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Traktat: Arbeitstafeln und Arbeitsteppiche

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Inhaltsverzeichnis

Arbeitstafeln und Arbeitsteppiche

Vortrag, gehalten anlässlich der 47. Arbeitstagung der Freimaurerischen Forschungsgesellschaft Quatuor Coronati „Von der Säule der Schönheit – Zur ästhetischen Dimension der Freimaurerei“ (7. und 8. März 2015 in Frankfurt/Main).

Autor: Christopher Sicurella.
Der Vortrag ist der Association of Masonic Arts gewidmet.

Inhalt

1. Historische Ursprünge und Grundlagen: Von ursprünglichsten Formen zur Bauhüttentradition

1.1 Magische Schutzräume, praktische Baurisse, sakrale Räume
1.2 Bauhüttentradition und operativer Steinmetze

2. Über die Verwendung von „mnemonic drawings“ als Erweiterung der mündlichen Überlieferung (Oral Tradition)

2.1 Freimaurerische Symbolzeichnungen vor Tafeln und Teppichen - Vergänglich: Bodenbilder und Kreidezeichnungen - Greifbar: Auflegen realer Werkzeuge - Mobil: Stoffe / Tücher / Leder
2.2 Freimaurerische Symbolzeichnungen: Tafeln und Teppiche - Arbeitstafeln/Tracing Boards - Arbeitsteppiche/Tapis - Merkbilder

Prolog

Die Beantwortung der Frage nach dem historischen Ursprung von Arbeitstafeln und Arbeitsteppichen verwebt zwei Stränge zu einem: Einen kultischen (esoterischen) und einen praktischen (der Bautätigkeit entlehnten). Schnittmenge ist die gemeinschaftsfördernde und charakterbildende Ausrichtung, welche über eine reine Wissensvermittlung hinausgeht.

Begriffserklärung

  • Tracing board (operativ) = Zeichentafel für die Darstellung baulicher Prinzipien und für die proportionale und/oder maßstäbliche Darstellung von Details und Strukturen. (Typische Begriffe: Ansichten, Aufsichten, Schnitte, Proportionen).
  • Tracing board (spekulativ) = Schautafel zum Zwecke der Instruktion.
  • Trestle board = Zeichentisch, bestehend aus einer Tischplatte auf „Böcken“(trestle). - Heute wird auf Webseiten englischsprachiger Logen meist der Arbeitskalender mit „Trestleboard“ betitelt.
  • Tracing room (auch Traycing room) = Raum für die Darstellung großformatiger 1:1 Details als Bodenrizung oder Bodenzeichnung in Gips unter Verwendung der Knotenschnur zur Erlangung rechter Winkel und zur Konstruktion. (Typische Begriffe: Anreißen, Anriss, Aufreißen, Aufriss, Grundriss, Risszeichnung)
  • Englische Begriffe:
  • Drawing the Lodge = Bodenritzung (unter freiem Himmel), Bodenzeichnung (im Raum).
  • Framing (auch: Forming) the Lodge = Begrenzung des rituellen Raumes mittels Knotenschnur.
  • Squaring the carpet = Rechtwinklige Laufwege um den Teppich herum.

1. Teil: Historische Ursprünge und Grundlagen: Von ursprünglichsten Formen zur Bauhüttentradition

1.1 Magische Schutzräume, praktische Baurisse, sakrale Räume

Historische Ursprünge:

Bestimmte Orte in der Natur wurden durch eine Gruppe als heilig erachtet bzw. für heilig erklärt. Quellen, Haine, markante Bäume, oder Lichtungen wurden erst durch den Weiheakt zum sakralen Raum, zur Kultstätte, zum „Holy Ground“ – sinnbildlich zum kosmischen Mittelpunkt der Welt, und somit Ort für die Durchführung von Riten, Anrufungen und Beschwörungen, Zentrum der Kosmogonie. Betreten werden durften diese nur durch erwählte und angenommene (oder aufzunehmende) Mitglieder eingeschworener Gemeinschaften. Bestimmte Handlungen und das Zeigen oder die Verwendung von Kultgegenständen waren der Zeit der Zusammenkunft innerhalb dieses definierten Raumes vorbehalten.
Eine räumliche Abgrenzung erfolgte temporär durch Bilden eines Kreises, sei es aus Menschen (das Motiv der Kette) oder das Aufstellen von Abgrenzungen (Seil, Stöcke, Zelte, Bodenritzung oder Bodenbild), oder permanent durch anfangs einfache, später aufwändigere Bauten (Steine, Pfähle, Überdachungen, Gebäude). Die Bebauung (Umgrenzung oder Überbauung) bildet den Übergang von „Natur“ zu „Kultur“ und bildet den Ausgangspunkt für eine praktische Bautätigkeit mit sakralem Beweggrund. Die praktische Bautätigkeit für Sakralbauten war somit aufs engste mit dem „höheren Zweck“ der kultischer Handlungen, die im Inneren des zu errichtenden Raumes vollzogen werden sollten, verknüpft, was den dazu tätigen Ausführenden gleichzeitig eine besondere Stellung zumaß. Die reine Bautätigkeit wurde in ihrem Niedergang in stetigem Maße vergeistigt. Werkzeuge und Symbole erfuhren später eine Umdeutung, welche den Übergang der operativen zur spekulativen Maurerei markiert.

