Traktat: Knapp daneben - Masonische Irrtümer

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Vorwort von Rudi Rabe: Viele Freimaurer freuen sich darüber und manche sind auch stolz darauf, wieviele große Persönlichkeiten in ihren Reihen waren: von George Washington bis Wolfgang Amadeus Mozart, um nur zwei besonders berühmte zu nennen, und auch viele andere, die in der einen oder anderen Weise in die Geschichte eingegangen sind. Aber: Wie wichtig war die Mitgliedschaft für diese Größen und für ihre Leistungen? Und wie lang waren sie überhaupt dabei? Ja noch mehr: Manche Zuschreibungen sind zweifelhaft oder sogar falsch, sei es aus Unkenntnis oder, wenn sie von Gegnern der Freimaurer stammen, auch um diesen zu schaden. Fragen über Fragen.

Im folgenden Vortrag, den wir hier als Traktat wiedergeben, hat sich ein österreichischer Freimaurer dieses Themas angenommen und es gehörig durcheinander gewirbelt: gut recherchiert und obwohl durchaus freimaurer-selbstkritisch letztlich doch mit Sympathie für den Bund, dessen Mitglied er ja auch selbst ist: er hielt seine „Zeichnung“ (freimaurerisch für Logenvortrag) im Juli 2022 vor einer Wiener Loge. Das Freimaurer-Wiki sagt ihm danke, dass wir seinen Text übernehmen durften.


Knapp daneben – Masonische Irrtümer

Lasst uns zu Beginn einen kleinen Spaziergang in Wien unternehmen! Wir schlendern am Parlament vorbei Richtung Rathaus auf der einen und das Burgtheater auf der anderen Seite. Zur Linken, am Beginn des Rathausparks, sehen wir das von Josef Krawina und Alfred Hrdlicka gestaltete Denkmal für den Politiker Karl Renner, Staats- bzw. Bundespräsident zweier österreichischer Republiken nach den beiden Weltkriegen. Im Handbuch „Die Symbole Österreichs“ steht darüber zu lesen:

„Was dem unbefangenen Betrachter des Renner-Denkmals kaum auffallen wird, mutet bei genauem Hinsehen eher seltsam an: Der schwarze Marmorblock mit dem Kopf des Staatsmannes steht nicht im Zentrum der mittleren der neun quadratischen Sockelplatten, sondern ist leicht zum Parlament und zur Ringstraße hin verschoben, so dass sich der Kopf nicht mehr in der Mitte unter den oben fast kreisförmig zusammenlaufenden Säulen befindet. Als wahrscheinlichstes Motiv für die leichte Verschiebung der Kopfplastik in südliche Richtung bietet sich an, dass dies ein letzter Gruß der Freimaurer an ihr prominentes Mitglied Dr. Karl Renner war: der Platz der Gesellen in der Loge ist ja im Süden, im "Mittag". Wenn ein "vollendeter Bruder", also ein Verstorbener, symbolisch zum "Großen Baumeister aller Welten" aufblickt, so ist sein Platz in der Ewigkeit ein wenig südlich der Mitte.“

Karl Renner, ein Freimaurer? - Tatsächlich findet sich in Günter Kodeks historischem Verzeichnis der Mitglieder der Wiener und österreichischen Logen ein Karl Renner: ein Bahnbeamter, der 1874 gestorben ist; ebenso wie Karl Kraus, ein 1962 verstorbener Wirtschaftsprüfer, ebenso Karl Popper, gleich zweimal!: ein Arzt Jahrgang 1867 und Simon Carl Sigmund Popper, der Vater des berühmten Philosophen. Trotzdem: Karl Renner, Karl Kraus und Karl Popper waren Freimaurer. Nur spielen in diesem masonischen Karl-Theater halt nur die Namensvettern der berühmten Herren eine Rolle – Knapp daneben! So lautet der Titel meines Vortrags über masonische Irrtümer und Illusionen.

