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Karl Christian Friedrich Krause

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Litographie von Dragendorff

Inhaltsverzeichnis

Krause, Karl Christian Friedrich

Quelle: Lennhoff, Posner, Binder

deutscher Philosoph, * 1781, † 1832, Schüler Schellings und Fichtes, 1802 Privatdozent in Jena (Philosophie, Mathematik, Naturrecht). Zu weiteren Studien, namentlich auf dem Kunstgebiet, ging er 1804 nach Rudolstadt, 1805 wurde er in der Loge "Archimedes zu den drei Reißbretern in Altenburg in den Freimaurerbund aufgenommen. Er legte hierbei nicht den alten Maurereid, sondern an dessen Stelle das Gelöbnis ab, "er wolle ein sittlicher und guter Mensch, ein gewissenhafter und treuer Bruder Maurer sein, die allgemeinen Gesetze der Maurerschaft und die besonderen Beigesetze seiner Loge befolgen und hinsichtlich der Maurerei verschwiegen sein, sofern dies mit seinem Gewissen und seinen sonstigen moralischen Verpflichtungen, insonderheit auch mit seinen Verpflichtungen gegen den Staat in Einklang stehe".

Freimaurerische Schriften

Noch im selben Jahre wurde er von der Dresdener Loge "Zu den drei Schwertern und den wahren Freunden" affiliiert und nahm seinen dauernden Wohnsitz in Dresden; er wurde Redner der Loge und entfaltete mit Moßdorf (s. d.) eine rege Tätigkeit, die vollsten Beifall seiner Brüder fand. Seine Arbeiten erschienen dann im Druck, insbesondere: "Vier Freimaurer-Reden", dann "Höhere Vergeistigung der echt überlieferten Gründsymbole der Freimaurereiz" (12 Logenvorträge umfassend). Ferner versah er die Übersetzung von Lawries Geschichte der Freimaurerei mit einer Vorrede und mit erläuternden und berichtigenden Anmerkungen. 1810-1813 erschien sein freimaurerisches Hauptwerk "Die drei ältesten Kunsturkunden der Freimaurerbruderschaft..." Die Herausgabe dieses Buches hatte für Krause die verhängnisvollsten Folgen. Moßdorf hatte das Erscheinen des Buches schon vorher, im Oktober 1809, in einem Rundschreiben angezeigt, mit Bewilligung der Meisterversammlung der Dreischwerter-Loge, in welchem die Aufmerksamkeit auf die "mühsamen und scharfsinnigen Untersuchungen" gelenkt wurde.

Widerstände

Bei der Hamburger und den Berliner Großlogen erhob sich heftiger Widerstand gegen die Herausgabe. Nach einem vergeblichen Versuch, sie dadurch zu verhindern, daß man dem Verfasser eine von ihm selbst zu bestimmende Summe für das Manuskript anbot, verlangten die Großlogen von der Loge "Zu den drei Schwertern" die Ausschließung von Krause und Moßdorf. Dieses Ansinnen wurde zunächst zurückgewiesen; als aber kurz nachher 7 Brüder mit dem Austritt drohten, falls Krause und Moßdorf nicht ausgeschlossen wurden, beschloß die Loge in einer stürmischen Versamnlung mit Stimmenmehrheit die zeitweilige Entfernung der beiden Brüder. Daraufhin deckte Moßdorf die Loge, dasselbe taten einige andere Brüder, die den Beschluß als ungesetzlich und ungerecht bekämpft hatten. Krause selbst ging unbeirrt den Weg weiter, den er für sittlich geboten hielt, wobei er sich weiter als Freimaurer betrachtete. Er ging nun nach Berlin, wo er hoffte, besser für die Erziehung seiner zahlreichen Kinder sorgen zu können, habilitierte sich an der Universität und konnte begründeten Anspruch darauf erheben, Fichtes Nachfolger im Lehramte zu werden. Allein seine Hoffnung erfüllte sich nicht, so daß er sich entschloß, nach Dresden zurückzukehren (1815).

