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Traktat: Männersache Freimaurerei

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Inhaltsverzeichnis

Traktat: Männersache Freimaurerei

Traktat von urbantactics

Wie unterschiedlich Menschen – insbesondere aus der ‚Innensicht‘ heraus – in der Geschlechterfrage empfinden, illustrieren beispielhaft folgende Zitate und Auszüge, in denen neben Feststellungen auch den genannten Autoren eigene Schlussfolgerungen stehen:

Nach dem 3. Hauptstück der "Alten Pflichten" sind Frauen von der Mitgliedschaft ausgeschlossen (no Bondsmen, no women, no immoral or scandalous Men, but of good Report). Daher wurde auch in den alten Logen bei der Aufnahme die linke Brust des Suchenden entblößt, um zu zeigen, daß er männlichen Geschlechtes sei.
Unbestritten ist, das im 17. Jahrhundert in den ersten Logen Humanisten, spekulative Steinmetze, Hermetiker, Rosenkreuzer, Mitglieder der Royal Society und andere Männer zusammengefunden haben und die Symbolik wie das Ritual aus allen diesen Einflüssen zusammensetzt wurde.
  • Die Großloge der ‚Allgemeinen Freien und Angenommenen Maurer von Deutschland’ in Freimaurerei:
Freimaurerei ist ein Männerbund. Die Gründe hierfür sind, dass seine Formen und Symbole aus der männerbündischen Tradition der Bauhütten hervorgegangen sind, dass das Männer-Prinzip die Homogenität der Logengruppe fördert und dass Männerbünde in einer demokratischen Gesellschaft, in der sich auch Frauen nach eigenen Vorstellungen zusammenschließen, keinerlei diskriminierenden Charakter haben.
Für uns gilt dieser Schwachsinn immer noch und so kann man heute noch von Brüdern die Meinung hören, unsere Rituale seien "männlich" und daher für Frauen nicht geeignet, oder sogar, Frauen seien nicht in unserem Sinne initiationsfähig. Es mag ja so sein, aber sollten wir das Urteil darüber nicht den Frauen selbst überlassen?
Ich denke das im Jahr 2017 diese alten starren Formen der strikten Trennung der Vergangenheit angehören sollten und auch Brüder und Schwestern gemeinsame Ritualarbeiten abhalten und besuchen können. … Grenzen aufgrund des Geschlechtes zu ziehen halte ich für falsch und unangebracht.
Freimaurerei ist Männersache – wenn es nach den Statuten der männlichen englischen Großloge geht. Das ist den Freimaurerinnen "schnurz", … Das mit dem Geheimnis halte ich in heutiger Zeit für Kokolores. In der Entstehungszeit der Freimaurerlogen war Geheimhaltung oft überlebenswichtig. Heute spielt das zum Glück keine Rolle mehr.
Die ersten Freimaurer hätten sich und ihre Nachkommen nicht durch so schwere Eide und so umständliche Verhaltensmaßregeln gebunden, wenn sie nicht Dinge zu besitzen geglaubt hätten, die des Schutzes würdig und bedürftig waren.
Unsere Auffassung von dem Wesen eines richtigen Freimaurers ist und bleibt die dass er ein anständiger, freier Mann von gutem Rufe sein,' dem Sittengesetze gehorchen und bestrebt sein soll, seinen Mitmenschen gegenüber Duldung und Achtung an den Tag zu legen.

Männersache

Können sich Frauen nicht in gleicher Weise den Zielen der traditionellerweise männlichen Freimaurerei verschreiben ? Natürlich können sie das und sie tun es. Es ist der Weg, das System, die Methode, die - nach meiner Überzeugung – auf die männliche Psyche ausgelegt ist.

Einschub: Männliche Psyche

Als einer der markantesten Unterschiede [Anmerk.: zwischen Männern und Frauen] gilt das Mitgefühl. Diese sogenannte "moralische Emotion" ist zugleich für Hirnforscher besonders interessant, da hier im Gegensatz zu primitiveren Gefühlen wie etwa der Angst eine soziale Komponente mitspielt. Beim Mitgefühl sind ganz andere Denkleistungen notwendig, etwa die Bewertung des Umgangs verschiedener Menschen miteinander.
Um die beteiligten Denkprozesse besser zu verstehen, haben Forscher von der Universidad Nacional Autonoma de Mexico in Queretaro daher Hirnscanner eingesetzt. So konnte das Team von Fernando Barrios die Aktivität verschiedener Gehirnregionen messen, während die Probanden Fotos betrachteten und ein Fingerzeichen gaben, wenn ein Bild Mitgefühl auslöste, …
Zur großen Überraschung der Forscher äußerten Männer und Frauen beim Betrachten der Bilder zwar etwa gleich häufig Mitgefühl, doch die korrespondierenden Scanbilder waren sehr unterschiedlich. Eine genauere Analyse zeigte, dass Frauen, die gerade Mitgefühl empfinden, den Gyrus cinguli aktivieren, ein für die Empathie wichtiges Integrationszentrum, das emotional relevante Beiträge aus vielen anderen Hirnregionen für Handlungsentscheidungen zusammenführt. Bei Männern hingegen tat sich nichts in dieser Region. Stattdessen war eine Region im Scheitellappen aktiv, die eher für die Analyse verschiedener Umweltbeobachtungen zuständig ist.
"Bei Männern scheint das Mitgefühl vornehmlich als das Ergebnis einer rationalen Analyse zu entstehen und nicht als wirklich emotional geprägtes Gefühl", lautet Barrios Interpretation. Für Mike Koenigs von der Wisconsin Universität in Madison, USA, passen die beobachteten Unterschiede in der Hirnaktivität bei Mitgefühl zu einem wachsenden Verständnis von unterschiedlichem männlichen und weiblichen moralischen Verhaltens. "Wenn man berücksichtigt, wie groß die Unterschiede auf manchen Gebieten sind - zum Beispiel bei der Gewalt - erscheint es schlüssig, dass das Gehirn moralisch relevante Eindrücke bei Männern und Frauen auch unterschiedlich verarbeitet."

