Freimaurerische Auftragsgemälde Sammlung Hiendl: Unterschied zwischen den Versionen

Aus Freimaurer-Wiki
 
(28 dazwischenliegende Versionen desselben Benutzers werden nicht angezeigt)
Zeile 1: Zeile 1:
== Auftragsgemälde ==
== Auftragsgemälde ==
Als [[Jens Rusch]] 65 Jahre alt wurde, fasste er einen Entschluss: Er wollte keine Gemäldeaufträge mehr annehmen und sein Spätwerk ausschließlich der eigenen surrealen Ideenwelt widmen. Doch es sollte anders kommen.


Für die Rekonstruktion der von den Nationalsozialisten zerstörten lebensgroßen Statue des freimaurerischen Reformers Friedrich Ludwig Schröder im Hamburger Logenhaus benötigte er eine beträchtliche Summe, die ihm aus eigenen Mitteln nicht zur Verfügung stand. Zu dieser Zeit interessierte sich sein freimaurerischer Bruder Christoph Hiendl für ein gerade begonnenes „Shriners“-Gemälde. Gemeinsam beschlossen sie, das Honorar für diese Arbeit zur Finanzierung der aufwändigen Rekonstruktion einzusetzen.
Über dieses erste Gemälde erschloss sich Hiendl die Bildwelt des norddeutschen Künstlers. Aus dem brüderlichen Dialog über Kunst und Freimaurerei entwickelte sich eine Freundschaft, die auch das Fundament ihrer weiteren Zusammenarbeit bilden sollte.
Hiendl verstand rasch, unter welcher Voraussetzung Rusch bereit war, weitere Auftragsgemälde zu schaffen: Über die gemeinsam entwickelte Grundidee hinaus musste der künstlerische Arbeitsprozess frei von jeder Einflussnahme bleiben. Was auf der Leinwand Gestalt annahm, sollte sich aus der inneren Logik des Bildes und der Vorstellungskraft des Malers entwickeln dürfen.
Dieses Vertrauen traf auf ein verwandtes Verständnis freimaurerischer Symbolik. Ihre Vorstellungen lagen nahe genug beieinander, um eine gemeinsame Ausgangsbasis zu schaffen, und ließen zugleich genügend Raum für Ruschs eigenständige Bildsprache. So konnte er im künstlerischen Fluss bleiben und auch innerhalb dieser Auftragsarbeiten jene surrealen Gedankenwelten entfalten, denen er sein Spätwerk gewidmet hatte.


<gallery widths="550" heights="550">
<gallery widths="550" heights="550">
Bild:Shriners Still Live.jpg|
Bild:Shriners Still Live.jpg|"Shriners" Erste Auftragsarbeit für Br Christoph Hiendl. Mit dem Honorar finanzierte Br [[Jens Rusch]] die [[Rekonstruktion: Friedrich Ludwig Schröder|Rekonstruktion]] der von den Nazis zerstörten [[Friedrich Ludwig Schröder |Friedrich Ludwig Schröder]]-Statue.
Bild:Christoph Hiendl.jpg |
Bild:Christoph Hiendl.jpg |
Bild:Weisheit -Hiendl.jpg
Bild:Weisheit -Hiendl.jpg
Zeile 11: Zeile 19:
Bild:
Bild:
</gallery>
</gallery>
Es sind subtile Dialoge, aus denen solche Bilder hervorgehen. Vollständige Übereinstimmung ist dafür keine Voraussetzung. Entscheidend ist vielmehr ein gegenseitiges Verständnis, das auch unterschiedliche Sichtweisen trägt und dem schöpferischen Prozess Raum lässt.
Wie ein eingespieltes Operationsteam oder eine erfahrene Flugzeugbesatzung benötigt auch ein Künstler vor seiner Staffelei ein Vertrauen, das nicht bei jedem Handgriff neu ausgehandelt werden muss. Zwischen ihm und den Menschen, die er darstellt, entsteht im günstigsten Fall ein stiller Konsens: das Wissen darum, dass der andere die gemeinsame Absicht versteht, ohne jeden einzelnen Schritt vorhersehen oder bestimmen zu müssen. Aus einem solchen Verhältnis kann jene Form von Mäzenatentum erwachsen, von der die Kunstgeschichte außergewöhnliche Beispiele kennt.
Bei Christoph Hiendl und Jens Rusch bildete die beiderseitige Vertrautheit mit masonischen Symbolwelten eine wesentliche Grundlage. Beide verstanden diese als einen lebendigen Bestandteil freimaurerischer Selbsterziehung. Ihre sich entwickelnde bildhafte Dialogwelt reichte jedoch bald über diesen gemeinsamen Ausgangspunkt hinaus. Verwandte Interessen an Psychologie und Medizin sowie eine ähnlich ausgeprägte empathische Bereitschaft zu karitativem Engagement vertieften die Verbindung.
So wuchs ein Einvernehmen, bei dem sich heute kaum noch benennen lässt, wo Brüderlichkeit und Freundschaft in eine ungewöhnliche Form von Mäzenatentum übergingen. Hiendls Vertrauen ermöglichte Rusch jene künstlerische Freiheit, die er für seine Arbeit benötigte. Daraus entstanden weitere Gemälde, die ohne diese menschlichen und geistigen Voraussetzungen niemals zu ihrem besonderen surrealen Ausdruck gefunden hätten.


