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Traktat: Absalom-Logengeschichte 4

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Absalom-Logengeschichte von H.-P. Meißner

Traktat: Absalom-Logengeschichte 4

Von H.-P. Meißner

4. Excursion: Die Geschichte der Loge Absalom ab Herbst 1743 in ihrem Umfeld

Zur Geschichte unserer ehrenwerten Loge selbst gehören auch ihre engagierten Bemühungen, die aufkeimende Saat FM zu fördern.
In Hamburg arbeiteten zu der Zeit 2 Logen, ABSALOM / 1737, St. GEORG / 1743 sowie die engl. Provinzialloge von Hamburg und Niedersachsen / 1740, unter ihrem GM. Luttmann.
Das Wirken der Hamburger Brr., begünstigt durch die Aufnahme des preuß. Kronprinzen Friedrich in unseren Bund, 1738 in Braunschweig, und dessen 1740 unter Schutz Stellung der FM in seinem Einflussbereich als preuß. König, erlaubte es, das FM-Gedankengut und praktiziertes Ritual in den nachfolgenden Logenstiftungen zu placieren. Gab es in der Zeit, abgesehen von den ALTEN PFLICHTEN v. 17. Januar 1723 doch noch keine von der engl. Großloge autorisierte und erforderlichen Ritualanweisungen.
Alle Kenntnis wurde derzeit mündlich überliefert; mit allen daraus ableitbaren Unzulänglichkeiten / Fehlinterpretationen.

Der Provinzial-GM Luttmann mit seinem Beamtenrat (ABSALOM Brr.) achteten u.a. darauf, dass in den hinzukommenden Logen im Geltungsbereich der Provinzialloge, ihrer Obödienz, die Regularität und die Ritualabläufe nach ABSALOM-Brauch sichergestellt wurden. Galt es doch in vielfältiger Weise zu bedenken, dass sich in deutschen Landen Brr. mit den unterschiedlichsten FM- Werdegängen in den neuen Logen wiederfanden. Sie waren sowohl von englischen als auch französischen Logen aufgenommen worden; von unterschiedlichsten Logengebaren geprägt. In Verbindung mit den geistigen Möglichkeiten und Realisierungen der Aufklärung, die Basis, der sich nur wenige Jahre später entfaltenden Irrungen und Wirrungen der FM in Deutschland. Ein Thema, zu dem später noch einiges mitzuteilen sein wird.

Aus der ABSALOM Bruderschaft der ersten Stunde heraus haben viele Brr. in den Jahren danach prägenden Einfluss auf die FM-Entwicklung gehabt.
Der erste ABSALOM MvSt. und spätere AStM. v. Oberg führte als MvSt. die Hofloge des Kronprinzen Friedrich in Rheinsberg, der ABSALOM Br. Phil. Simon als MvSt. die kurz danach vom König angeordnete bürgerliche Loge „aux trois Globes“, zu den drei WK, in Charlottenburg.
Um seiner Verantwortung bewusst, ließ er sich aus Hamburg von ABSALOM den Katechismus und alle verfügbaren Unterlagen zur Führung einer der Regularität entsprechender Loge zukommen.

Unser Gründungsinitiator Charles Sarry, inzwischen auch angenommener Br. dieser Loge hat mit Brrn. Beamten seiner Loge in Meiningen, auf Wunsch des in Berlin aufgenommenen Herzogs C.F. v. Sachsen-Meiningen, im September 1741 dort die Loge „aux trois Boussoles“ ,zu den drei Kompassen, gestiftet. Die erste Tochterloge von 3 WK. Er selbst war 1742 MvSt. in der Charlottenburger Loge. Mehrmals als MvSt. wieder gewählt wurde ebenso der in Berlin angenommene ABSALOM Br. J.F. Bielfeld! Selbiger konnte aus seinen Hamburger Kenntnissen heraus 1742/43 in Berlin durchsetzen, dass das Logengeschehen, die Arbeiten, umschichtig in französischer wie in deutscher Sprache erfolgt.
Er war es auch, der inzwischen zum Legationsrat ( Rat im auswärtigen Dienst ) ernannte, der 1741, nach einem Besuch der Großloge von London und Westminster, von dort die Erklärung mitbrachte: „dass man den königlichen Br. von Preußen und seine Logen ehren wolle und er als natürlicher Großmeister in seinen Staaten selbst Logen zu errichten, berechtigt sei“.

In der Zeit zwischen 1737/38 und 1743 bildeten sich im Wesentlichen drei FM-Entwicklungszentren heraus:

  • Hamburg - mit den zwei Logen ABSALOM (1737 Matr.Nr. 1) und St. GEORG (1743 Matr. Nr. 12 )
    sowie der engl. Provinzialloge von Hamburg und Niedersachsen (1740 );
  • Berlin - mit der Rheinsberger Hofloge „la premiere“,(1738 Matr. Nr. 2) und der bürgerlichen Loge „aux trois Globes“,
    Zu den drei Weltkugeln (9. Nov. 1740 Matr. Nr. )
  • Dresden - mit der Loge „aux trois Aigles blancs“, zu den drei weißen Adlern“ ( 1738 Matr. Nr. 3 )Initiator war der Marschall Graf v. Rutowski, späterer GM der Großloge von Sachsen ). Dass diese Loge später ihren Namen in „zu den drei Schwertern“ im Zusammenhang mit der Vereinigung einer 2. Dresdner Loge änderte, soll an dieser Stelle nicht weiter erläutert werden.

