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Ausbreitung der Freimaurer

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Inhaltsverzeichnis

Warum hat sich die Freimaurerei so rasch ausgebreitet?

Behauptungen aus der ersten Verräterschrift von Abbe Pérau (frz. 1742/44; dt. 1745)

Bearbeitet von Roland Müller

Aus:
Der Entdeckte Und von allen seinen Geheimnissen Entblösste Freymaurer.
Strasburg, Bey Johann Heinrich Belcker, 1745, 1-14 und 45-57.

Mutmassliche französische Vorlage:
Abbé Gabriel Louis Calabre Pérau: Le Secret des Francs-Maçons. 1742 oder 1744.


Mehrere Fassungen von: „Le Secret des Francs-Maçons“


August Wolfstieg: Bibliographie der freimaurerischen Litertaur. Band II, 1912, 400, verzeichnet verschiedene Ausgaben dieser Schrift:

29956. Le Secret des francs-maçons. (Von Gabriel Louis Calabre Pérau.)
Genève 1742. 8°
(Dasselbe.) Ebendas. 1744 XI, 108 S. 3°
 * (Dasselbe.) Nouv. ed., rev., corr. et augm. o. O. 1744. XI, 125, 23 S. 8°
 ** (Dasselbe.) Avec un recueil de leurs chansons, prec. de quelques pieces de poesies. o. O. 1744, X, 160 S. 8°

Die ersten zwei Ausgaben finden sich nirgendwo auf der Welt.
Einzig auf einer Website – „dédié aux textes maçonniques historiques„ - finden sich „Premiers tableaux de Loge de l'Abbé Pérau Gabriel Louis Calabre parue à Genève en 1742“.

 * = Diese Ausgabe ist vorhanden in der Bibliothèque Nationale Française, in der British Library und in der Schwedischen Nationalbibliothek

 ** =Diese Ausgabe ist in einigen Bibliotheken vorhanden: Staatsbibliothek zu Berlin; Bibliothèque Nationale Française, Universität Maastricht; Universitätsbibliothek Kopenhagen, British Library, Bodleyan Library; Universität von Denver;
dazu elektronisch:
http://bdh-rd.bne.es/viewer.vm?id=0000052244&page=1
Dieser Text entspricht wörtlich demjenigen in „L’Ordre des Francs-Maçons Trahi“ von 1745 (hier gibt es nur zusätzlich ein „Préface necessaire“ und 66-67 eine zweite Version des Gelübdes; 113-132 folgt die „Réception d‘ un Maitre“, usw. Die kompletten „Chansons“ kommen erst am Schluss, mit Noten und mit einer kleinen Verschiebung des „Duo“ und drei zusätzlichen Liedern)
http://sul-derivatives.stanford.edu/derivative?CSNID=00006060&mediaType=application/pdf

Eine Ausgabe mit X und 136 Seiten (datiert auf 1714; vermutlich aber von 1745) findet sich in der Bibliothek:Paris-Thiers und in der British Library (siehe dazu Harry Carr: The Early French Exposures. 1971, 43)

Eine weitere Ausgabe erwähnt Yves Hivert-Messeca:
https://yveshivertmesseca.wordpress.com/2015/01/02/jalons-pour-lhistoire-de-la-genese-de-la-franc-maconnerie-en-france/#_ftnref9
2e édition, 1744, Genève mit XVI + 176 Seiten
(BNF Tolbiac 16-H-552 – das ist aber laut Bibliotheksauskunft falsch; es handelt sich um „L’Ordre des Francs-Maçons Trahi“ von 1778)

Detaillierte Angaben zu den verschiedenen Ausgaben bei Alain Bernheim:
Masonic Catechisms and Exposures
http://www.freemasons-freemasonry.com/bernheim8.html
Er halt die Ausgabe von 1742 für “imaginary”.
Die erste Ausgabe von 1744 trug angeblich den Titel: „Le Secret des Freymaçons“ und war bereits „dedicated to Procope“.


Für den Text der Seiten 14-45 siehe:
Was geschieht in einer Loge?