== Workshops ==
== Workshops ==
<gallery widths="250" heights="250">
Bild:Workshop Hiendl 1.jpg|
Bild:Workshop Hiendl 2.jpg
Bild:Workshop Hiendl 3.jpg
Bild:Workshop Hiendl 4.jpg
Bild:
Bild:
Bild:
</gallery>
== Skizzen und Vorstufen ==
== Skizzen und Vorstufen ==
Heute ist Jens Rusch, der zu den bekanntesten Künstlern innerhalb der internationalen Freimaurerei zählt, 76 Jahre alt. Die hier gezeigten Skizzen und Vorschläge gehören zu einem gerade begonnenen Gemälde und geben Einblick in die Entstehung eines Werkes, das voraussichtlich zu seinen letzten größeren Arbeiten zählen wird. Mit norddeutscher Selbstironie bemerkt er dazu: „Wer heute noch ein Gemälde bei mir in Auftrag gibt, der kauft auch mein Alter mit.“
Nach einer Krebserkrankung und einem Schlaganfall besitzt die Arbeit an der Staffelei für Rusch zugleich einen unverzichtbaren therapeutischen Wert. Sie gibt seinem Alltag Richtung und ermöglicht ihm, Erfahrungen bildhaft zu verarbeiten, die sich mit Worten allein kaum vermitteln lassen. Welche Spuren Krankheit und gelebtes Leben in seinen surrealen Bildwelten hinterlassen, erschließt sich dabei oft nur jenen, die um diese Hintergründe wissen.
<gallery widths="250" heights="350">
Bild:Christoph Hiendl 1.png|
Bild:Christoph Hiendl 2.png
Bild:Christoph Hiendl 3.png
Bild:Christoph Hiendl 4.png
Bild:
Bild:
Bild:
</gallery>
== Metaphern und Symbole ==
== Metaphern und Symbole ==
== Sammlung Hiendl ==
<gallery widths="550" heights="550">
Bild:Freud heller.jpg| "Manchmal wache ich Nachts schweißgebadet auf, weil ich träumte, ich wäre Franz Kafka".
Bild:AbendmahlCopyright.jpg
Bild:Visite 3.jpg
Bild:
Bild:
Bild:
Bild:
</gallery>
== Engagement ==
[[Datei:Wattdoc PNG 2.png|999px|zentriert|alternativtext=Watt-Doc|Prof. Dr. Dr. Christoph Hiendl bei der Charity-Veranstaltung "Wattolümpiade" in Brunsbüttel.]]
== Siehe auch ==
Weitere freimaurerische Arbeiten von Bruder [[Jens Rusch]] im Freimaurer-Wiki.
=== Kontakt ===
jensrusch@gmx.de

Aktuelle Version vom 5. November 2026, 18:05 Uhr

Auftragsgemälde

Als Jens Rusch 65 Jahre alt wurde, fasste er einen Entschluss: Er wollte keine Gemäldeaufträge mehr annehmen und sein Spätwerk ausschließlich der eigenen surrealen Ideenwelt widmen. Doch es sollte anders kommen.

Für die Rekonstruktion der von den Nationalsozialisten zerstörten lebensgroßen Statue des freimaurerischen Reformers Friedrich Ludwig Schröder im Hamburger Logenhaus benötigte er eine beträchtliche Summe, die ihm aus eigenen Mitteln nicht zur Verfügung stand. Zu dieser Zeit interessierte sich sein freimaurerischer Bruder Christoph Hiendl für ein gerade begonnenes „Shriners“-Gemälde. Gemeinsam beschlossen sie, das Honorar für diese Arbeit zur Finanzierung der aufwändigen Rekonstruktion einzusetzen.

