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Hochgrade in Österreich: Unterschied zwischen den Versionen

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'''In Österreich arbeiten drei Hochgradsysteme: ‚Alter und Angenommener Schottischer Ritus’ (AASR)‚ York Ritus’ und 'Rektifizierter Schottischer Ritus' (RSR). Details von [[Rudi Rabe]].'''
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== Hochgrade in Österreich ==
 
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'''In Abstimmung mit der englisch orientierten und dominierenden 'Großloge von Österreich' gibt es mehrere selbständige Hochgradsysteme. Bei der zweitgrößten Obödienz, dem französisch beeinflussten 'Droit Humain', sind Hochgrade integriert. Weitere Hochgrade sind mit kleineren gemischten Großlogen verbunden. <br/>  Details von [[Rudi Rabe]].'''
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[[Bild:AASR-Schärpe.jpg|thumb|250px|Schärpe eines AASR-Kommandeurs im 33. Grad: ein Stück aus dem 19. Jahrhundert in der Sammlung der [[Großloge von Österreich]]. <br/> Die Schärpe wurde gezeigt in der [[Freimaurer-Ausstellung Wien 2017]]. <br/> Foto: GLvÖ.]]
 
==Grundsätzliches==
 
==Grundsätzliches==
  
'''Wozu ‚[[Hochgrade]]’?'''
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'''Wozu Hochgrade?'''
  
Grundsätzlich soll die Freimaurerei dem Freimaurer helfen, durch das Erlebnis ritueller Formen sowie durch die Begegnung mit anderen Brüdern, die er sonst nie kennen lernte, ein erfülltes Leben zu führen. Das geschieht durch rituelle Gemeinschaftserlebnisse sowie die Erteilung von Graden, die dem Freimaurer jedes Mal die Welt eines neuen Rituals mit seinen Symbolen und Erkenntnissen zugänglich macht. Die Grade werden deshalb in manchen freimaurerischen Systemen (= ‚Obödienzen’) auch Erkenntnisstufen genannt. In der (blauen) Johannisfreimaurerei sind es die Grade Lehrling, dann Geselle und schließlich Meister.  
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Grundsätzlich soll die Freimaurerei dem Freimaurer helfen, durch das Erlebnis ritueller Formen sowie durch die Begegnung mit anderen Brüdern, die er sonst nie kennen lernte, ein besserer Mensch zu werden und ein erfülltes Leben zu führen. Das geschieht durch rituelle Gemeinschaftserlebnisse sowie die Erteilung von Graden, die dem Freimaurer jedes Mal die Welt eines neuen Rituals mit seinen Symbolen und Erkenntnissen zugänglich macht. Die Grade werden deshalb in manchen freimaurerischen Systemen (= Obödienzen) auch Erkenntnisstufen genannt. In der (blauen) Johannisfreimaurerei sind es die Grade Lehrling, dann Geselle und schließlich Meister.  
  
Die weiterführenden Systeme, also die sogenannten (roten) Hochgrade, sollen dem Freimaurer auf dem Weg der Selbstfindung zusätzliche Anregungen bieten: durch Rituale über den blauen Meistergrad hinaus, was allerdings auch bedeutet, öfters anwesend zu sein. Und zweitens durch den Umstand, dass er Brüder anderer blauen Logen trifft. Dies wirkt der Tendenz entgegen, sich auf die eigene (blaue) Loge zu konzentrieren und kaum Verbindungen zu anderen Logen und erst recht nicht zu Brüdern aus anderen Orten (= ‚Orienten’) zu pflegen. So kann verhindert werden, dass Brüder, obwohl sie oft viele Jahre Freimaurer sind, einander fremd bleiben.
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Die weiterführenden Systeme, also die sogenannten (roten) Hochgrade, sollen dem Freimaurer auf dem Weg der Selbstfindung zusätzliche Anregungen bieten: durch Rituale über den blauen Meistergrad hinaus, was allerdings auch bedeutet, öfters anwesend zu sein. Und zweitens durch den Umstand, dass er Brüder anderer blauen Logen trifft ("Bogenfunktion"). Dies wirkt der Tendenz entgegen, sich auf die eigene (blaue) Loge zu konzentrieren und kaum Verbindungen zu anderen Logen und erst recht nicht zu Brüdern aus anderen Orten (= Orienten) zu pflegen. So kann verhindert werden, dass Brüder, obwohl sie oft viele Jahre Freimaurer sind, einander fremd bleiben.
  
 
'''Eigentlich: 'Nebengrade' oder ‚Vertiefende Grade’'''
 
'''Eigentlich: 'Nebengrade' oder ‚Vertiefende Grade’'''
  
Viele Freimaurer sind sich bewusst, dass das traditionelle Wort ‚Hochgrade’ unglücklich gewählt ist. Es suggeriert, dass diese Systeme über der klassischen Johannisfreimaurerei stehen. In Wahrheit ergänzen sie diese nur. Die blauen Logen sind die Basis der Freimaurerei, auf der alles andere aufbaut. Im Englischen spricht man daher auch von ‚Appendant’ (dazugehörig) oder ‚Concordant Bodies’; oder von ‚Additional Degrees’ und ‚Side Degrees’.  
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Viele Freimaurer sind sich bewusst, dass das traditionelle Wort ‚Hochgrade’ unglücklich gewählt ist. Es suggeriert, dass diese Systeme über der klassischen Johannisfreimaurerei stehen. In Wahrheit ergänzen sie diese nur. Die blauen Logen sind die Basis der Freimaurerei, auf der alles andere aufbaut. Im Englischen nennt man die Hochgrade daher auch ‚Appendant’ (dazugehörig) oder ‚Concordant Bodies’; oder ‚Additional Degrees’ und ‚Side Degrees’.  
  
 
Der österreichische Schottische Ritus bevorzugt die Ausdrücke 'weiterführende', 'vertiefende' oder 'verinnerlichende' Grade. Und der österreichische 'Royal Arch' hält sogar in seinem Aufnahmeritual mit Bezug auf das Unionsprotokoll der beiden englischen Großlogen zur United Grand Lodge of England (1813) ausdrücklich fest: ''„Wir Maurer vom Königlichen Bogen sind der Ansicht, dass sich die Freimaurerei in den drei Graden'' (der blauen Freimaurerei) ''voll ausdrückt: dem Grad des Lehrlings, des Gesellen und dem höchsten maurerischen Grad, dem des Meisters. Alle anderen Grade'' (also die der roten Freimaurerei) ''sind Nebengrade, Vervollkommnungsgrade der Königlichen Kunst.“''
 
Der österreichische Schottische Ritus bevorzugt die Ausdrücke 'weiterführende', 'vertiefende' oder 'verinnerlichende' Grade. Und der österreichische 'Royal Arch' hält sogar in seinem Aufnahmeritual mit Bezug auf das Unionsprotokoll der beiden englischen Großlogen zur United Grand Lodge of England (1813) ausdrücklich fest: ''„Wir Maurer vom Königlichen Bogen sind der Ansicht, dass sich die Freimaurerei in den drei Graden'' (der blauen Freimaurerei) ''voll ausdrückt: dem Grad des Lehrlings, des Gesellen und dem höchsten maurerischen Grad, dem des Meisters. Alle anderen Grade'' (also die der roten Freimaurerei) ''sind Nebengrade, Vervollkommnungsgrade der Königlichen Kunst.“''
 
Die Mitarbeit bei den Hochgraden ist optional: Ein Freimaurer kann sich daran beteiligen, er muss aber nicht. Er kann sich auch wie die meisten auf die drei Basisgrade ‚Lehrling-Geselle-Meister’ konzentrieren. In Österreich ist ein knappes Drittel der 3.300 Brüder der [[Großloge von Österreich]] auch Mitglied in einem der beiden hier tätigen Hochgrad-Systeme.
 
  
 
'''Normalisierung im 20. Jahrhundert'''
 
'''Normalisierung im 20. Jahrhundert'''
  
