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*[[Große Landesloge der Freimaurer von Deutschland]] Im Frühjahr 1935 führte die Große Loge von Preußen genannt zur Freundschaft einen Vorstoß zur endgültigen Klärung der Situation. Sie schickten ihr prominentestes Mitglied, den Reichsminister Dr. Hjalmar Schacht zu Hitler und erfuhren, dass eine Auflösung der deutschen Freimaurerei unumgänglich sei. Das Innenministerium wies darauf die Großlogen an, bis spätestens 21. Juli 1935 für sich und ihre Tochterlogen die Liquidationsverfahren einzuleiten. Am 14. Juli 1935 fand die Schlußfeier der GLLFvD statt.
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*[[Zu den drey Balken des neuen Tempels]] Am 21. Juli 1935 gehen die Lichter aus.
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*[[Zur Bruderliebe an der Nordsee]] Als 1935 die Husumer Loge von den damaligen Machthabern geschlossen wurde, hatte sie 150 Mitglieder.
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*[[Zur Vaterlandsliebe]] Einst unter dem Schutz der Großen Loge von Hamburg 1819 gestiftet, schloss sich die Loge „Zur Vaterlandsliebe" der Großen Loge von Preußen, genannt „Royal York zur Freundschaft", im Jahre 1926 an und musste 1935 die Lichter löschen.
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*[[Zur Wahrheit (Nürnberg)]] Max Seber, der F.Z.A.S.-Großmeister, ruft alle Brüder Meister zu geistigem Widerstand gegen das NS-Regime auf - im Gegensatz zu anderen Deutschen Großlogen, die sich nach der Machtergreifung 1933 den Nazis erst anbiedern und 1935 aufgelöst werden.
  
 
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Am 19.12.1935 wurde in der Pariser Loge „Les Zélés Philanthropes“ vorgeschlagen, ihn ([[Kurt Tucholsky]]) aus der Mitgliederliste zu streichen, weil man schon lange nichts mehr von ihm gehört hatte und er auch wohl die Beiträge nicht gezahlt hatte. Da er aber eine Zeichnung mit dem Thema „Sterbebeistand“ angekündigt hatte, sah man davon ab.  
 
Am 19.12.1935 wurde in der Pariser Loge „Les Zélés Philanthropes“ vorgeschlagen, ihn ([[Kurt Tucholsky]]) aus der Mitgliederliste zu streichen, weil man schon lange nichts mehr von ihm gehört hatte und er auch wohl die Beiträge nicht gezahlt hatte. Da er aber eine Zeichnung mit dem Thema „Sterbebeistand“ angekündigt hatte, sah man davon ab.  
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*[[Rezension: Jochen Schuster: Freimaurer und Justiz in Norddeutschland unter dem Nationalsozialismus (2007)]] Maßnahmen gegen Freimaurer und Justizbeamte: Pikanterweise wurden die Logen vorerst nicht verboten, sondern ein „Runderlass vom 8. 1. 1934“ bot nur eine Art „Auflösehilfe“ (102), und war zudem nur an die drei Altpreussischen Grosslogen gerichtet. Er hatte allerdings nicht den gewünschten Erfolg (106), sodass im September 1935 der Reichs- und Preussische Minister des Innern eine Verfügung erliess, dass sämtliche noch nicht aufgelösten Logen zu schliessen und ihre Vermögen zu beschlagnahmen und einzuziehen seien.
  
 
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*[[1938]]
 
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*[[Freimaurer-Verbot]] Sonderabdruck Nr 53 aus dem Ministerialblatt des Reichs- und Preußischen Ministeriums des Inneren, 1939, Nr 24 (Zugehörigkeit von Beamten zu Freimaurerlogen, anderen Logen oder logenähnlichen Organisationen)
 
*[[Freimaurer-Verbot]] Sonderabdruck Nr 53 aus dem Ministerialblatt des Reichs- und Preußischen Ministeriums des Inneren, 1939, Nr 24 (Zugehörigkeit von Beamten zu Freimaurerlogen, anderen Logen oder logenähnlichen Organisationen)
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*[[Zur Verfolgung deutscher Freimaurer in der NS-Zeit]]
  
 
==Links==
 
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Aktuelle Version vom 18. Februar 2019, 10:33 Uhr

1935

Das Jahr 1935 brachte unter anderem die Zwangsauflösung der Logen und Großlogenstrukturen.