Über dieses erste Gemälde erschloss sich Hiendl die Bildwelt des norddeutschen Künstlers. Aus dem brüderlichen Dialog über Kunst und Freimaurerei entwickelte sich eine Freundschaft, die auch das Fundament ihrer weiteren Zusammenarbeit bilden sollte.

Hiendl verstand rasch, unter welcher Voraussetzung Rusch bereit war, weitere Auftragsgemälde zu schaffen: Über die gemeinsam entwickelte Grundidee hinaus musste der künstlerische Arbeitsprozess frei von jeder Einflussnahme bleiben. Was auf der Leinwand Gestalt annahm, sollte sich aus der inneren Logik des Bildes und der Vorstellungskraft des Malers entwickeln dürfen.

Dieses Vertrauen traf auf ein verwandtes Verständnis freimaurerischer Symbolik. Ihre Vorstellungen lagen nahe genug beieinander, um eine gemeinsame Ausgangsbasis zu schaffen, und ließen zugleich genügend Raum für Ruschs eigenständige Bildsprache. So konnte er im künstlerischen Fluss bleiben und auch innerhalb dieser Auftragsarbeiten jene surrealen Gedankenwelten entfalten, denen er sein Spätwerk gewidmet hatte.

Es sind subtile Dialoge, aus denen solche Bilder hervorgehen. Vollständige Übereinstimmung ist dafür keine Voraussetzung. Entscheidend ist vielmehr ein gegenseitiges Verständnis, das auch unterschiedliche Sichtweisen trägt und dem schöpferischen Prozess Raum lässt.

Wie ein eingespieltes Operationsteam oder eine erfahrene Flugzeugbesatzung benötigt auch ein Künstler vor seiner Staffelei ein Vertrauen, das nicht bei jedem Handgriff neu ausgehandelt werden muss. Zwischen ihm und den Menschen, die er darstellt, entsteht im günstigsten Fall ein stiller Konsens: das Wissen darum, dass der andere die gemeinsame Absicht versteht, ohne jeden einzelnen Schritt vorhersehen oder bestimmen zu müssen. Aus einem solchen Verhältnis kann jene Form von Mäzenatentum erwachsen, von der die Kunstgeschichte außergewöhnliche Beispiele kennt.

Bei Christoph Hiendl und Jens Rusch bildete die beiderseitige Vertrautheit mit masonischen Symbolwelten eine wesentliche Grundlage. Beide verstanden diese als einen lebendigen Bestandteil freimaurerischer Selbsterziehung. Ihre sich entwickelnde bildhafte Dialogwelt reichte jedoch bald über diesen gemeinsamen Ausgangspunkt hinaus. Verwandte Interessen an Psychologie und Medizin sowie eine ähnlich ausgeprägte empathische Bereitschaft zu karitativem Engagement vertieften die Verbindung.

So wuchs ein Einvernehmen, bei dem sich heute kaum noch benennen lässt, wo Brüderlichkeit und Freundschaft in eine ungewöhnliche Form von Mäzenatentum übergingen. Hiendls Vertrauen ermöglichte Rusch jene künstlerische Freiheit, die er für seine Arbeit benötigte. Daraus entstanden weitere Gemälde, die ohne diese menschlichen und geistigen Voraussetzungen niemals zu ihrem besonderen surrealen Ausdruck gefunden hätten.

Workshops

Skizzen und Vorstufen

Heute ist Jens Rusch, der zu den bekanntesten Künstlern innerhalb der internationalen Freimaurerei zählt, 76 Jahre alt. Die hier gezeigten Skizzen und Vorschläge gehören zu einem gerade begonnenen Gemälde und geben Einblick in die Entstehung eines Werkes, das voraussichtlich zu seinen letzten größeren Arbeiten zählen wird. Mit norddeutscher Selbstironie bemerkt er dazu: „Wer heute noch ein Gemälde bei mir in Auftrag gibt, der kauft auch mein Alter mit.“

Nach einer Krebserkrankung und einem Schlaganfall besitzt die Arbeit an der Staffelei für Rusch zugleich einen unverzichtbaren therapeutischen Wert. Sie gibt seinem Alltag Richtung und ermöglicht ihm, Erfahrungen bildhaft zu verarbeiten, die sich mit Worten allein kaum vermitteln lassen. Welche Spuren Krankheit und gelebtes Leben in seinen surrealen Bildwelten hinterlassen, erschließt sich dabei oft nur jenen, die um diese Hintergründe wissen.

Metaphern und Symbole

Sammlung Hiendl

Engagement

Watt-Doc

Siehe auch

Weitere freimaurerische Arbeiten von Bruder Jens Rusch im Freimaurer-Wiki.

Kontakt

jensrusch@gmx.de