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Traktat: Mozart und die Freimaurerei im damaligen Wien

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Auszug einer Zeichnung anlässlich einer V5 Arbeit am 3.1.2002

Von G.S., Mitglied der Loge "Ferdinand zum Felsen" in Hamburg.

In Österreich etablierte sich die Königliche Kunst zeitlich ungefähr gleichzeitig mit der Thronbesteigung von Kaiserin Maria Theresia, die von 1740 bis zu ihrem Tod 1780 in Österreich regierte. Im Vergleich zu Sachsen oder besonders Preußen, wo als großer Gegenspieler von Maria Theresia der Freimaurer Friedrich der Große regierte, war das relativ spät. Obwohl Maria Theresias Ehemann Franz Stephan bzw. Franz I. genannt selbst Freimaurer war und der Freimaurerei sehr positiv gegenüberstand indem er sie sehr stark förderte, konnte Maria Theresia selbst nicht unbedingt als Freundin der Freimaurer bezeichnet werden.

Sie entsprach nur deshalb nicht dem Wunsch des Papstes, den Bund zu verbieten, weil sie das als Einmischung in die Souveränität Österreichs ansah. Als ein Beispiel des positiven Einflusses von Franz Stephan auf Maria Theresia hinsichtlich der Freimaurerei kann folgendes Beispiel illustrieren: Auf höfische Anordnung wurden am 7. 3. 1743 bei einer Aufnahmezeremonie alle im Tempel befindlichen Brüder festgenommen, wurden aber unmittelbar danach auf Drängen von Franz Stephan wieder freigelassen. Franz Stephan starb 1765. Nach seinem Tod wurde Josef II. Co-Regent seiner Mutter Maria Theresia bis 1780, als Maria Theresia starb.

Von 1780 bis zu seinem Tod 1790, als er noch nicht 50-jährig starb regierte Josef II. dann allein. Josef II. galt als großer Reformator und als der modernste Potentat seiner Zeit. Er hatte viele reformatorische Ideen, die er in den 10 Jahren seiner alleinigen Regierung nur zum Teil verwirklichen konnte. So erließ er kurz nach Beginn seiner alleinigen Regierung das sogenannte Toleranzedikt, das andere als christliche Religionen erlaubte. Das darf zwar nicht so verstanden werden, dass Angehörige anderer Religionen öffentlich ihren Gauben zelebrieren durften, sie wurden jedoch auch nicht wegen ihrer Religion verfolgt.

Das alles schienen sehr gute Voraussetzungen für die Zukunft der Freimaurerei in Österreich zu sein. Josef II. war zwar ein aufgeschlossener aufgeklärter Reformator, doch kein Demokrat. Er war ein absoluter Herrscher, der keine andere Meinung neben sich duldete und der jede andere Machtentwicklung in seinem Staat argwöhnisch beobachtete. So war absurderweise gerade er es, der den Untergang der Freimaurerei in Österreich einleitete.

Wenden wir uns nun der Freimaurerei in Österreich zu. Wie auch in Deutschland gab es in Wien Wurzeln zu den Rosenkreuzern und ebenso eine starke Bewegung der strikten Observanz. Als aufklärerische Gegenbewegung kann am ehesten der Bund der Illuminaten bezeichnet werden, der stark Österreichische Züge trug und daher von deutschen Fürsten schon aus Patriotismus eher abgelehnt wurde. Dieser Bund wurde 1776 von Weishaupt gemeinsam mit von Knigge gegründet, mit dem Ziel, gegen politischen Despotismus und gegen religiöse Mystifizierung anzukämpfen und sich für eine freie Entfaltung der menschlichen Vernunft einzusetzen. Die Idee der Illuminaten fand bald sehr starke Verbreitung und eine Reihe von bedeutenden Anhängern, z.B.: Goethe, Herder, Pestalozzi, Ignaz von Born und den holländischösterreichischen Arzt van Swieten, etc. Besonders in Österreich gab es vergleichsweise viele bedeutende Anhänger. Mozart selbst war wahrscheinlich kein Illuminat, aber ein Sympathisant der Bewegung.

