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Freimaurer-Verfolgung

Aus Freimaurer-wiki

Inhaltsverzeichnis

Freimaurer-Verfolgung in Deutschland

Bereits die Titel-Auflistung der nachstehenden Archiv-Akten läßt ahnen, weshalb es deutschen Freimaurern auch nach dem Ende des sogenannten "Dritten Reiches", welches im Sprachgebrauch der Freimaurer die "Dunkle Zeit" genannt wird, ratsam erschien, zunächst im Verborgenen zu wirken. Die Traumatisierung durch eine Verfolgung, der hunderte von Brüdern in Konzentrationslagern zum Opfer fielen, oder im Suicid endete, wirkt bis heute nach.

Im Freimaurer-Wiki wird versucht, die Dokumente und Ursachen für diese Traumatisierung aufzuarbeiten. Dieses geschieht in dieser Form zum ersten Mal und wir bitten Logen und Brüder, in deren Besitz sich Dokumente zu diesem Thema befinden, uns diese zur Verfügung zu stellen.

Unterlagen des RSHA - Reichssicherheitshauptamtes

Diese Unterlagen befinden sich im Original im Holocaust Memorial Museum, Washington DC. Die Dokumente bezeugen die NS-Verfolgung der Freimaurerei in Deutschland während der Zeit des sogenannten "Dritten Reichs" und in den besetzten Ländern.

Beispiele:

Freimaurer-Verfolgung in Österreich

Rezension: Marcus Patka - Österreichische Freimaurer im Nationalsozialismus

Freimaurer-Verfolgung in Spanien

Freimaurer-Verfolgung in von den Nazis besetzten Ländern

Berichte über Auslands-Belange und Reaktionen

Freimaurer-Verfolgung in der Schweiz

Die Schweiz erlebte seinerzeit die Angriffe gegen die Freimaurerei auch. Die Fonjallaz-Initiative, welche das Verbot der FM verlangte, scheiterte im Schweizervolk kläglich. Historiker begründen dies mit der gefestigten Demokratie der Schweiz, welche gegen die totalitäre Bewegungen der Nazis und Faschisten weniger anfällig gewesen sei, als die junge Weimarer Republik. Quelle: → Freimaurer Loge Nr. 79 Rapperswil
Im April 1934 lancierte Fonjallaz die Initiative für ein Verbot der Freimaurerei (Fonjallaz- Initiative). Am 10. Dezember 1934 kam die Initiative zur Verbot der Freimaurerei mit 56238 Unterschriften zustande. Das Volk verwarf sie am 28. November 1937 deutlich. Quelle: → Wikipedia "Arthr Fonjallaz"
Was Öffentlichkeitsarbeit negativ oder positiv verursachen kann, zeigt das Beispiel der Öffentlichkeitsarbeit im Zusammenhang mit der Fonjallaz- Initiative: → Schweizerische Grossloge Alpina Hans-Ulrich Helfer, Loge Catena Humanitatis in Zürich, Webmaster der Schweizerischen Grossloge Alpina (Schweizer Freimaurer-Rundschau: November 2005)

Die Schweizer Freimaurerei in der Zwischenkriegszeit

Aus „Freimaurer“. Information über den Bund der Freimaurer, herausgegeben von der Freimaurerloge „Zur Brudertreue“ in Aarau, 2007, 15-16. (stark gekürzte Version eines Textes aus: „Schweizerische Grossloge Alpina – Buch der 150 Jahre“. Lausanne 1993, 85-101)


Die Geschichte der Freimaurerei in der Schweiz weist seit ihrer Gründerzeit Phasen der Blüte neben Phasen des Kampfes ums Überleben auf, dies ganz besonders zur Zeit des Nationalsozialismus. Angriffe gab es allerdings bereits in den Zwanzigerjahren des letzten Jahrhunderts. In Zürich gründete damals ein Verleger namens Alfred Keller-Zoller den «Schweizerischen Volksbund für Freiheit und Recht», in welchem er gegen die Freimaurer agierte, da er sich persönlich als ein Opfer derselben wähnte. In seinem Verlag erschienen mehrere antifreimaurerische Kampfschriften, z. B. «Ein Volksbetrug: Freimaurertum als Volksschädling», die er unter dem Pseudonym Christian Schweizerkreuz veröffentlichte.

Als 1929 die Weltwirtschaftskrise auch die Schweiz erfasst hatte, suchte man nach Sündenböcken. Weitherum machte sich die Überzeugung breit, die liberale Schweiz habe versagt. Als geheime Drahtzieher des schweizerischen Liberalismus galten die Freimaurer.

In den Dreissigerjahren wurde im Vorfeld des Zweiten Weltkriegs der Pazifismus der Freimaurer als eine Gefahr für den Wehrwillen der Schweiz dargestellt. Die ganz grosse politische Bombe platzte schliesslich am 11. Februar 1934 an einer gemeinsamen Versammlung von «Heimatwehr» und «Schweizerischer Faschistischer Bewegung» im Casino in Bern. Ein gewisser Oberst Arthur Fonjallaz, der später als bezahlter Scherge der NSDAP entlarvt und verurteilt wurde, kündigte eine Volksinitiative zum Verbot aller Geheimgesellschaften an. Die Unterschriftensammlung begann sofort. Pro Unterschrift wurde den Sammlern 20 Rappen vergütet!

Am 31. Oktober 1934 hinterlegte Fonjallaz persönlich 57’000 Unterschriften (nur wenig mehr als die erforderlichen 50’000) im Bundeshaus. Fast die Hälfte der Unterschriften stammte aus der Romandie und aus dem Tessin.


Das Direktorium der Schweizerischen Grossloge reagierte rasch. Mit einer feierlichen Erklärung wandte es sich an das Schweizervolk, in welchem es der Hetzkampagne Fonjallaz’ die ehrbaren Grundsätze des Bundes und die Verdienste prominenter Schweizer Freimaurer entgegenhielt. Dann lancierte es seinerseits einen beispielhaften Abstimmungskampf.


In der Herbstsession 193 6 beschloss der Nationalrat nach ausgiebiger Diskussion mit 107 zu 2 Stimmen die Ablehnung der Initiative (die eine der beiden Gegenstimmen brachte übrigens Gottlieb Duttweiler ein, der seine Vorurteile gegen die Freimaurerei erst nach dem Krieg korrigierte). Der Ständerat verwarf ebenfalls mit 22 zu 0 Stimmen, bei einigen Enthaltungen.

Die Volksabstimmung wurde auf den 28. November 193 7 festgesetzt. Die Stimmung im Volk war schwankend, das Ergebnis der Abstimmung dann aber mit 516’000 Nein gegen 235 ’000 Ja über alle Erwartungen eindeutig. Damit war die Schweiz das einzige Land, welches die Freimaurerei durch eine klare Kundgebung des Volkswillens legitimierte. Allerdings war ebenso klar, dass das Schweizervolk weniger aus Sympathie für die Freimaurer, als vielmehr aus Ablehnung des Nationalsozialismus und dessen Mentalität so entschieden hatte.

Dokumente in ausländischen Ausstellungen

Links

Siehe auch

Von „http://freimaurer-wiki.de/index.php/Freimaurer-Verfolgung

Diese Seite wurde bisher 1.601-mal abgerufen. Diese Seite wurde zuletzt am 1. Januar 2012 um 21:29 Uhr geändert.


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