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Schauberg - Band I - 05 Die königliche Kunst

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Schauberg - Band I

05 - Die königliche Kunst

Gewöhnlich und allgemein verbreitet ist die Ansicht, die Freimaurerei trage den Namen einer königlichen Kunst von den Beziehungen, in welchen sie in England zu den Bestrebungen der Stuarts gestanden: allein dennoch möchte diese Ansicht eine unbegründete und irrige sein. Vielmehr scheint es, dass die königliche Kunst ein Leben nach dem Willen und Gebote des Himmelskönigs oder himmlischen Herrschers, ein gottgefälliges und tugendhaftes, ein reines und lichtvolles Leben bezeichne, und dieser Begriff oder diese Bezeichnung von den Ägyptern ausgegangen sei.

Osiris wurde unzweifelhaft bei den Ägyptern als der Himmelskönig, als der Beherrscher der Götter und Menschen, von Himmel und Erde, von Ober- und Unterägypten aufgefasst und trug deshalb auf den Abbildungen eine doppelte Königskrone, wie eine solche Krone auch seine Gemahlin Isis als Himmelskönigin trug oder mit der ägyptischen Königskrone und dem Zepter dargestellt wurde. (Uhlemann, ägypt. Alterthumskunde, II. S. 170.)

Kronen trugen ebenso die besonders zu Sais verehrte Neith, die griechische Athene, - die Satis u. s. w., ganz gleich wie noch heute die Maria als Himmelskönigin bei den Katholiken eine goldene Krone auf dem Haupte zu tragen pflegt. Mit Hinsicht auf den Himmelskönig und die Himmelskönigin war also königlich bei den Ägyptern gleichbedeutend mit göttlich und Osiris wird daher in dem Totenbuche der königliche Weber und Schöpfer, oder der königliche Erzeuger der Erzeugten genannt (Uhlemann, a. a. O., IV. S. 231 u. 183). Isis ist die königliche Gemahlin des Osiris, worüber Lepsius, Götterkreis S. 24, zu vergleich ist. In einem etwas weiteren Sinne möchte königlich mit heilig die gleiche Bedeutung gehabt haben, da die heiligen Kühe in dem Totenbuche, Kap. 148, die königlichen heißen. Osiris heißt also bei den Ägyptern ganz in derselben Weise der König und die Isis die Königin, wie wir Gott den Vater oder Herrn und Richter der Menschen nennen.

Ebenso preisen auch die Parsen ihre sieben obersten Lichtgötter, die Amesha-cpenta, als die guten Könige (z. B. II. Thl. des Yacna, LXII, 3 und 47) und ebenso wird von Ihnen auch der Ausdruck königlich für göttlich gebraucht (Z. B. II. Thl. des Yacna, LVI, 8. 2), so dass die diesfällige Anschauungs- und Ausdrucksweise als eine allgemeinere orientalische betrachtet werden dürfte.

Auch gehört hierher, dass bei den römischen Christen die Kirche, das Haus des Herrn, zuerst das königliche oder Basilica hieß, weil, wie Isidor sagt, dort der König Aller, Gott, angebetet wurde (quia ibi regi omnium Deo cultus et sacrificia offeruntur). Eusebius vindicirt den christlichen Kirchen, weil dem Herrn gewidmet, den Namen χνρίαχά, dominica, Gebäude des Herrn. König, Herr und Vater, ohne weiteren Beisatz, bezeichnet also vorzugsweise den göttlichen und himmlischen König, Herrn und Vater.

Die königliche Kunst ist nun die Anleitung zu dem königlichen oder göttlichen Leben der Menschen, die Lehre von den guten Werken, die Religions- und Morallehre und ihr scheint bei den Ägyptern das zweite Buch ihrer heiligen Schriften oder der 42 sog. hermetischen (weil Thot-Hermes beigelegten) Bücher gewidmet gewesen zu sein, obgleich man gewöhnlich annimmt, z. B. Movers (Die Phönicier, I. S. 112) und Prichard, (Aegypt. Mythologie, Bonn 1837, S. 6) dass dieses Buch Vorschriften für die Lebensweise der Könige enthalten habe. Derartige Vorschriften würden wohl nicht gleichsam an die Spitze der heiligen Schriften unmittelbar nach den Lobgesängen an die Götter, welche das erste Buch in sich begriff, gestellt worden sein und noch weniger hätte dieselben der heilige Sänger auswendig lernen müssen. Clemens von Alexandrien sagt, dass die beiden ersten hermetischen Bücher für den heiligen Sänger. "Lobgesänge an die Götter und Anleitungen zum königlichen Leben" enthalten haben (Uhlemann, a. a. O., IV. S. 135) und unter diesen Anleitungen zum königlichen Leben, τόν εχλογιδμόν βαδιλιχόν können sicherlich nur Vorschriften für das göttliche und heilige Leben überhaupt verstanden werden, obwohl allerdings auch besondere Vorschriften für den König nach Clemens dabei gewesen sein müssen. 4) Nach Diodor I. 70-72 dürfte es wohl gar keinem Zweifel unterliegen, dass die Schrift des Sängers, welche die Anleitungen zum königlichen Leben, Betrachtungen über das königliche Leben enthielt, die Sittenlehre,


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