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Traktat: Die Essener

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Inhaltsverzeichnis

Die Essener

von Andreas GRUSS

Wer waren die Essener und was wollten sie?

Über die Essener erfahren wir hauptsächlich etwas aus vier Quellen. Die ersten drei sind Flavius Josephus, ein jüdischer Geschichtsschreiber, ein Pharisäer, der aber wohl auch für drei Jahre Essener war. Philo Alexandrinus, ein jüdischer Religionsphilosoph, der mehrfach erwähnte, daß die mehr als 4000 Essener als die besten aller Juden gelten, als die wahrhaft Frommen. Bei dem Geschichtsschreiber Plinius dem Älteren werden auch die Essener am Toten Meer genannt. Die vierte Quelle war uns bis Ende der vierziger Jahre des 20. Jahrhunderts verborgen und wurde erst durch die Entdeckung der Schriftrollen von Qumran bekannt. Ein Teil dieser Schriften waren aber älter als die Gründung von Qumran.

Aus diesen Quellen kann man entnehmen, daß neben den ca. 6000 Pharisäern, den einigen Hundert Sadduzäern und Zeloten es noch eine weitere religiöse Kraft gab, die Essener. Während die Pharisäer eine Erleichterung der Befolgung der Toragesetze forderten, wurden sie von den Essenern , die die Tora enger auslegten, als „Schmeichelsucher“ beschimpft. Diese „Tora-Frömmigkeit“ stellte die Grundlehre der Essener dar. Die Essener wollten die mosaischen Gesetze, die den Söhnen des Zadok offenbart wurden, erfüllen, wozu auch das Tieropfer gehört. 1QSV, 7-13: Umzukehren zur Tora des Moses gemäß allem, was er befohlen.

Zu dem inneren Ring der Essener hatten nur Männer Zutritt. Wohl waren aber die meisten Männer verheiratet, was anhand der weiblichen Skelette in den Gräbern zu ersehen war. Die Essener betrachteten sich nicht als Erneuerer sondern als Bewahrer des Althergebrachten. Sie wollten nach der Herrschaft Belials einen Staat der Juden errichten und einen Bund mit Gott eingehen. Ihr Ziel war die Verwirklichung des Gottesstaates, der mit der Ankunft des Messias (=der Gesalbte; griechisch= christos) vollendet werde.

Da das religiöse Oberhaupt immer vom Stamme Levi sein mußte, also ein Nachfahre des Zadok und der königliche Regent als Nachfahre Davids aus dem Stamme Juda kommen mußte, gab es immer zwei „Gesalbte“. So erwarteten die Essener auch zwei Messiasse, einen priesterlichen und einen königlichen, die ihnen von Gott gesandt werden sollten, um die letzten Tage vor dem jüngsten Gericht einzuleiten. Man datierte diese Endzeit erst fälschlicherweise auf 70 v.Chr. und revidierte dies nach den Daniel Exegesen dann auf 70 n.Chr. Hier stellt sich die Frage, ob Jesus und Johannes der Täufer oder Jakobus diese Messiasse überhaupt sein konnten.

Laut Johann Maier kann man die Qumrangemeinde nicht unbedingt mit den Essenern gleichsetzen, denn diese wurden als Pazifisten dargestellt, während sich die Qumrangemeinde mit einer ausgesprochenen militanten Mentalität zeigten. (Maier III. S.51) Die Qumrangemeinde war wohl nur ein Teil der Essener. Es kann sein, daß die einzelnen „Gemeinden“ unterschiedliche Auffassungen vertraten, teils radikal, teils liberal. Wahrscheinlich diente Qumran zuerst der Herstellung von Schriftrollen. Neuere wissenschaftliche Untersuchungen wollen belegen, dass Qumran, damals in einem fruchtbaren Landstrich gelegen, nichts weiter als eine Handelszentrale gewesen sei. Die als Schreibzimmer geglaubten Zellen seinen Geschäftsräume gewesen, wo Rechnungen und Warenbestandslisten über Balsam, Datteln und andere Produkte der Region geführt wurden .

Es sieht so aus, als sei die Jachad (Jahad= Einheit/Einigkeit)-Gemeinschaft von Qumran anfangs als Zentrum einer Gruppierung gebildet worden, die aber im Laufe der Zeit einer Radikalisierung des Denkens unterlag. Diese gipfelte darin, daß man von ganz Israel die bedingungslose Umkehr zu dieser Lebensform der Gemeinde forderte. Man unterschied kompromißlos zwischen sich, den Lichtsöhnen und den anderen, den Finsternissöhnen.