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In alten Zeiten gab es bei den Hochgraden oft absonderliche Auswüchse. Es ging dabei vor allem um Distinktionen und ähnliches, also das Allzumenschliche: Bruder Goethes „ellenhohe Socken“. Auch wenn die Kritik daran bei Lennhoff-Posner im [[Internationales Freimaurer-Lexikon|Internationalen Freimaurer-Lexikon]] von 1932 beim Stichwort [[Hochgrade]] noch sehr präsent ist, wurde das im 20. Jahrhundert erheblich zurückgedrängt. Daher setzen die historischen Bezüge auf dieser Seite weiter unten bei den einzelnen Obödienzen auch erst mit den 1920iger-Jahren ein; ganz abgesehen davon, dass die Freimaurerei in Österreich unter der Herrschaft der Habsburger ohnehin ein Jahrhundert unterbrochen war, so dass weder bei der (blauen) Johannismaurerei noch bei der (roten) Hochgradmaurerei Kontinuität vom 18. ins 20. Jahrhundert gegeben ist.
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'''21. Jahrhundert: Klassiker und Neugründungen'''
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Die zwei Klassiker mit einem festen Vertragsverhältnis zur 'Großloge von Österreich' sind vereinfacht gesagt die 'Schotten' und der 'York-Ritus'. Darüber hinaus gibt es seit den Nullerjahren den 'Rektifizierten Ritus', der von der 'Großloge von Österreich' ebenfalls anerkannt wird. Zwei weitere sehr spezielle Richtungen runden im Bereich der sogenannten 'regulären' Freimaurerei das Bild ab.
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Völlig unabhängig davon gibt es seit je her die integrierten Hochgrade des französisch beeinflussten 'Droit Humain' sowie in jüngerer Zeit Hochgrad-Obödienzen in einem Naheverhältnis zu den kleineren gemischten Großlogen für Männer und Frauen.
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Alles andere was Lennhoff-Posner mit Stand 1932 unter '[[Hochgrade]]' und '[[Hochgradsysteme]]' beschreiben, gab es hierzulande nie oder gibt es nicht mehr, oder es führt eine Randexistenz jenseits der allgemein akzeptierten Freimaurerei.
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Die Mitarbeit bei den Hochgraden ist optional: Ein Freimaurer kann sich daran beteiligen, er muss aber nicht. Er kann sich auch wie die meisten auf die drei Basisgrade ‚Lehrling-Geselle-Meister’ konzentrieren. Wenn er einem Hochgradsystem beitreten will, braucht er allerdings eine Einladung. In Österreich ist etwas weniger als ein Drittel der 3.400 Brüder (2015) der [[Großloge von Österreich]] auch Mitglied in einem der auf sie bezogenen Hochgrad-Systeme. Ähnlich ist es bei den kleineren Großlogen.
 
[[Datei:Schottenlogo.jpg|250px|right|thumb|Das Logo des AASR Österreich. <br/> Die Embleme der 'Schotten' zeigen immer einen doppelköpfigen Adler; im Detail sind sie jedoch verschieden gestaltet. Interpretationen: Ost- und Weströmisches Reich; Herrschaft des dualistischen Prinzips in unserer Welt; Gleichzeitigkeit der diesseitigen und jenseitigen Welt. <br/> Oben: ORDO AB CHAO = Ordnung aus Chaos. Das steht letztlich für den Schöpfungsakt, der vom Men­schen immer wieder nachvollzogen wird. <br/> Unten: DEUS MEUMQUE JUS = Gott und mein Recht.]]
 
[[Datei:Schottenlogo.jpg|250px|right|thumb|Das Logo des AASR Österreich. <br/> Die Embleme der 'Schotten' zeigen immer einen doppelköpfigen Adler; im Detail sind sie jedoch verschieden gestaltet. Interpretationen: Ost- und Weströmisches Reich; Herrschaft des dualistischen Prinzips in unserer Welt; Gleichzeitigkeit der diesseitigen und jenseitigen Welt. <br/> Oben: ORDO AB CHAO = Ordnung aus Chaos. Das steht letztlich für den Schöpfungsakt, der vom Men­schen immer wieder nachvollzogen wird. <br/> Unten: DEUS MEUMQUE JUS = Gott und mein Recht.]]
In alten Zeiten gab es bei den Hochgraden oft absonderliche Auswüchse. Es ging dabei vor allem um Distinktionen und ähnliches, also das Allzumenschliche: Bruder Goethes „ellenhohe Socken“. Auch wenn die Kritik daran bei Lennhoff-Posner im [[Internationales Freimaurer-Lexikon|Internationalen Freimaurer-Lexikon]] von 1932 beim Stichwort [[Hochgrade]] noch sehr präsent ist, wurde das im 20. Jahrhundert erheblich zurückgedrängt. Daher setzt die folgende Übersicht auch erst mit den 1920iger-Jahren ein; ganz abgesehen davon, dass die Freimaurerei in Österreich unter der Herrschaft der Habsburger ohnehin ein Jahrhundert unterbrochen war, so dass weder bei der (blauen) Johannismaurerei noch bei der (roten) Hochgradmaurerei Kontinuität vom 18. ins 20. Jahrhundert gegeben ist.
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[[Datei:AASR Gründungsurkunde.jpg|250px|right|thumb|Gründungspatent für den AASR Österreich: ausgestellt am 15. September 1925 vom 'Obersten Rat' in Frankreich. Das Original ging verloren. Wahrscheinlich hat es Großsekretär Otto Klein 1938 auf der Flucht in die Tschechoslowakei mitgenommen. Er wurde später im KZ ermordet. Ob er das Dokument vorher vernichtet hat, oder ob es in die Hände der Nazis fiel, ist ungeklärt. 1946 tauchte dann aus den Beständen der aufgelösten Gestapo eine Kopie auf.]]
  
Vereinfacht gesagt gibt es in Österreich die 'Schotten', den 'York-Ritus' und den 'Rektifizierten Ritus'. Alles andere was Lennhoff-Posner mit Stand 1932 unter '[[Hochgrade]]' und '[[Hochgradsysteme]]' beschreiben, gab es hierzulande nie oder gibt es nicht mehr, oder es führt eine Randexistenz, gar eine obskure Schattenexistenz jenseits der allgemein akzeptierten Freimaurerei.
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==Hochgrade mit einem Vertrag oder einem Naheverhältnis zur 'Großloge von Österreich'==
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===* Der Alte und Angenommene Schottische Ritus (AASR) in Österreich===
  
==Der ‚Alte und Angenommene Schottische Ritus’ (AASR) in Österreich==
 
 
'''Vereinfacht auch: Die ‚Schotten’ in Österreich'''
 
'''Vereinfacht auch: Die ‚Schotten’ in Österreich'''
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Das ist der ältere der beiden Klassiker: entstanden in den 1920iger Jahren.
  
 
Voraussetzung für eine Mitgliedschaft bei „den Schotten“ ist der Meistergrad in einer ‚Johannisloge’, also der dritte Grad. Und der AASR organisiert sich dann in Perfektionslogen (4. bis 14. Grad), in Kapitel (15. bis 18.), in Areopage (19. bis 30.) und in Konsistorien (31. und 32. Grad). Die meisten dieser Grade sind aber heutzutage nur symbolisch; sie werden nicht mehr direkt bearbeitet. Der 33. Grad ist dann nur ein Verwaltungsgrad für die Mitglieder des Obersten Rates: Dieser leitet den Orden und repräsentiert ihn nach außen.
 
Voraussetzung für eine Mitgliedschaft bei „den Schotten“ ist der Meistergrad in einer ‚Johannisloge’, also der dritte Grad. Und der AASR organisiert sich dann in Perfektionslogen (4. bis 14. Grad), in Kapitel (15. bis 18.), in Areopage (19. bis 30.) und in Konsistorien (31. und 32. Grad). Die meisten dieser Grade sind aber heutzutage nur symbolisch; sie werden nicht mehr direkt bearbeitet. Der 33. Grad ist dann nur ein Verwaltungsgrad für die Mitglieder des Obersten Rates: Dieser leitet den Orden und repräsentiert ihn nach außen.
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'''In Österreich nach dem Ersten Weltkrieg'''
 
'''In Österreich nach dem Ersten Weltkrieg'''
  
[[Datei:AASR Gründungsurkunde.jpg|250px|right|thumb|Gründungspatent für den AASR Österreich: ausgestellt am 15. September 1925 vom 'Obersten Rat' in Frankreich. Das Original ging verloren. Wahrscheinlich hat es Großsekretär Otto Klein 1938 auf der Flucht in die Tschechoslowakei mitgenommen. Er wurde später im KZ ermordet. Ob er das Dokument vorher vernichtet hat, oder ob es in die Hände der Nazis fiel, ist ungeklärt. 1946 tauchte dann aus den Beständen der aufgelösten Gestapo eine Kopie auf.]]
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Wenige Jahre nach der Wiedergründung der Johannisfreimaurerei 1918 (= Ende des Habsburgerreiches) wurde in der jungen Republik Österreich ab 1923 auch der ASSR-Ritus eingeführt. Die Initiative ging von einem zurückgekehrten Österreicher aus, der in Frankreich gelebt hatte und dort Mitglied des AASR gewesen war. Einer der führenden Proponenten war der Freimaurerpublizist [[Eugen Lennhoff]] (AASR-Großkommandeur von 1925 bis 1930).  
Wenige Jahre nach der Wiedergründung der Johannisfreimaurerei 1918 (= Ende des Habsburgerreiches) wurde in der jungen Republik Österreich ab 1923 auch der ASSR-Ritus eingeführt. Die Initiative ging von einem zurückgekehrten Österreicher aus, der in Frankreich gelebt hatte und dort Mitglied des AASR gewesen war.
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Die Gründung war am Anfang durchaus umstritten: Mehrere blaue Logen sprachen sich gegen die Einführung eines Hochgradsystems aus. Doch die Befürworter setzten sich schließlich durch, auch wenn die Beziehungen zwischen der blauen ‚Großloge von Wien’ und dem roten AASR bis zum bitteren Ende 1938 (= Hitlers Einmarsch in Österreich) nicht friktionsfrei waren.
 
