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Traktat: Freimaurerhasser

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Traktat: Freimaurerhasser

Es gibt sie, seit es die Freimaurerei gibt. Sie spekulieren, vermuten, unterstellen und erfinden. Sie schreiben Aufsätze, publizieren Heftchen und verfassen Bücher. Wenn sich damit ein Geschäft machen lässt, finden sie sogar einen Verlag. Wenn sich damit Politik machen lässt, auch bisweilen Hassprediger, denen ein schwammiges Feindbild brauchbar erscheint.

Ihre Motive sind vielfältig. Wie ein Kleinkind, dem man den Zugang zur gemeinsamen Sandkiste verwehrte, beginnen sie irgendwann einmal, den anderen Kindern die Eimerchen umzutreten. Nicht alle sind bösartig, einige leiden lediglich unter einem übersteigerten Sendungsbewusstsein, andere hören nächtens Stimmen.

Dann suchen sie Gleichgesinnte, oft in der abgedrehten Alu-Hütchenträger-Sphäre, denen für Alienbesuche und Chemtrails noch klassische Verursacher fehlen. Dann setzen sie voraus, dass kosmopolitische Konzepte per se auch den Kern globaler Schuldigkeit in sich bergen und bemühen reichsbürgerliche Metaphern wie Weltfreimaurerei oder Weltjudentum.

Dieses Füllhorn erhielt durch das vital und unkontrollierbar wachsende Internet eine umgekehrte Funktion. Schöpfte man zunächst aus dem abstrusen Fundus phantasiebegabter Ideenschmiede, so begann man nun, das Füllhorn selbst zu füttern. Ein bekannter Schwurbelsänger aus Mannheim darf nun in Interviews unwiderlegt behaupten, in Freimaurerlogen würden satanische Kinderopfer stattfinden, um Hormone für eine bekannte Hautsalbe ähnlichen Labels zu gewinnen, ein Berliner Rapper macht flugs ein Liedchen draus. Unmittelbar nach einem Militärputsch werden die Freimaurer als die Verursacher "entlarvt", aber klammheimlich wieder in die journalistische Versenkung befördert, nachdem darstellbarere Verursacher sich ebenfalls als Freimaurerhasser herausstellen.

Freimaurer waren immer der Punchingball im Trainingslager selbsternannter Welterklärer. Bequem, bösartig und phantasiereich waren sie zu attackieren, wehrlos und wehrunwillig. Ihr eigenes Filtersystem schloss böse Menschen nach dem Aschenputtel-Konzept aus: Die Guten ins Töpfchen, die Schlechten ins Kröpfchen. Nur selten wurde dieses Konzept unterlaufen und die kaschierte Bösartigkeit offenbarte sich erst nach längerer Zugehörigkeit. Diese wenigen Lindenblätter im freimaurerischen Drachenblut dienten fortan als plakative Aushängeschilder. Man tut also auch weiterhin gut daran, sich sehr wählerisch anzuschauen, wen man an die Familientafel bittet.

Wer die demagogischen Hetzschriften ehemaliger nationalsozialistischer Schmuddelverlage vermisst, kann seine Reichspropaganda-Bibliothek heute beim Kopp-Verlag oder zahlreichen Faksimile-Verlagen lückenlos auffrischen. Als kostenlose Downloads bedient sogar Google-Books den Bildungshunger von lesekundigen AFD und Pegida-Anhängern. Und die so bestens informierten Hobby-Demagogen werden ihrerseits ungebremst aktiv. Sie erstellen holprige YouTube-Kompilationen, ereifern sich in eigenen epischen Blogs und kommentieren hasserfüllt und nur rudimentär gebildet in allen vorstellbaren sozialen Netzwerken munter drauflos.

Es geht längst nicht mehr darum, Freimaurern absurde Vorwürfe faktisch zu "beweisen". Man setzt flächendeckend voraus, dass genau hier die Ursache nahezu allen Übels zu suchen und zu finden sei.

Während sich der Versuch, soziale Netzwerke von professionellen Hatern und notorischen Grenzüberschreitern ethischer und moralischer No-Go-Areas zu befreien, bei Facebook, Twitter und anderen noch in kneifenden Kinderschuhen befindet, stellen sich die Kommentare des Bundesministers für Justiz Heiko Maas dar wie der verzweifelte Versuch, auf einer Glatze Locken zu drehen.

So stellt sich denn die Frage, ob man diesem Konspirations-Tsunami in den neuen Medien etwas Anderes entgegensetzen könnte, als dieses 300 Jahre alte Konzept geduldigen Ertragens? Wird nicht gerade hierdurch die Vorstellung befeuert, die aktuelle Freimaurerei sei ein beliebig zerknüllbarer Papiertiger? Mehr als einmal wurde die geduldige Elite zum Spielball herumbolzender Horden.

Die juristische Relevanz erkennbarer Konzepte wäre ein Kardinalpunkt. Solange dubiose Autoren die Strickleiter überprüfbarer Argumente ungestraft ins Postfaktische hochziehen dürfen und ihre Verleger nicht zur Verantwortung gezogen werden, solange wird sich dieses Konzept kontinuierlich ausdehnen. Solange "Die Freimaurerei" kein juristisch schützbarer Begriff ist, bleiben den genannten Stoßtruppen ungehindert alle Angriffsoptionen, sowie alle Rückzugswege, weit geöffnet. Erst, wenn einzelne Logen oder namentlich genannte Freimaurer angegriffen oder verleumdet werden, greift das bestehende Rechtssystem. Diese Kenntnisse über diese Stolpersteine gehören aber längst zum grundsätzlichen Instrumentarium im schmutzigen Verleumdungs-Geschäft aller Freimaurerhasser.

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