1QSIII,13-IV,26 : In der Hand eines Lichtfürsten (liegt) die Herrschaft aller Gerechtigkeitssöhne, auf Lichtwegen wandeln sie - und in der Hand eines Finsternisengels (liegt) alle Herrschaft der Unrechtssöhne und auf Finsterniswegen wandeln sie.

So bildet die Gemeindeordnung einen Entwurf für das Israel der Endzeit, die der Jachad-Gemeinde gleicht. Um diesen Staat der Juden zu erreichen, hielten sie einen bewaffneten Konflikt für denkbar, wenn es keine andere Möglichkeit geben sollte.

Im Kriegsrecht 11Q19Kol.LXII (I.S.423) steht: Du schlägst ihre ganze männliche Einwohnerschaft mit der Schärfe des Schwertes. Nur die Frauen, die Kinder und das Vieh und alles, was sich in der Stadt befindet, all ihr plünderbares Gut, sollst du als Beute nehmen, für dich, und du sollst deine Feindesbeute genießen. .... Jedoch aus den Städten der Völkerschaften, die ich dir als Erbbesitz gebe, darfst du nicht am Leben lassen irgendeine Seele, ...

Schöne Frauen dürfen nach Kriegen verschleppt werden, dürfen sieben Jahre aber keine reinen Dinge berühren. Für den Endkampf braucht man Geld. So wird in der Kupferrolle, die in Aramäisch verfaßt wurde, ein genauer Lageplan von versteckten Schätzen wiedergegeben. (I.S.288)

Einzelne Abteilungen mit einem Lehrmeister als Vorstand umfassen mindestens zehn Männer. Im Rat der Einung (Jachad) sind zwölf Männer und drei Priester, vollkommen in allem Offenbaren von der ganzen Tora, um Wahrheit zu üben, Gerechtigkeit und Recht und liebevolle Verbundenheit ( Jesus und die 12 Apostel ). So eine Abteilung sah sich als Kriegseinheit, die auf Gottes Zeichen zum letzten Krieg gegen die Völker und die Gottlosen unter den Juden wartet.

Die Gemeinschaft stellte man sich als Tempel vor, eine Gemeinschaft von Männern. Gott wohnt nicht in Gebäuden, die von Menschenhand gebaut wurden, sondern in ihnen, den Menschen. Sie sind die Bausteine des Tempels Gottes.

Die Gemeinschaft lebt nach Wahrheit, Gerechtigkeit und Rechtschaffenheit, in Demut, Mildtätigkeit, Gerechtigkeit, Herzensgüte und Bescheidenheit. Keiner darf halsstarrig sein. Jeder muß alle Kinder des Lichts lieben und alle Kinder der Dunkelheit hassen.

Qumran

Zeittafel

312 v.Chr. Juden nach Ägypten
Viele Juden zogen wegen der Großzügigkeit des Ptolemäus nach Ägypten, zur Zeit des Hohepriesters Onias. Nach dem Tode Alexanders des Großen 323 v.Chr. zerfiel sein Reich in die Diadochenreiche, wobei Ägypten unter die Herrschaft der Ptolomäer kam.

300 v. Chr. Gründung des Essenerordens
An den Ufern des Mariutsees, nahe der Nilmündung südlich von Alexandria wurde dieser Orden gegründet.


172 v.Chr. Antiochos IV. und Menelaos
Die Seleukiden herrschten über Jerusalem, ihr Herrscher war Antiochos IV. Der Hohepriester Onias III. wurde von einem einfachen Priester aus der Familie Bilga ermordet um sich unrechtmäßig des Amtes eines Hohepriesters zu verschaffen. Er nahm den Namen Menelaos an und erlaubte 169 v.Chr. dem Antiochos IV. den Tempel von Jerusalem zu plündern.

168 v. Chr. Menelaos
Menelaos bewirkte die Religionsgesetzgebung, den toragemäßen Opferkult, die Beschneidung der Knaben und die Einhaltung des Sabbats unter Todesstrafe. Der bisherige Kult des jüdischen Gottes im Jerusalem er Tempel wurde abgeschafft und durch den Zeuskult ersetzt. Menelaos wurde durch die Seleukiden tatkräftig unterstützt. Die frommen Juden verließen scharenweise das Land. Es bildeten sich Organisationen wie die Chasidim, was die „Frommen“ heißt.

