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Traktat: „Die Freymäurerey verdienet vertilget zu werden“

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„Die Freymäurerey verdienet vertilget zu werden“

Eine frühe anonyme gegnerische Schrift

Die dunkele Heimlichkeit der Freymäurer erkläret und widerleget von einem Kinde des Lichtes, um zu erleuchten diejenigen, welche in den Finsternissen und in dem Schatten des Todes sitzen.

Cöln: Haas 1779

3-6

Vorrede

Die göttliche Kirche so wohl, als weltliche Obern haben schon lange getrachtet, das verborgene Geheimniß, dessen sich die Herrn Frevmäurer bey nächtlichen und verdächtigen Zusammenkünften fast in allen Weltstädten bedienen, auszukundschaften.

Die Heimlichkeit aber, welche diese Herrn zu unterhalten so gar mit einem wichtigen Eidschwure verloben, ist das Hauptwesen, worinn ihre Versammlung gegründet ist. Dessen berühmen sie sich auch in allen ihren Gesängen und Lustbarkeiten. Eben diese ist dahero auch die Ursache, woraus die Beschwerniß, sie einer offenbaren Bosheit zu überzeugen, und gründlich von ihrem dunkeln Wesen zu reden herrühret. Sie selbst wissen es, daß dieses, wenn sie redeten, nicht lange bestehen könnte, und daß alsdenn vernünftige Leute vieles für gottloß halten würden, was sie für unsträflich angeben.

Indessen ist die Freymäurerey wie die Mäurerzunft in Lehrlinge, Gesellen und Meister ausgetheilet. Diesen allen wird nicht einmal alles gleich Anfangs entdecket, damit nicht einige Untreue einschleichen möge. Ein jeder aus ihnen selbsten müste auch das fest versprochene Stillschweigen für dumm und kindisch halten, wenn er nicht glaubte, daß andern fürnehmern Mitgliedern Geheimnisse, welche ihm noch verborgen bleiben, bekannt wären.

Sie erkennen sich übrigens aller Orten als Mitbrüder an gewissen Zeichen und Berührungen der Hände, wie auch an zweyen Worten, die sie miteiander [!} reden.

Indem ich nun diese Kennzeichen mit ihren mehresten andern Hemlichkeiten [!] in. diesem Werkchen entdecke, mag man sich auch nur daraus versichern, daß ich die ächte Freymäurerey beschreibe. Aus diesen nämlich mag man die Freymäurer in den Gesellschaften bemerken; und wer sich derselben bedienet, wird von ihnen als ein solcher gehalten, ob er es schon in der That nicht ist, wie man davon viele Proben gemacht hat.

Der Grund, woraus ich diese Zeichen, und alles, was ich allhier schreibe, hernehme, ist ein Buch, welches nur einigen aus ihnen, denen sie trauen, gegeben wird, und welches das Richtschnur ihrer nächtlichen Werke ist.

Dieses haben sie bisweilen Fremden gezeiget, um sie zur Annahme ihrer Bruderschaft anzulocken, oder um sie zu überzeugen, daß unter ihnen nichts Unzulässiges vorgehe. Andere zeigen es auch, weilen sie ihren Stand für gefährlich, und ihren Eid für nichtig halten. Ja, damit kein trüglicher Umstand übrig bliebe, haben diese zugleich den gedruckten Zettel ihrer Aufnahme sehen und lesen lassen, ohne daß sie deswegen in Asche umwandelt sind, wie es ihnen, wenn sie im Reden untreu würden, als eine folgende Strafe vorgebildet war.

Das Buch aber, wovon ich rede, ist in französischer Sprache gedrucket, und hat diesen Titel: L’ordre des francs-Maçons trahi, & le sécret des Mopses révélé. À Amsterdam 1771 [zuerst: 1745; dt.: Der verrathene Orden der Freymäurer, 1745] Der Eidschwur der Freymäurer, wie auch der ganze Zierath ihrer, und des Mopsenordens Logen sind in demselbigen verzeichnet und abgebildet. Was darin enthalten ist, haben viele untersuchet und wahr befunden. Ich gründe mich dahero vernünftig in dessen Aussagen als in einem eigenen Geständnisse, welches kein Freymaurer laugnen [!] kann: und weilen darin kein Name eines Verfassers bemeldet wird, so werd auch ich denselben verschweigen dürfen. Wie dasselbige im holländischen, so mag gegenwärtiges im französischen Gebiethe ans Licht gekommen seyn.

Wiewohl nun das freymäurerische nichts schreibet von einer offenharen [!] Bosheit, so ihrem Stande eigen ist, so entdecket es mir dennoch so viel, als vonnöthen ist, denselben zu bekriegen und zu verwirren. Ich vermeyne dahero, eine dem Publikum nützlichste Beschäftigung zu unternehmen, wenn ich theils die verdächtige Heimlichkeit dieser der Welt, und sonderlich der göttlichen Kirche ärgerlichen Gesellschaft kurz und gründlich aufkläre; theils auch sie durch kräftigste Bewegungsgründe zu zerstören trachte. Beydes hoffe ich in folgenden zweenen Abschnitten dieses Büchleins zu erreichen.


32-64

Der zweyte Abschnitt

Die Freymäurerey verdienet als eine der Vernunft, der Welt und dem höchsten Gott widerstrebende Zusammenkunft vertilget zu werden.


Zu diesem Ende behaupte und sage ich

  • l. Sie ist unvernünftig.
  • II. Sie ist verdächtig.
  • III. Sie ist dem Staate zuwider.
  • IV. Sie widerstrebt der wahren Religion.

Aus diesen vier nachdrücklichsten Sätzen folgt V. von selbsten, daß man einhellig zur Ausrottung dieser Gesellschaft beytragen solle.

I.

Es ist die Freymäurerey unvernünftig.

