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Schweiz

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L'Amitie Lodge in La Chaux-de-Fonds.jpg


Inhaltsverzeichnis

Schweiz

Quelle: Internationales Freimaurer-Lexikon von Eugen Lennhoff und Oskar Posner (1932)


Aktuellere Darstellung: Freimaurerei_in_der_Schweiz

Erste Tätigkeit in Genf

Die damals noch uneinheitliche politische Struktur der Schweiz im 18. Jahrhundert zeitigte auch auf maurerischem Gebiete ein zusammenhangloses, schwankendes Bild. Im gleichen Jahrfünft faßte die Maurerei in Genf, Lausanne und Zürich Wurzeln. Engländer traten zuerst in Genf als Gründer auf. Im Januar oder Februar 1736 entstand die "Société des Maçons libres" oder "Francs-Masons du Parfait Contentement". Schon im März dieses Jahres interpellierte im "Rat der Zweihundert" ein Ratsmitglied wegen der neuen Gründung.

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Auch die kalvinistische Geistlichkeit protestierte. Ein Regierungsmitglied nannte die Loge öffentlich "Schule der Gottlosigkeit". Der "Rat der Fünfundzwanzig" ging mit einem Beschluß vor, der die fernere Aufnahme von Genfern unterbinden sollte. 1737 wurde von London als Provinzial-Großmeister der schottische Edelmann Georges Hamilton, Bürger von Genf, eingesetzt. 1744 beschäftigte sich der Rat abermals mit der Freimaurerei, "die wachse und bereits drei Logen zähle". Es wurde beschlossen, allen Bürgern zu verbieten, "einer Loge beizuwohnen, noch gar solche zu halten".

Im September 1745, als schon sechs Logen am Werk waren, verschärfte der Rat der Republik das Verbot, obgleich erwiesen war, daß in den Genfer Bauhütten nichts gesprochen und getan wurde, das gegen die Religion oder die Staatsinteressen gerichtet war. Auf Zuwiderhandeln wurden 100 Dukaten Gold und Gefängnisstrafe gesetzt. Trotzdem nahm die Maurerei Aufschwung. Am 24. April 1769 entstand auf Initiative von Alexander Girard, von zehn Logen gegründet, die "Grande Loge Nationale de Genève". Bald schlossen sich ihr zehn weitere Logen an. Die neue Obedienz umfaßte schließlich außer Genfer Bauhütten, von denen eine, die 1768 ins Leben getretene "Union des Coeurs", noch heute in Tätigkeit ist eine Bauhütte in Zürich (s. unten) und Logen in anderen schweizerischen Orten und auch eine Bauhütte "St. Jean du Levant" in Konstantinopel, wohin Genf damals rege Handelsbeziehungen unterhielt.

Um die oligarchische Regierung aber nicht allzusehr in Harnisch zu bringen, konstituierten sich nach diesem mutigen Anlauf die Logen nach außen hin doch lieber wieder als Zirkel (Kränzchen). Die Annexion Genfs durch Frankreich (1798) mit ihrem Militärregime brachte die Genfer Bauhütten, nachdem 1786 vorübergehend die Großloge als "Grand Orient de Genève" reaktiviert worden war (neben welchem dann eine weitere Loge erstand), unter den Großorient von Frankreich, der 1801 die "Grande Loge provinciale de Genève" ins Leben rief, die bis 1815 bestand.

Verfolgung in Bern

In Lausanne war 1739 — auch wieder durch Engländer — mit Patent des englischen Großmeisters die Loge "Parfaite Union des Trangers" ins Leben getreten, der mehrere andere im Waadtland (damals bernisches Untertanenland) folgten, die dann zum "Directoire Helvétique National Romand" zusammentraten. Die Herren der Berner Regierung nahmen aber bald eine feindselige Haltung ein. 1744 veranlaßte Schultheiß Steiger den Amtmann in Lausanne, Ryhiner, zu einer Untersuchung. Der Bericht lautete günstig. Im folgenden Jahr wurden dennoch alle "geheimen Gesellschaften" verboten und die bekannt gewordenen Mitglieder, zumeist angesehene Patrizier, verhälten, ihre Mitgliedschaft vor einer eigens bestellten Kommission abzuschwören.