Magischer Schutzkreis:

Ein Mensch zieht mittels eines Stocks einen Kreis um sich, indem er sich um seine eigene Körperachse dreht. Der Mensch (das ICH) ist das Zentrum und Weltachse (axis mundi). Nur er selbst passt in den Kreis. Er selbst füllt den Kreis aus. EGO-ZENTRISCH. Sofern der Stock den vermeintlichen „Sonnenlauf“ beschreiben soll, auch GEOZENTRISCH.

Praktische Grundrisse:

Ein Mensch rammt einen Stock in die Erde und zieht mittels eines Stocks, der über eine Schnur mit dem zentralen Pflock oder Pfahl verbunden ist, einen Kreis um das Zentrum. Viele Menschen passen in den Kreis. Rundzelte (Jurten) und Nomadenzelte bieten Witterungs- und Sichtschutz. Sofern der Stock im Zentrum die Sonne darstellt – und der Kreis die Planetenbahnen - HELIOZENTRISCH (helios = Sonne).

Sakrale Räume:

Die Erfindung der Knotenschnur erlaubte die einfache Konstruktion rechtwinkliger Bodenzeichnungen, die als Grundriss für Schutzräume (Behausungen und Befestigungsanlagen), Heiligtümer und Tempel dienten. Die Ausrichtung erfolgte aus praktischen Gründen (Windseite, Witterung) oder religiösen Gründen („Sonnenaufgang“) i.d.R. den Himmelsrichtungen. Im Inneren ist das INNER SANCTUM (Sitz des Verehrten, der Bundeslade, der tatsächlichen oder allegorischen Reliquie).

1.2 Bauhüttentradition und operativer Steinmetze

Wir schreiben das Jahr 1225. Der Dombaumeister Villard de Honnecurt schreitet in dem eigens dafür hergerichteten „Tracing Room“ um den Grund-Riss (Grund=Boden), eine Bodenzeichnung im Originalmaßstab, anzufertigen. Der Boden ist dafür mit Gips hergerichtet. Er zieht mit dem großen Zirkel einen Kreis, legt erst den Richtscheit an, zieht eine Linie durch das Zentrum, legt dann im Zentrum den Winkel an, und zieht eine zweite Linie. Die vier Punkte, welche nun den Kreis schneiden, verbindet er - genauso, wie es Albrecht Dürer später, im Jahr 1525, in seinem Lehrwerk „Underweysung der Messung mit dem Zirckel und Richtscheyt“ in Text und Bild festhalten sollte.

Der Parlier seiner Bauhütte betritt den Raum für die „Abnahme“, das Abnahmen der Proportionen und Abstände, mittels eines ebenso großen Zirkels. Seine Aufgabe ist es, den Plan des Meisters, auf den unbehauenen Stein zu übertragen, und die Gesellen anzuleiten, aus dem unbehauenen Stein die Strebebögen, Pfeiler, Türme, Wimperge, Fialen und das Maßwerk durch Abschlagen des überflüssigen Teils herauszuarbeiten.

Geschlossene Gesellschaft:

In der Bauhütte lernten Lehrlinge geometrische Grundprinzipien, Gesellen die anspruchsvolleren Feinheiten der Baukunst. Methoden zur Flächenverdoppelung von Quadraten mittels Achtort und ähnliches wurden als Zunftgeheimnis weitergegeben und bewahrt, und nach außen hin geschützt.

