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Katharer

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Montsegur. Foto: Jens Rusch
Montsegur. "Camp de cremat" Foto: Jens Rusch
Montsegur. Blick auf den Innenhof der Festung. Foto: Jens Rusch

Inhaltsverzeichnis

Templer und Katharer

Die Begebenheiten um die Zerschlagung der Katharer auf der Burg "Montsegur" scheint auf eigenartige, nie geklärte Weise mit der zeitgleichen Existenz der Templer zusammen zu hängen. In zahlreichen Punkten ist ein faktischer Gegensatz zwischen Orden und Katharern ablesbar. Allerdings ist nachgewiesen, daß die Templer sich bei den Katharerkreuzzügen auffällig zurückhielten. Ein Grund hierfür kann in den verwandtschaftlichen Bindungen des okzitanischen Adels zu Templern und Katharern gelegen haben. Sinn machen die Templer/Katharer-Theorien nur dann, wenn man als real vorausgesetzt wird, dass der Templerorden neben seiner offiziellen Funktion noch andere, geheime Zielsetzungen gehabt habe und es neben der christlichen noch eine gnostische Linie innerhalb des Ordens gab. Die Geschichtsschreibung der Sieger muß dann so konsequent überarbeitet worden sein, dass Quellen zum Nachweis des Zusammenhangs heute nicht mehr zugänglich sind. Templer und Katharer verfügten demnach über ein gegenseitig bekanntes geheimes Wissen, das man jahrhundertelang bewahrte. Konkrete Nachweise hierfür gibt es jedoch nicht.

Katharer

Quelle: Wikipedia, Artikel dort: „Katharer“

Der Begriff Katharer (von griechisch: καθαρός, katharós, ‚rein‘) steht für die Anhänger einer christlichen Glaubensbewegung vom 12. Jahrhundert bis zum 14. Jahrhundert vornehmlich im Süden Frankreichs, aber auch in Italien, Spanien und Deutschland. Verbreitet ist auch die Bezeichnung Albigenser (gelegentlich auch: Albingenser) nach der südfranzösischen Stadt Albi, einer ehemaligen Katharerhochburg. Sie selbst nannten sich veri christiani (‚die wahren Christen‘) oder boni homines bzw. Bonhommes (‚gute Menschen‘). Als Fremdbezeichnungen unter Zeitgenossen waren auch die Bezeichnungen Patarener bzw. Pateriner gebräuchlich.

Die Katharer wurden im Zuge des Albigenserkreuzzugs und weiterer Feldzüge sowie durch die Inquisition als Häretiker verfolgt und vernichtet.

Aus dem Wort Katharer wurde später auch die abwertende Bezeichnung Ketzer für alle Abweichler von einem herrschenden Glauben abgeleitet. Die römisch-katholische Kirche verwendete in ihrer Propaganda auch die volksetymologische Ableitung von lat. Cattari (lat. cattus, ‚Katze‘). Danach würden die Katharer die Katze als Tier Satans auf das Hinterteil küssen (osculum infame).

Geschichte

Aufstieg, Konsolidierung und Blüte Carcassonne, ehemalige Katharerhochburg in Okzitanien

1143 traten die Katharer erstmals in Europa auf, und zwar in Köln. Zum bedeutendsten Katharergebiet entwickelte sich jedoch in den folgenden Jahrzehnten das Languedoc in Südfrankreich (Okzitanien), ein weiteres wichtiges Katharerzentrum wurde Oberitalien, insbesondere die Lombardei. Die Katharer waren in Südfrankreich beliebt, insbesondere an den Höfen in Okzitanien, u. a. deshalb, weil in diesem Landstrich außer kleineren Fürsten keine übergeordnete Autorität regierte und die katharische Kirche positiven Einfluss auf die bis dahin dort chaotischen Zustände ausübte. Überdies brauchte die Bevölkerung in den von den Katharern kontrollierten Gebieten keinen Zehnt als Kirchensteuer zu entrichten. In der Frühzeit der Bewegung bekannten sich sehr viele Angehörige der Oberschicht zu den Katharern. Erst später, während des 14. Jahrhunderts, wurde die Bewegung zu einer Untergrundkirche der einfachen Bevölkerung.

