Johann Böber: Schwesternlieder

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Johann Böber: Zwei Schwesternlieder, 1788

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Ausgearbeitet von Dr. phil. Roland Müller, Switzerland / Copyright © by Mueller Science 2001-2015 / All rights reserved - ESOTERIK von Dr. phil. Roland Müller

Aus:
Auswahl von Freymäurerliedern. Durch die E. Loge Muse Urania gesammlet. 1788 [St. Petersburg]


7 weiter Schwesternlieder


Diese 200 Lieder ohne Noten umfassende Sammlung enthält in der Rubrik „Dem Frauenzimmer“
7 weitere Schwesternlieder:

XXI. Brüder, laßt uns, eh‘ wir schließen
siehe: An die Schwestern, Sieben verschiedene Versionen 1776-1832
Version IV, 1787

LXVI. Euch, ihr Schönen! zu verehren
siehe: Johann Adolf Scheibe: Zwei Lieder „An das Frauenzimmer“, 1749
Version I (ohne die 5. Strophe)

LXVII. Euch Schönen grüßet unser Lied
siehe: 13 frühe Schwesternlieder
An die Schönen (Johann Gottlieb Naumann,1775)

CI. Ihr, die wir Schwestern nennen
siehe: 13 frühe Schwesternlieder
An das schöne Geschlecht (Theodor Gottlieb von Hippel, 1772)
In der Version von Königsberg, 1787, Nr. 87.

CL. Seyd gegrüßt, verehrte Schönen
siehe: 13 frühe Schwesternlieder
An unsere Schwestern (Johann Wilhelm Bernhard von Hymmen, 1781)

CLVII. Stark, Natur! sind deine Triebe
siehe: Sechs Lieder von Johann Baptist von Alxinger, 1784
Schwesternlied (Version 1784)

CLXXXII. Willkommen, schöne Maurerinnen!
siehe: 13 frühe Schwesternlieder
An besuchende Schwestern (Heinrich August Ottokar Reichard, 1780)

Die zwei neuen Schwesternlieder

XLV. Dem anwesenden Frauenzimmer.

Mel. Maurer, ächter Weisheit Kinder!


Zuerst in:
Heinrich August Ottokar Reichard: Olla Potrida, 1787, Erstes Stück, 4-5,
unter dem Titel: Schwesternlied, gesungen am Johannisfeste 1786
Nach „Kinder sitzen Euch zu Füßen“ dem Schlußchor im Elysium.

Auch in:
Versuch einer vollstændigen Samlung Freimaurer-Lieder zum Gebrauch der Loge Ferdinand zum Felsen in Hamburg. 1790, 164-166,
mit der Bemerkung in Klammern: Gegenwart von Schwestern
Versuch einer vollständigen Sammlung Freimaurerlieder zum Gebrauch deutscher Logen. Herausgegeben von dem Br. F. W: von Schütz. Zwote vermehrte und verbesserte Auflage. Altona, bei Friedrich Bechtold 1800, 173-175,
unter dem Titel: Gegenwart von Schwestern
Auswahl der brauchbarsten maurerischen Gesänge herausgegeben von der Loge zum Morgenstern in Hof. 5801 [= 1801a], 175-176,
unter dem Titel: An besuchende Schwestern bey einem Maurerfeste
Vollständiges Gesangbuch für Freimaurer. Berlin: Maurer 1801, 71-72. Nr. 109
Maurerische Gesänge für die Loge Archimedes zu den drei Reißbretern in Altenburg. 1804, 54-56 (ohne die 3. Strophe)
Lieder zum Gebrauch der unter der Constitution der Großen Loge zu Hamburg vereinigten Logen. 1823, 255-256 (ohne die 3. Strophe)
Auswahl von Liedern für die Freimaurer-Loge Balduin zur Linde in Leipzig, 1824, 51-52 (nur die 1., 4. und 5. Strophe)
Lieder zum Gebrauch der unter Constitution der Großen Loge zu Hamburg vereinigten Logen. 1855, 166-167 (ohne die 3. Strophe)


In
Maurerisches Taschenbuch auf das Jahr 5803 bis 5804. Berlin 1803, 267-268,
ist als Autor angegeben: Selmar [= Karl Gustav von Brinkmann]



Die ihr — selten unsre Gäste –
Heut' in unsre Loge [1800: in unserm Zirkel; 1823, 1824, 1855: in unsre Mitte] kamt,
Und an unserm großen [1790, 1800: kleinen; 1801a, 1801, 1804, 1823. 1824, 1855: frohen] Feste
Schwesterlichen Antheil nahmt;
Seyd willkommen! Von uns allen,
Deren Freuden Ihr vermehrt,
Schwestern! -- von uns allen, hört,
Seyd willkommen! Euch erschallen.