Vom Übergang der operativen zur spekulativen Arbeit:

Maß nehmen und Maß halten sind also vorrangige Aufgaben der operativen Steinmetze, die zum guten Gelingen einer Aufgabe, die größer ist, als ein einziger sie zu erreichen vermag, unabdingbar sind. Die regelmäßigen Zusammenkünfte in der Hütte lehren darüber hinaus dem, der die Arbeit am Stein auf die Arbeit auf sich zu übertragen vermag, dass sich diese Kunstfertigkeit auch auf die rechte Lebensführung übertragen lässt. Wer sich mustergültig verhält, den können sich andere zum Maßstab nehmen.

Vorbemerkung zum zweiten Teil

ÄGYPTISCHES TOTENBUCH

Der Ägyptologe Jan Assmann schreibt: „Das typische magische Bild ist ein Einwegbild, das nach Vollzug des Rituals wieder verschwindet. Oft gehört seine Vernichtung zum Ritus dazu. Eine typische Form von Zauberbildern sind auch Bodengemälde:

Führe für dich dieses Bild aus,
das auf reinem Boden gemalt ist,
mit nubischem Ocker und mit Erde bestrichen,
auf die kein Schwein oder Kleinvieh getreten ist.

Bei entsprechenden Bildanweisungen zum 144. Kapitel des Totenbuchs wird explizit festgelegt, dass die Bilder nach Ritualvollzug verschwinden sollen.“

Quelle: Assmann, Jan: Die Macht der Bilder, Universität Heidelberg, veröffentlicht inGenres in Visual Representations, 1990, S. 1-20.

Das Aufdecken und Zudecken von Arbeitstafeln und Arbeitsteppichen, wie es in Logen bis zum heutigen Tage gebräuchlich ist, entspricht somit dem Entstehen und Vergehen des besagten magischen Einwegbildes.

2. Teil: Über die Verwendung von „mnemonic drawings“ als Erweiterung der mündlichen Überlieferung (Oral Tradition)

Loge ist wo Brüder arbeiten
In den Sand gezeichnete Arbeitstafel der Feldlogenarbeit der JL "Ditmarsia"
Unter freiem Himmel werden Werkzeuge aufgelegt
Tapis auf Rindshaut, Wien 1780.
Arbeitstafeln (tracing boards).

2.1 Freimaurerische Symbolzeichnungen vor Tafeln und Teppichen

Vergänglich: Bei Zusammenkünften unter freiem Himmel (Feldlogen) behalf man sich mit Bodenzeichnungen, eigentlich Bodenritzungen, oder – greifbar – dem Auflegen realer Werkzeuge. Eine Zeichnung auf Wachstuch oder Tierhaut war mobil.

Schottland und Irland:

Bereits vor der Gründung der Großloge in England in 1717 pflegten Masons in Irland und Schottland vor allem die lokaltypische Kultur der „oral tradition“, also der mündliche Weitergabe. Zusammenkünfte fanden entweder im Freien, und aus nachvollziehbaren Gründen, wohl nach Einbruch der Dunkelheit statt – weshalb hinsichtlich der Erkennungsgriffe betont wurde, dass Sie einen Maurer in die Lage versetzen sollen, sein Gegenüber auch bei Nacht als einen der ihren erkennen zu können – oder in Clan-eigenen Räumen, die außen, vor der Türe, von einem Wachhabenden vor fremden Lauschern geschützt wurden.

In Schottland wurden Symbole mit Kreide oder Kohle aufgemalt (und später ausgelöscht), bis die schwarz-weißen „Checkerboard“-Teppiche im Zentrum des Tempels aufkamen, und in neuerer Zeit gemalte Tracing Boards eingeführt wurden. Diese sind in der Süd-Ost-Ecke des Tempels platziert, und werden entweder zum dem Aufgenommenen, welcher sich in der Mitte des Teppichs befindet (nicht am Westrand), gebracht, oder dieser wird zur Arbeitstafel geführt.
Es gilt hierbei festzuhalten, dass schottische Logen bis heute nicht nur über die verwendeten Scherpen und Schurze selbstständig und frei bestimmen, sondern auch über ihr Ritual und dessen Ausgestaltung. So werden in einigen Logen auch heute noch Symbole auf eine Staffelei („easel“) gemalt. Die schottischen Ritualbeamten (hier: auch Deacons) sind überdies im Vergleich mit den kontinentaleuropäischen weniger statisch, sondern vielmehr in Bewegung, während Sie Nachrichten von einem hammerführenden Meister zum nächsten überbringen.

