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William Preston: Erläuterung

Aus Freimaurer-Wiki

Inhaltsverzeichnis

Erläuterung der Freymäurerey.


Aus dem Englischen
des Bruder William Preston
übersetzet
von
J. H. C. Meyer,
der Gesetzmäßigen Loge der freven und angenommenen
Maurer, zum goldnen Zircul.

Bearbeitet von Roland Müller

The Man, whose Mind on Virtue bent,
Pursues some greatly good intent,
With undiverted aim;
Serene, beholds the angry croud,
Nor can their Clamours fierce and loud
His stubborn honour tame.
Blacklock

1776 [ohne Angabe von Ort und Drucker]
eod: Wienbibliothek im Rathaus

Zwote vermehrte Auflage [neu gesetzt]
Stendal,
bey D. C. Franzen und J. C. Grosse. 1780.
Universitätsbibliothek der LMU München, 8 Sc.latom. 107

Siehe auch:


Johann Heinrich Christoph Meyer (1741-1783) geründete am 8. Juli 1773 zusammen mit dem Rittmeister Georg Gottlieb Maximilian von Hammerstein von der Kasseler Loge „Friedrich zur Freundschaft“ heraus in Göttingen eine neue Loge, die ein Jahr später regulär wurde und den Namen „Au Compas d’Or“ („Zum goldenen Zirkel“) erhielt.

Die erste Auflage von „Illustrations of Masonry“ erschien 1772 (264 Seiten), eine erweiterte Auflage bereits 1775 (300 Seiten). Meyer übersetzte die erste Auflage, die freilich erst ein Jahr nach der zweiten englischen Auflage erschien. Eine zweite deutsche Auflage 1780 erschien im Haupttext unverändert; einzig am Schluss wurden zwei Reden angehängt.

Der Schotte William Preston (1742-1818) arbeitete sein Buch immer wieder um und ergänzte es, sodass es in der 12. Auflage 1812 nicht weniger als 444 Seiten umfasste.

Widmung


Dem
Durchlauchtigen und Hochwürdigsten
Landes Groß-Meister,
Den
Hochwürdigen
Groß-Aufsehern, Groß-Beambten,
und
sämtlichen würdigen Mitgliedern
der Hochwürdigen deutschen Landes-Loge
zu Berlin,
Meinen
allesamt Hochwürdigen, würdigen und lieben
Brüdern,
widmet
diese Uebersetzung
Dero
Verehrer und getreuester Bruder,
Joh. Heinr. Chr. Meyer.

Vorbericht des Uebersetzers.

Wahre Maurer, werden die Vorsehung zu allen Zeiten mit dem lebhaftesten Dank verehren, allein anjetzo mit desto gerührterem Herzen, da es Ihr gefallen hat, uns nach einem langen yerwaiseten Zustande — von dem Directorio der großen Londoner Loge weit entfernt -- in Zwist und Trennungen verwickelt, nun einen Zeitpunct erleben zu lassen, der für uns reich an fruchtbaren und wichtigen Begebenheiten ist, und deren Folgen das Glück der Maurer, und folglich auch das Glück der Menschen unendlich vermehren werden:
Die Authorisirung der hochwürdigen deutschen Landes-Loge; der uns von unserm königlichen Bruder dem großen Friedrich so gnädig ertheilte Schutz; die Errichtung und Anschliessung so vieler wichtigen Logen Deutschlands; und nun neuerlich, die erfreuliche Begebenheit, da wir zu unsern Haupt einen deutschen Fürsten bekommen haben/ Dessen erhabener Character, und wahrer maurerischer Eifer, jedem rechtschaffenen Bruder Entzücken verursachet; alles dieses, meine Brüder, sind Wohlthaten des erhabensten Baumeisters, die unsre Seele mit gerührtestem Dank erkennen muß.
Und wie geschiehet dieses am meisten?
Wenn wir uns bestreben, unsere Pflichten in ihren ganzen Umfange auszuüben; wenn wir der Welt ein redendes Beyspiel unserer Aufrichtigkeit, Rechtschaffenheit und Bruderliebe vor Augen legen, und ihr zeigen, daß wahre Maurer das Bild der Gottheit hier auf Erden sind, daß sie durch keine andre Nebenabsichten, sondern blos durch die Schöne der Tugend angetrieben, das sind, wozu sie der Almächtige bestimmte -- wahre Menschen.

Das Buch, welches ich Ihnen hier in einer Uebersetzung liefere, hat so viel reitzende und vortrefliche Stellen, daß ich gleich damahls, wie ich es in London in der Loge zu sehe» bekam, den Entschluß faßte, es Ihnen auch in unserer Sprache mitzutheilen.
Viel andre Geschäfte haben die Ausführung dieses Entschlusses einige Zeit aufgehalten, jedoch, hoffe ich, ist es noch immer wichtig genug, auch noch anjetzo rechtschafne Maurer einige Zeit zu beschäftigen. Es enthält schätzbare Stücke, Stücke, die ihrem rechtschafnen Verfasser Ehre machen.

Von der Uebersetzung will ich nichts sagen, ich habe dabey nach meinem besten Vermögen und Einsichten gehandelt, und hoffe, daß sie sich wird lesen lassen. Was aber das alte Manuskript anbetrift, so hoffe ich, daß man mich etwas entschuldigen wird; ich gestehe es gern, daß mir dies etwas schwer geworden ist, jedoch hoffe ich den Sinn des Originals getroffen zu haben. Daß die Lieder in englischer Sprache mit beybehalten sind, bedarf wohl keiner Entschuldigung; wie sehr würden sie verliehren, wenn ich meinem ersten Entwurf gefolget, und sie gleichfalls in deutsche verwandelt hätte. Die Schwierigkeit fing ich erst vollkommen einzusehen an, da ich mich an eines gewaget hatte, allein meine Zeit und Arbeit dabey schlecht belohnt fand: ich gab derohalben diesen Entwurf auf, um meinen Brüdern nicht länger durch diese Zögerung ein Werk vorzuenthalten, welches mir unendlich viel Vergnügen gemacht hat.

Ein Stück des Anhangs, welches den Beschluß des Werks ausmachet, habe ich unübersetzt gelassen, weil ich nicht einsehe, wie dasselbe deutschen Maurern auf irgend eine Weise nutzbar seyn könnte, ob es gleich in England des Verfassers Absicht entspricht. Es betrift nehmlich die Klage, daß während andre auswärtige Logen so sehr darauf bedacht sind, ihren Versamlungs-Oertern auch das Aeusserliche zu geben, die englischen ganz simpel, ohne allen Zierrath sind, ja selbst großentheils in Wirthshäusern gehalten werden. Den Wunsch, dieses von denen Ausländern anzunehmen, und auch etwas mehr, auf die Verzierung der Loge zu verwenden, hängt der Verfasser an; macht auch ausserdem eine Samlung bekannt, welche bereits ihren Anfang genommen, und den Zweck hat, ein eignes Gebäude zum Gebrauch der großen Loge zu errichten, wozu denn auch bereits ein beträchtlicher Vorrath vorhanden seyn soll.

Vorrede des Bruders Preston.


Wer die Natur und die Absicht der Freymäurerey mit Aufmerksamkeit betrachtet, wird willig die allgemeine Nutzbarkeit derselben eingestehen. Wenige, der Mitglieder dieser: Societät, haben, nachdem sie die Lehren derselben untersucht, ihre günstige Meinung wiederrufen. Wenn nicht ihre eigene Vortreflichkeit unmittelbare Ueberzeugung mit sich führete, so würde sie nie so tapfer unterstützet, so edel vertheidiget, und eine so lange Reihe von Jahren hindurch, so höchlich aufgemuntert worden seyn.
Männer von den auszeichnendsten Talenten, und vom höchsten Range, haben in allen Ländern sich nie geschämt jenen Unterschied, zu welchen ihr Character im gemeinen Leben sie berechtigte, an die Seite zu setzen, damit sie die Vergnügungen der Maurer geniessen, und an ihren Vorrechten Antheil haben möchten.

Durch eine vollkommne Empfindung ihrer Nutzbarkeit, und durch eine sorgfältige Bemühung ihren Werth darzuthun, bin ich dazu gebracht worden, folgende Blätter dem Publico zur Beurtheilung vorzulegen.
Viele Ursachen hätten mich davon zurückhalten sollen: meine Ungeschicklichkeit als Schriftsteller, die Aufmerksamkeit, die ich meinem anderweitigen Geschäfte schuldig bin, und die viel geschicktere« Hände, welche schon vor mir diesen Punct behandelt haben; dennoch habe ich mich durch die Ueberredung meiner Freunde, und durch den Eifer der mich für die gute Sache belebt, in den Stand gesetzet gefunden, jede Schwierigkeit zu überwinden, und meinen Ruf, dem Schicksal meines Werks anzuvertrauen.

Meine erste Absicht war bloß, die Rede, welche ich bey der Feier des Festes hielt, bekannt zu machen, und zwar dieses auf besonderes Ersuchen meiner Freunde; jedoch, nachdem ich es weiter überlegte, wurde ich bewogen, auch die übrigen Handlungen der Loge bekannt zu machen. Da dieses Fest jährlich aufs neue gefeiert werden soll, so hielt ich es für nöthig, verschiedener Umstände, welche ich sonst würde überschlagen haben, mit zu erwähnen, damit es als eine Art von Formel zu künftigen ähnlichen Werken dienen möge. Ich habe, um die Art des Entwurfs den ich angenommen habe zu erläutern, verschiedene Anmerkungen und Wahrnehmungen hinzugefüget, und diese, wie ich hoffen darf, werden nicht den unnützesten Theil des Werks ausmachen.
Da ich solchergestalt meinen Plan über die gewöhnliche Gränze fliegender Blätter ausgedehnet hatte, so entschloß ich mich noch einige der besten über diesen Gegenstand geschriebenen Stücke, die ich nur aufzutreiben vermochte, hinzuzufügen, und um desto eher den mir vorgesetzten Zweck zu erreichen, noch einige Beilagen anzuhängen. In wie fern ich mein Vorhaben ausgeführet habe, über lasse ich der Brüderschaft zu entscheiden. Hinreichend mag die Bemerkung seyn, daß, da meine Absicht gut ist, ich von Ihrer Güte und Billigkeit hoffen darf, daß sie die Fehler, welche sie allenfals bemerke, geneigtst übersehen werde.

Der Gegenstand meiner Abhandlung wolle mir die Freiheit des Ausdrucks und der Deutlichkeit nicht erlauben, die man bey einem andern Thema erwarten kann, welches nicht so wie dieses Einschränkungen fordert. Der Anhang welchen ich hinzugefüget, wird, wie ich mich schmeicheln darf, er Aufmerksamkeit der Brüder nicht unwerth seyn: um so mehr, da er noch nie bekannt gemachte Stücke enthält, und aus denen besten und sichersten Nachrichten zusammen getragen ist, aus solchen, welche das beste Zeugniß, und das beste Ansehen haben. Zwar habe ich die verschiedenen Quellen, woraus ich meine Nachrichten geschöpfet habe, nicht angezeiget, allein die Sachen, welche ich abgehandelt habe, sind den mehrsten Brüdern zu bekannt, solchen nehmlich, welche sich denen alten Gebräuchen, und dem Herkommen gemäß bezeigen. Doch kann ich nicht umhin meinem würdigen Freund und Bruder, dem Hauptmann Smith, Inspector der königlichen Militair-Academie zu Woolwich, meinen Dank abzustatten; er ist es, von dem ich viele schätzbare Bemerkungen erhalten habe.

Ich habe es also gewaget, die Gebräuche der Maurer, und ihre Vorrechte zu beweisen. Entspricht der Erfolg meiner Hofnung, giebt es der Welt einen günstigen Begrif von dem Institut, so werde ich mich in der Erfüllung meiner Wünsche glücklich schätzen.
Sollte meine Hofnung aber vereitelt werden, so wird mich jedennoch der Gedanke, meine beste Bemühungen in einer guten Sache angewandt zu haben, hinreichend trösten.

Die große Gala,

zur Ehre
der Maurerey gefeiret,
in der regulmäßigen Loge
zur Kron- und Anker,
in dem Strande, in London.
Gegenwärtig waren sämtliche Groß-Officianten,
nebst vielen andern vornehmen, und verehrungswürdigen Brüdern.
Donnerstags, den 21sten May 1772

Einleitung.


Als ich zum ersten Male die Ehre hatte zum vorsitzenden Meister einer Loge erwählet zu werden, so hielt ich es für meine Pflicht, mir von den Haupt-Regeln der Societät genauere Käntniß zu verschaffen, um dadurch im Stande zu seyn, den unter meiner Aufsicht und Leitung arbeitenden Brüdern ihre Nutzbarkeit sowohl als ihre Wichtigkeit darzuthun; vorzüglich aber um dadurch bey ihnen einen pflichtmäßigen Gehorsam zu bewürken.
Die verschiedenen Methoden, welche ich in. dieser Absicht ergrif, veranlaßeten bey einigen Brüdern ein gänzliches Mißfallen, sie hatten wenig Käntniße, und sahen es als Neuerungen an, bey andern aber von ausgebreiteten Fähigkeiten, erregten sie Eifersucht, welche jedoch billig hätte durch die Grundsätze der Maurerey sollen gezähmet werden.

Ohngeachtet aller Schwierigkeiten, die ich fand, blieb ich jedennoch bey meiner Absicht die Würde der Societät zu erhalten, und mich des in mir gesetzten Zutrauens, mit aller Treue würdig zu machen. Die Redlichkeit und Aufrichtigkeit, begleitet von einem wahren Eifer, von Eigennutz sowohl wie von Gunst gleich weit entfernt, allezeit eine eine gute Sache unterstützen, so wurden auch viele meiner Gegner, bald durch Beweise ihren Irrthum inne, billigten nicht allein meine Maaßregeln, sondern halfen auch mit freudigen Herzen sie zur Ausführung bringen; da indessen andere insgeheim billigten, was ihr ehemaliger Wiederspruch sie öffentlich zu erkennen und anzunehmen abhielt.

Dieser unerwartete Erfolg übertraf meine heissesten Wünsche, und bewog mich mit verdoppelter Sorgfalt den Inhalt unserer verschiedenen Lehren zu erforschen.
Der rohe und unvollkommene Zustand, in welchen ich verschiedene derselben fand, die Schwierigkeiten, welche mir bey der Aufsuchung anderer aufstießen, und die Verschiedenheit des Verfahrens in verschiedenen Logen schlug meinen Muth beym ersten Versuch beynahe nieder; jedoch beharrete ich bey meinem Entwurf, setzte meine Nachforschungen fort, und mit Beyhülfe einiger Freunde der guten Sache, welche sorgfältig bewahret halten, was die Ausartung eines verdorbenen Zeitalters als absurd und unverständlich verworfen hatte, suchte ich fleißig nach, um die alten ehrwürdigen Gränzen und Grundreguln der Maurerey bestimmen zu können.
Bey meinen fernerweitigen Bemühungen die weisen Vorschriften und nützlichen Anordnungen der Maurer, welche nur Unaufmerksamkeit hatte können in Vergessenheit bringen, aufs neue zu beleben, suchte ich mir die Beyhülfe meiner Freunde, und von ihnen geholfen, durch ihre edle Unterstützung erreichte ich großentheils die Absicht welche ich anfänglich gehabt hatte.
Durch unermüdetes Nachforschen geleitet, durch sorgfältige Ueberlesung unserer alten Ordnungen, die wir zum Grunde unsers Werks annahmen, war unser erster Schritt, die Natur dieses Instituts genauer zu erforschen; dem Gedächtniß die Vortreflichkeit und Nutzbarkeit einer genauen Ausübung aller Pflichten einzuprägen, brachten wir den wesentlichsten Theil derselben in Ausübung, und setzten unser Forschen nach Mehrerer Käntniß fort.
Um nun auch andere zu reitzen sich mit uns in unsern großen Unternehmen zu vereinigen, so beobachteten wir in unsern Vorlesungen eine allgemeine Ordnung, lasen selbige stückweise in unsern gewöhnlichen Versamlungen, und sagten unsere Meynung, wenn es darauf ankam Stellen die dunkel zu seyn schienen ins Licht zu setzen. Diese Gewohnheit haben wir noch immer beybehalten, überzeugt, daß die Wiederholung unserer Gesetzedhem der sie kennt, nie unangenehm seyn kann, und denen, die sie nicht kennen, (wenn es ja solche giebt) ist es sehr heilsam sie oft einzuschärfen.

Dies war die Methode die wir bey Annehmung unsers Plans befolgeten, welcher, da er günstig ausgenommen wurde, von uns nach und nach verbessert, und vorzüglich die verschiedenen Abschnitte der ersten Lection der Maurerey, in eine ordentliche Form gebracht wurde. Der gute Fortgang den unsre Sache täglich gewann, zeigte uns nun auch die Nothwendigkeit, die Sanktion unserer Vorgesetzten darüber einzuholen. Verschiedene Brüder, Männer von Käntnissen, Ehre und Redlichkeit vereinigten sich mit uns, indem wir uns an die große Loge wandten, ihren Beyfall und Erlaubniß dazu einzuhohlen, und folgendes Schema wurde vorgeschlagen als das diensamste Mittel, die Maurerey wieder in ihren ersten Glanz herzustellen, und sie der Aufmerksamkeit, der mit Beurtheilungskraft und Scharfsinn begabter Männer würdig zu machen.
Dieses hatte einen glücklichen Erfolg, und die Achtsamkeit welche die Officianten in ihren verschiedenen Geschäften bewiesen, entsprach so sehr der Erwartung der ersten Beförderer, daß sie uns nicht allein die Sanktion zuwege brachte, sondern uns auch die Unterstützung und den Beyfall unserer Obern in so weit erwarb, daß wir die Erlaubniß erhielten, jährlich ein ähnliches Fest zu feyren.

Groß-Gala,
zur
Ehre der Maurerey.

Die Loge wurde auf Befehl des Groß-Meisters,
vom Stuhl, in gehöriger Form eröfnet von
William Preston, versitzenden Mstr.
A. Gliddon, als 1sten Aufseher.
T. Pugh, als 2ten Aufseher.

Von dem Verhalten der Maurer bey der Arbeit,

vorgelesen von Br. Gliddon.


Für eine Übersetzung durch Karl Christian Friedrich Krause, 1821, siehe:
William Preston: Weise Vorschriften und nützliche Anordnungen der Maurer, 1772 http://www.muellerscience.com/ESOTERIK/Freimaurerei_Geschichte/Preston_Charges.htm

Die Maurer arbeiten getreulich in den Wochen-Tagen, leben an Feyertägen anständig, und beobachten genau die Zeiten, welche ihnen theils durch die Gesetze des Landes, theils durch den Gebrauch vorgeschrieben sind. Der allererfahrenste Maurer wird zum Meister der Arbeit erwählt, und wird von allen pflichtmäßig geehret. Dieser Meister, wenn er sich stark genung dazu fühlet, übernimt alsdann die Regierung der Loge, theilt seine Belohnungen verdienter massen aus, und giebt keinem Bruder mehr Beyfall, als er wahrhaftig verdienet. Ein zum Aufseher erwählter Maurer, ist beides dem Meister, wie auch den Brüdern getreu, übersieht sorgfältig das Werk, und seine Brüder gehorchen ihm.

