Freimaurer-Wiki

Druckversion | Impressum | Datenschutz

Krausismus

Aus Freimaurer-Wiki

Inhaltsverzeichnis

Krausismus

Krause

Er gehört zu den fast vergessenen Philosophen, nicht weil sein Werk vernachlässigbar wäre, sondern weil er kaum Erwähnung findet.

"Freimaurerei ist Leben im Geiste der Menschheit, oder Leben aller Menschen, als Menschen, zur Menschheit und die Freimaurerbrüderschaft ist ein geselliger Verein, das allgemein Menschliche in sich selbst und an der ganzen Menschheit zu bilden. Nur hierauf kann sich daher die ganze Logentätigkeit beziehen, nur das kann das Ritual und die Liturgie aussprechen. Daher ist Komopolitismus im Bruderbunde wesentlich."

Karl Christian Friedrich Krause auf dem Sterbebett. Lithografie von H. Dragendorff 1843

"Krausismus"

Quelle: internetloge.de

Der Philosoph und Freimaurer Karl Christian Friedrich Krause (1781 - 1832) - nach 200 Jahren immer noch hochaktuell - † 27. September 1832 - 27. September 2007 - 175. Todestag

Im Jahr 2002 wies Claus Dierksmeier, der sich an der Universität Jena mit den philosophischen Ideen Karl Christian Friedrich Krauses beschäftigt hat, in seiner Habilitationsschrift den krauseschen Liberalismus als eine modernitätstaugliche und normativ begründungsfähige Freiheitsphilosophie nach. In einem Interview zu seiner Arbeit "Der absolute Grund des Rechts. Karl Christian Friedrich Krause in Auseinandersetzung mit Fichte und Schelling" (Buchfassung bei Frommann-Holzboog, Stuttgart-Bad Cannstatt, 2003), merkt Dierksmeier an:

"Die Logen haben Krauses Bücher aufgekauft, um sie einzustampfen und ihre Verbreitung zu verhindern. Das Kuriose ist, daß eben diese Bücher in England, Frankreich und Amerika auf den fruchtbarsten Boden fielen, so daß Krause dort noch heute als 'der größte Freimaurer aller Zeiten' gilt."

Lennhoff und Posner arbeiten in ihrem "Internationalen Freimaurer Lexikon" zum Philosophen Krause abschließend heraus:

"Die Bedeutung von K. für den Freimaurerbund liegt nicht so sehr in seinen eigentlichen freimaurerischen Schriften, als vielmehr in dem von ihm vorgeahnten Menschheitsbund. Durch ihn ist ebenso wie durch Lessing die Freimaurerei auf den klar gefaßten Humanitätsgedanken hingewiesen worden. Mit Lessing ist daher K. der eigentliche Begründer jener humanitär denkenden Freimaurerei, die ein spezifisch deutsches Produkt ist. Während die angelsächsischen Freimaurer ihren Humanitätsbegriff aus religiöser Grundlage ableiten (Gotteskindschaft), die französischen Freimaurer aus mehr sozialen Postulaten (Menschenrechte), hat die deutsche Freimaurerei durch K. den ethischen Humanitätsgedanken als Geschenk erhalten, der ohne religiöse oder politisch-sozialer Ableitung zum kategorischen Bestandteil der freimaurerischen Lehre erhoben wurde. Romanen und Deutsche haben den gleichen Humanitätsbegriff in der gleichen Lehre und Forderung eingeschlossen. Aber die Art, wie sie darüber reden, ist eine so verschiedene, daß sie einander häufig nicht verstehen! Der deutsche Humanitätsbegriff, wie er uns in den Schriften von K. entgegentritt, ist dabei entschieden der weitere, weil er absolut gedacht ist. Somit darf K., was vielleicht noch nicht genügend erkannt ist, neben Lessing als der geistige Vater der deutschen Freimaurerei bezeichnet werden, die durch ihn ein sie differenzierendes Merkmal erhalten hat: den von ihm als höchsten Ausdruck seines Humanitätsgefühle dem Bunde auferlegten Zweck des Menschheitsbundes." [vollständiger Text siehe unten]

Krause zählt zu den vernachlässigten Philosophen der deutschen Geschichts- bzw. Philosophieschreibung. Keine Philosophiegeschichte des 20. Jahrhunderts erwähnt ihn als Vertreter des deutschen Idealismus. In Deutschland ist der Philosoph Krause, der heute noch international die Menschen mit seinen Gedanken und Lösungsansätzen begeistert und als geistiger Urvater von Europäischer Union (EU) und Vereinten Nationen (UNO) bzw. Völkerbund einzuordnen ist, selbst bei den Freimaurern fast in Vergessenheit geraten.

