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Geschichte der Großloge Zur Sonne - Teil 3

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Inhaltsverzeichnis

Geschichte der Grossloge zur Sonne

Quelle: Die Bauhütte, 19. Mai 1866, No. 21, IX. Jahrgang

Von

Br Alb. Redlich,

Grosssecretair und Mstr vom Stuhl der Logo „Eleusis z. V." in Bayreuth.

(Fortsetzung.)

1841-1866

Von 1841 bis 1866.

Obgleich mit dem Beginn der 40er Jahre die Lage der Logen sich änderte, so hatte man sich doch im Laufe der Zeit an die Beschränkungen gewöhnt, die einer allseitigen Wirksamkeit der Logen hindernd im Wege standen. Die durch diese Beschränkungen hervorgerufene Krisis war vorüber, an die Stelle des Stehenbleibens trat erhöhte Arbeitslust, die früher spärlichen Aufnahmen mehrten sich und ein günstiger Umschwung der Dinge in den vereinigten Logen liess sich nicht verkennen.

Leider zogen sich aber die Differenzenzen zwischen den Logen Wilhelm zur aufgehenden Sonne und zu den 3 Cedern in Stuttgart noch bis zum Jahre 1844 hin. Letztere Werkstätte wurde inzwischen von der Grossen Loge von Hamburg constituirt und reichte mittelst Schreiben vom 29. November 1841 eine Klage gegen erstere mit dem Antrage ein, die Bescheidung derselben den Logen Joseph zur Einigkeit, zu den 3 Pfeilen in Nürnberg und zur Wahrheit und Freundschaft in Fürth als Schiedsgericht zu übertragen.

Dieser Antrag, dem Seitens der Grossen Loge nicht entsprochen würde, mag zur Kenntniss der genannten Logen gekommen sein und die auf Seite 42 der Geschichte der Loge zu den 3 Pfeilen enthaltene Bemerkung erzeugt haben, dass Bayreuth bereit gewesen wäre, die Grosse Loge nach Nürnberg abzugeben, eine Möglichkeit, die nur dann hätte Platz greifen können, wenn die sämmtlichen zur Grossen Loge zur Sonne vereinigten Logen damit einverstanden gewesen wären. Die Acten enthalten übrigens nicht die leiseste Andeutung eines solchen Anerbietens und ebensowenig die Spur eines dahin abzielenden Vorschlags an die vereinigten Logen.

Der Aufschwung, den letztere nahmen uqd die sich überall geltend machende erhöhte maurerische Thätigkeit, liessen auch 12 Mitglieder der Loge zur Freimüthigkeit am Rhein am 14. September 1845 den Entschlnss fassen, die seit 1813 ruhende Loge Carl zur Eintracht in Mannheim zu reactiviren und unter den Schutz der Grossen Loge zur Sonne zu stellen. Das desfallsige Gesuch wurde genehmigt und die Einweihung der jungen Loge fand am 23. August 1846 statt. Die damals auf der Tagesordnung stehende Frage über die Zulassung und Aufnahmefähigkeit von Nichtchristen beschäftigte auch die Grosse Loge zur Sonne und der jenesmalige Grossmeister Br Sophian Kolb stellte am 22. März 1847 den ausführlich begründeten Antrag, die Grosse Loge wolle sich für die Aufnahmefähigkeit von Männern nichtchristlicher Confession aussprechen. Dieser Antrag wurde in der Conferenz vom 10. September 1847 durch seine fast einstimmige Annahme (nur eine Loge hatte sich blos für Zulassung ausgesprochen) Seitens der vereinigten Logen zum Beschluss erhoben.

In der Zwischenzeit hatten aber von den seit 34 Jahren ruhenden badischen Logen die noch übrigen Mitglieder der Logen Carl zur Treue und Carl zur Einigkeit in Carlsruhe beschlossen, die maurerische Thätigkeit wieder aufzunehmen, beide Logen in eine unter dem Namen Leopold zur Treue zu vereinigen und sich der Grossen Loge zur Sonne anzuschliessen. Die erste Versammlung der vereinigten reactivirten Loge fand am 24. Juni, die förmliche Einweihung derselben am 15. November 1847 statt. Ein gleiches beschloss eine Anzahl in und um Freiburg wohnender Brüder mit der Loge zur edlen Aussicht, deren Reactivirung am 20. Juli 1847 erfolgte.

