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Droit Humain

Version vom 12. Februar 2012, 12:18 Uhr von Dice (Diskussion | Beiträge)

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Droit Humain

Quelle: Lennhoff, Posner, Binder

LDH England. DROIT HUMAIN (Le)fr.

Internationaler Orden (frz. Ordre maçonnique mixte international Le Droit Humain), ursprünglich französisch, dann in gegen 600 Logen in 18 Ländern verbreitete Organisation, die sich "Gemischte Freimaurerei" nennt, neben Männern auch Frauen aufnimmt, mit der regulären Freimaurerei aber in keinen Beziehungen steht. Eine Loge der 1880 von einigen aus dem Suprême Conseil de France ausgeschiedenen Bauhütten gegründeten schismatischen "Grande Loge Symbolique Ecossaise de France", die "Libres Penseurs" in Le Pecq, erklärte mit anderen die Mitarbeit der Frauen am freimaurerischen Werk für notwendig.

Maria Deraismes

Eine Gruppe verlangte von der Großloge die Genehmigung zur Aufnahme von solchen. Trotz abschlägigen Bescheides, der in der dem traditionellen Charakter der Freimaurerei entsprechenden Verfassung der Obödienz begründet war, beharrte die Loge auf ihrem Standpunkt. Erklärte sich für unabhängig und erteilte am 4. Jänner 1882 der bekannten Feministin Maria Deraismes das Licht. Kurz darauf stellte die Loge aber ihre Arbeiten ein.

1891 teilte Senator Dr. Georges Martin (s. d.) der Großloge mit, die von ihm geleitete Loge "La Jérusalem Ecossaise" habe zwecks Heranziehung von Frauen die Absicht, eine gemischte Loge unter dem Namen "Droit Humain" ins Leben zu rufen: Wieder erfolgte Ablehnung. Trotzdem konstituierte sich die gemischte Loge. Am 14. März 1893 "weihte"- Maria Deraismes in Gegenwart von Dr. Martin 13 Frauen aus eigener Machtvollkommenheit zu "Freimaurerinnen", obgleich sie selbst niemals über den Lehrlingsgrad hinausgekommen war.

Aufnahmen und Erhebungen

Es folgten weitere Aufnahmen und Erhebungen, Dr. Martin ließ sich affiliieren, und am 4. April wurde mit Maria Deraismes als "Vénérable" die Loge gleich als Grande Loge Symbolique Ecossaise de France "Le Droit Bumain" eingesetzt. Im folgenden Jahr starb die bedeutende Frau; ihre Stelle nahm Marie Martin, die Gattin des Dr. Martin (irrtüml. J.C.L.B) ein. 1896 gab sich die Großloge eine Konstitution als symbolische Körperschaft, 1901 erklärte sie sich aber als "Suprême Conseil universel mixte" des Schottischen Ritus des XXXIII. Grades.

Keines der Mitglieder war jemals von einem Obersten Rat des A. u. A. Schottischen Ritus aufgenommen worden. Doktor Martin, vorher heftigster Hochgradgegner, teilte lediglich mit, ein regulärer Br. des XXXIII. Grades habe einen Angehörigen des "Rite mixte" auf die höchste Stufe erhoben, und dieser habe weitere Beförderungen vorgenommen. Eine Reihe von Austritten war die Folge.

Bis 1910 entstanden in Frankreich, die Mutterloge eingeschlossen, insgesamt sechs Logen des "Droit Humain", davon vier in der Provinz. Der Aufschwung kam vom Ausland her. Anläßlich des Pariser Theosophenkongresses zu Beginn des Jahrhunderts wurde die Führerin der Theosophen, Annie Besant, mit anderen Jüngern dieser Lehre in die "gemischte Freimaurerei" aufgenommen und nahm seither aktivsten Anteil an der Propagierung des "Droit Humain".

Universal Co-Masonry

Sie führte die "Universal Co-Masonry ( ursprünglich "Joint Masonry" genannt) in England und in Indien ein und gründete eine ganze Anzahl von Logen, als erste in London die Mutterloge "Human Duty". Auch am Zentralpunkt der theosophischen Bewegung, in Indien, entstand eine solche. Annie Besant stiftete Logen in Benares, Bombay, Adyar und Rangoon und unterließ es auch nicht, Krishnamurti dem Bunde zuzuführen.

Die Entwicklung ging nun auch in manchen nicht theosophischen Kreisen rasch vorwärts zu einer Sezession; am 15. Jänner 1914 teilte eine "Grande Loge Mixte" ihre Existenz mit; sie kehrte aber später zum S. C. zurück. Lediglich die Loge "La Sagesse Science et Vérité" blieb außerhalb. Während des Krieges starb das Ehepaar Martin; nach dem Waffenstillstand wurde Eugene Piron, 1929 Lueien Iévi Großkommandeur. Ein internationaler Kongreß, 1920, nahm eine neue internationale Konstitution an, die 1921 in Druck gelegt wurde. Dieser Verfassung zufolge zerfällt der "Rite mixte" in nationale Föderationen, die im Gebiete ihrer Jurisdiktion eine gewisse Souveränität ausuben. Jede Föderation ist im Obersten Rat vertreten. Sekretariat: 5, rue Jules-Breton, Paris

Grand Orient de France

Das "Droit Humain" hat der internationalen Freimaurerei wiederholt Anlaß zu Erörterungen gegeben. Die Großloge von England erklärte 1929, mit keiner Obödienz in Beziehungen stehen zu können, die die "gemischte Freimaurerei" anerkennen wurde, auch die A. M. I. hat 1921 festgestellt, daß Großlogen, bezw. Großoriente, die Frauen aufnehmen, in ihren Reihen keinen Platz finden können. Lediglich der Grand Orient de France hat nach anfänglichem heftigen Widerstand gegen die Gründung des "Droit Humain" 1920 dessen männlichen Mitgliedern den Zutritt zu seinen Logen gestattet. 1930 hat er aber den diesbezüglichen Vertrag gekündigt. Auch die Grande Loge de France hat ihren Mitgliedern die Beteiligung an freimaurerischen Zusammenkünften mit dem D. H untersagt.

Logen des Droit Humain

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