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Philipinen

Version vom 1. November 2012, 12:35 Uhr von Jens Rusch (Diskussion | Beiträge)

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Philipinen

Quelle: Internationales Freimaurer-Lexikon von Eugen Lennhoff und Oskar Posner (1932)


Die erste amtliche Sunde von der Existenz von Freimaurern auf den Philipinen geht aus den Prozeßakten des Inquisitionstribunals von Manila gegen zwei Iren hervor, die 1756 angeklagt waren, trotz des spanischen Verbots dem Bund anzugehören. Als Ausländer kamen sie mit einer Verwarnung davon.

Bereits 1752 hatten Freimaurerarbeiten in der Kathedrale der Festung Manila stattgefunden, als die englische Flotte diese genommen hatte. Der Erzbischof von Manila führte bewegte Klage über die "Entweihung der Kirche durch britische Offiziere" und beantragte in Spanien, die Kathedrale niederzubrennen.

Die erste Loge der Insel, "Primera Luz Filipino", wurde 1856 von zwei spanischen Marineleutnants mit Patent des Großorients von Portugal in Cavite gegründet; sie nahm nur spanische Offiziere und Regierungsbeamte auf. Etwas später wurde von Auslandern, namentlich Deutschen, eine Loge ins Leben gerufen, die auch Einheimische in ihren Reihen hatte. Diese Loge unterstand Hongkong.

Auch die Spanier entschlossen sich nun, Filipinos aufzunehmen. 1875 entstand eine spanische Provinzial-Großloge, die aber wegen Meinungsverschiedenheiten, die zum Ausschluß der Filipinos führten, verfiel. In den achtziger Jahren wurden viele in Spanien studierende Filipinos Freimaurer; die ",Solidaridad" Loge in Madrid war eine Bauhutte solcher Universitätshorer, ebenso die "Revolucion"-Loge in Barcelona. Ihr erster Sekretär war Mariano Ponce, der spätere Abgeordnete der Philipinen zum Amerikanischen Kongreß.


1889 begannen neue Logengründungen auf den Inseln. Manche Bauhütten bestanden ganz aus Eingeborenen. 1896 fanden blutige Freimaurerverfolgungen statt. Eine Geheimgesellschaft "Katipunan", die Form und Organisation der Freimaurer angenommen hatte und die Inseln von politischem und kirchlichem Druck befreien wollte, wurde entdeckt. Die Freimaurer wurden falschlich verantwortlich gemacht; zahlreiche von ihnen wurden einge kerkert, gefoltert, getötet. Dr. Jose Rizal (s. d.) und elf andere wurden hingerichtet.

Nach dem Spanisch-Amerikanischen Krieg— während der kurzlebigen philippinischen Republik gestattete der Prasident Emilio Aginaldo, der selbst Freimaurer war, die Wieder aufnahme der Arbeiten — fand die amerikanische Freimaurerei Eingang. 1898 war die Feldloge des North Dakota-Freiwilligenregiments tätig. 1901, nach Einführung der amerikanischen Zivilverwaltung, gründete die Großloge von Kalifornien die Loge "Manila 342", zwei weitere Logen in Manila und Cavite folgten.

Da in diesen drei Logen aber die Zulassung Einheimischer Schwierigkeiten begegnete, erhielt Manuel Camus von der Großloge von Schottland eine gründenungsbewilligung für die Loge ,,Perle des Orients 1043" in Manila, und eine weitere in Cebu. 1912 vereinigten sich die drei Logen der kalifornischen Obedienz zur Großloge der Philippinischen Inseln, die bald weitere Logen umfaßte. 1917 schlossen sich 27 Logen des Großorients von Spanien der Grofiloge an. Ein Großer Teil von diesen nahm das amerikanische Ritual an. Durch ein "Gentlemen's agreement" wurde bestimmt, daß das Großmeisteramt abwechselnd mit einem Amerikaner und einem Filipino besetzt werden solle.

Die Großloge zählt 102 Logen mit 6700 Mitgliedern. (Adresse: Grand Lodge of the Philippine Islands, P. O. Box 990, Manila, P. I.) Die Brüderschaft bringt jahrlich betrachtliche Mittel für ein Spital für verkrappelte Kinder auf. Im ,,Cabletow" besitzt sie eine ausgezeichnete Zeitschrift.


Der in zwei Abteilungen (in englischer und spanischer Sprache) arbeitende, der Südlichen Jurisdiktion von Nordamerika unterstehende Schottische Ritus gibt den "Far Eastern Freemason", ein ebenfalls vortreffliches Blatt, heraus. Eine weitere Obedienz (spanischer Abstammung), die Großloge des Philippinischen Archipels, wird als Winkel-Großloge betrachtet.


Unter der Großloge von Schottland arbeitet in Manila eine Loge. Die drei wesentlichsten militärischen Stützpunkte der amerikanischen Armee auf den Philipinen sind nach Freimaurern benannt: Fort Stotzenburg nach Oberst John M. Stotzenburg, der 1899 im Kampfe gegen die Aufständischen fiel, Fort William Mc Kinley in Rizal, benannt nach dem Präsidenten der Vereinigten Staaten (1897—1901), und Nichols Field, benannt nach dem gefallenen Sergeanten Taylor Abraham Niehols.


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