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Blankeneser Kolleg

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Blankeneser Kolleg

Quelle: Internetloge

Das Blankeneser Kolleg
- eine Reminiszenz -

Das Blankeneser Kolleg wurde 1990 von Br. Jürgen Kober, Altstuhlmeister der Loge "Am rauhen Stein" in Hamburg, reaktiviert, um ein Logen und Lehrart übergreifendes Forum für an der Freimaurerei intensiv interessierte Brüder zu schaffen, in dem das freie, brüderliche Gespräch geliebt und gepflegt wird. Getagt wurde, einschließlich eines gemeinsamen Mittagessens, jeden Monat einmal am Sonnabend von 9-15 Uhr im Logenhaus Moorweide in Hamburg. Eingeladen waren Brüder, die ihre Gedanken gern frei schweifen ließen; kritisch, aber nicht bösartig; ernsthaft, aber humorig. Nicht willkommen dagegen waren: Selbstdarsteller, Humorlose, Rechthaber und ähnliche Typen. Um nicht die Themen zur Einhaltung der Arkandisziplin einschränken zu müssen, nahmen nur Brüder Meister an den Veranstaltungen teil. Der Gesprächskreis setzte mit seiner Arbeit in den Bereichen an, wo es in den Logen an Zeit oder Interesse für spezielle Diskussionen mangelte.

Das Blankeneser Kolleg war in seinem Themenreichtum quasi ein Vorgriff auf die aktuelle freimaurerische Diskussionsarbeit in den elektronischen Medien. Ein heute immer wieder in den freimaurerischen Internetforen deutlich werdender Mangel fehlte dabei. Bruder G. H. arbeitet diesen wie folgt heraus:

"Banal gesprochen, jeder Bruder hat seine eigene fest gefügte Meinung und möchte damit die Anderen überzeugen. Das ist der Grund beständigen Dissenses. Anschauungsmaterial bieten die freimaurerischen Internetforen. Zugehört oder gelesen wird einem Argument nicht mit dem Ziel, es anzunehmen, sondern möglichst sofort mit einem eigenen Gegenargument zu kontern. Geübt wird eine Scheintoleranz, nur eine ideologisierte totalitäre Freiheit." (Freimaurerei versus Rosenkreuzerei - Einleitung)1

Das Blankeneser Kolleg war ein Forum, in dem die Brüder einander zuhörten, zuhörten, nochmals zuhörten und dann aber auch ihre Ansichten ungestraft einbringen konnten, ohne daß etwas aufgezeichnet bzw. später kolportiert wurde oder der Blickkontakt auf gleicher Ebene zu den teilnehmenden Brüdern verloren ging. Dabei waren die internen Angelegenheiten der jeweiligen Mutterloge tabu, so daß dieser eventuelle Konfliktbereich schon von vornherein ausgespart blieb. Auch die jeweils in den Mutterlogen vorhandene Gruppendynamik blieb so außerhalb dieses Kreises. Es entwickelte sich eine ideale Diskussionskultur, wie sie auf der Internetseite "Freimaurerische Diskussionsarbeit"2 beschrieben wird.

Die Themen (aus allen Gebieten des Lebens und der Freimaurerei) wurden von den jeweils anwesenden Brüdern während des Treffens spontan vorgeschlagen, wobei die in vorherigen Treffen unbearbeitet gebliebenen Diskussionswünsche weiter Beachtung fanden. Moderiert und geleitet wurden die Diskussionen von Bruder Kober sehr zurückhaltend und sparsam. Meist reichten ihm von Zeit zu Zeit einige pointierte Anmerkungen zwischen den Worterteilungen, die in der Reihe der Wortmeldungen erfolgten. Das Portrait des weißhaarigen "Old Tiler"3 auf dem Buchdeckel von Carl H. Claudys "Old Tiler Talks" kommt im Aussehen Br. Kober recht nahe. Auch zu ihm gehörte die pointierte Verschmitztheit, die scharfe Zunge und die Lebensweisheit. Auch er übernahm in seiner Loge bis ins hohe Alter gern den Posten des Wachthabenden, neigte zu ähnlichen "short talks" und ließ es an einer dicken Zigarre nie fehlen. Seine in sich gegensätzliche und manchmal etwas rauhbeinige Tiefgründigkeit spiegelt sich ein wenig in seinem Lieblingsfilm wider, dem von 1943 bis 1945 von Marcel Carné nach dem Roman des tschechischen Schriftstellers Frantisek Kozik gedrehten Spielfilm "Kinder des Olymp".4

Bruder Kober (Jahrgang 1919, Rechtsanwalt, aufgenommen 1957) wurde am 13.05.2002 nach längerer schwerer Erkrankung, während der er bereits die Leitung des Kollegs in andere Hände legen mußte, zu höherer Arbeit abberufen. Geblieben ist den Brüdern die Erinnerung an sein Wirken. Das Kolleg wurde später, auf Wunsch der Brüder, in "Bruder Kober Kreis" umbenannt und schlief dann leider nach einiger Zeit ein. Vielleicht gelingt es, das Blankeneser Kolleg im Stile Br. Kobers neu zu beleben. Ein Lieblingsthema von Bruder Kober war "Die geöffnete Loge", wie sie auf der Internetseite "Freimaurerische Erlebniswelt verstehen", Abschnitt "Magie des fiktiven Raumes"5, anklingt - sicherlich auch ein interessantes Einstiegsthema für eine mögliche Wiederbelebung des Blankeneser Kollegs.

Nachtrag

Im März 2011 hat eine Gruppe an freimaurerischer Diskussionskultur interessierter Brüder das Blankeneser Kolleg im alten Stil erneut aktiviert. Sie treffen sich einmal im Monat an einem Sonnabend im Logenhaus Welckerstrasse um 11 Uhr für 3 - 4 Stunden. Interessierte Brüder im Großraum Hamburg erfahren über die e-mail-Adresse bkinfo@internetloge.de nähere Einzelheiten.

Links

1 Freimaurerei versus Rosenkreuzerei - Einleitung Internetloge
2 Freimaurerische Diskussionsarbeit Internetloge
3 Old Tiler Talks Internetloge
4 Kinder des Olymp Wikipedia
5 "Freimaurerische Erlebniswelt verstehen", Abschnitt "Magie des fiktiven Raumes" Internetloge

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