England:

Laurence Dermott vermerkt über die (neuere) Art der „Moderns“ Zeichnungen des bis dahin mündlich überlieferten anzufertigen, in seinem Buch Ahiman Rezon (2nd Edition, 1764, p. xxxii) spöttisch:
"Nor is it uncommon for a tyler to receive ten or twelve shillings for drawing two sign posts with chalk and writing Jamaica rum upon one, and Barbados rum upon the other, and all this (I suppose) for no other use than to distinguish where these Liquors are to be placed in the Lodge.“
Er nimmt damit die Änderungen aufs Korn, welche die Moderns nach Veröffentlichung von Samuel Prichards Verräterschrift “Masonry dissected” zum Schutz der Logen vor dem Unerlaubten Zutritt durch “Imposters and Cowans” (also Hochstaplern und Lauschern) veranlassten; Die Änderungen betrafen vor allem Passwörter, Griffe, Schritte, Säulen und Geheimnisse der Lehrlinge und Gesellen, und sorgten für Unmut bei den Antients, denen in Unkenntnis oder schlicht Ablehnung der Neuerungen wohl manches Mal der Zutritt zu Logen der Modern (zu Unrecht) verwehrt wurde.
Der tiefere Sinn und somit eigentliche Hintergrund der Änderungen, welche eine Rivalität noch befeuerten, war ein politisch motivierter, feindseligerer, welcher untrennbar mit dem “Battle of Culloden” und Bonnie Prince Charlie verknüpft war.

Nach Gründung der Großloge in England in 1717 begann sich die dort praktizierte Freimaurerei ab 1721 in England, Wales und darüber hinaus zu verbreiten. Die ältere Methode (der Antients) auch Werkzeuge und Steine aufzulegen wurde aufgegeben, und in der Anfangszeit die Bodenzeichnung – einschließlich der zuvor genannten Neuerungen – praktiziert. Diese war mittels Kreide oder Kohle („drawing the lodge“) anzufertigen und mittels Wischmopp auszulöschen. Mit der Zeichnung wurde der Tyler betraut (der dafür auch bezahlt wurde); Das Auslöschen oblag dem jüngsten Lehrling (dem Aufgenommenen). Vom Wirt der Lokalität als Ort der Zusammenkunft wurde dafür oft Wasser und ein Mopp verlangt, was deren Neugier wohl derart reizte, dass diese vorgaben, keinen solchen verfügbar zu haben, mit der Intention dem geheimnisvollen „Auszulöschenden“ auf die Spur zu kommen. Selbst wenn beides verfügbar war, konnten die Zeichnungen nicht immer vollständig gelöscht werden, weshalb Bodenzeichnungen auch mittels Nägel und Bändern auf den hölzernen Dielenböden der Hinterzimmer in Gaststätten ausgeführt wurden, um keine erkennbaren Spuren zu hinterlassen.

Um 1730 wurden (durch die Moderns) Ritualbestandteile geändert, um zu verhindern, dass Nicht-Eingeweihte nach Studium der Verräterschriften (oder Pseudo-Verräterschriften) ungehindert Zugang zu den Zusammenkünften erhielten. Dies sorgte vor allem bei dem Besuch der Antients, die auch einfach „Irish“ genannt wurden, für Unmut. Diese wurden, nachdem sie sich auf die altbekannte Art und Weise auswiesen, manches Mal als vermeintliche Hochstapler identifiziert und nicht eingelassen.

2.2 Freimaurerische Symbolzeichnungen: Tafeln und Teppiche

Hier historische Darstellung des Teppichs in geöffneter Loge während einer Initiation. Der Weg des Initianden ist vorgezeichnet. Das Zentrum (des Tempels) bilden entweder der Arbeitsteppich (nebst 3 Säulen und kl. Lichtern) oder der „checkered floor / mosaic pavement“ (unter Verwendung von Arbeitstafeln) wie in der Mitte zu sehen.

