Schütz: Freimaurerlieder, 1800

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Friedrich Wilhelm von Schütz: Zweite Sammlung 1800

Ausarbeitung von Roland Müller

23 neue Lieder

Versuch einer vollständigen Sammlung Freimaurerlieder zum Gebrauch deutscher Logen. Herausgegeben von dem Br. F. W: von Schütz. Zwote vermehrte und verbesserte Auflage. Altona, bei Friedrich Bechtold 1800


Veränderungen gegenüber der 1. Aufl. 1790

Gegenüber der 1. Auflage von 1790 wurden 19 alte Lieder weggelassen, dafür 20 +7 neue eingefügt.

Im einzelnen:
Folgende Lieder werden ersetzt:
2, 3, 22, 30, 32, 41 und 42, 49 und 50.

Mit den „Schwestern-Liedern“, ab No. 65 wird die Sache komplizierter:
64 ist ausgelassen worden
auch ausgelassen wird 67, dafür gibt es eine neue No. 67.
Nachher werden ersetzt 70 durch 69, 73 durch 72, 75 durch 76a und 76b; dazu gibt’s eine neue No. 76, sodass die Numerierung bis No. 84 wieder übereinstimmt.
Nun werden 6 Lieder eingeschoben (85-90), No. 86 wird weggelassen.
Nun werden die No. 89-92 weggelassen und durch die No. 94-100 ersetzt, wobei No. 95 die Wiedergabe der alten No. 75 ist.
Den „alten“ No. 93-98 entsprechen nun die No. 101-106. Dann bricht die Sammlung ab.



11 der neuen Lieder stammen aus der Feder von Matthias Simon Eggers.
siehe: Freimaurer-Wiki:
http://freimaurer-wiki.de/index.php/Matthias_Simon_Eggers
zwei weiter finden sich bei: 74 freimaurerische Kettenlieder

Aus dem Anfang der Vorerinnerung

Mit Recht kann ich diese Ausgabe meiner Liedersammlung eine vermehrte und verbesserte nennen, weil ich viele Lieder theils verändert, theils abgekürzt, andere zu bekannte aber weggelassen und an deren Stelle neue, zur Zeit noch ungedruckte geliefert habe.


Die neuen Lieder

No. 2.


Zuerst in:
Göttinger Musenalmanach, 1784, 201
Frauenzimmer-Almanach. 1789, 10
Versuch einer vollständigen Sammlung Freimaurerlieder zum Gebrauch deutscher Logen. 2. Aufl. Altona 1800, 3-4

Auch in:
Vollständiges Gesangbuch für Freimaurer. 1801, 237-238
Gesänge für Freymaurer im Auftrage der Loge Apollo besorgt von H. A. Kerndörffer. Leipzig 1814, 11,
unter dem Titel: An die Natur
Lieder zum Gebrauch der unter der Constitution der Großen Loge zu Hamburg vereinigten Logen. 1823, 19-20,
unter dem Titel: An die Natur


Suchen will ich dich, Natur!
Keine Mühe schrecke
Mich im Suchen; bitten, flehen
Will ich, und so lange spähen
Bis ich dich entdecke.

Ungeschminkter Biedersinn
Flieht der Städte Rauschen;
Ehrlichkeit und deutsche Sitte
Lassen nur in niedrer Hütte
Ihren Gang belauschen.

Find ich dich, Natur! dann soll
Nichts von dir mich trennen;
Wenn dich Tausende verlassen,
Wenn sie deinen Namen hassen
Will ich ihn bekennen.

Lachen mir nur Wald und Flur
Wenn ich komm', entgegen.
Was sind Tänze, was sind Spiele
Gegen euch, Naturgefühle!
Gegen euren Segen?

Wer deinem Busen liegt,
Fühlt nichts von der Bürde
Dieser Welt; dem Königssohne
gönnt er' gern die goldne Krone,
Die ihn drücken würde.


No. 3.
Auf, Brüder! freie Maurer singet
siehe: Christian Gottfried Telonius: 11 neue Lieder aus Hamburg
Anhang 1784


No. 22.
Genug der Sorgen – länger nicht
Christian Gottfried Telonius: 11 neue Lieder aus Hamburg, 1779

No. 30.

Das ist eine abgewandelte Fassung des „Weihelieds“ aus der „Zauberflöte“ von Wolfgang Amadeus Mozart, 1791
vgl. Vollständiges Gesangbuch für Freimaurer. 1801, 157

Auch in:
Taschenbuch für Freimaurer auf das Jahr 1801. Cöthen 1801, 347-348,
unter dem Titel: Gesang des Großmeisters
Auswahl von Freimaurer Liedern für die Loge Sokrates zur Standhaftigkeit in Frankfurt am Main. 1808, 30-31,
unter dem Titel: Weihgesang,
Freymaurer-Lieder zum Gebrauch für die St. J. Loge 5813 [= 1813], 70-72


In ächter Maurer Hallen
Steht Tugend felsenfest!
Laut soll der Ruhm erschallen,
Dem Weisheit nicht verläßt;
[1808: Laut laßt das Lob erschallen
Den Weisheit nie verläßt]
[1813: Lasst laut ihr Lob erschallen,
Dass sie uns nie verlässt.]

[1813: Chor.]
Froh leb er hier in Eintracht Band
In Bruder Arm, an Freundes Hand.
[1808: Froh lebt er hier im Eintrachtsband
In Bruderarm, an Freundeshand.]
[1813: Froh leben wir im Eintrachtsband,
Im Bruderarm, an Freundes Hand.]

In unsrer Loge Mauern,
Wo Mensch den Menschen liebt,
Kann keine Rachsucht dauern
Da Freund dem Feind‘ vergiebt.

[1813: Chor.
Wen Maurer Lehren [1808, 1813: Maurerlehren] nicht erfreun
Verdient kein Ordenssohn zu seyn.

[1808, 1813 neue Strophe:
In diesem heil'gen Kreise
Wo man nach Wahrheit ringt,
Und nach der Väter Weise
Das Band der Eintracht schlingt:

Chor.
Da reifet unter Gottes Blick
Die Wahrheit und der Menschheit Glück.]

Nie wird der Bau vergehen,
Wenn gleich der Tod uns trennt,
Er wird einst siegreich stehen
Im höhern Orient.