Krause und seine religiöse Glaubensüberzeugung

Seine religiöse Glaubensüberzeugung formuliert Krause wie folgt:

"ich brauche keinen menschlichen Vormund in Sachen der Religion und erkenne, was die religiöse Freiheit betrifft, weder die katholische, noch irgendeine Kirchenpartei als meinen Richter an. Ich denke und lebe im rein evangelischen Geiste Jesu, verehre und achte das religiöse Streben aller kirchlichen Parteien und bin der Überzeugung, dass sie, als Secten, insgesamt untergehen müssen, und dass der ganzen christlichen Kirche eine große, heilbringende Reform und vielmehr Palingenesie bevorsteht. Ich ehre in Luther, Calvin, Melanchthon und anderen religiösen Männern gerade diesen evangelischen Geist, sowie in jedem meiner Zeitgenossen, wo ich ihn finde."

In seinen Vorlesungen über das System der Philosophie entwickelte er 1828 den Begriff "Panentheismus": Auf das Absolute als Urwesen (oder: Grundwesen) bezieht sich der zentrale Begriff seiner Metaphysik: Wesenschauung. -

"In der Wesenschauung nun wird gefunden, daß das Ein von dem All wesentlich verschieden ist, weil der Gedanke: All, nach dem jetzigen Sprachgebrauch, schon den Gedanken der Vielheit in sich hat, und zwar der vereinten Vielheit, eines Vereinganzen, Totalität. Da aber in der Wesenschauung auch dieß gefunden wird, daß Wesen, als das Eine, auch an sich, oder in sich, unter sich und durch sich Alles, auch der Inbegriff alles Endlichen ist, so würde dieser Einsicht gemäß der Ausspruch gethan werden müssen, daß das Eine in sich und durch sich auch das All sei; und weil in der Wesenschauung erkannt wird, daß Gott auch Alles in, unter und durch sich ist, so könnte wohl die Wissenschaft Panentheismus genant werden. Wenn man aber den unbestimmten Ausdruck: Pantheismus, so erklärt, daß jede Lehre Pantheismus sey, die da behaupte, daß die Welt und der Mensch, auch der menschliche Geist, auf irgend eine Weise in Gott seyen, so darf sich der Philosoph zu diesem Pantheismus bekennen. Aber das versteht man gewöhnlich nicht unter dem Namen: Pantheismus, wenn man das Wort im Sinne des Vorwurfs gebraucht, sondern man versteht dann darunter, wie vorhin gesagt, die Lehre, welche das Endliche oder die Welt als den Inbegriff des Endlichen für Gott selbst hält, vergöttert, mit Gott verwechselt; und mit dieser Lehre hat die Wissenschaft der Wesenschauung durchaus nichts gemeinsam."

Krause und seine Definition der Freimaurerei

"Freimaurerei ist Leben im Geiste der Menschheit, oder Leben aller Menschen, als Menschen, zur Menschheit und die Freimaurerbrüderschaft ist ein geselliger Verein, das allgemein Menschliche in sich selbst und an der ganzen Menschheit zu bilden. Nur hierauf kann sich daher die ganze Logentätigkeit beziehen, nur das kann das Ritual und die Liturgie aussprechen. Daher ist Komopolitismus im Bruderbunde wesentlich."

Wobei er vorher definiert hat:

"Kosmopolitismus ist der freie Wille, seine Pflichten gegen die ganze Menschheit zu erfüllen, aus seinem Pflichtgefühl, nicht weil man die Menschheit liebt."

(14. Februar erstellt und am 22. Februar 1809 als Beitrag in der Erholung bei der Loge zum Goldenen Apfel verlesen)

Anzumerken sei an dieser Stelle, daß Krause in der Freimaurei besonders von der Weltbruderkette angesprochen wurde, die seinen bereits 1802 entwickelten Gedanken zum Menschheitsbund nahe kam, d. h. er hat in der Freimaurerei etwas wie die Keimzelle eines groß angelegten praktisch-sittlichen Menschheitbundes gesehen.