Bayreuth könnte man noch nennen. Denn der junge König v. Preußen, Friedrich II., hatte 1740 seinen Schwager, den Markgrafen von Brandenburg- Bayreuth, Friedrich, in den Freimaurerbund aufgenommen und zum M. erhoben. Er residierte mit der Schwester des Königs, Wilhelmine, in Bayreuth. Dort etablierte er am 21. Jan. 1741 eine Schloß-Loge, die später in eine bürgerliche umgewandelt wurde und in der Stadt unter dem Namen „Zur Sonne“ mit der Matr. Nr. 6 ihre Arbeit aufnahm. Die Loge kann als Schwesterloge, nicht Tochterloge, von 3 WK gesehen werden. Aus ihr erwuchs am 24. Jan. 1811 die Großloge „zur Sonne", die ihre Gültigkeit / Funktion erst 1829 erhielt. Heute kennen wir diese Loge unter dem Namen „Eleusis zur Verschwiegenheit“.

Man reibt sich verwundert die Augen, wo überall ABSALOM Brr. der ersten Stunde geholfen haben, die Hamburger Initialzündung zur FM weiterzureichen. In Berlin hatte der inzwischen vom König geadelte Br. Bielfeld den ebenfalls nach Berlin berufenen ABSALOM Mitgründer, Br. Peter Stüven, nach der Erhebung des Markgrafen Friedrich, diesem vorgestellt.

P. Stüvens natürliche Art, seinem juristisch und literarischem Vermögen, dem Wissen, dass er auch Br. ist, wer weiß, der Markgraf fand Gefallen an diesem Mitstreiter und engagierte ihn auf der Stelle nach Bayreuth. Zuvor hat Friedrich II., sich Br. Stüvens Belange der Juris prudenz und seiner literarischen Fähigkeiten bewusst, hatte er doch u.a. französische Dramen von Voltaire etc. ins Deutsche übersetzt, ebenfalls geadelt und zum Baron erhoben. (Freiherr oder Baron, der Titel ist identisch. )
Baron P. v. Stüven richtete für den Markgrafen Friedrich die Logenräumlichkeiten im Schloß ein und arbeitete nach der Stiftung der Schloß-Loge als 1. Aufseher.

Auch in Hamburg selbst war man nicht untätig geblieben. GM M.A. Lüttmann, zusammen mit seinen Großbeamten ( allesamt ABSALOM Brr.), bemühte sich, Struktur in das Logenleben und die Abläufe bei Gründungsanträgen / Stiftungen neuer Logen zu bringen.
Nach den erfolgreichen Stiftungen in Braunschweig, Kopenhagen, und Hannover, hier wurde die Loge „Friedrich zum weißen Pferde“, 21. Jan. 1746, Matr. Nr. 19, vom ABSALOM Br. v. Königstreu als 1. MvSt. geleitet, fanden Lichteinbringungen in Celle (21. Juli 1748, Loge „Augusta“, in London nicht eingetragen ?), Oldenburg 1752, Schwerin 1754 ( 15. Mai, Loge St. Michaelis, Matr. Nr. 230 ), Hildesheim 1762 etc. statt.

Welche richtungweisende Bedeutung die Loge ABSALOM und der GM Luttmann hatten, ist an den dokumentierten Unterlagen des stattgefunden habenden Schriftverkehrs zwischen Hamburg, Berlin, Bayreuth und vielen anderen inzwischen in Deutschen Landen erfolgten Logengründungen zu ermessen. In der Zeit stand „zu den drei Weltkugeln“, Berlin, mit ABSALOM und der Provinzial-Loge in lebhaftem Briefwechsel aufgrund unterschiedlichter Fragestellungen.

Da die Berliner inzwischen 6 Tochterlogen gestiftet hatten, erklärten sie sich am 12. Jan. 1747 zur „Großen Königlichen Mutterloge zu den drei Weltkugeln“ ( später Große Nationale Mutterloge zu den drei Weltkugeln ).
Liest und versteht man die Zusammenhänge, das Verhalten, die Entwicklung in Verbindung mit dem ausschlaggebenden Personenkreis, wird deutlich, dass die Loge „aux trois Globes“ sich damals als Tochterloge unserer guten Loge ABSALOM verstand.

Der meine nicht vollständigen Informationen lesende, nachsichtige Br. möge mir verzeihen, sollte der Bogen zu weit gefasst worden sein. Für das Verständnis um die Bedeutung unserer guten Loge ABSALOM erschien es mir wichtig, anzuzeigen, mit welcher inneren Überzeugung und äußerlichem Durchsetzungsvermögen unsere Altvorderen zu Werke gingen.
Dem sollte man sich anschließen.

H.-P. Meißner

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