Krauses fernerer Lebenslauf ist eine Kette von Verfolgungen und Mißerfolgen, die materielle Not seine ständige Begleiterin. Unermüdlich am Ausbau seines philosophischen Systems arbeitend, dabei genötigt, durch Privatunterricht den Lebensunterhalt für seine Familie zu erwerben, lebte er zunächst in Dresden, wo er seine zweite, erweiterte Ausgabe der Kunsturkunden veranstaltete. 1823 unternahm er den dritten Versuch, eine Lebensstellung als akademischer Lehrer zu finden - er zog mit Frau und 12 Kindern nach Göttingen und habilitierte sich wiederum als Privatdozent. Seine Vorlesungen zogen zahlreiche Hörer an, eine ganze Reihe bedeutsamer Schriften wurde von ihm herausgegeben, aber wiederum wurde seine Hoffnung auf eine Professur enttäuscht. Unruhen in der Studentenschaft 1831, an denen Krause nicht den geringsten Anteil hatte, wurden zum Anlaß genommen, ihn in eine polizeiliche Untersuchung zu verwickeln; er sah sich genötigt, Göttingen zu verlassen und wandte sich nun nach München. Auch hier verfolgte ihn sein Unstern und der Haß seiner Gegner. Schelling, Präsident der Münchner Akademie der Wissenschaften, verhinderte seine Aufnahme in den Verband der Universität, andere Einflüsse machten ihn der Polizei verdächtig, so dass ihm die Ausweisung drohte.

Der Philosoph Franz v. Baader verbürgte sich schließlich für die politische Unschuld Krauses, und so konnte dieser in München bleiben als kranker, körperlich gebrochener Mann. 1832 starb er. Es mildert die Schatten dieses Bildes nur wenig, daß die Nachwelt versucht hat, wenigstens einiges von dem gutzumachen, was den Zeitgenossen Krause gegenüber zur Last fällt. Die Loge "Zu den drei Schwertern" in Dresden widerrief 1881 die Ausschließung Krauses und im selben Jahre wurde ihm in seinem Geburtsort ein bescheidenes Denkmal errichtet, auf freimaurerische Anregung und in der Hauptsache mit freimaurerischen Mitteln.

Panentheismus

Krause entwickelte als philosophischer Schriftsteller ungewöhnliche Fruchtbarkeit. Sein Name steht heute gleichberechtigt neben den bekannteren Schellinge, Fichtes und Hegels. Von den beiden Erstgenannten beeinflußt, ging er doch eigene Wege. Der Ausgangspunkt seines Philosophierens ist derselbe, wie der Descartes, der Zweifel an all dem, was uns die sinnliche Erfahrung zeigt, und wie Descartes gelangt er schließlich zu dem festen Punkte, von dem alle philosophische Erkenntnis ausgehen muß, zu dem, was Krause "Selbstschauung" nannte, oder was man heute meist innere Wahrnehmung nennt. Ihr schreibt er allerdings eine weit höhere Erkenntniskraft zu, als wir ihr heute zuzugestehen vermögen. Von da erhebt sich der menschliche Geist auf analytischem Wege, von den besonderen zu immer allgemeineren "höherwesentlichen" Erkenntnissen, weiterhin zur Erkenntnis der Welt, welche die unendliche Vernunft, die unendliche Natur und die an beiden teilhabende gleichfalls unendliche Menschheit umfaßt, und gelangt schließlich zur Erkenntnis Gottes oder "Wesens", wie sich Krause am liebsten ausdrückt, das der Grund und die Ursache der Welt ist. In ihm, unter ihm und durch ihn ist die Welt Gott selbst aber ist auch Urwesen, d. h. er ist vor und über der ganzen Welt und allen endlichen Vernunftwesen.

Krause nennt diese ihm eigentümliche Weltanschauung "Panentheismus", All-in-Gott-Lehre, im Gegensatz zum Pantheismus, der Weltganzes und Gott gleichsetzt. Dieser Gottesgedanke durchdringt sein ganzes philosophisches System, auf ihm beruht seine Religionsphilosophie. Die ganze praktische Philosophie Krauses wird mit dem Gottesgedanken in enge Verbindung gesetzt.