Krause und sein Glauben an die Menschheit

Im "Tagblatt des Menschheitlebens" legt er folgendes Bekenntnis seines Glaubens an die Menschheit ab:

"Ich glaube an eine Menschheit des Weltalls (also nicht bloß der Erde), die ursprünglich und ewig in Gott ist, in Vernunft und Natur bestehend, die Einheit beider in Gott, von Gott geliebt und Gott liebend, das innigste Wesen Gottes im Wechselleben mit Gott, mit Vernuft und Natur als ein Ganzes und in allen Sonnenbauen (gleich Sonnensystemen) eigentümlich vollendet."

Krause und die Entwicklung von Eliten

Krause strebt die Vervollkommnung des Menschen und den historischen Fortschritt der Menschheit durch Erziehung und sozialpolitische Reformen an. Die Vervollkommnung des Menschen führt diesen zur Elite. Ebenso haben Universitäten und die Freimaurerei in dieser Hinsicht ein ähnliches Anliegen, wobei die Freimaurerei ihren Schwerpunkt in großer Bandbreite auf die Selbstvervollkommnung bzw. Selbsterziehung legt. Selbstverständlich soll auch ein akademisches Studium den Menschen im geistigen Sinne zur Selbständigkeit führen. Wie wir an dem tragischen Beispiel "Krause" sehen (siehe → Lebenslauf), haben Universitäten und Freimaurerei dabei gleiche Schwächen, die durch gruppendynamische Effekte in den Organisationsstrukturen wie Gremien bzw. Logen entstehen und sich nach unten nivellierend auf das allgemeine Niveau des Systems auswirken. Wo Menschen sind, da "menschelt" es leider auch. Es darf daher dem Interessierten mahnend angeraten werden: Verwechsele die Freimaurerei und die Freimaurer nicht miteinander! - Die Freimaurerei gibt Ziele sowie Verhaltens- bzw. Entscheidungsstrategien, die Freimaurer dagegen sind Menschen, die mehr oder weniger versuchen, ihr Leben nach diesen Leitlinien zu gestalten.

Krause und der Staatenbund

Im Jahre 1814, nach dem Napoleons besiegt ist, veröffentlicht Krause Aufsätze, die anschließend selbständig unter dem Titel "Entwurf eines europäischen Staatenbundes als Basis des allgemeinen Friedens..." erscheinen. Die Gedanken dieses Völkerbundentwurfs, für welche Krause die Fürsten und Diplomaten Europas zu gewinnen versuchte, waren folgende:

  • Die alliierten Völker, also insbesondere England, Preußen, Oesterreich, Spanien und Rußland, sollten einen Staatenbund als Rechtsgemeinschaft des Menschheitsbundes bilden, der allmählich alle Völker Europas zu umfassen hätte.
  • Dieser Bund sollte ein "organisch-förderativer" Staat sein, beruhend auf der Anerkennung der persönlichen Freiheit und Eigentümlichkeit jedes Volkes, auf dem Grundsatz der sittlich freien Entwicklung, die zwar eine vernunftgemäße Erziehung durch Belehrung, Gesetz und rechtmäigen Zwang, nie aber Unterdrückung oder rohe Gewalt kennt. "Der Staatenbund verabscheut die schmachvollen Grundsätze, daß die Regierungen und Souveräne eine eigene und andere Moral haben als die einzelnen; daß im Gebiete der Politik zu lügen und zu trügen erlaubt sei, daß das Recht so weit reiche als die Gewalt. Die Verhandlungen des Bundes sollen mit größtmöglicher Offenheit unter Ausschluß jeder Arglist geführt werden. Der Beitritt zum Staatenbunde ist freiwillig, auch darf kein Staat gehindert werden auszutreten, nur hat er seine eingegangenen Verbindlichkeiten zu erfüllen."
  • Die in dem Staatenbunde vereinten Staaten "begeben sich gänzlich und ohne Rückhalt des Notrechtes, der Selbsthilfe, der Notwehr und der Notrache und erkennen die verfassungsmäßige Rechtsentscheidung des ganzen Bundes in einem gemeinsamen Völkergericht und unbedingt gültig an und versprechen sich ihr unbedingt zu fügen" Im Gedankenaustausch mit Kant meint Krause, daß sich aus dem rechtmäßigen Zustande, den der Staatenbund herbeiführe, sich der ewige Friede als notwendige Folge von selbst ergeben werde.
  • Neben diesem europäischen Staatenbunde sollten ein asiatischer, ein afrikanischer, ein nordamerikanischer, ein westindischer und ein südamerikanischer und ebenso ein dreifacher australisch-polynesischer sich bilden; in weiterer Folge sollten dann diese Staatenbünde zu einem höheren Ganzen vereinigt werden - dem einen und ganzen Rechtsbunde der Erde.