Seyd doch hierin selbst, ihr Mitglieder derselbigen, unpartheyische Richter, und saget mir, ob es nicht der Vernunft eines jeden Menschen, welcher nicht närrisch ist, schnurgerade zuwider lauft, wenn er sich fest zu etwas verbindet, was er nicht weiß, ob es zuläßig oder sträflich sey; ob es zum Himmel oder zur Hölle den Weg bahne. Gestehet aber auch zugleich ein, daß ihr euch mit solcher Dummheit als Freymäurer aufnehmen lasset.

Ja wenige aus euch erfahren nach ihrer Aufnahme eure ganze Heimlichkeit, und dieser widersprechen auch rechtmäßige Obern von allen Seiten. Närrische Einfalt ! ein verständiger Mensch muß ja wissen, wozu er sich verlobet, oder er sehet sich der Gefahr aller Laster aus. Darum bedienen sich eben dieses Mittels die gottlosesten Diebe und Mörder. Ja auch diese rottieren sich zusammen, und sie verschweren sich, nichts von dem, was sie hören, sehen und ausüben, unter Lebensstrafe zu entdecken. Hingegen ist kein heiliger, und auch nicht einmal ein nur zuläßiger Stand auf Erden, welcher nicht mit Freuden seine Wesenheit offenbaret; und denen, die ihn annehmen wollen, seine Beschwerde so wohl, als seine Vortheile zu erklären ein Bedenken trägt. Ermangelt man hierin vor der Aufnahme, so ist der Neuling berechtiget, um seine Entbindung anzustehen; weilen er sich für betrogen hält.

Indessen sagen diese Herrn, um sich aus diesem Vorwurfe herauszuwickeln: Es bestehet unsere Verschwiegenheit nur in Geringigkeiten. Ich aber frage: Wer mag sich bereden lassen, dieses zu glauben; indem ihr euern Novitzen gar nichts entdecket; und diese sich doch auf das schärfste verbinden müssen? Sollte diese Ausrede dennoch eine gründliche Wahrheit seyn, so ist ja euer Unverstand desto größer, da ihr euch wegen Kleinigkeiten zum Stillschweigen so gewissenhaft verdammet, und diese um alles Aergerniß der Welt zu benehmen nicht kundmachet.

Vernünftig handelte dahero ein gewisser Graf, von welchem eure Geschichtbücher melden, daß er, so bald er sich nach langem Bitten hatte aufnehmen lassen, dem Großmeister zugeredet habe, er solle ihm dann auch nun ihre Heimlichkeit auslegen. Da ihm aber dieser sagte, er sehe und höre dieselbige in der gegenwärtigen Lustbarkeit, antwortete der Graf: man wird mich nie überreden, daß ein so großes Geheimniß des Stillschweigens in dem, was ich allhier erblicke, könne beobachtet werden.

Man fuhr indessen fort, ihm dieses ganz sicher vorzubilden. Allein der Herr Graf sprach ernsthaft: So seyd dann von der Güte, meine Herrn, und gebet mir meine 60 Reichsthaler wieder. Versaget ihr dieses, so laß ich eure Narrenhände! in öffentlicher Zeitung der Welt offenbar machen, damit sie erkenne, wie unsinnig ihr dergleichen Einfalt wie ein heiliges Wesen behandelet.

Wollte Gott, ein jeder Freymaurer folgte diesem Beyspiele nach; so würde man sich bald entschließen, ihm, wie man dem Herrn Grafe thate, mit großem Schimpfe sein gegebenes Geld zu erstatten. Um aber solche Schande zu verhüten, wissen diese Herrn andere Leute zu überreden, als fünde sich in ihrer Zusammenkunft ein irdisches Paradies der ehrbaresten Lustbarkeiten. Wer nun dabey dem natürlichen Triebe des Fürwitzes und der anzügigen Ergötzlichkeit des Leibes nicht herzhaft widerstehet, der ist bald gefangen, und er wird sich auf einmal so fest mit den ihm noch verborgenen Stricken anbinden, daß er sich selbst kaum loßreissen könne.

Es giebt auch andere, welche sich den Freymaurer zugesellen in Hoffnung, bey ihnen große Schätze und Reichthümer zu finden. Allein, da sie von ihren 60 Reichsthalern die Zinsen einzulösen gedenken, müssen sie, wenn sie den Zugang in die Logen unterhalten, jedesmal so viel dazulegen, daß sie selbst vierdoppelte Zinsen ihres eigenen Kapitals auszahlen. Und welcher Vernunftschluß mag einen solchen Handel für einen Haußvater vieler Kinder billigen?

Sollte man sich aber auch schon vermittelst der Freymäurerey viele Güter der Erde erwerben können, so bliebe sie dennoch einem verständigen Menschen unanständig in dem, daß man sie blindlings, und mit Gefahr der schädlichsten geistlichen und leiblichen Folgen annehme.


II.

Es ist auch die Freymäurerey verdächtig.

Sie hält ihre Thaten heimlich, und übet sie nur zur nächtlichen Zeit aus. Diese ist schon eine hinlängliche Probe dieses Satzes. Hierüber nämlich spricht der Weltheiland Johann. 3. 20. 21. also:

Wer Uebels thut, der hasset das Licht, auf daß seine Werke nicht gestrafet werden. Wer aber die Wahrheit thut, der kömmt an das Licht, damit seine Werke offenbar werden; denn sie sind in Gott gethan.

Welche Beredsamkeit eines Menschen mag nun wohl diese klare und wahrhafte Lehre des göttlichen Sohnes umstoßen? Es behauptete zwar neulich der erlangische Zeitungsschreiber, welcher ein tapferer Vertheidiger der Freymäurer abgiebt, entweder aus eigenem Antriebe, oder von einem großen Herrn aus B … berichtet, man habe zu Aachen einen aus ihnen seines Standes wegen übel behandelt. Aber diese That ward nach seinem Schreiben durch eine gerichtliche Untersuchung unwahr bewiesen. Wird dahero ein solcher Patron dieses Afterordens wider obige evangelische Wahrheit wohl einen größern Nachdruck haben, als die lügenhafte Falschheit der Wächter des Grabes Jesu Christi? Ach eröffnete dann doch auch dieselbige die Augen der sonst gelehrten Herrn Freymäurer so kräftig; daß sie selbst die Zertrennung ihrer lichtlosen Versammlung befürderten. Allein anstatt dessen wiederholen sie tausendmal: Wir thun ja nichts Uebels.