Das in Wien etablierte wichtigste freimaurerische System war das Zinnendorfsche System, das man am ehesten als eine Mischung aus den Ideen der Rosenkreuzer und denen des Christentums bezeichnen konnte. Es bestand zuerst aus 7, später aus 11 Graden. Unter Josef II. erhielt die Freimaurerei zunächst einmal einen sehr großen Aufschwung. Die Logen gewannen sehr rasch einen großen Einfluss sowohl auf das politische als auch geistige Leben in Wien. Viele bedeutende Persönlichkeiten, die damals in Wien Rang und Namen hatten, traten damals der Freimaurerei bei. Ein damaliges Verzeichnis der Logenbrüder liest sich wie ein: "Who is who in Vienna". Doch diese Entwicklung dauerte nicht lange an. Der Kaiser befürchtete eine große Abhängigkeit der Österreichischen Logen von den Preußische Logen und somit einen Eingriff in die Souveränität des Staates Österreich, auf den einzig er, der Kaiser einen Machtanspruch hatte. Als erste Konsequenz verbot er allen geistlichen und weltlichen Orden, sich einer ausländischen Autorität zu unterwerfen. Es kam zu einem Abbruch der Beziehungen zwischen der Österreichischen Provinzloge und der Großen Landesloge in Berlin.

Am 22. April 1784 wurde die Landesloge Wien gegründet. Das war nur 8 Monate bevor Mozart in die Freimaurerei aufgenommen wurde. 1 Jahr später gab es in Österreich 59 Logen, die auf 7 Provinzlogen aufgeteilt wurden. In Wien waren es zu diesem Zeitpunkt 8 Logen mit ca. 1000 Brüdern. Die berühmteste Wiener Loge war damals die Loge "Zur wahren Eintracht", die nach dem Zinnendorfschen System arbeitete. Einer der ersten Meister vom Stuhl dieser Loge war der schon erwähnte Ignaz von Born. Unter ihm wurde die Loge "Zur wahren Eintracht" zum geistigen Zentrum der Illuminismus. Viele Wiener von Rang und Namen betätigten sich dort freimaurerisch. Mozart trat nicht dieser Loge bei, sondern einer eher kleinen aber feinen Loge namens "Zur Wohltätigkeit", was wahrscheinlich auf den Einfluss des damaligen Meister vom Stuhl dieser Loge, Otto von Gemmingen auf Mozart zurückzuführen ist. Es kam trotzdem zu vielen Kontakten zwischen Mozart und der Loge "Zur wahren Eintracht", da beide Logen vielfach eng zusammenarbeiteten. Ich komme zurück auf Josef II. Durch den raschen großen Einfluss der Logen auf das Leben in Wien wurde Josef II. gegenüber den Logen äußerst misstrauisch. Er bekam zunehmend Angst, dass er in seinem engsten Machtbereich Wien an Einfluss verlieren könnte. Am 11. 12. 1785 unterschrieb er das berühmt berüchtigt gewordene Handbillet, das am 21. 12. in der "Wiener Zeitung", dem heute noch bestehenden amtlichen Blatt veröffentlicht wurde.

Dieses Handbillet besagte, dass pro Ort - gemeint war im speziellen Wien als größte Stadt Österreichs - die Anzahl der Logen auf höchstens drei zu reduzieren seien, mit jeweils höchstens 180 Mitgliedern. D.H.: Es musste zu einem Zusammenschluss von Logen kommen. Außerdem wurde ca. die Hälfte der Brüder heimatlos. Sie durften zwar noch an Arbeiten als Gäste teilnehmen, jedoch war dadurch ein natürlicher Schwund vorgegeben. Insgesamt kam es zu einer gewaltigen Verschlechterung für die gesamte Freimaurerei. Im Rahmen einer rasch organisierten Versammlung der Logenbrüder wurde schon am 24. 12. 1785, also nur drei Tage nach der Veröffentlichung, beschlossen, in Wien in Zukunft nur noch mit zwei Logen zu arbeiten.

Es kam zu folgenden Zusammenschlüssen:

Die erste Loge wurde "Zur Wahrheit" genannt. In ihr gingen folgende Logen auf: "Zu den drei Adlern", "Zum Palmbaum", die berühmte Loge "Zur wahren Eintracht" und die Loge "Zu den drei Feuern".

Diese Logen schlossen sich am 28. 12. 1785, also vier Tage nach dem Logenbeschluss zusammen. Es kam aber innerhalb der Loge sehr rasch zu Unstimmigkeiten und zur Deckung am 8. 7. 1787. Im April 1789 wurde die Loge aufgelöst.

Etwas mehr Galgenfrist zur endgültigen Bedeutungslosigkeit erhielt die zweite Loge, zu der auch Mozarts Loge gehörte. Diese Loge wurde zunächst "Zur neugekrönten Hoffnung" bezeichnet. Zu ihr gehörten die vormaligen Logen: "Zur gekrönten Hoffnung", "Zum heiligen Joseph", "Zur Beständigkeit", sowie Mozarts Loge "Zur Wohltätigkeit". Ab 1788 wurde im Namen der neugegründeten Loge "Zur neugekrönten Hoffnung" das Wörtchen "neu" abgeschafft. Der Name lautete nun "Zur gekrönten Hoffnung", genauso wie der Name einer der Beitrittslogen. Die Beitrittsloge "Zur gekrönten Hoffnung" und die gleichnamige Gesamtloge unterschieden sich jedoch hinsichtlich Struktur und Orientierung deutlich voneinander. Die Namensgleichheit führte jedoch hinsichtlich der Biographie Mozarts zu vielen Verwechslungen.

Mozart trat nie der Loge "Zur gekrönten Hoffnung" bei, sondern zuerst am 14. 12. 1784 der Loge "Zur Wohltätigkeit" und nach deren Auflösung der Loge "Zur neugekrönten Hoffnung", die erst 1788 in "Zur gekrönten Hoffnung" umbenannt wurde.

Aus der Tatsache, dass Mozart mit seiner Loge "Zur Wohltätigkeit" zur neuen Loge "Zur neugekrönten Hoffnung" überwechselte und nicht wie viele seiner Brüder heimatlos auf der Strecke blieb und aufgrund seiner vielen freimaurerischen Arbeiten kann geschlossen werden, dass Mozart ein sehr aktiver Freimaurer war.

Zurück zur Geschichte der Wiener Freimaurer. In der folgenden Zeit kam es sehr rasch zu einem Verfall der Orden. Interne Streitereien und Verleumdungen von außen beschleunigten diesen Prozess. Z.B. wurden die Freimaurer verdächtigt die Parolen der Jakobiner und der französischen Revolution "Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit" nach Österreich transponieren zu wollen, was dem Kaiser natürlich nicht behagte. Außerdem bekamen die Logen immer mehr finanzielle Probleme. Als Josef II. 1790 verbittert, weil in seinen meisten Reformen gescheitert, starb und sein Bruder Leopold II. die Regierung übernahm, kam es zu einem kurzen Aufatmen. Leopold II. plante eine Reorganisation der Freimaurerei, starb aber schon zwei Jahre später 1792, ohne seine Ideen verwirklichen zu können. Sein Nachfolger Franz II. entwickelte einen regelrechten Hass gegenüber dem Geist der Aufklärung und unterdrückte mit Hilfe seines Statthalters Metternich alle fortschrittlichen Kräfte und revolutionären Gedanken. Die Freimaurer wurden in Österreich zu den Staatsfeinden Nr. 1. Am 2. 12. 1793 kam es zur Selbstauflösung der in Wien verbliebenen Loge "Zur gekrönten Hoffnung".

1795 kam es im ganzen Kaiserreich zu einem Verbot der Freimaurerei, das bis zum Zusammenbruch der Monarchie 1918 andauerte. Die Erholungsphase war kurz, denn 1938 gab es mit dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich unter den Nationalsozialisten ein erneutes Verbot, das bis zum Ende des 2. Weltkrieges andauerte. Und nun zu Mozart selbst. Er wurde am 27.1.1756 in Salzburg geboren und starb am 5. 12. 1791 in Wien. Er hat also das Ende seiner eigenen Loge nicht mehr erlebt. Mozart führte seit seiner frühesten Kindheit ein sehr ausgefülltes Leben. Er wurde sehr bald als Wunderkind erkannt und besonders von seinem Vater Leopold als solches gefördert. Wolfgang hatte nie einen anderen Lehrer als seinen Vater. Er hat nie eine Schule besucht.

Sein Vater übte gegenüber ihm eine sehr starke Autorität aus, was dazu führte, dass Wolfgang zeitlebens ziemlich unselbständig war, da ihm Leopold zumindest in den früheren Jahren sämtliche Verantwortung abnahm. Sein Vater unternahm mit ihm viele zum Teil sehr strapaziöse Reisen. Und auch später, dem direkten Einfluss des Vaters entwachsen reiste Mozart so viel, so dass man sich fragen kann, wann er eigentlich die Zeit gehabt hat, seine vielen Kompositionen zu schreiben. Zu seinen vielen Reisen gibt es etliche Anekdoten, manche mit einem eher süßlich kitschigen Ambiente. So führte Leopold das kleine Wunderkind Wolferl am Hofe Maria Theresias vor. Die sehr mütterliche Maria Theresia, selbst vielfache Mutter - im Verlauf ihres Lebens hatte sie 16 Kinder - war von dem kleinen altklugen und distanzlosen Künstler sehr angetan und lobte ihn sehr. Daraufhin sprang Wolferl der großen Kaiserin auf den Schoß. Der Hof war schockiert, doch Maria Theresia ging gütig über den Vorfall hinweg. Im Rahmen dieser Zeichnung will ich nicht auf alle Reisen Mozarts eingehen sondern nur noch auf eine, die wahrscheinlich auf die Entwicklung Mozarts zur Freimaurerei einen großen Einfluss hatte. Diese Reise unternahm er relativ spät 1778 nach Mannheim, eine Stadt, die damals für ihn ein Ort der Zivilisation und des Fortschritts war.

Dort lernte er Otto von Gemmingen kennen und schätzen. In seiner Mannheimer Zeit war Otto von Gemmingen Mozarts großer Gönner und Förderer. Bevor ich mich nun näher mit dem Freimaurer Mozarts befasse, möchte ich einige Worte zur Person Mozarts und zu Meinungen über die Person Mozarts sagen. Es wird vielfach gesagt, dass Mozart Zeit seines Lebens am Hungertuch nagte und in bitterer Armut lebte. Dies ist nur teilweise richtig. Mozart verdiente sein ganzes Leben lang viel Geld. Trotzdem litt er unter chronischen Geldmangel. Mozart war ein nahezu süchtiger Tarockspieler. Tarock ist ein in Wien sehr bekanntes Kartenspiel und hatte in Österreich nahezu dieselbe Bedeutung wie hier Skat. Jedenfalls verlor Mozart am Kartentisch viel Geld und war deshalb chronisch verschuldet.

Ein anderes Gerücht besagt, dass Mozart ein sehr unpolitischer Mensch gewesen sei. Dies kann nur bedingt stimmen. Er war sicherlich kein besonders loyaler Untertan von Josef II. Eine von Mozarts wichtigsten Kompositionen ist die revolutionäre Oper "Figaros Hochzeit" mit einer direkten Attacke des Bürgers Figaro gegen den Grafen Almaviva. Dies kulminiert besonders in der Arie des Figaro: "Will der Herr Graf den Tanz mit mir wagen..." Es ist bis heute unklar geblieben, wieso diese Oper an der Zensur vorbei uraufgeführt werden konnte.

Ich will mich jetzt dem Freimaurer Mozart zuwenden:

Wie schon gesagt wurde Mozart zuerst einmal Mitglied der Loge "Zur Wohltätigkeit". Es ist anzunehmen dass seine frühesten Kontakte zur Freimaurerei auf das Jahr 1778 zurückdatiert werden können, als er in Mannheim seinen Gönner Otto von Gemmingen traf. Als Mozart im November 1784 seinen Aufnahmeantrag bei der Loge "Zur Wohltätigkeit" stelle, war zu dieser Zeit der Stuhlmeister dieser Loge eben jener Otto von Gemmingen. Ein Einfluss von Otto von Gemmingen auf Mozarts Entscheidung, den Aufnahmeantrag gerade bei dieser Loge zu stellen, kann zwar nicht bewiesen werden, liegt aber auf der Hand. Die Aufnahme in die Loge "Zur Wohltätigkeit" erfolgte dann am 14. 12. 1784. Ab nun ging es sehr schnell. Drei Wochen später, am 7. 1. 1785 erfolgte dann bei einer Arbeit unter der Hammerführung der Loge "Zur wahren Eintracht" die Beförderung zum Gesellen und wiederum eine Woche später, am 13. 1. 1785 seine Erhebung zum Meister. Wie schon an früherer Stelle gesagt, arbeiteten zu dieser Zeit die beiden Logen "Zur Wohltätigkeit" und "Zur wahren Eintracht" eng zusammen. Mozart blieb in der Loge "Zur Wohltätigkeit" bis zu deren Aufgehen in die Loge "Zur neugekrönten Hoffnung" wo er bis zu seinem Lebensende 1791 verblieb. In der Zeitspanne gerechnet von der Aufnahme Anfang 1785 bis zu seinem Tod Ende 1791, also in nur sieben Jahren entwickelte sich Mozart zum mit Sicherheit bedeutendsten Komponisten der Freimaurerei. Wir können uns heute glücklich schätzen, dass Mozart gerade in dieser kurzen Zeitspanne seine größte Produktivität entwickelte. Dies wurde insbesondere noch dadurch gefördert, daß Komponisten wie Mozart aufgefordert wurden, anstelle von Zeichnungen Kompositionen vorzutragen. Zum Abschluss meiner Zeichnung möchte ich noch auf das Thema Lebensbegrenzung zu sprechen kommen und Gerüchte zu Mozarts frühen Tod kommentieren.