Die Gründung war am Anfang durchaus umstritten: Mehrere blaue Logen sprachen sich gegen die Einführung eines Hochgradsystems aus. Doch die Befürworter setzten sich schließlich durch, auch wenn die Beziehungen zwischen der blauen ‚Großloge von Wien’ und dem roten AASR bis zum bitteren Ende 1938 (= Hitlers Einmarsch in Österreich) nicht friktionsfrei waren.
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Erste Kontakte zum Ausland entstanden schon wenige Monate nach Kriegsende durch Kurierdienste französischer Besatzungssoldaten; die Post funktionierte ja am Anfang nicht. Auch General Mark Clark, Hochkommissar der US-Besatzung und selbst Mitglied des amerikanischen AASR, unterstützte den Wiederaufbau der österreichischen Freimaurerei. Und so konnte schließlich 1947 wieder ein österreichischer ‚Oberster Rat’ installiert werden.
 
Erste Kontakte zum Ausland entstanden schon wenige Monate nach Kriegsende durch Kurierdienste französischer Besatzungssoldaten; die Post funktionierte ja am Anfang nicht. Auch General Mark Clark, Hochkommissar der US-Besatzung und selbst Mitglied des amerikanischen AASR, unterstützte den Wiederaufbau der österreichischen Freimaurerei. Und so konnte schließlich 1947 wieder ein österreichischer ‚Oberster Rat’ installiert werden.
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Derzeitiger AASR in Österreich (2015): 14 aktive Ateliers. Konkret: sieben Perfektionslogen, fünf Kapitel, ein Areopag und ein Konsistorium. Darüber steht der autonome ‚Oberste Rat’ mit dem ‚Souveränen Großkommandeur’ an der Spitze; über 400 Mitglieder.
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'''Enge Kooperation mit der [[Großloge von Österreich]]'''
 
'''Enge Kooperation mit der [[Großloge von Österreich]]'''
  
Derzeitiger AASR in Österreich (2013): 14 aktive Ateliers. Konkret: sieben Perfektionslogen, fünf Kapitel, ein Areopag und ein Konsistorium. Darüber steht der autonome ‚Oberste Rat’ mit dem ‚Souveränen Großkommandeur’ an der Spitze; über 300 Mitglieder.
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Der AASR ist über einen Vertrag (in der Freimaurersprache: ‚Konkordat’) eng mit der [[Großloge von Österreich]] verbunden. Wie diese half der österreichische AASR nach der Wende auch beim Aufbau der 'Schottischen Maurerei' in mehreren osteuropäischen Ländern, so in Ungarn, Tschechien, Slowenien und Kroatien.
  
Der AASR ist über einen Vertrag (‚Konkordat’) eng mit der [[Großloge von Österreich]] verbunden. Wie diese half der österreichische AASR nach der Wende auch beim Aufbau der 'Schottischen Maurerei' in mehreren osteuropäischen Ländern, so in Ungarn, Tschechien, Slowenien und Kroatien.
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===* Der York Ritus in Österreich (YRiÖ)===
  
==Der ‚York Ritus’ in Österreich==
 
 
'''Vereinfacht auch: Der ‚Royal Arch’ in Österreich'''
 
'''Vereinfacht auch: Der ‚Royal Arch’ in Österreich'''
  
[[Datei:RA-Logo.svg.png|250px|right|thumb|Das internationale Royal-Arch-Logo wird auch in Österreich verwendet: <br/> das "Triple Tau", also dreimal der Buchstabe T (Tau im griechischen Alphabet = T). Es gibt viele Interpretationen, was das bedeuten soll. Beispiele: Allmacht-Allwissenheit-Allgegenwart; oder die göttliche Trinität. <br/> Die Konzilsgrade und die Komtureigrade verwenden andere Embleme.]]
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Das ist der jüngere der beiden Klassiker: entstanden in den 1970iger Jahren.
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[[Datei:YR-Austria-Logo.jpg|250px|right|thumb|Der österreichische York Ritus: in der Mitte die drei Abstufungen 'Royal Arch' (oben), Konzil (rechts) und Komturei (links).]]
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[[Datei:RA-Logo.svg.png|250px|right|thumb|Das internationale üblich Royal-Arch-Zeichen ist ein "Triple Tau", also dreimal der Buchstabe T (Tau im griechischen Alphabet = T). Es gibt viele Interpretationen, was das bedeuten soll. Beispiele: Allmacht-Allwissenheit-Allgegenwart; oder die göttliche Trinität. <br/> Die Konzilsgrade und die Komtureigrade verwenden andere Embleme.]]
 
Der österreichische York Ritus orientiert sich am weltweit tonangebenden amerikanischen Vorbild. Im Freimaurerlexikon von [[Lennhoff, Posner, Binder]] firmiert er auch als ‚Amerikanischer Ritus’. Voraussetzung für eine Mitgliedschaft ist der Meistergrad in einer ‚Johannisloge’ (drei Grade). Der York Ritus selbst ist dann organisiert in Royal-Arch-Kapitel (4. bis 7. Grad), in Konzile (Kryptische Grade: 8. und 9.) und in Komtureien (Rittergrade: 10. bis 12.).  
 
Der österreichische York Ritus orientiert sich am weltweit tonangebenden amerikanischen Vorbild. Im Freimaurerlexikon von [[Lennhoff, Posner, Binder]] firmiert er auch als ‚Amerikanischer Ritus’. Voraussetzung für eine Mitgliedschaft ist der Meistergrad in einer ‚Johannisloge’ (drei Grade). Der York Ritus selbst ist dann organisiert in Royal-Arch-Kapitel (4. bis 7. Grad), in Konzile (Kryptische Grade: 8. und 9.) und in Komtureien (Rittergrade: 10. bis 12.).  
  
 
'''Nach dem Zweiten Weltkrieg von Amerika über Deutschland nach Österreich'''
 
'''Nach dem Zweiten Weltkrieg von Amerika über Deutschland nach Österreich'''
  
Bis zum Zweiten Weltkrieg war der 'York Ritus' in Kontinentaleuropa und so auch in Österreich kaum bekannt. Erst in den fünfziger Jahren des vorigen Jahrhunderts wurde er von amerikanischen und englischen Militärangehörigen in Deutschland etabliert. 1953 wurde in Frankfurt das erste deutsche Royal-Arch-Kapitel gegründet. Von Deutschland kam der York Ritus dann ab 1967 nach Österreich: Bayerische Brüder hatten zehn Wiener Freimaurermeister dafür begeistert. Die Österreicher fuhren nach München, wo sie aufgenommen wurden.  
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Bis zum Zweiten Weltkrieg war der 'York Ritus' in Kontinentaleuropa und so auch in Österreich kaum bekannt. Erst in den fünfziger Jahren des vorigen Jahrhunderts wurde er von amerikanischen und englischen Militärangehörigen in Deutschland etabliert. 1953 wurde in Frankfurt das erste deutsche Royal-Arch-Kapitel gegründet. Von Deutschland kam die Kapitelmaurerei dann ab 1967 nach Österreich: Bayerische Brüder hatten zehn Wiener Freimaurermeister dafür begeistert. Die Österreicher fuhren nach München, wo sie aufgenommen wurden.  
  
1970 gründeten die Österreicher in Wien ihr erstes eigenes Royal-Arch-Kapitel; es unterstand vorerst noch dem deutschen Großkapitel. Zwei weitere Kapitelgründungen folgten 1972 und 1973, und so konnte 1974 mit Zustimmung des deutschen Großkapitels und des amerikanischen ‚General Grand Chapter of Royal Arch Masons International’ (GGCI) ein eigenes österreichisches Großkapitel konstituiert werden.
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1970 gründeten die Österreicher in Wien ihr erstes eigenes Royal-Arch-Kapitel; es unterstand vorerst noch dem deutschen Großkapitel. Zwei weitere Kapitelgründungen folgten 1972 und 1973, und so konnte 1974 mit Zustimmung des deutschen Großkapitels und des maßgebenden amerikanischen ‚General Grand Chapter of Royal Arch Masons International’ (GGCI) ein eigenes österreichisches Großkapitel konstituiert werden. Die österreichischen Kapitel arbeiten nach einem eigenen Ritual: Dieses wurde vom GGCI anerkannt; die Anerkennung wurde 2012 erneuert.
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Nach den ersten Gründungen wurden bald weitere Kapitel eingerichtet, später auch Konzile und Komtureien. Und so wurde das Großkapitel 2014 zum 'Konvent der Maurer des York-Ritus in Österreich'. International eher ungewöhnlich ist, dass alle erwähnten Grade unter diesem einen organisatorischen Dach vereint sind.
  