Ein paar Wochen später, am 8. März 1745, wurde das Verbot der Freimaurerei auf Weisung des Großen Rates öffentlich angeschlagen und von den Kanzeln verkündet. Jede Verbindung mit dem Bund wurde bei 100 Talern Buße und Verlust aller Ehren und Ämter belegt. Durch eine von den betroffenen Freimaurern 1746 in Frankfurt a. M. herausgebrachte Schrift "Le Franc-Maçon dans la République, ou Réflexions apologiques sur les persécutions des Francs-Maçons", deren Autorschaft dem dortigen Legationssekretär Ph. F. Steinheil (s.d.) zugeschrieben wird, wurde auch außerhalb der Schweiz viel Staub aufgewirbelt, zumal 1747 eine heftige Gegenschrift erschien. Da trotzdem die Freimaurerei auch in dieser Zeit nicht ganz einschlief, wurden die Feindseligkeiten von Zeit zu Zeit (so 1764) erneuert.

Der Rektifizierte Ritus

Discourse der Mahlern 1721.gif

Nicht von der Obrigkeit bedrängt, konnte sich dagegen die Königliche Kunst in Zürich mit seinem stark zünftlerischen Einschlag entfalten, wo schon 1740 die Wochenschrift "Discourse der Mahlern" der Dichter Bodmer und Breitinger die Freimaurerei sympathisch besprach und die Regimentsloge im Schweizer Regiment Schedorff in Maubeuge in den österreichischen Niederlanden die Loge "La Concorde" ins Leben gerufen hatte, die aber kein langes Leben fristete. 1762 eröffnete das Züricher Standesregiment in französischen Diensten zu Thionville unter dem Namen "Zur Schweizerischen Freiheit" eine Feldloge. In die Heimat zurückgekehrte Offiziere und andere auswärts aufgenommene Freimaurer, darunter in Zürich lebende Genfer, gründeten 1771 die Loge "La Discrétion" unter der Genfer Großloge.

Sie arbeitete in französischer Sprache unter Johannes Nägeli. Veranlaßt von Dr. med. Diethelm Lavater (s. d.), dem Bruder des berühmten Pfarrers, Schriftstellers und Physiognomikers Johann Caspar Lavater und Freund J. Ch. Schubarts (s. d.), der ihn als Eques ab aesculapio in den inneren Orden der Strikten Observanz eingeführt hatte, ging die Loge 1772 zu dieser über, arbeitete nun in deutscher Sprache und nannte sich "Modestica cum Libertate". Lavater übernahm den Hammer. Unter den in der Folge aufgenommenen Persönlichkeiten waren einige markante Erscheinungen, u. a. der Musiker Ph. Chr. Kayser aus Frankfurt a. M., Jugendfreund Goethes, der ausgezeichnete Landvogt Salomon Landold, der Stürmer und Dränger Friedrich Maximilian Klinger (s. d.). 1780 erlolgte der Übertritt der Loge zu dem 1778 auf dem Kongreß von Lyon entstandenen Rektifizierten Schottischen System.

Diethelm Lavater wurde nach dem "Helvetischen Konvent" in Basel von 1779 Prior des der 5. Provinz von Burgund (Schottisches Direktorium) unterstehenden schweizerischen Priorats des neuen Systems der "Chevaliers Bienfaisants de la Citésainte", das die Stelle der bisher auch Basel umfassenden Präfektur Zürich der Strikten Observanz einnahm. Neben dem Schottischen Direktorium in Zürich bildete sich nach Einigung mit Lavater in Lausanne ein weiteres "Directoire Ecossais roman".

In Basel, das mit Zürich nun eng verbunden war, hatte freimaurerisches Leben mit einer im Dunkel gebliebenen Gründung 1744 eingesetzt. Treibende Pole wurden der Ratsherr Andreas Buxtorf (s.d.) und der Bürgermeister und spätere Landamman Peter Burckhardt die unter der Strikten Observanz 1768 mit Freibrief der Prafektur Rittersfelde ("Zu den drei Disteln") in Frankfurt a. M. die Loge "A Libertate" gründeten. Burckhardt rief dann 1778 eine zweite Bauhütte, "Zur vollkommenen Freundschaft", ins Leben. Ein Jahr später aber waren die beiden Logen wieder vereint.

Noch eine sehr frühe Logengründung sei hier erwähnt: schon am 6. Juni 1743 erteilte Friedrich der Große auf ein Gesuch des Neuenburgers Perret an die "Trois Globes" in Berlin die Bewilligung für eine Logengründung in dem damals preußischen Neuenburg (Neuchatel), "Aux trois Etoiles flamboyantes", der aber kein langes Leben beschieden war.