In der als Gottesreich erscheinenden Welt gewinnt die Idee der Menschheit eine ganz besondere Bedeutung. Diese ist für Krause keine bloße Abstraktion, sondern ein innerlich verbundenes, organisches Ganzes, d. h. ein solches Ganzes, "dessen alle Teile durch das Ganze und durch alle Teile wechselseitig bestimmt werden".

Im "Tagblatt des Menschheitlebens", einem eigenartigen Versuch, die höchsten Fragen in allgemeinverständlicher Weise zu behandeln, legt er folgendes Bekenntnis seines Glaubens an die Menschheit ab: "Ich glaube an eine Menschheit des Weltalls (also nicht bloß der Erde), die ursprünglich und ewig in Gott ist, in Vernunft und Natur bestehend die Einheit beider in Gott, von Gott geliebt und Gott liebend, das innigste Wesen Gottes im Wechselleben mit Gott, mit Vernunft und Natur als ein Ganzes und in allen Sonnenbauen (gleich Sonnensystemen) eigentümlich vollendet." Ausführlich hat Krause seine Gedanken über die Menschheit und ihre Ziele in der für einen weiten Leserkreis bestimmten, den Brüder gewidmeten Schrift "Das Urbild der Menschheit" entwickelt.

Staatenbund

Im Jahre 1814, nach der Besiegung Napoleons, veröffentlichte Krause eine Reihe von Aufsätzen, die dann auch selbständig unter dem Titel erschienen: "Entwurf eines europäischen Staatenbundes als Basis des allgemeinen Friedens . . ." Die Gedanken dieses Völkerbundentwurfs ( ! ), für welche Krause die Fürsten und Diplomaten Europas leider ohne Erfolg zu gewinnen versuchte, waren kurz folgende: Die alliierten Völker, also insbesondere England, Preußen, Österreich, Spanien und Rußland sollten einen Staatenbund bilden, der allmählich alle Völker Europas zu umfassen hatte. Dieser Bund sollte ein "organisch-föderativer" Staat sein, beruhend auf der Anerkennung der persönlichen Freiheit und Eigentümlichkeit jedes Volkes, auf dem Grundsatz der sittlich freien Entwicklung, die zwar eine vernunftgemäße Erziehung durch Belehrung, Gesetz und rechtmäßigen Zwang, nie aber Unterdrückung oder rohe Gewalt kennt.

"Der Staatenbund verabscheut die schmachvollen Grundsätze, daß die Regierungen und Souveräne eine eigene und andere Moral haben, als die einzelnen; daß im Gebiete der Politik zu lügen und zu trügen erlaubt sei, daß das Recht so weit reiche als die Gewalt. Die Verhandlungen des Bundes sollen mit größtmöglicher Offenheit unter Ausschluß jeder Arglist geführt werden. Der Beitritt zum Staatenbunde ist freiwillig, auch darf kein Staat gehindert werden auszutreten, nur hat er seine eingegangenen Verbindlichkeiten zu erfüllen." Die in dem Staatenbunde vereinten Staaten "begeben sich ganzlich und ohne Rückhalt des Notrechtes, der Selbsthilfe, der Notwehr und der Notrache und erkennen die verfassungsmäßige Rechtsentscheidung des ganzen Bundes in einem gemeinsamen Völkergericht und unbedingt gültig an und versprechen sich ihr unbedingt zu fügen" Aus dem rechtmäßigen Zustande, den der Staatenbund herbeiführe, werde sich, so meinte Krause gegenüber Kant, der ewige Friede als notwendige Folge von selbst ergeben.

Neben diesem europäischen Staatenbunde sollten ein asiatischer, ein afrikanischer, ein nordamerikanischer, ein westindischer und ein südamerikanischer und ebenso ein dreifacher australisch-polynesischer sich bilden; in weiterer Folge sollten dann diese Staatenbunde zu einem höheren Ganzen vereinigt werden dem einen und ganzen Rechtsbunde der Erde.