Wir dürfen uns natürlich bei all unserer Geheimniskrämerei nicht wirklich wundern, wer uns von profaner Seite aller zugeordnet wird: Kaiser Joseph II., der Wiener Kardinal König, der ehemalige österreichische Bundeskanzler Bruno Kreisky und sein Vizekanzler und Finanzminister Hannes Androsch sowie die österreichischen Bundespräsidenten Rudolf Kirchschläger und Thomas Klestil. Sie alle firmieren da und dort in analogen Kaffeekränzchen und in digitalen Wiki-, Meta- und sonstigen Dokupedias als Freimaurer obwohl sie es nicht waren.

24.06.1717: Vier Londoner Logen gründen im Gasthaus "Goose and Gridiron" die "Großloge von London und Westminster" - die erste Großloge der Welt. War das vielleicht doch nicht ganz so "aufgeklärt", wie es heutzutage allgemein interpretiert wird?

Kniffliger ist die Sache schon dort, wo wir selbst im Brüderkreis so mancher Täuschung erliegen. 
Das beginnt schon 1717 als in London die erste Großloge gegründet wurde. Wir dürfen wohl davon ausgehen, dass sich die Brüder der vier Gründungslogen der Großloge von London und Westminster im Geist der Aufklärung eines Isaac Newton, Thomas Hobbes und John Locke versammelt haben und die Freimaurerei im Zeichen von Großzügigkeit und Toleranz mit hervorragenden Persönlichkeiten in ihren Reihen zu einem großen Ganzen geeint haben. Oder doch nicht?

Wenn wir die Szene im Juni 1717 mit der historischen Lupe betrachten, dann finden wir zunächst - wie es der masonische Geschichtsschreiber Allan Oslo beschreibt - ein Häuflein unscheinbarer und profilloser Herren, die aus heutiger Sicht nicht sehr aufgeklärt erscheinen. Sie sind prononcierte pietistische Protestanten und politisch in der Partei der „Whigs“ zu finden.

Diese später so genannten „Liberalen“ sind seit drei Jahren an der Macht und werden vom lutherisch getauften König George I. aus dem Haus Hannover den konservativen, gemäßigt staatskirchlichen „Tories“ vorgezogen. Es dauert drei Jahre bis die Großloge das Rüchlein der gesellschaftlichen Minderwertigkeit verliert und ihren als „Moderns“ bezeichneten Mitgliedslogen endlich auch Aristokraten aus dem Kreis der Tories beitreten.

Der 3. Großmeister, der gelehrte Hugenotte John Theophilus Desaguliers, beauftragt den presbyterianischen Prediger James Anderson 1721 aus jahrhundertealtem Material eine neue „Konstitution“ für die Freimaurerei zusammenzustellen – sie wird 1723 fertig, und läuft heute unter der Bezeichnung „Die alten Pflichten“. Erst der aus Frankreich geflüchtete Protestant Desaguliers sorgt dafür, dass die erste Pflicht im weit gefassten deistischen Sinn umgeändert wird. Es ist eine vorsichtige Formel, der alle Konfessionen zustimmen können, was durchaus noch zu Auseinandersetzungen innerhalb der jungen Großloge führt. Katholiken sind in England davon vorerst de facto ausgenommen, es bleibt alles in der protestantischen Familie.

Sind diese Freimaurereien nun Kinder der Aufklärung, wie es in den Logen bis heute immer heißt, oder doch eher der Reformation? Vielleicht ordnen sich die „Antients“ aus einem religiösen Motiv der Großloge der „Moderns“ nicht unter, vielleicht auch aus anderen Gründen. Jedenfalls dürften die bodenständigeren Antients den nun – weil modern geworden - von immer mehr Adeligen bevölkerten Logen der Moderns skeptisch gegenüberstehen.

Als sich die verfeindeten Brüder fast hundert Jahre später, im Dezember 1813 endlich zur „United Grand Lodge of England“ zusammenfanden, hatte die Welt eine amerikanische und eine französische Revolution hinter sich, die Gründung der USA durch Freimaurer erlebt, und Europa lag nach den Napoleonischen Kriegen in Trümmern. Die englische Free Masonry war dagegen vor allem mit sich selbst beschäftigt gewesen.