Und, wie diese ihre stete Ausrede ist, so kann auch ich selbst aus der obigen Abschilderung ihrer Werke sie keines Todschlages, keines Ehebruches, und keines offenbaren Diebstahles überzeugen. Wenigstens werden solche Laster von ihren gedruckten Satzungen nicht gebilliget. Dieses dennoch widerleget noch lange nicht meinen Satz, daß sie in solchen und gröbern Uebelthaten verdächtig seyn: daß man sie unsträflicher Weise und ohne Frevel als böse Leute beurtheilen -könne. Ja man hat dazu immer jene gegründete Ursache, so uns die ewige Wahrheit an Tag giebt. Diese erlaubt uns zu glauben und zu sagen, daß sie Uebels thun, weilen man weiß, daß sie das Licht hassen.

Uebrigens gestehet es mir selbst, meine Herrn, wie ihr von jenen Menschen, so die Nacht lieben, sich der Larven bedienen, und in ihren Thaten die Dunkelheit wie die Fledermäuse suchen, zu denken, zu argwohnen und zu urtheilen pfleget. Saget nicht auch ihr, daß diese eben darum auf Lügen und Betrügen, auf Falschheit und listige Ränke wider ihre Nebenmenschen, auf Unlauterkeit und andere Werke der Finsternisse ausgehen? Sollten sich auch schon solche Nachtseulen von einigen aus diesen Uebelthaten enthalten, so benimmt euch dieses den gegründeten Verdacht nicht im mindesten.

Euch dahero wie diese kann man ohne Sünde auch beurtheilen als solche, welche bösen Gesellschaften ankleben; welche ihrem Nächsten zum Aergernisse dienen; und welche an allen Mißhandlungen ihrer Mitgesellen Theil nehmen. Saget ihr dabey auch schon, daß ihr bey und unter ehrbarn Leuten, bey welchen nicht leicht was Uebels erduldet wird, die Nacht in den Tag abänderet; so möget ihr also wiederum von eurem unsträflichen Wandel der Welt kein glaubwürdiges Beweißthum ablegen; indem dieser Grund den Argwohn, so man wider euch alle wegen eures tiefen Stillschweigens und wegen der dunkeln zur Sünde anzügigen Zeit rechtmäßiger Weise führen kann, nicht heben mag.

Indessen, meine Herrn, müsset ihr auch nicht zu hart ausrufen, daß bey euch unter dem nächtlichen Schatten in der That nichts Uebels begangen werde. Hierin nämlich verblendet euch die Eigenliebe an beyden Augen. Oder sind das keine Sünden, wenn man bis auf, oder über 100 Reichsthaler seinem Eheweibe und seiner zahlreichen Haushaltung verschwendet: wenn man sich so gar unfähig mächt, solche fremden Leuten, denen man sie aus Gerechtigkeit schuldig ist, zu erstatten? Sind das keine Sünden, wenn man seinem Ehetheile zum gerechtesten Zorne, Uebelwünschen, und bösen Argwohnen, zur Eifersucht und leiblicher Krankheit, welches alles aus dem nächtlichen Ausbleiben herrühret, Anlaß giebt?

Und ach ! wie wenige aus euch dörfen sagen, daß sie solche Laster aus Liebe der Freymäurerey nicht zum öftern wiederholet haben? Wird endlich wohl von euch die in göttlichen Gesetzen unter schweresten Strafen verbothene Trunkenheit, welche der Nacht eigen ist, entfernet bleiben? Wenigstens redet hiervon also der Apostel im ersten Sendschreiben zu den Thessal. 5. 8. Die, welche trunken sind, sind des Nachts trunken. Darum hatte der große Weltprediger schon vv. 4,5. diese Warnung gegeben, und er giebt sie noch uns allen

Ihr aber, lieben Brüder, seyd nicht in den Finsternissen, damit euch derselbige Tag nicht wie ein Dieb, ergreife; denn ihr seyd Kinder des Lichtes und Kinder des Tages. Wir sind nicht von der Nacht, noch von den Finsternissen.

Und wer weiß es, wie viele aus euch in dem übrigen nächtlichen Theile die bey euch angefangene Trunkenheit fortsetzen, sich zur Ausübung ihrer Pflichten noch unfähiger machen, und in Nebenwinkeln andere Gottlosigkeiten ausüben? Haltet ihr nun, meine Herrn, solche Fehler, welche unter euch gemein sind, nicht für Sünden, so leget ihr ja den göttlichen Aussprüchen keinen Glauben bey, und eben dieser Unglauben mag euch, wer, weiß, wie bald? in ein ewiges Unglück hineinstürzen, wiewohl ihr mündlich sprechet: Wir thun ja nichts Uebels.

Ich laugne es nicht, daß uns der Allerhöchste eine ehrbare Ergötzlichkeit erlaube. Ich zweifele auch nicht, daß die eurige bey vielen aus euch ehrbar und mäßig sey Allein man vergesse doch dabey nicht der angezogenen Worte des H. Paulus. Sollten diese nur in einigen aus euern Brüdern wahr werden, so muß es eure ganze Gesellschaft verantworten; weilen sie dazu eine nahe Ursache giebt; weilen sie sich, ohne gutgeheißen zu seyn, nur der leiblichen Lüste wegen versammelet, und weilen ihre Satzungen zu diesem Ende sich der finstern Nachtslarven nicht nur zufälliger Weise bedienen, sondern diese auch ausdrücklich erfordern.