Schon vor dem Erscheinen der Schrift über den Staatenbund, und zwar im Jahre 1811, hatte er die Grundlehren über den Menschheitsbund und über das Verhältnis desselben zu der seinen einzigen Vorläufer bildenden Freimaurerei in einem ausführlichen "Vorbericht" zu den "drei ältesten Kunsturkunden der Freimaurerbruderschaft" und in einem in Katechismusform gehaltenen Lehrfragestück, das aus 131 Fragen und Antworten besteht niedergelegt. Er beginnt mit den Worten: "Wir leben in einer Zeit der Wiedergeburt oder vielmehr der Neugeburt. Die Menschheit erwacht zu neuem Leben.

Ein höherer Staatenverein beginnt wirklich zu werden und zuerst die europäischen Völker in einem Ganzen zu umfassen. Der geselligen Gottinnigkeit ist eine höhere Vollendung, ein völlig neues Leben durch die reifere Ausbildung der Wissenschaft und der Kunst bereitet. Wissenschaft und Kunst, diese beiden Grundwerke der Menschheit, gewinnen in den letzten Jahrzehnten vorzüglich in Deutschland neue Kraft und schönere Gestalt. Das häusliche Leben hat sich durch alle Stände veredelt. Die meisten und die edelsten Völker Europas streben jetzt im Staate, in der Kirche, in Wissenschaft und Kunst, sowie in allen geselligen Vereinen und in allen menschlichen Dingen mehr als je nach Einheit und Ganzheit. nach organischer Ausbildung und harmonischem Wechselleben... Das Erwachen dieses Geistes der Einheit und der harmonischen Organisation bezeichnet den Eintritt eines neuen Lebensalters der Menschheit auf Erden; in ihm wird die Menschheit die volle Blute ihres harmonischen Lebens beginnen." "Sofern die Freimaurerbrüderschaft", sagt Krause in einem vielzitierten Absatz seines Vorberichts, "ihrem in ihrer eigenen Geschichte deutlich ausgesprochenen wesentlichen Begriffe gemäß ist, erkenne ich sie ihrer Grundlage und ihrem reinen Geiste nach für einen nach Zeiten und Orten beschränkten und bis jetzt bewußtlosen, dennoch aber für den bis jetzt einzig bestehenden geselligen Versuch an, die Ideen der Menschheit des Menschheitelebens und des Menschheitsbundes zur Anschauung zu bringen, in rein menschlichem Geiste zu leben und den offenen Menschheitsbund in abgesonderten Hallen vom Vernunftsinstinkt geleitet vorzübereiten." Allerdings darf man nicht glauben, daß die Freimaurerei schon der Menschheitsbund sei. Sie hat bisher die ersten zwei ihrer Hauptlebensalter zurückgelegt; das erste umfaßt nach Krause ihr ursprüngliches Dasein als Gesellschaft wirklicher Baukünstler von den Zeiten der römischen Baukorporationen an; die zweite Periode der Bruderschaft beginnt mit der Gründung der Londoner Großloge im Jahre 1717. Trotz mancher Bedenken, die Krause gegen die von ihr eingeführte sogenannte neuenglische Lehrart geltend macht, erkennt er ihr doch zwei wesentliche Verdienste zu: die Loslösung des Bundes von der Werkmaurerei, den ersten Schritt zur Öffentlichkeit, der 1723 getan wurde durch die Veröffentlichung des Andersonschen Konstitutionsbuches.

Krauses neue Periode der Freimaurerei

Wenn auch die Freimaurerei in dieser Periode noch viel von den Zunftgebräuchen und -regeln, und auch viel von den Zunftgeheimnissen beibehielt, so hat sie sich doch schon zum Schauplatz rein menschlicher Bestrebungen umgebildet und in dieser Gestalt sich über die Erde verbreitet. Jetzt aber ist es endlich hohe Zeit, daß die Bruderschaft durch eine völlige Wiedergeburt ihre dritte, schönste Periode beginne. Mit einer bloßen Reform wäre nichts getan, eine Wiedergeburt und Neugestaltung des Masonenbundes. Diese Bezeichnung hält Krause für die richtige, gegenüber der Bezeichnung Freimaurerei allein kann seine Wirksamkeit für Menschlichkeit und Menschheit wesentlich erhöhen. Die Freimaurerei wie sie jetzt ist, hat in ihrem Gebrauchtum, Gesetzen und Einrichtungen vieles was ihrem eigenen Grundgesetz, und noch vielmehr was dem Urbegriff der Menschheit widerstreitet.