Durch den Beschluss, dass auch Nichtchristen aufnahmefähig seien, war eine Revision der Gesetze nothwendig geworden, die aber hauptsächlich nur eine entsprechende Aenderung der Aufnahmebedingungen bewirkte, da der weitere Antrag der Grossen Loge, „das Wahlrecht auf alle Brüder auszudehnen" mit 7 gegen 2 Stimmen (Bayreuth und Frankenthal) abgelehnt wurde.

So gedeihlich all diese jungen Werkstätten im Anfange sich entwickelten, so sollte hierin aber bald eine Aenderung eintreten. Die Jahre 1848 und 49 mit ihren politischen Bewegungen traten ein und letztere drängten fast alle andern Interessen in den Hintergrund. Die alte Loge zum Morgenstern in Hof erklärte mittelst Schreiben vom 10. August 1849, dass sie ihre Arbeiten einstellen müsse. Schon im Jahre 1847 hatte, diese Loge eine Vorstellung an die Grosse Loge gelangen lassen, in welcher sie ausführte, dass bei dem stets höher steigenden Miethzinse und dem hierdurch hervorgerufenen fortwährenden Wechsel des Lokales sie bei der geringen Mitgliederzahl nur dann die Möglichkeit einer ferneren Existenz vor Augen sähe, wenn sie ein eigenes Logenhaus erbauen könne, zu welchem Behufe Actien creirt werden sollten. Die Ausführung dieses Planes unterbrach das Jahr 1848, in. welchem alle in dem benachbarten Böhmen wohnenden Glieder der Loge deckten, mehrere in Hof selbst wohnende Brüder sich derart an den politischen Bewegungen betheiligten, dass sie entlassen werden mussten and die übrig bleibende Zahl zu klein war, um trotz der gemachten Anstrengungen die Loge ferner zu halten.

Die Logen zur Freimüthigkeit am Rhein in Frankenthal, Carl zur Eintracht in Mannheim und Leopold zur Treue in Carlsruhe stellten ihre Arbeiten ein, so lange die Revolution die Herrschaft an sich gerissen hatte, gehorsam den Bestimmungen der Old Marks, die Treue gegen den Landesherrn fordern.

Auch die Loge zur edlen Aussicht in Freiburg musste ihre Arbeiten beschränken. Es waren aber nicht allein die Stürme der Revolution, sondern auch die Machinationen der ultramontanen Partei, die sie hierzu veranlassten. In der Presse wie auf der Kanzel wurden die Loge und ihre Glieder herabgesetzt und geschmäht, die Correspondenz zwischen ihr und der Grossen Loge unterschlagen und alles in Bewegung gesetzt, um dies den Finsterlingen verhasste Institut zu unterdrücken.

Die kaum wieder ins Leben getretene, an Mitgliederzahl noch schwache und mit finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen gehabt habende Loge konnte dem vereinten Sturmlauf der revolutionären und ultramontanen Partei nur schwer Stand halten und arbeitete daher bis zum Juni 1850 nur sehr unregelmässig.

Eine halbjährige Unterbrechung der rituellen Arbeiten in der Loge Eleusis zur Verschwiegenheit in Bayreuth hatte ihren Grund darin t dass dieser Loge ihr seit 35 Jahren miethweise inne gehabtes Lokal gekündigt wurde, die baulichen Veränderungen in dem erkauften Logenhause aber längere Zeit in Anspruch nahmen.

Hatte sich bisher die Grosse Loge zur Sonne streng an die Bestimmungen der Vereinigungsacte gehalten und lediglich mit den Angelegenheiten der unter ihr vereinigten Logen beschäftigt, so gebot ihr aber die wachsende Zahl derselben, nun an den allgemein maurerischen Vorkommnissen einen lebhafteren Antheil zu nehmen und mehr in das Leben hinauszutreten.