Zu Gabriel Louis Calabre Pérau

Perau, Gabriel Louis Calabre
a French author, whose character was not less esteemed for its candour and modesty, than his writings for their neatness of style and exactness of research, is most known for his continuation of the “Lives of illustrious men of France,” begun by D’Auvigne, but carried on by him, from the thirteenth volume to the twenty-third.
He also wrote notes and prefaces to several works.
His edition of the works of Bossuet was the best, till they were published by the Benedictines of St. Maur; and he was author of an esteemed life of Jerome Bignon, in 12mo, 1757. He died in March 1767, at the age of sixty-seven
Chalmer’s Biography, vol. .24, 1812, 315

Vorrede

Man hat in diesen Zeilen nichts anders zu berichten, als daß man dieses kurze Tractätlein gantz fleißig aus dem Franzosischen übersetzet; wie dasselbe dem Verleger in die Hände gefallen ist keine Nothwendigkeit zu berichten.

Man soll auch versicheret seyn, daß es die Wahrheit in sich hält; Man kan sich zwar sehr leicht vorsehen, daß die Herren Freimaurer solches nicht leicht gestehen werden, nichts ist leichter zu vermuten als das, allein es ist und bleibt nichts destoweniger die Wahrheit. Es ist zwar auch wahr, daß viele mit Recht sagen können, sie wüssen von diesen entdeckten Geheimnissen nichts, weil der Author selbst bedeutet, daß viele in der That nichts wüssen. Diejenigen aber, welche etwas wissen, und ihrer Curiositat ein Genügen zuthun ein schön Stuck Gelt deßwegen ausgelegt, werden ohne Zweifel über den Verfasser sehr übel zu sprechen seyn. Allein diß Feuer wird auch bald erlöschen: Indeß wünschet man der Herren Freymaurern Gedult und kurze Zeit, biß daß ihre Platonische Republic, welche bißher auf der Land-Carten unter der Terra australi incognita stehet, wird ihren Anfang nehmen.

[hier gibt es keine Widmung an Procope]

Die Gesellschafft der Freymaurer


Die Gesellschafft der Freymaurer hat seith etwelchen Jahren die Curiosität eines grossen Theils von Europa erwecket. Brittanien hat, wie man weiß, den Anfang dieser Gesellschafft gemacht, die Franzosen, welche zur Nachahmung gebohren, haben gut befunden den Engellandern es nachzuthun. Italien wolte auch wissen, was die Geheimnisse dieser Gesellschafft seyen, und deßwegen haben sich auch in diesem Lande viele gefunden, die ihren Namen darzu gaben. Die Teutschen, welche Affen der Engelländer und Franzosen seyn wollen, haben auch alsobald sich zu Rittern des Ordens der Freymaurern schlagen lassen, und in Holland befinden sich auch eine Anzahl von Leuten, die Freymaurer heissen wollen.
Die Sach gienge noch weiter: Betrieger und Landläuffer von liederlichem Gesindel durchstrichen mit leerem Beutel verschiedene Orte, und da sie kein Gelt hatten, den Wirth zu bezahlen, fanden sie einfältige junge Leute, welche sie zu Freymaurern gemacht, und diese gaben ihnen Gelt genug für die Aufnehmung in einen Orden, von deme sie selbst nicht erkannt waren, mit diesem ist durch eine eitele Curiosität vieler jungen Menschen diese Gesellschaft in ganz Europa über dreymahl hundert tausend angewachsen.

Man erkennet daraus leichtlich, daß es nicht schwer seye ein Freymaurer zu werden, obschon die Freymaurer rühmen, daß niemand als ehrliche Leute darein aufgenommen wurden. Man lasset es dahin gestellet seyn, ob dieser Ruhm in der Wahrheit gegründet seye, man glaubet aber, daß es schwär wäre zu beweisen.
Seit ein paar Jahren hat sich dieser Orden ungläublich vermehret, wo man hinkommt, da findet man Freymaurer. Man will zugeben, daß viele grosse Herren, viele ehrliche und aufrichtige Männer sich zu Freymaurern haben machen lassen; allein man bittet auch zuzugeben, daß viele liederliche Pursche in diesem Orden sich befinden. Kommt man in ein Wein-Haus, so findet man einen Freymaurer hinter dem Tische; und Weibsbilder von mittelmäßiger Tugend glauben eine herrliche Acguisition gemacht zu haben, wann sie sagen können, sie vermischen sich nicht mit einem jeden, weil sie ehrliche Leute von Condition seyen , und zur Probe dieses zehlen sie so viel Freymaurer an den Fingeren her.