Ich seufze dahero zu euch weiters mit den apostolischen Worten zu den Römern 13. 12.

Lasset uns nun die Werke der Finsternisse ablegen, und die Waffen des Lichtes anlegen. Lasset uns wie im Tage ehrbar wandeln nicht in Fressereyen und Trunkenheiten, nicht in Schlafkammern und Unlauterkeiten.

Eure Gott und den Menschen unleidentliche Verschwiegenheit, welche ihr mit dem heillosen Schatten der nächtlichen Zeiten vereinbaret, zwinget so gar die vernünftige Welt, daß sie euch in solchen Uebelthaten verdächtig halte, sie euch zumesse, und sie von euch ausbreite.


III.

Es ist die Freymäurerey dem Staate zuwider.

Ich weiß es wohl, meine Herrn, daß ihr euch für die Ehre des Königs zu eifern rühmet. Ich aber frage, ob dieser König nur derjenige sey, dessen Name in euern gedruckten Aufnahmszetteln obenan gelesen wird. Ist dem also, so kann sich ja billig der kaiserliche Staat und andere Regenten beschweren, daß ihr in ihren Landen ebendenselbigen Zettel einigen Neuaufgenommenen darreichet, und daß ihr einer fremden Macht vor ihnen in euern Logen einen solchen Vorzug gebet, welche diese in ihrem Gebiethe nicht ertragen würde.

Saget ihr aber, daß ihr einer jeden Landesobrigkeit, wo ihr euch befindet, die schuldige Unterthänigkeit abstattet, so behaupte ich, daß eure Thaten mit dieser Aussage in vielen Umständen nicht übereinstimmen. Oder was ist wohl einem gemeinen Wesen nachtheiliger, als wenn sich eine zahlreiche Menge der Unterthanen, welche ohnehin geneigt sind, die rechtmäßigen Gesetze zu übertreten, öfters versammelet, und dabey zu aller gegenseitigen Dienstleistung verlobet? Sind solche nicht zu allem Aufruhre fertig und fähig? Was dahero widerstrebt, wie diese, der ruhigen Regierung?

Es giebt ja weise Obern, welche aus dieser Ursache, damit keine Unordnungen, so den Landesrechten zuwider laufen, gestiftet werden, nach 10 Uhren in den Wirthshäusern keine Zusammenkünfte zulassen. Ein solches aber ist desto mehr bey euch zu befürchten, je vertraulicher ihr euch verbindet, euern Brüdern allen Beystand zu leisten. Es ist nämlich dabey nicht zu zweifeln, daß ihr diesen öfters auch in ungerechten Sachen wider die Aussprüche der Obrigkeit ein Recht zuerkennet, und dasselbige, wenn es nur in eurem Vermögen stehet, dem unschuldigen Fremdlinge absaget.

Ja eben darum trachtet ihr mächtige Befehlshaber, Rathsherrn und Gerichtsvorsteher anzuwerben, um durch diese die Sprüche des Rechtes in euern Händen zu haben. Wird nicht aber also wider alle Ordnung des Staates ein Dritter durch Unrecht gekränket; und muß nicht auf diese Art das ganze Publikum leiden? Indem folglich eure Satzungen die brüderliche Liebesbezeugung so hoch treiben, daß sie dieser nur allein die Ehre des Königs, ich verstehe auch des Vaterlandes vorzuziehen erlauben, so sehet ihr selbst, daß diese so schmeuchlerische als unwahre Ausnahme in leeren Worten bestehe. Ja durch diese suchet ihr nur gekrönte Häupter zu bewegen, daß sie euch ihren Schutz ertheilen, da ihr in der That diese allgemeine Schuldigkeit weniger beobachtet, als andere, welche keine Freymäurer sind, und sich dessen mit solchen Ausdrücken nicht- rühmen.

Zu dessen Probe führe ich weiter aus euern Jahrbüchern diese Geschichte an. Ein freymäurerischer Soldat erkannte im wirklichen Kriege einen feindlichen Soldat, der sich ihm widersetzte, und welchem er dennoch das Leben, hätte nehmen können, aus den gewöhnlichen Zeichen als einen Freymaurer und Mitbruder. Aus dieser einzigen Ursache schenkte er ihm das Leben, und nahm ihn nur gefangen mit sich. Indem ihr nun diese Liebesthat anrühmet, halte ich es für ganz wahrscheinlich, daß man also wider den König handele; weilen dessen Staat es erfodert, daß man die Feinde, so sich nicht ergeben, tödte; und weilen von ihm dem Gefangenen gemäß den Kriegesrechten die Nahrung muß ertheilet werden, da er von den Todten gar keine Belästigung hat. Ja wie würde dann ein Regent das Vaterland vertheidigen, wo die Freymäurerey unter vielen Kriegesleuten gemein ist, wenn ein jeder dem feindlichen Bruder das Leben schenken müste?

Durchgehen wir nun die Aemter und Bedienungen der Könige und Fürsten, so finden wir auch diese am mehresten von heimlichen Freymäurer besetzet. Hat man aber auch nicht viele Zufälle erlebt, daß dieser oder jener seiner Unwissenheit oder Ungerechtigkeit wegen solcher Würde entsetzet zu werden verdienet hätte? Allein sie wurden von ihren Mitbrüdern wider alles Recht unterstützet. Wie vielen wäre das Todesurtheil gemäß ihrem Verdienste gesprochen worden? Allein man handelte den Gesetzen zuwider; weilen sie Freymäurer waren.

Wie mancher aus diesen ist freypassieret, wiewohl et das Blut der Armen durch hinterlassene Schulden ausgesauget hatte? Ja in einer gewissen Stadt stieg solche Schuld eines Freymaurers fast bis auf eine halbe Million, und man ließ die Handwerksleute, denen er schuldig war, lieber zu Grunde gehen, als daß man ihm nachgesetzet hätte. Ein gewisser Großmeister der Loge Namens K …. machte sich ja noch kürzlich mit einer Schuld von sehr vielen tausend Reichsthalern auf und darvon; ja er führte in der Nachbarschaft mit diesem fremden Gelde seine prächtige Wohnung auf.