162 v. Chr. Tod des Menelaos
Sein Nachfolger Alkimos ließ eine 60 Mann starke Delegation der Chasidim umbringen. Alkimos starb 159 v. Chr.

152 v. Chr. Jonatan
Der Frevelpriester Jonatan, ein Makkabäer, wurde durch widerrechtliche Aneignung Hohepriester und zugleich militärischer Herrscher. Jonatan hatte seinen Vorgänger, den „Lehrer der Gerechtigkeit“ vertrieben. Dieser fand in Syrien Unterschlupf. Von dort aus gründete er die essenische Union ca. 150 v.Chr. Er starb 110 v. Chr.

100 v. Chr. Gründung von Qumran
Zur Zeit Königs Alexander Jannaj wurde die Anlage von Khirbet Qumran am toten Meer gegründet. Der Gründer von Qumran soll der „Lehrer der Gerechtigkeit“ gewesen sein. Wenn dies zuträfe, wäre Qumran schon 50 Jahre vorher gegründet worden, was auch die älteren Schriften erklären würde.

68 n.Chr. Auflösung von Qumran
Vermutliche Auflösung von Qumran März/April 68 n.Chr. nachdem die X. Römische Legion Jericho eingenommen hatte und dort ein festes Lager einrichtete. Von dort zum Toten Meer war es nicht weit und eine Erzählung von Vespasian, der im Toten Meer sehen wollte, ob darin Nichtschwimmer an der Wasseroberfläche blieben, läßt darauf schließen, daß die Römer an den Siedlungen der Essener vorbeikamen. So versteckte man in aller Eile die wichtigen Schriftrollen.

73 - 74 n. Chr. Masada
Die Festung Masada wurde von den Römern erobert, wo sich die letzten Widerstandskämpfer zurückgezogen hatten. Sie lehnten jedes Friedensangebot der Römer ab, lieber starben sie, als in Unfreiheit zu leben und ihren Glaubensregeln entsagen zu müssen. Diese Einstellung erinnert mich sehr an die letzten Katharer auf Montsegur 1244 n.Chr.

Wie versucht die Qumran-Gemeinde ihr Ziel zu erreichen?

Ein großes Ziel erfordert besondere Maßnahmen. Die Essener haben nichts dem Zufall überlassen. Zumal sie der Überzeugung waren, alles sei eine Reaktion auf eine Aktion. Diese „actio“ muß so gerichtet sein, daß sie die gewünschte „reactio“ provoziert. Wer so denkt, handelt zielgerichtet, nüchtern und logisch. Sie mußten sich eines Systems bedienen, das lückenlos zum Erfolg führt. Wichtige Notwendigkeiten kann man nicht dem Zufall überlassen.
So diente der Beischlaf nur zur Zeugung und der Zeugungspunkt wurde genau an dem Fruchtbarkeitshöhepunkt der Frau festgelegt. In erster Linie sollten männliche Nachkommen gezeugt werden. Die Frauen der Essener mußten ab dem 12. Lebensjahr Jahr für Jahr ein Kind gebären, was die Frauen oft nicht älter als 25 Jahre alt werden ließ. Die Männer wurden hingegen oft über 60 Jahre, durften aber nicht wieder heiraten. In Qumran war die Lebenserwartung der Männer durch die harten Lebensbedingungen weit niedriger und überstieg ein Alter von 30 Jahren kaum.

Dieses Prinzip der Auslese und Arterhaltung wurde in den Elitekreisen noch verfeinert. Erinnern wir uns doch daran, daß dies schon von Salomo vorgemacht wurde, der 700 Haupt- und 300 Nebenfrauen gehabt haben soll.
Als die auserwählten Mädchen dreimal die Menstruation hinter sich hatten, wurden sie von einem der Priester begattet, auf das sie schwanger wurden.
Als Schwangere wurden sie in gute Verhältnisse verheiratet, oft waren dies ältere Männer. Wenn sie das Kind ausgetragen hatten mußten sie es mit dem 7. Lebensjahr in die Gemeinde Qumran bringen und der dortigen Obhut überlassen, wo es nach den strengen Regeln des Mönchsorden erzogen wurde. Sie hatten klar erkannt, wie Kinder im zarten Alter noch bildungsfähig sind. In diesem Alter werden die Weichen gestellt. So war es wohl auch mit Maria, die mit dem viel älteren Joseph verheiratet wurde und den Knaben Jesus dem Orden überließ (Albert Schweitzer, Bd.1.S.191).