Hier, wo Harmonie die Herzen
Leicht an andrer [1801a, 1801, 1804, 1823, 1855: andre] Herzen schließt,
Und der Bruder seiner [ 1790, 1800, 1804, 1823, 1855: seine] Schmerzen
Bey des Bruders Glück vergißt;
Hier, Ihr guten [1855: holden] Schwestern, weihet
Euch mit uns der Maurerey,
Fühlt Euch groß und fühlt Euch frey,
Unsrer Kette eingereihet. [1801a, 1801, 1804: eingeweyhet!]


Wenn Euch gleich in unserm Kreise
Manches unbegreiflich [1800: nicht ganz deutlich] ist,
O! so denkt darüber weise,
Und verkennt uns nicht, und wisst:
Auch die edelsten der Frauen
Dürfen, -- das ist Maurerpflicht, --
Dürfen nicht bei vollem Licht
Hinter unsern [1800: unserm] Vorhang schauen.


1788 angehängt als weiteres Gedicht:

Stimmt mit ein [1823, 1824, 1855: Stimmet mit] in unsre Lieder,
O Ihr [1801a, 1801, 1804, 1823, 1824, 1855: Liebe] Schwestern stimmt mit ein,
Unsre Freude, meine Brüder,
Wird dann doppelt festlich seyn.
[1823, 1824, 1855: Und die Lust der Bundesbrüder
Wird durch Euch verdoppelt seyn.]
Stimmt mit ein: Der Maurer [1800, 1823, 1824, 1855: Bruder] lebe!
Der, ein guter, biedrer Mann,
Gutes thut, wo er es [1801a, 1801, 1804: so viel er; 1823, 1824, 1855: wo er nur] kann!
O! er lebe, o! er lebe.
[1824: Ja ein solcher Bruder lebe!
1855: Dieser theure Bruder lebe!]

Und nun füllet, wackre Brüder,
Noch einmal die Gläser voll,
Füllet sie, und trinket wieder,
Es gilt unsrer [1823, 1824, 1855: Fröhlich auf der] Schwestern Wohl.
Jede gute Schwester lebe,
Die dem Bruder, der sie liebt,
Freuden gönnt, und Freuden giebt!
O! sie lebe, o! sie lebe.
[1824: Jede solche Schwester lebe!
1855: Jede liebe Schwester lebe!]



CLXVIII. Achtung und Liebe der Maurers fürs Frauenzimmer

Mel. Lison dormoit dans un bocage.


Vgl. dazu: An die Schwestern
Sieben verschiedene Versionen, 1776-1832


„Warum“, hör‘ ich Lucinden fragen:
„Warum sind Männer Maurer nur?
Meynt ihr, wir würden’s wieder sagen,
Ihr strengen Herren der Natur?
Wir haben auch ein zart Gewissen,
Und können auch verschwiegen seyn.
Die Maurerey, was mag das seyn?“
„Ach!“ ruft Brigitt‘, „ich will’s nicht wissen;
Viel Gutes ist’s wahrhaft nicht:
Sie scheuen ja das Tageslicht.“

Gebt euch zufrieden, schöne Kinder!
Wir sind so schlimm nicht, als ihr meynt:
Ihr bleibt der Herzen Ueberwinder;
Nie waren wir der Liebe feind.
Wir lassen uns zwar nie bestechen
Durch glatte Worte, schön Gesicht;
Wir seufzen nicht, wir tändeln nicht;
Doch wahr ist das, was wir versprechen.
Der Stutzer schwatzt, flieht euer Joch;
Der Maurer schweigt, und liebt euch doch.

Wie seeelig ist der Mann zu schätzen,
Der ein geliebtesWeib besitzt!
Wenn seine Augen Thränen netzen,
Wenn seine Stirn von Arbeit schwitzt;
So trocknet sie ihm sanft die Zähren,
Und wische den Schweiß ihm lächelnd ab.
Wem solch ein Weib der Schöpfer gab,
Was darf der noch für Glück begehren?
Ein gutes Weib ist Kronen werth;
Und seelig, dem es Gott beschert.