Bis zum Albigenserkreuzzug 1209 konnten die Katharer ihre Organisation ausbauen und in Okzitanien unter dem Schutz des Adels und dem Wohlwollen großer Teile der Bevölkerung ihre Religion mehrere Jahrzehnte lang weitgehend frei und öffentlich praktizieren. Vielerorts wurden Gemeinschaftshäuser als Zentren des Gebets und als Lebens- und Arbeitsorte für Perfecti/ae eröffnet. Obwohl die Perfecti/ae tatsächlich in persönlicher Armut lebten, konnte ihre Organisation, die katharische Kirche, in dieser Phase ein beträchtliches Vermögen erwirtschaften, und zwar v.a. durch Spenden, die im Zuge der Erteilung des Consolamentums am Kranken- oder Sterbebett (siehe oben: Endura) der Gemeinschaft überlassen wurden, oft in Form von stattlichen Summen oder der Überschreibung des gesamten Erbes. So verfügte die Bewegung über große Mengen an festen und beweglichen Gütern. Die katharische Kirche, in der es kein Zinsverbot gab, war – besonders in Südfrankreich – bisweilen überaus reich: Die Organisation kaufte für ihre Zwecke Häuser, Weinberge oder Äcker, investierte in den Ausbau von Festungen und gab hohe Summen als Bestechungsgelder für Prälaten der gegnerischen Kirche aus.

Erste Gegenmaßnahmen der Kirche

Dominikus im Disput mit den Katharern, Gemälde von Alonso Berruguete (ca. 1450). Die Szene stellt eine Feuerprobe dar, bei der eine katholische Bibel und katharische Texte verbrannt werden. Die Bibel soll durch ein Wunder unbeschädigt geblieben sein.


Für die römisch-katholische Kirche stellten die Katharer eine gefährliche und völlig neue Bedrohung dar. Erstmals war in Europa der Versuch, eine Gegenkirche zu etablieren, unternommen worden und regional auch gelungen. In den Augen der Päpste galt die katharische Bewegung als Häresie. Der Begriff Ketzer leitet sich von Katharer ab.

Ihre theologischen Standpunkte wurden als absurd, wenn nicht gar als diabolisch betrachtet. 1179 wurden die Katharer von Papst Alexander III. (1159-81) auf dem Dritten Laterankonzil erstmals verurteilt und exkommuniziert. Unter Papst Lucius III. (1181–1185) erfolgte eine neuerliche Verurteilung auf dem Konzil von Verona im Jahr 1184 in der Bulle Ad Abolendam. Hierin wurden auch erstmals konkrete Maßnahmen gegen sogenannte Ketzer dargelegt, wie etwa der Beschluss, dass alle Bischöfe in ihren Pfarren Ketzer zur Anzeige bringen sollten. Diese Maßnahme sollte sich jedoch als wenig erfolgreich erweisen (zur ausführlicheren Darstellung siehe: Inquisition). Papst Innozenz III. (1198-1216) schlug in der Bekämpfung der Katharer zunächst einen neuen Weg ein: 1206 entsandte er eine Gruppe von Zisterziensermönchen nach Südfrankreich, darunter Pierre de Castelnau, Diego de Acebo sowie der junge Dominikus, um die Katharer über den Weg des Gesprächs und der gütlichen Einigung wieder für die Kirche zu gewinnen. Die Mönche sollten dort, so wie die Perfecti/ae, in einfacher Kleidung und Demut auftreten. In den darauffolgenden Monaten führten die Zisterzienser in Okzitanien Dispute und hielten Predigten. 1208 wurde jedoch Pierre de Castelnau ermordet. Da Papst Innozenz III. nunmehr alle Versuche gescheitert schienen, der Katharer Herr zu werden, rief er gegen sie noch im selben Jahr zum Kreuzzug auf.

Der Untergang

Jens Rusch zeichnet Montsegur
Der okzitanische Adel war zunächst größtenteils auf Seiten der Katharer, auch weil er in Gegnerschaft zum König von Frankreich Philipp II. stand. Der unter Simon IV. de Montfort gegen die Katharer begonnene und in mehreren Phasen geführte Albigenserkreuzzug (1209-1229) richtete verheerende Schäden und großes menschliches Leid an, wie etwa die Massaker in Béziers (1209) oder Minerve (1210).