Die Französische Revolution sei von den Freimaurern gemacht worden, hören wir allerorten, bisweilen auch aus stolzgeschwelltem Brudermund. Als der Kopf von König Ludwig XVI auf Betreiben des Revolutionsführers Robespierre in den Korb rollte, waren an dieser Aktion im engeren Sinn ein Freimaurer und ein Nicht-Freimaurer beteiligt: Der König, der gemeinsam mit seinen jüngeren Brüdern (beide ebenfalls künftige Könige) 1775 in den Bund aufgenommen worden war; und Robespierre, der kein Bruder war – nur der Enkel eines Rosenkreuzers. Also wieder daneben!

Auch Napoleon, um das einmal mehr zu sagen, war kein Freimaurer.

Buffalo Bill, einer von vielen "Westmännern", die Freimaurer waren
... Augusto Pinochet:
Verfeindete Freimaurer - dazu Details:
https://www.thesquaremagazine.com/mag/article/202105mason-and-president/
Stan Laurel und Oliver Hardy (rechts) im Jahr 1938: "Die amerikanische Popularkultur ist ohne Freimaurer undenkbar."
Johann Gottfried Herder: unbestritten ein bedeutender Freimaurer und Ritualreformer und als Philosoph einer der Erfinder der deutschen Nation - aber Achtung: nicht des Nationalismus.

Die Amerikanische Revolution haben Freimaurer hingegen sehr wohl betrieben. Neben den überaus bekannten Präsidenten der Frühzeit wie George Washington und James Monroe sind das auch Persönlichkeiten wie der Freiheitskämpfer Paul Revere, der Trapper Daniel Boone, die Pioniere Lewis und Clark, der Abenteurer Buffalo Bill, der erste Gouverneur von Texas Sam Houston und viele andere Westmänner, die das Land und den Kontinent erschlossen haben.

Die ganze Wildwestkultur bis hin zu deren Filmdarstellern wie Clark Gable und John Wayne sind von masonischem Geist durchzogen. Wir denken dabei an Revolverhelden und Cowboys, aber nicht daran, dass in der Prärie Passwörter und Erkennungszeichen allgegenwärtig waren, und nicht nur die Waffe, sondern auch der Hammer geführt wurde!

Nicht erst im amerikanischen Bürgerkrieg standen einander dabei Brüder auch feindlich gegenüber, sondern schon im texanischen Unabhängigkeitskrieg gegen Mexiko fochten 1836 mit Davy Crocket und Santa Anna zwei Freimaurer als Oberbefehlshaber in der Schlacht von Alamo gegeneinander. So wie übrigens 140 Jahre danach in Chile, als der Freimaurer General Augusto Pinochet den Freimaurer und Präsidenten Salvador Allende wegputschte. Nebenbei war da droben in den USA gerade mit Edgar J.Hoover ein Bruder Chef des FBI.

Üble Diktatoren waren Freimaurer oder bedienen sich ihrer wie etwa in Kuba auf der linken oder im Fall der früheren griechischen Militäjunta auf der rechten Seite. Links und rechts sind gesamt gesehen keine masonischen Kategorien. Nicht einmal Demokratie oder Diktatur.

Weitaus erfreulicher: Die Popularkultur - vor allem die amerikanische - ist ohne Freemasons undenkbar. Im Falle von Oliver Hardy ist seine Zugehörigkeit so bestimmend gewesen, dass er gemeinsam mit Stan Laurel in dem Film „Die Wüstensöhne“ dem Bund ein satirisches Filmdenkmal setzte. Weniger bekannt ist die Mitgliedschaft von Harry Houdini, Harpo Marx, Peter Sellers und Billy Wilder.

Hier kommen wir mit dem Aufzählen großer Namen kaum noch nach. Der berühmte Schriftsteller und literarische Vater von Tom Sawyer und Huckleberry Finn Mark Twain wurde 1861 mit 24 Jahren Freimaurer in St. Louis, allerdings 1867 ausgeschlossen, wieder aufgenommen und deckte 1868. In seiner wirklich coolen Zeit war er also kein Bruder mehr!

