Rezension "International Masonic Peace Congress 1926 and 2026" von Slobodan G. Markovich

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Rezension "International Masonic Peace Congress 1926 and 2026" von Slobodan G. Markovich

=== Dokumente zu mehr als 100 Jahren maurerischem Pazifismus

Slobodan G. Markovich (Hg.)
International Masonic Peace Congress 1926 and 2026, Belgrade, Serbia
Regularna Velika Loža Srbije, Belgrad 2026 299 S., ISBN 978-86-6047-505-5

Eine Rezension von Thomas Vindo

Der prononcierte und international vernetzte Pazifismus der Großloge von Wien (GLvW) in der Zwischenkriegszeit ist zwar als eines der hervorstechenden Merkmale der österreichischen Freimaurerei bekannt, aber wenig dokumentiert. Abhilfe dafür bietet das mehrsprachige Werk des serbischen Geschichtsprofessor Slobodan G. Markovich, Ordinarius für Politische Anthropologie und Politische Geschichte Südosteuropas an der Belgrader Universität und 2023 Krzysztof Michalski Fellow am Institut für die Wissenschaften vom Menschen / IWM in Wien.

Markovich dokumentiert auf fast 300 Seiten den Belgrader Internationalen Maurerischen Friedenskongress vom 11. bis 15. September 1926, auf dem die Großloge von Wien wie auch der Oberste Rat des A.A.S.R. von Österreich mittels der Teilnahme der aktiv pazifistischen Brüder Eugen Lennhoff – Souveräner Großkommandeur des O.R. von Österreich, und Großsekretär der GLvW - und Johannes Carl Barolin – Freundesbürge der Großloge der Serben, Kroaten und Serben „Jugoslavija“ bei der GLvW - eine wichtige Rolle gespielt haben.

In dem vorliegenden Buch finden sich u.a. auch Texte der GLvW und von Lennhoff, welche im Archiv der Großloge von Österreich infolge deren Raubs durch die Nazis und fehlender vollständiger Restitution durch Moskau nicht vorliegen, sowie alle Artikel der „Wiener Freimaurerzeitung“ (herausgegeben durch die GLvW) zum Kongress in deutscher Originalsprache. Diese umfassen neben einem umfassenden Bericht von Br. Lennhoff auch Beiträge von Br. Leo Müffelmann, der als Deutscher auf dem 1926-Kongress nur 8 Jahre nach Kriegsende den berühmten Bruderkuss mit dem Franzosen Arthur Groussier, Präsident der Ordensrates des Grand Orient de France, getauscht hat. Br. Lennhoff wird im vorliegenden Werk auch ein umfassender zweisprachiger Nachruf gewidmet.

Das Buch, das kurz vor dem 100-Jahre-Jubiläumskogress vom 17. bis 21. Juni 2026 erschienen ist, enthält auch erste Grußbotschaften ausländischer Obödienzen zu diesem Ereignis und akademische Artikel – welche, wie jener von Thomas V. Bonensis (Wien), auch auf den Friedensnobelpreisträger Br. Alfred Hermann Fried (und die Friedensnobelpreisträgerin Bertha von Suttner), Br. Rudolf Goldscheid und den Paneuropa-Vordenker Br. Richard Nikolaus Coudenhove-Kalergi eingehen -, was 100 Jahre masonische Friedensarbeit abrundet.