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Traktat: Humanitäre Hilfe sind die „Säulen in der Loge“

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Inhaltsverzeichnis

Humanitäre Hilfe sind die „Säulen in der Loge“

JL „Zur Bruderliebe an der Nordsee“ zu Husum
von Br. Hans-Werner Hellberg

Humanitäre Hilfe sind die „Säulen in der Loge“, diese Worte gab uns Bruder Arno Belasus während einer Feier ihm zu Ehren am 06. Januar 2012 im Logenhaus der JL „Zur Bruderliebe an der Nordsee“ zu Husum mit auf den Weg.

Vorausgegangen war eine Auszeichnung mit der „Verdienstmedaille zum Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland“ in der Staatskanzlei zu Kiel am 08. Dezember 2011. Diese längst überfällige Auszeichnung erhielt er für seine lebenslange Tätigkeit, sich bedürftigen Menschen zuzuwenden. Die Gründung der „St. Johannis Bruderhilfe zur Selbsthilfe für Menschen in Not“ deren Gründer und Motor er ist, steht seit Bestehen des Vereins vor ca. 10 Jahren unter der „Hoheit der GLLdFvD.“ Seitdem ist Hilfe im großen Stil möglich geworden. Hilfsgüter aller Art von -zig Millionen Euro sind dabei in osteuropäische Länder geflossen, wie Polen, Russland und dem Baltikum, in die Türkei und Bundesländer der ehemaligen DDR, wie Mecklenburg-Vorpommern (siehe auch Bericht in der ZK 11/2011). Dabei ist Bruder Arno Belasus ein immer freundlicher, stets hilfsbereiter und bescheidener Mensch geblieben. Zur Seite steht ihm stets seine liebe Ehefrau Ute, unsere liebe Schwester.

Am 06. Januar 2012, nach der ersten TA I im neuen Jahr, hatte unser Bruder Arno zu einem Brudermahl eingeladen. Zahlreiche Brüder aus Nah und Fern, die ihm in den vergangenen Jahren besonders nah standen, folgten der Einladung. Besonders freute sich Bruder Arno über den Besuch unseres Landesgroßmeisters, Bruder Achim Strassner, der trotz seiner vielen Verpflichtungen Bruder Arno seinen persönlichen Dank und den Dank der GLLdFvD übermittelte, außerdem Br. Nils Dahlgaard, Pronzialmeister von Schleswig-Holstein.

So hatte sich dann der in Eigenleistung neu renovierte große Festsaal im Logenhaus mit 56 Brüdern gefüllt. Nach dem Hauptgericht Hirschbraten, Rotkohl, gestowte Bohnen, Kartoffeln und Soße gab es als Nachspeise eine Mousse und die im Norden traditionelle Rote Grütze. Erst weit nach Mitternacht trennte man sich, nicht ohne Bruder Arno und Schwester Ute für das köstliche Brudermahl zu danken und beiden alles Gute für das neue Jahr zu wünschen.

Als Heimatvertriebener aus Ostpreußen lernte Bruder Arno Belasus schon als kleines Kind mit seinen Geschwistern und seiner Mutter unaussprechliche Not und Elend unter den Menschen kennen. Über verworrene und gefährliche Wege traf die Mutter allein mit ihren Kindern in Schleswig-Holstein in einem Flüchtlingslager ein. Diese Zeit wurde für Bruder Arno Belasus besonders einprägsam. Ebenso die wenigen Worte seines Großvaters kurz vor seinem Tode, die er seinem Enkelsohn als Vermächtnis mit auf den Weg gab:

„Achte auf Deine Gedanken, denn sie werden Deine Worte.
Achte auf Deine Worte, denn sie werden Deine Taten.
Achte auf Deine Taten, denn sie werden Deine Gewohnheiten.
Achte auf Deine Gewohnheiten, denn sie werden Dein Charakter.
Achte auf Deinen Charakter, denn er wird Dein Schicksal“.