Der Meister, die Aufseher und insgesamt die Brüder empfangen ihre verhältnißmäßig verdiente Belohnung, endigen getreulich das Werk, welches sie angefangen haben, es sey vom ersten oder zweiten Grade, allein sie vollenden nie beym zweiten Grade was beym ersten angefangen worden, und daselbst hergebrachter Maaße, vollendet werden soll, Man muß unter den Maurern weder Neid noch Tadel entdecken; keinem Bruder wird ein anderer vorgezogen, oder an dessen Stelle an die Arbeit gebracht, wenn er fähig ist, selbige selbst zu endigen, denn keiner kann das Werk zum Vortheil des Meisters so gut endigen, als der, welcher vollkommen die erste Anlage kennet.

Alle zur Maurerey gebrauchte Brüder, empfangen ihren Lohn richtig. Maurer bedienen sich nie ungeziemender Ausdrücke, oder unhöflicher Nahmen: Bruder, oder Camerade, sind die Ausdrücke, die Benennung, deren sich einer gegen den Ändern bedienet, Sie betragen sich höflich, sowohl innerhalb, als ausserhalb der Loge, gegen einander, entziehen sich auch dem Werke nie, bis es geendiget ist.

Gesetze, wegen Regierung der Loge,

vorgelesen von Br. Gliddon.

Für eine Übersetzung durch Karl Christian Friedrich Krause, 1821, siehe:
William Preston: Weise Vorschriften und nützliche Anordnungen der Maurer, 1772 http://www.muellerscience.com/ESOTERIK/Freimaurerei_Geschichte/Preston_Charges.htm

Ihr sollt einander höflich grüßen, der unter Maurern herschenden Sitte gemäß. Ihr sollt einer den andern wechselsweise freymüthig unterrichten, in so fern es für nöthig gehalten wird, und dabey Aufmerksamkeit bezeigen, jedoch so wenig einer dem andern vorgreifen, in die Rede fallen, oder auch die Achtung an die Seite setzen, die ihr einem jeden Manne vom Stande der kein Maurer ist schuldig seyd. Denn, ob wir uns gleich wie Brüder ordnen, so entzieht doch die Maurerey niemanden die Ehre, welche seinem Range oder Charakter zukömmt, sondern noch mehr, sie vermehret diese Ehre, vorzüglich, wenn er sich um die Brüderschaft verdient gemacht hat, denn diese erzeigen allemahl Ehre dem Ehre gebührt, und vermeiden böse Sitten. Besondere Zusammenkünfte sollen so wenig geduldet, als geheime Gespräche aufgemuntert oder nachgesehen werden.
Der Meister sowohl als die Aufseher dürfen nie unterbrochen werden, auch darf kein Bruder ohne Erlaubniß den Meister anreden, sondern die Brüder beobachten ein genaues decorum, und bedienen sich unter keinerley Vorrwand einer ungeziemenden Sprache, leisten auch den vorsitzenden Officianten die schuldige Folgsamkeit und Achtung,
Diese Gesetze sollen genau beobachtet werden, damit die Harmonie erhalten, und die Geschäfte der Loge mit Ordnung und regulmäßig verrichtet werden mögen.

(Gesundheit) [engl. Toast]
Der König und die Maurer.

Vorlesung des Bruders W. Preston.

In einer so ehrwürdigen Gesellschaft, und vor solchen gründlichen Richtern des wahren Verdiensts, möchte es fast für Stolz angesehen werden, wenn ein Einzelner auftritt, seine Gedanken vorzubringen; um so mehr wenn er überzeuget ist, daß weder seine Sprachkäntniß, noch rednerische Fähigkeit, der Würde seines Themas angemessen ist. Ohngeachtet dessen, vergesse ich die Furcht vor Tadel, durch dem Eifer für die gute Sache, und durch ihre gütige brüderliche Nachsicht angefeuert, werde ich mit der Freyheit, welche die Charakteristik der Brüder ist, fortfahren, die Vortreflichkeit des edeln Instituts, zu dessen Feier wir anjetzo hier versamlet sind, zu zeigen.
Es ist anjetzo nicht meine Absicht mich in eine ausgearbeitete genaue Untersuchung, die Maurerey betreffend, einzulassen. Diese Arbeit übertrist bey weiten meine Kräfte.
Ich will es nur bloß wagen, Ihrer ernsthaften Erwägung ein paar Bemerkungen über die äuserste Wichtigkeit unsers ehrwürdigen Instituts vorzulegen.

Die Maurerey ist mein Thema -- -- wärend vieler Jahrhunderte und in vielen Ländern hat sie geblühet. Keine Kunst, keine Wissenschaft ist älter. In den finstern Zeiten des Alterthums, als die Litteratur darnieder lag, und die rauhen Sitten unserer Vorfahren die Käntnisse, welche wir anjetzo so reichlich geniessen, von sich entfernt hielten, fing die Freymäurerey almälig an, ihren Einfluß.zu verbreiten.
Nach der Maßgabe wie unsere Geheimnisse sich entschleierten, erhoben Künste und Wissenschaften ihr Haupt, die Sittlichkeit nahm Platz, und der Fortgang der Weisheit und Philosophie vertrieb die Dunkelheit der Unwissenheit und der Barbarey. Regierungsanstalten wurden gemacht, den Gesetzen Nachdruck gegeben, und unsere Versamlungen erhielten den Schutz der Großen und Edeln, wärend dessen die Lehren unsrer Kunst ihren allgemeinen und unbegränzten Nutzen zeigten.

Die Maurerey ist eine moralische Kunst, die dahin abzwecket, die Menschen durch die Bande der wahresten und uneigennützigsten Freundschaft zu binden, Wohlwollen zu verbreiten, und die Tugend zu befördern. Sie ist zwiefach, operativisch und speculativisch. Durch erstere spielen wie auf nützliche Reguln der Baukunst an, auf solche, von denen ein Gebäude Gestalt, Stärke und Schönheit erhält, und aus welchen wahres Ebenmaaß durch ein genaues Verhältniß aller Theile entspringt; durch letztere lernen wir unsere Leidenschaften bändigen, nach Winkelmaaß zu handeln, ein gutes Gerücht erlangen, Geheimnisse bewahren und Wohlthätigkeit ausüben.
Die speculativische Maurerey, ist so sehr mit Religion durchwebet, daß sie uns die größeste Verbindlichkeit aufleget, der Gottheit die vernünftige Ehrfurcht zu bezeugen, welche beydes die Pflicht der Menschen ist, und auch ihre Glückseligkeit bestimmt.
Sie leitet den Forschenden mit Ehrerbietung und Bewunderung die vortreflichen Werke der Schöpfung zu betrachten, und flösset ihm die erhabensten Begriffe von den Vollkommenheiten des großen Schöpfers ein.
Die operativische Maurerey versorgt uns mit Wohnungen, und. hinreichenden Schutz vor der Abwechselung der Jahreszeiten, und der Rauhigkeit der Witterung, und bildet die menschliche Weißheit ab, indem sie die Materialien schicklich ordnet, und zeigt, welch ein Schatz von Wissenschaften und Scharfsinn denen vernünftigen Geschöpfen zu dem heilsamsten, und wohlthätigsten Zweck eingepflanzt worden ist.

Die Länge der Zeit, die rauhe Hand der Unwissenheit, und die Verwüstungen der Kriege haben viele schätzbare Monumente des Alterthums zerstöhret und verderbet. Selbst der Tempel des Königs Salamo [!], der so groß, so prächtig und so berühmt, auch durch so viele berühmte Künstler erbauet war, wurde zerstöhret, und entging nicht der nichts schonenden Verheerung der barbarischen Gewalt. Dem ohngeachtet ist die Freymaurerey im Stande gewesen übrig zu bleiben. Das aufmerksame Ohr, erhält den Unterricht von der unterrichtenden Zunge, und die heilige Geheimnisse bleiben im getreuen Busen sicher aufbewahret.
Die Werkzeuge und Geräthschaften der Baukunst, diese so viel sagende Sinnbilder, prägen dem Gedächtnisse, weise und ehrwürdige Wahrheiten ein, und erhalten ungeschwächt durch die Folge vieler Zeitalter die ausserordentlich vortrefliche Lehren dieses Instituts. Aber fortzufahren -- --
Die Menschen besitzen weder Weißheit vorherzusehen, noch Macht genung, Zufällen, welche der menschlichen Natur gewöhnlich sind, auszuweichen, sondern sie sind in beständiger Abwechselung zwischen Furcht und Hofnung, Krankheit und Gesundheit, Ueberfluß und Mangel.

Eine Kette der Abhängigkeit bindet wechselsweise die ganze Schöpfung. Daher die allgemeine Nutzbarkeit der Maurerey; sie vereinigt Menschen von den entgegengesetztesten Religionen, aus den entferntesten Ländern, und von den allerwidersprechendsten Meynungen, in ein unauflösbares Band der unverstelltesten Zuneigung; sie verbindet dieselben durch die stärksten Bande zur Verschwiegenheit, Moralität und Tugend. Solchergestalt findet ein Maurer in einer jeden Nation einen Freund und in jedem Clima ist er zu Hause.

Kein Unterschied des Betragens wird in denen verschiedenen Versamlungen der Maurer bemerkt; sie ordnen sich als Kinder eines Vaters, als Brüder, durch eben dasselbe Band verbunden. Die Einigkeit wird durch die genaueste Verbindung noch mehr verküttet; Heucheley und Betrug sind unbekannt, und das Vergnügen das aus einer freudigen Beobachtung gütiger Dienstleistungen entspringt, wird wechselsweise empfunden. So ist die Art unseres Instituts; Tugend, dieser unser große Gesichtspunkt, glänzet wie die Mittags-Sonne, strahlet Glanz, in die Seele, ermuntert das Herz und umschaffet einen kaltblütigen Beifall in eine warme Sympathie und zärtliche Zuneigung.

Unsere Regierungsform, mit verschiedenen Einschränkungen und Einschärfung der Verschwiegenheit in Classen oder Grade vertheilt, mag hinreichen, die Wichtigkeit der Maurerey darzuthun, und uns einen wahren Begriff von ihrer Natur und Absicht zu geben. Es werden gemeiniglich drei Classen unter eben so vielen Benennungen angenommen. Die Gerechtsame jeder derselben sind bestimmt, und diensame Maaßreguln sind angewandt worden, diese Gerechtsame den Guten, und denen die sie verdienen, zu erhalten und zu versichern.

Ehrlichkeit und Redlichkeit sind die einzigen Empfehlungs-Zeichen zum ersten Grade, in welchem die Ausübung der Tugend eingepräget, und die moralischen Pflichten eingeschärfet werden müssen, während dessen die Seele zum geselligen Umgange, und zu einen allmähligen Wachsthum in der Tugend, in den Anfangsgründen der Wissenschaften und Philosophie vorbereitet wird.

Fleiß und Unverdrossenheit sind die nothwendigsten Eigenschaften zur zwoten Classe, in welcher eine genaue Erläuterung der Wissenschaften beides theoretisch und praktisch gegeben werden muß.

Der menschliche Verstand, wird durch eine pflichtmäßige Uebung unserer rationalen und intellectualen Kräfte, verstärkt und bearbeitet; subtile und schwere Theorien werden erleichtert, neue Entdeckungen vorgezeiget, und die bereits bekannte verschönert dargestellt. Die dritte Classe bestehet aus auserlesenen Wenigen, welche Aufrichtigkeit und Treue ausgezeichnet haben, welche durch Jahre und Erfahrung gebessert, und deren Fleiß und Verdienst sie zu Vorzügen berechtiget haben. Durch diese wird die alte Gränze erhalten, und von ihnen lernen wir jene nötige, und unterrichtende Lehren ausüben, welche die heilige Kunst ehrwürdig, und ihre Vorgesetzte tüchtig macht, dem unerleuchteten Theil der Menschen die Vortreflichkeit und Nutzbarkeit derselben zu zeigen.

Dieses ist die festgesetzte Art unserer Verfassung, wenn wir nehmlich unsern Reguln gemäß handeln wollen.
Aus diesem Grunde herrschet die aufrichtigste Freundschaft zwischen Leuten von verschiedenen Ständen und Classen; daher wird die Gastfreyheit befördert, der Fleiß belohnet, der Scharfsinn angefeuert, und alle unnötige Unterscheidungen verlieren sich in dem allgemeinen Besten.
Wenn aber nun die Vorschriften der Maurer so schätzbar sind, daß sie ihre Befolger zu Ehrfurcht und Achtung berechtiget, daß durch sie die Tugend befördert, und Verdienste belohnt werden, warum sind denn ihre gute Würkungen nicht sichtbarer? Warum werden sie zum allgemeinen Vortheil der Menschen nicht bekannter gemacht?
Wenn unsere Vorrechte zu gemein gemacht, und jedem ohne Unterschied mitgetheilet würden, so würde der Zweck dieses Instituts nicht allein nicht erreichet werden, sondern es würde gleich andern wichtigen Sachen seinen Werth verlieren, und vernachlässiget werden. Es ist eine Schwachheit der menschlichen Seele, daß sie gemeiniglich mehr von der Neuheit, als von den wahren und innerlichen Werth der Dinge gereitzet wird. Dies ist nicht allein der Maurerey eigen, selbst die Würkungen der Natur, obgleich prächtig, reitzend und nutzbar, werden übersehen, weil sie gewöhnlich und gemein sind. Die Sonne gehet auf und unter, die See ebbet ab, und schwillt wieder an, Ströhme fliesten zwischen ihren Ufern hin, Bäume und Pflanzen wachsen, Menschen und Thiere leben und bewegen sich, und alles dieses, obgleich beständig unserm Auge sichtbar, bleibt doch unbemerkt, und erreget nicht die geringste Rührung, weder zur Verwunderung der großen Grund-Ursache, noch zur Dankbarkeit für die uns dadurch erwiesene Wohlthaten.
Selbst die Tugend ist von dieser unglücklichen Neigung in der Anlage der Menschen nicht ausgenommen. Neuigkeiten haben einen Einfluß auf alle unsere Handlungen, auf alle unsere Entschlüsse, Ein jedes Ding das neu, oder schwer zu erlangen ist, wenn es auch gleich an sich geringe und nichtsbedeutend ist, bemächtiget sich unserer Einbildungskraft, und versichert uns eine kurzdaurende Bewundrung, während dessen alles was leicht und gewöhnlich, wenn gleich edel, und wegen seiner Nutzbarkeit vortreflich ist, dennoch durch den Unbesonnenen und Gedankenlosen vernachläßiget wird.

Es ist eine zu bekannte Wahrheit, als daß man sie verheelen sollte, daß die Vorrechte der Maurer zu gemein gemacht sind; eben hierin können wir die Ursach finden, warum ihre gute Wirkung nicht sichtbarer ist. Verschiedene Personen lassen ihre Namen in unser Register einzeichnen, und zwar grossentheils nur ihre Freunde zu verbinden; sie denken nicht über die Folgen eines solchen Schrittes nach, dringen auch nicht in die Natur ihrer besondern Verbindlichkeiten ein. Nicht wenige werden durch das Interesse dazu verleitet, und viele aus keinem andern Bewegungsgrunde dazu gebracht, als weil sie gute Gesellschafter sind. Das Resultat eines solchen Beweggrundes pflegt alsdenn gemeiniglich Verachtung, oder eine nachlässige Gleichgültigkeit zu seyn. Allein hier ist das Uebel noch nicht gehoben: Solche Personen, die unsere edle Absichten und Grundsätze nicht kennen, werden (wenn sonst auch nicht gleich ohne alle Moral) verleitet, andere von eben dem Schlage, und zu gleichem Zweck herbeyzuführen. Was ist die Folge davon? Erstlich, der heiligste Theil der Maurerey wird verspottet und lächerlich gemacht, und zweitens, es verdrängen die schlechten Gewohnheiten eines schwelgerischen Zeitalters Grundsätze, welche Personen von den erhabensten Charakter eine Zierde waren.

Wenn unsere Geheimnisse, oder unsere besondere Gebräuche einzig und allein das Wesen der Kunst ausmachten, so möchte es mit einigem Grade von Wahrscheinlichkeit behauptet werden, daß unsere Zeitvertreibe Spielwerk, und unsere Gebräuche absurd wären, allein ein geschickter, wohlunterrichteter Maurer weiß, daß dies falsch ist. Er beleuchtet es näher, er bemerket die Umstände, welche zu derselben Gelegenheit gegeben, er betrachtet die vortreflichen Lehren, welche sie einprägen; dabey bleibt er stehen, und wenn er sie alsdenn voller nützlicher Kenntnisse findet, so nimt er sie als den Schlüssel zu unsern Vorzügen an, und schätzt sie heilig.
Solchergestalt überzeugt er sich von der Eigenschaft unserer Feierlichkeiten, und erkennet ihren Werth aus ihrer Nutzbarkeit.

Viele sind durch die leere Voraussetzung irre geführet, als ob die Maurerey nur bloß dem Namen nach Geheimnisse enthielte, als ob die Gebräuche, welche unter uns festgesetzt sind, schlecht und nichsbedeutend, und unsere Ceremonien von einen so elenden Werth wären, daß man sie nach Gefallen annehmen, oder übergehen könnte.
Da sie die gewöhnlichen Formalitäten beobachtet haben, so haben sie theils Aemter bekleidet, auch wohl gar Logen regieret, ob sie gleich so wenig die Pflichten, die dieses auf sie gesetzte Vertrauen ihnen auflegte, als auch den Zweck der Societät, die sie doch zu regieren unternahmen, kannten.
Die Folge davon ist begreiflich, Anarchie und Verwirrung erfolgt, und das wesentliche verlieret sich im Schatten. Solchergestalt blicken Männer, sonst wegen ihrer Geschicklichkeit, Stand und Glücksgüter schätzbar, mit Gleichgültigkeit auf die auszeichnendsten Ehren der Maurerey, und übernehmen entweder mit Widerwillen Aemter, oder verwerfen sie mit Verachtung. Dieses sind die Nachtheile, unter welchen die Maurerey lange geseufzet hat. Ein jeder Freund der Societät muß eine Abänderung dieser Misbräuche ernstlich wünschen. Jedoch, man muß es bekennen, daß seit einigen Jahren, (zur Ehre unserer jetzigen Beschützer sey es gesagt) unsere Zusammenkünfte durch ihre Veranstaltung besser eingerichtet worden sind. Die gute Würkung der beobachteten Ordnung, der guten Sitten, der beförderten Harmonie, und der Einschärfung eines pflichtgemäßen Gehorsams gegen alle maurerische Anordnungen, sind zu handgreiflich, als daß sie einer lang gedehnten Erörterung bedürften; und von diesem ist der blühende Zustand verschiedener Logen, welche einen regulairen Regierungsplan angenommen haben, der überzeugendste Beweis.

Ich bin vollkommen überzeugt, daß wenn die Brüder, welche die Ehre haben die Logen zu regieren, vollkommen von den Pflichten ihrer respectiven Aemter unterrichtet wären, eine allgemeine Reformation entstehen würde. Vielleicht ist dies der Wink zu guten Folgen, denn würde nicht ein so lobenswürdiger Schritt die Welt von der eigenen Bedeutung unserer verschiedenen Anordnungen überzeugen, und ihnen das Bekäntniß abzwingen, das wenigstens zuweilen, unsere Ehrensbezeugungen nach Verdienst ausgetheilet werden?
Solchergestalt wird der alte Glanz unsers ehrwürdigen Ordens glücklich wieder hergestellt werden, und unser Regierungs-System allgemeinen Beyfall erlangen. Die Tugend wird alsdann nach Verdiensten aufgemuntert, und das Verdienst nach Würden belohnt.

