht zu Missdeutungen gebrauchen zu lassen, will ich hier offen bekennen, dass ich zu denen gehöre, die dieser Überzeugung sind.“ (S. 24)

Trotz dieser Sicht lehnte er den Münchener Antrag ab. Er gab für seine ablehnende Haltung folgende Begründung: „Nicht den Juden zu Liebe, nicht aus Furcht vor ihrem Hass, nicht der Wahrhaftigkeit entgegen, wohl aber aus Liebe zu unseren Brüdern, die von uns gehen müssen, wenn wir für unsere Beschlüsse eine krasse Form wählen, habe ich meiner Loge vorgeschlagen und trete ich hier in aller Offenheit dafür ein, dass wir die Münchener Anträge in dieser Form ablehnen, ihnen aber entsprechen durch den Beschluss, uns auf das christliche und vaterländische (meinetwegen können wir auch ‹völkische› sagen) Prinzip einigen.“ (S. 24)

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