Über die Verwendung von Teppichen:

Nicht jeder Tyler war ein ausgemacht guter Zeichner, und die Löschung der Zeichnungen nicht zuverlässig. Somit wurden Symbole auf Tücher (Wachstuch, Leinen, Rindshaut) gezeichnet, aufgerollt, und für Zusammenkünfte bereitgehalten. Diese Vorläufer der Arbeitsteppiche liefen den Bodenzeichnungen, erst aus praktischen Gründen, dann wegen des gesteigerten Anspruchs an ästhetischen Ausdruck und Gehalts, schließlich den Rang ab. Der Detailgrad nahm nun zu, da diese Tücher mit Muße von berufener Hand gefertigt werden konnten, und schon bald entstanden immer feiner ausgearbeitete Darstellungen. Mit dem Erwerb und Bezug eigener Logenhäuser wird der Arbeitsteppich zum festen Bestandteil des Inventars.Gebräuchlich ist der mit Symbolen versehene Arbeitsteppich vor allem in Frankreich und Deutschland, im Zentrum des Tempels. Er versinnbildlicht den Salomonischen Tempel, weist Himmelsrichtungen und Fenster (später Tore) im Osten, Süden und Westen aus. Je nach bearbeitetem Grad kommen mitunter unterschiedliche Teppiche zum Einsatz, die, je nach Bedarf, durch das Auflegen einzelner Bestandteile (Werkzeuge, Buchstaben) vor der rituellen Arbeit, oder auch während ihres Verlaufes, ergänzt werden. Der Altar steht dabei im Osten.

Über die Verwendung von Tafeln:

Als Rückbesinnung auf Wachs- oder Kreidetafeln, die, in handlicherem Format, den operativen Steinmetzen für die Darstellung baulicher Details und Konstruktionen dienten, kann die Einführung der Arbeitstafeln verstanden werden. Wo auch immer ein schachbrettartiger Boden (Mosaik, Intarsie oder auch Teppich) das Zentrum des Tempels ausfüllt, auf dem ein Altar positioniert ist, werden entsprechend der Arbeit in den drei Graden zu gegebener Zeit Arbeitstafeln offen gelegt, enthüllt oder umgedreht. Diese dienen, wie auch der Arbeitsteppich, der Instruktion und Verinnerlichung der relevanten Werkzeuge und Symbole. Anders als bei den Teppichen ist hier nicht mehr der abstrahierte Grundriss des (salomonischen) Tempels stringente Gestaltungsgrundlage, sondern vielmehr eine Komposition / ein Arrangement von Sinn- und Merkbildern. Die Formgebung war somit freier, und vom streng geometrischen bzw. achssymmetrischen Grundaufbau losgelöst. Perspektivische Darstellungen, aber auch die Darstellung von Licht und Schattenwurf geben dem Bild nun Raum und Tiefe. Auf Teppichen wurde meist lediglich durch die perspektivische Streckung des musivischen Pflasters eine Scheinperspektive erreicht.
Künstlerisch versierte Brüder nutzen nun die Gelegenheit der reichhaltigeren Gestaltung räumlich scheinbar tiefer Räume, und aller sich daraus ergebenden Möglichkeiten. Die Perspektive bringt zur räumlichen auch eine weitere Dimension mit ein: Die Zeit (die vergeht, wenn der Betrachter den sich vor seinen Augen entfaltenden Raum „im Geiste“ durchschreitet).

Modernere und zeitgenössische Darstellung entfernen sich, unter Berufung auf relevante Grundmotive, welche als Zitat verwendet werden, zusehends weiter vom ursprünglichen geometrischen, teils symmetrischen Aufbau, hin zu einer freieren Interpretation. Inwiefern diese Entwicklung einen Fortschritt darstellt, oder eine Entfernung von den Quellen darstellt, liegt im Auge des Betrachters.

Quellen | Bücher

Verwendete und empfohlene weitergehende Literatur

  • Gimpel, Jean: Die Kathedralenbauer, bei Deukalien, 1956.
  • Alfried Lehner: Das wunderbare Wissen vom Wesen der Welt, (S. 50) Bauhütte, Bonn, 1993.
  • Kramke, Wolfgang: Pentagramm, Hexagramm und Achtort bei Kirchen der Zisterzienser und anderen Kirchen, (S. 47) Berlin. 2003.
  • Zacharias, Alfred: Stein in der Mauer, (S. 76) Regensburg, 1956.
  • Lennhoff, Eugen und Posner, Oskar (Hg.): Internationales Freimaurerlexikon, Herbig, 2000.

VERRÄTERSCHRIFTEN / PSEUDO-VERRÄTERSCHRIFTEN

  • Prichard, Samuel: MASONRY Dissected, bei Charles Corbett, London, 1730.
  • W-O-V-n (Pseudonym), Three distinct Knocks, bei H. Serjeant, England, ca 1760.
  • N.N., JACHIN AND BOAZ, bei W.Nicoll und E. Newberyy, London, 1790.

Quellen

Verwendete und empfohlene weitergehende Literatur

Siehe auch


Links


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