Eben deshalb hält es Krause für unbedingt notwendig, die Bruderschaft über ihre Geschichte aufzuklären, damit sie in der Lage sei, die nach seiner Anschauung ihrem eigentlichen Wesen fremden Zutaten einer späteren Zeit, vor allem das Gradwesen (auch die Johannisgrade), die Großlogen, das Geheimnis, zu beseitigen und die freimaurerische Lehre in ihrer ursprünglichen Gestalt wiederherzustellen.

Urkunden

Die drei Urkunden, welche Krause für die ältesten der Freimaurerbruderschaft hielt, waren in ihrer Echtheit als alte Dokumente lange umstritten; heute werden sie mit Sicherheit als unecht angesehen. Es sind

  1. das "Freimaurerverhör" (s. d.) Heinrichs VI.,
  2. die "Lehrlingslektion" (The entered aprentices Lecture) (s. d.),
  3. die "Yorker Urkunde" (s. d.).

Aber diese Tragik wird schon dadurch gemildert, daß Krauses Werk trotzdem auch heute noch als historisches Werk einen hohen Wert besitzt; viel wichtiger aber ist, daß seine Bedeutung für die Freimaurerei gar nicht auf diesen Urkunden und ihrem historischen Wert beruht. Ihm kam es darauf an, nachzuweisen, daß das, was er für die wahre Aufgabe der Freimaurerei hielt schon bei den Vorläufern und in den ersten Anfängen des Bundes im Keime vorhanden gewesen sei, nämlich der allgemein menschliche Charakter und das rein sittliche Ziel.

Über allem aber steht das Bild des Menschen Krause, der nach den Worten Rudolf Euckens "den entscheidenden Aufgaben der Menschheit sein Leben geweiht hat, der im Eifer um das Höchste Großes erreichte, und der in dem harten Kampfe, den ihm die Last äußerer Verhältnisse, Gleichgültigkeit und Mißwollen der Menschen aufzwangen, seiner Bestimmung Treue gehalten hat und über alle Anfechtungen innerlich Sieger geblieben ist".

Bedeutung Krauses für den Freimaurerbund

Die Bedeutung von Krause für den Freimaurerbund liegt nicht so sehr in seinen eigentlichen freimaurerischen Schriften, als vielmehr in dem von ihm vorgeahnten Menschheitsbund. Durch ihn ist ebenso wie durch Lessing die Freimaurerei auf den klar gefaßten Humanitätsgedanken hingewiesen worden. Mit Lessing ist daher Krause der eigentliche Begründer jener humanitär denkenden Freimaurerei, die ein spezifisch deutsches Produkt ist. Während die angelsächsischen Freimaurer ihren Humanitätsbegriff aus religiöser Grundlage ableiten (Gotteskindschaft), die französischen Freimaurer aus mehr sozialen Postulaten (Menschenrechte), hat die deutsche Freimaurerei durch Krause den ethischen Humanitätsgedanken als Geschenk erhalten, der ohne religiöse oder politisch-soziale Ableitung zum kategorischen Bestandteil der freimaurerischen Lehre erhoben wurde. Romanen und Deutsche haben den gleichen Humanitätsbegriff in der gleichen Lehre und Forderung eingeschlossen.

Aber die Art, wie sie darüber reden, ist eine so verschiedene, daß sie einander häufig nicht verstehen! Der deutsche Humanitätsbegriff, wie er uns in den Schriften von Krause entgegentritt, ist dabei entschieden der weitere, weil er absolut gedacht ist. Somit darf Krause, was vielleicht noch nicht genügend erkannt ist, neben Lessing als der geistige Vater der deutschen Freimaurerei bezeichnet werden, die durch ihn ein sie differenzierendes Merkmal erhalten hat: den von ihm als höchsten Ausdruck seines Humanitätegefühls dem Bunde auferlegten Zweck des Menschheitsbundes.

