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Zeitrechnung

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Die erste Seite aus James Usshers Buch

Inhaltsverzeichnis

Zeitrechnung

"Chronik vom Anfang der Welt" - so heißt frei übersetzt der Titel des Buches, in dem der irische Bischof James Ussher Mitte des 17. Jahrhunderts den Anfang der Welt mit dem Jahr 4004 vor Christi Geburt festsetzte. Viele Menschen glaubten das in jener Zeit, in der man viel mehr als heutzutage nach klaren religiösen Gewissheiten suchte. Und auch die junge Freimaurerei übernahm diese Zeitrechnung.
Von Rudi Rabe.

James Ussher war ein Bischof in der Church of Ireland. Er war nicht nur ein frommer Mann, sondern auch ein akribischer Forscher und Bibelwissenschaftler. Und so begann er sich wie viele andere in jener Zeit mit der Frage zu beschäftigen, in welchem Jahr Gott die Welt erschaffen hat.

Als Bezugspunkte verwendete er die Bibel, die Genealogie der jüdischen Könige, weitere angeblich bekannten Ereignissen wie die Zeit des babylonischen Königs Nebukadnezar und vieles andere. Fünf Jahre reiste er durch Europa und suchte nach historischen Dokumenten und anderen Schriften, um seine Forschung zu untermauern. Schließlich reihte er viele alte Weltereignisse und biblische Erzählungen in chronologischer Reihenfolge auf und kam so zu dem Ergebnis, dass die Welt erschaffen worden ist am

Sonntag, dem 23. Oktober 4004 vor Christi Geburt.

Noch genauer: Um 1 Uhr am Morgen. Von manchen Theologen wurden diese Datierungen - Ussher war nicht der einzige, der sich damit beschäftigte - aber auch vehement abgelehnt. Dies könnte der Grund sein, warum Ushers Buch erst 1658 veröffentlicht wurde; zwei Jahre nach seinem Tod.

Es war eine unruhige Übergangszeit damals; die alten religiösen Dogmen kollidierten oft mit neuen wissenschaftlichen Überlegungen der jungen Aufklärung. Dennoch wurde Usshers Berechnung des Weltanfangs in bemerkenswert kurzer Zeit von der christlichen aber auch der jüdischen Welt akzeptiert. Eine wichtige Rolle dürfte dabei gespielt haben, dass sie ab dem Jahr 1700 in die Einführung der renommierten „King James Bible“ übernommen wurde.

Kein Wunder also, dass auch die Freimaurer, als sie 1717 in London die erste Großloge der Welt gründeten, Usshers Zeitrechnung verwendeten. Und so dokumentierten sie als Gründungsdatum der Großloge nicht 1717, sondern 5717 - wohl auch im Wissen, dass so ein ehrwürdige Alter die Bruderschaft aufwertete.

Aber halt! Haben sich die Freimaurer mit 5717 nicht um vier Jahre verrechnet?

Wenn man 4004 und 1717 addiert, kommt doch 5721 heraus! - Nein, verrechnet eher nicht: Vielmehr ist anzunehmen, dass sie es sich beim Rechnen für ihre Zeit und für die Brüder nach ihnen einfach leichter machen wollten. Also haben sie und weitere Freimaurergenerationen nach ihnen als Basis der Addition nicht 4004 genommen, sondern gerade aus 4000.
R.R., Wiki-Eintrag A.L. 6018.

P.S.: In der modernen Freimaurerei wird diese Zeitrechnung schon lange nicht mehr verwendet. Ich habe es in zwei Jahrzehnten nur einmal erlebt, aber der betreffende Bruder hat die seltsame Jahreszahl, als ich ihn danach fragte, auch selbst nicht wirklich ernst genommen - es war nur ein Spiel.


Die maurerische Zeitrechnung

Quelle: Encyclopädie der Freimaurerei von Friedrich Mossdorf Bd.3, Brockhaus 1828

Die maurerische Zeitrechnung ist fast in jedem System, je nachdem es einen Zeitpunkt der Entstehung des Freimaurertums als geschichtlich erwiesen annimmt, eine andere.

Universalkalender zum Einstellen der gewünschten Zeitrechnung.

Anno

Quelle: Internationales Freimaurer-Lexikon von Eugen Lennhoff und Oskar Posner (1932)

Im 18. Jahrhundert entstandene, in den Johannislogen heute kaum mehr, in den Hochgraden und Orden der Freimaurerei noch immer gebräuchliche eigenartige freimaurerische Zeitrechnung.

Man unterscheidet:

  • Anno Lucis (von der Erschaffung der Welt), Jahreszahl plus 4000, also 5930 statt 1930.
  • Anno Inventionis (Royal Arch), Jahreszahl plus 530.
  • Anno Mundi (A. u. A. Schottischer Ritus), Jahreszahl plus 3760.
  • Anno Ordinis (Knight Templars), Jahreszahl vermindert um 1118.
  • Der A. u. A. Schottische Ritus verwendet außerdem auch noch die hebräischen Monatsnamen.

Somit ist z. B. 1. Tisehri 5687 gleich bedeutend mit 9. September 1926. Irgendein Wert kommt diesen Spielereien nicht zu; sie sind auch dem ursprünglichen Gedanken der Freimaurerei vollkommen fremd.

Abkürzung A.

Quelle: Allgemeines Handbuch der Freimaurerei von C. Lenning, Brockhaus 1863

Als Abkürzung bei Jahresbestimmungen A. = anno im Jahre kommt in der freimaurerischen Zeitrechnung besonders in folgenden Zusammensetzungen vor:

  • A. M. = anno mundi (im Jahre der Welt), auch wol A. L. = anno lucis (im Jahre des Lichts), die gewöhnliche freimaurerische Zeitrechnung, welche mit dem Jahre 4000 v. Chr. beginnt (1860 = 5860);
  • A. J. = anno inventionis (im Jahre der Entdeckung), eine in der Royal Arch Maurerei übliche Zählung, beginnt mit 680 v. Chr. (1860 = 2390),
  • A. D. = anno depositionis (im Jahre der Niederlegung), eine in den höhern Graden der Royal Arch Maurerei bei den Royal and Select Masters vorkommende Zählungsart beginnt mit 1000 v. Chr. (1860 = 2860)
  • A. O. = anno ordinis im Jahre des Ordens die Zeitrechnung der neuern Tempelherren beginnt mit 1118 n. Chr. (1860 = 742)
  • A. H. = anno hebraico (im Jahre der Juden), die im Schottischen System übliche Zeitrechnung, fängt 3760 v. Chr. an und beginnt das Jahr mit dem 17. Sept. (1860 = 5620)

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