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Rezension: Jeremy Harwood: The Secret History of Freemasonry

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The Secret History of Freemasonry

Jeremy Harwood: The Secret History of Freemasonry.
London: Lorenz/ Anness 2006;
dt.: Die Freimaurer. Zeremonien, Zeichen und Symbole einer geheimnisumwitterten Bruderschaft.
Wien: Tosa 2007. ISBN 3-85-003145-4


Gute Einführung in die Freimaurerei: bunt, klar, informativ

Und wieder ein Bilderbuch über die Freimaurerei! Es ist grosszügig aufgemacht, und diesmal ist der Text knapp, klar und informativ.

Auffällig grosses Gewicht legt Jeremy Harwood auf den Salomonischen Tempel und die beiden Säulen - immer und immer wieder - sowie auf die Architektur und das Vermächtnis der alten Ägypter. Erstaunlicherweise werden weder Kabbalah und Rosenkreuzer noch die Hochgrade behandelt. Auch von Frauenlogen und berühmten Freimaurern, noch von Skandalen der Freimaurerei und Gegnern (ausser kurz 30-31) ist die Rede.

Abgesehen davon ist diese gefällige Schrift eine hervorragende Einführung in die Freimaurerei. Sie ist durchwegs kritisch gegenüber Legenden und Mythen, Behauptungen und Spekulationen und präsentiert die Freimaurerei frisch und entstaubt! Genau die Hälfte dieses grossformatigen Büchleins (48-91) gilt der Beschreibung und Erläuterung der in der englischen Freimaurerei gebräuchlichen Symbole - von den Werkzeugen über Gestirne und Pflanzen bis zum Sarg. Harwood versucht stets, genaue Jahreszahlen von Ereignissen und dem erstmaligen Gebrauch von Symbolen anzugeben oder auf Datierungsprobleme hinzuweisen.

Einige Fehler oder Ungenauigkeiten haben sich dennoch eingeschlichen: Im allgemeinen stehen die beiden Säulen des Salomonischen Tempels in der Reihenfolge MiniMini3zw.jpg und MiniMini3zw.jpg (16), Galileo Galilei gilt nicht als Mitbegründer des „Invisible College“ (25), die amerikanischen „Constitutions of the Freemasons“ wurden nicht um 1720 entworfen (27), dass „geschätzte 200 000 Freimaurer“ dem Holocaust zum Opfer gefallen sein sollen, ist absurd (31); Danton (27) und Ronald Regan (31) waren keine Freimaurer, Mazzini nur Ehrenfreimaurer. Vermutlich war aber einer der Designer des „Grossen Siegels der Vereinigten Staaten“ ein Freimaurer (59).

Dass Sonne, Mond und Meister vom Stuhl die drei „kleinen Lichter“ bilden, stammt nicht von den Antients (62), sondern taucht bereits in einem Bericht von 1724 auf. Das „allsehende Auge“ taucht nicht erst 1797 auf (58), sondern bereits 22 Jahre früher. Die „Zerbrochene Säule“ mag 1819 in den USA eingeführt worden sein; die Strikte Observanz kannte sie jedoch schon fünfzig Jahre früher („Adhuc stat“).

Die Übersetzung aus dem Englischen ist nicht über alle Zweifel erhaben. Der Tapis wird als „komplexer Bodenteppich“ (45) oder einfach nur „Teppich“ (90) und das musivische Pflaster als „Schachbrettboden“ (45, 61, 66) bezeichnet. Das Bild eines Knüpfels soll einen Hammer (50) darstellen. Generell sagen wir statt „Winkel“ seit jeher Winkelmass (wie erst ab Seite 85). Die Werkzeuge aus dem Bauwesen sollen „Evangelisten eines neuen Tages“ sein (50)? Statt „Richtscheit“ (85) sagen wir „Setzwaage“ oder Wasser-, Bleiwaage. An einer Stelle (11) sind Richtscheit und Wasserwaage zwei verschiedene Werkzeuge.

Der „Gezackte Rand“ (60, 90) wird auch „Zackenrand“ (67) genannt; er bildet „die schachbrettartige gemusterte Umgrenzung des musivischen Bodens“. Seine Symbolik zielt ab auf „die Bedeutungslosigkeit der Menschheit, so lange sie nicht durch die Stärke und Weisheit eines Höheren Wesens geleitet wird“. Der „Flammenstern“ (45, 60) soll mit dem Stern von Bethlehem identifiziert werden. Dass das Kapitel über das Pentagramm (86-87) vier Mal ein Hexagramm zeigt, irritiert.

Manchmal muss man auch schmunzeln. Etwa wenn es heisst: „Die Freimaurerei schreibt den Symbolen keine Bedeutungen zu, doch bei vielen gibt es eine allgemeine Übereinkunft darüber, was sie darstellen“ (48). Oder: „Freimaurer glaubten schon immer, dass Freimaurerei und Geometrie ineinander verwoben wären und dass das Verständnis des Zweiteren ein Mittel zum Verständnis des Ersteren liefere“ (74): Oder knapp: „Die freimaurerische Bedeutung des Pentagramms ist kontroversiell“ (86).

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