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Workshop Bremer Symbolgemälde

Version vom 16. September 2016, 16:00 Uhr von Jens Rusch (Diskussion | Beiträge)

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Inhaltsverzeichnis

Workshop Bremer Symbolgemälde

Das Resultat sollte keine touristische Aufarbeitung, keine Dokumentation oder Stadtwerbung werden. Auch keine freimaurerische Propaganda. Das Gemälde soll vielmehr die künstlerische Interpretation von Einflüssen komprimieren. Am Besten symbolisiert diesen Impetus die Version der Bremer Stadtmusikanten. Genau das ist die Aufgabe eines Künstlers: transparent zu machen, was sich für ihn hinter der Oberfläche erschliesst. Der eigene Kosmos wird angereichert und das Ergebnis kann im günstigsten Fall die Erfahrungswelt des Betrachters erweitern. Sonst wäre es bloße Dekoration.

Jede künstlerische Arbeit, deren Ziel ein Ergebnis von inhaltlicher Bedeutung ist, beginnt mit einer intensiven Recherche und Materialsammlung. Eine altehrwürdige Hansestadt bietet im Gegensatz zu anderen Orten dabei eher ein Zuviel als einen Mangel an möglichen Motiven. Einen besonderen Reiz stellten die Bijoux der Logen dar.

Ein Kaleidoskop schöner und geschichtsträchtiger Ikonographien, über die sich bereits zuvor Generationen von Logenmitgliedern Gedanken gemacht hatten. Künstlerisch versierte Brüder hatten ihre Bedeutung verdichtet und Kunsthandwerker ihnen repräsentative Formen verliehen. Alle kompositorischen Bezugslinien sollten also zu diesen Bijoux führen, den Blick zu ihnen lenken. Dabei wurden dann die Strahlen des allsehenden Auges und die fiktive Takelage der Schiffahrts-Symbole zu hilfreichen Gestaltungselementen. Jedem Gemälde gehen umfangreiche Skizzen voraus, wie man hier sehen kann.

Um ein Bild nicht zu überladen muss man sich von Elementen trennen, die durchaus Sinn ergeben hätten. Das “animalische Vanitas” der Stadtmusikanten sollte ursprünglich beispielsweise eine zentrale Position einnehmen, größer dargestellt werden. Eine schöne Metapher für die Aufgabe des Künstlers, wie Jens Rusch sie interpretiert: Nicht nur das Sichtbare darzustellen,sondern auch das, was sich hinter dem “Offensichtlichen” verbirgt.

Das Symbolgemälde fasst nicht nur die zwöf in Bremen und “umzu” arbeitenden regulären Freimaurerlogen zusammen, es enthält auch Inhalte, die erst auf den zweiten Blick einen Sinn ergeben. Künstlerische Freiheiten in Anspruch zu nehmen ist dabei ein Grundrecht des schaffenden Menschen. Das Wappen des Roland ist eine solche kleine Unverfrorenheit. Die Abwandlung des ursprünglichen Sujets ist eine kleine Reminiszens an den altehrwürdigen schottischen Ritus, mithin ein Gruss an die in Bremen arbeitenden ACGL- Logen. Das sogenannte “Allsehende Auge”, das man auch in vielen christlichen Kirchen findet, erhielt einen “Blickwechsel”, wie man ihn von Escher und einem anderen Gemälde von Jens Rusch bereits kennt.

Die Reflektion des Vanitas-Symboles erinnert an die eigene Vergänglichkeit. Die Lichtstrahlen wandeln sich hier zur Tagelage und verweisen auf die bedeutende Seefahrtsgeschichte Bremens hin, die auch die Zusammensetzung der Bruderschaften der wichtigsten Logen geprägt haben dürfte.

Vom Kompass bis zum Anker, Zirkel, Globus und Stadtschlüssel - Bremen ist eng mit der Seefahrt verbunden. Und so ist es denn auch die hier gewachsene Freimaurerei. Ohnehin kosmopolitisch aufgestellt, wird hier das Tor zur Welt greifbarer, als in anderen Hanse-Städten. Für Aussiedler und Heimkehrer hat der Leuchtturm Roter Sand eine wichtige Bedeutung. Das Bauwerk ist heute nicht mehr als Leuchtfeuer in Betrieb, dient jedoch weiterhin als Tagessichtzeichen. Der Leuchtturm war das erste, direkt auf Meeresgrund errichtete Bauwerk.Es wurde zum Symbol des technischen Fortschritts im Deutschen Kaiserreich und ist in Deutschland noch heute der Inbegriff eines Leuchtturms. 2010 wurde es als Historisches Wahrzeichen der Ingenieur-baukunst in Deutschland ausgezeichnet. Dieses Symbol in der Außenweser vor Bremerhaven ist das erste und das letzte sichtbare Symbol für Aussiedler und Heimkehrer.

Arbeiten am Gemälde

Ein langer Weg von der Skizze, über die Untermalung mit Lasuren, danach die deckende Feinarbeit mit Ölfarben - insgesamt gut zweieinhalb Monate Arbeit. Jens Rusch arbeitet gern in der sogenannten “Mittelton-Malerei”, die ein gezieltes Höhen und Anlegen von dunklen Farbübergängen ermöglicht. Diese Technik erlernte er von Peter Proksch, der seinerseits ein Schüler von Ernst Fuchs war. Wenn das Gerüst erst einmal steht, wird die Malerei zur Meditation. Die “Höhung” mit Elfenbeinweiss muss in die leicht angezogene Untermalung erfolgen. Das geht auch mit Eitempera. Jens Rusch bevorzugt die leicht nachdunkelnde Ölfarbe, weil sie sanftere Übergänge möglich macht, plastischere Formen ergibt. Lichter erfordern dann allerdings einen zusätzlichen Arbeitsgang.



Siehe auch

Entstehungsprozesse weiterer künstlerischer oder kunsthandwerklicher Prozesse lassen sich in folgenden Artikeln entdecken:

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