Humanitätsmaurerei

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Humanitätsmaurerei

Quelle: Internationales Freimaurer-Lexikon von Eugen Lennhoff und Oskar Posner (1932)

ein Begriff der außerhalb der deutschen Freimaurerfamilie weder besteht noch auch verstanden wird, weil Freimaurerei den Begriff der Humanität als selbstverständlich einschließt. Das Bestehen einer christlichen Freimaurerei (s. d.) in Deutschland hat die übrigen deutschen Großlogen veranlaßt, sich selbst ein sprachlich unterscheidendes Merkmal zu geben, wobei die nicht gerade glückliche Wortverbindung Humanitätsmaurerei erfunden wurde, die im Adjektivum "humanistisch" und "humanitär" noch mehr an Deutlichkeit verliert. Gemeint ist, daß der einen Gruppe von deutschen Großlogen, die nach ihrem Ritualinhalt und ihrem ganzen System sich nur an Bekenner der christlichen Glaubensbekenntnisse wendet, eine andere Gruppe von Großlogen gegenübersteht, die einen Unterschied nach dem Glaubensbekenntnis nicht macht und hierin mit der ganzen übrigen Freimaurerei der Erde übereinstimmt.

Zu dieser Humanitätsmaurerei gehören die Großlogen von Bayreuth, Frankfurt, Hamburg, Darmstadt, Sachsen, und Deutsche Bruderkette. Der deutsche Partikularismus kommt aber auch in dieser Humanitätsgruppe zum Ausdruck, insofern als sich die beiden Großlogen von Sachsen und Deutsche Bruderkette wohl als humanitär bezeichnen, aber doch eine Sonderstellung gegenüber den vier anderen (Hamburg, Bayreuth, Darmstadt und Frankfurt) einnehmen. Die Bezeichnung ist eingebürgert, trotzdem sie begrifflich schlecht ist. Richtig wäre: deutsche Freimaurerei zur Bezeichnung jener Freimaurerei, die mit den in der übrigen Welt arbeitenden Großlogen in der Auffassung ihrer Arbeitsweise und ihres Pflichtenkreises übereinstimmt, und deutsch-christliche Freimaurerei, die eine Spielart der allgemeinen Freimaurerei mit Einschränkung ihrer Arbeitsweise vorstellt.