[1813: Chor.
Der Blick in jenes Sternen Licht
Verlischt [1813: Verlöscht] dem biedern Maurer nicht.

Auf singt in frohen Chören
Singt Maurer Bruder Wohl!
[1808: als Schlußstrophe angehängt:
Singt dann in vollen Chören
Verklärter Brüder Wohl,]
Die Tugend, die wir ehren,
Und Maurer schmücken soll,
Die, Brüder! sey stets unser Ruhm;
Sie sey des Bundes Heiligthum [1808: Eigenthum].

[1808, 1813 statt der letzten Strophe:
Dort in Zenith der Freuden
Glänzt Maurer Wohlergehn,
Befreit von Erdenleiden,
Sehn sie sich Welten drehn.

[1808 Chor.
Hoch hin im goldnen Orient
Sehn sie das Licht, das Maurern brennt.)

No. 32.

Auch in:
Vollständiges Gesangbuch für Freimaurer. 1801, 260-261
Lieder für Freymaurer. Hannover 1809, 109-111,
unter dem Titel: Bestimmung des Menschen
Freymaurer-Lieder zum Gebrauch für die St. J. Loge 5813 [= 1813], 164-166,
unter dem Titel: Bestimmung des Menschen
Liederbuch des Logenbundes im Königreiche Hannover. 1835, 71-72,


Das Gedicht stammt von Joachim Lorenz Evers
Es wurde zum ersten Mal auf einem Freimaurer-Bundesfest in Altona am 1. Januar 1796 gesungen

Friedrich Voigts (Leipziger Freimaurer-Zeitung, No. 24, Juni 1851, 188) schreibt das Lied August von Kotzebue zu.


Was ist der Mensch? — halb Thier, halb Engel,
Klein, elend, dürftig, — herrlich, groß!
Was ist sein Schicksal? — tausend Mängel
Und tausend Güter sind sein Loos.
Ihm blühen manche sanfte Freuden,
Auch manche, die zu früh verdirbt;
Ihn foltern schauervolle Leiden,
Er reift, wird alt, entnervt, und stirbt.

2. Ich seh' der Schöpfung große Fülle,
Erstaun' und sink' bewundernd hin —
Seh', daß ich, in der schönsten Hülle,
Der Erde erstes Wesen bin.
Schnell schaft die Phantasie mir Flügel
Führt mich zu neuen Welten hin,
Und schnell bedeckt ein Erdenhügel
Mich, der ich Staub vom Staube bin. —

3. Unendlich viel, — unglaublich wenig —
Voll Schwachheit und voll Schöpfungskraft
Der Meere und der Länder König,
Der Sklave jeder Leidenschaft. —
So steigt der Mensch zur stolzen Größe
Und trotzt Natur, und Zeit und Glück
Und sinkt in Fesseln, darbt in Blöße,
Und setzt sich unters Thier zurück!

4. Er predigt Weisheit, singt die Tugend,
Und drängt sich, Weihrauch ihr zu streun;
Vergißt sich selbst, verschwelgt die Jugend
Und schläft im Arm des Lasters ein—
Träumt glücklich sich und — öd' und wüste
Erwacht er — schauert und bereut
Kämpft männlich gegen alle Lüste,
Und — fühlt sich voll Gebrechlichkeit.

5- Du Meisterstück aus Gottes Händen,
Wär' dies dein einzig Leben nur?
Sollt' deiner Schöpfung Zweck hier enden,
Bliebst du ein Räthsel der Natur!
Nein—Gott schuf dich für Ewigkeiten,
Für höhres Glück, für hellres Licht,
Gab Mängel und Vollkommenheiten
Zur Prüfung dir, zum Unterricht.

6. Das Straucheln in den Schülerjahren [1801: Jünglingsjahren]
Soll einst dem Mann Erfahrung seyn.
Nur nach den größesten Gefahren
Kann Ruh und Glück uns ganz erfreun.
Wenn wir mit sehnsuchtsvollen Blicken,
Nach Wahrheit, Licht und Weisheit spähn,
Dann erst fühlt unser Herz Entzücken,
Wenn wir sie ohne Täuschung sehn.

7. Dort, wo sich Heere Sonnen drehen,
Soll ich des Weltbaus Herrlichkeit,
Soll ich des Schöpfers Größe sehen,
Umstrahlt mich Licht und Seligkeit;
Der Nebel flieht, mein Blick wird heiter,
ich schau, was unerforschlich schien.
Mit Engelskräften eil' ich weiter —
Und Sonnen und Planeten fliehn.

No. 41.


Das Lied kommt bereits vor in:
Allgemeines Liederbuch des deutschen Nationalgesanges. Zweyter Theil. Altona 1798, 173,
unter dem Titel: Danklied,
und mit der Angabe: v. Schütz

Auch in:
Vollständiges Gesangbuch für Freimaurer. 1801, 125; 1819, 125
Maurerische Gesänge für die Loge Archimedes zu den Drei Reißbretern in Altenburg. Erster Band, 1804, 117-118


Herr und unser Vater! Allbeleber [1801 und 1804: Allerschaffer; 1819: Allerschaffner]!
Der voll Huld auf seine Kinder schaut,
Der den Menschen gern und reichlich segnet
Wenn er nur auf seine Güte baut:

Dir gebühren deiner Kinder Opfer,
Dir gebühret deiner Kinder Dank,
Denn mit deinen milden Vaterhänden
Reichst du allen Menschen Speis und Trank.

Lohnst uns alle für so manche Sorgen
(Аch, der Gute hat der Sorgen viel!)
Und bewußt nur gut vollbrachter Thaten
Schenkst du uns des Himmels Vorgefühl.

Einst, wenn einst der große Tag erscheinet,
Wenn wir schließen unsers Lebens Lauf.
Dann, о Vater! hoffen wir zu erndten,
Dann gehn unsrer Saaten Früchte auf!

No. 42.

Auch in:
Vollständiges Gesangbuch für Freimaurer. 1801, 137-138
Maurerische Gesänge für die Loge Archimedes zu den Drei Reißbretern in Altenburg. Erster Band, 1804, 125-126
Gesänge für Freymaurer im Auftrage der Loge Apollo besorgt von H. A. Kerndörffer. Leipzig 1814, 117-118

Das Lied stammt von Matthias Simon Eggers.