Gedenkstein

Für den Gedenkstein der für ihn 1881 in Eisenberg errichtet wurde, spendeten folgende Logen:

  1. Bautzen: Loge "Zur goldenen Mauer"
  2. Bayreuth: Loge "Eleusis zur Verschwiegenheit"
  3. Bernburg: Loge "Alexius zur Beständigkeit"
  4. Bremen: Loge "Zum Ölzweig"
  5. Breslau: Loge "Zu den drei Totengerippen", "Zur Säule und Glocke"
  6. Chemnitz: Loge "Zur Harmonie"
  7. Clausthal-Zellerfeld: Loge "Georg zur gekrönten Säule"
  8. Constanz: Loge "Constantia zur Zuversicht"
  9. Erfurt: Loge "Carl zu den drei Adlern"
  10. Frankfurt a. M.: Loge "Zum Frankfurter Adler"
  11. Freiburg i. Br.: Loge "Zur edlen Aussicht"
  12. Gera: Loge "Archimedes zum ewigen Bunde"
  13. Görlitz: Loge "Wilhelm zur Landeskrone"
  14. Gotha: Loge "Ernst zum Compass"
  15. Greiz: Loge "Lessing zu den drei Ringen"
  16. Hannover: Loge "Zum schwarzen Bär"
  17. Harburg in Hann.: Loge "Ernst August zum Goldenen Anker"
  18. Königsberg in Pr.: Loge "Emanuel"
  19. Kronach in Bay.: Logen-Kränzchen "Lucas Cranach"
  20. Leipzig: Loge "Balduin zur Linde", "Minerva zu den drei Palmen"
  21. Ludwigsburg: Loge "Joh. zum wiedererbauten Tempel"
  22. Merseburg: Loge "Zum goldenen Kreuz"
  23. Oppeln: Loge "Psyche"
  24. Osnabrück: Loge "Zum goldenen Rad"
  25. Parchim: Loge "Friederica Ludowica zur Treue"
  26. Potsdam: Loge "Teutonia zur Weisheit"
  27. Quedlinburg: Loge "Zur goldenen Waage"
  28. Rostock: Loge "Irene zu den drei Sternen"
  29. Saarbrücken: Loge "Zur Stärke und Schönheit"
  30. Schweinfurt: Loge "Zur Brudertreue am Main"
  31. Sorau: Loge "Zu den drei Rosen im Walde"
  32. Striegau: Loge "Friedrich zur Treue a. d. drei Bergen"
  33. Stuttgart: Loge "Zu den drei Cedern"
  34. Torgau: Loge "Friedrich Wilhelm zu den drei Kränzen"
  35. Trier: Loge "Zum Verein der Menschenfreunde"
  36. Wismar: Loge "Athanasia zu den drei Löwen"
  37. Wittenberg: Loge "Zum treuen Verein"
  38. Wittstock: Loge "Constantia"
  39. Wolfenbüttel: Loge "Wilhelm zu den drei Säulen"
  40. Würzburg: Loge "Zu den drei Säulen am Stein"
  41. Wurzen: Loge "Friedrich August zum treuen Bunde"
  42. Berlin: Redaktion der "Zirkelcorrespondenz
  43. Stettin: Loge "Zu den drei goldenen Ankern zur Liebe und Treue
  44. Zittau: Loge "Zu den drei Zirkeln"

Des weiteren spendeten die Eisenberger Logenbrüder, Br. Eberlein (Pösneck), Br. Beuster (Stadt Sulza), Br. A. Kunicke (Stadt Sulza).

Insgesamt kamen 1088 Mark und 15 Pfennig zusammen. (Bauhütte Ausgabe Nr. 15 vom 10. April 1880)

Das Denkmal aus rotem Buntsandstein, das die Inschrift "Die Liebe trägt den Sieg davon" trägt, ist noch heute auf dem Krauseplatz zu besichtigen. Nachdem das Geld vorhanden war, wurde der Entwurf für diesen Obelisk von dem Geheimen Oberbaurat Enger aus Altenburg erstellt.

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