Krause und der "Krausismus"

"Krausismus", spanisch "Krausismo", ist ein Begriff für die bürgerlich-liberalen Reformtendenzen, die in Spanien seit Mitte des 19. Jahrhunderts bis zum Ende des Bürgerkrieges (1939) unter dem Einfluß der Philosophie des Idealismus stehen. Der "Krausismus" wird dabei zumeist als Rechtsphilosophie eingeordnet und beeinflußt praktisch als sozialliberale Strömung in Politik und Erziehungswesen. Als ein Exponent der Bewegung des Deutschen Idealismus Krause prägte diese Strömung. Der "Krausismo", sein mit freimaurerischen Gedanken verbundener Panentheismus, d. h. seine optimistischen Anthropologie und Geschichtsphilosophie, die die Vervollkommnung des Menschen und den historischen Fortschritt durch Erziehung und sozialpolitische Reformen begründet sieht, wirkt sich auf Erziehung und Bildung aus: Zum Beispiel wird die Pädagogik von Krauses Freund Friedrich Fröbel, den "Vater des Kindergartens" von diesen Lehren wesentlich beeinflußt. Krause erkennt ein je eigenes Recht der Frau, des Kindes und der Tiere wie er auch die Bedeutsamkeit von Rasseunterschieden ablehnt. Gegenüber dem Staat als allgemeinem Rahmen aller gesellschaftlichen Institutionen tritt der Philosoph für die Autonomie gesellschaftlicher Verbindungen und kultureller Aktivitäten ein. Das Recht wird aus den selbständigen gesellschaftsdynamischen Prozessesen heraus "von unten" gebildet und weiterentwickelt und ist nicht einfach als Produkt staatlicher Anordnungen zu begreifen. Das Verhältnis zum Staat ist mehr Koordinierung und Kooperation als Subordination.

Krause und die Verständlichkeit seiner Schriften

"Die Werke Krauses gelten als schwierig zu lesen", schreibt Dr. Siegfried Pflegerl in seiner e-mail vom 25.8.2004 an den Verfasser und führt dann aus: "Oft wurde betont, daß die Aufnahme seiner Gedanken durch diese Sprache erschwert würde. Zwei Aspekte sind hier zu unterscheiden. Einerseits wollte Krause, um die Volksverständlichkeit mancher seiner Schriften zu erleichtern, alle Fremdwörter durch deutsche Begriffe ersetzen (z.B. Identität durch Gleichheit und Individualität durch Eigenlebheit, Intuition durch Selbeigenschauung). Was aber andererseits in der bisherigen Rezeption in Deutschland und auch im Krausismo nicht ausreichend beachtet wird, ist der Umstand, dass Krause eine völlig neue, in der absoluten und unendlichen Wesenheit Gottes begründete Grundwissenschaft entwickelte, die Erkenntnisse enthält, für welche es in der bisherigen deutschen Sprache gar keine Wörter gab. Er mußte daher, um diese neuen Erkenntnisse ausdrücken zu können, überhaupt neue Wörter schaffen. Er begründete daher auch eine an und in Gott abgeleitete neue Sprache und Sprachtheorie." (Vertiefung siehe "→ Weitere Beiträge")

Die Arbeiten seiner Schüler Heinrich Ahrens (1808-1874), Karl Röder (1806-1879) und Hermann Karl von Leonhardi (1809-1875) machen Krauses philosophische Gedanken dem Leser zugänglich. Die enorme geschichtliche Wirkung seiner Philosophie kommt dann durch die kommentierende Übersetzung in andere Sprachen zustande, was für den spanischen Sprachraum besonders ausgeprägt ist. Bereits in den Jahren von 1830 bis 1833 hören einige Exilspanier die Vorlesungen bei Ahrens an der Sorbonne, welche die Ideen Krauses in Spanien bekannt machen, so daß sich Krauses Philosophie dort zu einem Synonym für Aufklärung ohne Religionsfeindlichkeit entwickelt. Die Übersetzung von Ahrens Buch "Naturrecht oder Philosophie des Rechts" wird im Jahre 1841 in der spanischen Hauptstadt veröffentlicht. Die Übertragung von Krauses Buch "Urbild der Menschheit" in die spanische Sprache unter dem Titel "Ideal de la humanidad para la vida" durch den spanischen Professor Julian Sanz del Rio (1814 bis 1869), der auf Anraten von Heinrich Ahrens das Studium der krausistischen Philosophie in Heidelberg betreibt, sorgt 1861 für weitere Verbreitung in Spanien. Latein- und Südamerika werden für Krauses Ideen dagegen durch die in französischer Sprache verbreiteteten Werke der "Belgischen Schule" von Heinrich Ahrens und Guillaume Tiberghien (1819-1901) erschlossen.