Sind nun solche Handlungen nicht allen Rechten der Könige und des Staates zuwider? Und wird nicht von andern Leuten ausser der Versammlung der Freymäurer ehrlicher und aufrichtiger ohne Ansehen der Personen das gemeine Wesen befürdert? Indessen bekennen sie dieses auch selbst in dem, daß sie ihren Orden nur als einen solchen, welcher nichts wider den König handelt, anrühmen. Daß er aber dem Staate vortheilhaft seyn soll, davon legen sie sich nicht einmal ein eigenes Zeugniß bey. Wir zählen aber, sprechen sie dennoch, so gar gekrönte Monarchen als Mitglieder unsres Ordens. Ich antworte hierauf, daß die katholische Welt vor diesen vermöge der göttlichen Gesetze mit tiefster Ehrfurcht das Haupt beuge. Ja diese weiß die sittlichen Fehler der weltlichen Regenten mit größerer Gelassenheit zu übersehen, als die Verbitterung eines erlangischen Schribenten den natürlichen Mangel des wahren Stadthalters Jesu Christi mit erdichteten Verschimpfungen der H. Kirche vorzustellen im Brauche hat.

Uebrigens setze ich hinzu, daß die Weltmonarchen sich vielmehr für Verfolger als für Beschützer der Herrn Freymäurer erklären würden, wenn ihnen die Unruhe ihrer andern Staatsgeschäfte zuließ, durch gründliche Einsichten den Betrug, welchen die Beredsamkeit so wohl, wie die Verschwiegenheit dieser Herrn ihnen verbirgt, und welchen ich allhier nur obenhin abschildere, klärlich zu erkennen. Zudem giebt es noch mehrere aus den Gekrönten, bey denen ihr entweder euern Widerstand findet; oder welche euch in ihren Staaten nur ertragen, um ein größeres Uebel zu verhüten, ohne daß sie eure Händel billigen, oder weilen sie zu eurer Ausrottung eine füglichere Zeit erwarten. Man könnte euch aber auch überzeugen, daß ihr euch öfters einen Ruhm zugelegt habet, gewisse hohe Häupter als Mitglieder zu haben, die dennoch dergleichen nicht waren.


IV.

Es ist die Freymäurerey der wahren Religion zuwider.

Wie ! ist es nicht, ein dem Christenthume höchst nachtheiliger Eidschwur, welcher diesen Herrn bey ihrer Aufnahme üblich ist? Es verbiethet uns ja das zweyte aus den zehn Gebothen, den göttlichen Namen vergeblich zu führen. Sie sündigen folglich wider dieses, da sie denselbigen feierlich mit Berührung des H. Evangeliums anrufen, um sich zu verbinden, Sachen, welche sie selbst nur Kleinigkeiten nennen, zu verschweigen.

Indessen halte ich diesen Eid noch unzuläßiger darum, weilen sie ihn ablegen von einem Geheimnisse, so sie in jener Zeit, zu welcher dieses geschieht, noch nicht wissen, nicht gesehen, noch erfahren haben, und welches an sich gottlos seyn kann, wie ich es auch in der That zu seyn erprobe.

Die Zusätze weiters, worin sie dieses Versprechen, so gar unter der Strafe, ihr eigenes Leben auf unterschiedliche Art zu verlieren, vorsetzlich abstatten, widerstreben nicht minder sündhaft der von dem höchsten Gott scharf gebothenen Liebe seiner selbst, und dem Gesetze: Du sollst nicht tödten. Dennoch ist gemäß der sichern Lehre der göttlichen Kirche kein Eidschwur gültig, wenn dieser ein gleichgültiges oder gar gottloses Versprechen zum Gegenstande hat. Ein solches nämlich nimmt der höchste Gott eben so wenig an, als wenn man sich, einer Lustbarkeit beyzuwohnen, oder einen Diebstahl auszuüben, verschweren würde.

Ohnehin ist itzo ihr geschwornes Stillschweigen unkräftig, weilen dieses Büchlein die mehreste Heimlichkeit entdecket, und also das Ziel und Ende des Eides nachlasset. Sollte hierüber Jemanden noch ein Zweifel übrig bleiben, der melde sich bey den Priestern der Kirche, welche die Gewalt zu lösen und zu binden von dem göttlichen Sohne vermittels seiner Jünger, und derselben Nachfolger in einer ununterbrochenen Folge ererbet haben. Ja unter den Kirchendienern haben so gar viele die Vollmacht, also einen wahren Eidschwur aufzulösen.

So mögen dann die Herrn Freymäurer durch diese Mittel ihr Gewissen beruhigen, und ohne Furcht, Gott zu beleidigen, von ihrer Heimlichkeit reden.

Ihr handelt aber, meine Herrn, weiters wider die Religion in jenen sündhaften Thaten, welche ich oben im zweyten Satze angeführet hab. Ihr handelt wider die Religion in dem, daß eure Zusammenkünfte die Gotteshäuser auslehren: in dem, daß sie euch das wahre Christenthum geringschätzig machen: in dem, daß sie euch die Gesetze Gottes und der Kirche, ohne deren treue Beobachtung für euch kein Heil ist, verächtlich, vorbilden: in dem, daß ihr, wie ihr selbst gestehet, zwar nicht wider, doch auch nicht vor die göttliche Ehre reden dörfet.

Höret nur hierüber diese Gesinnung unsres Heylandes Matth. 12. 30. Wer nicht mit mir ist, der ist wider mich. Ja auf diese Art widerstrebet ihr eurem Gott; weilen ihr aus Furcht einiger Unkatholischen, so sich unter euch einfinden, von göttlichen Dingen stillschweigen müsset: weilen ihr euch, ihn wider alle seine Feinde zu schützen fürchtet: weilen ihr nichts von jenen Wahrheiten, für welche ihr euch zu sterben bereit zeigen solltet, da sie so gar verachtet werden, aussagen dörfet.