Hoffnung! Freundin dieses Erdenlebens
Himmelstochter! süße Zauberin!
O! wer suchte je in dir vergebens
Seiner Leiden — sanfte Trösterin?

2. Du, die uns zur Führerin hienieden
Auf des Lebens steiler Pilgerbahn,
Von der Allmacht weisen Huld beschieden,
Lächelst selbst im Todes Kampf uns an.

3. O was wäre ohne dich das Leben,
Was des Menschen zugeteiltes Loos!
Wenn in seiner Seele — banges Beben
Niemals sich dein Zauberstral ergoß?

4. Du, an deren Busen, Helden trinken,
Fürsten athmen, Greise wieder glühn,
Sklaven weniger sich elend dünken
Und dem Kummer neue Freuden blühn.

5. Die mit sanftem Engellächeln wieder
Ruhe in zerrißne Seelen gießt,
Wenn von deinem Götterthron hernieder
Tröstend du auf ihre Schmerzen siehst:

6. Schwinge auch die Fackel deiner Freuden
Ueber uns, getreue Führinn!
Zaubre dich im Labirinth der Leiden
Lächelnd stets an unsre Seite hin!

No. 49.

Auch in:
Vollständiges Gesangbuch für Freimaurer. 1801, 117,
Gesänge für Freymaurer im Auftrage der Loge Apollo besorgt von H. A. Kerndörffer. Leipzig 1814, 6-7

Das Lied stammt von Matthias Simon Eggers.

Gottheit! die mein schwacher Geist nur wähnen
Nie mein Forschen ganz erreichen [1814: ergründen] kann;
Im Gewühle tausendfacher Scenen
Staunet mein begrenzter Blick dich an.

Nur umsonst verliert mein Denken immer
In der Dinge Labirinthe sich,
Träumt sich Bilder, trifft das Wahre nimmer
Ahnet stets nur unvollkommen dich.

O vergieb, wenn mein beschränktes Wissen
Weltenschöpfer! dich im Staube mißt,
Wenn mein Geist, begierig hingerissen
Sich zu kühn im Forschen oft vergißt.

Wenn er schwindelnd in der Schöpfung Räumen
Deinen Ursprung zu ergründen schwirrt,
Und in stolzen überspannten Träumen
In des Zweifels Nächte [1814: Nächten] sich verirrt.

Suche du vom Wahn ihn zu befreien
Scheuch die [1801: das] Dunkel seiner Phantasien
Daß der Thorheit Nebel sich zerstreuen
Und der Täuschung Schattenbilder fliehn.

Bis im reinern ungetrübten [1814: im reinen ungetrübtem] Lichte
Wahrheit heilig Feuer uns durchglüht.
[1814: Heil'ger Wahrheit Feuer mich durchglüht,]
Und vom [1814: von] Angesicht zu Angesichte
Unerschaffner! dich mein Auge sieht.

No. 50.

Das Lied stammt von Matthias Simon Eggers.

Auch in:
Vollständiges Gesangbuch für Freimaurer. 1801, 140-141


Holde Mutter! die du Kraft und Leben
Uns aus segensvollen [1801: segensvollem] Schoß verliehn:
Hauch Gedeihn auf deiner Kinder Streben
Wenn für dich voll Hochgefühl sie glühn;
Wenn in tausendfacher reicher Fülle
du ergießend ihren Blick umschwebst,
Von der Erde blumenreichen Hülle
Sich [1801: dich] empor zum Sternensitze hebst!

2. Sieh Natur! wir nehmen deinen Segen
Iauchzen dankbar, Allbelebende!
Dir, in Millionen froh entgegen,
Bringen dir der Pflichten heiligste;
Laben uns mit seligen [1801: seligem] Entzücken
Allzumal an deiner Mutterbrust
Athmen rings mit wonnetrunknen Blicken
Leben und Genügsamkeit, und Lust.

3. Nimm den Jubeldank, den wir dir bringen,
Holde Mutter! nimm die Lieder hin,
Die wir freudig dir entgegen singen,
Dankend für den seligen Gewinn.
Hauche, Heiligste! die Kraft und Leben
Uns aus segensvollem Schoos verliehn,
Hauch Gedeihn auf deiner Kinder Streben,
Wenn für dich im Hochgefühl sie glühn!


No. 53.
Eingangszeile: Purpur reitzt so manche Seelen
statt: Purpur reitzt erhabne Seelen


No. 54.
Wir bauen mit am großen Weltgebäude
Eingangszeile der 5. Strophe: Des Thoren Wahn macht unsre Kunst zur Sünde
statt: Der fromme Wahn macht unsre Kunst zur Sünde


No. 58.
Die Zeit entflieht mit raschem Flügel
mit leicht veränderter 3. und 4. Strophe


No. 61.
Sey uns willkommen, holdes Fest
mit veränderter 9. Strophe
Die Strophen 10-12 wurden weggelassen

No. 67.


Stimmt sanfter an den Rundgesang

Auch in:
Vollständiges Gesangbuch für Freimaurer. 1801, 235-237
Maurerische Gesänge für die Loge Archimedes zu den Drei Reißbretern in Altenburg. Erster Band, 1804, 224-227
Lieder für Freymaurer. Hannover 1809, 200-202.
Sammlung Maurerischer Lieder zum Gebrauch der zum Sprengel der Provinzial-Loge von Niedersachsen gehörigen Logen. Hamburg: Hamann 1823, 88-90.