 
'''Auch englische und amerikanische Kapitel in Österreich'''
 
'''Auch englische und amerikanische Kapitel in Österreich'''
  
Bald wurden weitere Kapitel gegründet; es folgten Konzile und eine Komturei. Mehrere Kapitel, arbeiten auch in englischer Sprache: eines seit 2009 nach dem englischen System, und drei Kapitel seit  2012 und 2013 nach dem amerikanischen Ritus; immer mit ausdrücklicher Zustimmung der jeweiligen Mutterkapitel, also des ‚Supreme Grand Chapter of Royal Arch Masons of England’ und des amerikanischen GGCI. Diese vier Kapitel arbeiten wahlweise in englischer und in deutscher Sprache. Sie nehmen auch Männer auf, die ihren Hauptwohnsitz nicht in Österreich haben. Dahinter steht die Idee, den Austausch über den Grenzen hinweg zu intensivieren.
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Mehrere Kapitel arbeiten auch in englischer Sprache: drei Kapitel seit  2012 und 2013 nach dem amerikanischen Ritus mit ausdrücklicher Zustimmung des amerikanischen GGCI; und eines seit 2009 nach dem davon abweichenden englischen Ritus des [[En:Holy Royal Arch|Holy Royal Arch]] mit Genehmigung des ‚Supreme Grand Chapter of Royal Arch Masons of England’. Letzteres ist besonders bemerkenswert weil es die einzige Ausnahme ist, orientiert sich doch der österreichische York Ritus sonst durchwegs an den Amerikanern, nach deren Vorbild er entwickelt wurde.
  
Derzeitiger 'York Ritus' in Österreich (2014): fünf deutschsprachige Kapitel, vier englischsprachige Kapitel, vier Konzile, eine Komturei.  
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Diese vier englischsprachigen Kapitel arbeiten wahlweise auch in deutscher Sprache. Und sie nehmen auch Männer auf, die ihren Hauptwohnsitz nicht in Österreich haben. Dahinter steht die Idee, den Austausch über den Grenzen hinweg zu intensivieren.
  
Die deutschsprachigen Kapitel arbeiten nach einem eigenen Ritual; dieses wurde vom maßgebenden amerikanischen GGCI anerkannt.  
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Derzeitiger 'York Ritus' in Österreich (2017): sieben deutschsprachige Kapitel, vier englischsprachige Kapitel, vier Konzile, vier Komtureien.  
  
 
'''Enge Zusammenarbeit mit der [[Großloge von Österreich]]'''  
 
'''Enge Zusammenarbeit mit der [[Großloge von Österreich]]'''  
  
Das österreichische Großkapitel ist mit der [[Großloge von Österreich]] verbunden. Das ist in einem Vertrag (‚Konkordat’) festgehalten. Abgesehen von den englischsprachigen Kapiteln werden nur Mitglieder von Logen der Großloge von Österreich aufgenommen. Zur Großloge von Österreich gehören ungefähr 3.300 Mitglieder. Davon arbeiten an die 500 zusätzlich in einem der neun Royal-Arch-Kapitel, und von diesen wiederum etwa hundert in einem Konzil.
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Der 'Konvent der Maurer des York-Ritus in Österreich' ist mit der [[Großloge von Österreich]] verbunden. Das ist in einem Vertrag ("Konkordat") festgehalten. Abgesehen von den englischsprachigen Kapiteln werden nur Mitglieder von Logen der Großloge von Österreich aufgenommen. Zur Großloge von Österreich gehören ungefähr 3.600 Mitglieder (2018). Davon arbeiten über 500 zusätzlich in einem der neun Royal-Arch-Kapitel, und von diesen wiederum mehr als hundert in einem Konzil.
  
Wie die Großloge unterstützt auch das Großkapitel den Aufbau der Freimaurerei in Osteuropa: Gegenwärtig gibt es dafür ein Deputationskapitel, das für mehrere Länder zuständig ist.
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Wie die Großloge unterstützt auch der York-Ritus-Konvent den Aufbau der Freimaurerei in Osteuropa: Gegenwärtig gibt es dafür ein Deputationskapitel, das für mehrere Länder zuständig ist.
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===* Der Rektifizierte Schottische Ritus (RSR) in Österreich===
  
==Der ‚Rektifizierte Schottische Ritus’ (RSR) in Österreich==
 
 
'''Vereinfacht auch: Der ‚Rektifizierte Ritus’ in Österreich'''
 
'''Vereinfacht auch: Der ‚Rektifizierte Ritus’ in Österreich'''
  
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[[Datei:Wappen-Öst-RSR.jpg|thumb|250px|Der österreichische 'Rektifizierte Schottische Ritus'. Zentrales Element ist der Phoenix aus der Asche (1779) und darunter die Devise: Solve et coagula = Löse und verbinde neu.]]
 
Voraussetzung für die Aufnahme ist der Meistergrad (3. Grad; mindestens drei Jahre) in einer Loge der ‚Großloge von Österreich’ oder einer von dieser anerkannten ausländischen Obödienz (= Großloge). Darauf aufbauend organisiert sich der RSR dann in drei Graden: als ‚Andreasloge’ (4. Grad) und als ‚Innerer Orden’ (5. und 6. Grad).
 
Voraussetzung für die Aufnahme ist der Meistergrad (3. Grad; mindestens drei Jahre) in einer Loge der ‚Großloge von Österreich’ oder einer von dieser anerkannten ausländischen Obödienz (= Großloge). Darauf aufbauend organisiert sich der RSR dann in drei Graden: als ‚Andreasloge’ (4. Grad) und als ‚Innerer Orden’ (5. und 6. Grad).
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Besonderen Wert legt der RSR auf ‚gelebte Humanität’, also aktive Wohltätigkeit; damit sind nicht nur Spenden gemeint sondern auch persönliches Tun.
  
 
'''In den Nullerjahren aus der Schweiz nach Österreich'''
 
'''In den Nullerjahren aus der Schweiz nach Österreich'''
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Der Impuls für diese Gründung kam aus der Schweiz in das österreichische Bundesland Kärnten. 2006 wurden drei Österreicher in Basel aufgenommen. Weitere folgten, und 2010 gab es in Kärnten erste RSR-Arbeiten. 2011 wurde schließlich die ‚Präfektur Carinthia’ gegründet: noch als Teil des Schweizer Großpriorats. Und 2014 folgte mit dem ‚Rektifizierten Großpriorat von Österreich’ die Selbständigkeit. Man kann also sagen: Nach über 230 Jahren hat der RSR nach Österreich zurückgefunden.  
 
Der Impuls für diese Gründung kam aus der Schweiz in das österreichische Bundesland Kärnten. 2006 wurden drei Österreicher in Basel aufgenommen. Weitere folgten, und 2010 gab es in Kärnten erste RSR-Arbeiten. 2011 wurde schließlich die ‚Präfektur Carinthia’ gegründet: noch als Teil des Schweizer Großpriorats. Und 2014 folgte mit dem ‚Rektifizierten Großpriorat von Österreich’ die Selbständigkeit. Man kann also sagen: Nach über 230 Jahren hat der RSR nach Österreich zurückgefunden.  
  
'''Die Beziehungen zur [[Großloge von Österreich]]'''
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'''Beziehungen zur [[Großloge von Österreich]]'''
  
Diese befinden sich derzeit (2014) in einer Art Grauzone. Es gibt zwar einen
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Der ‚Rektifizierte Schottische Ritus’ wurde von der ‚Großloge von Österreich’ als ‚Großpriorat von Österreich’ durch einen von beiden Seiten unterschriebenen ‚Freundschaftsbrief’ anerkannt. Wie auch die anderen ‚Hochgrade’ sichert der RSR in dieser vertraglichen Vereinbarung der Großloge die Einhaltung verschiedener Grundsätze zu, zum Beispiel dogmenfrei zu sein; ebenso die Grade 1 bis 3 nicht zu bearbeiten.  
'Freundschaftsbrief' der Großloge aber im Gegensatz zum ‚AASR’ und zum ‚York Ritus’ kein vertragliches Verhältnis (in der Großlogensprache: kein ‚Konkordat’). Im Freundschaftsbrief wird auch festgehalten, dass die rituellen Arbeiten des RSR bis auf weiteres auf den ‚Orient’ (= Standort) Villach in Kärnten beschränkt bleiben.  
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Anders als die anderen österreichischen Hochgrade hat der RSR seinen Schwerpunkt also nicht in Wien sondern in Kärnten. Mehr als die Hälfte der 60 Mitglieder wohnt in diesem Bundesland (2014).
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In diesem Freundschaftsbrief wird auch festgehalten, dass die rituellen Arbeiten des RSR im ‚Orient’ (= Standort) Villach stattfinden. Anders als die anderen österreichischen Hochgrade hat der RSR seinen Schwerpunkt nicht in Wien sondern in Kärnten. Mehr als die Hälfte der 60 Mitglieder wohnt in diesem Bundesland (2014).
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[[Datei:Logo GL MMMs.jpg|250px|right|thumb|Das Wappen der englischen Markmeister-Großloge mit ''„Lapis reprobatus caput anguli“'' (≈ "der zurückgewiesene Stein ist der Schlussstein des Gewölbes") = Hinweis auf ein wichtiges Lehrgleichnis der Markmeister-Maurerei (auch im 'Royal Arch'): Vorgesetzte prüfen die Werkstücke ihrer Arbeiter, ein Stein ist ungewöhnlich geformt und so werfen sie ihn einfach weg. Er war aber der Wichtigste, nämlich der Schlussstein, ohne den das Gewölbe nicht vollendet werden kann. Auf dem Wappen ist der Schlussstein dreimal zu sehen: zweimal mit dem gleichseitigen Dreieck, dem Zeichen der Markmeistermaurer. - Was lernen wir aus diesem Gleichnis? ... <br/> Es stammt übrigens aus dem Matthäus-Evangelium.]]
  