Hier wird auch verständlich, warum man seit der frühen Jugend bis ca.27 nach unserer Zeitrechnung nichts über Jesus weiß. So erwarteten die klugen Jungfrauen den Bräutigam, also den Priester. Es wurde als eine Ehre aber auch als ein Muß angesehen, so für eine Auslese an hochkarätigen Nachkommen in der reinen Männerwirtschaft der Essener zu sorgen. Diese Praktiken werden von mehreren Seiten berichtet ( so auch von Flavius Josephus ) und auch in anderen Religionsgemeinschaften ausgeübt. Berichte gibt es darüber auch von einem angeblichen Zirkel, der sich Rex Deus nennt und behauptet zu den Nachfahren Jesus zu gehören. Zu diesem Kreis sollen auch die Habsburger gehören. ???? (Bei den Habsburgern sollte ursprünglich ein in aramäisch verfaßtes Evangelium der Essener vorgelegen haben, was dann aber verschwunden ist?? siehe 2.)

Aussagen von Jesus

So sind folgende Aussagen von Jesus vielleicht in einem anderen Licht zu sehen:

Sie sprachen zu ihm so: Komm, laß uns heute beten und fasten! Es sprach Jesus so: „ Was ist denn die Sünde, die ich tat, oder worin besiegt man mich? Nein, wenn der Bräutigam kommt, kommt auch das Brautgemach, dann mögen sie fasten und beten.

So erscheint der Begriff Bräutigam in einem ganz anderen Licht, das Brautgemach wird zu einem zeremoniellen Tempel, wo es zu einer „göttlichen“ Vereinigung kommt. Dennoch sieht Jesus dies als Sünde an, ebenso wie die Essener, die den Geschlechtsakt auch als Sünde ansahen. (Siehe auch die Katharer) Geschlechtsverkehr wurde nur zur Arterhaltung geduldet. Das heißt, ein Mönch hatte in seinem Leben vielleicht gerade 20-mal einen Geschlechtsverkehr. Nach der geschlechtlichen Vereinigung galt er für eine gewisse Zeit als unrein.

Es sprach Jesus so: Seht, einer der sät, ging hinaus, füllte seine Hand und warf. Einiges fiel auf den Weg, und Vögel kamen und pickten es auf. Anderes fiel auf den Fels und trieb keine Wurzeln in die Erde hinab und trieb auch keine Ähren in die Höhe. Anderes fiel auf Dornen. Die erstickten den Samen, und der Wurm fraß es. Und anderes fiel auf guten Boden und brachte gute Frucht hervor: Es brachte sechzigfach und hundertzwanzigfach!

Auch dieser Spruch, den Samen dort hinzustreuen, wo der Boden fruchtbar ist, erfährt hierdurch eine andere Bedeutung. Die Essener zogen sich die Jungfrauen selbst heran, so konnten sie sich sicher sein, daß der Nachwuchs in ihrem Sinne gedeihen würde. Eine perfekte Selektion. Vermutlich wurde den Eltern von solchen jungen Mädchen versprochen, diese dafür in gute Familien einzuheiraten. So war die Zukunft der Mädchen gesichert.

Da dies im Namen GOTTES geschah und ein ehrenvolles Opfer darstellte, durfte es an Aspirantinnen wohl nicht fehlen. So zogen die Essener eine absolute Elite heran. Diese Elite wurde nicht nur moralisch-ethisch sondern auch militärisch ausgebildet.

Die strenge Erziehung war aber nicht von dem niederen Ziel angetrieben, Macht auszuüben und materielle Güter anzuhäufen, wie es in anderen elitären Schulen gelehrt wird. Ganz im Gegenteil, hier sollten die Schüler Standhaftigkeit und Enthaltsamkeit üben, um für einen Staat Gottes, eines gütigen Gottes, gerüstet zu sein. Materielle Güter waren verpönt, ebenso wie ausschweifendes Leben. Alles gehörte ihnen gemeinsam - siehe die Templer und Katharer. So pflegten sie auch gemeinsame Eßrituale in riesigen Speisesälen. Für die Essener war die Liebe zu ihren Nächsten das Wichtigste. Als ihre 12 Haupttugenden galten: Nächstenliebe, Barmherzigkeit, Weisheit, Gerechtigkeit, Wahrheitsliebe, Demut, Mäßigkeit, Treue, Rechtschaffenheit, Selbstbeherrschung, Toleranz und Gleichmut. Jedoch tun sich hier Widersprüche auf, wenn man den Strafkatalog der Qumran-Essener betrachtet.