Ohne die 2. Strophe und mit Veränderung einiger Wörter auch in:
Auswahl von Liedern für die Freimaurer-Loge Balduin zur Linde in Leipzig, 1824, 83-84 (auch ohne die 6. Strophe)
Liederbuch des Logenbundes im Königreiche Hannover 1835, 229-230
Lieder zum Gebrauch der unter Constitution der Großen Loge zu Hamburg vereinigten Logen. 1855, 88-90

Ohne die 2. und 3. Strophe:
Gesänge für Freymaurer im Auftrage der Loge Apollo besorgt von H. A. Kerndörffer. Leipzig 1814, 97-98
Lieder zum Gebrauch der unter der Constitution der Großen Loge zu Hamburg vereinigten Logen. 1823, 261-262 (mit veränderter 6. Strophe),


Nicht zu verwechseln mit dem ähnlich einsetzenden Lied:
Stimmt an den frohen Rundgesang
Mit Saitenspiel durchwebt!
siehe: Schütz:_Freimaurer-Lieder,_1790

Stimmt sanfter an den Rundgesang,
Der Schwestern Lob ertönt;
Ist's nicht das Weib, das uns den Gang
Durch‘s Lebensthal [1824: Durch’s Leben sanft] verschönt?
Das uns mit Blumen, schön und bunt,
Den Pilgerpfad bestreu't?
Auf, preiset dann [1824, 1855: denn] aus einem Mund'
Des Weibes Treflichkeit.

Chor.
Auf, preiset dann [1855: denn] aus einem Mund'
Der Schwestern Treflichkeit.


Aus seiner Milde Fülle sandt'
Uns Gott das Weib herab;
Ein Segen seiner Vaterhand
Dank ihm, daß er es gab!
Denn mit ihm gleiten leichter wir
Den Lebensstrom hinab;
Zum Himmel wird das Leben hier,
Zum Schlummerbett' das Grab.

Chor.
Zum Himmel machts das Leben hier,
Zum Schlummerbett' das Grab.


Gleich einem holden Genius
Umschwebt das Weib den Mann;
Lauscht jedem nahenden Verdruß,
Und scheucht ihn wo es [1855: sie] kann.
[1824: Verscheucht den nahenden Verdruß
Mit Liebe, wo es kann,]
Schleift [1824: Und], dankbar für des Mannes Schutz,
Die [ 1801, 1804, 1809, 1824, 1835, 1855: für] Liebe, die er gab,
Mit mildem Geist den wilden Trutz
[1824: Streift es mit mildem Sinn den Trutz]
Von seiner Seele [1824: Stirne] ab.

Chor.
Ja, mild schleift es den wilden Trutz
[1855: Ja, milde schleift sie wilden Trutz]
Von unsern Seelen ab.


Der Mann erwirbt, das Weib erhält,
Vergilt ihm Sorg' und Müh';
Und, wenn die Last zu schwer ihm fällt,
Das Weib erleichtert sie;
Wenn [1824: Wie] er mit strengem Ernst gebeut,
So herrscht durch Milde [1835, 1855: Güte] sie;
Ihr Regiment ist Freundlichkeit
Ist sanfte Sympathie.
[1835, 1855: Der Kranz Geduld und Freundlichkeit
Verliert den Zauber nie.]

Chor.
Ihr Regiment ist Freundlichkeit
Ist sanfte Sympathie.
[1835, 1855: Der Kranz Geduld und Zärtlichkeit
Verliert den Zauber nie.]


Auf, Brüder, dann [1855: denn!], wir sind gerecht,
Dem Schönen, Guten hold;
[1824: Auf, Brüder, denn wir sind mit Recht
Den braven Frauen hold;]
Preis diesem [1835, 1855: Preis d‘rum dem] sanfteren Geschlecht,
Mehr werth, als Ruhm und Gold.
Heil dir, der du so glücklich bist,
[1824: Mehr werth als alles Gold!
Heil dem, der schon so glücklich ist,]
Daß dir [1824: ihm] ein Weib ward, Heil!
Und, wem noch keins geworden ist,
Dem werd' es bald zu Theil!

Chor.
Wem noch kein Weib geworden ist,
Dem werd' es bald zu Theil!


Wie sehr erhöh't des Lebens Lust
Ein holdes Weib dem Mann,
Schmiegt an die mütterliche Brust
Ein lieber Sohn sich an;
Verschönt des Säuglings Unschuldsblick
Den Bund der Harmonie —
Durch Weiber reift der Menschheit Glück,
Und Maurer sind durch sie.

Chor.
Durch Weiber reift der Menschheit Glück,
Und Maurer sind durch sie.

[1823:
Hoch, hoch erhöt des Lebens Lust
Ein treues Weib dem Mann,
Schmiegt lächelnd an die Mutterbrust
Sich erst ein Säugling an.
O dann verschönt sein Unschuldsblick
Den Bund der Harmonie.
Das Weib nur ist des Mannes Glück,
Er selig nur durch sie.

Chor.
Das Weib nur ist des Mannes Glück,
Er selig nur durch sie.]


No. 68.
Wacker Brüder! stimmet an
Mit veränderter 1. Strophe

No. 69.


Willkommen Edler! nun in unsrer Mitte
siehe: 74 freimaurerische Kettenlieder
(von Matthias Simon Eggers, 1800)


No. 70.
Unsrer Baukunst erste Lehren
mit veränderter 1. Strophe
und ohne die 3. Strophe


No. 71.
Seyd uns gegrüßt, geweihte Brüder
ohne die 3. und 9. Strophe
die 4. Strophe an den Schluss gestellt

No. 72.

Am Stiftungsfeste

Das Lied stammt von Matthias Simon Eggers.

Auch in:
Vollständiges Gesangbuch für Freimaurer. 1801, 276-277
Maurerische Gesänge für die Loge Archimedes zu den Drei Reißbretern in Altenburg. Erster Band, 1804, 250-252
Lieder für Freymaurer. Hannover 1809, 54-65
Liederbuch des Logenbundes im Königreiche Hannover. 1835, 176-177,
Lieder zum Gebrauch der unter Constitution der Großen Loge zu Hamburg vereinigten Logen. 1855, 135-136


Wie schön ist es im auserwählten Bunde
Sich seines Erdenlebens freun;
Wie schön ist es, der Freundschaft seine Stunden [1801: jede Stunde,]
Der Menschheit seine Tage weihn.
Da lohnet mit Zufriedenheit
Der Rückblick in Vergangenheit.

Chor.
Da lohnet mit Zufriedenheit
Der Rückblick in Vergangenheit.

2. Hoch schlägt das Herz im trauten Bruderkreise
Beim festlich frohen Bundesmahl,
Würzt edle Gleichheit fröhlich uns die Speise
Und füllt die Eintracht den Pokal;
Dann lohnt und mit Zufriedenheit
Der Rückblick in Vergangenheit.