Krause und Problemlösungen zu aktuellen Themen

Themen wie

  • Würde und Schutzbedürftigkeit des Embryos,
  • ethische Grenzen der molekularen Forschung,
  • Erlaubnis oder Verbot der Präimplantationsdiagnostik,
  • Zulässigkeit der pränatalen Untersuchung

führen in unserer heutigen Gesellschaft zu kontroverser Diskussion. Bereits vor zweihundert Jahren beschäftigte sich der Krause in seiner "Sittenlehre" und "Rechtsphilosophie" mit moralischen und rechtlichen Fragen, die für die angesprochenen Themen relevant sind. Er entwickelte dabei ein Konzept einer idealistischen Metaphysik und integrierte empirische Fragestellungen zur Rechtspersönlichkeit in seinen transzendentalphilosophischen Ansatz. Krause leitet seine Rechtsphilosophie und Moralphilosophie auch aus theologischen bzw. metaphysischen Axiomen ab und begreift das Leben als unantastbar: Nicht nur dem geborenen Menschen, sondern dem Embryo kommt Schutzbedürftigkeit, d.h. ein Recht auf Leben zu. Die Würde des Menschen ist eine von Gott (christlich-religiöse Variante) oder ein von der Natur (naturrechtlich-idealistische Variante) mitgegebener Wert. Das Leben beginnt nach seinen Betrachtungen mit der Verschmelzung von Samen- und Eizelle. Jedes Wesen hat das Recht, sich mit einer anderen Person zu vereinigen (Eherecht und freie Partnerwahl). Daraus entsteht aber besonders für die Eltern die Pflicht, die aus dieser Vereinigung "entstehende" Rechtsperson auch als ungeborenes Leben zu achten und deren Schutzwürdigkeit und Rechtssschutz zu bewahren. Krause reduziert dabei das Menschsein nicht auf die Fähigkeiten des Verstandes, sondern begreift den Leib als Basis geistiger Entwicklung, denn ohne ihn gäbe es keine Möglichkeit des Menschseins und seiner biologischen Entwicklungsmöglichkeiten, und arbeitet heraus, daß das Recht auf Leben nicht an körperlichen und seelischen Schädigungen meßbar ist. Den Staat begreift er dabei als einen Organismus von Rechtspersonen und Rechtsverhältnissen, da "jeder um seines eigenen Rechtes willen die Rechte aller anderen zugestehen und schützen muss". Wesentlich für uns ist, daß es Krause innerhalb seiner Philosopie um ein würdevolles Leben und um die rechtliche Voraussetzungen geht, die jedem das Recht auf eigene Meinung und Würde zugestehen. Selbst aktuelle Spannungsfelder im Weltgeschehen, die sich jeder vernünftigen Lösung verschließen, bekommen im Lichte seiner Betrachtungsweise eine andere Farbe!

Es wäre jedoch keineswegs angemessen, die Bedeutung der Wesenlehre darauf zu beschränken, daß in ihr manche Konzepte, die heute auf anderem Wege erreicht wurden, schon vorgedacht wurden. Die Wesenlehre enthält vielmehr evolutive Potenziale, die in den heutigen Gesellschaftsformationen und ihren wissenschaftlichen und künstlerischen Perspektiven noch in keiner Weise auch nur annähernd erkannt und noch weniger realisiert wurden. Einige der folgenden Beiträge versuchen, auf diese Horizonte hinzuweisen.

Krause und die universale Evolution in seiner Wesenlehre

Die INTERNETLOGE hat nachstehend neben einigen masonischen Texten Karl Christian Friedrich Krauses auch eine Reihe von Arbeiten aufgelegt, die sich mit der universalen Bedeutung der Wesenlehre für die Entwicklung von Wissenschaft, Kunst und Gesellschaftsformen aller Systeme der Erde in den nächsten tausend Jahren, unabhängig vom Verhältnis Krauses zur Freimaurerei, beschäftigen. Eine kurze Übersicht, die Sie gleichzeitig in das Thema einführt, finden Sie unter dem Link "Universale Evolution in der Wesenlehre Krauses" (.PDF-File)