Laudatio für Br. Arno Belasus

am 06. Januar 2012

Lieber Bruder Arno,

Du bist nun seit über 20 Jahren Freimaurer und schon genau solange Mitglied unserer Husumer Johannisloge „Zur Bruderliebe an der Nordsee“.
Aufgrund Deiner Arbeit mit dem von Dir gegründeten Verein „Bruderhilfe zur Selbsthilfe“ unter der Schirmherrschaft der Großen Landesloge der Freimaurer von Deutschland hast Du im letzten Jahr, am 08. Dezember 2011, in der Staatskanzlei zu Kiel, die erste Stufe des Bundesverdienstkreuzes erhalten, die Verdienstmedaille zum Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland. Kein Mensch wurde jemals dafür geehrt, dass er etwas empfing. Ehre ist immer die Belohnung für das, was man anderen gibt.

Deine großen Verdienste und Dich, den Menschen und Bruder Arno Belasus zu beschreiben, würde hier den zeitlichen Rahmen sprengen. Daher möchte ich mich kurz fassen.

„Der Test unserer Zivilisation ist die Art, wie sie für ihre hilflosen und schwachen Mitglieder sorgt“.

Der Verein „Bruderhilfe zur Selbsthilfe“, dessen Vorsitzender Du seit der Gründung vor über 10 Jahren bist, leistet seit vielen Jahren mit seinen ehrenamtlichen Mitarbeitern, darunter sehr vielen Freimaurerbrüdern - eine besondere Arbeit von sehr großem Wert für die Gesellschaft und das Gemeinwohl in Deutschland und darüber hinaus, besonders im Baltikum und im sonstigen Ost-Europa.

Mit Dir, lieber Bruder Arno wurden natürlich auch Deine Mitstreiter und Helfer geehrt, besonders auch Brüder aus vielen anderen Logen in Schleswig-Holstein. Viele dieser Brüder auch aus Dänemark sind heute hier, um Dich innerhalb der Freimaurerei zu Ehren, Dir ihren Respekt zu erweisen und auch Ihre Zuneigung zu zeigen.

Ich möchte nicht im Einzelnen auf die Leistungen der „Bruderhilfe“ eingehen, das kannst Du viel besser als ich.
So ein Ehrenamt, ein freiwilliges Engagement, ist eine Chance für jeden einzelnen sich einzumischen und mitzugestalten. Freiwilliges Engagement ist nicht nur Hilfe für andere, sondern bedeutet auch persönliche Weiterentwicklung.
Wir alle wurden in die Welt gesetzt, um unseren eigenen Weg zu finden. Eigentlich möchte jeder Mensch die Welt verbessern und jeder könnte es auch, wenn er nur bei sich selber anfangen wollte. Bruder Arno, Du bist bei Dir selbst angefangen, mit dem freimaurerischen Ansatz: „Ändere Deinen Sinn!“ Du besitzt die großartige Fähigkeit, andere Menschen zu überzeugen und mitzuziehen, genau das zu tun, was Du ihnen vorlebst.

Arno, Du steckst voll innerer Kraft, die jeder spürt, der mit Dir zu tun hat. Diese Kraft kommt nicht von der körperlichen Fähigkeit, sie entspringt Deinem unbeugsamen und starken Willen Hilfe zu leisten.
Arno, Du bist getrieben von einer Idee, gleichzeitig beseelt von einem Ideal, dem der Christlichen Freimaurerei. Wer sich - wie Du - entschieden hat, etwas Bestimmtes zu tun, und stets positiv daran denkt, überwindet sämtliche Hindernisse.

Lieber Bruder Arno, seit vielen Jahren kennen wir Dich. Wir hier im Tempel sind uns alle ganz sicher: Du hast die große Ehre, die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes für Deine langjährige Tätigkeit, ganz einfach verdient.

Wir sind sehr glücklich und dankbar - und auch sehr stolz darauf - Dich bei uns, uns Freimaurern, in unserem Bruderkreis, als Mitbruder zu haben.

Br. Hauke Thiesen (LM)

Dankesrede von Br. Arno Belasus

Meine lieben Brüder,

ich danke Euch, dass Ihr alle zu meiner Ehrung gekommen seid, aus Nah und Fern. Meinen besonderen Dank gilt unserem Landesgroßmeister, Bruder Achim Strassner und unseren Brüdern aus Dänemark.

Ich danke Euch für die mir entgegengebrachten Glückwünsche zu meiner Ordensverleihung. Dabei muss ich an meine Aufnahme vor 20 Jahren denken. Ich habe damals sehr gute Paten gehabt, die mich behutsam in das Logenleben einführten. Leider schwebte damals über den Logen ein noch dunkler Schirm der Vergangenheit.
Das eigentliche Logenleben fand nur innerhalb der Logen statt, es drang wenig nach außen in die profane Welt. Unser Bruder Horst Hüllemann sagte damals zu mir: „Du bist nicht das Fernsehen, du machst das Programm“.

Wenn ich an meine Loge „Zur Bruderliebe an der Nordsee“ denke, wir waren 4 Brüder, die im Jahr 1991 aufgenommen wurden. Jeder von uns hatte eine Funktion in der Öffentlichkeit, aber es wurde nicht über die Loge gesprochen oder nur sehr wenig. Wir hatten kreative Gedanken und Ideen, die wir in den Jahren langsam umgesetzt haben, jeder für sich und ohne den inneren Logenfrieden zu stören. Wir neuen Brüder wollten keine Rückkehr in die alte Welt. Ob Nachbar oder Chef, meine Kollegen konnten gern wissen, dass ich Freimaurer bin. Endlich war die Zeit gekommen, das Dunkle abzuschütteln, frei zu sein und den Platz zu finden in einer offenen Gesellschaft. Keine Rückkehr in die alte Welt, in der Brüder Angst hatten zu sagen, wir sind begeisterte Freimaurer. Wir lassen uns nicht verbiegen, dagegen wollten wir etwas unternehmen, wir wollen glücklich sein, glücklich mit unseren Familien.

Wer glücklich sein will, meine lieben Brüder, der muss sich verändern können. So sind auch wir Freimaurer in der Lage, uns zu verändern, uns zu öffnen, hin zur profanen Welt.

Dann habe ich vor über 10 Jahren mit Brüder Freimaurern unter der Schirmherrschaft der großen Landesloge die Hilfsorganisation „St. Johannis Bruderhilfe zur Selbsthilfe e.V.“ gegründet. Wir hatten schon zuvor gute Verbindungen zu Spendennehmern und Spendengebern und können uns seitdem als eine freimaurerische Organisation darstellen. Wir konnten bisher vielen tausend Menschen helfen, deren Leben zu erleichtern, ihnen mit den vielen Spenden Mut zu machen. Wir werden auch in Zukunft in gleicher Form Hilfe leisten können, wo Bedürftigkeit sich zeigt. Mit Eurer Hilfe werden wir mit der Bruderhilfe weiterhin in der Lage sein, auch zukünftig in gleicher Weise zu helfen, wo Lebenshilfe erforderlich sein wird, dazu sind wir und werden wir in der Lage sein.

Die Auszeichnung, die ich vor kurzem erhalten habe, sehe ich auch als eine Auszeichnung für die Beteiligung meiner helfenden Brüder.
Meine lieben Brüder der Provinzial Loge Schleswig-Holstein, ihr alle habt dazu beigetragen, dass diese enormen Leistungen nicht nur für den einzelnen beteiligten Bruder, sondern für die gesamte „Institution Freimaurer“ auch nach außen hin zum Erfolg wurde.

Ich danke dem Kapitel „Desiderata“ zu Kiel, der Andreasloge „Constantia“ zu Flensburg, sowie allen anderen Logen, die uns mit den Gaben der Liebe unterstützt haben. So konnten wir einige Transporte mit Spenden zusätzlich auf den Weg bringen.

Was mir außerdem sehr am Herzen liegt ist die Öffnung der Logen nach Außen. Unsere ehrwürdige Husumer Johannisloge „Zur Bruderliebe an der Nordsee“ beteiligt sich seit einigen Jahren an der „Kulturnacht Husum“, öffnet für einige Stunden ihre Pforten, um Profanen die Möglichkeit zu geben, das Haus zu besichtigen, den erwünschten Kontakt zur Loge herzustellen, Fragen zu stellen, um sie dann umfassend beantwortet zu bekommen. Die Bruderhilfe hat im Großen Gesellschaftsraum einen eigenen Stand, der stets von den Besuchern gut besucht wird. Meistgestellte Fragen sind immer wieder, wo bleiben die Spenden, können Sie versichern, dass sie auch den Bedürftigen direkt erreichen. Das kann ich jederzeit voll bestätigen.

Ich danke allen für die Unterstützung meiner Idee in Rat und Tat, die zu diesem großartigen Erfolg führte. In diesem Sinne machen wir weiter.

Br. Arno Belasus

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