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Franz Schuhmeier

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Quelle: Internationales Freimaurer-Lexikon von Eugen Lennhoff und Oskar Posner (1932)

Populärer Führer der österreichischen Sozialdemokratie, Redakteur der "Volkstribüne", Reichsrats- und Landtagsabgeordneter, Gemeinderat der Stadt Wien, * 1864, ermordet von einem politischen Gegner 1913, war Mitglied der Loge "Sokrates" in Wien, wurde mit maurerischer Bekleidung aufgebahrt.

Leben, Politik und das Attentat (gekürzt aus Wikipedia):

Der Sohn der Wäscherin Theresia und des immer wieder arbeitslosen Bandmachergesellen Eduard Schuhmeier aus Wien-Ottakring wuchs in ärmlichen Verhältnissen auf. Er arbeitete als Hilfsarbeiter in einer Fabrik, wo er den Weg zu der sich gerade entwickelnden Sozialdemokratie fand.

Im Oktober 1891 erschien zum ersten Mal die von Schuhmeier mitbegründete "Volkstribüne", die das offizielle Organ der Niederösterreichischen und Wiener Sozialdemokratischen Arbeiterpartei (SDAP) wurde. Zuerst der radikalen „anarchistischen“ Richtung zugehörig, übernahm er mehr und mehr reformistische Positionen und wurde zu einem Verfechter der Parteieinheit. Schuhmeier zählte zum deutschnationalen, demokratischen und antihabsburgischen Teil der Sozialdemokraten, der gelegentlich auch vordergründigen Antisemitismus vertrat.

Schuhmeier-Denkmal im Friedhof Wien-Ottakring.
Foto: Otberg.

1900 wurde Schuhmeier in den Wiener Gemeinderat gewählt. Er und der spätere Wiener Bürgermeister Jakob Reumann waren damit die ersten sozialdemokratischen Gemeinderäte Wiens. Dort lieferte er sich „legendäre Rededuelle“ mit Bürgermeister Lueger. 1901 wurde Schuhmeier auch einer der beiden ersten sozialdemokratischen Abgeordneten zum Reichsrat.

Schuhmeier stand mit seiner derb-drastischen Redeweise - er sprach den Dialekt der Wiener Vorstädte - häufig in Opposition zum Parteivorsitzenden Victor Adler, auch weil er meist ein offensiveres Vorgehen wie Straßendemonstrationen forderte. In parteiinternen Auseinandersetzungen polemisierte er auch gegen jüdische Parteifreunde wie Friedrich Austerlitz, den er als „Juden der Arbeiterzeitung“ verunglimpfte. Schuhmeiers Parteifreund Wilhelm Ellenbogen bezeichnete Schuhmeiers Einstellung als „Koketterie mit dem Antisemitismus“.

Bei der Rückkehr von einer Wahlkundgebung in Stockerau wurde Franz Schuhmeier am 11. Februar 1913 von Paul Kunschak, dem geistig verwirrten, arbeitslosen Bruder des Begründers der christlichen Arbeiterbewegung, in der Halle des Wiener Nordwestbahnhofs erschossen.

Die Beerdigung des populären Arbeiterführers am Ottakringer Friedhof in einem ehrenhalber gewidmeten Grab (Gruppe 14, Reihe 1, Nummer 1/2) bekam eine für Wien bislang unbekannte Dimension. Es nahmen bis zu einer halben Million Trauergäste teil. Diese Massenmanifestation am 16. Februar 1913 wurde Wiens bis dahin größte Demonstration.

Der Mörder Paul Kunschak wurde zum Tode verurteilt. Nachdem Schuhmeier stets gegen die Todesstrafe eingetreten war, schloss sich seine Witwe Cilli einem Gnadengesuch an. Das Urteil wurde daraufhin in 20 Jahre Kerkerhaft umgewandelt. Am 20. November 1918 wurde Kunschak bei der allgemeinen politischen Amnestie nach dem Ersten Weltkrieg fünf Jahre nach der Tat begnadigt.

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