Männersache, fortgesetzt

Noch einmal: Es ist der Weg, das System, die Methode, die - nach meiner Überzeugung – auf die männliche Psyche ausgelegt ist.

Dies mache ich u. a. an folgenden Feststellungen fest:

  • Die Identifikationsfiguren (seien sie historisch oder allegorisch) sind männlich,
  • Die Betonung von Tugenden, welche traditionell als männliche Attribute gelten, wie Brüderlichkeit, Standhaftigkeit und Verschwiegenheit,
  • Forderungen (freier Mann von gutem Ruf),
  • Genuines Gebrauchtum (entblößte Brust),
  • Genuiner Sprachgebrauch (Söhne der Witwe),
  • rites de passage: Bestimmte Teile des Aufnahmerituals versinnbildlichen Reifung und Geburt, welche in der Natur den Frauen vorbehalten sind, und machen letztere im Mysterienspiel somit entbehrlich,
  • Symbolsprache: Die Sonne (männlich) sendet Licht aus, der Mond (weiblich) empfängt und reflektiert lediglich das Licht der Sonne,
By Sciences are brought to Light
Bodies of various Kinds,
Which do appear to perfect Sight;
But none but Males shall know my Mind

Ich ziehe nicht in Zweifel, dass Frauen nach den gleichen Zielen streben und diese auch erreichen können; Nur wäre ein eigener, ein eigenständiger Weg zum gleichen Ziel (anstelle von bloßer Adaption durch Kopieren der Ritualistik) m. E. zielführender. Die Gleichberechtigung zwischen den Geschlechtern, wie sie in unserem Breiten heute glücklicherweise weitestgehend erreicht ist, darf nicht über offensichtliche Unterschiede zwischen Männern und Frauen (siehe hierzu den wissenschaftlichen Exkurs oben) hinwegtäuschen. Handlungen, Elemente und Erzählstränge, welche den Frauen ‚entgegenkommen‘ könnten die Akzeptanz begünstigen. Man kann bei dem Auflegen eines Logenschwertes nicht die Historie, vom Gebrauch von Schwertern durch Männer hin zur vergeistigten Umdeutung als Symbol für das Gesetz (bzw. Mittel zur Durchsetzung desselben) ausblenden, nur weil Männer und Frauen heutzutage glücklicherweise gleiche Rechte und Pflichten besitzen.

Es ist meine persönliche Überzeugung, dass Freimaurerei, wie wir sie aus alten und neuen Quellen, vor allem aber durch das Erleben, kennen, auf Männer ‚zugeschnitten‘ ist. Ein Anzug, um im diesem Bild zu bleiben, der Männern gut sitzt. Statt ‚unbequeme Nähte‘ aufzutrennen, um einen passenden Anzug für Frauen oder Männer und Frauen (one size fits all?) daraus zu schneidern, könnte eine eigenständige Form besser ‚passen‘. Das Wichtigste ist: Die Ziele bleiben Männern wie Frauen gleich. Dass beide gleichermaßen in der Lage sind diesen (eigentlich unerreichbaren) Idealen nachzustreben wird nicht angezweifelt. Nur der Weg, der zum gleichen Ziel hin führt, der darf ein (den Frauen) eigener sein.

Beispielhaft sei in diesem Zusammenhang auf den Artikel Mama Killa hingewiesen, in dem es heißt:

Eine faszinierende Symbolik liegt dem Ritualverständnis der Frauen-Großloge von Peru zugrunde.
Der Mond ist das zeitlose und universelle Symbol, das Frauen in den Überzeugungen aller Zivilisationen auf der Erde vertreten sehen. Schon für den primitiven Menschen war der Mond das natürliche Symbol der weiblichen Wesen, im Gegensatz zu den männlichen Wesen, deren Charakter der Sonne zugebilligt wurde. Die innige Verbindung zwischen vielen Riten der weiblichen Fruchtbarkeit und des Mondes ist durch seine Verbindung mit einer Symbolik, der weiblichen Fortpflanzungsorgane, die mit Schwangerschaft und Geburt verbunden werden, manifestiert. In Küsten- und Anden-Zivilisationen des vor-Spanischen Amerika war die Mond-Anbetung weit verbreitet.
Der Kult "Mama Killa" wurde ausschließlich von Frauen überliefert und bewahrt, zelebriert und gefeiert. Die Priesterinnen des Mondes gehörten zu den Elite-Frauen des alten Peru, waren sehr zahlreich und hatte einen großen Tempel namens Koricancha.

Ich spreche somit Frauen nichts ab. Folgerichtig plädiere ich nicht für 'Freimaurerei light' oder eine Adoptionsmaurerei zweiter Klasse, nicht für die Kopie oder bloße Nachahmung einer männerbündischen Tradition, sondern für ein eigenständiges System auf Augenhöhe und verweise auf Anknüpfungspunkte aus historisch gewachsenen Frauenbünden.

Siehe auch

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