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Konvente der Strikten Observanz

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Konvente der Strikten Observanz

Quelle: Lennhoff, Posner, Binder von 1932

Zusammenkünfte zur Regelung gemeinsamer Ordensfragen, zu denen Delegierte der verschiedenen Ordensabteilungen zu sammenkamen. Geschichtliche Bedeutung erlangten:

  1. Konvent von Altenberge bei Kahla, 1764,
    auf dem der Schwindler Johnson (s. d. ) unter großem militärischen Gepränge mit Hund (s.d.) Zzusammentraf. Dieser Konvent endete aber dann mit der Entlarvung und mit der Flucht Johnsons und der unbestrittenen Anerkennung des Freiherrn v. Hund als Führer des Ordens.
  2. Konvent von Kohlo, einem Rittergute in der Niederlausitz, 1772.
    Auf ihm fand die Vereinigung der Strikten Observanz mit dem Klerikat Starcks (s.d.) des weltlichen und geistlichen Ordenszweiges, statt. Zugleich wurde Herzog Ferdinand von Braunschweig (s. d.) zum Magnus superior ordinis und Großmeister aller schottischen Logen erkoren. Das "Heermeisterpatent" (s. d.) v. Hunds wurde von einer Kommission anerkannt.
  3. Konvent von Braunschweig, 1775,
    bezeichnete den äußerlichen Höhepunkt, aber auch schon den wirklichen Beginn des Abstiegs der Strikten Observanz. 22 Fürsten gehörten ihr an, als die Delegierten am 22. Mai in ihrer Rittertracht in Prozession ins Ordenshaus zogen. v. Hund wurde abermals aufgefordert, seine immer stärker angezweifelte templerische Heermeisterschaft nachzuweisen. Unter Tränen erzählte er die Geschichte seiner Bestallung durch den "Ritter von der roten Feder" in Paris. Nochmals erklärten sich die anwesenden Abgeordneten zufriedengestellt; aber das einmal rege gewordene Mißtrauen war bei manchen nicht mehr zu unterdrücken.
  4. Konvent von Wiesbaden, 1776,
    war nicht eine Ordensveranstaltung, sondern eine Privatangelegenheit des Hochstaplers Gugomos (s. d.).
  5. Konvent von Leipzig, 1777.
    Nach dem v. Hund 1776 gestorben war, erschienen Abgesandte des schwedischen Hochkapitels in Deutschland, um eine Vereinigung mit der siebenten deutschen Provinz anzubahnen. Nach erfolgreichen Besprechungen in Hamburg wurde in Leipzig, dem Wunsch der Schweden gemäß der Herzog von Södermanland (später Karl XIII., König von Schweden) zum Nachfolger des Freiherrn v. Hund gewählt.
  6. Konvent von Lyon, Convent national des Gaules, 1777.
    Tagung der beiden französischen Provinzen, brachte im Grunde deren Abfall, d. h. die Rektifizierung des Systems unter dem Einfluß von Willermoz (s. d.). An Stelle der Tempelritter traten die "Chevaliers bienfaisants de la Cite Sainte".
    Nach außen hin wurde die Aufrechterhaltung des Zusammenhanges dadurch betont, daß dieses System den Herzog Ferdinand von Braunschweig an die Spitze stellte (s. Lyon).
  7. Konvent von Wolfenbüttel 1778,
    bedeutete den Wendepunkt der Strikten Observanz. Da der Konvent von Leipzig nur als eine Art Vorversammlung gegolten hatte, wurde der Einigungsvertrag mit den Schweden besiegelt und in neuerlicher Wahl der Herzog von Södermanland zum gemeinsamen Heermeister bestellt. Das Ordensdirektorium in Braunschweig wurde bestätigt. Aber diese Wahl erschien der Berliner Großen National-Mutterloge wegen der aus sich ergebender Folgerungen politischer Natur bedenklich; sie erklärte 1779, die hohen Grade der Strikten Observanz nicht mehr zu bearbeiten. Auch Schlesien ging verloren.
  8. Konvent von Wilhelmsbad, 1782,
    gab dann dem Tempelherrensystem der Strikten Observanz den Todesstoß (s. eigenen Artikel).

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