Erlauben Sie mir, meine Rede mit noch wenigen Anmerkungen über die Wohlthätigkeit zu beschliessen, sie, die auszeichnendste Characteristik unsers Ordens.
Die Wohlthätigkeit, ist die vornehmste aller geselligen Tugenden, sie fasset in sich nicht allein einen sehr hohen Grad von. Liebe zu dem großen Schöpfer und Regierer der Welt, sondern eine unumschränkte Zuneigung gegen Wesen von allerley Gattung und Benennung. Diese letzte Pflicht ist auch selbst schon durch.das Beyspiel der Gottheit uns eingepräget; sie, die so freygebig Ihre Wohlthaten unzählbaren Welten mittheilet. Die Gränze der größesten Nation, oder des ausgedehntesten Reichs, kann dem Edelmuth einer gütigen Seele keine Gränze seyn. Menschen, in welchem Zustande sie sich auch befinden, sind doch grossentheils einander gleich; sie sind Gefahren und Unglücksfällen gleicher Art ausgesetzet, folglich ist das ganze menschliche Geschlecht ein schicklicher Gegenstand für die Ausübung dieser edeln Tugend. Wesen, welche einer Natur theilhaftig sind, müssen nach einerley Bewegungsgründen handeln, und nur ein Interesse haben. Dahero entspricht die Lindrung des Unglücks anderer, die Theilnehmung an ihren Unglücksfällen, die Herstellung des Friedens und der Ruhe bey aufgebrachten Gemüthern, dem allgemeinen und großen Zweck unsers Instituts.
Diese menschliche, diese edle Neigung erwärmet die Brust mit den männlichsten Gefühl, und belebet jene Empfindungen des Mitleidens, welche die Ehre der Menschheit sind, und welche nicht allein allem andern Vergnügen, dessen die Seele fähig ist, gleich kommen, sondern sie sogar übertreffen. Alle menschliche Neigungen zwecken, wenn sie durch Vernunft geleitet werden, dahin ab, irgend eine nutzbare Absicht zu erreichen; allein das Mitleiden, wenn es gegen Gegenstände, die es verdienen, ausgeübet wird, ist die allerwohlthätigste aller andern Neigungen; es dehnet sich auf mehrere aus, und erreget den daurendsten Grad der Glückseligkeit.

Es scheinet vielleicht unnöthig, die Ausübung dieser Tugend einer Gesellschaft anzupreisen, welche bereits wegen ihrer uneigennützigen Freygebigkeit so allgemein berühmt ist. Wenn wir aber die Mannigfaltigkeit der Personen, welche sich bey unsern verschiedenen Zusammenkünften darstellen, erwegen, deren scheinenden Kummer nicht allein zu beklagen, sondern auch zu lindern, so wohl die Bande der Natur, als auch die Maurerey uns geneigt macht, so wird es nicht übel angebracht seyn, noch etwas darüber zu sagen. Damit nicht eine natürliche Neigung zur Zärtlichkeit, und die Schwachheit unsers Herzens uns abhält, in die Ursach ihres Unglücks zu dringen, oder gar einen Unterschied in der Wahl solcher Gegenstände zu machen.
Obgleich unsere Herzen und Ohren allezeit offen sind, denen Klagen der Elenden und Beyhülfe verdienenden Armen einen Eingang zu lassen, so muß doch unser Beystand nicht übel angebracht, noch unsere Beystever an solche verschwendet werden, welche wahrscheinlich die Maurerey nur wie einen Mantel gebrauchen, womit sie ihren Betrug bedecken. Man kann nicht sagen, daß wir nur zusammen kommen, um bey unsern Gastgeboten der Freude nachzuhängen, während dessen der Arme und Dürftige nach Erleichterung schmachtet; unsere viertheiljährige Vertheilungen, werden (der besondern Beysteuren in unsern verschiedenen Logen nicht zu gedenken) das Gegentheil darthun. Wir sind nach unsern Umständen allezeit willig, zur Linderung der Leiden unserer Nebenmenschen, mit freudigem Herzen das Unsrige beyzutragen. Vorzüglich aber erfordern die unsere Hülfe, welche von einer Menge Kinder belastet, oder durch Alter, Krankheit, Schwachheit, oder andere unvorhergesehene Zufälle des Lebens in Armuth und Mangel versetzet sind; selten fehlet es auch, daß sie niht die glücklichen Würkungen der verbrüderten Verbindung erfahren sollten. Wir betrachten die Lage worin sich selbige befinden als eine solche, die sich mehr empfinden als beschreiben lässet, und hiedurch werden wir bewogen, unsere Milde zu ihrem Besten freigebig über sie zu verbreiten. So geben wir überzeugende Proben unserer Weißheit und Unterscheidungskraft; denn obgleich der Wohlthätigkeit in unserm Gesetzen keine Gränzen gesetzt worden sind, so glühet doch unser Herz vorzüglich voller Zuneigung gegen den Theil des Menschengeschlechts, der es am mehrsten verdienet.

Doch zum Schluß zu eilen — Möchten doch alle geheime Feindschaften, wenn es ja unter Maurern dergleichen geben sollte, in ewige Vergessenheit begraben werden, und dagegen Friede und Geselligkeit ihre Wohnung unter uns aufschlagen. Lassen sie, indem wir uns zu einem großen Zweck vereinigen, erst uns selbst glücklich machen, und alsdenn auch andere so zu machen uns bestreben. Bey allen Gelegenheiten lassen sie uns Edelmuth und wahren Verstand, Feinheit in unsern Sitten, und Gleichheit des Temperaments beobachten und erhalten;. lassen sie uns unsere Erhohlungen unschuldig und mässig geniessen, und lassen sie uns nie solchen Unregulmässigkeiten nachsehen, welche unsern Character lächerlich machen könnten.
Möge unsere Aufführung unsern Vorschriften entsprechen, und mögen wir mit anständiger Würde den Namen erhalten, welchen wir allezeit führeten, nehmlich den, der ehrwürdigsten, regulmässigsten und gleichförmigsten Societät unter der Sonne.

Ich will die Feierlichkeit dieses Tages nicht länger durch mehreres unterbrechen, allein man erlaube mir noch den aufrichtigsten, und ernstlichsten Wunsch für die Societät, für ihren Ruhm und für ihren fernern Wachsthum zu thun. Mögen alle unsere Beschützer eine Folge glücklicher Jahre genießen, möge Friede, und Ueberfluß unter uns herrschen, und unsere heilige Grundsätze ihren Einfluß in die entferntesten Regionen verbreiten. Mögen unsere Handlungen künftigen Zeitaltern Gelegenheit geben, uns durch den wärmsten Beyfall beyzupflichten.

(Gesundheit)
Der Hochwürdige Großmeister.

[hier folgt im englischen Original, 32, die Beschreibung der Loge:
Explanation of the Plan
Eine Abbildung des Logenraums findet sich im „Reprint of the rare 1772 Edition of William Preston’s Illustrations of Masonry … by William Watson“ im Jahre 1887 vor dem Titelblatt]

Ode,

von den Brüdern du Bellamy, Burton und Reilly abgesungen mit Accompagnement.


[die Schreibweise aller nachfolgenden Lieder in der deutsche Ausgabe weicht leicht von der englischen ab; insbesondere Grossbuchstaben und Versalien fehlen oft]

Wake the Lute and quiv’ring strings,
Mystic truths Urania brings;
Friendly Visitant, to thee
We owe the depths of Masonry;
Fairest of the Virgin Choir,
Warbling to the golden Lyre,
Welcome; here thy Art prevail:
Hail! divine Urania, hail!

Here in friendship’s Sacred Bower,
The downy wing'd and smiling Hours,
Mirth invites, and social Song,
Nameless Mysteries among:
Crown the Bowl and fill the Glas,
To evry Virtue, evry Grace,
To the Brotherhood resound,
Health, and let it thrice go round.

We restore the Times of old,
The blooming glorious Age of gold;
As the new Creation free,
Blest with gay Euphrosyne,
We with godlike Science talk,
And with fair Astrea walk,
Innocence adorns the Day,
Brighter than the smiles of May.

Pour the rosy Wine again,
Wake a louder [brisket], louder Strain;
Rapid Zephyrs, as Ye fly,
Wast our Voices to the Sky;
While we celebrate the Nine,
And the Wonders of the Trine
While the Angels sing above,
As we below, of Peace and Love.

[Das Lied wurde 1814 auf Deutsch übersetzt:
Lieder_und_Oden_der_englischen_Freimaurer 4.18
siehe: An Ode on Masonry
[Wake the lute and quiv’ring strings]
Zuerst in: Entick: Pocket Companion 1754, 326-327 (An Ode on Masonry - To the Words by Brother Jackson, and set to Musick by Brother Gilding)]

Gesundheit.
(Der deputirte Gr. Meister, und die Groß-Aufseher.)

Erste Catechisation.

[engl. First Lecture]

Erster Abschnitt.

Nach diesem sangen die Brüder Burton und Reilly.

Hail, Masonry divine,
Glory of Ages, shine,
Long may'st thou reign:
Wher’ever thy Lodges stand,
May they have great Conmmand,
And always grace the Land
Thou Art divine!

Great Fabrics still arise,
And grace the azure Skies;
Great are thy Schemes;
Thy noble Orders are
Matchless, beyond Compare;
No Art with thee can share.
Thou Art divine!

Hiram, the Architect
Did all the Craft direct
How they should build;
“Sol'mon, great Israel's king
Did mighty Blessings bring,
And left us Room to sing
Hail, royal Art.”

[Das Lied wurde 1814 auf Deutsch übersetzt:
Lieder_und_Oden_der_englischen_Freimaurer 4.21
siehe: Song
[Hail! Masonry divine]
Zuerst in: Dermott 1756 und 1764, 177-178 (LVII. Song – richtig: LII. Song)]

Gesundheit.
(Alle Maurer, welche ihre Leidenschaften zähmen, und ihre Zunge im Zaum halten.)

Zweiter Abschnitt.

Anmerkung [nicht von Meyer, sondern von Preston selbst].


Hier bemerkte Bruder Preston, daß es eine, einem jeden Logen-Meister obliegende Pflicht sey, und die noch der Aufnahme eines Kandidaten zur Maurerey vorgehen sollte, ihn von dem Zweck und der Absicht des Instituts zu unterrichten, ihm die Art und Natur seiner feierlichen Verbindungen zu erklären; und auf eine Maurern allein eigene Art von ihm die willige und freudige Beypflichtung aller Pflichten der Moral, der Tugend, und der heiligen Vorschriften der Maurer zu verlangen.

Folgt ein im Originale nicht abgedrucktes feierliches Lied.

Gesundheit.
[engl. Solemn Air]
(Das Herz, welches die Geheimnisse der Maurer bewahret, und die Zunge, welche keines derselben entdecket.)

Dritter Abschnitt.


Ode,
vom Bruder [Du] Bellamy allein gesungen.

Grant us Kind Heaven what we request,
In Masonry let us be blest;
Direct us to that happy place,
Where friendship smiles in every face;
Where freedom and sweet Innocence
Enlarge the Mind and cheer the Sense.
 
Where Sceptered Reason from her Throne
Survey‘s, the Lodge, and makes us one,
And harmony's delightful Sway,
For ever Sheds ambrosial Day:
Where we blest Edens Pleasures taste,
While balmy Joys are our Repast.
 
No prying Eye can view us here;
No Fool or Knave disturb our Cheer;
Our well-formed Laws sed Mankind free,
And give relief to Misery:
The Poor, oppress‘d with woe and Grief
Gain form our bounteous Hands relief.
 
Our Lodges the social Virtues grace
And Wisdom's Rules we fondly trace
Whole Nature, open to our view,
Points out the Paths we should pursue,
Let us subsist in lasting Peace,
And may our Happiness increase.

[Dieses Lied wurde 1814 auf Deutsch übersetzt,
Lieder_und_Oden_der_englischen_Freimaurer 4.7
siehe: The Treasurer’s Song
[Grant me, kind Heav‘n what I request]
zuerst in: A Curious Collection 1731, 39-40 (Song)]


Gesundheit.
(Alle Maurer, welche den Orden zieren, indem sie sich dessen Vorschriften gemäß betragen.)

Vierter Abschnitt.

Nach demselben wurde musiciret, und ausgebracht:
Gesundheit.
(Mögen wir alle zu dem Gipfel der Maurerey gelangen, und möge den Gerechten, niemahlen ihr Lohn fehlen.)

Fünfter Abschnitt.


Lied vom Bruder Gliddon allein gesungen.

Arise, and blow thy Trumpet, Fame!
Free Masonry aloud proclaime
To Realms and Worlds unknown;
Tell them of mighty Davids Son,
The wise, the matchless Solomon,
Priz’d far above his Throne.

The solemn Temples cloud-capt Towers,
Th’aspiring Domes are Works of ours,
By us those Piles were rais’d:
Then bid Mankind with Songs advance,
And through th’ethereal vast Expanse,
Let Masonry be prais’d.

We help the Poor in Time of Need,
The Naked clothe, the Hungry feed,
“Tis our foundation Stone.
[Die Anführungsstriche sollten erst hier kommen:]
We build upon the noblest Plan,
For Friendship rivets Man to Man,
And makes us all to one.”

Still louder Fame thy Trumpet blow!
Let all the distant Regions know
Free Masonry is this.
Almighty Wisdom gave it Birth,
And Heav’n has fix’d it here on Earth,
A Type of future Bliss.

Gesundheit.
(Zum Angedenken der heiligen Loge St. Johannis.)

Sechster Abschnitt.

Worauf eine Arie [engl. Air, Sprightliy], im Original nicht befindlich, folgt, und ein dreifaches Chor den.Beschluß machet.

Gesetze, das Betragen der Maurer betreffend,
von Br. Preston vorgelesen.

Für eine Übersetzung durch Karl Christian Friedrich Krause, 1821, siehe:
William Preston: Weise Vorschriften und nützliche Anordnungen der Maurer, 1772 http://www.muellerscience.com/ESOTERIK/Freimaurerei_Geschichte/Preston_Charges.htm

Wenn die Loge geschlossen ist, so könnet ihr euch unschuldig vergnügen, allein ihr müsset sorgfältig alle Ausschweifungen vermeiden. Ihr dürfet keinen Bruder nöthigen, gegen seine Neigung zu Handeln, noch die geringsten Beleidigungen weder wörtlich noch thätlich ihm zufügen, sondern müsset der Würde eures Characters gemäß handeln. In euren Worten und Betragen müßt ihr vorsichtig seyn, damit der allerdurchdringenste Fremdling auch nicht im Stande sey das zu entdecken, oder zu erforschen, was nicht schicklich darf mitgetheilt werden; zu Zeiten auch müsset ihr das Gespräch auf andere Sachen leiten, damit ihr zur Ehre der Brüderschaft klüglich handelt. Zu Hause, und in dem Circul eurer Nachbarschaft, müsset ihr euch als ein weiser und moralischer Mann betragen; nie dürfet ihr eurer Familie, Freunden, oder Bekannten die geheimen Geschäfte unserer Zusammenkünfte mittheilen, sondern ihr müsset bey jeder Gelegenheit eure eigene Ehre sowohl, wie den guten Ruf der Brüderschaft durch euer Betragen vermehren.

Für die Erhaltung eurer Gesundheit müßt ihr besonders Sorge tragen, alle Arten von Ausschweifungen und Unmässigkeiten vermeiden, damit nicht eure Familie vernachlässiget und betrübet, oder ihr selbst unfähig werdet, eure nothwendige Geschäfte getreulich zu verrichten.
Wendet sich ein Fremder unter den Namen Bruder an euch, so müsset ihr ihn mit der Vorsicht zu erforschen suchen, welche euch die Klugheit an die Hand giebt, und welche der unter denen Maurern hergebrachten Sitte gemäß ist; und dies damit ihr nicht durch einen falschen Bruder betrogen werdet, als welchen ihr mit Verachtung abweisen, und euch ja hüten müsset, ihm nicht das mindeste von euren Käntnissen zu entdecken.
Entdeckt ihr aber in ihm einen wahren und aufrichtigen Bruder, so müsset ihr ihn als einest solchen schätzen; ist er im Mangel, so müßt ihr ihm, wofern ihr könnt beyspringen, oder ihm Anleitung geben wo ihm könne geholfen werden; ihr müßt ihn entweder gebrauchen, oder ihn solchen empfehlen, die ihn brauchen können. Jedennoch habet ihr nicht nöthig mehr zu thun als ihr vermöget, sondern ihr müsset nur allemahl einen armen Bruder, welchen ihr als gut und wahrhaft erfunden habt, andern Armen unter eben den Umstanden vorziehen.

Endlich müsset ihr diese Pflichten allezeit beobachten, und sie euch einprägen, auch nicht weniger jene Lehren, welche euch in deren Lehrstunden eingepräget worden sind; in der Bruderliebe müsset ihr wachsen und zunehmen, sie, die da die Grundlage, der Eckstein, das Band und die Ehre der alten Brüderschaft ist. Vermeidet Zänkereien, Zwist, Verläumdung und Afterreden; erlaubet auch nicht, daß andere eure guten Brüder verläumden, sondern vertheidiget ihren Character, und leistet ihnen alle ersinnliche gute Dienste, so weit es nehmlich mit eurer eignen Ehre und Sicherheit bestehen kann.
Hieraus mögen alle den wohlthätigen Einfluß der Maurerey erkennen, so wie es alle wahre Maurer vom Anbeginn der Welt gethan haben, und bis an das Ende derselben erfahren werden.

[engl. hat noch: Amen. So mote it be.]

Gesundheit.
(Mögen die erhabenen Tugenden, und die großen Grundsätze der Maurer uns allezeit unterscheiden; mögen wir vergnügt zusammen kommen, uns vergnügt trennen, und abermahls uns wieder vergnügt versammlen.)

Lied.

Come let us prepare,
We Brothers that are
Assembled on noble Occasion;
 Let’s be happy and sing,
For Life is a Spring
To a free and an accepted Mason.

The World is in Pain
Our Secrets to gain,
And still let them wonder and gaze on;
They nev'r can divine
The Word or the Sign
Of a free and an accepted Mason.

’Tis this, and ’tis that,
They cannot tell what,
Why so many great Man of the Nation
Should Aprons put on,
To make themselves one
With a free and an accepted Mason.

Great Kings, Dukes and Lords
Have laid by their Swords,
Our Mystery, to put a good Grace on:
And nev’r been asham’d,
To hear themselves nam’d
With a free and an accepted Mason.

Antiquity’s Pride,
We have on our Side
And it makes Men just in their Station,
There’s nought but what’s good
To be understood
By a free and an accepted Mason.

We are true and sincere,
And just to the Fair;
They’ll trust us on any occasion;
No Mortal can more
The Ladies adore,
Than a free and an accepted Mason.

Then join hand in hand,
To each Brother firm stand,
Let’s be merry, and put a bright Face on;
What Mortal can boast
So noble a Toast,
As a free and an accepted Mason.

Chorus.
“No Mortal can boast
So noble a Toast,
As a free and an accepted Mason.”

[Das ist das Lehrlingslied von 1723 (mit einer zusätzlichen Strophe), das 13 Mal ins Deutsche übersetzt wurde:
siehe: Lied der Lehrlinge]

Hierauf stattete der Bruder Preston dem Hochwürdigen Großmeister, Großbeamten und andern den gehörigen Dank für die Ehre ihres Besuchs ab, und grüssete sie auf gewöhnliche Art; Der Großmeister erwiederte das Compliment vom Stuhl, und bezeugte seine Zufriedenheit, und seinen Beyfall für die Regulmässigkeit des ganzen Verfahrens.
Nachdem nun alle Geschäfte zum Ende waren, so schloß der Br. Preston die Loge auf gehörige Weise, und die Großbeambten, nebst verschiedenen andern ehrwürdigen Brüdern blieben zur Abendmahlzeit, welche auf Kosten der Stewards besorgt worden war; der Abend wurde in großen Freude und Zufriedenheit hingebracht.

