Ausstellung Br. Jens Rusch

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Ausstellung Br. Jens Rusch

Ausstellungsplakat

Grußwort

Für nicht wenige Freimaurer ist unser Roland-Bruder Jens Rusch der Inbegriff brüderlicher Selbstlosigkeit. Über das Vierteljahrhundert seiner Mitgliedschaft in unserem Freimaurerbund häuften sich die Meriten für sein gesellschaftliches Engagement: Die Vereinigten Großlogen von Deutschland verliehen ihm als Anerkennung für die Gründung und den unermüdlichen Aufbau der größten europäischen Online-Enzyklopädie, das Freimaurer-Wiki, das goldene Verdienstzeichen. Neben dem Bundesverdienstkreuz am Band verblassen für ihn jedoch diese Medaillen neben der Ehrenmitgliedschaft, die ihm der onkologische Arbeitskreis der Westküstenkliniken verlieh. Dem Kampf an der Krebsfront, wie er es, nennt gelten seine Restkräfte in ganz besonders kämpferischer Weise. Hierdurch wurde er ungewollt für viele andere Krebsbetroffene zum Überlebensvorbild. Zusammen mit weiteren Brüdern gründete er die Organisation STARK gegen KREBS e.V. in Frankfurt a.M. deren zweiter Vorsitzender er heute ist, und aktuell das „Netzwerk für Patientenkompetenz“. So nimmt es dann auch nicht Wunder, dass mehrere Logen ihn zu ihrem Ehrenmitglied ernannten.

Und das Alles verrichtete er auf dem fragilen wirtschaftlichen Nährboden seiner Künstlerexistenz völlig ohne nennenswerte Rücklagen. Oft genug mit der alleinigen Unterstützung seiner Ehefrau, unserer Schwester Susanne an seiner angeschlagenen Seite. „Das Bunteste an mir sind meine Blessuren“ bringt er es lakonisch auf den Punkt, wenn er darauf angesprochen wird. Auch seine reflexartige Antwort „Wer jammert, hat noch Reserven“, lässt bereits ahnen, dass er sich hinter all´ diesen Anstrengungen und den Torturen einer Krebstherapie eine gehörige Portion Humor bewahren konnte. Und genau das schlägt sich auch in seinen surrealen Bildfindungen nieder. Ironie, ja sogar Sarkasmus kennzeichnen eine Doppelbödigkeit, die in unserer „königlichen Kunst“ ganz ohne Zweifel ihresgleichen sucht. Er liebt es, die Dinge hinter dem Sichtbaren darzustellen, schätzt Wortspiele, setzt Signale und Denkanstösse. Genau deshalb sind seine Motive wohl auch so beliebt bei Verlagen und Forschungslogen, zieren die Cover unzähliger Magazine und Buchveröffentlichungen. Bei jedem seiner Motive verspürt der Betrachter, dass hier jemand sehr genau weiß, was er da malt. Bei einem meiner Besuche in seinem Atelier war ich erstaunt über fast zwei Meter dieser Publikationen in seiner Bücherwand.

Das Erstaunlichste ist aber für mich, dass er alle diese Arbeiten pro bono verrichtete. Auch für die zahlreichen Entwürfe für Bijoux und Logenzeichen, für Pins und Medaillen für Shriner, Freimaurer und Freigärtner, für Arbeitsteppiche und Plakate verlangte er niemals auch nur einen Cent Honorar. Lediglich die Fertigungskosten für Druck, Anfertigung oder Guss hatten die jeweiligen Auftragsgeber naheliegenderweise selbst zu tragen. Wie könnte es auch anders sein? Um so erstaunlicher für mich ganz persönlich ist dabei, dass ihm das ausgerechnet bei der wohl aufwändigsten seiner Arbeiten, der Rekonstruktion der lebensgroßen Schröder-Statue verwehrt wurde. Aber das ist ein Sonderthema, das den Festakt dieser Ausstellungseröffnung nicht trüben sollte. Wer nun also die Gelegenheit wahrnimmt, diese kleine Ausstellung, die ihm von seinen Roland-Brüdern gewidmet wird, nicht nur mit offenen Augen, sondern auch mit offenem Maurerherzen zu goutieren, wird diese Räume bereichert verlassen. Hinterfragen Sie die Sujets, versuchen Sie, die tiefen Brunnen am Wegrand seines intensiv empfundenen Maurerlebens auszuloten. Vielleicht finden Sie sich selbst darin wieder. Das wäre ganz sicher der schönste Lohn für unseren Roland-Bruder Jens.

Einar F.J. Tiefenbach

Meister vom Stuhl der Hamburger Loge "Roland"