Fragt man nun, was die Ursach sey, warum die Sect der Freymaurer in so kurtzer Zeit zu einer solchen Anzahl angewachsen seye, so kan man sonderlich zwey Ursachen auführen.
Erstlich: Eine übel placirte Ambition in einen grossen und Weltbekannten Orden aufgenommen zu werden; dann nachdeme man die einfalten Leute zu glauben gemacht, es fänden sich Könige und Fürsten, deren Namen in der Rolle der Freymaurer oben an geschrieben wären, so glaubten viele einfalte junge Leute, sie wären groß und vornehm, wann sie von einem Orden waren, in welchem sich Könige, Fürsten, Grafen und Edelleute befinden.
Zweytens dann hat eine, den meisten Menschen, angeborne Curiositat, die Anzahl der Frymaurer sehr vermehret. Man glaubte es stecke etwas sonderbares und seltsames darhinter, und zu der Erkanntniß des Geheimnisses zu gelangen, wäre nichts richtigers als ein Freymaurer zu werden, und mit diesem ware die Curiositat dieser Menschen zu ihrer grossen Bestürtzung gesattiget.

Nun ist noch eine andere Frag zu beantworten, wie es doch komme, daß das Geheimnisse der Freymauer noch nicht entdecket worden, da doch gewiß, daß so viele tausend Freymaurer in der Welt seyen? Die Antwort ist nicht schwer. Man muß darauf mit wenigem antworten.
Erstlich, weil viele schlechte und gemeine Leute zu Freymaureren angenommen werden, denen man nach ihrer Annehmung nichts anders sagt, als daß sie der Gesellschafft bey ihrem Eyd in allen Gelegenheiten und Umständen wollen treu und gehorsam seyn , so können diese Leute auch nichts sagen, und ich betriege mich nicht, wann ich behaupte, daß von zehen Freymaurern neun angenommen werden, die nichts anders wißen, und denen man keine andere Bedinge nach abgelegtem Eyd vorlieset, als nur dieses allein: da sie nun in der That nichts wissen, so können sie auch nichts sagen, da sie aber dennoch Freymaurer sind, und nichts sagen wollen, so schreibet man ihnen über alles Verdienen eine Verschwiegenheit zu, zu deren sie sonst nicht tüchtig waren, was will einer sagen, der nichts weiß? Das Geheimnus hat bey der Unwissenheit ein Ende.
Mit der zweyten Gattung derer, denen man die hernach beschriebene Artikel vorliset, hat es eine andere Beschaffenheit; Dieses sind Leute, von denen man grössere Hoffnung hat, und denen werden die Geheimnisse des Ordens anvertrauet; allein weil es solche Dinge sind, dardurch sie sich und die ganze Gesellschafft wurden lächerlich machen, so haben sie ein starckes Interesse nichts zu sagen, und dieses sind ohne Zweifelauch die Ursachen, warum man bißher von dem wahren Geheimnuß wenig ausgeschwätzet.


Wir fangen unsere kurtze Bschreibung bey Betrachtung eben derjenigen Dingen an, davon die Freymaurer so viel Rühmens machen. Sie sagen, daß von allen Orden, Secten, Gesellschafften, etc. die bißher entstanden, keiner gewesen, der so nutzlich, so ehrbar und anständig gewesen, wie der Ihre, weilen sie alle unter einander Brüder seyen. Das Lob ist groß und herrlich, und wir wollen es glauben, so bald man uns nur einen Schein-Grund anführen wird, der uns beweißt, daß dem also seye.
Wo fliesset der menschlichen Gesellschafft etwas Nutzens daraus her, es wäre dann dem Schneider, der etwas mit den Schürtzen gewinnen kan, die er etwann zu verfertigen hat. Von der Ehrlichkeit ist auch nicht viel zu rühmen, weil bekannt, daß wo nicht an allen Orten, doch an verschiedenen die Ceremonien der Annehmung wenig ehrbares in sich haben. Von der Anständigkeit weiß ich gar nichts zu sagen.