Anmerkung des Bruder Preston, über die erste Lection.

Die Maurerey wird mit Recht als eine nützliche und ausgedehnte Kunst angesehen; man muß es zugeben, daß sich in allen Künsten Geheimnisse befinden, welche, wenn sie erkannt werden sollen, eine Stuffenweise Zunahme an Känntnissen voraussetzen, wenn man nehmlich zu. irgend einem Grade der Vollkommenheit darinn gelangen will. Ohne viel Unterricht und Uebung, kann kein Mensch zu irgend einem Grade der Vollkommenheit in keiner Kunst gelangen; gleichfalls kann keiner den wahren Werth der Maurerey einsehen, welcher nicht eine genaue Aufmerksamkeit auf die verschiedenen Abschnitte der verschiedenen Lectionen verwendet. Jedoch will ich aus dieser Anmerkung nicht folgern, daß jene, welche nicht die Vortheile einer vorzüglichen Erziehung genossen, oder deren Lebensart, anderweitige Geschäfte und Studien erfordert, muthloß in Erlangung maurerischer Kenntnisse werden müßten.
Ich verstehe nur dieses darunter, daß es eben keine absolute Nothwendigkeit ist, auch den verwickeltsten Theil der Kunst zu verstehen, um schon im Stande zu seyn, die Vorzüge der Societät zu geniessen, und an ihren Vorrechten Antheil zu haben. Einige Menschen sind geschickter und künstlicher als andere, einige erfahrner, andere erhabener, wieder andere nutzbarer; jedoch allein ihren verschiedenen Sphären der Gesellschaft nöthig, können ihr Vortheil verschaffen, und unsere Nothdurft sowohl, wie unsere Pflicht, verbindet uns sie alle zu lieben. Es ist gewiß, daß der sinnreiche Kaufmann ein nützliches Mitglied der Societät ist, und alle die Ehren verdient, welche die Maurer nur ertheilen können, jedoch muß man dagegen auch zugeben, daß diejenigen, welche da sie Aemter übernehmen, Ansehen ausüben, auch billig die gehörige Eigenschaften haben sollen, selbige auf eine Art zu bekleiden die ihnen rühmlich ist, und denen respective Aemtern Ehre bringt.
Alle Menschen sind nicht mit gleichen Kräften begabet, auch haben nicht alle gleiche Gelegenheit sie in Ausübung zu bringen, folglich sind auch alle Menschen nicht gleich geschickt zu regieren.

Die Maurerey ist auf zu edele, zu vortrefliche Grundsätze erbauet, als daß sie Widerspruch oder Verwirrung unter ihren Bekennern zulassen dürfte; es darf sich weder Stolz noch Pralerey einerseits, noch Mißtrauen oder Ungeschicklichkeit andrerseits zeigen. Eine wahre Freundschaft wird unter den verschiedenen Ständen der Menschen ausgeübet, und jene schätzbare Glückseligkeit befördert, welche eigentlich das Wesen der bürgerlichen Gesellschaft ausmachet.

In der ersten Lection der Maurerey, welche die Tugend mit den allerreitzendsten Farben mahlt, und die Pflichten der Moral einschärfet, werden uns solche nutzbare Lehren gegeben, daß sie unsere Seelen zu einem ordentlichen Fortgang in denen Anfangsgründen der Philosophie sowohl, wie auch anderer Wissenschaften vorbereiten. Diese werden dem Gedächtnisse durch lebhafte und sinnliche Bilder eingepräget, und durch ihren Einfluss auf unser Betragen, erfüllen wir alle die Pflichten des geselligen Lebens. Es ist dieses eine Wahrheit, und keiner, welcher die verschiedenen Abschnitte der Lection inne hat, kann Unwissenheit vorschützen, ob man es gleich zugestehen muß, so seltsam es auch scheinet, daß viele, die sich durch maurerische Kenntnisse ausgezeichnet haben, doch zu oft geneigt gewesen sind, die Gesetze des Ordens zu übertreten, und selbst jene vortrefliche Vorschriften zu vernachlässigen, welche doch, wenn sie sich selbigen würden gemäß betragen haben, ihnen Beyfall erworben hätte.
Ich sage dieses nicht, um damit auf irgend jemand insbesondere zu zielen, es soll nur eine freundschaftliche Warnung seyn, unser Bekenntniß mit der Ausübung allemahl übereinstimmen zu lassen.

Ich will nun fortfahren, die Ordnung der verschiedenen Abschnitte, der ersten Lection des ersten Grades der Maurerey zu erklären, so. wie nehmlich derselben in denen vorhergehenden Blättern-Erwähnung gethan ist, und wie sie bey der großen Gala, durch Hülfe meiner gütigen Beysitzer, bey der Gelegenheit in ihren vollem Lichte gezeiget wurden.

Der erste Abschnitt ist denen Fähigkeiten aller angemessen, kann und muß auch allen denen bekannt seyn, welche wünschen unter die Zahl der Mitglieder dieser Societät gerechnet zu. werden,
Er bestehet aus allgemeinen Hauptsätzen, welche, obgleich kurz und einfach, jedennoch voller Nachdruck sind; es dienen selbige zwar nur bloß als Unterscheidungs-Zeichen, führen jedoch nutzbare und interessirende Kenntnisse mit sich, wenn sie, wie dieses geschehen muß, gehörig untersucht werden. Sie setzen uns in den Stand die Ansprüche anderer an unsere Privilegien und Vorrechte zu untersuchen und zu probiren, während dessen sie die unsrigen bestimmen; und da sie uns anführen, andere Particularitäten von mehrerer Wichtigkeit genauer zu erforschen, so dienen sie als eine Einleitung zu Hauptstücken, welche in denen folgenden Abschnitten deutlicher erkläret werden.

Der zweite Abschnitt macht uns picht allein mit unserer besondern Einrichtung und Gebräuchen bekannter, sondern überzeugt uns ganz unwiderleglich von der eigentlichen Bedeutung unserer Feierlichkeiten; beweiset auch zweifelhaften, und skeptischen Gemüthern deren Vortreflichkeit und Nutzbarkeit.

Der dritte Abschnitt lehret uns rechtschafne Mitglieder der Societät seyn, und präget uns jene nöthige und unterrichtende Pflichten ein, welche unserm Character beydes, sowohl als Mann, wie als Maurer betrachtet, eine Würde verleihen.

Der vierte Abschnitt giebt uns eine vernunftmässige Nachricht den Ursprung der Hyeroglyphen betreffend, und überzeugt uns von den Vortheilen, welche allezeit eine genaue Befolgung und Beobachtung unserer Pflichten begleiten. Es erläutert dieser Abschnitt zugleich einige besondere Umstände, welche, wenn sie unerklärt blieben, sehr leicht zu Irthümern führen könnten, und welche wir als Maurer zu wissen, unumgänglich verbunden sind.

Der fünfte Abschnitt unterrichtet uns von der Natur und den Grundsätzen unsers Instituts, und lehret uns die Pflichten der verschiedenen Aemter, zu welchen wir allenfalls berufen werden könnten, genau erfüllen. Hier werden unsere Zierrathen erkläret, unsere Kleinodien und Logengeräthe benannt, und die Beförderer und Patrone des Instituts angezeiget.

Der sechste Abschnitt, obgleich der letztere in der Ordnung, ist seinen Werth nach nicht der unbeträchtlichste. Er stärket die, welche auf dem rechten Wege sind, und preiset auf die sanfteste Weise, eine schuldige Aufmerksamkeit auf unsern Character und Betragen, sowol öffentlich, als im geheim, sowol in denen Logen, als in der bürgerlichen Gesellschaft an.


Dieses ist die Ordnung der verschiedenen Abschnitte der ersten Lection, welche mit der angenommnen Weise die Logen zu eröfnen und zu schließen, alles was den ersten Grad betrift, enthalten. Es ist dieses gänzlich ohne alle unnütze Wiederholung, und erzwingt die Achtung und das Ansehen, welche das Alterthum außerdem schon fordert.
Das Ganze ist ein System der Moral, in eine Kette von wichtigen Allegorien vereiniget, welche dem redlichen und scharfsinnigen Forscher Schönheiten entfalten.

Die Vertheidigung der Freymäurer.

[engl. A Vindication of Masonry,
including A Demonstration of its Excellency.]

Vorbericht.

[engl. Advertisement]

Nachfolgendes Stück hat seinen Grund in einer Rede, welche der Bruder [Charles] Leslie, Mitglied der Loge Vernon Kilwinning in Edinburgh daselbst entworfen, und bey der Einweihung besagter Loge am 15ten May 1741 gehalten hat. Sie wurde darauf in dem Taschenbuch für Maurer 1765 in Edinburgh bekannt gemacht.

Der sinnreiche Autor hat einen großen Geschmack in der Wahl seines Gegenstandes gezeiget, und hat ihn auf eine ihm ganz eigene Art behandelt.
Indem ich jedoch den Grund und die Materialien, welche er zusammen gebracht hatte, ausbauete, so schien es mir, als ob er in gewissen Stücken seines Zwecks verfehlete; man kann derohalben das Gebäude, welches ich auf diesen Grund aufgeführet habe, als ein beynahe ganz neues Werk betrachten. Diese Freyheit wird mir um desto eher verziehen werden, wenn man bedenkt, daß es aus einem gerechten Eifer für eine Sache entspringt, welche der Societät beydes wichtig und interessirend ist.
W. Preston

Die vertheidigte Freymäurerey.

[A Vindication of Masonry]

Wenn ein Mensch in einen reitzenden Garten versetzet wäre, würde denn nicht seine Seele, bey einer geruhigen Betrachtung der Mannigfaltigkeiten desselben, mit Vergnügen erfüllet werden?
 Die Lustwälder, die Grotten, die künstliche Wildnisse, die beblümten Beete, die schlängelnden Bäche, die ganze mannigfaltige Scene, würde seine Empfindungen rege machen, und seiner Seele die erhabensten Ideen einflößen. Bemerkte er nun noch die genaueste Ordnung, das feinste Ebenmaaß, und die treflichste Einrichtung jeder besondern Theile, welche, ob schon jeder für sich vollkommen, dennoch eine über die andere neue und erstaunende Schönheiten verbreiteten, so daß nichts fehlete, um ein reitzendes Ganze daraus zu bilden; von welchen bezaubernden Empfindungen würde alsdann seine Seele überfließen!
Ein Anblick einer solchen entzückenden Scene, würde ihn natürlicher Weise leiten das vortrefliche Genie dessen der es angeleget zu bewundern und zu verehren.

Wenn nun die Werke der Kunst die menschliche Seele so zum Staunen und zur Bewunderung hinreissen können, mit wie viel grössern Erstaunen, mit wie viel tieferer Ehrfurcht sollten wir die Wunder der Natur betrachten, sie, die aller Orten unsern Blicken, Scenen des Vergnügens und Entzückens darbeut, und in welchen sich beydes Göttlichkeit und Weißheit so sichtbar zeiget.

Die Auftritte, welche uns diese entfaltet, sind in der That zu groß, zu ausgedehnt für die begränzten Fähigkeiten der Sterblichen, jedoch können wir leicht aus Theilen derselben so viel fassen als nöthig ist, uns zu der einzigen wahren Quelle der Glückseligkeit zu leiten, zu dem großen Urheber des Daseyns, dem obersten Beherrscher der Welt, der einzigen vollkommnen und unbefleckten Schönheit.
Ausser alle den lächelnden und reitzenden Aussichten, die uns umgeben, und mit welchen unsere Sinne jeden Augenblick begünstiget werden, ausser dem Ebenmaaß, der guten Ordnung und der Proportion, welche aus dem ganzen Werke der Schöpfung hervorstrahlet, ist noch etwas mehreres, was die nachdenkende Seele reitzet, und ihre Aufmerksamkeit der Gottheit näher bringt; ich meyne die allgemeine Harmonie, und die Verbindung, welche unter den verschiedenen Classen der Geschöpfe jeder Art herrschen.
Dieses ist eigentlich das wahre Band der vernünftigen Welt; durch diese allein bestehet sie. Glauben wir, daß es möglich sey dieses zu zernichten, so würde die Natur, und der Mensch selbst, das vornehmste Werk Gottes, bald wieder in sein Nichts zerfallen, und ein allgemeiner Ruin erfolgen.

Wenn wir um uns sehen, so finden wir, daß in der ganzen Schöpfung, in der ganzen Kette der Wesen, von dem Seraph an, welcher anbetet und entbrennet, bis herab zu den unbemerklichsten Insect, alle (nach Verhältniß des Ranges, welchen sie in der Kette der Dinge haben) den Trieb, sich mit eben der Art und Gattung zu vereinigen, mehr oder weniger durch die weise Natur eingepräget erhalten haben.
Bemerken wir nicht einige, ja selbst der kleinsten und unbemerktesten Thiere, die sich in verschiedene Classen und Societäten zum Wohl, oder zur Beschützung eines des andern zusammen begeben? Habe ich nöthig die fleissige Ameise und die künstliche Biene zu nennen, Insecten, welche uns der weiseste der Menschen als ein Beyspiel der uns ermüdetsten Arbeit und der klügsten Vorsicht vorgestellet hat? Wenn wir unsere Ideen noch weiter erheben, so werden wir finden, daß dieser angebohrne Trieb zur Freundschaft sich stuffenweise vermehrt, nach Maaßgabe wie die Gegenstände sich der Stuffe der Vernunft näheren. Man kann nicht besser die Oberherrschaft eines Theils der thierlichen Schöpfung über die andere beurtheilen, als wenn man die Stuffe der Zärtlichkeit und des Wohlwollens dessen sie fähig sind betrachtet.

Ich werde jedoch hier abbrechen, und einem erhabnern Genie die fernere Ausführung dieser philosophischen Untersuchung überlassen, einem, das mehr Fähigkeiten und tiefere Kenntnisse hat. Aber auf die vernünftigen Geschöpfe uns nur einzuschränken, so lassen sie uns über die Neigungen zum Wohlwollen, über die sanften Triebe der Seele, welche uns die zärtliche Natur so gütig mitgetheilt hat, etwas Nachdenken.
So wie der Mensch in der Kette der Wesen sich erhebt, so steigen auch mit ihm alle gesellige Zuneigungen. Fühlen wir nicht in unserer Brust einen starken Hang zur Freundschaft, geniessen wir nicht eines grossen Vergnügens, wenn dieselbe dauerhaft und feste ist, und fühlen wir nicht einen Schmerz, wenn dieselbe ermattet und abnimmt? Was versüsset das Leben, als Freundschaft? Was vertreibet die Sorge, als Freundschaft? Was lindert die Schmerzen, als Freundschaft? Sie macht uns die Bekümmerniß erträglich, sie die göttliche — heilige Freundschaft.

Diese Neigung nun erstreckt sich nicht allein auf den engen Zirkul der Privat-Verbindungen, sondern sie ist allgemein, und verbreitet sich über alle Zweige der menschlichen Gesellschaft. Obgleich nun ihr Einfluß unbegränzt ist, so zeigt sie sich doch mehr oder weniger stark, je nachdem der Gegenstand den sie begünstiget ihr nahe, oder entfernt liegt.

Aus dieser entspringt wahre Vaterlandsliebe, welche die Seele mit den edelsten Flammen erfüllet, die besten und uneigennützigsten Tugenden hervor bringt, Herzhaftigkeit und heroischen Muth schaffet, wodurch wir in dem Stand gesetzet werden, eine gute Sache zu unterstützen, und in der Vertheidigung derselben unser Leben zu wagen. Diese preiswürdige Tugend, krönt den Vaterlandsliebenden mit nie zu verwelkenden Lorbern, giebt allen seinen Handlungen einen Glanz, und bringt seinen Namen auf die spätesten Zeitalter.
Der Ruhm des patriotischen Kriegers mag nun auch Mord genannt werden, oder in der Verwüstung die das fressende Schwerd macht bestehen, so wird doch das Blut der Freunde seines Vaterlandes seine Hände nie beflecken. Die Tugenden des ächten Patrioten sind helleuchtend, von der edelsten Art. Inneres Bewußtseyn der Rechtschaffenheit unterstützt ihn gegen den Arm der Gewalt, und sollte er auch durch die Hand des Tyrannen bluten, so stirbt er ruhig und rühmlich, ein Märtyrer für die Sache der Freyheit, und hinterläßt der Nachwelt ein immerwährendes Denkmahl der Größe seiner Seele. Bedarf ich wohl des ersten Brutus — der Decier, oder des gefallenen aber unüberwindlichen Cato zu erwähnen!

Die Freundschaft erscheinet nun nicht allein göttlich, wenn sie die Freiheit unsers Landes zu erhalten angewandt wird, sondern mit gleichem Glanz zeiget sie sich in den stillen Stunden unsers Lebens. Ehe sie sich zu der edeln Flamme erhebet, Verderben an die Häupter der Tyrannen schleudert, für die Freyheit donnert, und einer guten Sache wegen keine Gefahr scheuet, werden wir sie ruhig und stille sehen, mit eben dem Feuer glühend, die sanften Stunden des Friedens nutzend, und den Geschmack an Tugend erhöhend. Hieraus entspringen Verbindungen, Gesellschaften werden gestiftet, und die müssigen Stunden des Lebens werden in angenehmer Gesellschaft, und in aufmunternden Gesprächen freundschaftlich genutzet.

Solchergestalt nun, können wir aus der Vernunft und aus der Natur der Sache selbst, die weisen Entzwecke und Absichten des heiligen Instituts der Maurer (welches nicht allein eine wahre und unverstellte Freundschaft unter denen Menschen veranlasset und verfeinert, sondern sie auch die weit wichtigem Pflichten der Gesellschaft lehret) herleiten.
Vergebens also ist jeder unbesonnene Argwohn wider diese heilige Kunst, welche unsere Feinde entweder in ihren eigenen Busen hegen, oder aber der ununterrichteten Welt voller Unwissenheit mittheilen. Indem sie die Maurerey verschreyen, thun sie der menschlichen Natur selbst Abbruch, ja aller der weisen Einrichtung und guten Ordnung der Dinge, welche der allmächtige Schöpfer der Welt, zur Regierung des Menschengeschlechts, als den Grund des moralischen Systems festgestellet hat; sie, die das menschliche Herz zu jeder geselligen Tugend fähig macht.
Kann die Freundschaft, oder können die Freuden der Gesellschaft der Gegenstand eines Vorwurfes seyn? Kann diese Weisheit, welche die graue Zeit geheiliget hat, der Gegenstand des Lachens seyn? Wie niedrig, wie verachtungswürdig müssen diese Menschen, welche das was sie nicht begreifen können beurtheilen, oder gar verachten können, uns vorkommen. Ein edles Herz wird eine solche unverschämte Dummheit, mit Mitleiden ansehen.

