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Rezension: Karlheinz Gerlach: Die Freimaurer im alten Preussen

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Die Freimaurer im Alten Preussen

Aus „Alpina“ 5/2007

Alfred Messerli über:
Karlheinz Gerlach: Die Freimaurer im Alten Preussen 1738-1806.
Die Logen zwischen mittlerer Oder und Niederrhein.
Quellen und Darstellungen zur europäischen Freimaurerei, Band 8, 1014 Seiten, zwei Bände in Schuber.
Sfr. 239.00. ISBN 978-3-7065-4037-7. Studienverlag Innsbruck. Bestellung: SCHOPF


Ein gewichtiges Werk, eine unheimlich grosse und gute Arbeit legt Karlheinz Gerlach zur Geschichte der Freimaurerei vor. In zwei Bänden (in einem Schuber) auf 1014 Seiten präsentiert er ein enorm grosses Material über die Freimaurerei im Alten Preussen. Der Zeitrahmen von 1738 bis 1806 ist deshalb von Bedeutung, weil dies eigentlich die hohe Zeit der Freimaurerei im damaligen Preussen war.Wichtig ist auch noch die Feststellung, dass der Autor, Karlheinz Gerlach, ein anerkannter Historiker ist, der unserem Bunde nicht angehört.

Wer sich bisher über die Freimaurerlogen in Brandenburg-Preussen informieren wollte, war auf die wenigen in die öffentlichen Bibliotheken gelangten Lexika, Gesamtdarstellungen und vereinzelte Logengeschichten angewiesen. Im Handbuch von Gerlach werden nun erstmals und umfassend die bisher weitgehend unbekannten, sehr umfangreichen Quellenbestände des Geheimen Staatsarchivs Preussischer Kulturbesitz, Berlin Dahlem, weiterer Archive und Bibliotheken in Bayreuth, Berlin, Den Haag, Kopenhagen, Poznan und Wien sowie die Gesamtheit der logeninternen Literatur, die der Forschung nur mit Ausnahmen zugänglich war, wissenschaftlich erschlossen.

Dieser Band wie auch die noch folgenden Bände können für Schweizer Freimaurer von Belang sein, weil viele Schweizer nach Brandenburg- Preussen, aber auch Preussen in die Schweiz auswanderten. Genannt seien nur Johann Heinrich Daniel Zschokke, der 1792 von der Loge zum aufrichtigen Herzen in Frankfurt an der Oder aufgenommen wurde und dann 1811 in Aarau die Loge Wilhelm Tell mit gründete (aus der dann die Loge zur Brudertreue hervorging). Oder die Schweizer Offiziere, mit denen König Friedrich II in Potsdam das Bataillon de Rosière formierte und sie als die künftige Besatzung der schlesischen Festung Silberberg ausbildete.

Mehrere von ihnen waren Mitglieder der Potsdamer Loge Minerva und gründeten dann die Loge Herkules vom Silberberg. Gerne hätte man auch etwas erfahren über die Ursprünge der Loge in Neuchâtel, die ja eine preussische Gründung war. Auf Anfrage erklärte der Autor, dass er diese Logengründung bewusst nicht berücksichtigt habe, einerseits weil er keine Archivalien gefunden habe anderseits aber auch weil sie in einer andern landschaftlichen und historischen Tradition stand.

Jacob Perret, Maire von La Chaux-de-Fonds und königlich preussischer Receveur, hielt sich 1742/43 in Berlin auf. Er wurde am 5. Juli 1742 vom Berliner Kaufmann Frédéric Alexandre Fromery, langjähriger Schatzmeister der Mutterloge zu den drei Weltkugeln und unterstützt von dem Geheimen Rat Etienne Jordan, dem Jugendfreund Friedrich II. und einst Sekretär der Loge du Roi, zum Freimaurer vorgeschlagen, am 15. Juli 1742 auf den 1. und 2. Grad (es war üblich, in einem Zug beide Grade zu erteilen) und am 29. August 1742 zum Meister befördert. Er amtierte am 7. März als Jeune Surveillant (2.Vorsteher) und am 13. Juni 1743 vermutlich als Stuart. Er wurde am 11. Dezember 1742 Mitglied der schottischen Loge L’Union, hatte also auch den 4., den Schottengrad. Perret beantragte am 9. Mai 1743 in der Mutterloge, in Neuchâtel und Valangin eine Loge zu gründen. Es heisst im Protokoll dieses Tages: Perret ersuchet Ihm die Erlaubnis zu geben in seinem Vaterlandt vor der Stadt Neuchâtel eine Loge zu stiften. Die Loge stimmte mit 15:2 Stimmen dem Antrag zu. Der Meister vom Stuhl Jacob Friedrich Bielfeld hat auch versprochen dieserhalb den Consens des Hofes zu suchen. Die Zustimmung des Hofes, das heisst von Friedrich dem Grossen persönlich, erfolgte am 6. September 1743. Es wäre wert, diesen Quellen nachzugehen.

Es ist ein gewichtiges Werk, ein schöner kubischer Baustein in der freimaurerischen Geschichtsforschung, das uns Karlheinz Gerlach vorlegt. Gerne greift man nach diesem Handbuch, das recht eigentlich neue Massstäbe setzt.

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