Ihr handelt noch mehr wider die Religion; indem vermittels eures Stillschweigens aus und unter euch jene unglückseligsten Erbfeinde Gottes und der wahren Kirche, welche die Freydenker unsrer Zeiten sind, sich ausgebrütet haben. Was sage ich? Es zeigen sich diese annoch in eurer Versammlung in großer Anzahl: ihr dienet ihnen zu ihrer sichersten Freystadt. Und, wer weiß es, wie viele aus euch, die sonsten noch einige Fünklein der Frömmigkeit in sich empfanden, ihr teuflisches Gift eingesauget haben?

Dieses einmal bezeuget euer eigenes Geständniß, daß aus euch der verdammliche Mopsenorden herstamme. Und, ach leider ! es begnügt sich derselbige in unsern Zeiten nicht mehr mit Mopsenküssen, sondern sie setzen diesen hinzu. Ach! ich scheue der ehrbarn Welt zu entdecken die verschiedenen Gattungen der fleischlichen Laster, welche nach der Aussage einiger aus diesem unglückseligen Satansnetze entwischten Seelen in demselbigen wenigstens in etlichen Städten angestiftet, und vollführet werden.

Ich wünschte dabey, daß darin in Weltplätzen nicht so gar herrschete eine furchtvolle Abschwerung des höchsten Gottes und der göttlichen Mutter, dergleichen Entschließung man einem Menschen kaum möglich zu seyn glauben würde. Und dennoch hat man eine solche in den spanischen Niederlanden gerichtlicher Weise untersuchet, und nur zu viel wahr befunden unter Leuten, welche sich durch die nämlichen Bande der Verschwiegenheit, des Eidschwures und der nächtlichen Zusammenkünfte verbrüderten; und welchen diese Deckmäntel dienten, sich den Diebereyen und Mordthaten zu ergeben, Bünde und Gemeinschaft mit dem Satan zu unterhalten, ihre Leiber dem Galgen zu überliefern und unbußfertig zu sterben. Wollte Gott, es wäre das letzte Fünklein dieser entsetzlichen Bosheiten erloschen.

Ist nun schon keine einzige dieser Uebelthaten der Freymäurerey eigen, so ist sie dennoch der erste Ursprung, woraus solche Gesellschaften, wie auch die denselbigen üblichen, der Religion und der sämmtlichen menschlichen Gemeinschaft empfindlichsten Laster hervorquellen. Ja sie unterhält noch bis auf heutigen Tag den mit der nächtlichen Dunkelheit verhüllten Eid des Stillschweigens, so allein diesen Bruderschaften eine hinlängliche Ursache ihrer tiefsten Fälle war.

Bemäntelet dahero, ihr Herrn Freymäurer, auch nicht länger dieses handgreifliche Aergerniß, welches ihr die Welt an euch zu nehmen nöthiget, mit dem Scheine einer christlichen Tugend, so die brüderliche Liebe seyn soll. Ja diese rühmet ihr euch zwar gegen eure Mitglieder durch ein besonderes und allgemeines Allmosen zu beobachten. Allein, glaubet mir, daß viele mehr aus der Absichte, eine solche Liebe zu empfangen, als um sie andern zu erzeigen zu euch kommen. Und was nutzet dann zur Ausübung des edeln Liebsgesetzes euer von keiner rechtmäßigen Obrigkeit gutgeheißene Orden; indem man ausser diesem alle Menschen ohne Einschränkung lieben kann, und zu lieben schuldig ist? hat man auch ohnehin nicht allzeit Arme, denen man Guts thun mag, bey sich? So sehet ihr dann selbst, daß eure Liebstugend, welche ihr nur gegen einige und vielleicht verdienstlose Mitbrüder ausübet, zu mangelhaft sey, die unzähligen Laster, worin ihr theils verdächtig, theils schuldig seyd, zu bedecken.

Es hat euch dahero nicht nur eures Eides wegen Pabst Klemens XII durch den Kirchenbann als Religionsfeinde von dem sittlichen Körper der Kirche abgesönderet; sondern Pabst Benedikt XIV jener den protestantischen Mächten so gar liebwürdigste Kirchenhirt ließ nicht minder eben dieses geistliche Richtschwerd wider euch blitzen; weilen ihr nach rechtmäßigen Fragen eure Heimlichkeit nicht offenbaren wolltet. Man mag nun so vermessentlich, als man immer will, diese Drohungen verachten, so haben sie dennoch vor sich, daß sie von wahren Statthaltern Jesu Christi herkommen. Sie haben vor sich, daß diesen der Sohn Gottes selbst Matth. 18. das beeidigte Zeugniß beylege, und spreche: Wahrlich sage ich euch, alles, was ihr auf Erden binden werdet, das wird auch im Himmel gebunden seyn. Sie haben endlich vor sich jene göttliche Versicherung vv. 17. daß ein jeder, so die Kirche nicht höret, wie ein Heid und Publikan gehalten werden soll. Und wer hat bishiehin solche Vorzüge umzustoßen vermöget, wiewohl man sich öfters mit gewaltthätiger Macht, welche kein Recht verbricht, denselben widersetzet hat?


V.

Es folgt also von selbsten aus diesen vier nachdrücklichen Sätzen, daß man einhellig zur Ausrottung der Freymäurerey beytragen soll.