1782 begaben sich Lavater und Kayser zu dem Wilhelmsbader Konvent der Strikten Observanz, zumal der Rektifizierte Ritus deren General-Großmeister Herzog Ferdinand von Braunschweig ebenfalls als Oberhaupt anerkannt hatte. Das Archiv der "Modestia cum libertate" enthält einen an Kayser gerichteten Brief Goethes, der sich auf diese Tagung und ihre negativen Ergebnisse bezieht, die aber immerhin der Strikten Observanz (von Goethe in diesem Schreiben die "waiße und rote Maskerade" genannt) den Todesstoß versetzte.

Die politische und religiöse Gärung, die der Französischen Revolution vorausging, die durch diese dann heraufbeschworenen schweren inneren Erschütterungen machten dem schweizerischen Logenleben fast durchwegs ein Ende. Basel (1785), Zürich (1786), Lausanne (1793) stellten ihre Tätigkeit ein. Das gleiche war in Aubonne, Bex, LeLocle, Montreux, Nyon, Vevey der Fall. Nur in dem französisch gewordenen Genf war die Tätigkeit nie ganz unterbrochen, und auch die 1791 von den Berliner "Drei Weltkugeln" neu eröffnete Loge "Frédéric Guillaume la bonne harmonie" in Neuenburg versuchte bis 1798 ihr Lichtlein zu erhalten. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts erstarkte aber dann die Freimaurerei aufs neue, allerdings wegen der Napoleonischen Herrschaft anfangs teilweise in starker Abhängigkeit vom Großorient von Frankreich. Die alten Logen nahmen ihre Tätigkeit wieder auf, in einer ganzen Reihe von Städten traten neue verschiedenster Lehrarten hinzu. So 1803 die Loge "Zur Hoffnung" in Bern 1808 "Freundschaft und Beständigkeit" in Basel, 1811 "Wilhelm Tell" (später "Zur Brudertreue") in Aarau.

Nach der Franzosenzeit

Auch die Oberbehörden traten um 1809/10 wieder in Aktion: das "Helvetische Schottische rektifizierte Direktorium" zunächst mit den Logen in Zürich und Basel, dessen Sitz dann zwischen den beiden Städten abwechselte (infolge Verzichtserklärung Lavaters wurde Peter Burckhardt Prior) und auch das "Directoire Helvétique Romand" in Lausanne, der Hauptstadt der nun freien Waadt. Dazu kam ein 1811 in Lausanne ins Leben getretener "Grand Orient national Helvetique" mit 7 maurerischen Logen unter der Großmeisterschaft des ehemaligen polnischen Staatsmannes und Ministers Maurice Glaire (s. d.).

1822 entstand durch Zusammenschluß dieses Großorients mit der seit langem (namentlich auch in einem Zirkular von 1819) immer wieder auf Vereinigung der schweizerischen Logen drängenden Loge "Zur Hoffnung" in Bern, die ursprünglich zum Großorient von Frankreich gehört hatte, 1819 aber mit Patent des englischen Großmeisters Herzog Friedrich von Sussex zur Basis einer Provinzial-Großloge unter Peter Ludwig v. Tavel (s. d.) als Provinzial-Großmeister geworden war, eine Große Landesloge. Deren Großmeister wurde v. Tavel. Langjährige Bemühungen — namentlich von Berner Seite — folgten, um diese "Große Nationalloge im englischen System in der Schweiz" mit dem rektifizierten System zu vereinigen, eine schweizerische Einheits-Großloge zu schaffen. Grundsätzliche Bereitschaft zum Zusammenschluß, oder doch zu einem Konkordat war allseits vorhanden.

Aber namentlich die Züricher Loge wollte ihr System der rektifizierten Strikten Observanz beibehalten, zumal dieser zunächst noch u. a. die Logen in Neuenburg und Locke gewonnen worden waren. Bald aber trat die allgemeine Krise dieses Systems auch in der Schweiz in Erscheinung. Schon 1825 berichtete Straßburg, daß dort noch die einzige Ordenstiftung des Systems bestehe und auch diese bloß noch dem Namen nach. Das System sei außerhalb der Schweiz faktisch aufgehoben. In der Schweiz selbst drang der Wunsch nach Revision des Gesetzbuches, namentlich der Ausmerzung bestimmter Anklänge an die kirchliche Hierarchie, gegenüber dem Widerstande Genfs nicht durch. 1828 löste sich die Baseler Präfektur auf, so daß nur noch die Prafekturen Genf und Zürich unter dem älten schottischen Großmeister J. J. Escher übrigblieben. 1830 starb der Großmeister v. Tavel.