Chor.
Da lohnet mit Zufriedenheit
Der Rückblick in Vergangenheit.

3. Schlagt Hand in Hand, ihr Brüder! in der Runde;
Beseelt vom Geist der Einigkeit
Sey unsers Bundes erste Morgenstunde
Der Freundschaft neuer [1801: neuem] Schwur geweiht.
Einst lohn uns mit Zufriedenheit
Der Rückblick in Vergangenheit.

Chor.
Einst lohn uns mit Zufriedenheit
Der Rückblick in Vergangenheit.

4. Herbei zu uns, wer gerne seine Stunden
Der Freude und der Weisheit schenkt,
Der muthvoll sich dem Vorurtheil entwunden,
Und menschlich, schön und edel denkt.
Ihm lohnt einst mit Zufriedenheit
Der Rückblick in Vergangenheit.

Chor.
Ihm lohnt einst mit Zufriedenheit
Der Rückblick in Vergangenheit.

5. Hinweg von uns, wen niedre Knechtschaft bindet
Wen feiler Sklavensinn entehrt,
Hinweg, wer Lust am Druck der Menschheit findet,
Er ist nicht unsers Bundes werth!
Ihm lohnt einst mit Zufriedenheit
Der Rückblick in Vergangenheit.

Chor.
Ihm lohnt einst mit Zufriedenheit
Der Rückblick in Vergangenheit.


6. Herbei zu uns, dem [1801: wen] das Gefühl der Liebe
Zum [1801: zu] Menschen zieht, am [1801: an] Menschen schließt,
Wer durch des Wohlthuns angeerbte Triebe
Schon ein geborner Maurer ist.
Ihm lohnt einst mit Zufriedenheit
Der Rückblick in Vergangenheit.

Chor.
Ihm lohnt einst mit Zufriedenheit
Der Rückblick in Vergangenheit.

7. Wenn einst am Abend unser Tagwerk endet,
Des Lebens bunter Vorhang sinkt,
Wenn treulich unser Pilgerlauf vollendet
Und uns ein neuer Morgen winkt;
Dann lohnt uns mit Zufriedenheit
Der Rückblick in Vergangenheit.

Chor.
Dann lohn uns mit Zufriedenheit
Der Rückblick in Vergangenheit.


No. 73.
Gegenwart von Schwestern
Die ihr -– selten unsre Gäste --
Mit kleinen Veränderungen in der 3. und 5. Strophe


No. 76. a.

Rubrik:
Tafellieder,
bei freudigen Vorfällen.

Auch in:
Vollständiges Gesangbuch für Freimaurer. 1801, 212-213

Schön im frohen Maurerkreise
Schmaust sich's hier,
Und nach alter deutscher Weise
Trinken wir.
Ergreifet die Becher mit rauschendem Klang,
Und freut euch des Lebens mit Jubelgesang.

2. Wer mit Wonne um sich blicket,
Eil' heran!
Wen des Freundes Glück entzücket,
Stoße an!
Er wünsche den Freunden den frohsten Genuß
Bei Freundschaft und Liebe, bei Wein und bei Kuß.

3. Jeder biedre Freund, er lebe
Thatenreich;
Jeder weise Mann, er lebe
Stets sich gleich!
Hebt höher die Becher und rufet dabei:
Es lebe die Weisheit, die Freundschaft, die Treu!

4. Brüdern Freundschaft zu beweisen
Schwören wir,
Unsers Ordens Ruhm zu preisen
Trinken wir
Wir trinken mit Freunden und rufen dabei:
Es lebe die Weisheit, die Freundschaft, die Treu!

5. Segensfülle, ström hernieder!
Auf den Freund,
Der es edel, brav und bieder
Mit uns meint!
Noch einmal geklungen, die Becher recht voll,
Wir trinken auf aller Rechtschaffenen Wohl.

6. Auch der Schwestern Wohlergehen
Trinken wir,
Und wenn wir uns wieder sehen
Jubeln wir,
Ergreifen die Becher mit rauschendem Klang
Und freuen uns des Lebens mit Jubelgesang.

No. 76. b.

Auch in:
Vollständiges Gesangbuch für Freimaurer. 1801, 149-150

Ihr Brüder, muntre Zecher
Auf singt ein Freudenlied!
Ergreifet eure Becher,
Denn wer uns fröhlich sieht,
Uns schillt deshalb für Thoren
Hat hier ja nichts verlohren;
Trinkt, Brüder, trinkt
Auf Beßrung aller Thoren.

2. Wir leben uns zu freuen
Und fragen nichts nach Geld;
Mag einer sich kasteien
So lang es ihm gefällt.
Wir gönnen ihm das Fasten,
dem Reichen seinen Kasten;
Trinkt, Brüder, trinkt
Und laßt die Thoren fasten!

3. Wir leben frei vom Zwange
Vom Ton der großen Welt,
Entfernt von allem Range
Weil Freiheit uns gefällt.
Die Freude hier uns winket,
Der Wein im Becher blinket;
Trinkt, Brüder, trinkt,
Der Wein im Becher blinket!

4. Zum Schlusse unsern Freunden
Ein Becher sey geweiht;
Und wem [1801: wen] von unsern Feinden
Es ernstlich nur gereut,
Dem sey es heut vergeben,
Sie sollen alle leben.
Trinkt, Brüder, trinkt
Und laßt sie alle leben!

No. 76.


Das Lied stammt von Matthias Simon Eggers

Auch in:
Vollständiges Gesangbuch für Freimaurer. 1801, 9
Lieder Für Freymaurer. Hannover 1801, 182,
unter dem Titel: An besuchende Brüder
Auswahl maurerischer Gesänge. Zum Gebrauch der Loge: Eleusis zur Verschwiegenheit in Baireuth. 1823, 4,
in der Rubrik: Vermischte Lieder
Sammlung Maurerischer Lieder zum Gebrauch der zum Sprengel der Provinzial-Loge von Niedersachsen gehörigen Logen. Hamburg 1823, 82-83,
Bundessprüche, ältere und neue. Gera 1841, 233-234
Gesänge für Brüder Freimaurer. Gedruckt unter Leitung eines Mitgliedes der St. Johannis-Loge Julia Carolina zu den drei Helmen in Helmstedt 1845, 27,


Auf, Brüder! ladet noch einmal
Das maurische [1801: der Maurerei] Gewehr,
Und feuert reiner Liebe voll
Auf unsrer theuren Gäste Wohl
Im Bundes Reihn umher.