Sie rühmen lächerliche Dinge von dem Aelter des Ordens. Über diesen Artikel wolle ich die Freymaurer gebetten haben nicht vieles zu rühmen, well das Nachforschen vergebens wäre, und der den Freymaurern so belobte Salomon wurde sehr bestürtzt seyn, wann er sehen solte, daß man ihne zu einem Haupt einer so lächerlichen Gesellschafft, an du er sein Lebtag nicht gedacht, machen wurde. Wir wollen zugeben, daß der heutige Nordische Salomon ein würdiges Haupt seyn könne;

Unter den Stücken, mit welchen die Freymaurer ihre Gesellschafft erheben, ist auch von ihnen gezehlet, daß das Frauenzimmer nicht darein kan aufgenommen werden, da aber dieses bey den meisten Orden der Welt beobachtet wird, so glaubet man, daß diese Ausschliessung dem Frauenzimmer keine Schand, und den Freymaureren keine grosse Ehre bringe; Doch kan sich das Frauenzimmer bald darmit trösten, daß wann gleich der Ehestand von den Freymaurern weder gelobet noch recommandiret wird, sie dennoch gantz keine Hasser davon sind


Wir sollen hie bald im Anfang die Frag berühren, welche in den Schrifften der Frevmaurern auch bald auf die Bahn gebracht wird, ob es gut und rathsam seye, daß in einem Reich oder freyen Staat erlaubet seye sonderbahre Gesellschafften oder Bruderschafften aufzurichten, welche in wenig Zeit so zahlreich und starck werden, wie man von den Freymaurern gesehen. Man hat weder vieler Gelehrtheit noch politischer Scharfsinnigkeit vonöthen, diese Frag zu beantworten; man findet in allen Reichen und Staaten der Welt allerhand Gesellschafften, welche von den Regenten nicht nur geduldet, sonder auch favorisirt werden, allein es ist bekannt, daß diese Gesellschafften und Societaeten diesen oder jenen Theil einer Kunst oder Wissenschafft zum Grund haben, und also dem allgemeinen Wesen damit gedienet wird.
Allein wer hat jemahls einen guten und loblichen Zweck in Errichtung dieser Gesellschafft beobachtet? Ist dem gemeinen Wesen oder dem Particular damit gedienet? Haben die Geheimnisse einen Einfluß auf das Aufnemmen eines Staats oder der guten Sitten.
Wir gestehen, daß in einem freyen Staat wie Engelland ist, und da es eine Mode ist ein Freymaurer zu seyn, und da die ganze Stadt Londen in diesen Orden aufgenommen worden, es wegen der sonderbahren Einrichtung der Regierung nichts zu bedeuten habe, allein in anderen Republiquen, hat es ohne Zweifel viele Bedencklichkeiten. Dann wo man gleich zugibet, daß in den geheimen Artikeln nichts enthalten wäre, welches dem Magistrat einer Stadt oder eines Lands solte verdächtig werden, so ist doch ganz gewiß, daß ein Regent nicht klüglich handlen wurde, wann er zugeben solte, daß eine Gesellschafft, deren Grundsätze er nicht innen hat, in seinem Land so starck werden solte, und wo er gleich selbst ein Freymaurer seyn wurde. Wie offt hat man gesehen, daß solche Gesellschafften mit der Zeit einem oder mehr Staaten gefährlich und beschwärlich worden. Und wäre es nicht an Regenten thöricht gehandelt, wann sie erlauben wurden, daß eine fremde Gesellschafft in ihrem Land so starck werde, deren Gesetze, Ordnungen und Grundsätze sie nicht wüssen.
Da nun ein jeder leicht sehen kan, daß alle solche Verbindungen und weitläuffige Verbrüderungen nach den Realen eines wohl-eingerichteten Staats nicht erlaubet seyn können, so laßt sich von dieser allgemeinen Regel auf die Freymaurer einen Schluß machen, ohne daß man derselben Ehren, Würde und Alterthum zu nahe trette.

Gesetzt, es seye in allen Dingen der Gesellschafft ganz nichts, weder wider den Staat, noch die Religion oder gute Sitten, wer will aber Caution geben, daß wo eine Stadt von so vielen Freymaurern besetzet, daß mehr als der halbe Theil der Burgerschafft sich einschreiben lassen, daß nicht Rebellionen, Aufstände, Gewalthätigkeiten, Unterdrückungen und dergleichen Sachen entstehen. Zu diesem kommt noch ein anderer Umstand, welcher dieser ist, daß ja eine jede Obrigkeit, sie mag nun in einem Kopff oder in vielen bestehen, ja unmöglich erlauben kan, daß eine Gesellschafft in ihren Gränzen entstehe, deren Anschläge, Gesetze, Grund-Ordnungen und Verfassung sie nicht weiß.