Weitere Beiträge und Schriften zum Thema

[Downloads siehe dort: Krausismus auf internetloge.de

  • Krauses Leben, Wirken und Tragik in tabellarischer Übersicht unter besonderer Berücksichtigung seines freimaurerischen Wirkens.
  • Verzeichnis der wichtigsten Schriften Krauses
    Zusammenstellung aller jener Werke, die sich nicht mit Themen der Freimaurerei befassen. Die hier eingeführte Nummerierung wird in den Beiträgen als Kurzform für die Quellenangaben genutzt.
  • Krauses Wissenschaftssystem - Das Neue der Grundwissenschaft (Wesenlehre)
  • Aufstieg zur Grunderkenntnis Gottes
  • Wesenschau und Göttliche Kategorien
  • Die Entwicklungsgesetze
  • Gebote der Menschlichkeit - Sittengesetz (43 S. PDF-File 430 KB)
  • Krause und die Verständlichkeit seiner Werke
  • Wesenlehre und Lebenskunst (93 S. PDF-File 1,3 MB)
  • Wesenlehre und Feministische Philosophie (28 S. PDF-File 507 KB)
  • Evolutive Potenziale der Wesenlehre Krauses (15 S. PDF-File 269 KB)
  • Gewisses "Wissen" in der Wesenlehre Krauses (33 S. .doc-File 457 KB)
  • E-BOOK:Siegfried Pflegerl: "Wesenlehre und moderne Physik - oder - Was Gott vor dem Urknall dachte"
    • Inhaltsverzeichnis und Vorwort: 9 S., PDF-File 144 KB
    • Download gesamtes Buch: 181 S., PDF-File 2,12 MB
  • E-BOOK: Siegfried Pflegerl: "Universale Logik der Wesenlehre und zeitgenössische formale Logiken"
    • Inhaltsverzeichnis und Vorbemerkung: 6 S., PDF-File 409 KB
    • Download gesamtes Buch: 109 S., PDF-File 4,189 MB
Dazu interessant: Simplex sigillum veri - Einfachheit ist das Siegel des Wahren
Einige Gedanken zu den neuen Werken des Quantenphysikers Anton Zeilingers, die zum Teil an die Abhandlungen der Gruppe Or-Om anschließen. (PDF-File 484 KB)
  • E-BOOK:Siegfried Pflegerl: "Globalisierung und universales Menschheitsrecht - Rechtliche Grundrisse der Weltgesellschaft"
    • Inhaltsverzeichnis und Vorbemerkung: 7 S., PDF-File 148 KB
    • Download gesamtes Buch: 252 S., PDF-File 2,518 MB
  • E-BOOK: Siegfried Pflegerl: "Über das Göttliche in der Kunst - Features zur Evolution der Kunst im Sinne der Wesenlehre"
    • Inhaltsverzeichnis: 6 S., PDF-File 116 KB
    • Download gesamtes Buch: 270 S., MS-Word-File 29,3 MB
Dazu interessant:Global Art Project: "FLID - The Partition Of The World"
  • E-BOOK:Siegfried Pflegerl: "Lexikon der Begriffe der Wesenlehre Karl Christan Friedrich Krauses"
    • Inhaltsverzeichnis und Vorbemerkung: 7 S., PDF-File 112 KB
    • Download gesamtes Lexikon: 147 S., PDF-File 3,982 MB
    • Download gesamtes Lexikon: 147 S., MS-Word-.doc-File 10,548 MB - für eigene Notizen editierfähig
  • E-BOOK:Siegfried Pflegerl: "Grundlagen der Mathematik in der Wesenlehre Karl Christian Friedrich Krauses - Eine Darstellung aus Originaltexten und ihre Beziehung zur modernen Grundlagendebatte"
    • Download gesamtes Buch: 75 S., PDF-File 2,377 MB Anmerkung:Im Buch wird u. a. ein Aufsatz digitalisiert vorgestellt, den Krause 1832 in einem sehr bitteren Zusammenhang an der Universität in München an Schelling vorlegte. Er wollte sich wegen einer Anstellung an der Universität bewerben. Schelling hat ihm den Aufsatz mit einem Diener kommentarlos zurückgeschickt. Eine Aufnahme an der Universität erfolgte nicht.
  • E-BOOK:Siegfried Pflegerl: "Berufs- und Forschungsethik im Lichte der Wesenlehre Karl Christian Friedrich Krauses"
    • Inhaltsverzeichnis 3 S., PDF-File 55 KB
    • Download gesamtes Buch: 161 S., PDF-File 3,040 MB
  • E-BOOK: Siegfried Pflegerl: "Aufklärung über die Selbstblendung einer abgeklärten Aufklärung - Wesenlehre und die Systemtheorie Luhmanns"
    • Inhaltsverzeichnis u. Einleitung 4 S., PDF-File 150 KB
    • Download gesamtes Buch: 206 S., PDF-File 4,552 MB
  • E-BOOK: Siegfried Pflegerl: "Das Ethos der Einen Menschheit - Kritische Vorschläge zur Evolution der Weltethosdebatte"
    • Inhaltsverzeichnis u. Einleitung 3 S., PDF-File 69 KB
    • Download gesamtes Buch: 95 S., PDF-File 1,5 MB
  • ARTIKEL über das Verhältnis der derzeitigen Finanzarchitektur zu einem Rating nach universalem Menschheitsrecht: Siegfried Pflegerl: "RAAATING The WORLD - Strukturelle Gewalt der Finanzmärkte und universale Rationalität der Wirtschaft" (10 S., PDF-File 368 KB - eingestellt am 21.6.2010)
  • E-BOOK: Siegfried Pflegerl: "Evolution der Leeren Fülle - Wesenlehre und Buddhismus - Eine Skizze"
    • Download gesamtes Buch: 256 S., PDF-File 13,125 MB
    • Download gesamtes Buch: 256 S., MS-Word-.DOC-File 73,169 MB, für eigene Notizen editierfähig

