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Idealismus

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Idealismus

Quelle: Lennhoff, Posner, Binder

Weltanschauung, die an die Realität und gestaltende Kraft der Ideen glaubt. Der metaphysische Idealismus lehrt, daß nur Ideen wirklich existent sind, die physische Welt hingegen nur ihre Entfaltung sei. Erkenntnistheoretisch behauptet der Idealismus, daß die Außenwelt im Grunde stets vom erkennenden Subjekt abhängig sei. Ideale sind die auf vollkommene Weise verwirklicht gedachten Ideen, Grenzwerte. Die Philosophien von Plato, Lessing, Herder, Kant, Fichte, Schelling, Eucken, Vaihinger u. a. beruhen zum Teil auf idealistischer Grundlage. "Der Mensch bedarf Ergänzungen der Wirklichkeit durch eine selbstgeschaffene Idealwelt" (Vaihinger). In praktischer Hinsicht bedeutet Idealismus das Erfülltsein mit Idealen, idealer Gesinnung, idealem Streben, Orientierung des Wollens an Idealen. Fehlt diesem Idealismus die realistische Begründung, so wird der Idealist zum Schwärmer oder Phantasten.

Die Freimaurerei ist geistesgläubig (Bischoff), ihre Weltanschauung ist idealistisch. Ihr höchstes Ideal ist von Humanität erfüllte Kultur. Sie erstrebt die Vergeistigung des Triebhaften, die harmonische Entfaltung aller schöpferischen Kräfte und ihre Zusammenfassung in einer vollkommenen Synthese. Der Freimaurer hegt die Überzeugung, daß Institutionen und Maßnahmen ohne tragende Gesinnung wertlos sind, und daß man die Welt nur verbessern kann, wenn es gelingt, das Individuum im Sinne der Ideale umzugestalten.


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