Ach ! erkennten doch zu diesem Ende alle Weltmonarchen, wie diese boshafte Zunft von den Fürsten der höllischen Finsternisse zum geistlichen Untergange ihrer Unterhanen gestiftet sey, und noch täglich von ihnen so sorgfaltig fortgepflanzet werde, daß sie ihre Abgründe vermittelst derselben mehr und mehr anfüllen. Ach! erkennten doch auch die Regenten der Erde das zeitliche Verderben so vieler adlichen Häuser, deren Herrn, so bald sie Freymäurer geworden sind, in ihrem Christenthume zu erkalten, ihre Religion nur äusserlich zu beobachten, göttliche und natürliche Gesetze zu übertreten, sich mit den schändlichsten Lastern zu besudeln, und endlich von Gott gänzlich abzuweichen anfiengen. So folglich aber wich auch von ihnen der göttliche Seegen ab.

Man fand sonsten in vielen Familien Deutschlandes eine verwirrte Ehe, große Schulden, und einen Herrn eines bösen Lebens, welcher das ganze Hauswesen zu Grunde richtete, und die ansehnlichsten Ehrentitel seiner Ahnen verdunkelte. Man folgerte aus diesem, er müsse ein Freymaurer seyn, und man fand es auch in unzähligen Umständen, daß es in der That wahr war. Eben dieses wird ein jeder erfahren, wer es nachforschet. Wenigstens wird man sich selten betrogen finden.

Erkennten nun alle Landesherrn dergleichen Folgen der bösen Freymäurerey so wohl wie andere, welche ich schon erkläret hab, so würden sie sich bald genöthigt sehen, dieselbige mit Gewalt zu vertilgen und auszurotten. Sie würden, sage ich, die Kapitalien der von diesen Herrn ausgelehnten Gelder, welche sie in ihren nächtlichen Zusammenkünften verschwenden, zu wichtigern Nothwendigkeiten ihrer Staaten nach ihrem Gutdünken verwenden, und den Zustand derselben in kurzer Zeit beglückter finden.

Was ich dennoch bey diesen hohen Häuptern zu erhalten zu schwach bin, das mag leichtlich die verborgene Allmacht des allerhöchsten Gebiethers, in dessen Händen alle Gränzen des Erdkreises sind, und welcher die Unternehmungen der Kaiser und Könige unterstützet, ihnen einrathen, und so wohl durch sich, wie durch sie vollständig machen.

Bestreitet darum doch auch mit mir, ihr Priester und Lehrer der göttlichen Kirche durch Schriften und Reden das heimtückische Kriegesheer der Freymäurer, welche wie das alte Rom eine große Religion zu haben vermeynen, da sie keine Falschheit verschmähen. Ergreifet mit mir die Waffen, und machet zu Schanden diejenigen, welche das Sündengift mit frecher Kühnheit in öffentlichem Drucke ausgießen, damit also ein weiteres Aergerniß verhütet werde. Helfet ohne Furcht der Ketten und Bande wie apostolische Männer die Rückkehre so vieler ausser, und in dem Schafstalle Jesu Christi herumirrenden Seelen befördern. Und warum trachtet man anstatt dessen vielmehr die rechtmäßigen Gesetze der uralten Zeiten, und die heilsamste Ordnung, welche heiligste Vorfahren eingeführet haben, nach den irrigen febronianischen Gründen zu stören und abzuschaffen?

Was mag man auch in der heiligen Kirche wohl früchten [!], wo man sich damit beschäftiget, wie man seine eigenen Brüder, welche sich als unermüdete Mitarbeiter im Weinberge des Herrn, als treue Lehrer und Bewahrer der evangelischen Gebothe, als eifrige Fortpflanzer der klösterlichen Heiligkeit in einer langen Reihe von vielen Jahrhunderten bewiesen haben, und sich als solche in ihren Satzungen und Sitten zu beweisen nicht ablassen, kleiner oder erdichteten Mängel wegen zu verfolgen, und durch ungerechte Gewaltthätigkeit zu kränken sich beeiferet? Es sind ja diese die einheimischen Kriege, welche ein Reich in sich selbsten zu zertheilen und zu zerstören pflegen.

Zu euch endlich, ihr Herrn Freymäurer selbst, und zwar sonderlich zu euch, die ihr mit mir in dem Schooße der katholischen Kirche erzogen seyd, und wohnet, wende ich meine inständigsten Bittseufzer. Ach! sönderet euch doch um eures eigenen Seelenheiles willen, ohne ein menschliches Ansehen zu achten, von eurem schädlichsten Bande ab, und reißet euch davon, ohne einen zeitlichen Schaden zu fürchten, mit Gewalt los. Ach! leget eure Hände, so viel möglich, so gar mit an zur Zerstörung euerer nichtswerthen Gesellschaft. Die Furcht, von Seiten eures Eidschwures, wie ihr gehört habt, dörfet ihr ablegen; denn er ist ungültig, und hat keine Kraft.

Ihr sehet, auch, daß wider den höchsten Herrn kein Rath sey. So rein spinnet man nichts auf Erden, welches mit der Zeit nicht entdecket wird. Sollte auch schon ein listiger Betrug den Menschen unbewust bleiben, so ist er dennoch den göttlichen Augen offenbar. Aus dem wenigen so gar, was ich allhier schreibe, ist eure närrische und Gott misfällige Verschwiegenheit vor der Welt verschimpfet. Auch diese erkennet nun das Mehreste, was euch ein tiefes Geheimniß war; und sie kann dasselbige nicht anders als dumm, verdächtig und boshaft halten.

Sind also schon bishiehin einige aus euch unsträflicher Weise, Freymäurer gewesen, ohne zu glauben, daß in diesem Stande was Sündhaftes verborgen sey; so stellet ihnen diese meine Abbildung ein so helles Licht vor Augen, daß ihre Unwissenheit nicht langer unsträflich bleibe, sondern vor Gott sündhaft werde.

Ey ! so verlasset dann doch eure Freymäurerzunft, gehet aus von ihr, und haltet euch gänzlich davon abgesönderet; denn, ich wiederhole es nochmals: Sie ist unvernünftig. Ihr selbst wisset es ja nicht, unter welchen Brüdern ihr wohnet, und welchen Stand ihr angenommen habt. Sich also fest verbinden ist seinem Untergange entgegen gehen, und in diesen sich blindlings hineinstürzen.

