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Frauen als Freimaurer

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Inhaltsverzeichnis

Frauen als Freimaurer

Ein Text aus alten Zeiten!

Quelle: Internationales Freimaurer-Lexikon von Eugen Lennhoff und Oskar Posner (1932)

Nach dem 3. Hauptstück der "Alten Pflichten" sind Frauen von der Mitgliedschaft ausgeschlossen (no Bondsmen, no women, no immoral or scandalous Men, but of good Report). Daher wurde auch in den alten Logen bei der Aufnahme die linke Brust des Suchenden entblößt, um zu zeigen, daß er männlichen Geschlechtes sei. Anderson erzählt, daß die jungfräuliche Königin Elisabeth deshalb den Freimaurern ungnädig gesinnt gewesen wäre, weil sie als Weib nicht beitreten konnte. Das ist allerdings ebenso eine Fabel wie die von Sacher - Masoch sogar dramatisierte Geschichte von Maria Theresia, die, aus weiblicher Eifersucht, verkleidet die Loge ihres Gatten Franz besucht habe.

Wanderlegenden

Mit großer Hartnäckigkeit wird die Erzählung von der Lady Aldworth aufrecht erhalten, die unversehens eine Freimaurerloge belauschte und von den entsetzten Brüdern kurzerhand aufgenommen wurde, um so dem Verrate der Geschehnisse zu entgehen. Die ganz gleiche Geschichte wird übrigens auch von einer Mrs. Beaton aus Norwich erzählt, ebenso soll die "Melrose Lodge" Nr. 1 die Isabella Scoon aus Not aufgenommen haben. Beim Winterjohannisfeste der "Regimenteloge des Inf.-Reg. Nr. 22" in Newcastle (1769) 8011 die Wirtin mit einem Feuerhaken die Tür erbrochen haben und gleichfalls vereidigt worden sein. Es handelt sich wohl bei den meisten dieser Erzählungen um Wanderlegenden uralten Ursprungs, die sogar schon in den Geschichten der Männerbünde primitiver Völkerstämme vorkommen. Später verfuhr man nämlich einfacher.

So wurde eine Kellnerin Molly, die sich in die "Canterbury-Lodge" eingeschlichen hatte, einfach ohne Weihe wieder vor die Tür gesetzt. Und bei der feierlichen Einsetzung des Prinzen von Wales, späteren Königs E d w a r d VII., als Großmeister der Großloge von England wurden vom Dache der Alberthalle in London zwei neugierige Aufwärterinnen polizeilich entfernt. Eine Frau, die 1903 gewaltsam in die Loge zu Cette einbrach, wurde sogar wegen schweren Hausfriedensbruches zu 13 Monaten Kerker verurteilt.

Im amerikanischen Sezessionskriege soll sich der Fall öfters ereignet haben, daß Offiziere ihre Frauen in die freimaurerischen Geheimnisse und Erkennungszeichen einweihten, um sie den Freimaurern der gegnerischen Armee zum Schutze empfehlen zu können. So ein Major Charles Lille in Gainsville (Georgia; 1728 bis 1810 in London), bekannt unter dem Namen der Chevalier d'Eon, eine rätselhafte Persönlichkeit, die als Zwitter oder Transvestit durch ihren Geschlechtswechsel ihre Zeit in Atem hielt. Er wurde als Knabe erzogen, leistete Militärdienste, wurde dabei auch verwundet, war Dr. jur., Parlamentsadvokat und Diplomat. 1777 mußte er auf Befehl Ludwig XVI. Frauenkleider anlegen und behielt diese bis an sein Lebensende. Er war in den letzten Jahren in Not, erteilte in weiblicher Bekleidung Fechtunterricht, zur Zeit der französischen Revolution trug er sich mit der Absicht, ein Frauenbataillon aufzustellen. Wegen seines Geschlechtscharakters kam es zu hohen Wetten; eine derartige Wette wurde gerichtlich eingeklagt, wobei der eine Advokat als Beweis für das männliche Geschlecht E.s seine Zugehörigkeit zu einer Londoner Freimaurerloge anführte. Ein Spottbild, das aus diesem Anlasse herauskam, zeigt E. in Weiberkleidern mit einer Deputation der Freimaurer, die ihn um die eigene Blamage zu verhüten, inständigst bitten, die Untersuchung zu verweigern.