Besonderen Wert legt der RSR auf ‚gelebte Humanität’, also aktive Wohltätigkeit; damit sind nicht nur Spenden gemeint sondern auch persönliches Tun.
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===* Logen der ‘Grand Lodge of Mark Master Masons of England and Wales and its Districts and Lodges Overseas‘ in Österreich===
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Seit 2009: zwei Markmeisterlogen (Stand 2015). Und zum ersten Mal in Österreich auch ein hierzulande bisher unbekannter Seitengrad der englischen Markmeister-Maurerei: die ‚Royal Ark Mariners’ (Ark = Arche, gemeint ist Noahs Arche). Alles mit dem Patent und unter der Schirmherrschaft der englischen [http://www.glmmm.com/default.aspx ‚Großloge der Markmeister-Maurer’]. Voraussetzung für die Aufnahme ist wie auch bei den anderen Hochgraden, die es in Österreich gibt, der (blaue) Meistergrad.
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Die Obödienz wurde zwar von Österreichern gegründet, Zielgruppe sind aber vor allem Freimaurer aus dem Ausland, die in Österreich meistens befristet in großen Unternehmen, an den Universitäten und so weiter tätig sind. 2015 sind das deutlich über hundert Brüder mit mehr als fünfzehn Nationalitäten: vor allem aus Europa und Nordamerika. Voraussetzung ist eine gewisse Beherrschung der englischen Sprache, auch weil nach dem englischen Originalritual gearbeitet wird.
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Die Gründung wurde von der ‚Großloge von Österreich’ vorab zur Kenntnis genommen. Es gibt keinen Vertrag (Konkordat).
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Die Markmaurerei entstand in England schon 1756, und so ist der Markmeistergrad einer der ältesten Freimaurergrade. Es gibt ihn auch als Teil der Kapitelmaurerei im York-Ritus (erster 'Royal Arch'-Grad).
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Detaillierte Infos über die komplizierte Geschichte und Gegenwart dieses Grades gibt es im Wiki hier: [[Markmaurerei]]
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===* Souveräne Großpriorei von Österreich===
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Dieses Hochgradsystem versteht sich als Teil des masonischen 'Ordens des Tempels' und kommt aus Kanada und Australien. Es ist seit 2014 auch in Österreich präsent und besteht aus drei Präzeptoreien. Alle arbeiten in Wien. Die ersten Anfänge gehen auf das Jahr 2005 zurück als das 'Großpriorat von Deutschland' in Wien eine Präzeptorei gründete.
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Zwei Grade werden bearbeitet: der Tempelritter und der Ritter von Malta. Voraussetzung für die Zulassung ist der Grad des Maurers vom Königlichen Bogen. Die Rituale ähneln den Ritualen des Konklaves und den Rittergraden der amerikanischen Komturei. Sie sind wie bei allen Ritterorden christlich.
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Mit der Großloge von Österreich gibt es kein Konkordat.
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===* Die Hochgrade beim Droit Humain (DH) in Österreich===
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Diese Hochgrade unterscheiden sich zweifach von den drei oben genannten:
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Erstens weil der [[Gemischte Logen in Österreich#Droit Humain Österreich|'Droit Humain']] eine französisch orientierte Co-Freimaurerei ist, also eine gemischtes System für Männer und Frauen, wobei er in Österreich überwiegend weiblich ist.
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Zweitens weil es hier kein selbständiges Hochgradsystem gibt, vielmehr schließen die Hochgrade in ein und derselben Konföderation an die drei blauen Basisgrade Lehrling-Geselle-Meister an (ähnlich wie bei der Großen Landesloge der Freimaurer von Deutschland/GLL oder der skandinavischen Freimaurerei).
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In diesem Sinn bearbeitet der österreichischen ‚Droit Humain’ folgende weiterführende Hochgradlogen (2010): drei Perfektionslogen (4., 12. und 14. Grad), ein Kapitel (18. Grad), ein Areopag (30. Grad), ein Konsistorium (31. und 32. Grad) und schließlich ein Oberster Rat (33. Grad; dieser wird auch für Österreich nur von der Zentrale des ‚Droit Humain’ in Paris verliehen).
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Wie bei den drei Hochgradsystemen der englisch orientierten 'Großloge von Österreich' steht es auch hier den Mitgliedern frei, ob sie sich über die drei blauen Grade hinaus engagieren wollen. Allerdings: Wie beim AASR, York-Ritus und RSR muss man eingeladen werden, man kann also nicht einfach beitreten. Und beim Droit Humain braucht man auch noch eine Empfehlung der Loge.
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[[Datei:Logo GKRSA.jpg|250px|thumb|Der doppelköpfige Adler des GKSRA]]
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===* Großkollegium des Alten und Angenommenen Schottischen Ritus von Österreich (GKSRA)===
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Dieses Hochgrad-System entstand in Wien ab 2005: am Anfang mit brasilianischer Unterstützung; seit 2012 in dieser unabhängigen Struktur. Wie die meisten anderen Hochgrad-Obödienzen bearbeitet auch das GKSRA die ersten drei Grade nicht. Voraussetzung für einen Beitritt ist daher die Mitgliedschaft in einer blauen Loge.
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Das GKSRA hat ein Naheverhältnis zum [[Gemischte Logen in Österreich#Großorient von Österreich|‚Großorient von Österreich’]] (GOÖ); dies ist eine gemischten Großloge (= Co-Freimaurerei für Frauen und Männer). Mehr als die Hälfte der Mitglieder stammen aus den GOÖ-Reihen. Manche gehören aber auch zu anderen (blauen) Obödienzen.
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Derzeit (2015): unter dem Obersten Rat je ein Areopag und ein Kapitel sowie drei Perfektionslogen, davon eine in Wien, eine in Slowenien und eine in Bulgarien. Mitglieder: ungefähr 50 Frauen und Männer.
  
==Andere==
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===* Oberster Rat des 33. und letzten Grades des AASR für Männer und  Frauen in Deutschland, den Niederlanden, Großbritannien und  Österreich===
  
In der (blauen) österreichischen Freimaurerei gibt es mit einer Ausnahme keine über die drei Johannisgrade Lehrling-Geselle-Meister hinausgehenden Stufen: etwa wie bei der ‚Großen Landesloge der Freimaurer von Deutschland’ ([[GLL]]); oder der deutschen ‚Großen National-Mutterloge zu den drei Weltkugeln’ ([[Erkenntnisstufen der "Drei Weltkugeln"]]); oder in Skandinavien. Die Ausnahme ist der gemischte Freimaurerorden ‚Droit Humain’ für Frauen und Männer: Dieser reicht bis zum 33. Grad ([[Gemischte Logen in Österreich]]).
+
Diese der Mitgliederzahl nach kleine Hochgrad-Obödienz ist in Österreich mit der '[[Gemischte Logen in Österreich#Großloge Humanitas Austria|Großloge Humanitas Austria]]' verbunden. In Wien gibt es eine Perfektionsloge und ein Kapitel (2015).
  
 
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==Siehe auch==
 
==Siehe auch==
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*[[Hochgrade]]
 
*[[AASR in Deutschland]]
 
*[[AASR in Deutschland]]
 
*[[Schottische Maurerei]]
 
*[[Schottische Maurerei]]
 
*[[York Ritus]]
 
*[[York Ritus]]
 
*[[Royal Arch]]
 
*[[Royal Arch]]
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*[[Markmaurerei]]
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*[[Der York Ritus in Österreich]]
 
*[[Rektifizierter Schottischer Ritus]]
 
*[[Rektifizierter Schottischer Ritus]]
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*[[Droit Humain]]
 
*[[Österreich]]
 
*[[Österreich]]
  
 
==Links==
 
==Links==
*[http://www.aasr.at/ AASR Österreich]
+
'''AASR:'''
*[http://www.gpih.org/index.html RSR Schweiz]
+
*AASR Österreich: http://www.aasr.at/
 
+
*Der AASR Österreich ist seit 2014 Mitglied der Confederation of the Supreme Councils from Europe: <br/> http://www.thecsce.org/index.html
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*Geschichte des österreichischen AASR (englisch): <br/> http://www.thecsce.org/wp-content/uploads/history/SC_Austria_History_ENG.pdf
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*AASR Schweiz: http://www.aasr.ch/index.php
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*AASR Deutschland: https://aasr.net/?id=37
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'''YR:'''
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*YR in Österreich: keine Webseite (Stand 2017)
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*YR USA: http://www.yorkrite.org/
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'''RSR:'''
 +
*RSR Österreich: https://www.rsr-freimaurer.at/
 +
*RSR Schweiz: http://www.gpih.org/index.html
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'''DH:'''
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*Droit Humain International: https://droit-humain.org/web/?lang=de
  
 
[[Kategorie:Österreich|Österreich]]
 
[[Kategorie:Österreich|Österreich]]
 
[[Kategorie:Rudi Rabe|Österreich]]
 
[[Kategorie:Rudi Rabe|Österreich]]

Aktuelle Version vom 19. August 2018, 14:55 Uhr

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Hochgrade in Österreich

In Abstimmung mit der englisch orientierten und dominierenden 'Großloge von Österreich' gibt es mehrere selbständige Hochgradsysteme. Bei der zweitgrößten Obödienz, dem französisch beeinflussten 'Droit Humain', sind Hochgrade integriert. Weitere Hochgrade sind mit kleineren gemischten Großlogen verbunden.
Details von Rudi Rabe.