Ich will nun fortfahren zu zeigen, welchergestalt die Maurerey dem menschlichen Geschlechte von allgemeinen Nutzen ist, wie sie sich mit der besten Policey reimen lässet [reconcilable to the best policy], und wie alle Menschen sie zu befördern schuldig sind.
Wir wollen von dem Vergnügen, welches aus einer so weise eingerichteten Freundschaft entspringt, und welches fast unmöglich durch irgend einen Zufall erlöschen kann, abgehen, und statt dessen beobachten, daß die Maurerey eine Wissenschaft ist, welche an keinen besondern Erdstrich gebunden, sondern über die ganze Oberfläche der Erden verbreitet ist. Wo nur Künste und Wissenschaften blühen, blühet sie auch. Wir können noch hinzufügen, daß durch geheime und unabänderliche Zeichen, die unter uns in der ganzen Welt sorgfältig aufbewahret werden, die Maurerey eine allgemeine Sprache wird. Auf diese Weise lassen sich viele Vortheile erhalten; Menschen von allen Religionen und Nationen werden dadurch vereiniget. Der entfernte Chineser, der wilde Araber, oder der americanische Wilde, werden ihre europäische Brüder umarmen, und wissen, daß ausser dem gewöhnlichen Bande der Menschenliebe, es noch eine stärkere Verbindlichkeit giebt, die sie zu gütigen, zu freundschaftlichen Handlungen treibt.

Der Eifer des donnernden Priesters wird besänftiget, und ein moralischer Bruder, obgleich von einer von ihm verschiedenen Meynung, wird seine Achtung erhalten. Solchergestalt werden alle die Zwistigkeiten, welche das Leben verbittern, und das Gemüth des Menschen rauher machen, vermieden, eines jeden Antlitz wird erheitert, während dessen das allgemeine Beste (die Hauptabsicht der Maurer) eifrig besorgt wird. Ist es derohalben nicht klar, daß die Maurerey ein allgemeiner Vortheil des Menschengeschlechts ist? Denn wahrhaftig, wofern nicht Uneinigkeit und Uebereinstimmung ein und ebendasselbe sind, so muß dieses wahr seyn. Lasset es sich nicht auch mit der besten Policey reimen? Denn es verhütet die Hitze der Leidenschaften und der persönlichen Feindschaften, welche das verschiedene Interesse so oft erzeuget. Die Maurerey lehret uns unserm Könige und Vaterland getreu seyn, alle gesetzwidrige Maaßreguln zu vermeiden, und uns voller Ehrfurcht denen Aussprüchen der Gesetzgebendenmacht unterwerfen.

Es ist also gewiß kein kleiner Vortheil, kein geringer Zuwachs eines Staats, unter seiner Macht, und in seinem Gebiete eine Gesellschaft Menschen zu haben, welche so getreue Unterthanen, Beschützer der Wissenschaften und Freunde der Menschen sind. Darf die Maurerey nicht schon aus diesem Betracht die höchste Ächtung fordern? Verdient sie nicht die ausgedehnteste Beschützung? Ohne Zweifel. Wenn alles was gut und liebenswürdig, wenn alles was dem menschlichen Geschlechte nutzbar ist, die Aufmerksamkeit eines weisen Mannes erfordert, so verdient es die Maurerey im höchsten Grade.
Welche reitzende Ideen flösset sie uns ein! Wie eröfnet und erweitert sie die Seele! Und welch eine überflissende Quelle der Zufriedenheit gewähret sie uns! Empfielet sie nicht allgemeines, unbegrenztes Wohlwollen? Nebst jeder andern Tugend, welche einen Menschen dem andern werther und theurer machen kann? Ueberdas, ist sie nicht besonders geschickt, der Seele die alleredelsten, und uneigennützigsten Begriffe zu geben? Es herrschet aller Orten unter denen Maurern eine Gleichförmigkeit in Meinungen, nicht allein in Bedürfnissen brauchbar, sondern auch auf das gemeine Leben sich erstreckend; diese verstärkt alle Bande ihrer Freundschaft, und befördert ebenmäßig Liebe und Hochachtung.

Maurer sind Brüder, und unter Brüdern darf kein verhaßter Unterschied herrschen. Ein König wird erinnert, daß obgleich eine Crone sein Haupt und seine Hand ein Scepter zieret, doch das Blut in seinen Adern von dem allgemeinen Vater des Menschengeschlechts abstamme, und daß es nichts besser ist, als das, des niedrigsten seiner Unterthanen. Personen niedrigen Standes wird gelehret, ihre Obern zu lieben, vorzüglich, da sie sehen, daß diese ihren Stand bey Seite setzen, und sich dazu verstehen die Pfade der Weisheit zu betreten, und der Tugend in Gesellschaft mit denen die am Range unter ihnen sind zu folgen.

Tugend allein ist wahrer Adel, und die Weisheit ist der Canal, durch welche sie geleistet wird. Weisheit und Tugend, sind derohalben die grossen Caracteristicks des Ordens der Maurer.

Die Maurerey präget allgemeine Liebe und Wohlwollen ein, und macht das Herz besonders zu Handlungen der Gutthätigkeit geschickt. Ein Maurer, der diese liebenswürdige, diese göttliche Eigenschaft und Neigungen hat, wird durch den Anblick des Elendes unter einer jeden Gestalt erschüttert. Sein Mitleiden ist nicht allein rege, Indern er eilet (so weit es mit den Reguln der Klugheit bestehen kann) die Uebel des Leibenden zu lindern, und träget mit freudigen Herzen das seinige zu dessen Hülfe bey.
Diesen Zweck zu erreichen, sind Fonds errichtet, und unsere Almosen-Cassen auf den festesten Grund erbauet. Wenn ein Bruder im Elend ist, wessen Herz empfindet nicht mit ihn! Wenn er hungrig ist, speisen wir ihn nicht? Kleiden wir ihn nicht wenn er nackend ist? Eilen wir nicht zu seiner Hülfe wenn er in Gefahr ist? Hiedurch rechtfertigen wir den Namen den wir annehmen, und überzeugen die Welt, daß der Name Bruder nicht bloß ein Wort ist.
Wenn alles dieses nicht hinreichend ist einen so großen und edlen Plan, eine so weise Gesellschaft, glücklich unter sich, und gleichfalls glücklich in dem Besitze aller geselligen Tugenden, zu empfelen, so wird nichts, was wahrhaftig groß ist, geachtet werden.

Der Mann, welcher Beweisen von solchen Gegenständen hergenommen, seinen Beyfall versagen kann, muß gegen alles was edel ist gehärtet seyn, und alle sanfte Empfindungen der Ehre verlohren haben. Allein, obgleich solchergestalt unserer Seele die besten Ideen eingeflösset werden, so giebt es doch Brüder, welche für ihren eigenen guten Ruf sorgloß, die seeligen Lehren unserer edeln Kunst verabsäumen und vernachlässigen, und indem sie sich dem Laster und der Unmässigkeit ergeben, nicht allein sich selbst erniedrigen, sondern auch hauptsächlich Schande über die Maurers im ganzen verbreiten.
Dieser unglückliche Umstand ist es, der die strengen und ungerechten Betrachtungen veranlasset, welche der mit Vorurtheilen behaftete Theil der Menschen so reichlich über uns ausgegossen hat. Aber laß es diese abtrünnige Brüder wissen, und möge es der ganzen Welt bekannt werden, daß sie unsers Vertrauens unwürdig sind, und daß, welchen Namen oder Kenntzeichen sie auch annehmen, sie doch nichts weniger als Maurer sind.

Es ist einer Maus eben so leicht einen Berg zu heben, oder einem Menschen der stürmischen See Stille zu gebieten, als es einem nach Grundsätzen handelnden Maurer ist, die geringste schändliche oder niedrige Handlung zu begehen.

Die Maurerey bestehet in dem Wachsthume in allen Tugenden, aber nicht in liederlichen Schwelgereyen, und unbesonnenen Ausschweifungen, ob sie wohl vergnügte, und unschuldige Zeitvertreibe zulässet. Allein, ob sich nun zwar einige Unglückliche solchergestallt vergehen, so wird doch kein weiser Mann daher einen Beweis wider die Gesellschaft führen wollen, oder dieses als einen Einwurf wider das ganze Institut anführen. Wenn das Leben einzelner boshafter Menschen als ein Beweis gegen die Religion zu der sie sich bekennen gebraucht werden dürfte, so würde das Christenthum selbst, mit aller seiner vortreflichen Schönheit, dem Tadel ausgesetzet seyn. Lassen sie uns derohalben, o meine Brüder! sorgfältig die Würde unsers Characters behaupten, und, indem wir die Mißbräuche,, welche sich unter uns eingeschlichen haben, abschaffen, die Maurerey wieder zu ihrer ersten Schöne herstellen, und die Menschen dadurch überzeugen, daß die Quelle aus welcher sie geflossen, wahrhaftig göttlich ist.
Diese Aufführung allein, kann den ehemaligen Glanz der Maurer wieder herstellen. Edle und gute Handlungen müssen unsre Ansprüche an unsre Privilegien rechtfertigen, und die Rechtschaffenheit unsers Betragens ihren Einfluß und Würkung darthun; so wird die Welt die Heiligkeit unserer Sitten bewundern, und unsere Aufführung mit den vortreflichen Vorschriften die wir zu bewundern vorgeben, zusammen reimen können. Da unsere Gesellschaft auf Harmonie gegründet ist, und durch Regulmässigkeit und Proportion bestehet, so müssen auch unsere Leidenschaften im Zaum gehalten werden, und allezeit den Aussprachen der ächten Vernunft unterworfen bleiben.

So wie die sanften Vergnügungen der Freundschaft unsere Seelen gleichstimmmen, Rache, Bosheit und böse Natur daraus verbannen, so müssen auch wir, gleich Brüder uns lieben, und als solche leben, die durch ein Band verbunden sind, die brüderliche Zuneigung immer mehr verfeinern, und uns die Ausübung jener Pflichten, welche der Grund des Gebäudes, auf welchen wir bauen, sind, geläufiger machen. Indem wir unsere Seele in denen Grundsätzen der Moral und Tugend üben, so erweitern wir unsern Verstand, und erreichen um so viel eher den Zweck unsers Daseyns. Diejenigen, welche unsere Gesetze übertreten, oder Eingriffe in unsere gute Ordnung thun, bezeichnen wir mit einer besondern Betrachtung, und wenn unsere milde Bemühung ihr Leben zu bessern nicht von Erfolg ist, wenn unsere gute Absicht nicht erreichet wird, so verstossen wir sie aus unsern Logen, als unbrauchbare und unfähige Mitglieder des Ordens.
Dies ist der Gebrauch, o möchte er doch unter allen Maurern herrschen! Da unsere äusserliche Aufführung unsern innern Grundsätzen entsprechen muß, so müssen wir eben so sorgfältig bedacht seyn, Tadel oder Vorwurf zu vermeiden; nützliche Kenntnisse zu erlangen, muß der Haupt-Gegenstand unserer Wünsche seyn; die Wege der Weisheit sind schön, und leiten zu Vergnügen. Wir müssen in die Natur blicken, da denn die Vortheile, welche uns aus einem so reitzenden Studio erwachsen, unsern unermüdeten Fleiß hinreichend belohnen wird. Kenntnisse müssen stuffenweise erlangt werden, man findet sie nicht ohngesucht, oder aller Orten. Die Weisheit suchet die geheimsten Schatten, die einsame der Betrachtung geweihete Zelle, dort sitzet sie auf ihrem Thron und ertheilt ihre heilige Oracul: Dort laßt sie uns suchen, und ihren wahren Seegen zu erlangen uns bestreben; denn obgleich der Weg zu ihr schwer ist, so wird er doch immer leichter, je weiter wir auf demselben fortwandeln.

Die Mathematik, diese ausgedehnte Wissenschaft, sollte unser Haupt-Studium seyn, da sie die edelste und erste der Wissenschaften ist. Durch sie können wir der Natur durch ihre verschiedene Wendungen, bis zu ihren geheimsten Triebfedern folgen; durch sie können wir die Macht, die Weisheit und Güte des großen Baumeisters der Welt erblicken, und mit Entzücken und Erstaunen die vortrefliche Proportion, welche diese trefliche Maschiene vereinigt und zieret, einsehen.
Durch sie können wir die Planeten in ihren verschiedenen Craisen sich drehend entdecken, und ihre Revolutionen mathematisch erweisen; durch sie können wir auf eine vernünftige Art Rechenschaft von der Abwechselung der Jahrszeiten, und den vermischten Mannichfaltigkeiten geben, welche diese unsern Auge darstellen. Zahlenlose Welten sind um uns, alle durch eben den göttlichen Baumeister erschaffen; sie rollen durch den weiten Raum, und werden durch einerley unabänderliche Gesetze der Natur geführet. Wie wird unser Verstand dadurch vermehret werden, mit welchen erhabenen Ideen muß eine solche Erkenntniß unsere Seele erfüllen! und wie würdig ist dieses der Aufmerksamkeit aller vernünftigen Geschöpfe, vorzüglich solcher, welche sich Freunde und Beförderer unsers Instituts nennen.
Dieser Blick in die Natur, und die Bemerkung ihrer treflichen Vollkommenheiten und Verhältnisse, war es was zuerst die Menschen dahin brachte diesen göttlichen Plan zu folgen, und nachzuahmen, Harmonie und Ordnung zu studiren. Baumeister fingen an zu zeichnen, die ersten Entwürfe verbesserten sich durch Erfahrung und Zeit, und brachten dadurch solche Werke hervor, deren Vortreflichkeit noch die Bewunderung der spätesten Zeitalter seyn wird.

Hier könnte ich die Geschichte der Maurer schildern, und zeigen, daß, seitdem Ordnung begann, oder die Harmonie anfing ihre Reitze zu verbreiten, unser Orden ein Daseyn hatte; allein dieses ist so sehr bekannt, daß eine langwierige Untersuchung unstreitiger Thatsachen eher den Verstand benebeln, als unsern Blicken eine Aussicht zeigen würde, welche Unwissenheit und Barbarey nur überschleyern kann.

Wären wir vereinigt, so müßte unsere Societät blühen; lassen sie uns dieses zu bewerkstelligen uns bemühen. Lassen sie uns darneben die nützlichen Künste befördern helfen, und auf diese Weise unser Merkzeichen und unsere Vorzüge zeigen; lassen sie uns die geselligen Tugenden bearbeiten, und in allem was gut und liebenswürdig ist wachsen. Möge der Genius der Maurer uns leiten, und wir unter seinen Scepter uns bemühen, mit der uns zukommenden Würde zu handeln.

Ist nun bis Maurerey eine so gute, so schätzbare Wissenschaft; zwecket sie dahin ab die Seele zu unterrichten und jede unbändige Leidenschaft zu zähmen; vertreibt sie Rache, Haß und Neid; versöhnt sie uns mit allen Religionen und Nationen; ist sie ein allgemeines Band, welches ihre Nachfolger zur Milde, zum Wohlthun und zur geheimen Freundschaft verbindet; ist ihre Absicht die wahreste Freyheit zu befördern; lehret sie jedermann ein ruhiges Leben zu führen; kurz, sind ihre Vorschriften ein vollkommnes System aller moralischen Tugenden: dann, Heil dir, glänzende Maurerey! reitzender Inhalt alles dessen was liebenswürdig ist — -- Heil dir gesegnete moralische Kunst, die du die Tugend so lächelnd darstellest — —- Willkommen ihr glücklichen Wohnungen, wo alle des Vergnügens eines heitern und ruhigen Lebens gemessen — — Willkommen ihr gesegnete Zufluchts-Oerter, wo lächelnde Freundschaft ewig blühet, und von ihrem Throne mit unbegränzter Freygebigkeit, Vergnügen vertheilt -- -- Willkommen ihr geheiligten Wohnungen, wo Friede und Unschuld ewig wohnet.

Die erläuternden Grundsätze der Maurer,

In
einem Briefe des gelehrten Herrn Locke an seine Herrlichkeit dem Grafen von Pembroke.

[hier folgt auf rund 50 Seiten, 77-126 (1776) resp. 64-119 (1780) [engl. 93-187]
das sogenannte Freimaurerverhör, das John Locke gefunden haben soll.
siehe: Das umstrittene Freimaurerverhör von 1753

Anhang.

Vorlesung, nach der Aufnahme zum ersten Grade.


[im Englischen steht in einer Fussnote:
This charge was printed by itself in 1769 and inscribed to the honourable Charles Dillon, who was pleased to give it his patronage.]

Für eine Übersetzung durch Karl Christian Friedrich Krause, 1821, siehe:
William Preston: Anrede bei der Einweihung in den ersten Grad, 1772 http://www.muellerscience.com/ESOTERIK/Freimaurerei_Katechismen/Preston_Anrede_1772.htm

Bruder!
da ich das reine Vergnügen gehabt habe, Sie zu den ersten Anfangsgründen unserer königlichen Kunst einzuführen, so wünsche ich Ihnen nun Glück, daß Sie als Mitglied dieser alten ehrwürdigen Gesellschaft einverleibet worden sind. Alt, weil sie seit undenklichen Zeiten bestehet; und ehrwürdig, weil sie in einem jeden besondern Theile dahin abzwecket, alle Menschen, die sich nur ihren glänzenden Vorschriften gemäß verhalten wollen, zu. solchen zu machen.
Nie bestand eine Gesellschaft, welche auf besseren Vorschriften und dauerhafterm Grund gebauet war; auch sind nie vortreflichere Lehren oder nützlichere Gebräuche gewesen, als die, welche alle denen eingepräget sind, die zu denen Geheimnissen dieser Kunst zugelassen worden. Monarchen sind in allen Zeitaltern die Beförderer, und Aufmuntrer dieser Kunst gewesen, und haben es ihrer Würde nie nachtheilig gehalten, sich in diese Brüderschaft zu begeben, deren Privilegien zu erweitern, und ihre Versammlungen zu beschützen.

Wie ein Maurer, wie ein Mann von Ehre, sind Sie zu einer genauen Befolgung des moralischen Gesetzes, welches in diesem Buche (auf die Bibel zeigend) enthalten ist, verbunden; es als den untrüglichsten Weg zur Wahrheit und Gerechtigkeit zu betrachten, und dessen göttlichen Vorschriften gemäß Ihr Leben und Ihren Wandel einzurichten.
In diesem ist Ihre Pflicht gegen Gott, gegen Ihren Nächsten und gegen Sie selbst nachdrückliche vorgeschrieben, und da die genaue Befolgung dieser Pflichten Beyfall, sowol besondern, als allgemeinen, erwirbt, so darf ich hoffen, daß Ihr künftiger Lebenswandel die glücklichen Folgen diesen brüderlichen Ermahnung zeigen wird.
Im Staate müssen Sie ein ruhiger, arbeitsamer und friedliebender Mitbürger, und Ihrem Oberherrn getreu seyn; Ihr Vaterland lieben; nie Aufruhr oder dergleichen Unordnungen gut heißen, noch Theil daran nehmen, sondern sich geduldig den Befehlen der gesetzgebenden Macht unterwerfen; sich auch willig alle dem gemäß bezeigen, was in dem Lande, in welchem Sie leben, von einem rechtschaffenen Unterthan gefordert werden kann.
Ihr äusseres Betragen erfordert besondere Vorsicht, damit Sie, so viel an Ihnen ist, keine widrige Urtheile oder Tadel auf sich laden; hüten Sie sich sorgfältig vor denen, welche sich durch ein erkünsteltes Betragen in Ihre Achtung nur einzuschmeicheln suchen, und Sie von tugendhaften Entschließungen, oder von den ehrwürdigen Vorschriften dieses heiligen Ordens abzuziehen trachten. Lassen Sie Ihre Rechtschaffenheit nie durch Eigennutz, Gunst, Vorurtheil, oder dergleichen schwache Verleitungsmittel wankend machen, oder sich dazu bewegen, eine niedrige Handlung zu begehen, sondern lassen Sie die ganze Folge Ihres Betragens einfach und sich selbst gleich seyn, der Würde, dieses rühmlichen Instituts angemessen.
Vor allen andern Tugenden aber befleissigen Sie sich der Menschenliebe und Gutthätigkeit; zwey der auszeichnendsten Kennzeichen unsers Ordens. Das unaussprechliche Vergnügen, das Elend seines Nächsten gemildert zu haben, kann nur von Leuten von sanftem Character empfunden werden, und diese werden durch eine sympathetische Gewalt hingerissen, ihre Wohlthaten und ihre Beyhülfe über die Elenden aller Art nach ihrem Vermögen zu verbreiten.
Eine edle Seele wird durch diese Empfindungen hingerissen, voller Freudigkeit, gutthätig zu seyn, sie versetzet sich selbst in den Platz der Unglücklichen, höret deren Klagen, beweint ihr Elend, und suchet denselben werkthätig Hülfe zu leisten.