INFORMATIONEN zum Autor Dr. Siegfried Pflegerl

Werkauszüge:

  • E-BOOK: Krause: "Das Urbild der Menschheit", Text der Ausgabe von 1851, mit einer Einleitung von Siegfried Pflegerl.
    • Inhaltsverzeichnis und Einleitung: 11 S., PDF-File 243 KB
    • Download gesamtes Buch: 304 S., PDF-File 1,6 MB
Anmerkung: Der durch Kommentierung von Siegfried Pflegerl besser verständliche und mit aktueller Weltsystemanalyse ergänzte Originaltext ist beim Peter Lang Verlag erhältlich.
  • K. Chr. F. Krause und 'Die drei ältesten Kunsturkunden der Freimaurerbrüderschaft' (und das Buch No. 609) - PDF-File 4,4 MB
  • K. Chr. F. Krause und 'Yorker Urkunde' - PDF-File 0,4 MB
  • Grundlehren über den Menschheitbund (Zitiert nach der dritten Ausgabe (Neuausgabe 1849) "Die drei ältesten Kunsturkunden der Freimaurerbrüderschaft", erster Band, Vorbericht der ersten Ausgabe, Seiten III - XXVIII)
  • Über Geheimsein und Offenbarsein. (Zitiert nach der dritten Ausgabe (Neuausgabe 1849) "Die drei ältesten Kunsturkunden der Freimaurerbrüderschaft", zweiter Band, I. Abtheilung, Seiten I - XVI)
  • Lehrfragstück über Masonei und Masonenbund (Zitiert nach der dritten Ausgabe (Neuausgabe 1849) "Die drei ältesten Kunsturkunden der Freimaurerbrüderschaft", erster Band, I. Abtheilung, Vorbericht der ersten Ausgabe, Seiten LXXIII - CLXXXVI)
    • Worterklärungen zu "Lehrfragstück über Masonei und Masonenbund"
    • Sacherläuterungen zu "Lehrfragstück über Masonei und Masonenbund"