2. Heil euch ihr Brüder, und Gedeihn
Für eure Thätigkeit;
Mit der ihr heut in unserm Kreis,
Bei unsrer Arbeit regen [1801: regem] Fleiß
Am Bau — gewesen seyd.

3. Wir feuern jetzt auf euer Wohl
Nach alter Sitte ab,
Und bringen euch im Hochgesang
Des vollen Herzens reinsten Dank,
Den je der Maurer gab.

4. Bringt euren Logen unsern Gruß
Und unsre Achtung hin;
Sagt ihnen, wir verehren sie
Wir schätzen und wir lieben sie,
Im reinsten Maurersinn.

No. 85.

Rubrik:
Abschieds-Lieder

Das Lied stammt von Matthias Simon Eggers.

Auch in:
Vollständiges Gesangbuch für Freimaurer. 1801, 173-174

Losgerissen aus der Zeiten Räume
Stürzt auf uns der Trennungs Augenblick,
Und der Hofnung selge Morgenträume
Sinken in ihr täuschend Nichts zurück.

2. Tausend, tausend schöne kühne Bilder
Hingeworfen von der Phantasie
Überstreicht das Schicksal, ach! und wilder
Sucht umsonst der nasse Blick nach [1801: nur] sie.

3. Trockne ihn, wenn zu der Vorzeit Scenen
Er aus dunkler Zukunft wiederkehrt;
Denn wer darf hier eine Freude wähnen
Die bis an des Grabes Schwelle währt.

4. Trennung ist der Menschen Loos hienieden,
Träume sind die Freuden dieser Zeit.
Jedes Gut, was [1801: das] für die Welt beschieden,
Trägt den Stempel der Vergänglichkeit.

5. Selbst das Schicksal, was [1801: das] wir heut beweinen
Ist ein Punkt nur in der Dinge Raum,
Wird als Staubkorn unserm Blick erscheinen
Wenn wir einst die Wahrheit ganz durchschaun.

6. Wenn wir unumhüllt der Allmacht Pläne
Mit geschärftern reinern Blut durchgehn,
[1801:mit geschärfterm, reinerm Blut durchgehn,]
Und auch in der kleinsten Lebensscene
dann erst hohe Weisheit liegen sehn.

7. Klag daher der Hoffnung Täuschereien
Nicht im Unmuth deiner Seele an:
Such den Geist vom Wahne zu befreien
Daß dein Herze ruhig [1801: Herz ganz ruhig] wählen kann.

8. Banger schlägt es nur getäuscht durch Hoffen
Wenn es seine Wünsche scheitern sieht;
Stärker wird es vom Geschick getroffen
Wenn das Traumbild seines Glücks entflieht.

No. 86.


Das Lied stammt von Matthias Simon Eggers.

Auch in:
Vollständiges Gesangbuch für Freimaurer. 1801, 242-243
Auswahl maurerischer Gesänge. Zum Gebrauch der Loge: Eleusis zur Verschwiegenheit in Baireuth. 1823, 68


Trauter! ja mit allen seinen Schrecken
Naht sich uns der Trennung Augenblick;
Aber, kann dich nichts vom Kummer wecken,
Heitert nichts den Thränen schwangern Blick?

2. Denkst du nicht des Wiedersehens Freuden
Der Umarmung hohe Seligkeit,
Die uns einst nach überstandnem Scheiden
Wieder Rosen auf die Stirne [1801: Pfade] streut

3. O! ermanne dich, und sammle Kräfte
Mannheit ist des Weisen schönster Zug,
Und des Klagens trauriges Geschäfte
Drückt für Augenblicke schon genug.

4. Aus der Hoffnung Freudenbecher, Bester!
Trinken wir dein glücklich Lebewohl,
Trennung knüpfte unsre Bande fester
Die auch selbst der Tod nicht lösen soll.

5. Geh, und denk an uns und leb in Frieden
Wiedersehn denkt unsre Seele sich,
Wiedersehn in unserm Kreis hienieden,
Lebe wohl — die Freundschaft segnet dich.

No. 87.

Bei der Gegenwart eines verreist gewesenen Bruders

Das Lied stammt von Matthias Simon Eggers.

Auch in:
Vollständiges Gesangbuch für Freimaurer. 1801, 6
Lieder für Freymaurer. Hannover 1809, 190,
unter dem Titel: An einen nach langer Abwesenheit zurückgekommenen Bruder
Gesänge für Freymaurer im Auftrage der Loge Apollo besorgt von H. A. Kerndörffer. Leipzig 1814, 190-191,
Maurerische und gesellschaftliche Lieder zum Gebrauch der Grossen Landes-Loge von Deutschland in Berlin. 1817, 201-202,
Lieder-Buch für die Große Landes-Loge von Deutschland zu Berlin und ihre Töchter-Logen. Berlin 1832, 236,
Liederbuch des Logenbundes im Königreiche Hannover. 1835, 214
Lieder zum Gebrauch der unter Constitution der Großen Loge zu Hamburg vereinigten Logen. 1855, 68-69,
unter dem Titel: Einem zurückgekehrten Bruder


Auf, Brüder! auf zum frohen Chor
Im Jubelton ertön's;
Singt unserm Freund voll Simpathie
Ein Lied in froher Harmonie
Ein Lied des Wiedersehns.

2. Wir segnen deine Wiederkehr
In unserm Zirkel hier;
Denn edel bist du, gut und treu
Übst Freundschaft ohne Heuchelei
Und dich — dich lieben wir.

3. Sollst unsrer Herzen Hochgefühl
In unsern Blicken sehn,
O fühl mit uns der Freundschaft Werth
Empfindungen die sie uns lehrt
Sind über alles schön.

4. Auf Brüder füllt die Gläser nun
Und hebt sie Himmel an,
Trinkt froh auf unsers Bruders Glück
Nie trübe ihn ein Mißgeschick,
Und wärs — so sey er Mann!

No. 88.

Bei Eröfnung der Tafelloge


Das Lied stammt von Matthias Simon Eggers.

