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Traktat: Freimaurerei als Sündenbock

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Freimaurerei als Sündenbock

von Br. Andreas GRUSS

Immer wieder muss man feststellen, dass sich unter dem Mäntelchen der Freimaurerei Personen einschleichen, die mit den ethisch-humanitären Idealen der Freimaurerei nur sehr wenig im Sinn haben. Es ist doch schick sich das Mäntelchen der Moral umzuhängen, um darunter unverfroren und unentdeckt weiterhin sein Unwesen treiben zu können oder zumindest um sich darunter zu verstecken.

Erst jüngst wurden auf Sizilien derartige Vorwürfe laut, bei der acht Italiener einer geheimen Freimaurerloge verhaftet wurden. Ihnen wird vorgeworfen, wichtige Prozesse gegen die Cosa Nostra gebremst zu haben. Ähnliche Vorwürfe gegen die sizilianische Freimaurerei wurden in den vergangenen Jahren bekannt. Der letzte große Skandal, der der italienischen Freimaurerei angelastet wurde, war wohl die irreguläre Loge „P2“, der auch der amtierende Ministerpräsident Silvio Berlusconi angehörte. Eine von der Freimaurerei nicht genehmigte Loge, bei der es anscheinend nur um die Erreichung der Macht im Staate ging.
Man muss dazu wissen, dass jeder eine Loge gründen kann, denn der Begriff Loge ist nicht geschützt. Zu gerne wird hier die Freimaurerei missbraucht und gleichzeitig in Misskredit gebracht. Ist die Freimaurerei doch ein glühender Verfechter der Menschenrechte und –Würde und somit ein bekennender Gegner von jeglichem Totalitarismus, jeglichem Dogmatismus, sowie jedweder Intoleranz und damit ein nicht zu unterschätzender Bekämpfer mafiöser sowie korrupter Machtspiele.

Deswegen wurden Freimaurer unter Adolf Hitler und Benito Mussolini verfolgt und inhaftiert. Noch heute steht im Irak die Todesstrafe auf Mitgliedschaft in der Freimaurerei, in Syrien Gefängnis. Was liegt also näher als genau diese humanitäre Gruppe durch Unterwanderung in ein schlechtes Licht zu rücken.

Man fragt sich auch welche tatsächlichen Ideologien so mancher Buchautor mit seinen Antifreimaurerschriften verfolgt. Gerade sie sind es, die meines Erachtens durch ihre Bücher totalitären und korrupten Machtstrukturen Vorschub leisten indem sie humanitäre Gegenströmungen zu verhindern suchen.
Die Tendenz zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen, nämlich in der Freimaurerei unterzutauchen oder im Namen der Freimaurerei zu agieren ohne ihr regulär anzugehören und diese dadurch in Verruf zu bringen, scheint in Italien ein größeres Problem darzustellen.

Aber auch in anderen Ländern ist die Freimaurerei davor nicht gefeit. Hierzu dürfen ernsthafte und überzeugte Freimaurer nicht schweigen, in der Hoffnung, dass keiner davon erfährt. Kein Wunder wenn dies allerlei Spekulationen Nahrung bietet.

Gründe für derartige unerwünschte Infiltrierungen liegen wohl unter anderem in der Gutgläubigkeit der Freimaurer, denn wer gutgläubig ist, wird oft belogen und ausgenutzt, wer sich tolerant zeigt, übersieht leicht Fehler anderer und wer Herzensbildung lebt, glaubt nicht als Erstes an schlechte Absichten eines an der Freimaurerei Interessierten. Allerdings ist es mehr als schade, wenn die Idee, ja die Vision der Freimaurerei mit ihrem Appell nach Vernunft, Gerechtigkeit, Freiheit und Liebe durch solche Intrigen beeinträchtigt wird.

Um so erfrischender erscheint mir die offene Kritik von Humanisten und Freimaurern in Frankreich gegen die Äußerung von Nicolas Sarkozy kurz vor Weihnachten, dass bei der Weitergabe von Werten Pfarrer und Pastoren nicht durch Lehrer ersetzt werden könnten. Folgte man dieser Empfehlung wäre dies in der Tat ein Rückschritt ins Mittelalter, das vom religiösen Dogmatismus geprägt war. Offene Worte seitens der Freimaurer sind gefragt und dringend nötig, damit die Öffentlichkeit erfährt, welche humanitären Werte gerade nicht religiös geprägte Organisationen propagieren.

Um ethisch-sittliche Werte zu vertreten, zu lehren und zu leben bedarf es keines Geistlichen, sondern eines Humanisten, wobei dem nichts im Wege steht, dass ein Geistlicher auch ein Humanist sein kann, sofern jener seinen Dogmatismus und seine Intoleranz ablegt.

Heißt es nicht in Lehrschriften der Freimaurer „Steh auf gegen das Unrecht wo immer es sich zeigt“? Aber dazu gehört auch die öffentliche Bekenntnis zu ethisch-moralischen Werten und keine Geheimniskrämerei. Die Freimaurerei braucht sich wegen ihrer ethischen Gesinnung nicht zu schämen, denn gerade dieses Versteckspiel schürt die Gerüchteküche und schafft Raum für den Umtrieb unlauterer Personen. Vor allem die Freimaurer des Schottischen Ritus sind dazu angehalten ihre humanitäre Einstellung nach außen zu tragen und dafür einzustehen.

Weltweit wachsendes Unrecht, rücksichtslose Brutalität und ausschweifende Kriminalität fordern uns dazu heraus – mehr denn je. Nur gemeinsam sind wir stark und können für eine humanitärere Gesellschaft streiten.

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