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Traktat: Ich gelobe Verschwiegenheit

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Inhaltsverzeichnis

Ich gelobe Verschwiegenheit

Traktat von urbantactics

Zitate zum Geheimnis

"Nur die Selbstbeobachtung enträtselt uns die Geheimnisse, die wir sonst in den Reden und Handlungen andrer finden würden." - Christian Garve, 1742-1798, Philosoph, Aufklärer, Freimaurer
"Nur in seinem Suchen findet der Geist des Menschen das Geheimnis, welches er sucht." - Friedrich Schlegel, 1772-1829, Kulturphilosoph, Historiker, Freimaurer
"… das Geheimnis der Welt ist nicht hinter den Objekten, sondern hinter den Subjekten zu suchen." - Jakob Johann von Uexküll, Biologe, Zoologe, Philosoph

Schweigen – die vergessene Pflicht?

Das Wilhelmsbader Ritual zitiert nachfolgende Verpflichtung:

„Ich N. N. verspreche in Gegenwart des allmächtigen Baumeisters der Welt, und gebe mein Ehrenwort in dieser ehrwürdigen Versammlung, dass ich niemals die mir jetzt oder künftig anvertrauten Geheimnisse an irgendeinen Profanen, an einen Lehrling, Gesellen oder sonst jemand entdecken will, den ich nicht als einen wahren und rechtmäßigen Meister erkannt habe …“

und erwidert die Aufforderung „ … geben Sie mir ihr Ehrenwort, dass Sie den Inhalt dieser Verpflichtung erfüllen wollen!“ mit den Worten

„Ich verspreche das bei meiner Ehre!“

Der Artikel Eid zitiert ein modernes Gelöbnis:

"Ich gelobe als Mann von Ehre und mit dem guten Gewissen eines freien Mannes, den mir bekannten Zwecken der Freimaurerei meine besten Kräfte zu widmen, mich zu bestreben den sittlichen Forderungen des Bundes jederzeit gerecht zu werden, die Gebote des Meisters vom Stuhl und der Loge zu achten und zu befolgen, meinen Brüdern brüderlich und allen Menschen menschlich zu begegnen. Insbesondere aber gelobe ich feierlich, über das Gebrauchtum, die Erkennungszeichen und die inneren Angelegenheiten der Loge unverbrüchliche Verschwiegenheit zu bewahren, die Zusage auf Maurerwort ebenso heilig zu halten wie den bindensten Eid und aus dem Bunde nicht ohne zwingenden Grund auszutreten."

Was verschweigen?

Unzählige sind die Publikationen, in denen der ungekürzte Wortlaut ritueller freimaurerischer Arbeiten offen dargelegt wurde. Alles lässt sich im Zeitalter der Digitalisierung leicht auffinden.

These 1: Das Schweigen schadet der Freimaurerei

Die Verschwiegenheit wurde und wird einer guten Sache als Schlechtes ausgelegt. Die zitierten Gelöbnisse sollen gar als „Beweis“ für alles Schlechte herhalten, das einer guten Sache angedichtet wird. So gesehen meint mancher, die Offenlegung von allem diene der Transparenz und Entkräftigung haltloser Vorwürfe, die auf Unkenntnis und Vorurteil beruhen.

These 2: Der Bruch des Schweigens schadet der Freimaurerei

Die Loge sei ein Ort, so die oft geäußerte Erwartung außenstehender interessierter Herren, an dem Männer sich ihrem Ehrenwort noch verpflichtet fühlen; die auch Schweigen bewahren können. Vergessen wir nicht, dass die zu verschweigenden Merkmale seit dem Beginn der Freimaurerei gedruckt und vervielfältigt wurden, so kann sich das Gelöbnis doch – immer aktuell – auf den Willen und die Fähigkeit des Einzelnen (nämlich Verschwiegenheit zu wahren) beziehen, der dieses für sich und vor seinen Weggefährten abgibt.

Warum heute noch schweigen?

Das Ehrenwort, das nicht zu verraten, was hundertfach verraten wurde, zeigt heute nur noch an wer ein Ehrenmann ist, dessen Wort etwas gilt. Nicht mehr und nicht weniger. Das ist für mich eine Frage der persönlichen Integrität. Um Missverständnisse zu vermeiden: Niemand kann diese einem anderen absprechen. Man beweist sie sich und seinem Umfeld durch Taten.

Die letzte Bastion des Schweigens gefallen?

Keineswegs. Geschwiegen wird heute allenthalben. Kennt ihr Arbeitsvertrag oder Vertragswerk über ein Projekt eine Geheimhaltungsvereinbarung oder Verschwiegenheitsklausel? Diese verpflichtet den Unterzeichnenden über Betriebs- und Geschäftsgeheimnisse Stillschweigen zu bewahren. Für viele ist diese Art der Verschwiegenheit alltäglich, sinnvoll und unentbehrlich.

Die Gretchenfrage

Frei nach Goethe:

„Bruder, wie hast du’s mit der Verschwiegenheit? Du bist ein herzlich guter Mann, allein ich glaub, du hältst nicht viel davon.“

Siehe auch


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