Auch in:
Vollständiges Gesangbuch für Freimaurer. 1801, 123-124
Maurerische Gesänge für die Loge Archimedes zu den Drei Reißbretern in Altenburg. Erster Band, 1804, 116
Auswahl maurerischer Gesänge. Zum Gebrauch der gerechten und vollkommenen Loge Libanon zu den drei Zedern im Orient von Erlangen. 1812, 111-112
Auswahl maurerischer Gesänge. Zum Gebrauch der Loge: Eleusis zur Verschwiegenheit in Baireuth. 1823, 46-47


Herbei zu unserm Bundes Mahle
Dem‘s warm ums Herze ist und rein;
Herbei zum fröhlichen Pokale,
Wer sich mit freier Brust kann freun.
Doch wem des Lasters Knechtschaft drückt,
Der werde nicht bei uns erblickt.

2. Herbei, wer dankbar zu genießen
Vermag, was ihm der Schöpfer giebt,
Der, wenn des Dürftgen Thränen fließen,
Sein Brod ihm bricht und Liebe übt,
Hinweg, wer seine Pflicht vergißt,
Nicht menschlich gut und edel ist.

3. Hinweg, wer anders denkt und handelt,
Als ihm Natur und Pflicht gebeut;
Hinweg, wer anders strebt und wandelt
Vom Mahle unsrer Fröhlichkeit;
Und wenn die Welt als Fürst ihn ehrt,
Er ist nicht unsers Bundes werth.

No. 89.

Beim Schluß der Tafelloge

Brüder! schließt die Reihe dichter
siehe: 74 freimaurerische Kettenlieder
(von Matthias Simon Eggers, 1800)


No. 90.
So schließt euch nun

siehe: Johann Wilhelm Bernhard von Hymmen: 8 neue Lieder, 1771
unter dem Titel: Zum Schluß der Loge

No. 94.

Beim Schluß des Jahres

Zuerst in:
Olla Potrida. Berlin, Zweytes Stück 1787, 9.
unter dem Titel: Media-Noche. – 1786,
und mit der Angabe: Nach einer Composition vom Hrn. KM. Scheidler.

Auch in:
Vollständiges Gesangbuch für Freimaurer. 1801, 227
Maurerische Gesänge für die Loge Archimedes zu den Drei Reißbretern in Altenburg. Erster Band, 1804, 214
Gesänge für Freymaurer im Auftrage der Loge Apollo besorgt von H. A. Kerndörffer. Leipzig 1814, 199

Vertont von Ant. André

Sie rollen schnell, des Menschen Jahre
Klein ist der Raum bis hin zur Bahre
Genießt den kleinen Zwischenraum.
Was hilfts, in Trübsinn sich zu hüllen?
Laßt fröhlich uns die Gläser füllen,
Das kurze Leben flieht wie Traum.

2. Bald schlägt des Jahres letzte Stunde,
Und aus der frohen Gäste Munde
Folgt ihr der Ruf: „es war! es war!
Mit leichtem Herzen durch das Leben
Am Arm der Freundschaft hinzuschweben
So schließe, so beginn' das Jahr!


No. 95.
Des Jahres letzte Stunde
entspricht der No. 75 der Ausgabe 1790.
statt: Stoßt an!
heisst es nun: Klingt an

No. 96.

Beim Anfange des Jahres

Das Lied stammt von Matthias Simon Eggers.

Auch in:
Vollständiges Gesangbuch für Freimaurer. 1801, 280-218 (ohne die 5. und 6. Strophe)
Freymaurer-Lieder zum Gebrauch für die St. J. Loge 5813 [= 1813], 65-67


Willkommen liebes neues Jahr
O! bring' uns neues Glück,
Mach jede frohe Hoffnung wahr
Und heiter jeden Blick!

Laß jeden stillen Wunsch gedeihn
Der unterm Monde lauscht,
Und jeden, der von Groß und Klein
Dir laut entgegen rauscht.

Gieb, daß der Sorgen schwarzes Heer
Von unsrer Stirne flieh
Und rings um unsre Scheitel her
Ein neuer Epheu blüh.

Erhalt' der Wahrheit Hochgefühl
In unsrer Brust bewährt,
Und schütze bis ans letzte Ziel
Der Freiheit goldnen Heerd.

Die nächsten zwei Strophen wurden 1801 weggelassen

Es glänze unter dein Panier
So edel sanft und mild,
So schützend überall wie hier
Ihr hohes Götterschild.

Damit in seiner Kraft gelähmt
Sich der Despote fühl,
Und länger nicht so unverschämt
Mit Menschenrechte spiel.


Die Unschuld lächle überall
In himmlischer Gestalt,
Die Bosheit stürze und ihr Fall
Zermalme die Gewalt.

Die Freundschaft gehe an der Hand
Der Treue nur einher,
Sie herrsche nie im leeren Tand
Im Herzen destomehr.

Es schäme sich die Heuchelei
Und täusche länger nicht,
Mit unentdeckter Gleißnerei
Den Mann, der Wahrheit spricht.

Dem Lande, das uns glücklich macht
Gieb Segen und Gedeihn,
Dem, der für unsre Rechte wacht
Laß seines Ruhms sich freun.

O! trockne, wo die Menschheit klagt
Den nassen Kummerblick,
Und stoß, wer ihn zu kränken wagt
Mit Allgewalt zurück.

Hauch über unsers Bundes Reihn
Warm wie die Sympathie
Der Freundschaft seligstes Gedeihn
Den Geist der Harmonie.

Laß fern von uns, ihr Schlangenhaupt
Die Zwietracht, schüttelnd stehn,
Und knirschend, ihrer Macht beraubt,
Auf unsre Eintracht sehn.

Dann segnet, liebes, neues Jahr,
Dich spät der Enkel noch;
Dann schlägt dir unterm Silberhaar
Einst unser Herz noch hoch.

No. 97.