Die Gattin des französischen Generals Xaintrailles, die zur Zeit des Konsulats als Rittmeister der Kavallerie in der Armee diente und sogar Adjutantin ihres Mannes war, war wirkliches Mitglied der Loge "Les Artistes". Ein besonderer Fall ist ferner jener der Gräfin Helene Hadik - Barkoczy, der Gattin des Grafen Béla Hadik, Generaladjutanten des Erzherzogs Max, späteren Kaisers von Mexiko. Sie war die letzte ihres Stammes und hatte daher von den ungarischen Behörden männliche Erbrechte zuerteilt erhalten. Auf Grund dieser "Manneserklärung" wurde sie 1875 in der Loge "Egyénlöség" in Ungarn, trotzdem der ungarische Großorient seine Zustimmung ausdrücklich verweigert hatte, doch nach allen Regeln der Kunst aufgenommen. Der Großorient zog den Meister vom Stuhl zur Verantwortung und ließ alle Schuldtragenden aus den Listen streichen.

Kardinalhindernis

Im Jahre 1882 erfolgte in Frankreich die Aufnahme der Maria Deraismes in die Loge "Les Libres Penseurs" von Le Pecq. Die "Grande Loge Symbolique" entzog der Loge das Patent, worauf in der Folge die "gemischte" Freimaurerei des "Droit Humain" und Co - Masonry entstand.

1921 stellte die Großloge von Frankreich beim Genfer Konvent der A. M. I. den Antrag einzelnen Mitgliedsobedienzen die Zulassung von Frauen zu gestatten. Die Versammlung lehnte das mit allen gegen die drei Stimmen der Großlogen von Frankreich und Spanien und des Großorients von Portugal ab. In den Grundregeln, die von der Großloge von England 1929 herausgegeben wurden, ist die Aufnahme von Frauen eines der Kardinalhindernisse für die Anerkennung. Bünde mit freimaurerischem Charakter, die Frauen aufnehmen, hat es zumindest auf dem europäischen Kontinente seit dem 18. Jahrhundert immer gegeben.

Mopsorden

In Frankreich entstanden zunächst der Orden der Ritter und Nymphen von der Rose, die 'Gesellschaft der Genossen der Penelope', der Orden der Glückseligkeit, der Holzhauerorden, der Ankerorden usw., an allen diesen mehr oder minder geheimnisvollen Gesellschaften konnten Männer und Frauen teilnehmen. Die Versammlungsorte hießen Haine, Lustwäldchen, Liebestempel, die weiblichen Mitglieder wurden "Cousinen" oder "Freundinnen" tituliert. Nach Deutschland verirrte sich diese Ausartung vor allem in Gestalt des Mopsordens .

Adoptionsmaurerei

In Frankreich wieder bildete sich dann, in Verbindung mit Logen, die Adoptionsmaurerei in Amerika bestehen zahlreiche Vereinigungen von Freimaurerangehörigen auch weiblichen Geschlechts, so der Eastern Star , die Regenbogenvereinigungen (Order of the Rainbow), die Job's Daughters u. a. m.

In der Zulassung von Frauen zu Logen liegt ein vollkommenes Verkennen der wahren Absichten der Freimaurerei als eines Mysterienmännerbundes. Es handelt sich nicht darum, Frauen von der Betätigung ihres humanitären Wollens auszuschließen. Dazu haben sie in zahllosen Verbänden reichste Gelegenheit. Es ist aber sinnlos, Frauen auf eine Symbolik zu verpflichten, deren einzelne Werkbestandteile ihnen doch geschlechtsfremd sind (weibliche Steinmetzen?) und sie in Verbände zu zwängen, deren Wesenszug durch ihre Aufnahme verändert werden muß.

Königin von Saba

Wenn Anderson die Frauen ausdrücklich ausschloß, so folgte er jedenfalls nur den Grundsätzen der alten Werkmaurer, die die Zunft allen weiblichen Personen streng verschlossen hielt. Nur eine einzige weibliche Person wurde nach der Legende der Ehrung durch die Zunft teilhaftig: die Königin von Saba. Das Aufstellen ihres Bildes in den Statuenreihen der deutschen Dome ist, zumal das gewöhnlich in Verbindung mit jenem des Königs Salomon geschah, sicherlich keine Zufälligkeit. Die Zunft ehrte sie als eine zum Legendenkreise des Tempelbaues gehörige Gestalt.