Sie ist verdächtig. Man darf sie ohne Sünde für böß halten, wenn man schon kein Uebel von ihr wüste; weilen sie sich vermöge ihrer Einsetzung nur allein mit nächtlichen Werken beschäftiget. Die Finsternisse und eine geschworne Verschwiegenheit hat sie mit allen Bösewichten gemein. Wenn sie nicht gottlos wäre, so liebte sie auch zur Nachfolge der Arbeitsleute des salomonischen Tempels das Tageslicht.

Sie ist dem Staate zuwider. Die heimlichen Unruhen, welche sie anstiftet und schützet, verhindern die Landesherrn in ihrer ruhigen Regierung. Sie hasset und vertilget die Gerechtigkeit. Dückische Betrüge, welche verschwendischen Menschen eigen sind, werden von ihr angepflanzet und vertheidiget.

Sie widerstrebt der wahren Religion. Der göttliche Name so gar wird von ihr unzuläßiger Weise mißbrauchet, da sie denselbigen, um ihre dunkeln Händeln, welche kein Oberer erlaubet, zu verdecken anrufet. Die Gesetze Gottes werden von ihr auf unterschiedliche Art verachtet und zernichtet. Sie hat lasterhaftesten Leuten den Weg zu ihrem Verderben gebahnet. Sie schützet Gottesläugner und in ihrem Glauben irregehende Menschen.


Was mag ich zur Bekehrung des auch hartnäckigsten Freymaurers mehr sagen? Und kann man wohl ein stärkeres Zeugniß dazu beybringen, als welches sie in ihrem eigenen Buche selbst geben, und womit auch alles, was man bishiehin von ihren Händeln ausgekundschaftet hat, übereinstimmet? Indessen zweifele ich nicht, es werden viele aus euch, meine Herrn, nun bald euer unzuläßiges Blendewerk gänzlich entdecken, und ihre Sündenübel, wozu ihr ihnen Anlaß gabet, oder welche sie unter euch aus eigener Boßheit verübten, vermittelst einer vollständigen Buße zu vertilgen trachten, damit sie nach diesem kurzen Leben den ewigen Strafen zu entgehen sich versichern.

Und ach! wäre doch dieser ein allgemeiner Entschluß von euch allen, die ihr alle, um den Himmel zu erlangen, diese Erde bewohnet. Fürwahr werdet ihr bey dem herannahenden Tode, dessen Gewißheit auch kein Freygeist unter allen wahrhaften Dingen, von welchen er nichts hören will, ablaugnen kann, kein Unglück so sehr bedauren, als daß es euer geringstes Geschäft gewesen sey, euch ewige Güter zu erwerben. Und was wird euch in der Stunde des Todes härter fallen, als daß ihr anstatt dessen unter den Herrn Freymäurer wider alle Vernunft halb oder ganz freygläubig zu denken, zu reden, zu leben angefangen habt, und von Gott durch Übertretung seiner Gesetze gänzlich abgewichen seyd?

Unterwerfet euch dahero itzo, da ihr noch Zeit habt, vielmehr mit tiefester Demuth dem süssen Joche Jesu Christi in seiner heiligen Kirche. Glaubet einhellig, daß dieser eingebohrne Sohn des Allerhöchsten, um uns von ewigen Banden zu retten unsre Natur angenommen, und auf das herrlichste beadelt habe. Glaubet, daß er durch ein in seinem ganzen Leben anhaltendes Kreuz in seine Herrlichkeit eingangen sey. Glaubet, daß uns als Sünder deswegen sein heiliges Evangelium wie den reichen Prasser billigst verdamme, wenn ein stetes Wohlleben, und irdischer Himmel der einzige Gegenstand unsrer Wünsche ist: wenn wir unsre Leiber durch die Enthaltung von verbothenen Ergötzlichkeiten nicht kreuzigen: wenn wir nicht so wohl das Gute ausüben, als das Böse meiden.

Ja diese sind die Mittel, deren man sich bedienen muß, wenn uns die Himmelskrone nach diesem Leben zu Theile werden soll/ welche Person wir immer auf der Schaubühne dieses sterblichen Lebens vertreten.

Damit nun auch, ihr Herrn Freymäurer, euch derselben in der That zu bedienen nicht ermangeln möget, so entschließet euch, anstatt die fruchtlosen Reden eures Großmeisters in den Logen anzuhören, inskünftig eure Ohren in den Gotteshäusern dem anzügigen Magnetsteine der göttlichen Stimme zuzunäheren. Bereuet und beichtet öfters und mit bitterstem Leidwesen eure Sünden. Labet eure durstige Seele mit einer frömmesten Andacht in dem sacramentalischen Liebesbrunne des heiligen Abendmahles. Theilet weiters jenes Geld, so ihr ohne leiblichen Vortheil, und ohne alle Seelenfrucht in eurern Zusammenkünften zu verschwenden pfleget, unter die armen Brüder Jesu Christi, welche sich täglich vor euern Augen zeigen. Bedienet euch endlich aller nöthigen und nützlichen Mittel, so in der unter dem Schutze des höchsten Herrn zwar oft verfolgten, doch immer siegenden Versammlung der katholischen Kirche häufig vorhanden sind. Durch die stete Ausübung derselben, wenn ihr sie schon mit einiger mäßigen Wohlluste unterbrechet, möget ihr leicht einlösen jene kostbareste Zeit, welche ihr zum öftern mit nächtlichen, verdächtigen und ärgerlichen Scheinfreuden entheiliget habt; und auf diese Art werden ihr den König Himmels und der Erde in allen leiblichen Nöthen dieser Zeiten als einen fühlbaren Tröster, und als einen überaus großen Belohner ind [!] den ewigen Freuden des künftigen Lebens anschauen.

ENDE.

A. Z. H. E.G.

und

U. G. D. H. R. K.


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