Am Geburtstage eines Bruders

Auch in:
Vollständiges Gesangbuch für Freimaurer. 1801, 119-120
Maurerische Gesänge für die Loge Archimedes zu den Drei Reißbretern in Altenburg. Erster Band, 1804, 100-101
Gesänge für Freymaurer im Auftrage der Loge Apollo besorgt von H. A. Kerndörffer. Leipzig 1814, 181-182,
unter dem Titel: Bey besondern Gelegenheiten – Zum Geburtstage
Lieder zum Gebrauch der unter der Constitution der Großen Loge zu Hamburg vereinigten Logen. 1823, 212-213,
unter dem Titel: Geburtstag


Heil dem Manne, der im Kreise
Seiner Theuren traulich lebt!
[1814: Heil dem Bruder, der im Kreise
Seiner Brüder traulich lebt!]
Dem [1804: Den], nach Patriarchenweise
Lieb' und Ehrfurcht still umschwebt! —
Dem Entzücken aus der Freude
Aller guten Menschen quillt;
Der, trotz Mißverstand und Neide,
Jede Pflicht mit Lust erfüllt.

Chor.
Heil dir, Edler! sieh, wir feiern
Segnend, mit gerührtem Blick
Dieses schönen Tages Glück;
[1814: Deines Wiegentages Glück],
Möcht' er oft sich uns erneuern.

2. Heil dem Freunde! der die Rechte
Wahrer Ehre kennt und übt;
Der des Lasters feile Knechte
Nie — auch nicht im Purpur liebt;
Aber an des Freundes Herzen
Willig eignes Grams [1804: eignen Gram] vergißt,
Und bei Freuden wie bei Schmerzen
Immer gleich und bieder ist.

Chor.
Ja, ihn segne, ja, ihn ehre,
Wer ihm gleich zu werden strebt!
Und — ach wenn er nicht mehr lebt,
Wein ihm, Nachwelt! eine Zähre.

3. Heil dem Denker! der die Quelle
Jeder Handlung prüfend späht;
Dessen Geist, bewährt und helle
Seines Wissens nie sich bläht;
Aber wenn er Licht erblicket
Standhaft seinem Plane bleibt;
[1814: Stets getreu der Wahrheit bleibt;]
Wie und wo er kann, beglücket,
Und der Thorheit Nacht vertreibt.

[ab 1801: Chor.
Heil dir, Edler! sieh, wir feiern
Segnend, mit gerührtem Blick,
Dieses schönen Tages Glück;
Möcht' er oft sich uns erneuern!]


No. 98.
Bei Gelegenheit eines neuvermählten Bruders

Es lebe der Bruder im Kreise
siehe: 13 Gedichte von Gottlieb Leon, 1783-1788
Gesundheit auf die Verlobung eines Bruders, 1782


No. 99.

Rubrik:
Tisch-Lieder
vermischten Inhalts

Das Lied stammt von Matthias Simon Eggers.

Auch in:
Vollständiges Gesangbuch für Freimaurer. 1801, 35-36
Lieder für Freymaurer. Hannover 1809, 125-126,
unter dem Titel: Zur weisen Freude
Sammlung Maurerischer Lieder zum Gebrauch der zum Sprengel der Provinzial-Loge von Niedersachsen gehörigen Logen. Hamburg 1823, 209 (ohne die 2. und 4. Strophe),
Auswahl von Liedern für die Freimaurer-Loge Balduin zur Linde in Leipzig, 1824, 134-135


Brüder! laßt doch nicht vergebens
Rings um euch die Freude blühn,
Und im Lenze eures Lebens
Lenz und Frohsinn vor euch fliehn.
Denkt der Dinge Nichtigkeit
Und den raschen Flug der Zeit.

2. Sie, die mit gespannten Flügeln
Nur vor unsern Blicken weilt,
Und mit stets gesenkten Zügeln
Durch der Schöpfung Räumen [1801: Räume] eilt,
Reißt mit Allgewalt auch euch
Mit sich in ihr finstres Reich.

3. Rings, so weit die Schöpfung grenzet
Hat sie Freuden ausgestreut,
Hat sie unsre Bahn umkränzet,
Ladet sie zur Fröhlichkeit,
Und wohin das Auge blickt,
Wirds durch ihre Pracht entzückt.

4. Trink,! noch glänzt der Saft der Traube
Uns in Bechern von Christall,
Lispelt durch die Abendlaube,
Noch des Schilfbachs Silberhall,
Und in Busch und Wald und Flur
Spendet Segen uns Natur.

5. Pflückt auf euren [1804: eurem] Pfad hienieden
Jedes kleine Blümchen ab,
Was die Mutter [180: was die Allmacht] euch beschieden
Was [1801: dem] für euch sie Daseyn gab;
O wer weiß, wie lang es blüht,
Wer von uns, es wieder sieht!

No. 100.

Auch in:
Vollständiges Gesangbuch für Freimaurer. 1801, 159

Jubelt, traute Maurer-Brüder,
Bei der Menschheit Bundesmahl.
Unsre hohen Wonnelieder,
Sind der Schöpfung Wiederhall,
Die in tausend Melodien
Ihre [1801: ihren] großen Meister preißt,
Und des Weisen freier Geist
Strömt in ihre Harmonien.

2. Einst, als auf der jungen Erde
Noch kein Schwur gebrochen war,
Als des Nachbars größre Heerde
Mißgunst nie, noch Neid gebahr.
Als der Tugend stille Hütte,
Vor dem Stärkern sicher stand,
Da gieng Weisheit Hand in Hand
Mit der Unschuld reinen Sitte.

3. Doch, schon mit der Schöpfung Jugend,
Schwand die offne Redlichkeit,
Biedersinn und sanfte Tugend,
Und die Erde ward entweiht,
Unschuld floh in Felsenklüfte,
Vor des Unterdrückers Wuth,
Und vergossnes Menschenblut,
Strömte klagend durch die Lüfte.

4. Aber an der Weisheit Rechte
Drang des Maurers stille Kunst,
Durch des Aberglaubens Nächte
Und der Täuschung Nebeldunst;
Helden legten Lorbeern nieder
An den [1801: dem] blutigen Altar,
Fürsten brachten Kronen dar,
Und verbanden sich als Brüder.

5. Jubelt, Brüder! unserm Bunde,
Denn verschwunden ist die Nacht,
Und der Schöpfung Morgenstunde
Ist dem Maurer neu erwacht,
Der mit Harmonie und Stärke
An der Weisheit Tempel baut,
Und der große Vater schaut,
Segnend seiner Kinder Werke.


Siehe auch