Als Ergebnis brachte der Kreuzzug zwar die militärische Niederlage der mit den Katharern verbündeten Fürsten und letztlich die Eingliederung Okzitaniens in das Königreich Frankreich, nicht aber die vom Heiligen Stuhl erhoffte vollständige Ausrottung der Katharer und ihrer Organisation. So ließ Katharerbischof Guilhabert de Castres († 1241/42) die Bergfestung Montségur nach 1229 weiter ausbauen.[15] Dennoch war die Bewegung schwer getroffen worden: Die Zeiten der freien Religionsausübung waren vorbei, die Unterstützung des Adels war nach dem Kreuzzug verloren gegangen. Die Päpste und ihre Unterstützer hatten inzwischen überdies das Inquisitionsverfahren zu entwickeln begonnen und bedienten sich dieses neuen Instruments erstmals flächendeckend: Die 1229 unter Papst Gregor IX. (1227-41) einberufene Synode von Toulouse legte ein dichtes Netz an inquisitorischen Untersuchungen über die okzitanische Diözese.

Inzwischen entwickelte sich die uneinnehmbar scheinende Katharerfestung Montségur zum Hauptzentrum und letzten großen Refugium der verfolgten französischen Katharer. Hier befand sich auch ihre Kirchenleitung. 1243 begannen Truppen des französischen Königs mit der Belagerung der Burg. Zwar hatten die Katharer zuvor ihre Kirchengelder noch nach Italien schaffen lassen, ein Asylangebot italienischer Katharer aber abgelehnt. Im März 1244 kapitulierten die Verteidiger Montségurs. Ca. 200 Katharer wurden am 16. März 1244 in den Palisaden der Festung verbrannt. Der Fall von Montségur bedeutete das Ende der katharischen Kirchenorganisation in Frankreich.

In Italien mussten sich nach Erfolgen der Inquisition in den 1250er Jahren die verbliebenen Katharer nach Norditalien zurückziehen. Ihr Schicksal ähnelt jenem ihrer französischen Glaubensbrüder: Sie hatten sich die Festung Sirmione am Gardasee als letzte Zufluchtstätte erwählt, hier weilten auch etliche geflüchtete französische Katharer. 1276 wurde die Burg eingenommen und die überlebenden Katharer, insgesamt 178 Perfecti, im Jahr 1278 in der Arena von Verona verbrannt.

Die letzten Katharer

Ab 1299 kam es in den Pyrenäentälern der französischen Grafschaft Foix zu einem Wiederaufleben des Katharertums. Ins Leben gerufen wurde die vergleichsweise kleine Bewegung von den Brüdern Pierre und Guillaume Autier. Hauptort der Gemeinschaft war das Dorf Montaillou. Die Bewegung wurde durch die Inquisition zunächst unter Inquisitor Gottfried d’Ablis, und später unter Inquisitor Bernard Gui verfolgt. Die Anführer der Bewegung, darunter die Brüder Autier, wurden 1309 und 1310 verbrannt, letzte inquisitorische Untersuchungen unternahm dort der Inquisitor Jacques Fournier (der spätere Papst Benedikt XII.) bis 1325.

Die aufgrund ihrer Detailliertheit einzigartigen Inquisitionsprotokolle von Montaillou und Umgebung wurden in den 1970er Jahren von Emanuel Le Roy Ladurie zu einer Rekonstruktion des täglichen Lebens der Dorfbewohner in dieser Zeit aufbereitet.

Der letzte Katharerbischof Belibaste wurde 1321 verhaftet, die letzte bekannte Verhaftung eines Katharers ist für 1342 in Florenz dokumentiert. Bis in die Frühe Neuzeit wurden danach noch gelegentlich Personen verfolgt, die von der Obrigkeit in die Nähe des Katharertums gerückt worden waren.

Die Ruinen der oft auf schwer zugänglichen Felsen angelegten Katharerfestungen (Montségur, Minerve, Roquefixade, Montaillou, Peyrepertuse, Quéribus, Lastours, Puilaurens, Puivert) prägen noch heute das Bild der Landschaft des nordöstlichen Pyrenäenvorlandes.


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Siehe auch


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