Sie knüpfte demnach durch gegenseitige Repräsentation engere Beziehungen mit den Grossen Logen zur Eintracht in Darmstadt, von Hamburg, des eklektischen Freimaurerbundes in Frankfurt, zu den 3 Weltkugeln und Royal York zur Freundschaft in Berlin, von Sachsen in Dresden und von Hannover an, konnte sich aber noch nicht entschliessen, dieses Verhältniss auch auf ausserdeutsche Grosslogen auszudehnen, obgleich sie mit der Grossen Loge Alpina lange Jahre hindurch im gegenseitigen Protokollaustausch stand und die Verhandlungen der Grossen Logen von New-York, New-Orleans, Ohio, Texas, Charleston etc. etc. empfing.

Im Jahre 1847 hatte die Loge zum Morgenstern in Hof den Antrag gestellt, im Einvernehmen mit den übrigen bayerischen Logen an die Staatsregierung die Bitte zu richten, die auf dem Freimaurerbunde lastenden Beschränkungen aufzuheben, ein Antrag, der von Seite der Logen in Anbetracht der obwaltenden Verhältnisse abgelehnt wurde. Als jedoch im Jahre 1848 König Maximilian II. den bayerischen Thron bestieg, glaubte die Grosse Loge an diesen milden und liberalen Fürsten obige Bitte mit Auasicht auf Erfolg stellen zu dürfen und that dies in einer Eingabe vom 22. Mai 1848. Es wurde ihr hierauf ein Ministerial-Rescript vom 2. März 1849 zugeschlossen, das eine Regelung dieser Beschränkungen in dem demnächst erscheinenden Gesetze über das Versammlungs- und Vereinigungsrecht verheisst.

Dieses unterm 26. Februar 1850 erschienene Gesetz mit seinen Vollzugsverordnungen hebt alle auf dem Freimaurerbund seither gelastet habenden Beschränkungen auf und die Grosse Loge richtete daher auch unterm 15. April 1850 unter Beifügung des Gesetzbuches ein tiefgefühltes Dankschreiben an den König.

Aus Anlass der höchst erfreulichen Aufnahme des durchlauchtigsten Prinzen Friedrich Wilhelm von Preussen (nunmehrigen Kronprinzen), in den Freimaurerbund richtete die Grosse Loge zur Sonne ein Glückwunschschreiben an den durchl. Protector und wurde hierauf mit einem brüderlichen Dankschreiben erfreut.

Der von Seite der Grossen Mutterloge des eklektischen Bundes in Frankfurt a. M. ausgegangene und durch den Missbrauch, welcher oft mit alten Certificaten getrieben wird, begründete Vorschlag, dass dieselben nur auf 3 Jahre gültig sein sollen, wurde auch von der Grossen Loge zur Sonne als nützlich erkannt, den vereinigten Logen empfohlen und von denselben angenommen.

Der Loge Post nubila lux in Amsterdam, welche sich aus Brüdern gebildet hatte, die aus den gesetzmässigen St-Joh.-Logen in Amsterdam theils entlassen, theils freiwillig ausgetreten waren, musste die Grosse Loge zur Sonne die Anerkennung versagen und ein indirect an sie gerichtetes Gesuch, der Loge Post nubila lux ein Constitutionspatent zu ertheilen, abschläglich bescheiden.

Den Antrag der Loge zur Freimüthigkeit am Rhein in Frankenthal, „es möchten sich alle Logen Deutschlands zur Gründung eines allgemeinen maurerischen Wittwen- und Waisenpensionsfonds vereinigen", empfahl zwar die Grosse Loge, verhehlte aber auch zugleich nicht die Schwierigkeiten, die der Ausführung entgegenstünden. An diesen Schwierigkeiten scheiterte auch das Unternehmen.

(Fortsetzung folgt.)

Geschichte

Siehe auch


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