Schärpe eines AASR-Kommandeurs im 33. Grad: ein Stück aus dem 19. Jahrhundert in der Sammlung der Großloge von Österreich.
Die Schärpe wurde gezeigt in der Freimaurer-Ausstellung Wien 2017.
Foto: GLvÖ.

[Bearbeiten] Grundsätzliches

Wozu Hochgrade?

Grundsätzlich soll die Freimaurerei dem Freimaurer helfen, durch das Erlebnis ritueller Formen sowie durch die Begegnung mit anderen Brüdern, die er sonst nie kennen lernte, ein besserer Mensch zu werden und ein erfülltes Leben zu führen. Das geschieht durch rituelle Gemeinschaftserlebnisse sowie die Erteilung von Graden, die dem Freimaurer jedes Mal die Welt eines neuen Rituals mit seinen Symbolen und Erkenntnissen zugänglich macht. Die Grade werden deshalb in manchen freimaurerischen Systemen (= Obödienzen) auch Erkenntnisstufen genannt. In der (blauen) Johannisfreimaurerei sind es die Grade Lehrling, dann Geselle und schließlich Meister.

Die weiterführenden Systeme, also die sogenannten (roten) Hochgrade, sollen dem Freimaurer auf dem Weg der Selbstfindung zusätzliche Anregungen bieten: durch Rituale über den blauen Meistergrad hinaus, was allerdings auch bedeutet, öfters anwesend zu sein. Und zweitens durch den Umstand, dass er Brüder anderer blauen Logen trifft ("Bogenfunktion"). Dies wirkt der Tendenz entgegen, sich auf die eigene (blaue) Loge zu konzentrieren und kaum Verbindungen zu anderen Logen und erst recht nicht zu Brüdern aus anderen Orten (= Orienten) zu pflegen. So kann verhindert werden, dass Brüder, obwohl sie oft viele Jahre Freimaurer sind, einander fremd bleiben.

Eigentlich: 'Nebengrade' oder ‚Vertiefende Grade’

Viele Freimaurer sind sich bewusst, dass das traditionelle Wort ‚Hochgrade’ unglücklich gewählt ist. Es suggeriert, dass diese Systeme über der klassischen Johannisfreimaurerei stehen. In Wahrheit ergänzen sie diese nur. Die blauen Logen sind die Basis der Freimaurerei, auf der alles andere aufbaut. Im Englischen nennt man die Hochgrade daher auch ‚Appendant’ (dazugehörig) oder ‚Concordant Bodies’; oder ‚Additional Degrees’ und ‚Side Degrees’.

Der österreichische Schottische Ritus bevorzugt die Ausdrücke 'weiterführende', 'vertiefende' oder 'verinnerlichende' Grade. Und der österreichische 'Royal Arch' hält sogar in seinem Aufnahmeritual mit Bezug auf das Unionsprotokoll der beiden englischen Großlogen zur United Grand Lodge of England (1813) ausdrücklich fest: „Wir Maurer vom Königlichen Bogen sind der Ansicht, dass sich die Freimaurerei in den drei Graden (der blauen Freimaurerei) voll ausdrückt: dem Grad des Lehrlings, des Gesellen und dem höchsten maurerischen Grad, dem des Meisters. Alle anderen Grade (also die der roten Freimaurerei) sind Nebengrade, Vervollkommnungsgrade der Königlichen Kunst.“

Normalisierung im 20. Jahrhundert

In alten Zeiten gab es bei den Hochgraden oft absonderliche Auswüchse. Es ging dabei vor allem um Distinktionen und ähnliches, also das Allzumenschliche: Bruder Goethes „ellenhohe Socken“. Auch wenn die Kritik daran bei Lennhoff-Posner im Internationalen Freimaurer-Lexikon von 1932 beim Stichwort Hochgrade noch sehr präsent ist, wurde das im 20. Jahrhundert erheblich zurückgedrängt. Daher setzen die historischen Bezüge auf dieser Seite weiter unten bei den einzelnen Obödienzen auch erst mit den 1920iger-Jahren ein; ganz abgesehen davon, dass die Freimaurerei in Österreich unter der Herrschaft der Habsburger ohnehin ein Jahrhundert unterbrochen war, so dass weder bei der (blauen) Johannismaurerei noch bei der (roten) Hochgradmaurerei Kontinuität vom 18. ins 20. Jahrhundert gegeben ist.

21. Jahrhundert: Klassiker und Neugründungen

Die zwei Klassiker mit einem festen Vertragsverhältnis zur 'Großloge von Österreich' sind vereinfacht gesagt die 'Schotten' und der 'York-Ritus'. Darüber hinaus gibt es seit den Nullerjahren den 'Rektifizierten Ritus', der von der 'Großloge von Österreich' ebenfalls anerkannt wird. Zwei weitere sehr spezielle Richtungen runden im Bereich der sogenannten 'regulären' Freimaurerei das Bild ab.

Völlig unabhängig davon gibt es seit je her die integrierten Hochgrade des französisch beeinflussten 'Droit Humain' sowie in jüngerer Zeit Hochgrad-Obödienzen in einem Naheverhältnis zu den kleineren gemischten Großlogen für Männer und Frauen.

Alles andere was Lennhoff-Posner mit Stand 1932 unter 'Hochgrade' und 'Hochgradsysteme' beschreiben, gab es hierzulande nie oder gibt es nicht mehr, oder es führt eine Randexistenz jenseits der allgemein akzeptierten Freimaurerei.

Die Mitarbeit bei den Hochgraden ist optional: Ein Freimaurer kann sich daran beteiligen, er muss aber nicht. Er kann sich auch wie die meisten auf die drei Basisgrade ‚Lehrling-Geselle-Meister’ konzentrieren. Wenn er einem Hochgradsystem beitreten will, braucht er allerdings eine Einladung. In Österreich ist etwas weniger als ein Drittel der 3.400 Brüder (2015) der Großloge von Österreich auch Mitglied in einem der auf sie bezogenen Hochgrad-Systeme. Ähnlich ist es bei den kleineren Großlogen.

Das Logo des AASR Österreich.
Die Embleme der 'Schotten' zeigen immer einen doppelköpfigen Adler; im Detail sind sie jedoch verschieden gestaltet. Interpretationen: Ost- und Weströmisches Reich; Herrschaft des dualistischen Prinzips in unserer Welt; Gleichzeitigkeit der diesseitigen und jenseitigen Welt.
Oben: ORDO AB CHAO = Ordnung aus Chaos. Das steht letztlich für den Schöpfungsakt, der vom Men­schen immer wieder nachvollzogen wird.
Unten: DEUS MEUMQUE JUS = Gott und mein Recht.
Gründungspatent für den AASR Österreich: ausgestellt am 15. September 1925 vom 'Obersten Rat' in Frankreich. Das Original ging verloren. Wahrscheinlich hat es Großsekretär Otto Klein 1938 auf der Flucht in die Tschechoslowakei mitgenommen. Er wurde später im KZ ermordet. Ob er das Dokument vorher vernichtet hat, oder ob es in die Hände der Nazis fiel, ist ungeklärt. 1946 tauchte dann aus den Beständen der aufgelösten Gestapo eine Kopie auf.

[Bearbeiten] Hochgrade mit einem Vertrag oder einem Naheverhältnis zur 'Großloge von Österreich'

[Bearbeiten] * Der Alte und Angenommene Schottische Ritus (AASR) in Österreich

Vereinfacht auch: Die ‚Schotten’ in Österreich

Das ist der ältere der beiden Klassiker: entstanden in den 1920iger Jahren.

Voraussetzung für eine Mitgliedschaft bei „den Schotten“ ist der Meistergrad in einer ‚Johannisloge’, also der dritte Grad. Und der AASR organisiert sich dann in Perfektionslogen (4. bis 14. Grad), in Kapitel (15. bis 18.), in Areopage (19. bis 30.) und in Konsistorien (31. und 32. Grad). Die meisten dieser Grade sind aber heutzutage nur symbolisch; sie werden nicht mehr direkt bearbeitet. Der 33. Grad ist dann nur ein Verwaltungsgrad für die Mitglieder des Obersten Rates: Dieser leitet den Orden und repräsentiert ihn nach außen.

In seiner heutigen Form wurde der ‚Schottische Ritus’ in Amerika entwickelt.

In Österreich nach dem Ersten Weltkrieg

Wenige Jahre nach der Wiedergründung der Johannisfreimaurerei 1918 (= Ende des Habsburgerreiches) wurde in der jungen Republik Österreich ab 1923 auch der ASSR-Ritus eingeführt. Die Initiative ging von einem zurückgekehrten Österreicher aus, der in Frankreich gelebt hatte und dort Mitglied des AASR gewesen war. Einer der führenden Proponenten war der Freimaurerpublizist Eugen Lennhoff (AASR-Großkommandeur von 1925 bis 1930).