Literaturhinweise

  • Dierksmeier, Claus: Der absolute Grund des Rechts. Karl Christian Friedrich Krause in Auseinandersetzung mit Fichte und Schelling. Frommann-Holzboog, Stuttgart-Bad Cannstatt, 2003
  • Krause: Vorlesungen über das System der Philosophie. Unveränderter Nachdruck der Ausgabe Göttingen 1828 mit einem Vorwort und Anmerkungen. Herausgegeben von Siegfried Pflegerl, 1981.
  • Krause: Das Urbild der Menschheit. Ausgabe 1851. Herausgegeben von Siegfried Pflegerl. Kommentierter Originaltext und aktuelle Weltsystemanalyse. Peter Lang Verlag. 2003. Siehe auch Prospekt des Verlages.
  • Pflegerl, Siegfried: Die Vollendete Kunst. Zur Evolution von Kunst und Kunsttheorie. Böhlau, Wien-Köln, 1990. Beurteilung der Kunstentwicklung im Sinne der Evolutionsgesetze der Wesenlehre Krauses.
  • Ureña, Enrique M.: K. C. F. Krause: Philosoph, Freimaurer, Weltbürger. Eine Biographie. Frommann-Holzboog. Stuttgart-Bad Cannstatt 1991.
  • Ureña, Enrique M.: Philosophie und gesellschaftliche Praxis. Wirkungen der Philosophie K. C. F. Krauses in Deutschland (1833-1881). Fromann-Holzboog. Stuttgart. 2001
  • Ureña, Enrique M.: Die Krause-Rezeption in Deutschland im 19. Jahrhundert - Philosophie - Religion - Staat. Spekulation und Erfahrung. Abteilung II: Untersuchungen. - SuE II,55. Ca. 350 S. Ln. Fromann-Holzboog. Stuttgart. Frühjahr 2005
  • Krause, Karl Christian Friedrich: Ausgewählte Schriften. Herausgegeben von Enrique M. Ureña. 6 Bände. Ln. Fromann-Holzboog. Stuttgart.
    • Krause, Karl Christian Friedrich: Karl Christian Friedrich Krause: Ausgewählte Schriften. Band I: Entwurf des Systems der Philosophie. Erste Abtheilung, enthaltend die allgemeine Philosophie, nebst einer Anleitung zur Naturphilosophie. Neudruck der Ausgabe Jena / Leipzig 1804. Herausgegeben und eingeleitet von Olaf Breidbach und Thomas Bach. Ca. 240 S. Ln. Frühjahr 2005
    • Krause, Karl Christian Friedrich: Karl Christian Friedrich Krause: Ausgewählte Schriften. Band II: Philosophisch-freimaurerische Schriften (1808-1820). Herausgegeben und eingeleitet von Johannes Seidel und Enrique M. Ureña. Ca. 300 S. Ln. In Vorbereitung
  • Forster, Wolfgang: Karl Christian Friedrich Krauses frühe Rechtsphilosophie und ihr geistesgeschichtlicher Hintergrund. Münchener Universitätsschriften. Juristische Fakultät. Abhandlungen zur rechtswissenschaftlichen Grundlagenforschung 83. Aktiv Druck & Verlag, Ebelsbach 2000. 383 S.
  • Pflegerl, Siegfried: Wesenlehre und moderne Physik - oder - Was Gott vor dem Urknall dachte. internetloge.de, Hamburg 2005. 181 S. e-book
  • Krause Digital Research Project

Es ist für die Erforschung und evolutive Nutzbarmachung der Werke Krauses, die größtenteils erst nach seinem Tode veröffentlicht wurden, wichtig, dieselben jetzt möglichst rasch und unfassend in digitaler Form neuerlich zu erfassen, um eine sorgfältige Basis für Researchprojekte in allen Bereichen der Wissenschaft zu bieten. Im Rahmen des "Krause Digital Research Projectes" soll dieses dadurch gefördert werden, daß durch die überwiegend ehrenamtliche Zusammenarbeit Interessierter tunlichst alle Krause-Werke in digitalisierter Form für Forschungszwecke auf CD möglichst kostengünstig zur Verfügung stehen. Weitere Einzelheiten zum "Krause Digital Research Project" finden Sie unter dem Link kdrp.pdf.

Der Dietrich Scheglmann Reprintverlag, Jena, philosophiebuch.de, kann bereits innerhalb des Projektes eine ganze Reihe von K.C.F. Krauses Werken auf CD liefern.

Zu guter Letzt:

Krause in aller Munde

Das Wort 'Fremdwort' wurde vermutlich von dem Philosophen und Puristen K.C.F. Krause (1781-1832) geprägt und durch Jean Paul im "Hesperus" (1819) verbreitet; zuvor finden sich meist zusammengesetzte Ausdrücke wie ausheimisches/ausländisches/fremdes Wort. - Duden

Siehe auch

Links


Finden

Durchsuchen
Hauptseite
FINANZIERUNG
Gemeinschaftsportal
Nutzungsbedingungen
Aktuelle Ereignisse
Letzte Änderungen
Alle Seiten
Kategorien
Hilfe
Bearbeiten
Quelltext anzeigen
Bearbeitungshilfe
Seitenoptionen
Diese Seite diskutieren
Neuer Abschnitt
Druckversion
Kontext
Versionen
Links auf diese Seite
Änderungen an verlinkten Seiten
Meine Seiten
Anmelden / Benutzerkonto anlegen
Spezialseiten
Neue Seiten
Dateiliste
Statistik
Mehr …









Wie wird man Freimaurer?
Kooperationen: