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Jiří Sedmik

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Jiří Sedmik: Foto von 1937
Für besondere Verdienste die Medaille „Jiří Sedmík“ der tschechischen Großloge: in diesem Fall 2017 verliehen an Heinz Herlinger, den ersten Stuhlmeister der deutschsprachigen Prager Loge La Sincérité.

Inhaltsverzeichnis

Jiří Sedmík, tschechischer Freimaurer (1893-1942)

Tschechischer Politiker, Diplomat und Freimaurer zwischen den zwei Weltkriegen. Geboren am 9. April 1893 in Prag wurde er während des Zweiten Weltkriegs von den Nazis verhaftet und nach einem Volksgerichtshof-Prozess in Berlin am 18. Dezember 1942 in Plötzensee hingerichtet. Von Rudi Rabe.

Jiří Sedmiks Leben

Noch während seines Studiums an der Prager Karls-Universität wurde Jiří Sedmík im Ersten Weltkrieg (1914-1918) von der Armee der Habsburgermonarchie, zu der Tschechien damals gehörte, eingezogen und an die Ostfront kommandiert. Dort geriet er in russische Gefangenschaft und trat dann 1916 in Russland der Tschechoslowakischen Legion bei; das waren Verbände, die auf Seiten der Entente gegen die Mittelmächte kämpften.

In Russland traf er Tomáš Masaryk, der 1918 zu einem der Gründer und zum ersten Staatspräsident der Tschechoslowakei werden sollte. Jiří Sedmík wurde ein enger Mitarbeiter von ihm. Über Russland und Japan reiste er gegen Kriegsende in die USA, wo er für die neugegründete Tschechoslowakei politisch tätig war. 1921 zurück in Prag arbeitete er im Außenministerium und als Sekretär von Edvard Beneš, einem anderen Mitgründer, später Ministerpräsident und schließlich Staatspräsident der Teschechoslowakei.

Nach dem Einmarsch Nazi-Deutschlands im Frühjahr 1939 und dem Beginn des Zweiten Weltkriegs wenige Monate danach schloss sich Jiří Sedmik dem im Untergrund tätigen Widerstand an. Im März 1941 wurde er als einer von zehn Mitgliedern der Gruppe Karel Jaroš von den Deutschen verhaftet, hintereinander in verschiedene Gefängnisse transferiert, im Juni 1942 in Berlin zum Tode verurteilt und kurz vor Weihnachten hingerichtet. Die Kosten für die Hinrichtung mussten von seiner Familie bezahlt werden.

Jiří Sedmik als Freimaurer

Er wurde am 23. Januar 1926 in die Loge ’Jan Ámos Komenský’ aufgenommen. Kurze Zeit danach gewann er auch Beneš für die Freimaurerei.

1928 war Jiří Sedmik Gründer der Loge ’Pravda vítězí’, er leitete diese ab 1932 zwei Jahre lang. 1934 gründete er in der Stadt Tábor den Freimaurerkreis ’Kalich’ (Kelch).

Im Großen Rat der Nationalen Großloge der Tschechoslowakei (Národni Veliká Lóže Československá/NVLČsl) war er von 1931 bis 1933 Stellvertreter des Großsekretärs für innere Angelegenheiten und ab 1935 Erster Großaufseher. Im Jahr 1936 war er Groß-Redner und 1937 bis1938 Groß-Sekretär für auswärtige Angelegenheiten. Seit 1934 war Jiří Sedmik auch in der Redaktion der Zeitschrift Svobodný zednář (Der Freimaurer).

Jiří Sedmik war also ein sehr aktiver Freimaurer. Vieles von der Neuaufstellung der tschechischen Freimaurerei nach dem Ersten Weltkrieg und deren Öffnung nach außen kann man mit seinem Namen verbinden. Auch die Zusammenarbeit mit der damaligen deutschsprachigen tschechischen Großloge ’Lessing zu den drei Ringen’ war ihm ein Anliegen. Darüber hinaus gelang es ihm, eine Verbindung der NVLČsl mit dem Freimaurerbund zur aufgehenden Sonne in Deutschland herzustellen.

Viele tschechischen Freimaurer bewerten Jiří Sedmiks Arbeit für die Freimaurerei jener Zeit als ebenso wichtig wie die des berühmten Alphonse Mucha. Und so hat die tschechische Großloge für besondere Verdienste um die Entwicklung der tschechischen Freimaurerei die Medaille „Jiří Sedmík“ gestiftet.

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