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Johann Kaspar Bluntschli

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Bluntschli, Johann Kaspar

Quelle: Internationales Freimaurer-Lexikon von Eugen Lennhoff und Oskar Posner (1932)

berühmter deutscher Rechtslehrer, geborener Schweizer (* 1808 in Zürich, † 1881), Professor, Mitglied des Großen Rates seiner Vaterstadt und des Eidgenössischen Staatsrates, 1848 an die Universität München berufen (Deutsches Privatrecht und Staatsrecht), Vorkämpfer des Freisinns gegenüber der sich mächtig regenden ultramontanen Partei, 1861 Professor der Staatswissenschaften in Heidelberg, Mitglied der badischen Ersten Kammer, Gründer (mit Schenkel) des Deutschen Protestantenvereines, streitbarer Verfechter der "christlichen Gottes- und Menschenliebe" gegenüber theologischem Dogma, Verfasser des "Allgemeinen Staatsrechtes".

In die Loge "Modestia cum Libertate" in Zürich 1838 aufgenommen, hielt er an dem mit der Gründung der Schweizerischen Großloge "Alpina" verbundenen Johannisfest 1844 die Festrede "Über das Verhältnis der Maurerei zu Kirche und Staat" und verfaßte die 1847 veröffentlichten "Grundsätze des schweizerischen Freimaurervereines". 1864 schloß er sich der Heidelberger Loge "Ruprecht zu den fünf Rosen" an, wurde deren Stuhlmeister und beeinflußte durch die Macht seiner Persönlichkeit die Großloge "Zur Sonne" in Bayreuth durch viele Jahre derart, das er 1872 zum Großmeister gewählt wurde. Er gab der Großloge die Grundzüge ihrer damaligen Verfassung und das heute bei ihr geübte Ritual, arbeitete die "Allgemeinen Grundsätze des deutschen Großlogenbundes" aus, verfaßte "Freimaurergespräche" u. a. m. Seine Großmeisterschaft bis 1878 darf als eine der geistigen Glanzperioden der Bayreuther Großloge betrachtet werden. Großes Aufsehen erregte schon vorher (1865) das von ihm geschriebene offene Rundschreiben (s. d.) seiner Loge an Papst Pius IX. als Antwort auf dessen Verdammung des Bundes. Auf den Großlogentagen trat Bluntschli warm für die Schaffung einer deutschen Einheitsgroßloge ein, 1878 legte er den Entwurf für eine solche Reichsgroßloge vor. Der bei diesem Anlaß wieder deutlich in Erscheinung tretende Partikularismus verstimmte ihn schwer.

Bluntschlis zahlreiche wissenschaftliche Werke über das Staatsrecht usw. sind von bleibendem Werte. Nach seinem Tode erschien eine Selbstbiographie "Denkwürdigkeiten aus meinem Leben" (1884, 3 Bände). Nach Bluntschli benannt ist eine Stiftung (mit dem Sitz in München), aus deren Zinsenertrag Preise für die Bearbeitung völkerrechtlicher Fragen verteilt werden.

Bluntschli war einer der hervorragendsten Persönlichkeiten der deutschen Freimaurerei des 19. Jahrhunderts, die er mit seiner Geistigkeit jahrzehntelang befruchtet hat.

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