Ähnlich wie Wolfgang Amadé Mozart, der zwar mit 28 Jahren aufgenommen wurde und ein eifriger Bruder war, der aber einen großen Teil seiner Werke bis inklusive der „Entführung aus dem Serail“ als Profaner komponiert hatte. Sein Freund und Logenbruder Ignaz von Born, der Doyen der Freimaurerei im Wien jener Tage, warf frustriert das Handtuch, nachdem es ihm nicht gelungen war, die Wiener Großloge in eine Akademie der Wissenschaften umzuwandeln.

Besonders krass ist das Beispiel des Dichters Voltaire, der bis heute als Vorzeigemaurer gilt, indes erst wenige Wochen vor seinem Tod 1778 im Alter von 84 Jahren in die Loge „Neuf soeurs“ in Paris aufgenommen wurde. Nach jahrelangem Exil durfte der kirchenkritische Freigeist und geniale Spötter endlich wieder nach Paris zurückkehren und wurde mit Ehrungen überhäuft: Metaphorisch gesprochen verliehen ihm von der Bäckerinnung bis zur Academie francaise alle wesentlichen Vereine von Paris die Ehrenmitgliedschaft, so auch die Neuf soeurs, die ihn sofort in den 3. Grad beförderte. Wenige Wochen darauf starb er.

Länger dabei war Johann Wolfgang von Goethe, der indes seine Mitgliedschaft bei den Freimaurern, der Strikten Observanz und den Illuminaten zunächst vor allem dazu nützte, um als Innenminister von Sachsen-Weimar-Eisenach im Auftrag seines Herzogs Carl August die Weimarer Intelligenz auszuspionieren – ein Geheimrat im Geheimbund! Danach will er ein Vierteljahrhundert lang von der Freimaurerei nichts mehr wissen. Erst mit 59 Jahren wird er auf Geheiß des Herzogs in der Loge „Anna Amalia“ wieder aktiv, aber auch das nur kurz. Einer der von ihm Bespitzelten ist der wirklich auch als solcher bedeutende Freimaurer und Ritualreformer, der Philosoph Johann Gottfried Herder, der protestantisch-pietistische Prediger und Erfinder der deutschen Nation. Achso? Ein frommer Prediger und Nationalist als Paradefreimaurer?

Tja , nicht dem Christentum und seinem ethischen Katalog, schon gar nicht dem protestantischen, galt der Kampf der Freimaurer - das ist das grobe Missverständnis der revolutionären romanischen Polit-Maurerei in Frankreich, Italien und anderswo -, sondern dem Konfessionalismus, der zu jahrhundertelangen Bürgerkriegen geführt, und die Menschen gegeneinander aufgebracht hatte. Das zu überwinden war ein Ziel der englischen und auch der deutschen Freimaurer im Heiligen Römischen Reich, und damit auch bei uns in Österreich. Nationale Einheit in Frieden versprach einen Ausweg aus den Glaubenskriegen und deswegen ist es kein Zufall, dass es ein Freimaurer, nämlich Herder, war, der die deutsche Nation erfand! Die Nation wohlgemerkt, nicht den Nationalismus.

Was die Menschen eint, in den Vordergrund zu stellen, und nicht das, was sie trennt, ist gerade heute wieder ein aufwändiges Vorhaben, da die Menschen erneut in Glaubenskriege verfallen sind und politische Bewegungen die Feuer schüren: pro und contra Klimawandel mit Gretel und Trumps Freunden, für und gegen Coronamaßnahmen samt Impfung, für und gegen Massenzuwanderung mit Rackete und Salvinis Freunden, pro und contra Putin und seinen Ukraine-Krieg, für und wider den Islamismus, Jung gegen Alt, Frauen gegen Männer, Antifas gegen Populisten, Radlfahrer gegen Automobilisten, und Europa gegen seine Nationen. Gegen diese Segregationstendenzen legt die Freimaurerei ein holistisches Weltbild der Brüderlichkeit nahe.