Wir kommen von diesem auf das Geheimnis der Freymaurer. Alle die, so sie kennen und auch Freymaurer sind, sagen, daß das meiste auf die Geberden ankomme, durch welche sie einander kennen. Zwey Freymaurer, die einander begegnen, und die dennoch einander niemahl gesehen, bemerken alsodald ihre Bruderschafft; die Zeichen, durch welche sie einander kennen, sind so gewiß, daß sie sich niemahl betriegen, und daher hat man Exempel. daß in See-nd Feld-Schlachten diese Zeichen den eint und andern vom Tod errettet, wann der Sieger bemerket, daß der Verwundete oder Gefangene ein Freymaurer seye wie er.

Sie sagen, daß sie in ihren Mahlzeiten keinen andern Unterscheid haben, als den, welchen das Alber [besser: Alter] gibt, weil der reiche und der arme Freymaurer an der Tafel gleich angesehen seye. Ob dem also, soll billich gezweifelt werden. Wir gestehen, daß unter den Freymaurern in Engelland mehr Freundschafft und Gleichheit seye, als aber in Teutschland und Frankreich. Glaubet man, daß ein teutscher Freymaurer, der von seinem Adel aufgeblasen, sich zu einem Freymaurer, der nur ein Handwercks-Mann ist, herunter lassen werde?

Wir wollen auch zugeben, daß in den Gesellschafften der Freymaurer nichts weder von Gott, noch von der Regierung geredet werde, es ist auch nicht nöthig, daß solches durch ein Fundamental-Gesetze verbotten seye, weil ohne dem diese Leut nicht Liebhaber find vieles von Gott oder Göttlichen Dingen zu reden oder zu hören.
Von den Regierungen wird auch ohne dem in den übrigen Gesellschafften wenig geredet, weil ein jeder Vernünftiger von sich selbst weiß, daß die Gesetze der Ehrbarkeit und der Geziemenheit verbieten von den Regierungs-Verfassungen dieses oder jenes Lands zu reden. An verschiedenen Oertern ist es verbotten, und so einer an einem solchen Ort sich in Stillschweigen aufhält, so ist es auch keine grosse Tugend.
Die Freymaurer sagen auch, daß nicht erlaubt seye bey ihrer Tafel von Abwesenden zu reden, welches wann es wohl beobachtet wird, ohne Zweifel gut und loblich ist.

Für die Fortsetzung der Seiten 14-45, siehe:
Was geschieht in einer Loge?

44-47

Wir haben bißher genug gesagt von den Gebräuchen, und Gewohnheiten, und Gesetzen dieses Ordens, es bleibet uns nichts übrig, als daß wir nur noch etwelche Betrachtungen machen, mit welchen wir diese Beschreibung beschliessen werden.

Die. Engelländer beklagen sich hefftig, daß dieser Orden seit der Zeit, da er unter die Franzosen gekommen, vieles von seiner Würde und Hochheit verlohren habe, und geben zur Ursach, weil man ohne Unterscheid allerhand Leute in denselben aufgenommen habe; Eine jede Gesellschasst erhaltet sich durch die gute Sitten der Glieder, da nun sich solche in den Orden eingeschliechen, von deren Tugend und Ehrbarkeit kan gezweiflet werden, so bekennen die vernünftige Freymaurer selbst, es scheine der Orden sincke und werde nach und nach seinen Glantz und Würde verliehren, und man klaget sonderlich über etwelche Loges in Paris, daß es in demselben sehr unordenlich zugehe, und daß dieselben von solchen Gliedern bestehen, die dem Orden wenig Ehrzubringen.
Man sagt ferner, daß die Franzosen solche zu Meisteren gemacht, die nicht einmal die Tüchtigkeit haben Lehrjünger zu seyn, und so gar sagt man, daß man in Paris Großmeister finde, die nicht einmahl hätten sollen in den Orden aufgenommen werden.

Diese Unordnungen haben auch etwelche wohlgesinnte Glieder des Ordens dahin gebracht, daß man anfangt auf Mlttel bedacht zu seyn, wie man dergleichen Annehmungen ins könftig verhüten, und die untüchtige Glieder ausschliessen könne.

Wir schliessen diese Zeilen mit der einigen Reflexion, daß wir sagen, es streite wider den Character eines gewissenhafften Manns, einen Eyd zu thun über unbekante Sachen, well ein tugendhafter den Namen des héchsten Wesens mit gröster Ehrforcht in den Mund nimmet, und auch in dem Nothfall den Namen des allwissenden Gottes mit andächtiger Verehrung läßt von seiner Zuge gehen.


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