Die Auflösung

Ferner

  • Große Landesloge der Freimaurer von Deutschland Im Frühjahr 1935 führte die Große Loge von Preußen genannt zur Freundschaft einen Vorstoß zur endgültigen Klärung der Situation. Sie schickten ihr prominentestes Mitglied, den Reichsminister Dr. Hjalmar Schacht zu Hitler und erfuhren, dass eine Auflösung der deutschen Freimaurerei unumgänglich sei. Das Innenministerium wies darauf die Großlogen an, bis spätestens 21. Juli 1935 für sich und ihre Tochterlogen die Liquidationsverfahren einzuleiten. Am 14. Juli 1935 fand die Schlußfeier der GLLFvD statt.
  • Zu den drey Balken des neuen Tempels Am 21. Juli 1935 gehen die Lichter aus.
  • Zur Bruderliebe an der Nordsee Als 1935 die Husumer Loge von den damaligen Machthabern geschlossen wurde, hatte sie 150 Mitglieder.
  • Zur Vaterlandsliebe Einst unter dem Schutz der Großen Loge von Hamburg 1819 gestiftet, schloss sich die Loge „Zur Vaterlandsliebe" der Großen Loge von Preußen, genannt „Royal York zur Freundschaft", im Jahre 1926 an und musste 1935 die Lichter löschen.
  • Zur Wahrheit (Nürnberg) Max Seber, der F.Z.A.S.-Großmeister, ruft alle Brüder Meister zu geistigem Widerstand gegen das NS-Regime auf - im Gegensatz zu anderen Deutschen Großlogen, die sich nach der Machtergreifung 1933 den Nazis erst anbiedern und 1935 aufgelöst werden.

Enteignung

  • Logenhaus Moorweidenstraße Hamburg Im Jahre 1935, unmittelbar nach der Auflösung des Freimaurerbundes, wurde das Logenhaus-Eigentum "der unter dem Hammer der Provinzialloge von Niedersachsen hierselbst arbeitenden Logen", mit seiner gesamten Inneneinrichtung, darunter die sehr wertvollen, mit großer Liebe in vielen Jahren zusammengetragenen Sammlungen, von den Behörden beschlagnahmt.

Umgang mit Juden

Kurt Tucholsky

Am 19.12.1935 wurde in der Pariser Loge „Les Zélés Philanthropes“ vorgeschlagen, ihn (Kurt Tucholsky) aus der Mitgliederliste zu streichen, weil man schon lange nichts mehr von ihm gehört hatte und er auch wohl die Beiträge nicht gezahlt hatte. Da er aber eine Zeichnung mit dem Thema „Sterbebeistand“ angekündigt hatte, sah man davon ab.

Justiz

  • Rezension: Jochen Schuster: Freimaurer und Justiz in Norddeutschland unter dem Nationalsozialismus (2007) Maßnahmen gegen Freimaurer und Justizbeamte: Pikanterweise wurden die Logen vorerst nicht verboten, sondern ein „Runderlass vom 8. 1. 1934“ bot nur eine Art „Auflösehilfe“ (102), und war zudem nur an die drei Altpreussischen Grosslogen gerichtet. Er hatte allerdings nicht den gewünschten Erfolg (106), sodass im September 1935 der Reichs- und Preussische Minister des Innern eine Verfügung erliess, dass sämtliche noch nicht aufgelösten Logen zu schliessen und ihre Vermögen zu beschlagnahmen und einzuziehen seien.

Siehe auch

Links