Mozart starb im Alter von nur 35 Jahren. Das wäre noch nicht einmal besonders erwähnenswert, da dies damals in etwa einer durchschnittlichen Lebenserwartung entsprach. Aber er starb nicht nur relativ früh, sondern auch ziemlich plötzlich unter nicht ganz geklärten Umständen. Darüber hinaus arbeitete er zum Zeitpunkt seines Todes an einem Requiem, das ein angeblich Unbekannter in Auftrag gegeben hatte. All das führte dazu, dass die Wiener, die schon immer einen Hang zum Makabren und Morbiden hatten, ich bin selbst Wiener, daher darf ich das sagen, sofort die verschiedensten Gerüchte in die Welt setzten. Eines war allgemein klar: Mozart wurde ermordet. Unklar war nur der Mörder und sein Motiv. Wenn man jedoch den Mörder hatte, dann konnte man auch leicht ein Motiv finden. Einer der Hauptverdächtigen war Salieri.

Salieri war ein guter Komponist aber natürlich dem Supergenie Mozart deutlich unterlegen. Das Motiv wäre dabei Konkurrenzneid. Ein weiterer Favorit für die Mörderrolle war ein gewisser Franz Hofdemel. Mozart schuldete Hofdemel Geld und gab zusätzlich dessen Frau Klavierunterricht. Gerüchteweise sollte es nicht beim Klavierunterricht geblieben sein. Motiv: Eifersucht. Aber auch im engsten Kreis um Mozart wurde der Mörder vermutet: Sein Freund Süßmayr, der das Requiem zu Ende schrieb und seine Frau Constanze empfanden möglicherweise mehr als nur Freundschaft für einander. Und so gab es noch eine Unzahl von weiteren Mordgerüchten, von denen auch die Freimaurer nicht verschont blieben. Diese hatten Mozart ermorden lassen, weil er in seiner Zauberflöte zu viel von den Geheimnissen der Freimaurerei verriet, ein Gerücht, dass noch in den 30er Jahren des 20. Jahrhundert von den Ludendorffs über die Freimaurer verbreitet wurde.

Zu allen diesen Gerüchten ist zu sagen, dass nach neuesten Forschungen Mozart wahrscheinlich an einer Lebensmittelvergiftung starb. Und noch ein letztes Gerücht will ich hier klarstellen: Mozart war so arm, dass er in einem Massengrab beerdigt werden musste. Das stimmt zwar insofern, dass Mozart viele Schulden hinterließ und seine Witwe mit Sicherheit nicht viel Geld für ein Begräbnis ausgeben konnte. Tatsächlich aber hat sich der Kaiser Josef II. in seinem Reformeifer auch mit der Begräbnisordnung befasst, um den ausufernden Prunk einzudämmen. So kam ein Begräbnis erster Klasse nur für den Adel und den hohen Klerus infrage. Das Begräbnis 2. Klasse kostete viel Geld und war dem reichen Bürgertum vorbehalten. Der Rest der Wiener Bevölkerung, und das waren immerhin 85 % musste mit solch einer Art Armenbegräbnis vorlieb nehmen.

Aufgrund der Volkswut musste dieser Erlass bald zurückgenommen werden. Abschließend möchte ich sagen, dass es zwar schade ist, dass es den Wienern versagt bleibt, einen Tempel um Mozerts Begräbnisstätte herum zu bauen und zum Todestag eine Wallfahrt dahin zu unternehmen, viel wichtiger erscheint es mir jedoch, dass sein großartiges Werk uns erhalten geblieben ist.


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