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Hermetische Freimaurerei

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Hermetische Freimaurerei

Quelle: Internationales Freimaurer-Lexikon von Eugen Lennhoff und Oskar Posner (1932)

Im 18. Jahrhundert namentlich in Frankreich aufgekommene, auch heute in kleineren Zirkeln gepflegte Methode die sich an die sogenannte Hermetische Philosophie anlehnt, nach der die alchimistischen Prozesse der Metallverwandlung (Transmutation) als Symbole der Wandlung des groben, rauhen, unwissenden, noch nicht sittlich gereiften Individuums zum veredelten, geläuterten Menschen betrachtet werden.

Hermetisch gedeutete Symbole

Im 18. Jahrhundert war die Zahl der alchimistischen, hermetisch gedeuteten Symbole in manchen freimaurerischen Hochgradriten sehr beträchtlich. Das Buch des Barons Tschoudy, "L'Etoile flamboyante" (Der flammende Stern), enthält (S. 234 ff.) einen "Katechismus" für den Grad eines Adepten oder "Apprenti Philosophe sublime et inconnu", in dem die hermetische Anschauungsweise auf die Freimaurerei übertragen wird [siehe: Der_Grad_der_„Unbekannte_Philosophen", 1766].

Wilhelm Bochler ("Hermetische Philosophie und Freimaurerei", 1905) und Oswald Wirth ("Le Symbolisme hermétique dans ses rapports avec l'Alchimie et la Franc-Maçonnerie" 2. Aufl., 1931) behandeln in Textausgaben alter Alchimisten, bezw. selbständig die hermetische Freimaurerei.

Transmutationsprozess

Wirth sieht in den Transmutationsprozessen, symbolisch betrachtet, eine Analogie zum symbolischen Bauen. Beide versinnbildlichen ihm das "Große Werk" am Menschen. Die moderne Maurerei ist ihm nur eine Fortentwicklung der alten hermetischen Philosophie. Die Vorbereitungskammer z. B. setzt er dem philosophischen Ei der Alchimisten gleich dessen Inschrift "Vitriol" rein hermetisch sei ebenso wie die vier Elementarprüfungen (z. B. Feuerprobe = alchimistische Kalzination).

Mittlere Kammer

Nach bestandenen Prüfungen wird der Suchende zum philosophischen Stein, zum vollkommen gereinigten Salz, das Merkur (Quecksilber = äußere Einwirkungen) koagulieren kann, um es zu einem hochaktiven Sulfur (Schwefel = innere Kraft) zu fixieren. In den auf den Lehrlingsgrad folgenden Stufen setzt sich der Umwandlungsprozes fort, bis dann das "Große Werk" in der mittleren Kammer (Chambre du Milieu) des Meistergrades vollendet wird. (Vergl. auch J. M. Ragon, De la Maçonnerie occulte et de l'initiation hërmétique.")

Unter den freimaurerisch-hermetischen Systemen des 18. Jahrhunderts spielte eine besondere Rolle jenes der Illuminés d'Avignon des Benediktiners Pernetty, der Rite hermétique (Hermetischer Ritus) oder Rite de Pernetty, dessen neun Grade, namentlich die sechs Hochgrade, von hermetischen Lehren durchzogen waren (der Leib Hirams versinnbildlichte die prima materia des Großen Werkes) während ein zehnter Abschlußgrad einen vollständigen Kursus der hermetischen und gnostischen Wissenschaften enthielt (s. Illuminés d'Avignon). Stark von hermetischer Symbolik war auch die Lehrart der Elus Coëns durchsetzt. Ebenso trat hermetische Philosophie bei den Gold- und Rosenkreuzern in Erscheinung, in neuester Zeit beschäftigen sich mit hermetischer Maurerei u. a. die "Societas Rosicruciana in Anglia" und der "Ordo Aureae et Rosae Crucis in Dania".

Hermetische Maurerei bei Friedrich Mossdorf

Quelle: Encyclopädie der Freimaurerei von Friedrich Mossdorf,

So nennen die Alchemisten die Lehre ihrer Operationen, um den Stein der Weisen und die Universalmedizin zu entdecken. Um das Jahr 1778 verpflanzten einige Mitglieder der Mutterloge de la Vertu persécutée zu Avignon die hermetische Maurerei nach Montpellier und gründeten die dort bestehende Académie des Vrais Maçons.

Nach der Zeit hat man ein Kapitel vom goldnen Vließ errichtet, bestehend aus 5 Graden, als:

1) le vrai Maçon dans la voie droite;
2) le Chevalier de la Clef d´or;
3) le Chev. de l`Iris;
4) le Chev. des Argonautes, et;
5) le Chev. de la Toison d´or.

Vor der französischen Staatsumwälzung war dieses Kapitel mit denen von seinem System in Preußen, Schweden und Rußland im Briefwechsel. [Aus der "Hist. de la fond. du Gr. Or. de France" (par Thory) in dem Abschnitte: de la Maçonnerie hermétique de Montpellier, p. 199 - 201.]

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