Die Gründung war am Anfang durchaus umstritten: Mehrere blaue Logen sprachen sich gegen die Einführung eines Hochgradsystems aus. Doch die Befürworter setzten sich schließlich durch, auch wenn die Beziehungen zwischen der blauen ‚Großloge von Wien’ und dem roten AASR bis zum bitteren Ende 1938 (= Hitlers Einmarsch in Österreich) nicht friktionsfrei waren.

1925 wurde dann mit Unterstützung der AASR Frankreich und der Niederlande ein ‚Oberster Rat’ eingesetzt. Erster Großkommandeur wurde der international bekannte österreichische Freimaurer Eugen Lennhoff: zusammen mit Oskar Posner aus Karlsbad in Böhmen der Schöpfer des noch heute (auch in diesem Wiki) verwendeten Freimaurerlexikon (Internationales Freimaurer-Lexikon; inzwischen überarbeitet von Dieter A. Binder). Wie die österreichische Freimaurerei überhaupt war der AASR der Zwischenkriegszeit pazifistisch. Er setzte sich für Völkerversöhnung und später dann für den Kampf gegen den wachsenden politischen Antimasonismus ein. Der österreichische AASR unterstützte und ermöglichte 1930 auch die komplizierte Gründung des AASR in Deutschland.

1938: Nazi-Deutschland annektierte Österreich. Wie schon einige Jahre zuvor im Deutschen Reich wurde die Freimaurerei verboten (1938: Wie Hitler die österreichische Freimaurerei auslöschte). Fast alle Dokumente gingen verloren, so dass über die geistige Arbeit des AASR in der Zwischenkriegszeit wenig bekannt ist.

Wiedergründung nach 1945

Erste Kontakte zum Ausland entstanden schon wenige Monate nach Kriegsende durch Kurierdienste französischer Besatzungssoldaten; die Post funktionierte ja am Anfang nicht. Auch General Mark Clark, Hochkommissar der US-Besatzung und selbst Mitglied des amerikanischen AASR, unterstützte den Wiederaufbau der österreichischen Freimaurerei. Und so konnte schließlich 1947 wieder ein österreichischer ‚Oberster Rat’ installiert werden.

Derzeitiger AASR in Österreich (2015): 14 aktive Ateliers. Konkret: sieben Perfektionslogen, fünf Kapitel, ein Areopag und ein Konsistorium. Darüber steht der autonome ‚Oberste Rat’ mit dem ‚Souveränen Großkommandeur’ an der Spitze; über 400 Mitglieder.

Enge Kooperation mit der Großloge von Österreich

Der AASR ist über einen Vertrag (in der Freimaurersprache: ‚Konkordat’) eng mit der Großloge von Österreich verbunden. Wie diese half der österreichische AASR nach der Wende auch beim Aufbau der 'Schottischen Maurerei' in mehreren osteuropäischen Ländern, so in Ungarn, Tschechien, Slowenien und Kroatien.

[Bearbeiten] * Der York Ritus in Österreich (YRiÖ)

Vereinfacht auch: Der ‚Royal Arch’ in Österreich

Das ist der jüngere der beiden Klassiker: entstanden in den 1970iger Jahren.

Der österreichische York Ritus: in der Mitte die drei Abstufungen 'Royal Arch' (oben), Konzil (rechts) und Komturei (links).
Das internationale üblich Royal-Arch-Zeichen ist ein "Triple Tau", also dreimal der Buchstabe T (Tau im griechischen Alphabet = T). Es gibt viele Interpretationen, was das bedeuten soll. Beispiele: Allmacht-Allwissenheit-Allgegenwart; oder die göttliche Trinität.
Die Konzilsgrade und die Komtureigrade verwenden andere Embleme.

Der österreichische York Ritus orientiert sich am weltweit tonangebenden amerikanischen Vorbild. Im Freimaurerlexikon von Lennhoff, Posner, Binder firmiert er auch als ‚Amerikanischer Ritus’. Voraussetzung für eine Mitgliedschaft ist der Meistergrad in einer ‚Johannisloge’ (drei Grade). Der York Ritus selbst ist dann organisiert in Royal-Arch-Kapitel (4. bis 7. Grad), in Konzile (Kryptische Grade: 8. und 9.) und in Komtureien (Rittergrade: 10. bis 12.).

Nach dem Zweiten Weltkrieg von Amerika über Deutschland nach Österreich

Bis zum Zweiten Weltkrieg war der 'York Ritus' in Kontinentaleuropa und so auch in Österreich kaum bekannt. Erst in den fünfziger Jahren des vorigen Jahrhunderts wurde er von amerikanischen und englischen Militärangehörigen in Deutschland etabliert. 1953 wurde in Frankfurt das erste deutsche Royal-Arch-Kapitel gegründet. Von Deutschland kam die Kapitelmaurerei dann ab 1967 nach Österreich: Bayerische Brüder hatten zehn Wiener Freimaurermeister dafür begeistert. Die Österreicher fuhren nach München, wo sie aufgenommen wurden.

1970 gründeten die Österreicher in Wien ihr erstes eigenes Royal-Arch-Kapitel; es unterstand vorerst noch dem deutschen Großkapitel. Zwei weitere Kapitelgründungen folgten 1972 und 1973, und so konnte 1974 mit Zustimmung des deutschen Großkapitels und des maßgebenden amerikanischen ‚General Grand Chapter of Royal Arch Masons International’ (GGCI) ein eigenes österreichisches Großkapitel konstituiert werden. Die österreichischen Kapitel arbeiten nach einem eigenen Ritual: Dieses wurde vom GGCI anerkannt; die Anerkennung wurde 2012 erneuert.

Nach den ersten Gründungen wurden bald weitere Kapitel eingerichtet, später auch Konzile und Komtureien. Und so wurde das Großkapitel 2014 zum 'Konvent der Maurer des York-Ritus in Österreich'. International eher ungewöhnlich ist, dass alle erwähnten Grade unter diesem einen organisatorischen Dach vereint sind.

Auch englische und amerikanische Kapitel in Österreich

Mehrere Kapitel arbeiten auch in englischer Sprache: drei Kapitel seit 2012 und 2013 nach dem amerikanischen Ritus mit ausdrücklicher Zustimmung des amerikanischen GGCI; und eines seit 2009 nach dem davon abweichenden englischen Ritus des Holy Royal Arch mit Genehmigung des ‚Supreme Grand Chapter of Royal Arch Masons of England’. Letzteres ist besonders bemerkenswert weil es die einzige Ausnahme ist, orientiert sich doch der österreichische York Ritus sonst durchwegs an den Amerikanern, nach deren Vorbild er entwickelt wurde.

Diese vier englischsprachigen Kapitel arbeiten wahlweise auch in deutscher Sprache. Und sie nehmen auch Männer auf, die ihren Hauptwohnsitz nicht in Österreich haben. Dahinter steht die Idee, den Austausch über den Grenzen hinweg zu intensivieren.

Derzeitiger 'York Ritus' in Österreich (2017): sieben deutschsprachige Kapitel, vier englischsprachige Kapitel, vier Konzile, vier Komtureien.

Enge Zusammenarbeit mit der Großloge von Österreich

Der 'Konvent der Maurer des York-Ritus in Österreich' ist mit der Großloge von Österreich verbunden. Das ist in einem Vertrag ("Konkordat") festgehalten. Abgesehen von den englischsprachigen Kapiteln werden nur Mitglieder von Logen der Großloge von Österreich aufgenommen. Zur Großloge von Österreich gehören ungefähr 3.600 Mitglieder (2018). Davon arbeiten über 500 zusätzlich in einem der neun Royal-Arch-Kapitel, und von diesen wiederum mehr als hundert in einem Konzil.

Wie die Großloge unterstützt auch der York-Ritus-Konvent den Aufbau der Freimaurerei in Osteuropa: Gegenwärtig gibt es dafür ein Deputationskapitel, das für mehrere Länder zuständig ist.

[Bearbeiten] * Der Rektifizierte Schottische Ritus (RSR) in Österreich

Vereinfacht auch: Der ‚Rektifizierte Ritus’ in Österreich

Der österreichische 'Rektifizierte Schottische Ritus'. Zentrales Element ist der Phoenix aus der Asche (1779) und darunter die Devise: Solve et coagula = Löse und verbinde neu.

Voraussetzung für die Aufnahme ist der Meistergrad (3. Grad; mindestens drei Jahre) in einer Loge der ‚Großloge von Österreich’ oder einer von dieser anerkannten ausländischen Obödienz (= Großloge). Darauf aufbauend organisiert sich der RSR dann in drei Graden: als ‚Andreasloge’ (4. Grad) und als ‚Innerer Orden’ (5. und 6. Grad).

Besonderen Wert legt der RSR auf ‚gelebte Humanität’, also aktive Wohltätigkeit; damit sind nicht nur Spenden gemeint sondern auch persönliches Tun.

