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Gleichheit

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Gleichheit

Quelle: Internationales Freimaurer-Lexikon von Eugen Lennhoff und Oskar Posner (1932)

Anderdsons „Alte Pflichten" enthalten den Satz: "All Preferment among Masons is grounded upon real Worth and personal Merit only"' (aller Vorzug unter Maurern ist begründet allein auf wirklichem Wert und persönlichem Verdienst). Die Gleichheit unter Freimaurern liegt im Brudernamen verankert. In der Loge sind alle Brüder gleich. Das profane Leben setzt seine Unterschiede. Die Loge verwischt bei der Arbeit das Rangverhältnis und will für die Zeit der Vereinigung alle Brüder auf derselben Waagrechten versammeln. Ausgezeichnet hat dies Rudyard Kipling in seinem Gedichte „Meine Mutterloge" ausgedrückt: "Draußen: Herr! Wachtmeister! Ein schroffes Dienstgesicht ! Doch drinnen nur: Mein Bruder! Mit Rang und Titelverzicht ! Der Zirkel, die Waage gleicht alles aus."

Eine wiederholt im englischen Schrifttum vorkommende, auch dichterisch verwendete Redewendung spricht vom "to meet upon the level": auf gleicher Waagrechten begegnen. Aus dieser Gleichheit in der Loge ergeben sich für den Freimaurer Verpflichtungen für das profane Leben, die beispielsweise im Dienstverhältnis seitens des Vorgesetzten und Untergebenen sicherlich viel Takt erfordern. Der Vorgesetzte wird sein "schroffes Dienstgesicht" dem Bruder zuliebe auch anderen gegenüber mildern, und der Untergebene wird als Bruder sich zu vermehrter Pflichterfüllung veranlasst fühlen. Der Offizier, der mit seinem Sergeanten in einer Loge sitzt, ist nach der Arbeit wieder der Vorgesetzte. Dienst ist etwas Unpersönliches, das Höhere und Niedere braucht. Der persönliche Takt kann dieses Verhältnis beeinflussen, der Freimaurerei liegt nichts ferner, als dieses gegebene notwendige Verhältnis zu stören.

In den frühen Verräterschriften, die eine gute Vorstellung von den alten Katechismen geben, wird der Freimaurer bezeichnet als „a man, begot of a Man, born of a Woman, Brother to a King“ („Ein Mann, gezeugt von einem Manne, geboren von einem Weibe Bruder eines Königs“). (The Grand Mystery, 1724.) In den späteren Schriften findet sich die Fassung: „Free Man, born of a Free Woman, Brother of a King, Fellow to a Prince and Companion to a Beggar, if a Mason and a worthy Man" ("Ein freier Mann, geboren von einem freien Weibe, Bruder eines Königs, Genosse eines Fürsten und Genosse eines Bettlers, falls er ein Maurer und ein würdiger Mann ist").

In Andersons Verfassung ist von dieser Gleichheit nicht die Rede, es wird nur darauf verwiesen, dass sich aller Vorzug unter Maurern auf eigenem Verdienst gründet. In den ersten Jahren der Großloge scheint diese Unterlassung der Betonung einer völligen Gleichheit den Moderns zum Vorwurfe gemacht worden zu sein, denn Laurence Dermott spricht in nicht gerade schmeichelhafter Verbindung von den "Gentlemen Members of the Modern Society of Masons". Dagegen war in Frankreich der Begriff der Gleichheit in der Loge schon in den frühesten Zeiten deutlich ausgeprägt. So 1783 in der „Relation apologique et historique de la Société des F. M.“: "On ne garde dans ces assemblées d'autre rang que celui de la réception". 1744 in „Idee juste de Société des Freemaçons“: "Une égalité parfaite regne entre tous les Membres de cette société." Wann in den französischen Logen die heilige Dreizahl, le ternaire sacré, des Liberté, Egalité, Fraternité aufgekommen ist, steht nicht fest. Jedoch hatten die Logen der Martinisten bereits diese später in der französischen Revolution zur Berühmtheit gelangte Devise.

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