Der nächste Gegenstand Ihrer Aufmerksamkeit, und welcher unmittelbarer Ihren gegenwärtigen Zustand betrifft, ist unser Constitutionsbuch, welches die Geschichte der Maurer von den frühesten Zeiten, nebst andern Nachrichten von den vorzüglichsten Personen enthält, welche diese Kunst von Adam an bis auf die jetzige Zeiten bereichert haben; auch allen zur Belehrung der Brüderschaft nothwendigen Gesetzen und Gebräuchen der Societät; und diesen, hoffe ich, werden Sie sich gemäß bezeigen, und ihnen willige Folge leisten.

Nächst diesem wollte ich Ihnen auch wohl eine genaue Beywohnung unserer Versammlungen, und vorzüglich eine genaue Erfüllung der besondern Pflichten dieser Loge anrathen. Hier sowol, als in allen andern Versammlungen und Zusammenkünften der Brüder, müssen Sie sich so betragen daß die eingeführte Ordnung und das Decorum nicht beleidiget werde, daß gute Harmonie erhalten, und die Geschäfte der Loge ordentlich verrichtet werden.
Sie dürfen so wenig Wetten anbieten, als sonst ungeziemende Reden führen; weder solche, welche die Ehrerbietung, die Sie Gott schuldig sind, noch solche, welche die guten Sitten beleidigen.
Eben so wenig dürfen Sie Zwistigkeiten über die Religion, oder politische Händel, weder vorbringen, noch dulden, sich auch nicht, während daß die Loge mit ernsthaften und wichtigen Sachen beschäftiget ist, possierlich oder kurzweilig betragen. Sie müssen dem vorsitzenden Meister sowol als den andern Logen-Officianten alle gehörige Achtung und Ehrerbietung bezeigen, und sich fleißig auf die Ausübung Ihrer maurerischen Pflichten legen, damit Sie so geschwind als möglich darinn wachsen und zunehmen mögen, beydes, sowol zu Ihrem eignen guten Ruf, als auch zur Ehre der Loge, in welcher Sie aufgenommen worden sind.
Allein, oh ich Ihnen gleich ernstlich anrathe, unsere gewöhnlichen Zusammenkünfte nicht zu versäumen, so ist doch damit nicht gemeynet, sie von den dringendsten Geschäften abzuhalten, denn diese müssen auf keine Weise verhindert werden.
Man ersucht Sie, sich bey Ihren müßigen Stunden auf die schönen Wissenschaften zu legen, wie nicht weniger auf die freyen Künste, als wodurch Sie, mit hinzukommendem Unterricht, bald im Stande seyn werden, sich eine hinreichende Kenntniß unsrer maurerischen Geheimnisse zu erwerben.

Ehe ich schliesse, muß ich Ihrem Gedächtniß nochmals die unumgängliche Nothwendigkeit wiederholen, jedes einzelne Stück dieser Ihrer Pflichten unverbrüchlich zu halten; und daß, wenn jemals in dem Circul Ihrer Bekanntschaft sich jemand finden sollte, der einen Trieb, ein Maurer zu werden, bey sich verspüret, Sie selbigen nicht eher der Loge vorschlagen, bis Sie vollkommen überzeuget sind, daß er sich auch den Pflichten des Ordens gerne unterwerfen wird; dieses alles, damit die Ehre, der Ruf und der gute Name eines so edeln Instituts, als die Freymaurerey ist, immer fester gegründet, und die Welt immer mehr und vollkommner von dem wohlthätigen Einfluß derselben überzeuget werde.

Solchergestalt, mein Bruder! habe ich Ihnen alle die Pflichten vorgehalten, von welchen ich wünsche, daß selbige genau auszuüben, Sie sorgfältig bedacht seyn mögen. Aus der Aufmerksamkeit, womit Sie selbige angehöret haben, hoffe ich, daß Sie deren wahren Werth zu schätzen wissen, und daß Sie, Ihrer Seele allezeit die heiligen Triebfedern, Wahrheit, Ehre und Gerechtigkeit, tief einzuprägen, sich bemühen werden.

Vorlesung, nach der Aufnahme zum zweyten Grade.

Bruder!
Da Sie nun anjetzo den zweyten Grad der Maurerey erlangt haben, so ist es meine Pflicht, Ihnen zu dieser Erhebung Glück zu wünschen. Sie müssen wissen, daß es eigentlich die inneren Gaben eines Mannes, und nicht die äußerlichen sind, welche die Maurerey betreffen. So wie Sie in Erkenntniß wachsen, so werden Sie nothwendig auch im geselligen Umgange zunehmen; ich werde Ihnen also die verschiedenen Pflichten, die von Ihnen als Maurer ausgeübet werden müssen, nicht wiederholen, noch mich weiter über eine genaue Befolgung und über die Nothwendigkeit derselben ausdehnen, da Ihre eigene Erfahrung Sie bereits überzeuget haben muß, daß sie wichtig und nutzbar sind.

Hinreichend sey es, zu bemerken, daß Ihr bisheriges Betragen und ordentliches Bezeigen die Ihnen anjetzo ertheilte Ehre verdienet hat, und- daß man in diesem neuen Character von Ihnen erwartet, daß Sie sich allezeit den Reguln der Maurerey gemäß verhalten werben, und standhaft in der Ausübung aller schätzbaren Tugenden bleiben. Das Studium der freyen Künste, dieses schätzbaren Zweiges der Erziehung, wodurch unsre Seele so sichtbarlich gezieret und verfeinert wird, empfehle ich insbesondre Ihrer ernsthaften Betrachtung. Vorzüglich, was die edle Wissenschaft, die Geometrie, betrift, sie, die zum Grunde des ganzen treflichen Gebäudes der Maurerey ist gelegt worden. Da diese Wissenschaft beydes göttlicher und moralischer Natur ist, so ist sie auch die Grundlage zu allen nützlichen Kenntnissen, und indem sie uns die wunderbaren Eigenschaften der Natur lehret, zeiget sie uns auch noch zweitens die weit wichtigern Wahrheiten der Moral.

Da die Feyerlichkeit unserer verschiedenen Gebräuche allezeit ein ernsthaftes Betragen erfordert, so müssen Sie besonders in unsern Zusammenkünften hierauf aufmerksam seyn; die alten Gebräuche und Gewohnheiten der Societät heilig und unverbrüchlich halten, und auch durch Ihr Beyspiel, von Andern gegen dieselben die schuldige Ehrfurcht zu erzwingen, bemühet seyn.

Die Gesetze und Anordnungen der Brüderschaft müssen Sie unterstützen und aufrecht zu erhalten suchen, auch allezeit bemühet seyn, denselben beyzuwohnen, wenn sie sollen ausgeübet werden. Die Fehler Ihrer Brüder dürfen Sie weder bemänteln noch vergrößern, allein in der Entscheidung irgend eines Vergehens gegen unsere Gesetze müssen Sie voller Redlichkeit sprechen, voller Freundschaft warnen, und voller Gerechtigkeit strafen.

In unsern besondern Zusammenkünften können Sie Ihr Urtheil und Ihre Meynung, verschiedene Theile nutzbarer Kenntnisse betreffend, (in so fern sie nemlich auf die Maurerey abzielen oder damit verwandt sind) dreiste vertragen. Solchergestalt können Sie die Kräfte Ihrer Vernunft und Ihres Verstandes verbessern, sich zu einem nutzbaren Mitgliede der Gesellschaft bilden, und in der Bemühung, in jeder guten und löblichen Sache sich hervorzuthun, mit Ihren Brüdern wetteifern.

Jedem gewöhnlichen Zeichen der Zusammenberufung sind Sie schuldig, Folge zu leisten, und genau zu gehorsamen, so fern sie nemlich mit unserm Hergebrachten übereinstimmet. Sie sind schuldig, die Noth Ihrer Brüder bis zu Ihrem äussersten Vermögen und nach allen Ihren Kräften zu mildern, jedoch, ohne sich selbst oder Ihren besondern Umständen dadurch zu schaden; Sie dürfen auch auf keine Weise einen Bruder beleidigen, oder zugeben, daß er beleidiget werde, sondern Sie sind verpflichtet, ihn vor allen ihm drohenden Gefahren zu warnen, und sein Interesse wie das Ihrige zu betrachten.
Dies, Bruder, ist die Art Ihrer gegenwärtigen Verbindlichkeit, und an diese Pflichten sind Sie durch die heiligsten Bande gebunden.

Vorlesung nach der Aufnahme zum dritten Grade.

Bruder!
Da Sie nun zu diesem ehrwürdigen Grade gelanget sind, so wünsche ich Ihnen voller Vergnügen und Freude Glück dazu. Ihr Eifer für dieses unser vortrefliches Institut, Ihre Erkenntniß in unsern heiligen Geheimnissen, und Ihre feste Beobachtung unserer weisen und nutzbaren Anordnungen, haben Sie als einen würdigen Gegenstand dieses vorzüglichen Beweises unserer brüderlichen Zuneigung ausgezeichnet.

Pflicht sowohl, als Ehre, und Dankbarkeit verbindet Sie anjetzo alle dem, was Ihnen dürfte anvertrauet werden getreu zu seyn; die Würde der Societät bey aller Gelegenheit aufrecht zu erhalten, und jedem einen pflichtmässigen Gehorsam gegen unsere vortrefliche Vorschriften anzupreisen. Die Grundsätze der Maurerey werden Sie gewiß dahin bringen, allen denen Pflichten genaue nachzuleben, die in unsern verschiedenen Lektionen enthalten sind.

Ich will derohalben über diesen Gegenstand nicht weitläuftiger seyn, allein nur noch blos erwähnen, daß Sie, durch Unterricht und Beyspiel unsere Gesetze noch verstärken, und dadurch der Welt zeigen können, daß Verdienst allein Anspruch auf unsre Vorrechte hat, und daß Ihnen unsre Gunst nicht unverdient ertheilt worden ist.

Der Character als Meister-Maurer giebt Ihnen nun das Recht, die Ausschweifungen, und Vergehungen Ihrer Brüder zu bestrafen. Wenn irgend jemand derselben durch Unvorsichtigkeit, oder Unachtsamkeit sich von unsern vortreflichen Gesetzen entfernen sollte, so müssen Sie ein beständiger Erinnerer ihrer Fehler seyn; ihre Seele mit Muth starken, damit sie denen Versuchungen der wilden und rohen Menschen widerstehen, und sich gegen eine jede Anlockung zu lasterhaften Handlungen sichern und wapnen mögen.
Bey. allen Gelegenheiten, müssen Sie die Unerfahrnen warnen nie dir Treue zu brechen, und so viel es in Ihrer Macht ist, den guten Ruff der Societät zu erhalten sich bestreben, Brüdern der untern Grade, müssen Sie Gehorsam und Unterwürffigkeit anpreisen; denen die Ihnen gleich sind, höflich und menschenfreundlich begegnen, denen aber welche über Ihnen sind, Folgsamkeit bezeugen.

Sie müssen sich allgemeines Wohlwollen einprägen, und sich durch Schlüsse und Beweise tüchtig machen eine jede Beschmitzung dieser ehrwürdigen Gesellschaft zu widerlegen, und zu entkräften. Unsre alte Gewohnheiten müssen Sie sorgfältig erhalten, und nie einen Eingrif in dieselbe zugeben: auch unter was Vorwand es immer sey, denen Abweichungen von den festgesetzten Gewohnheiten, und Gebrauchen nie nachsehen.
Ihr Eifer für die Tugend, Ihre Ehre als rechtschafner Mann, und Ihr Ruff als Maurer, müssen alle gleich dazu beytragen, diesen Character mit schicklicher Würde zu behaupten, in welchem Sie anjetzo stehen. Lassen Sie sich derohalben durch keinen Bewegungsgrund von dieser Ihrer Pflicht abwendig machen, Ihre Gelübde zu brechen, oder das anvertraute zu verrathen. Seyn Sie wahrhaftig und getreu, und ahmen Sie das Beyspiel des großen Meisters nach, den Sie so eben kennen gelernt haben.

Solchergestalt werden Sie sich allezeit des Zutrauens, welches wir in Sie gesetzt haben, würdiger und tüchtig machen, alle die Ehrenbezeugungen zu erhalten, die wir Ihnen anzubieten vermögen.

Gebet bey Eröfnung der Loge.

Gnade des Himmels verbreite sich über uns, bey dieser unserer glücklichen Zusammenkunft. Möge doch das Werk mit Ordnung, Eintracht und Bruderliebe angefangen, fortgeführet und geendiget werden.
Amen.

Gebet bey Schliessung der Loge.

Segnung des Himmels komme über uns, und alle wahre Maurer, und verschönere, und vereinige uns, durch eine jede moralische und gesellige Tugend.
Amen.

Gebet vor der Aufnahme eines Candidaten.

Allmächtiger Vater und oberster Regierer der Welt,
verleihe uns bey dieser unserer Zusammenkunft deine Hülfe, und gewähre uns, daß dieser Candidat zur Maurerey sein Leben deinem Dienste weihen und widmen möge, und ein wahrer und getreuer Bruder unter uns werde.
Begabe du ihn mit einem Strahl deiner göttlichen Weisheit, damit er durch die Geheimnisse dieser Kunst geschickt gemacht werde, die Geheimnisse deiner Einrichtungen zu entfalten, zur Ehre deines heiligen Namens.
Amen.


Declaration, von jedem Candidaten

zur Maurerey von sich zu stellen, zu unterschreiben, und mit zween Zeugen zu bescheinigen.

Ich N... erkläre hiemit feyerlich, bey meiner Ehre, daß ich, unberedet von Freunden, auch nicht durch eigennützige Absichten verleitet, mich hiemit frey und willig als einen Candidaten zu den Geheimnissen der Maurer anbiete, daß ich bloß durch eine günstige Meynung dazu bewogen worden, durch ein Verlangen nach Kenntnissen, und durch den aufrichtigen Wunsch, meinen Nebengeschöpfen nutzbar zu seyn.
Daß ich auch ferner mich gern und willig allen den alten hergebrachten und festgesetzten Sitten und Gebräuchen der Societät unterwerffe.
Solches alles, laut meines Namens Unterschrift.
Den A.

A. B. Zeugen.

N.

Nachdem diese Declaration gemacht,

und bescheiniget ist, so wird darauf der Candidat auf folgende Weise in geöfneter Loge vorgeschlagen.

Hochwürdiger, würdige Brüder!
Auf ernstliches Ansuchen des Herrn N.. - (hiebey bemerkt er sein Geschäfte, und den Ort seines Aufenthalts) schlage ich denselben hiemit als einen Candidaten zu unsern Geheimnissen vor.

Da ich einen Character kenne, so darf ich ihn würdig halten, der Vorrechte der Maurer theilhaft zu werden; und wegen dieses seines Gesuchs, welches er gemacht, unterzeichnet, und von Zeugen hat unterschreiben lassen, glaube ich feste, daß er sich willig und freudig allen Reguln dieser ehrwürdigen Gesellschaft unterwerfen wird.

Die, alten Gebräuchen gemässe Art, eine Loge zu constituiren,

nebst der Ceremonie der Einweihung.

Eine jede Anzahl Meister Maurer (jedoch nicht unter sieben) die entschlossen sind eine neue Loge zu errichten, müssen sich mit ihrer Bittschrift an den Landes- oder Provincial-Großmeister wenden, und beweisen, daß sie auf eine gesetzmäßige Art zu Maurern gemacht, auch gegenwärtig Mitglieder verschiedener Logen sind, daß ihnen die Wohlfarth der Societät am Herzen liege, und daß sie bereit sind, alle ihre äußerste Bemühungen, die Grundsätze der Maurer auszubreiten, anzuwenden.
Daß ihrer Bequemlichkeit wegen, (oder sonst andrer Ursachen) sie sich dahin verglichen haben, eine neue Loge, mit Namen — zu errichten; daß sie unter sich A — zum vorsitzenden Meister, B — zum ersten und C — zum zweiten Aufseher erwählet haben; daß sie diesem ihren Entschluß gemäß um die Constitution, um die vorläuffige Erlaubniß ersuchen sich alle Monath in — in dem Hause des —- zum —- zu versammlen, eine regulmässige Loge zu halten, daselbst auf die der Societät angemessene Art Maurer auf- und anzunehmen, und zu befördern, auch alle übrige Pflichten der Maurer, in so weit es ihnen gestattet sey, daselbst auszuüben.
Daß sie, wenn diese Bitte ihnen gewähret ist, willig allen Gesetzen und Anordnungen der großen Loge sich gemäß bezeigen wollen.

Nachdem diese Bittschrift gehörig unterzeichnet, und von 3 verschiedenen Logen-Meistern empfohlen worden, wird sie dem Groß-Secretaire übergeben, welcher sie dem deputieren Groß-Meister vorlegt. Wenn dieser sie billiget, wird ihnen eine Dispensation ertheilet, vermöge welcher die in selbiger benannten Bruder berechtiget werden, sich während 40 Tage, oder so lange bis die Constitution ausgefertiget ist, oder diese Erlaubniß zurückgenommen wird, als Maurer zu versammlen. Dieser Erlaubniß gemäß, kann die Loge an dem bestimmten Orte eröfnet werden, und deren Geschäfte sind, wenn sie ordentlich angezeichnet werden, eben so gültig, wie die, einer regulmässigen Loge, die bereits constituirt ist.

Darauf wird die Bittschrift selbst, von dem deputirten Groß-Meister seiner Hochwürden dem Großmeister übergeben, welcher, wenn er und die große Landes-Loge, mit denen darinn angeführten Ursachen zufrieden sind, alsdenn einen Tag, oder eine Stunde ansetzet, an welchen diese neue Loge gesetzmäßig soll constituiret, eingeweihet, und deren Logen-Officianten installiret werden. Ist der Groß-Meister selbst mit allen Groß-Beamten zu gegen, so ist sie in grosser Form constituiret; verrichtet es der deputirte Groß-Meister, so ist sie in gehöriger Form constituiret; geschiehst dieses aber durch eine andre Loge, welche dazu den Auftrag erhält, so heißt sie in Form constituiret.
Zu der bestimmten Zeit kömmt der Groß-Meister und seine Groß-Beamte (oder diejenigen welche dazu den Auftrag von Sr. Hochwürden erhalten) in einen schicklichen Zimmer beysammen, und nachdem sie sich gehörig angekleidet haben, gehen sie in Procession nach dem Logen-Saal. Die Loge wird von dem Groß-Meister eröfnet, und zwar in allen 3 Graden der Maurerey; nachdem nun ein Gebet verrichtet, und eine Ode zum Lobe der Societät abgesungen worden, wird dem Groß-Meister, oder dem, der dessen Stelle vertritt eröfnet:
wie eine gewisse Anzahl gegenwärtiger Brüder, welche in denen Geheimnissen der Maurer alle wohl unterrichtet wären, unter dem Schutz der grossen Loge, zu einer neuen arbeitenden Loge formiret zu werden wünschten; daß ihnen bereits eine Erlaubniß ertheilt worden wäre, Kraft welcher sie sich als wahre Maurer versammlet, und auch die Geschäfte ihrer verschiedenen Zusammenkünfte in einem Buche, wie sich dieses gezieme ausgezeichnet hätten.