In den Nullerjahren aus der Schweiz nach Österreich

Der heutige RSR ist in Österreich ein junges Hochgradsystem: Als selbständige Obödienz gibt es das 'Rektifizierte Großpriorat von Österreich' seit Ende 2014. Obwohl der RSR das älteste kontinentaleuropäische weiterführende System ist – er wurde 1779 gegründet und hat ab 1782 (’Konvent von Wilhelmsbad’) Teile aus der Erbmasse der damals aufgelösten ’Strikten Observanz’ übernommen – wurde er in Österreich und Deutschland fast vergessen. Anders in der benachbarten Schweiz: Das ‚Unabhängige Großopriorat von Helvetien’ sorgte für Kontinuität. Der Schweizer RSR hat seinen Sitz in Genf und in der ganzen Schweiz 240 Mitglieder, mehrheitlich französisch- und italienischsprachig, wie sich überhaupt der RSR in Kontinentaleuropa bisher auf die romanischsprachigen Länder konzentrierte. Nicht zuletzt durch die Gründung des unabhängigen österreichischen RSR greift er jedoch langsam wieder darüber hinaus.

Der Impuls für diese Gründung kam aus der Schweiz in das österreichische Bundesland Kärnten. 2006 wurden drei Österreicher in Basel aufgenommen. Weitere folgten, und 2010 gab es in Kärnten erste RSR-Arbeiten. 2011 wurde schließlich die ‚Präfektur Carinthia’ gegründet: noch als Teil des Schweizer Großpriorats. Und 2014 folgte mit dem ‚Rektifizierten Großpriorat von Österreich’ die Selbständigkeit. Man kann also sagen: Nach über 230 Jahren hat der RSR nach Österreich zurückgefunden.

Beziehungen zur Großloge von Österreich

Der ‚Rektifizierte Schottische Ritus’ wurde von der ‚Großloge von Österreich’ als ‚Großpriorat von Österreich’ durch einen von beiden Seiten unterschriebenen ‚Freundschaftsbrief’ anerkannt. Wie auch die anderen ‚Hochgrade’ sichert der RSR in dieser vertraglichen Vereinbarung der Großloge die Einhaltung verschiedener Grundsätze zu, zum Beispiel dogmenfrei zu sein; ebenso die Grade 1 bis 3 nicht zu bearbeiten.

In diesem Freundschaftsbrief wird auch festgehalten, dass die rituellen Arbeiten des RSR im ‚Orient’ (= Standort) Villach stattfinden. Anders als die anderen österreichischen Hochgrade hat der RSR seinen Schwerpunkt nicht in Wien sondern in Kärnten. Mehr als die Hälfte der 60 Mitglieder wohnt in diesem Bundesland (2014).

Das Wappen der englischen Markmeister-Großloge mit „Lapis reprobatus caput anguli“ (≈ "der zurückgewiesene Stein ist der Schlussstein des Gewölbes") = Hinweis auf ein wichtiges Lehrgleichnis der Markmeister-Maurerei (auch im 'Royal Arch'): Vorgesetzte prüfen die Werkstücke ihrer Arbeiter, ein Stein ist ungewöhnlich geformt und so werfen sie ihn einfach weg. Er war aber der Wichtigste, nämlich der Schlussstein, ohne den das Gewölbe nicht vollendet werden kann. Auf dem Wappen ist der Schlussstein dreimal zu sehen: zweimal mit dem gleichseitigen Dreieck, dem Zeichen der Markmeistermaurer. - Was lernen wir aus diesem Gleichnis? ...
Es stammt übrigens aus dem Matthäus-Evangelium.

[Bearbeiten] * Logen der ‘Grand Lodge of Mark Master Masons of England and Wales and its Districts and Lodges Overseas‘ in Österreich

Seit 2009: zwei Markmeisterlogen (Stand 2015). Und zum ersten Mal in Österreich auch ein hierzulande bisher unbekannter Seitengrad der englischen Markmeister-Maurerei: die ‚Royal Ark Mariners’ (Ark = Arche, gemeint ist Noahs Arche). Alles mit dem Patent und unter der Schirmherrschaft der englischen ‚Großloge der Markmeister-Maurer’. Voraussetzung für die Aufnahme ist wie auch bei den anderen Hochgraden, die es in Österreich gibt, der (blaue) Meistergrad.

Die Obödienz wurde zwar von Österreichern gegründet, Zielgruppe sind aber vor allem Freimaurer aus dem Ausland, die in Österreich meistens befristet in großen Unternehmen, an den Universitäten und so weiter tätig sind. 2015 sind das deutlich über hundert Brüder mit mehr als fünfzehn Nationalitäten: vor allem aus Europa und Nordamerika. Voraussetzung ist eine gewisse Beherrschung der englischen Sprache, auch weil nach dem englischen Originalritual gearbeitet wird.

Die Gründung wurde von der ‚Großloge von Österreich’ vorab zur Kenntnis genommen. Es gibt keinen Vertrag (Konkordat).

Die Markmaurerei entstand in England schon 1756, und so ist der Markmeistergrad einer der ältesten Freimaurergrade. Es gibt ihn auch als Teil der Kapitelmaurerei im York-Ritus (erster 'Royal Arch'-Grad).

Detaillierte Infos über die komplizierte Geschichte und Gegenwart dieses Grades gibt es im Wiki hier: Markmaurerei

[Bearbeiten] * Souveräne Großpriorei von Österreich

Dieses Hochgradsystem versteht sich als Teil des masonischen 'Ordens des Tempels' und kommt aus Kanada und Australien. Es ist seit 2014 auch in Österreich präsent und besteht aus drei Präzeptoreien. Alle arbeiten in Wien. Die ersten Anfänge gehen auf das Jahr 2005 zurück als das 'Großpriorat von Deutschland' in Wien eine Präzeptorei gründete.

Zwei Grade werden bearbeitet: der Tempelritter und der Ritter von Malta. Voraussetzung für die Zulassung ist der Grad des Maurers vom Königlichen Bogen. Die Rituale ähneln den Ritualen des Konklaves und den Rittergraden der amerikanischen Komturei. Sie sind wie bei allen Ritterorden christlich.

Mit der Großloge von Österreich gibt es kein Konkordat.

Droit Humain.jpg

[Bearbeiten] Hochgrade mit anderer Anbindung

[Bearbeiten] * Die Hochgrade beim Droit Humain (DH) in Österreich

Diese Hochgrade unterscheiden sich zweifach von den drei oben genannten:

Erstens weil der 'Droit Humain' eine französisch orientierte Co-Freimaurerei ist, also eine gemischtes System für Männer und Frauen, wobei er in Österreich überwiegend weiblich ist.

Zweitens weil es hier kein selbständiges Hochgradsystem gibt, vielmehr schließen die Hochgrade in ein und derselben Konföderation an die drei blauen Basisgrade Lehrling-Geselle-Meister an (ähnlich wie bei der Großen Landesloge der Freimaurer von Deutschland/GLL oder der skandinavischen Freimaurerei).

In diesem Sinn bearbeitet der österreichischen ‚Droit Humain’ folgende weiterführende Hochgradlogen (2010): drei Perfektionslogen (4., 12. und 14. Grad), ein Kapitel (18. Grad), ein Areopag (30. Grad), ein Konsistorium (31. und 32. Grad) und schließlich ein Oberster Rat (33. Grad; dieser wird auch für Österreich nur von der Zentrale des ‚Droit Humain’ in Paris verliehen).

Wie bei den drei Hochgradsystemen der englisch orientierten 'Großloge von Österreich' steht es auch hier den Mitgliedern frei, ob sie sich über die drei blauen Grade hinaus engagieren wollen. Allerdings: Wie beim AASR, York-Ritus und RSR muss man eingeladen werden, man kann also nicht einfach beitreten. Und beim Droit Humain braucht man auch noch eine Empfehlung der Loge.

Der doppelköpfige Adler des GKSRA

[Bearbeiten] * Großkollegium des Alten und Angenommenen Schottischen Ritus von Österreich (GKSRA)

Dieses Hochgrad-System entstand in Wien ab 2005: am Anfang mit brasilianischer Unterstützung; seit 2012 in dieser unabhängigen Struktur. Wie die meisten anderen Hochgrad-Obödienzen bearbeitet auch das GKSRA die ersten drei Grade nicht. Voraussetzung für einen Beitritt ist daher die Mitgliedschaft in einer blauen Loge.

Das GKSRA hat ein Naheverhältnis zum ‚Großorient von Österreich’ (GOÖ); dies ist eine gemischten Großloge (= Co-Freimaurerei für Frauen und Männer). Mehr als die Hälfte der Mitglieder stammen aus den GOÖ-Reihen. Manche gehören aber auch zu anderen (blauen) Obödienzen.

Derzeit (2015): unter dem Obersten Rat je ein Areopag und ein Kapitel sowie drei Perfektionslogen, davon eine in Wien, eine in Slowenien und eine in Bulgarien. Mitglieder: ungefähr 50 Frauen und Männer.

[Bearbeiten] * Oberster Rat des 33. und letzten Grades des AASR für Männer und Frauen in Deutschland, den Niederlanden, Großbritannien und Österreich

Diese der Mitgliederzahl nach kleine Hochgrad-Obödienz ist in Österreich mit der 'Großloge Humanitas Austria' verbunden. In Wien gibt es eine Perfektionsloge und ein Kapitel (2015).

ÖFlag.jpg

[Bearbeiten] Siehe auch

[Bearbeiten] Links

AASR:

YR:

RSR:

DH: