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August Friedrich Ferdinand von Kotzebue

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Kotzebue.jpg
Mit freundlicher Erlaubnis von S. Zimmermann. Grabstein, Hauptfriedhof Mannheim
Mit freundlicher Erlaubnis von S. Zimmermann. Grabstein, Hauptfriedhof Mannheim

Inhaltsverzeichnis

Kotzebue, August Friedrich Ferdinand von

Quelle: Internationales Freimaurer-Lexikon von Eugen Lennhoff und Oskar Posner (1932)

* 1761 in Weimar, † 1819 als Opfer eines politischen Mordanschlages durch den Burschenschafter Karl Ludwig Sand. Russischer Staatsrat. Stand in dem Rufe, Geheimberichte über die liberalen Bewegungen in Deutschland an Rußland und andere reaktionäre Staaten erstattet zu haben, die sich rückwirkend in Bedruckung der freiheitlich Gesinnten auswirkten. Als Schriftsteller von einer unglaublichen Fruchtbarkeit, hat er zahllose recht oberflächliche und seichte Theaterstücke verfaßt, von denen höchstens noch "Die deutschen Kleinstädter", "Die zärtlichen Verwandten" oder die "Pagenstreiche" lebendig geblieben sind. Er wurde in Moskau oder Reval in den Freimaurerbund aufgenommen, gehörte jedenfalls in beiden Städten Logen an. In Reval war er Ehrenmitglied der "Drei Streithammer". In der Petersburger Loge "Hygica" bekleidete er das Amt des Redners.

Kotzebue schrieb auch ein seichtes Lustspiel "Der Freimaurer" (1818). Bei dessen Erstaufführung kam es in Graz 1818 zu einem großen Theaterskandal. Das Stück mußte hierauf in Wien vorgelegt werden. Die Folge war, daß der Gubernialrat Poehm eine Rüge erhielt und daß die Theaterzensur von nun an der Polizei übertragen wurde.

Mord an Kotzebue

Auf den Mord am Dichter August von Kotzebue 1819 reagierte eine Ministerkonferenz auf Veranlassung Metternichs mit den Karlsbader Beschlüssen. Zusammen mit der altdeutschen Tracht wurden die Burschenschaften verboten, die Patrioten als Demagogen verfolgt, die Presse zensiert und die Universitäten durch Spitzel überwacht. Von Stein, Gneisenau und Friedrich Schleiermacher, die zuvor durch ihre Reformen während der Napoleonischen Kriege dem preußischen Herrscher den Thron gerettet hatten, wurden verdächtigt. 1834 verschärfte die Wiener Ministerialkonferenz die Demagogenverfolgung, worauf hin Freigeister, wie Heinrich Heine Deutschland verließen und nach Frankreich und in die Schweiz emigrierten. Quelle: C.D. Friedrich, Wikipedia

Der Jenaer Burschenschafter und Theologiestudent Karl Ludwig Sand erstach ihn am 23. März 1819 vor den Augen seines 4jährigen Sohnes mit den Worten „… hier, Du Verräter des Vaterlandes.“ Ermordet wurde Kotzebue in seinem Wohnhaus wo heute eine Gedenktafel angebracht ist. Unter anderem mit diesem Mord wurden die im September 1819 vom Bundestag in Frankfurt in Gesetzesrang erhobenen Karlsbader Beschlüsse begründet. Im Mai 1820 wurde Sand wegen des Mordes hingerichtet.
Das Grab von Kotzebue befindet sich auf dem Hauptfriedhof in Mannheim, nur wenige Meter von dem Grab seines Mörders Karl Ludwig Sand entfernt. Quelle: v. Kotzebue, Wikipedia

"Der Freimaurer" Auszüge

Quelle: Gutenberg-Projekt

Vierte Szene

Karoline: Nein, lieber Onkel, so geht's nicht.

Graf: Das seh´ich wohl.

Karoline: Wir fahren heim aufs Land und
bauen unsern Kohl.

Graf: Begraben musst du mich im nächsten halben Jahre,
Wenn ich auch hier nicht, was ein Maurer ist, erfahre.
Es geht mit mir zu Bett, steht wieder auf mit mir,
Drückt wie ein Alp und saugt das Blut wie ein Vampir!

Karoline: Wohlan, so gibt es nur ein Mittel noch.

Graf: Das wäre?

Karoline: Sie werden Maurer selbst.

Graf: Meinst du? Bei meiner Ehre! Ich bin fähig –
Wenn´s einmal nicht anders ist – Nur aber –

Karoline: Was?

Graf: Du weißt, ich bin ein guter Christ –
Und in der Loge soll man wie ein Heide fluchen.

Karoline: Es wird so arg nicht sein, man kann´s ja doch versuchen.

Sechste Szene

Graf: Was sollt´es nicht! Sie sind ein Weiser, ein Prophet,
Sie zählen sich zu den Geweihten hier auf Erden –

Baron: Sie spaßen.

Graf: Kurz und gut, Freimaurer muss ich werden!

Baron: Ah! Ist es das?

Graf: Das ist´s! Nicht wahr, Sie helfen mir und bald?
Ich sterbe sonst weiß Gott aus Neugier.

Baron: Das tut mir Leid. Ich muss gestehn vor allen Dingen,
Es darf in unsern Kreis nicht Neugier Sie bringen,
Dies gerade schließt Sie aus.

[...]

Graf: Man muss wohl gar mit Blut sich unterschreiben?

Baron: Der Feige, sag ich nur, tut wohl davon zu bleiben,
Zumal, wenn er nicht gut mit dem Gewissen steht.

Graf: Ei, wenn es ihm nur nicht an Hals und Kragen geht!
Es hat so mancher schon das Kleinod sich erworben –

Baron: Doch niemals ungeprüft.

Graf: `s ist keiner dran gestorben.
Ich mein, ich werd´es auch mit Ehren überstehn.

Baron: (Schalkhaft) auch ohne zagen in die schwarze Kammer gehen?

Graf: Die schwarze Kammer? Hu! Das klingt, als hätt ein Rabe sein Lied gekrächzt! Wie sieht´s da aus?

Baron: Schwarz wie im Grale.

Graf: Das macht mir Gänsehaut! Allein, es mag denn sein!
Schwarz sei die Kammer - Topp! Ich gehe doch hinein.

Baron: Hart ist die Prüfung zwar, doch wenn Sie überwinden,
so werden Sie zum Lohn die treusten Brüder finden.

Graf: Ach Gott! Von Bruderlieb´ist schon mein Herz entflammt!
Ich will doch hoffen, dass die Brüder insgesamt
Von gutem Adel sind?

Baron: Von gutem Seelenadel,
Von unbeflecktem Ruf und Sitten ohne Tadel.
Sonst aber finden Sie die Stände dort gemischt,
Um jeden Unterschied im Bruderkreis verwischt.

Siehe auch

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