Klagen über die Ausschließung der Frauen von der Logentätigkeit wurden sehr früh laut. Davon geben die Zeitungen des 18. Jahrhunderts einen Begriff. Im Jänner 1733 meldete die "Vossische Zeitung" (vergl. Eberhard Buchner, "Das Neueste von Gestern", München) aus Großbritannien: ". . . Das Geheimnis (der Freimaurerei) wird denen Gliedern der Gesellschaft bey ihrer Aufnahme offenbaret, es müssen sich aber selbige mittelst eines scharfen Eides verbinden, solches niemanden zu entdecken. Derart, daß, als eine gewisse vornehme Prinzessin, die dieses Geheimnis gerne wissen wollte, einen auch vornehmen Herrn dazu beredete, daß er sich in diese Fremesen würde begeben und hiernächst die Eröffnung solchen Geheimnisses von ihm begehrte, derselbe ihr solches gleichwohl abgeschlagen."

1737 glaubte ein Pariser Korrespondent des gleichen Blattes, daß in Frankreich den Freimaurern sicherlich bald "das Cantate gelegt" werde. "Das Frauenzimmer laßt ihre Scheelsucht, daß sie das männliche Geschlecht von den Geheimnissen ihrer Brüderschaft ausgeschlossen, ... ziemlich widerfahren." In Bern verstanden es Frauen sogar die Regierung gegen den Orden aufzustacheln. Die Frey-Mäurer-Eheweiber", die, wie es in einem damaligen Schriftstück heißt, "ungeachtet ihrer Liebkosungen und Listen und Ränke zu ihrem größten Verdruß zur Ergründung des pretendierenden Frey-Maurer-Sekrets niemals gelangen können ." Beschwerden gab es auch in Deutschland. 1785 druckte Wieland in seinem "Teutschen Merkur" eine Auseinandersetzung über das Thema ab, "daß bei den Freimaurern den Frauen wohl das Herz offen stehe, aber die Loge geschlossen sei". Auch Goethe trug sein Scherflein dazu bei. Als sein Sohn August bei einer Veranstaltung der Loge "Amalia", zu der die Schwestern geladen waren, deren Dank zum Ausdruck bringen sollte ließ er ihn die scherzhafte Versfrage stellen.

"Sollen aber wir, die Frauen
Dankbar solche Brüder preisen,
Die ins Innere zu schauen
Immer uns zur Seite weisen?"

Herder

Eine Antwort auf diese bis auf den heutigen Tag immer wieder aufgerollte Frage versuchte Herder in seinen Freimaurergesprächen, in denen er Linda (seine Frau Karoline) zu Faust (Herder selbst) folgendes sagen läßt:

"Der Mann bedarf eines Aufschwunges, und wir gönnen ihm solchen gern. Er muß sich zuweilen erweitern und erheben, daß er, Mann mit Männern lebe, sonst wird er bei aller Müh und Liebe selbst uns alltäglich. Verübelt mir aber nicht Freunde: Euer Geschlecht begrenzt oder, wie man sagt, borniert sich zu bald und erschwert sich seine Fesseln. Oft sinkt ihr unter ihrem leisen, aber fortwährenden Druck nieder und veraltet. Veraltet vor der Zeit unter Gewohnheiten, die ihr nicht ändern wollt. Vorurteile umschlingen uns vielleicht leichter als Euch sind sie drückender und fester. Mit unserer mehreren Elastizität und Seelenfreiheit sind wir geborene Freimaurerinnen am reinen Bau und Fortbau der Menschheit. Welchen Großen und schönen Gedanken hatte Sokrates, den ihm Aspasia nicht eingab?" Herder antwortet:

"Und doch gehört Ihr bei Euren Großen Gedanken doch nicht in das geschlossene Viereck des Beratens und Wirkens. Läuft nicht die Phantasie oft mit Euch fort? Ist nicht der gute Trieb bei Euch immer voran? Ihr seid zu tätig, zu barmherzig, der Augenblick übernimmt Euch. Auf einmal werdet Ihr der gesamten Menschheit helfen wollen und alles verderben. Schon deshalb gehört Ihr nicht in jenes stillberatende, leidenschaftslos wirkende Viereck."

Daß die Freimaurer nicht misogyn sind, beweist nicht nur die Überreichung der Frauenhandschuhe bei der Aufnahme, der in allen Großlogen offizielle Trinkspruch auf die Schwestern, die Schwesternfeste, die Schwesternvereinigungen in vielen Logen und die verschiedenen geselligen Veranstaltungen mit Zuziehung der Frauen. Auch die karitative Werktätigkeit der Logen ist zum Großen Teile den Frauen übertragen. Sie als vollberechtigte Mitglieder in die Logen aufzunehmen, besteht aber um so weniger Veranlassung, als die Freimaurerei ihrem Wesen nach ein Männerbund war, ist und bleiben wird.

Siehe auch

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