Wenn ihr nicht unbedarft werdet wie kleine Kinder, kommt ihr nicht in die Herrschaft der Himmel.

Die Essener waren sich klar darüber, daß man kleine Kinder noch lenken und erziehen kann. Sie sind noch offen und nicht verzogen wie ältere. Die frühe Erziehung ist das Fundament für das ganze Leben. Es bedarf einer zu großen Mühe, ältere Menschen zu bekehren oder sagen wir besser, so umzuformen wie man es für richtig hält. Dies bringt aber auch nur dann Erfolg, wenn sie von klein auf gelernt haben, sich zu ändern und neue Erkenntnisse in ihr Bewußtsein und Handlungsschema einzubauen. Kinder suchen ohne Vorurteil nach Antworten und nach einem Weg. Wird einem Kind dies ansprechend erklärt, verankern sich diese Gedanken tief in seinem Unterbewußtsein und es ist äußerst schwierig, es wieder umzuerziehen. Voraussetzung für diese tiefe Verwurzelung ist, daß es sich mit den Lehren und deren Notwendigkeiten identifiziert und sie für unabdingbar erachtet und zwar auf der Basis einer ethisch-moralischen Anschauung und Lebensweise. In den Kindern liegt unsere Zukunft.

Wenn wir dies erkennen und danach handeln, haben wir gewonnen. Die Essener haben dies erkannt. Und sie haben noch eins oben drauf gesetzt, indem sie durch eine Zuchtauslese Novizen und Novizinnen ausgewählt und herangezogen haben. In diesem Fall aber zum Wohle der Menschheit, mit dem edlen Anspruch, ein Reich Gottes zu schaffen. So konnten sie mit einem weit aus größerem Potential missionarisch tätig werden, als andere Gemeinschaften. Macht es die katholische Kirche nicht ebenso? Schon in den ersten Volksschulklassen werden die Kinder katholisch geformt und gezwungen. Dann als Ministranten weiterverpflichtet, bis sie nicht mehr sie selbst sind und jegliche Objektivität verlieren. Die katholische Kirche drückt ihnen ein Dogma als Joch auf, das verbietet tolerant zu sein. Bei den Essenern war dies völlig anders, wenn auch diese Formen des Umgangs und des Zusammenlebens forderten, so wurden sie doch immer zur Selbsterkenntnis und zu den Zwölf Haupttugenden hingeführt.

Wie wird man Vollmitglied bei den Essenern?

So hatten die Essener zwei Schulen, für Jungs und für Mädchen. Die gottgeweihten Knaben (Nazoräer, aus dem Hebräischen nazor = Gott weihen) waren fünf Sommer alt, wenn sie von der Mutter an der Klosterpforte abgegeben wurden. In unerbittlicher Disziplin wurden die Nazoräer gedrillt. Sprechen durften sie nur, wenn sie dazu aufgefordert wurden. Auch das Sitzen wurde ihnen verboten, so standen sie bei Tisch, zum Lernen, zum Gebet. Geringste Verstöße wurden mit Schlägen und Essensentzug geahndet. Auch wurden sie an Waffen ausgebildet und zu Elitesoldaten erzogen. Die Gemeinde ist also eine straff organisierte und disziplinierte Eliteeinheit. Nach diesem elitären Gesichtspunkt wird selektiert.
Für den Novizen erfolgte ein zweijähriges Aufnahmeverfahren, das zur vollen Mitgliedschaft führte. Die Novizen mußten 42 Stufen der esoterischen Leiter erklimmen (analog der 42 Bücher des Thot, die alles Wissen beinhalten)
Nach Ablauf des ersten Jahres wurde der Novize nach seiner spirituellen Eignung beurteilt. Danach befragt ihn die Gesamtheit aller Mitglieder über Einzelheiten seines Verständnisses und über die Werke des Gesetzes. Seine Habe wird eingegliedert und der Verfügungsgewalt des Aufsehers unterstellt.