Darauf wird ihre Bittschrift verlesen, gleichfalls auch die Dispensation welche ihnen hierauf ertheilet wurde. Nachhero werden alle die Geschäfte dieser neuen Loge während ihrer Dispensation vorgenommen, verlesen, und wenn sie gebilliget sind, erkläret sie der Groß-Meister für gültig und rechtmässig.
Hierauf nimmt der Groß-Meister diese ihnen ertheilte schriftliche Gewähr in seine Hand, und fordert die Einwilligung der Brüder der neuen Loge, zu denen in selbiger: ernannten Officianten.
Nachdem sie dies gethan, wird ein Lied gesungen, und eine Rede über den Zweck und die Absicht der Maurerey gehalten.

Die Ceremonie der Einweihung.

(Es geschiehst aber nur auf besondern Befehl.)

Der Groß-Meister von seinen Officianten, und dem Redner der großen Loge begleitet, schließen mitten in der Loge einen Kreis, und verrichten nachdem sie niedergeknieet das Vorbereitungsgebet. Der Sprecher zeigt darauf seine Vollmacht, und fährt mit Beyhülfe der Anwesenden mit der Einweihung fort. Eine feierliche Musik wird gehöret, während deren die nöthige Zubereitungen gemacht werden. Die erste Clausul des Einweihungs-Gebets wird verlesen, während dessen alle Anwesende andächtig knien, und die Antwort:
Ehre sey Gott in der Höhe
[Glory to God on High]
anstimmen.
Rauchwerk wird angezündet, und das Lob der Maurerey ertönet. Darauf wird das Einweihungs-Gebet beschlossen, und wieder wie vorher beantwortet.

Alles stehet auf, eine feierliche Musik wird herein geführet, und nach derselben der Seegen gegeben, welcher wieder wie vorher beantwortet wird. Nachdem nun eine Ode abgesungen worden, und die Brüder der neuen Loge vorwärts kommen, so sagt der Großmeister:
Kraft dieses meines heiligen Amts, und in dem Namen des Allerhöchsten, dem Ehre und Preis gebühret, errichte und constituire ich diese gute Brüder zu einer regulmässigen Loge, freyer und angenommner Maurer, Gott sey mit ihnen.
Amen.
(Pauken und Trompete« erschallen.)

Das Lob der Maurerey ertönt, und die
Einweihungs-Ceremonie wird beschlossen.
[diese beiden Zeilen sind im Englischen kein Titel]

Es frägt nunmehro der Großmeister seinen deputirten Großmeister,
ob er den in der Acte ernannten Meister gehörig examiniret, und ob er ihn in der edeln Wissenschaft, und der königlichen Kunst gut erfahren gefunden.
Wenn dieses von dem deputirten Großmeister bejahet worden ist, so ziehet ihn dieser auf Befehl des Großmeisters unter seinen Brüdern hervor, und stellt ihn vor dem Altar, sagend:
Hochwürdigster Großmeister, ich bringe Ihnen diesen meinen würdigen Bruder A. damit er zum Meister dieser neuen Loge installiret werde; denn es ist mir bekannt, daß er gute Grundsätze hat, sehr geschickt, wahrhaftig und aufrichtig ist, auch die ganze Brüderschaft liebet, wo sie auch über der ganzen Oberfläche der Erden zerstreuet seyn mag.

Die alten Statuten, und die allgemeinen Verordnungen werden verlesen, und der Großmeister fragt den erwählten Meister:
unterwerfen Sie sich diesen Gesetzen, versprechen Sie die Anordnungen so beobachten und ausüben zu lassen, wie es die Meister aller Zeitalter gethan haben?
Nachdem nun der neue Meister seine Unterwürfigkeit bezeuget hat, hält ihn der Großmeister des Zutrauens würdig, und investiert ihn mit dem Zeichen seines Amts, worauf er ihn folgendergestalt grüsset:
Bruder A …. denen Empfehlungen die Ihrentwegen eingelauffen sind, und der versprochenen Befolgung aller Pflichten und Gebräuche dieser Societät zu Folge, ernenne ich Sie hiemit zum Meister dieser neuen Loge, und zweifle keinesweges an Ihrer Sorgfalt, Kunst und Fähigkeit.

Hierauf wird die schriftliche Gewährleistung dem neuen Meister überliefert, nach welcher der deputirte Meister, die heilige Bibel, das Winkelmaaß, der Circul, das Constitutionsbuch, das kleine Buch, die beweglichen Kleinodien, und alle die Zeichen seiner Officianten, ihm ein nach dem andern überreichet, auch gleichfalls der nöthige Unterricht für jedes derselben ordentlich überliefert wird.

Der neue Meister wird darauf von den Stewards unter Zuruf der Brüder zu des Großmeisters linken Hand geführet, woselbst er auf die gewöhnliche Weise seinen Dank abstattet, und zwar erstlich dem Hochwürdigsten, und nachhero allen Uebrigen nach der Ordnung. Man begrüßt ihn hierauf mit einer feierlichen Musik, und einem Liede was auf die Begebenheit passet, darauf treten die Glieder der neuen Loge hervor, huldigen den Großmeister, und bezeugen dem neuen Meister ihren guten Willen und Unterwürfigkeit, durch die bey denen verschiedenen Classen der Maurer gebräuchliche Glückwünsche.

Der Großmeister befiehlt darauf dem neuen Meister, sogleich zur Ausübung seines neuen Amts zu schreiten, seine Aufseher nemlich zu bestimmen, welche er sodann nennet. Sie werden zum Altar geführet, und dem Großmeister vorgestellet; worauf der neue Meister fortfähret, und sie mit dem Zeichen ihres Amts auf folgende Weise investiret:
Bruder B ... ich ernenne Sie zum ersten Aufseher dieser Loge, und investire Sie mit dem Zeichen Ihres Amts. Vorzüglich erwarte ich von Ihnen, daß Sie allemal, und zwar frühe bey unsern Zusammenkünften zugegen sind, weil Sie in meiner Abwesenheit die Loge regieren, und bey meiner Anwesenheit mir in Regierung derselben beystehen müssen. Der Eifer für die Maurerey der Sie belebt, verbunden mit Ihren ausgebreiteten Fähigkeiten wird Sie sonder Zweifel in den Stand setzen, die Pflichten, die diese wichtige Stelle Ihnen auflegt, zu Ihren eignen Ruhm, und zur Ehre deren, über welche Sie dadurch den Vorsitz erhalten, auszuüben.
Bruder C... ich ernenne Sie zum 2ten -Aufseher dieser Loge, und bekleide Sie mit dem Zeichen Ihres Amts. Ihnen vertraue ich die Untersuchung der besuchenden Brüder, und die Einführung der Candidaten an. Derohalben fordere ich denn auch, daß Sie ohnfehlbar und pünktlich erscheinen, so oft Ihre Gegenwart erforderlich ist; und zweifle nicht, daß Ihre maurerische Kenntnisse Sie in den Stand setzen werden, die Pflichten, welche Ihnen dieses Amt auferlegt, willig auszuüben.

Brüder Aufseher! Sie sind beyde zu gute Mitglieder unsers Instituts, und in den Grundsätzen der Maurerey zu erfahren, als daß es nöthig wäre, Sie die Pflichten, welche Ihr Amt von Ihnen fordert, hier zu lehren; genug sey es, Sie zu ermahnen, daß Sie alles was Sie lobenswürdiges an andern sehen, eifrig nachzuahmen sich bemühen; und alles was in dem Betragen anderer mangelhaft ist, von Ihnen sorgfältig muß vermieden werden. Sie müssen sich bemühen, die gute Ordnung und Einförmigkeit zu befördern, und durch Ihr Beyspiel, durch Ihre eigene genaue Befolgung der Gesetze, auch dieses bey allen andern Mitgliedern der Loge zu bewirken sich bestreben.

Nachdem nun die Aufseher zu ihrem Sitz zurückgekehret, wird der Schatzmeister investiret (dieser Officiante wird nicht von dem Meister ernannt, sondern von der ganzen Loge erwählet.) Hierauf wird der Secrctair zum Altar gerufen, mit dem Zeichen seines Amts investiret, und der neue Meister spricht folgendergestalt zu ihm:
Ich ernenne Sie zum Secretair dieser Loge; Ihre Pflicht ist, alle Logengeschäfte zu verzeichnen, die Rechnungen zu machen, und die Zusammenberufungs-Zettul auszufertigen. Ich bin vollkommen überzeugt, daß Ihre Neigung zur Maurerey Sie antreiben werde, dieses Ihnen anvertrauete mit Treue zu verrichten, und zweifle nicht, daß Ihre Aufführung die Hochachtung und den Beyfall der Loge verdienen werde.
Hierauf werden die Stewards hervorgerufen, investiret, und folgendermaßen angeredet:
Brüder M … und N ... ich ernenne Sie zu Stewards der Loge. Die Pflichten Ihres Amts sind, besuchende einzuführen, und dahin zu sehen, daß sie gehörig gekleidet sind; die Quartals-Beyträge und andere Ausgaben zu sammlen, und eine genaue Rechnung von den Logen-Ausgaben zu führen. Die beste Probe Ihres Eifers für die Maurerey und Ihrer Treue gegen die Loge werden Sie geben, wenn Sie sich allezeit, und zwar frühzeitig bey unsern Versammlungen finden lassen.

Hierauf ernennet der Meister den Thürsteher, giebt ihm das Zeichen seines Amts, nebst den gehörigen Unterricht, und wendet sich darauf fölgendergestalt an alle Mitglieder der Loge:
Brüder!
dies ist die Art unsers Instituts, daß einige notwendig lehren und regieren müssen, andere dagegen sich zu unterwerfen, und gehorsamen lernen. Folglich ist die Demuth bey Beyden eine wesentliche Pflicht. Ich bin vollkommen überzeugt, daß die Brüder, welche ich, mir bey der Regierung dieser Loge beyzustehen ernannt habe, zu gut mit den Grundsätzen der Maurerey bekannt, und von zu guten Sitten sind- als daß sie ihre Macht zu weit ausdehnen sollten; von den andern Mitgliedern der Loge aber glaube ich, daß sie die Nothwendigkeit der Ernennung dieser zu gut einsehen, und zu edel denken, um ihre Vorzüge zu beneiden. Da ich von beyden gewiß bin, so zweifle ich nicht, wir werden alle zu dem großen Zweck glücklich zu seyn, und andere unseres Glücks theilhaftig zu machen, das unsrige beytragen.

Hierauf wünschet der Großmeister allen Mitgliedern zu ihren Officianten Glück, und empfiehlt die Harmonie; drückt auch den Wunsch aus, daß ihr einziger Streit nur in der lobenswürdigen Nacheiferung bestehen möge, sich in der königlichen Kunst und den geselligen Tugenden einer den andern immer mehr und mehr, zu übertreffen.

Die Glieder der neuen Loge verbeugen sich, und danken für die Constitution. Der Groß-Secretair rufet darauf die neue Loge zu dreyen verschiedenen malen aus, welcher Ausruf jedesmal von dem Schall der Musik begleitet wird; nachher wird ein Lied mit einem Chor gesungen, und der neue Meister fahret mit dem Unterricht der Loge fort.
Der Großmeister befiehlet nunmehro, die Loge in das Logenbuch einzutragen, und trägt dem Secretair besonders auf, allen andern regulmässigen Logen davon Nachricht zu ertheilen.
Ein Lied machet den Beschluß der Feyerlichkeit, nachdem die Loge von dem Großmeister nach allen Graden der Maurerey geschlossen worden. Hierauf kehren sie alle in Procession wieder nach dem Gemach zurück, woher sie gekommen.

Dies ist der eigentliche Gebrauch, obgleich nicht die ganze Ceremonie, als welche der Großmeister nach seinen Gutbefinden abkürzen, oder erweitern kann.

*) Alle Lieder und Gesänge, welche bey dieser und andern Gelegenheiten gebraucht werden, waren, nebst beygefügter Musik eben zu der Zeit da ich in London war, unter der Presse. Sie wurden von dem Bruder W. Leslie unter dem Namen:„Der Musikalische Maurer" [1770] in 8vo. herausgegeben.

[hier setzt der Übersetzer einen Buchstaben hin:]
M

Die bey Leichenbegängnissen zu beobachtende Ceremonie,

alten Herkommen gemäß, nebst den bey solchen Gelegenheiten gewöhnlichen Gottesdienst.

Kein Maurer kann mit allen Formalitäten des Ordens begraben werden, wenn er dieses nicht ausdrücklich selbst verlangt, vor seinem Tode, dem Meister der Loge von der er ein Mitglied ist, es selbst aufgetragen, und nicht bereits (und zwar im 3ten Grade) Mitglied einer regulmässigen constituirten Loge gewesen.

Der Meister der Loge, so bald er von dem Todesfall Nachricht bekommt, und ihm der Tag und die Stunde der Beerdigung angekündiget worden, berufet sogleich die ganze Loge zusammen, und wendet sich durch den Groß-Secretair an dem deputirten Großmeister die Erlaubniß zu erlangen, nicht allein der Procession beyzuwohnen, sondern auch dazu seine Officianten, und diejenigen der Brüder, welche er für gut findet, einzuladen. Alle müssen dazu gehörig gekleidet seyn, *

*) Durch ein ausdrückliches Gesetz der grossen Loge ist festgesetzt:
„daß kein regulmässiqer Maurer mit dem Zeichen und denen Zierrarhen des Ordens bekleidet, irgend einen Begräbniß, oder öffentlichen Procession beywohnen soll, wenn nicht vorhero eine Dispensation von dem Großmeister, oder dessen Deputirten ausgewirket worden ist, und dieses unter der Strafe, alle die Rechte und Privilegia der Societät zu verlieren; auch, im Fall er ja in Mangel gerathen sollte, der Wohlthat der Unterstützung aus der grossen Casse verlustig zu seyn."

Da nun diese Dispensation zu öffentlichen Aufzügen nur selten, oder niemals, als nur bey besondern Gelegenheiten ertheilt wird, so kann man es sich leicht inbilden, daß dieser Fall nicht zu oft eintreten wird, oder daß wahre Maurer nicht geneigt seyn werden, ein feugesetztes [established] Gesetz zu übertreten, und die zu begleiten, welche dazu nicht hinlänglich auhorisiret sind.

Es ist wahr, man hat in den letztern Jahren viele öffentliche Aufzüge unter diesen Namen gesehen, allein man kann es mit Zuversicht behaupten, daß sie nie die Erlaubnis des Großmeisters erhielten, auch nie von wahren Maurern, welche die Gesetze des Ordens befolgen, gebilliget worden sind.
Das Publikum kann hievon leicht überzeuget werden, wenn sie nur bedenken, daß der gute Ruf der ganzen Brüderschaft bey denen Unordnungen, die bey solchen Gelegenheiten nicht ganz zu verhüthen sind, auf das Spiel würde gesetzt seyn.

Man kann sich es ohnmöglich einbilden, daß der Großmeister, welcher gemeiniglich von edler Geburt ist, die Würde seines Ranges so sehr vergessen würde, den Ruf der Societät zu wagen, und eine Dispensation von unsern feugesetzten Reguln zu gewähren, um eine Procession zu erlauben, und zwar bey einer so elenden Gelegenheit, als die, zum Besten eines Schauspielhauses, öffentlichen Gartens, oder andern ähnlichen, durch welche weder der Nutzen der Brüderschaft, noch das gemeine Beste befördert wird, und welches, ob es gleich einen, oder einigen zum Vortheil und zum Besten der Maurerey, noch zur Ehre Ihrer Beschützer abzwecket.

Wenn nun die Dispensation erhalten worden, so stehet es dem Meister der Loge frey, so viele Logen wie er für gut findet, dazu einzuladen, und die Mitglieder dieser Logen können, alsdenn ihre Officianten in Form begleiten; allein die ganze Ceremonie muß unter der Anordnung des Logen-Meisters stehen, zu dessen Loge der Verstorbene gehörte, auch müssen sowol er, als seine Officianten auf alle Weise geehret werden, und wenn es die Gelegenheit erfordert, müssen die Andern denselben willige Folge leiste.
Alle Brüder welche der Ceremonie beywohnen, müssen soviel als möglich eine Gleichheit des Anzugs beobachten. Ein anständiges Trauerkleid, weisse Strümpfe, Handschue, und ein Schurz ist dazu das schicklichste. Keiner darf sich durch ein Kleinod unterscheiden, es sey denn, daß er ein Officiante der Logen sey, welche eingeladen worden der Ceremonie in Form beyzuwohnen.
Die Officianten solcher Logen, sollen mit weissen Gürteln und Hutbändern gezieret seyn, so wie auch die Officianten der Loge, welcher die Dispensation zugestanden ist, welche auch noch außerdem, durch weisse Stäbe unterschieden werden müssen.

Bey der Procession nach dem Begräbnißplatze, stellen sich die Logen nach ihrem Alter, die jüngere vorne an. Jede derselben machet einen Zug vor sich aus, und zwar wird dabey folgende Ordnung beobachtet.

Der Thürsteher mit dem Schwerdte.
Die Stewards mit weissen Stäben.
Die Mitglieder der Loge Paarweise.
Der Secretair mit einer Rolle.
Der Schatzmeister mit dem Zeichen seines Amts.
Beyde Aufseher Hand in Hand.
Der Exmeister.
Der Logenmeister.

Die Loge, zu welcher der Verstorbene gehörte, beobachtet folgende Ordnung, (alle Brüder haben Blumen oder grüne Gesträuche in der Hand.)

Der Thürsteher.
Die Stewards.
Die Mustk, mit gedämpften Pauken und Trompeten.
Die Brüder Mitglieder.
Der Secretair und Schatzmeister.
Die zween Aufseher.
Der Exmeister.
Die Bibel, und das Constitutionsbuch, auf einem Küssen, mit schwarzem Tuch bedeckt, von einem der Mitglieder getragen.
Der Logenmeister.
Die Chor-Schüler, welche einen Gesang singen.
Der Geistliche.
Sarg Träger
Trauerleute.
2 Stewards.
Ein Thürsteher,

Eine oder zwo Logen, begeben sich ehe die Procession anfängt nach dem Kirchhofe, um der Unordnung vorzukommen, und die nothwendige Zubereitungen zu machen. Die Brüder dürfen unter keinerley Vorwand aus ihren Gliedern gehen, sondern ohne ihre Plätze zu verwechseln, müssen sie in ihren angewiesenen Stellen verbleiben.