Dass es damit in der Praxis nicht weit her ist, zeigt das 20.Jahrhundert, da nicht nur der tschechische Freimaurer Edvard Benes 1945 den Mordbefehl an seinen deutschen Mitbrüdern und Landsleuten gab, sondern schon in der Zwischenkriegszeit Brüder oftmals gegeneinander standen, obwohl sie doch in ihrer Gesamtheit alle von außen angefeindet waren. Der liberale deutsche Außenminister Gustav Stresemann bat nach kurzer Zeit entnervt um Entlassung aus dem Bund, da er von völkischer Seite dermaßen bedroht wurde, dass es um seine politische Existenz ging. Und das, obwohl doch die preußischen Landeslogen ohnehin vor Völkischen und Nazis nur so wimmelten.

Kurt Tucholskys Freimaurer-Ausweis

Aber auch der andere, der angeblich liberalere Zweig der deutschen Maconnerie hatte es damals in sich. Wie man mit Gegnern umgeht hatte der ach so humanistische Freimaurer und Dichter Kurt Tucholsky 1927 in der Berliner „Weltbühne“ so beschrieben:

„Möge das Gas in die Spielstuben eurer Kinder schleichen. Mögen sie langsam umsinken, die Püppchen. Ich wünsche der Frau des Kirchenrats und des Chefredakteurs und der Mutter des Bildhauers und der Schwester des Bankiers, dass sie einen bittern qualvollen Tod finden, alle zusammen. Weil sie es so wollen, ohne es zu wollen. Weil sie faul sind. Weil sie nicht hören und nicht sehen und nicht fühlen." („Die Weltbühne", 26. Juli 1927, S. 152f.)

Schlafen Sie gut, Herr Tucholsky, kann man da nur sagen!

In Wien geht’s da in den 20ern schon etwas humanistischer zu - und absolut nicht unpolitisch!

1925 ruft die „Großloge von Wien“ zur Unterstützung der Paneuropa-Bewegung auf - wobei deren Gründer und Chef Richard Coudenhove-Kalergi 1922 in die Loge „Humanitas“ aufgenommen wurde, jedoch bereits 1926 wieder austritt. Beiden Seiten hat die offene Beziehung von „Paneuropa“ zu „Freimaurerei“ offenbar nicht gutgetan). Herr Coudenhove hatte begriffen, dass ihm der Bund für seine Sache zu wenig brachte. Er hatte die paneuropäische Idee auch nicht als Freimaurer entwickelt. Und umgekehrt war der Kosmopolitismus des Grafen schwersten Anfeindungen ausgesetzt, und bildete eine weithin offene Flanke der Freimaurer dieser Zeit. In seiner Autobiografie lesen wir:

„Eine Zeit lang dachte ich daran, den Freimaurer-Orden für die Paneuropa-Idee zu gewinnen. Durch ihn hätte ich mit einem Schlag eine mächtige und reiche internationale Organisation für unsere Idee mobilisieren können. Bald aber musste ich (…) einsehen, dass die Freimaurer der Paneuropa-Idee zwar viel Sympathie entgegenbrachten, sie jedoch genauso wie alle führenden und verantwortlichen Persönlichkeiten für eine Utopie hielten. Dies bestimmte mich, in aller Freundschaft meine Beziehungen zum Freimaurer-Orden schon 1926 abzubrechen, da dessen bloß platonisches Interesse für Paneuropa die Bewegung mehr belastet als gefördert hätte.“

So! Habe ich euch nun die Freimaurerei gehörig madig gemacht. Ich denke: Nein, nicht wirklich! Ich habe nur versucht, das zu dekonstruieren, was aufgeklärt gehört.

Und die Lehre daraus? Verlassen wir uns nicht auf klingende Namen aus unseren Reihen! Ehren wir die großen Persönlichkeiten, aber benutzen wir sie nicht, um nach innen oder gar nach außen mit ihnen anzugeben! Freimaurerei entsteht in brüderlicher Harmonie aus uns selbst.

Axel Giese, der 2016 verstorbene Altgroßmeister der „Großloge von Österreich“, hat mir einmal auf die Frage, worin die Geschichte der Freimaurerei bestehe, geantwortet: „Aus der Summe der Biographien ihrer Mitglieder.“ - Also auch ganz besonders aus Deiner, und Deiner und Deiner, mein Bruder!

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