Erst nach einem zweiten Jahr der Prüfung wird der Novize zum vollen Mitglied. Jeder Bruder erhielt zu Beginn seiner Lehre ein einfaches Gewand, einen Schurz und eine Hacke. Letztere beide galten als Symbol der Reinheit (der Name Essener kommt aus dem Aramäischen und bedeutet „rein“). Der Neophyt gelobte vom Tage der Initiation an, deren Vorbereitung in einer dunklen Kammer beim Schein einer Kerze erfolgte, Gerechtigkeit walten zu lassen und keine Vorurteile zu hegen.

Diese Initiation stellte den Weg durch Geburt und Tod dar, eine Wanderung durch die Elemente Feuer, Wasser, Luft und Erde. Bei dieser Reise war er entkleidet, nackt und schutzbedürftig und erst am Ende dieser Reise wurde er vom Licht vieler Kerzen geblendet. Man bekleidete ihn mit dem Gewand der Therapeuten und von diesem Augenblick war er einer von ihnen und vom Waffendienst befreit. Strenge Askese und harte Exerzitien warteten auf jeden Essener, der die 42 Stufen der esoterischen Leiter bis hin zur Vereinigung mit Gott erklimmen wollte. Die Therapeuten trugen ein weißes Gewand und eine rote Schärpe. Durch harte Disziplin gelang es den „Therapeuten“ des dritten Grades Äther- und Astralleib mit Hilfe des ICH völlig unter ihre Herrschaft zu bringen, was ihnen ermöglichte, die hellseherische Stufe des „bewußten Träumens“ zu erreichen.

Gemeindeordnung von Qumran

(stichpunktartige Aufzählung, eine Auswahl)

In der Gemeindeordnung stand, daß sie nur Männer von ( gutem ) Ruf aufnehmen. Kein tatteriger Greis, kein Krüppel, kein Blinder oder der taub oder stumm ist, darf in die Gemeinschaft der Männer von gutem Ruf eintreten.

JQ28aKol.I: erst als 20 Jähriger, wenn er Bescheid weiß von Gut und Böse, darf er sich mit einer Frau einlassen. Als 25 Jähriger verrichtet er Dienst in der Gemeinde, als 30 Jähriger Teilnahme an Prozessen, Befehlshaber von Hundertschaften. Ein Unbefähigter darf keinen Posten einnehmen, sich hinstellen im Krieg, um Völker zu unterwerfen.

JQ28aKol.II: Wer Gebrechen hat, gelähmt oder blind ist, darf sich nicht in der Gemeinde halten, er darf nicht mal erscheinen, wenn er dem heiligen Rat etwas zu sagen hat.

Allgemeine Gesetze in Qumran

  1. Keiner, der über 60 Jahre alt ist, soll das Amt des Richters des Volkes innehaben.
  2. Keiner darf arbeiten am siebenten Tag, dem Sabbat (4Q216Kol.VII; II.S.176); keiner sollte einem Tier am Sabbat beim Gebären helfen; und wenn es am Sabbat in einen Brunnen fällt oder in eine Grube, darf er es am Sabbat nicht herausziehen.
  3. Keinem lebenden Menschen, der in ein Gewässer fällt oder in eine Zisterne, soll herausgeholfen werden mit einer Leiter, einem Seil oder einem anderen Hilfsmittel,sondern nur an einem Kleidungsstück.
  4. Mit seinem Bruder darf man nicht im Zorn und mit Murren sprechen
  5. Keiner soll die Worte seines Gefährten unterbrechen und reden. Nur derjenige der gefragt wurde, soll sprechen, wenn er an die Reihe kommt. Wer einen niedrigeren Rang hat, muß beim Reden aufstehen.
  6. Bestrafungen bei:
    - Lügen,
    - wer einen Gefährten der Sünde beschuldigt, dies aber nicht beweisen kann,
    - jeder, der seinen Gefährten während einer Sitzung unterbricht,
    - wer in einer Versammlung ausspuckt,
    - wer Klatsch verbreitet,
    - wer nach außen hin tratscht wird verbannt.
  7. 4Q270 Fragment 9 Kolumne15; ein Mann darf nicht schwören  siehe Math. 5;33-36; Jesus sagte:“ ... ich aber sage euch: schwört überhaupt nicht,....!“
  8. Kolumne 9: Jeder Mensch, der einen anderen Menschen aufgrund einer religiösen Verpflichtung tötet, soll durch die Gesetze der Nichtjuden zu Tode gebracht werden.
  9. Derjenige der eine Jungfrau vergewaltigt wird zusammen mit ihr, weil sie nicht geschrieen hat, gesteinigt. Geschieht die Vergewaltigung außerhalb der Sichtweite einer Stadt wird nur der Mann getötet.
  10. Volksverräter werden gehängt.
  11. Wer sein eigenes Volk verflucht, soll gehängt werden
  12. Falsche Propheten, die sich erdreisten in Gottes Namen zu verkünden, was ihnen nicht geboten wurde, müssen getötet werden.
  13. Wer gegen einen Priester im Zorn redet, wird 1 Jahr von der Vollmitgliedschaft abgesondert (1QS Kol.VII 3 )
  14. Wer einen nächsten ohne Gerichtsbeschluß laut rügt, wird 1 Jahr abgesondert
  15. Wer sich niederlegt und schläft in der Sitzung der Vollmitglieder wird 30 Tage abgesondert.
  16. Wer vor seinem Nächsten nackt herumgeht und nicht schwer krank war, wird für 6 Monate bestraft.
  17. Wer die Hand herauszieht aus seinem Gewand, so daß es flattert und seine Blöße sichtbar wird, wird für 30 Tage bestraft.
  18. Und wer lacht, um in Torheit seine Stimme erschallen zu lassen, wird bestraft 30 Tage.
  19. Und der Mann, der seinen Nächsten verleumdet, den sondert man ein Jahr von der Reinheit der Vollmitglieder ab und er wird bestraft.
  20. Und der Mann, der gegen die Grundlage der Einung (Jached) murrt, den schicke man weg und er kehre nie wieder, und murrt er gegen seinen Nächsten unberechtigter Weise, so wird er sechs Monate bestraft.

Familienrecht

11Q19 Kol. LXIV: (I.S.425) Aufsässige und störrische Söhne werden gesteinigt bis sie sterben. So tilgst du das Böse aus deiner Mitte, und alle Israeliten sollen es hören und sich fürchten.

Fleischessen

Tempelrolle: Du darfst Fleisch essen soviel wie du willst, nur darfst du von dem Blut nicht essen. Hier werden auch Tieropfer erwähnt, Kolumne 53 1QGenAp Kol. XI: (17) keinerlei Blut dürft ihr essen. Niemals darf gebracht werden Fleisch aus nichtjüdischem Besitz (hängt mit dem Schächten zusammen)

Im Kommentar zum Gesetz des Moses 4Q251 steht im Fragment 7 welche Tiere man nicht essen darf.

Kolumne 48: Ihr dürft essen: die Wanderheuschrecke, die Grille, den Grashüpfer, Und Fisch darf nicht gegessen werden, wenn er nicht im lebendigen Zustand aufgeschlitzt wird, damit man das Blut herausströmen lassen kann. Alle Arten von Heuschrecken müssen lebendig in Feuer oder Wasser gelegt werden, weil dies sich für ihre Art ziemt. Zum Vergleich sagte Salomo: „Das Schlachtopfer der Frevler ist dem Herrn ein Gräuel, das Gebet der Gerechten aber gilt als eine wohlgefällige Opfergabe!“

Opfer

Tieropfer 4Q271 Fragment1 Kolumne 2. Kein Lamm zum Opfer.Unreine Tiere dürfen nicht geopfert werden. 4Q251 Fragment 9

1. Juli ist ein Gedenktag, hier soll ein Jungstier, einen Widder, ein männliches Lamm und einer Ziege geopfert werden.

Tempelrolle: S. 429(I): ... sollen sie darbringen für JHWH als Brandopfer Nieren und Fett, 12Widder, 7 Schafe.... 4Q365Frg.25(1) (II): JHWH fordert von Moses Brandopfer

Was verbindet Jesus mit den Essenern?

Wenn es auch nicht nachweisbar ist, daß Jesus ein Essener war, so ist es jedoch sehr wahrscheinlich, dass er zumindest engen Kontakt mit ihnen hatte. Auch wenn diese Verbindung vielleicht auch nur durch Johannes den Täufer herrührte. Denn wenn er nicht zu den Pharisäern und Sadduzäern gehörte, kann er eigentlich nur zur dritten großen religiösen Kraft, den Essenern, gehört haben, oder zumindest von ihnen stark beeinflußt worden sein. Seine Heilkunst ist typisch essenischer Prägung, ebenso wie die Gebote zur Liebe, die Anerkennung der mosaischen Gesetze. Die Heilkunst wurde aber nur den Therapeuten offenkundig, also dem inneren Kreis der Eingeweihten und galt als Geheimnis, ein Geheimnis, welches niemals Außenstehenden preisgegeben wurde. Wäre Jesus also ein Nichtessener, hätte er nie diese Geheimnisse in Erfahrung bringen können. Jesus ist der Heiland, der Heiler, ein Therapeut. Wer außer den Essenern sonst beherrschte diese außergewöhnliche Heilkunst?

Jesus genoß mit Sicherheit eine essenische Erziehung, distanzierte sich aber von einigen Gesetzen und Ansichten, wie z.B. vom Darbringen von Tieropfern, von der Todesstrafe, vom Fleischessen und von der Unverzeihlichkeit gegenüber Sündern.

Er sah in diesen Gemeindeordnungen und Gesetzen nicht die Inspiration durch einen liebenden Gott und verkündete daher seine abgewandelte eigene Lehre. Wenn man bereit ist, an Ideen und an sich selbst zu feilen und zu glätten, entsteht eine immer verbesserte Version. So diente Jesus die Anschauung der Essener als Fundament, auf dem er seine Burg baute.

Eine Burg, die durch ihre Einfachheit erstrahlte. Klar und deutlich zeigte er den Weg und die Botschaft. Der einzige Hinderungsgrund ist und war der Egoismus der Menschen. Da die Essener die Schriftrollen in Qumran versteckt hatten, ist anzunehmen, daß sie dem Gebot von Jesus folgten, all seine Worte aufzuschreiben und diese gut zu verwahren. So ist es auch denkbar, daß aus diesem Grund Essener Mönche, sowie auch Jakobus der Bruder von Jesus und Thomas, sein Zwillingsbruder die Schriften in Länder brachten, die nicht unter der römischen Herrschaft litten. Das Evangelium des vollkommenen Lebens, das angeblich in einem tibetanischen Kloster gefunden wurde, könnte auf diese Weise dorthin gelangt sein. So mancher glaubt unter anderem deswegen, daß Jesus in Indien gelebt hatte. Da beide als Messias galten, Jesus, sowie Jacobus ist wahrscheinlicher, daß letzterer auf seiner Reise nach Persien das wahre Evangelium mitnahm und dies so in ein tibetanisches Kloster gelangte.

1QSV, 1-7: Keiner gehe dahin in der Verstocktheit seines Herzens, um seinem Herz nachzuirren, seinen Augen und den Gedanken seines Wesens. Vielmehr zu beschneiden in der Einung Wesensvorhaut und Halsstarrigkeit. - Worte, die wir auch von Jesus kennen.

Welche Rituale haben sich bis zu den Freimaurern erhalten?

Die Defence of masonry erklärte 1738 die Essener zu den Gesellschaften von Eingeweihten, die ihre Lehre und Riten streng geheimgehalten hätten. „Sie waren“, heißt es dort, „unter den Juden eine Art Pythagoreer, und ihre Bräuche hatten viel mit denen der Maurer gemein...“ Wenn sie in ihren Versammlungen erschienen, legten sie die rechte Hand zwischen Kinn und Brust und ließen dabei die linke Hand am Körper herabhängen. (De vita contemplative von Philon und Flavius Josephus in seinen Jüdischen Altertümern)
Jakin war ein Priester am Ende des 10. Monats im 2. Jahr (II. S.302)
In der Priesterklassenliste war Jakin die Nr. 21 (S:278 II.)
Die Essener betrachteten sich nicht als Erneuerer sondern als Bewahrer des Althergebrachten.

Man höre, auch wir sind Bewahrer der alten Symbole. Die Initiationsfeier ist mit ihren Riten in der Freimaurerei erhalten geblieben. Der Essener- Orden war der Vorläufer späterer christlicher Orden, wie die der Templer.

Literatur

  • Albert Schweizer; "Geschichte der Leben- Jesu- Forschung"
  • Flavius Josephus; "Die Jüdischen Altertümer", "Der Jüdische Krieg"
  • Hartmut Stegemann; "Die Essener", "Qumran", "Johannes der Täufer und Jesus"
  • Johann Maier; "Die Qumran - Essener", "Die Texte vom Toten Meer Band I-III"
  • Wise, Abegg u. Cook; "Die Schriftrollen von Qumran"
  • Knight u. Lomas; "Der zweite Messias"

Siehe auch


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