Wenn die Procession an dem Thor des Kirchhofs angelanget ist, so muß die Trauerloge, mit allen übrigen Brüdern so lange halten, bis die Mitglieder der eingeladenen Logen einen vollkomnen Circul um das Grab geschlossen haben, in welchen man alsdenn eine Oefnung macht, diese zu empfangen.
Sodann begeben sic sich zu dem Grabe, und wenn der Geistliche nebst den Offcianten der Trauerloge sich zum Haupte, die Trauerleute, zu den Füssen, und die Schüler an beyden Seiten des Grabes gestellet haben, wird der Gottesdienst angefangen, ein Gesang gesungen, und dieser absonderliche Theil der Ceremonie wird auf die gewöhnliche Weise geschlossen. Indem sie von dem Grabe und der Beerdigung zurück kehren, muß von allen eben die Ordnung in der Procession beobachtet werden.

Der bey Begräbnissen gebräuchliche Gottesdienst.

Die Loge wird von dem Meister der Loge zu welcher der Verstorbene gehörete auf gewöhnliche Art im dritten Grade eröfnet, und ein Gesang gesungen. Der Leichnam des Entseelten liegt in den offen stehenden Sarge auf einem Trauer-Gerüste. Der Logenmeister begiebt sich zu dem Haupte des Körpers, und fangt folgender Gestalt an.
Der Meister.
„Wer ist der Mann, der da lebt, und den Tod nicht schmecken wird, kann er seine Seele aus der Hand des Grabes erlösen?"

„Der Mensch wandelt wie ein Schatte, eitel, häuffet Schätze auf, und weis nicht wer sie geniessen wird. Wenn er stirbt, wird er nichts mit sich von dannen tragen, sein Ruhm wird nicht mit ihm hinab steigen.
Nackend kommen wir in die Welt, und nackend müssen wir von dannen; der Herr hat es gegeben, der Herr hat es genommen, der Name des Herrn sey gelobet."

Hier werden gewisse Formalitäten gebraucht, welche hier nicht können beschrieben werden. Eine feyerliche Trauer-Musik wird herein gebracht, während dessen der Logenmeister den Entseelten mit Blumen bestreuet, und darauf, indem er die heilige Rolle in die Hand nimt, fortfähret, und sagt:
„Laß mich sterben des Todes der Gerechten, und laß mein Ende gleich seyn dem Seinigen."
Antwort.
„Amen [im Englischen fehlt dieses einleitende Wort] es geschehe also: Gott ist unser Gott, von Ewigkeit zu Ewigkeit, er wird uns leiten auch selbst im Tode."

Darauf wirft der Logenmeister die Rolle in den Sarg, und betet:
„Allmächtiger Vater! in deine Hände befehlen wir die Seele unsers geliebten Bruders."
Die Brüder antworten dreymal:
der Wille Gottes ist geschehen, Amen.

Der Meister.
„Glorreicher Gott! Ursprung alles Guten, Quelle aller Barmherzigkeit, schütte deinen Seegen über uns aus, und stärke unsere feyerliche Verbindung, durch das Band der Bruderliebe und Zuneigung; laß diesen überzeugenden Beweis der Sterblichkeit, o Gott! uns an unser herannahendes Schicksal erinnern, und uns zu diesen furchtbaren Zeitpunkt, er komme wenn er will, zubereiten und geschickt machen, damit wir in Frieden, und von deiner Hand geleitet, dahin fahren, und in dein ewiges Reich aufgenommen werden mögen, und daselbst in endlosen Genuß, die gnädige Belohnung eines frommen und tugendhaften Lebens erhalten mögen.
„Amen.“

Darauf wird ein Gesang gesungen, der Meister kehret zum Altar zurück, und der Sarg wird zugemacht. Eine auf die Gegebenheit passende Rede wird darauf gehalten, und nach derselben, da der Meister zur Liebe und Eintracht ermuntert, geben sich die Brüder die Hände, und erneuren gegen einander ihre geleistete Gelübde. Dre Loge wird aufgehoben, und die Procession fängt in der bereits beschriebenen Form an, gehet nach der Kirche, und von da nach dem Begräbnißort, woselbst eine Ermahnung gegeben, und folgendermassen verfahren wird:
Der Meister.
„Laßt uns aufrichtig und getreu seyn, laßt uns in der Liebe leben und sterben."
Die Brüder:
Amen.
Der Meister:
„Gott segne und beglücke uns, und kröne alle unsere gute Absichten mit einen glücklichen Erfolg:"
Die Bruder:
Amen.
Der Meister:
„Laßt uns allezeit Gutes thun, mögen wir doch allezeit unsern Bekenntniß gemäß leben."
Die Brüder:
Amen, so sey es, von nun an bis in Ewigkeit.

Die Secretaires näheren sich, und werfen ihre Rollen in das Grab, darauf ruffet der Meister mit lauter Stimme.
„Ehre sey Gott in der Höhe, Friede auf Erden, und den Menschen ein Wohlgefallen."
Die Brüder:
Amen.
Darauf schließet der Meister die Feyerlichkeit bey dem Grabe mit folgenden Worten:
„Es ist seit undenklichen Zeiten unter den Mitgliedern dieser Societät der hergebrachte Gebrauch gewesen, falls es ein Bruder vor seinem Ende verlangt hat, seinem Leichnam nach dem Orte des Begräbnisses zu begleiten, um daselbst die Ueberreste desselben der Erde anzuvertrauen.
Diesen lobenswürdigen Gebrauch gemäß, und auf besonderes Verlangen unseres verstorbenen Bruders, dessen Angedenken wir schätzen, und dessen Verlust wir beklagen, sind wir, (auf erhaltene Erlaubniß dazu) allhier wie ächte Maurer versammlet, um seinen Leichnam der Erde von der er genommen ist, wieder anzuvertrauen, und ihm die letzte Pflicht brüderlicher Liebe und Achtung zu erzeigen. Hiedurch beweisen wir sowol der Welt die Aufrichtigkeit unserer dem Verstorbenen bewiesenen Achtung, als auch unsere aufrichtige Befolgung der Grundsätze unsers glänzenden Ordens.
Mit aller nur möglichen Achtung gegen die Gebräuche des Landes in welchen wir wohnen, mit einer genauen Ergebenheit gegen unsere Obern, sowol Geistlich als Weltlich, und voll von einer unbegränzten Liebe gegen alle Menschen, erscheinen wir hier in unsern eigentlichen Character.
Bekleidet mit dem Zeichen unseres heiligen Instituts, erbitten wir den Seegen des Himmels über alle die Beförderer des allgemeinen Guten der Societät, und flehen um eine standhafte Beharrlichkeit in den Grundsätzen der Frömmigkeit und Tugend.

Da es dem grossen Schöpfer gefallen hat, unsern würdigen nun verstorbenen Bruder den Sorgen und Unruhen eines vergänglichen Lebens zu entreissen, ihn in dem Stand einer ewigen Dauer zu versetzen, und dadurch gewissermaassen die Kette welche uns mit einander verbindet zu schwächen, so erinnere uns dieses Beyspiel der Ungewißheit des menschlichen Lebens, an unser künftiges Schicksal. Mögen wir, die wir ihn überleben, durch das Band der Einigkeit und Freundschaft stärker verbunden werden. Mögen wir unsere Aufführung hienieden nach den heiligen Reguln der Wahrheit und Weisheit einrichten, um auch in der furchtbaren Periode, der heitern Ruhe der Seelen zu geniessen, welche aus einen reinen und unbefleckten Gewissen von allen Vorwürfen frey, entspringt.
Dem Grabe haben wir die Ueberreste unsers geliebten Freundes und Bruders anvertrauet, daselbst bis zum Tage der allgemeinen Auferstehung zu ruhen; in der seeligen Erwartung, daß seine unsterbliche Seele jene Freuden geniessen wird, welche den Rechtschaffenen vom Anbeginn der Welt bereitet worden sind.
Wir flehen den allmächtigen Gott an, seine Barmherzigkeit ihm, und uns allen, vor dem Richterstuhl der vollkommensten Gerechtigkeit angedeyen zu lassen, und in den Wohnungen jener: gränzenlosen Ewigkeit, unsere Glückseligkeit mit ewigen Seegen zu krönen.

Dieß flehen wir zur Ehre seines heiligen Namens, welchem sey Ehre und Gewalt, jetzt, und in alle Ewigkeit.
Amen."

So endiget sich der Gottesdienst, und die Procession kehret auf dieselbige Art nach dem Ort woher sie gekommen wieder zurück.

Wenn nun die Brüder zur Loge zurück gekehret sind, so werden die maurerischen Verrichtungen vorgenommen, und die nothwendigen Geschäfte abgethan.

Die Regalia, und Zierrathen des Verstorbenen, (wenn er ein Officiante der Loge gewesen) werden dem Logenmeister mit den gewöhnlichen Ceremonien wieder eingehändiget.

Zum Beschluß werden die Pflichten der Maurer den Brüdern nochmals vorgelesen, und die Loge wird im dritten Grade mit einen Seegen geschlossen.


[hier folgt im Englischen ein Kapitel:
Remarks on the Propriety of Building a Hall for the General Assemblies of Masons.
Extracted from al Letter written by Brother James Galloway, to Brother William Calcott, 250-253]

Beschreibung des grossen Saals,

der Loge St. Johannis, zu Marseille.

Am Ende desselben befindet sich ein verguldeter Thronhimmel, mit blauen Vorhängen und goldenen Franzen, welcher ein Gemälde deckt, welches den Genius der Maurerey vorstellet, der das Bildniß des Königs von Frankreich hält.
Am Fußgestelle ist folgende Inschrift zu lesen:

[auch hier und bei allen folgenden Inschriften weichen alle Schreibweisen der lateinische Zitate leicht von der Fassung im Englisch ab.
Ferner sind im Englischen alle lateinischen Zitate auch auf Englisch übersetzt.]

Dilectissimo Regi, monumentum
Amoris.

Latomi [Jatomi], Massilienses.

Unter demselben sitzt ein Genius, welcher mit der einen Hand auf diese Inschrift, mit der andern aber auf das Logenwappen zeigt, um welchen folgende Worte stehen:

Deo, Regi, et Patriae, Fidelitas.

Ueber dem Gemälde aber ist ein Genius, welcher den König krönet. Diesem Gemälde rechter Hand ist ein anders welches die Weisheit Salomonis vorstellet, mit der Inschrift:
Prudentia.

Das, zur Linken stellet den Muth Johannis des Täufers vor, als er dem Herode seine Laster vorwarf, mit der Inschrift:
Fortitudo.

Die rechte Seite dieses Saals ist mit 7 Gemälden von gleicher Höhe gezieret. Das erste stellet den Joseph vor, wie er sich seinen Brüdern zu erkennen giebt; mir der Inschrift:
Venia.

Das 2te den Hiob, auf einen Misthaufen sitzend, sein Haus zerstöhret, seine Felder durch Sturm verwüstet, sein Weib, welches ihm beleidiget, und ihn selbst, ruhig, und mit gen Himmel gehabenen Händen; mit der Inschrift:
Patientia.

Das 3te wie Paulus und Barnabas zu Lystra sich weigern göttliche Ehre anzunehmen; mit der Inschrift:
Humilitas.

Das 4te Jonathan, welcher den David warnet, sich von der Stadt zu entfernen, der Gefahr zu entgehen, die seinem Leben drohet; mit der Inschrift:
Amicitia.

Das 5te Salomon, welcher das Werk am Tempel übersiehet und Befehle giebt, den Plan auszuführen, den ihm sein Vater David hinterlassen hatte; mit der Inschrift:
Pietas.

Das 6te die Geschichte des barmherzigen Samaritaners; mit der Inschrift:
Charitas.

Das 7te Petrus, und die übrigen Apostel, wo sie dem Censor den Tribut bezahlen, und zwar mit dem Stücke Gelde, welches sie so wunderbar in dem Bauche eines Fisches fanden; mit der Inschrift:
Fidelitas.

Die linke Seite dieses Saals enthält 3 Stücke. Das erste stellet den Tobias vor, der seines Vaters Uebel heilet; mit der Inschrift:
Filiale debitum.

Das 2te den Vater des verschwenderischen Sohns, ihn umarmend, und sein Vergehen ihn verzeihend; mit der Inschrift:
Paternus Amor.

Das 3te stellet die Prüfung Abrahams vor; mit der Anschrift:
Obedientia.

An jeder Seite der Thür sind 2 Gemälde von gleicher Grösse, eins stellet die Apostel vor, wie sie öffentlich Almosen geben; mit der Inschrift:
Eleemosyna.

Das andere den Loth, wie er die Engel in seinem Hause aufnimmt, indem er sie für Fremde hält; mit der Inschrift:
Hospitalitas.

Die 4 Ecken des Saals sind mit 4 allegorischen Stücken gezieret. In der ersten sind 2 Genii vorgestellet, welche ein Schild halten, in welchen 3 Säulen mit Goldfarbe gemahlt sind, mit der Inschrift:
Hic posuere Locum Virtus, Sapientia, Forma.

Das 2te Stück ist wie das erstere, nur anstatt der Säulen, sind in selbigen 3 verbundene und flammende Herzen; mit der Inschrift:
Pectora jungit Amor, Pietasque ligavit amantes.

Das 3te Stück unterstützt nur ein Genius, und im Schilde sind 3 Zweige, als ein Oliven, ein Lorbeer, und ein Myrten Zweig mit dem Motto:
Hic pacem mutuo damus, accipimusque vicissim.
.
Das 4te Stück, gleichfalls von einem Genio unterstützt, eine Richtschnur durch eine Hand vom Himmel herab gelassen, auf einem Haufen verschiedener und unordentlich aufgehäufter Steine; mit dem Motto:
Equa Lege [Legs] fortitur, Insignes et Imos [Imes].

Alle diese Gemälde sind in einer Höhe, allein die, welche denen Fenstern gegenüber, sind darnach gerichtet.

Ueber der innern Thür ist folgende Inschrift, als ein Gemälde, von einem Kinde ausgewickelt yorgestellet:
S. T. O. T. A.

Varia haec Virtutum exempla fraternae Liberalitatis Monumenta D. V. et. C. latomi Massilienses, fratribus quae assequenda prebent anno Lucis 5765.

[im Englischen wird angegeben :
The letters S. T. O. T. A. signify,
Supremo Totius Orbis Terrarum Architecta]

Unter jedem Gemälde ist das ausgemalte Wappen der Brüder, welche es haben malen lassen.

Die Anzahl der Säulen rnachen 24 aus, und jeder Raum zwischen zwo Säulen, stellet eine neue Columnade vor. Auf dem Caenies der Säulen [Upon the middle of each pilaster, … are raised corbals, in form of antique Guaines], stehen die Büsten der grossen und tugendhaften Männer des Alterthums.

Die Vorhänge des verguldeten Thronhimmels sind nach dem italiänischen Geschmack, an der Zahl viere.
Drey grosse crystallene Kronen erleuchten diesen Saal, und dienen auch noch mit zu desto grösserer Zierde.

An der Tafel, welche die Gestalt eines Hufeisens hat, haben 60 Brüder Raum, ohne daß man nöthig hätte, die innere Seite desselben zu besetzen.

Ueberdies sind auch noch 2 grosse Bufets in demselbigen, welche einen ziemlichen Platz der Länge einnehmen.


[hier folgt im Original noch eine längere Bemerkung, 261-264, vermutlich immer noch von James Galloway:

The above description of the Banquetting Hall of the lodge of St. John at Marseilles, does not exceed the splendor of many other lodges in foreign countries. The grand lodges in n Russia, Holland, and many parts of Germany, according to the accounts we have received, far exceed this in elegance; particularly in Berlin, under the great King of Prussia our royal brother.
They are hung with the richest velvet, tapestries, embroideries, and gold lace; and are ornamented with every costly lustre and suitable decoration. The illuminated brilliancy these make, added to the polite order and harmony of the members, and the grandeur of the music, consisting of several different bands, strike a most grateful and pleasing concord, while they fill the mind of every brother with the idea of a heavenly mansion, and the pleasures of an angelic association. *

  • ) Edmondes' Address to the Free Masons.


It is therefore greatly to be wished that the brethren of this kingdom, the grand local standard of masonry, could be induced to extend their generosity; and, by embracing the glorious opportunity, while princes of the blood are our patrons, and noblemen of the most distinguished virtue are our rulers immediately to set on foot a voluntary contribution for erecting, in this country, a superb and magnificent structure for the general assemblies of the fraternity; that it might be recorded, to the honour of the present age, that every encouragement was given to a society, whose chief pursuit is the acquisition of knowledge, and the cultivation of virtue.

As such a scheme is now in agitation, every zealous friend to the cause ought to exert his influence on the occasion, and not let it fall to the ground for want of support. Though the sums we have received are as yet inconsiderable if we persevere with spirit in the prosecution of our laudable design, there is little doubt but we shall happily succeed in our greatest expectations.

[hier endet die erste Auflage von William Prestons: Illustrations of Masonry, 1772,


angehängt sind von Meyer
in der 1. und 2. Aufl. ein Lied (siehe separat Die Menschen sind Pilger), und
in der 2. Aufl. zusätzlich zwei Reden (siehe separat Die Menschen sind Pilger) sowie
in der 1. und 2. Aufl. eine Nachschrift (siehe nachstehend)]

Nachschrift des Uebersetzers

[1780 ergänzt: zur ersten Auflage.]

Da der Abdruck des Werks nicht so lange aufgeschoben werden konnte [1780: konnte], bis sich sämtliche Hochw. Logen wegen der zu verlangenden Anzahl Exemplare gemeldet, so war ich dadurch gezwungen die Auflage etwas stärker zu machen, als wahrscheinlich nöthig gewesen wäre, wenn die Subscriptions von allen Orten bereits eingelaufen wären. Diese übrige, sämtlich auf Schreibpapier abgedruckten Exemplare, werden aufbewahret bleiben, damit allenfalls die Hochw. Logen für neu zukommende Brüder allemal welche nach bekommen können.

Darf ich es auch, wagen, bey dieser Gelegenheit noch ein paar Worte mit meinen Hochw. und sämtlich verehrungswürdigen lieben Brüdern zu reden, und Ihnen eine Sache zu empfehlen, welche meines Bedünkens, die Aufmerksamkeit der Maurer besonders erfordert
Das Basedowsche Philantropin, dieser ganz maurerische Entwurf, das arme Menschengeschlecht durch eine vernünftigere Erziehung der Jugend, seinem Daseyn entsprechender zu machen; Tugend, Religion und Kenntnisse zu verbreiten, Vorurtheile auszurotten, in Summa bessere Menschen zu bilden. Dieses Institut, welches bis jetzt sich nur noch kümmerlich erhält, und welches wenn ihm nicht unter die Arme gegriffen wird, zur Schande unserer Zeiten wieder eingehen muß, verdient daß wir, die wir wegen ähnlicher Absichten und Zwecke bekannt sind, es nicht allein zu erhalten, sondern noch mehr zu vergrößern suchen müssen.
Erlauben Sie also sämmtlich verehrunsgwürdige liebe Brüder, daß ich dieses Ihrer Menschenliebe und Wohlthätigkeit empfehlen darf. Es ist wahr, jede Loge hat für sich schon Gelegenheit genung Thränen von den Augen der Elenden abzutrocknen, und Wohlthaten auszuüben; allein, wie wenig ist dazu nöthig eine ziemliche Summa zusammen zu bringen, wenn sich alle verehrungswürdige Logen dazu entschließen sollten; was können wir nicht Hand in Hand!

Verzeihen Sie meine verehrungswürdige Brüder, was der grösseste Eifer für die beste Sache, für den guten Ruf unsers heiligen Ordens, und der Wunsch die Menschen im Ganzen gebessert zu sehen, mich hier noch sagen hieß; und gönnen Sie ihre Bruderliebe

Ihren
aufrichtigsten und getreuesten Bruder
Meyer.

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