Die Berner Loge drang neuerdings auf die Vereinigung aller schweizerischen Bauhütten, gegründet auf gleiche Rechte und Pflichten, und ganzliche Freiheit der geistigen Logentätigkeit. Das Schottische Direktorium lehnte wieder ab, stellte es jedoch seinen Logen frei, sich zum System der Großen Landesloge zu bekennen. 1836 wurde beim 25jährigen Jubiläum der Wiedereröffnung der Züricher Loge seitens der Delegierten der Logen von Aarau, Basel, Bern und Winterthur das Bedürfnis nach Zusammenschluß neuerdings betönt. In einer anschließenden Konferenz wurden Grundzüge festgestellt, nach denen eine engere Gesamttätigkeit der schweizerischen Bauhüten erzielt werden konnte, ohne an die inneren Verhaltnisse der einzelnen Logen allzusehr zu rühren.

Alle zwei Jahre fanden nun Konferenzen statt. 1838 in Bern, 1840 auf Veranlassung des Baseler Med. Prof. K. G. Jung (s. d.) in Basel. Hier wurde nun eine Kommission zum Zwecke der Beratung über die Mittel und Formen eingesetzt, unter denen ein Logenbund zustandekommen könnte. 1842 wurde in Le Locke ein Vereinigungsvertrag angenommen und die Loge "Modestia" mit der Ausarbeitung allgemeiner Statuten der Großloge betraut. Das älte schottische Direktorium erklärte, sich der Gründung einer schweizerischen Großloge nicht langer zu widersetzen.

Die Großloge "Alpina"

Am Sommer-Johannisfest 1844 in Zürich wurde die schweizerische Großloge Alpina in der Form eines schweizerischen "Logenvereines" Wirklichkeit, wobei den Logen Ritualfreiheit gelassen wurde. Die Vertreter von 14 Logen wählten einmütig den vom Schönsten Geist werktätiger Liebe erfüllten Züricher Historiker Johann Jakob Hottinger (s. d.) zum Großmeister. Johann Caspar Bluntschli (s. d.), später einer der größen Rechtslehrer deutscher Zunge, und der Magistrat Jonas Furrer (s. d.), der erste Bundespräsident der schweizerischen Eidgenossenschaft von 1848, hielten bedeutungevolle grundlegende Reden. Für die Schweizerische gemeinnützige Gesellschaft wurden anläßlich der ersten unter der Leitung des Großmeisters am 24. Juni abgehaltenen Arbeit 2000 Franken übergeben. (Die Genfer Loge "Union de Coeur", die auch heute noch das rektifizierte schottische System pflegt, hielt sich noch bis 1851 fern.)

Die neue Großloge sah sich gleich zu Beginn schweren Stürmen ausgesetzt. Es war eine Zeit höchster politischer Erregung und leidenschaftlicher Parteikämpfe. Jesuitenartikel, Klosteraufhebung, dann besonders die Freischarenzüge waren Vorboten des dann 1847 ausbrechenden Bürgerkrieges (Sonderbundskrieg). Der Großmeister Hottinger sah sich daher einer ungemein schwierigen Aufgabe gegenüber, die er aber schließlich zu meistern wußte. Die von ihm in Gemeinschaft mit Bluntschli verfasten "Gründsatze des Schweizerischen Logenvereines" (von der Großloge 1848 angenommen) stellten ein Schönes Dokument echten Maurertums dar. Auf Hottinger folgte als Großmeister Prof. K. G. Jung, Basel (s. d.). 1856 übernahm als erster Welschschweizer Staatsrat Dr. A. Meystre, Lausanne (s. d.), den ersten Hammer der Großloge.

