Benutzer:Robert Nordlicht

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Vorgeschichte

Am 20. Oktober 1902 wurde die Deutsche Sektion der Theosophical Society Adyar begründet. Als Generalsekretär wurde für sieben Jahre Rudolf Steiner gewählt, und bei der 2. Wahl 1909 im Amt bestätigt. In den ersten Jahren bestand die Mitgliedschaft der deutschen Sektion hauptsächlich aus älteren Theosophen, die an den Schriften und Projekten von Helena Petrowna Blavatsky, Henry Steel Olcott und Annie Besant orientiert waren. Im Laufe der Jahre konnte die Deutsche Sektion durch ausgedehnte Vortragstätigkeit Rudolf Steiners viele neue Mitglieder gewinnen, die in stärkerem Maße Anhänger der Persönlichkeit Rudolf Steiners wurden.

Innerhalb der internationalen Theosophischen Gesellschaft Adyar bestand eine Esoteric School of Theosophy (E.S.), die sich auf Helena Blavatskys esoterische Gruppe zurückführte, welche Blavatsky 1888 einrichtete und bis zu ihrem Tod 1891 inhaltlich bestimmte. Ihre Nachfolger bauten die E.S. weiter aus. Alleinige Leiterin der E.S. in der TG Adyar wurde 1895 Annie Besant,die 1902 durch Vermittlung der Theosophin Francesca Arundale in Paris in die gemischte Freimaurerei Le Droit Human aufgenommen wurde. Besant eröffnete bereits am 26. September 1902 die Loge Human Duty No.6. Sie reformierte das System des Le Droit Human, das ursprünglich vom Grand Orient de France stammte, glich es dem System der United Grand Lodge of England an, und brachte theosophische Inhalte in die Riten ein. Durch ihre große persönliche Ausstrahlung und vor allem über die internationale Logistik der Theosophischen Gesellschaft gelang es Annie Besant ihren reformierten Ritus nicht nur in England zu etablieren, sondern weltweit, besonders in Indien, Südafrika, Australien und Kanada zu verbreiten.

An diese Entwicklungen knüpfte Rudolf Steiner als Generalsekretär der Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft an. Er trat in die Esoteric School of Theosophy ein, und wurde am 10. Mai 1904 von Annie Besant offiziell zum Arch Warden (Erz-Lenker) der E.S. in Deutschland und Österreich eingesetzt. Zu dieser Zeit gab er bereits aufgrund vereinzelter Nachfragen esoterische Belehrungen und Ratschläge. Mit der Ernennung zum Arch Warden begann er den Ausbau einer separaten, esoterischen Lehrrichtung, welche er als "rosenkreuzerisch" kennzeichnete. Äußerlich gliederte Steiner seine separate E.S. noch in die Esoteric School of Theosophy ein, doch war sie inhaltlich verschieden bis gegensätzlich von den spirituellen Wegen, die von den Theosophen traditionell gelehrt wurden. Auch in der Freimaurerei versuchte Rudolf Steiner etwas Eigenes, Separates zu begründen. Daher trat er nicht dem gemischten System Annie Besants bei, sondern versuchte an das System des Memphis Misraim anzuknüpfen - einem nichtregulärem System, das traditionell der Theosophischen Gesellschaft nahe stand, damals in Deutschland viele Anhänger besaß, dessen Grade er per Vertrag erwerben und nach eigener Ideenwelt gestalten konnte. Die durch ihn gestaltete gemischte Freimaurerei, die er äußerlich an den Memphis Misraim Ritus anknüpfen ließ, richtete er als zweite, kultische Abteilung seiner E.S. ein.

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