Trotz mancher immer wieder auftretender Meinungsverschiedenheiten war eine von fortschrittlichem Geiste getragene Aufwärtsentwicklung bald unverkennbar. Die Zahl der Logen und ihrer Mitglieder wuchs von Jahr zu Jahr. Unter den folgenden Großmeistern: Theologieprofessor Dr. E. Gelpke, Bern (s. d.), Bankdirektor J. J. Ruegg, Zofingen, und Professor Aimé Humbert, Neuenburg (s. d.), wurde ein Reformwerk zur intensiveren Arbeitszusammenfassung der Logen eingeführt, das dann 1879 unter Großmeister Karl v. Tscharner, Bern, in Gestalt einer endgültigen neuen Verfassung beendet werden könnte. Ein 1870 ausgebrochener vorrübergehender Konflikt mit dem als Hochgradbehörde nach wie vor bestehenden Lausanner "Directoire Helvétique romand", das dann zum Obersten Rat des A. u. A. Ritus wurde, führte zur Gründung von sechs von der "Alpina" unabhängigen Logen, die dann aber 1877 nach der Beendigung des Streites den Weg zur Großloge fanden.

Es folgten als Großmeister: John Cuémond, Polizeidirektor in Genf, Arch, E. K. Jung, Winterthur, der Nobel-Friedenspreisträger Elie Ducommun (s. d.), C. F. Hausmann, St. Gallen, der in einem offenen Brief an den Bischof Egger diesen über die Absicht der Freimaurerei aufzuklären suchte, der Neuenburger Staatsrat Ed. Quartier-la-Tente (s. d.), der Gründer der freimaurerischen Weltgeschäftsstelle und spätere erste Kanzler der A. M. I., der Züricher Sozialhygieniker und Pazifist Nationalrat Dr. H. Haberlin, Dr. Oottli, Lausanne, Dr. Schwenter, Bern, der Genfer Professor I. Reverchon (s. d.), Dr. Fritz Brandenberg, Winterthur (s. d.), und schließlich seit 1930 der Advokat Auguste Jeanneret in La Chaux-de-Fonds.

Unter allen diesen Großmeistern — deutsch- und welschschweizerische Leitung lösen einander in fünfjährigem Turnus ab — wurde bei kräftigster Pflege des vaterländischen Gedankens und ausgedehnter patriotischer Betätigung in steigendem Maße die internatonale Mission der Freimaurerei und die Notwendigkeit der Friedensarbeit betont. Bedeutende Männer fanden sich in den Logen zusammen. Als die "Arbeit am rauhen Stein" mit aufs höchste gesteigerter Tätigkeit für die Gemeinschaft verbanden, die als Erzieher des Volkes und der Jugend zahlreiche bedeutende vorbildliche philanthropische Werke schufen, aber den Blick nicht an den Landesgrenzen haltmachen ließen, sondern als Träger des in den Logen empfangenen idealen Lebensinhältes die Mission auf sich nahmen, Männer des Weltgewissens zu werden. Um neben den genannten noch einen Namen zu nennen: Henry Dunant (s. d.), der Nobel-Friedenspreisträger, dessen Herzen auf dem Schlachtfeld von Solferino der Gedanke des Roten Kreuzes entsprang, war Freimaurer.

Stets war die Großloge "Alpina" bemüht, vor allem auch die Einigung der Freimaurer untereinander zu fördern, die bestehenden Gegensätze auszugleichen. Die Einberufung des Internationalen Freimaurer-Kongresses 1902 zwecks Gründung eines internationalen Büros für freimaurerische Beziehungen, das dann als Weltgeschäftsstelle (s. d.) in Neuenburg ins Leben trat, die Veranstaltung des Genfer Konvents von 1921, der der Association Maçonnique Internationale (A. M. I.) das Leben gab, waren Marksteine auf diesem Weg, der auch durch die A. M. I.-Konvente 1923 und 1925, durch die Kongresse der Allgemeinen Freimaurerliga (s.d.) 1925 (an deren Sitz Basel) und 1930 (Genf) und durch die Tatsache bezeichnet ist, so daß es allgemein als selbstverständlich bezeichnet wurde, Genf zum Sitz des Großkanzleramtes der A. M. I. zu bestimmen.

1931 zählte die Großloge "Alpina" in 40 Logen rund 5000 Brüder. Adresse: Zentralsekretariat Bern, Hogenschtitzenstraße 8. [Anm.d.Red.: heute: Schweizerische Grossloge Alpina SGLA, Jupiterstrasse 40, CH-3015 Bern]

Der A. u. A. Schottische Ritus ist durch den Obersten Rat der Schweiz in Lausanne, das Rektifizierte Schottische System (s. d.) durch das einzige noch bestehende Großpriorat in Genf vertreten.

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